Erklärung des Credos Kitāb Sharh us-Sunnah ()

 

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 Vorwort

الحمد لله وحده، والصلاة والسلام على من لا نبي بعده، سيدنا محمد

 وعلى آله وصحبه ومن اهتدى بهداه - أما بعد

Dies ist die deutsche Übersetzung der Buches Sharh us-Sunnah von Abū Muhammed al-Hasan ibn 'Ali ibn Khalaf al-Barbahāri [gest. 329H][1], basierend auf der englischen Übersetzung und den Annotation von Abū Talhah Dawūd Burbanks Explanation of the Creed [1995] und dem arabischen Original-Text, verifiziert von Khālid ibn Qāsim ar-Radādī, mit zusätzlichen Annotationen von Imran H. Sharh us-Sunnah behandelt die Glaubensgrundsätze ['Aqīdah] die ein Muslim haben sollte.

Nachdem ihm das Prophetentum gewährt wurde blieb der Gesandte von Allāh dreizehn Jahre lang in Makkah, in welchen er die Leute zu Tawhīd, also die alleinige Anbetung Allāhs, und zur Korrektur ihrer 'Aqīdah rief, denn die 'Aqīdah ist gewiss das Fundament auf dem das gesamte Konstrukt der Religion steht. Die Richtigstellung der eigenen 'Aqīdah [Glaubensgrundsätze] ist demnach die erste und auch wichtigste Thematik mit der sich ein Muslim auseinandersetzen sollte.[2] Das Buch Sharh us-Sunnah ist eines der wohlbekannten, authentischen Bücher über die Glaubensgrundsätze von Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah, geschrieben von Abū Muhammed al-Hasan ibn 'Ali ibn Khalaf al-Barbahāri.

Imām Barbahāri wurde in Baghdād geboren, im Jahr 252 oder 253 nach der Hijra. Über seine frühe Kindheit ist nicht viel bekannt, es ist aber wohlbekannt, dass er die Ehre hatte von mindestens zwei der großartigen Schülern von Imām Ahmad ibn Hanbal zu lernen: Abū Bakr al-Marwazī [gest. 275H] und Sahl ibn 'Abdullāh ibn Yunus at-Tustūrī [gest. 283H].[3] Al-Barbahāri war ein eindrucksvoller und respektierter Imām. Er unterrichtete unter anderem Hadīth und Fiqh, und seine Zirkel des Wissens wurden von hoch angesehenen Gelehrten besucht. Er war dafür bekannt standhaft auf der Sunnah zu sein, bis sogar ein großer Gelehrter seiner Zeit, Abū 'Abdullāh, zu sagen pflegte: „Falls du eine Person in Baghdād begegnest, und sie liebt Abul-Hasan ibn Bashshār und Abū Muhammed al-Barbahāri, dann wisse dass er eine Person der Sunnah ist.“[4]

In der Zeit von Imām Barbahāri war der Islam schon in viele Sekten mit jeweils verschiedenen Glaubensgrundsätzen gebrochen, so wie der Prophet in einer Hadīth prophezeite: „Die Kinder Israels sind in einundsiebzig Sekten gebrochen und meine Ummah wird in zweiundsiebzig Sekten brechen, von welchen alle im Feuer sein werden, außer einer Sekte.“ Sie [- die Gefährten -] fragten: „Welche ist das, O Gesandter von Allāh?“ Er antwortete: „Die, in welcher ich und meine Gefährten sind.“[5] Und in einer anderen Überlieferung prophezeite er : „Derjenige von euch der lange Leben wird, wird große Kontroversen sehen, so hütet euch vor neu innovierten Angelegenheiten, denn sie sind Irreführung, und nehmt meine Sunnah und die Sunnah der rechtgeleiteten Khaliphen nach mir - haltet daran mit euren Backenzähnen fest.“[6] Von allen Sekten die angeben auf der Wahrheit zu sein ist in Wirklichkeit also nur diejenige Sekte vor dem Höllenfeuer geschützt, die auf dem ist, auf was der Prophet und seine Gefährten in Sachen von 'Aqīdah und Anbetungsakten waren. Und keine Sekte ist näher an der 'Aqīdah des Propheten und seiner Gefährten als Ahlus Sunnah wal-Jamā'ah, welche sich dadurch auszeichnet, dass sie ihre Glaubensgrundsätze exklusiv und ausschließlich aus dem Qur’ān und der Sunnah ableitet, zusammen mit dem Verständnis der Gefährten des Propheten . Wie sie also die Religion vom Propheten verstanden haben, versteht Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah die Religion - und das ist der korrekte Weg um Allāhs Zufriedenheit zu erlangen, so wie Er, der Erhabene, Selbst sagt: „Und die ersten Vorreiter [im Glauben] von den Muhājirīn und den Ansār, und diejenigen, die ihnen auf Beste Weise [im Glauben] gefolgt sind - Allāh ist zufrieden mit ihnen und sie sind zufrieden mit Ihm. Für sie sind Gärten [im Paradies] unter welchen Flüsse fließen - ewig werden sie darin verbleiben. Das ist der großartige Erfolg.“ [Surah at-Tawbah 9:100].

Dies Methodologie steht im Gegensatz zu den Methoden der innovierten Sekten, die sowohl in ihrer 'Aqīdah, als auch ihren Anbetungsakten, Philosophien und Einflüssen von außerhalb des Islam, und ihren Begierden und Meinungen Vorrang vor den textuellen Beweisen geben. Sie leiten die Menschen weg von der Sunnah und dem Verständnis der Gefährten von Muhammed , und sie verbreiteten ihre innovierten Ideen und Vorstellungen und sorgen dafür, dass viele Menschen in die Irre gingen, und sich vom wahren Islam entfernen. Die Situation war besonders schlecht in der Zeit von Imām Barbahāri, wo die innovierten Sekten ohne Hemmungen oder Einschränkungen durch die herrschenden Autoritäten, mit ihrer falsche 'Aqīdah die einfachen Muslime von der von Allāh herabgesandten Religion wegleiten würden.

In solch einer Situation entschied sich Imām Barbahāri ein Buch zu verfassen, welches in komprimierter Form die Glaubensgrundsätze von Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah, also die authentischen Glaubensgrundsätze vom Propheten und seinen Gefährten wiedergibt, und gleichzeitig vor den neu innovierten Glaubensgrundsätzen warnt. Darin folgte er der Tradition von großartigen Gelehrten vor ihm, wie z.B. Imām Ahmad ibn Hanbal [gest. 241H], der das Buch Usūl us-Sunnah verfasste, sein Sohn 'Abdullāh [gest. 290H] der Kitāb as-Sunnah verfasste, Abū 'Abdullāh bin Nasr ar-Marwazī [gest. 294H] der ein Buch namens as-Sunnah verfasste, Ibn Abī 'Aasim [gest. 287H] der ebenfalls ein Buch namens Kitāb as-Sunnah verfasste, Imām al-Muzani [gest. 264H] der ein Buch namens Sharh us-Sunnah verfasste, Ibn Abi Shaybah [gest. 235H] der  Kitāb al-Eemān verfasste, Qāsim bin Sallām [gest. 224H] der ein gleichnamiges Buch verfasste, und Abū Bakr Ahmad ibn Muhammad al-Khallāh [gest. 311H] der das Buch as-Sunnah verfasste.

Mit diesem Buch macht Imām Barbahāri auf die klar und deutlich vom Qur‘ān und der Sunnah abgeleiteten Glaubensgrundsätze der Gruppe aufmerksam, über die der Prophet sagte: „Es wird nicht aufhören eine Gruppe aus meiner Ummah zu geben, die deutlich auf der Wahrheit ist. Diejenigen, die sie im Stich lassen, werden ihr nicht schaden können, bis Allāhs Angelegenheit sich schlussendlich ereignen wird und sie dominant sein wird.“[7] Diese Sekte ist Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah[8], dessen Glaubensgrundsätze sich in diesem Buch hier befinden. Allāh machte es möglich, dass dieses Buch - Sharh us-Sunnah von Imām Barbahāri - bis zum heutigen Tag studiert, gelehrt und von den Gelehrten der Sunnah erklärt wird.[9]

Ein Zweck dieser Übersetzung ist es, dass auch den deutschsprachigen Muslimen nicht dieses großartige Werk bezüglich der korrekten 'Aqīdah verwehrt bleibt.

Es ist jedoch äußerst wichtig hier anzumerken, dass diese Übersetzung nicht von jemandem geschrieben wurde, der sich als ein Tālibul 'Ilm bezeichnen könnte oder jegliche andere Qualifikationen hat. Vielmehr wurde sie von einem gewöhnlichen Muslim geschrieben, der es als notwendig sah diese wichtige Ressource, neben den schon vorhandenen, auf deutsch übersetzten 'Aqīdah-Büchern,[10] für die deutschsprechenden Gelehrten und Schüler, die aus islamischen Universitäten graduiert sind oder intensiv unter Gelehrten gelernt haben,  verfügbar zu machen, damit sie die korrekte islamische 'Aqīdah auf Basis eines wohlbekannten, vertrauenswürdigen Buches eines vertrauenswürdigen Gelehrten, einfacher auf deutsch lehren und verbreiten können. Die Fußnoten und kurzen Erklärungen haben zudem den Zweck, dass auch gewöhnliche Muslime viel von diesem Buch, auch ohne externe Hilfe verstehen können. Es steht aber ohne Zweifel fest, dass diese Religion, vor allem ihre Glaubensgrundsätze, nicht von Bücher alleine gelernt wird, sondern von den Gelehrten der Sunnah, die sich ihr Leben lang mit dem korrekten Verständnis der Religion befasst haben, sich mit möglichen Missverständnissen auskennen und das spezialisierte Wissen über die verschiedenen Facetten der Religion haben. Abū Dardā [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Die Gelehrten sind die Erben der Propheten , und die Propheten lassen weder Dinār noch Dirham zurück. Das Erbe für die Gelehrten ist Wissen, so wer auch immer davon genommen hat, hat wahrlich einen großen Anteil genommen.“[11]

Hier sollte ebenfalls angemerkt sein, dass im Vergleich zur englischen Fassung von Abū Dawūd Burbank ein paar Änderungen vorgenommen wurden. Die Fußnoten, welche bei ihm hauptsächlich aus den Annotationen des Verifizierers Khālid ibn Qāsim ar-Radādī, den Kommentaren von Sālih al-Suhaymīs Erklärung des Buches und Auszügen aus der Erklärung von Muhammed ibn Sa'īd al-Qahtanīs arabischer Edition stammen, wurden zwar größtenteils übernommen, die Nummerierung der Ahadīth wurde aber, wo ohne größeren Aufwand möglich, entsprechend der internationalen Nummerierung angepasst, und die Verweise erweitert. Das Vorwort und der Anhang wurden zudem komplett ersetzt. Auch andere kleinere Änderungen der Übersetzung und den Annotationen wurden vorgenommen.

Ich hoffe dass Allāh, der Mächtige und Majestätische, diese bescheidene Anstrengung von mir akzeptiert, mir die Ehrlichkeit dazu gibt diese Arbeit ausschließlich für Ihn zu machen, und dass Er mich, und all die, die mit dem ehrlichem Verlangen dieses Buch lesen, um ihre Religion besser zu verstehen, zu dem rechtleitet mit was Er zufrieden ist und was Er liebt.



Bismi-llāhi ﷺ‬-Raḥmāni ﷺ‬-Raḥīm

Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Imām al-Barbahāri [rahimahullāh] sagte: 

Alles Lob gebührt Allāh, der uns zum Islam rechtgeleitet hat, uns damit gesegnet hat und uns Teil der besten Nation[12] gemacht hat. Wir bitten Ihn, dass Er uns Erfolg darin gibt an dem festzuhalten was Er liebt und mit was Er zufrieden ist, und dass wir das vermeiden was Er hasst und was Ihn erzürnt.

 1. Der Islam ist die Sunnah und die Sunnah der Islam.

Wisse, dass der Islam die Sunnah ist und die Sunnah der Islam, und dass das eine ohne dem anderen nicht etabliert wird.[13]

 2. Es ist Teil der Sunnah an der Jamā'ah festzuhalten.

Es ist Teil der Sunnah an der Jamā'ah festzuhalten.[14] Wer auch immer etwas anderes als die Jamā'ah begehrt und sich von ihr entfernt, so hat er den Joch des Islam von seinem Hals geworfen, und ist jemand der in die Irre gegangen ist und andere in die Irre führt.[15]

 3. Die Gefährten sind das Fundament der Jamā'ah.

Das Fundament, auf welchem die Jamā'ah aufgebaut ist, sind die Gefährten des Propheten Muhammed , möge Allāhs Segen auf ihnen allen sein. Sie sind die Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah.[16] Wer auch immer dann nicht von ihnen nimmt, der ist fehlgegangen und hat innoviert,[17] und jede Innovation [Bid'ah] ist Irreführung, und Irreführung und die Menschen der Irreführung sind im Feuer.[18]

 4. Jede Angelegenheit wurde von der Sunnah und der Jamā'ah aufgeklärt.

'Umar ibn al-Khattāb [radiallāhu 'anhu] sagte: „Es gibt keine Ausrede für denjenigen der fehlgeht, dass er denkt er wäre rechtgeleitet. Noch gibt eine Ausrede dafür Rechtleitung aufzugeben, mit dem Gedanken es sei Irreführung, denn die Angelegenheiten wurden klar gemacht und die Beweise etabliert,[19] und der Weg für Ausreden gesperrt.”[20] Dies ist, weil die Sunnah und die Jamā'ah die Religion gefestigt und beschützt hat - alles von ihr. Sie wurde für die Menschen klar gemacht, so ist es nun auf den Menschen sie zu befolgen.[21]

 5. Man muss sich an das Verständnis der Gefährten richten.

Und wisse - möge dir Allāh Gnade erweisen -, dass die Religion das ist, was von Allāh, dem Gepriesenen und Allerhöchsten, gekommen ist. Es ist nicht etwas was vom Intellekt und den Meinungen der Menschen abhängt. Und Wissen ist das, was von Allāh und Seinem Gesandten gekommen ist - so folge nichts basierend auf deinen Begierden, denn so weichst du von der Religion ab und verlässt den Islam. Gewiss - es wird keine Ausrede für dich geben, denn Allāhs Gesandter erklärte seiner Ummah die Sunnah und machte es seinen Gefährten klar, und sie sind die Jamā'ah, und sie sind der Kern [as-Sawād ul-A'dham], und der Kern ist die Wahrheit, sowie diejenigen die ihnen folgen.[22] So wer auch immer im Widerspruch zu den Gefährten in Angelegenheiten der Religion steht, ist in Unglauben gefallen.[23]

 6. Jede Innovation [in der Religion] ist Irreführung.

Und wisse, dass die Leute niemals eine Innovation einführen, außer dass sie dafür das Äquivalent aus der Sunnah aufgeben.[24] Deshalb habe Acht vor neu erfundenen Angelegenheiten, da jede neu erfundene Angelegenheit eine Innovation ist, und jede Innovation ist Irreführung,[25] und Irrführung und die Menschen der Irreführung sind im Feuer.[26]

 7. Alle großen Innovationen beginnen klein und unwichtig erscheinend.

Habe Acht vor den kleinen Innovationen, denn sie wachsen bis sie schlussendlich groß werden. Dies ist der Fall für jede Innovation, die in dieser Ummah eingeführt wurde.[27] Sie begann als etwas Kleines, was eine gewisse Ähnlichkeit mit der Wahrheit hatte, weshalb diejenigen die in sie eintraten fehlgeleitet wurden, und dann unfähig waren sie wieder zu verlassen. So wuchs sie und sie wurde zu der Religion die sie befolgten, und so kamen sie von dem Rechten Weg [Sirāt al-Mustaqīm] ab, und verließen den Islam.[28]

 8. Sei sorgfältig in den Angelegenheiten von Wissen und Religion.

Und achte sorgfältig - möge dir Allāh Gnade erweisen - auf die Worte von Jedermann von dem du hörst, vor allem von denen deiner eigenen Zeit. Agiere nicht in Eile und trete in nichts davon ein, bis du nicht fragst und siehst: Haben die Gefährten des Propheten darüber gesprochen, oder irgendeiner der Gelehrten? Findest du dann von ihnen eine Überlieferung darüber, so halte an ihr fest und gehe für nichts über sie hinaus,[29] und gebe nichts anderem Vorrang, sodass du nicht ins Feuer fällst.

 9. Die zwei Wege den Rechten Weg zu verlassen.

Wisse, dass das Verlassen des Rechten Weges auf zwei Weisen geschieht.

Erstens: Ein Mann kommt von dem rechten Weg ab, während er nichts als Gutes will. Ihm ist nicht zu folgen, denn sein Weg führt zur Zerstörung.

Und zweitens: Ein Mann der sich absichtlich gegen die Wahrheit stellt und gegensätzlich zu den frommen Menschen handelt die vor ihm waren. Er ist irregegangen und führt andere in die Irre. Er ist ein widerspenstiger Shaytān in der Ummah und es ist eine Pflicht für diejenigen, die über ihn Bescheid wissen, die Menschen vor ihm zu warnen und über seine Position aufzuklären,[30] sodass keiner in seine Innovationen fällt und zerstört wird.

 10. Der Islam ist vollständig und benötigt nur noch Unterwerfung.

Und wisse - möge dir Allāh Gnade erweisen -, dass der Islam eines Dieners nicht komplett ist, bis er nicht befolgt, bezeugt, und sich [der Wahrheit] unterwirft. Wenn also irgendjemand behauptet, dass vom Islam noch etwas fehlt, welches nicht von den Gefährten von Allāhs Gesandten erklärt wurde, hat eine falsche Anschuldigung gegen sie gemacht, sich von ihnen getrennt und schlecht über sie gesprochen.[31] Er ist ein Mensch der Innovation, fehlgegangen und andere in die Irre führend; jemand, der in den Islam etwas einführt, welches nicht davon ist.

 11. Die Sunnah ist keine Angelegenheit für Analogien.

Und wisse - möge dir Allāh Gnade erweisen -, dass die Sunnah keine Angelegenheit für Analogien oder Argumentation mit einfachen Beispielen ist, und in ihr soll man nicht seinen Begierden folgen. Vielmehr ist es nur eine Sache der Zustimmung der Überlieferungen von Allāhs Gesandten , ohne zu fragen, [sie gegen ihre wahre Bedeutung] zu erklären, oder zu sagen: „Wieso ist das so?“ oder „Wie kann das sein?“.

 12. Kritik über das Debattieren und Argumentieren.

Theologische Rhetorik [Kalām], Argumentationen und Streitereien sind Innovationen, die Zweifel im Herzen wecken, sogar wenn die Person eine Person der Wahrheit und der Sunnah ist.[32]

 13. Spekulativ über Allāh zu Reden ist eine häretische Innovation.

Und wisse - möge dir Allāh Gnade erweisen -, dass spekulatives Reden über den Herrn, dem Erhabenen, eine neu erfundene Angelegenheit ist, eine Innovation und Irreführung. Nichts sollte über den Herrn gesagt werden, außer dem, was Er, der Mächtige und Majestätische, über Sich Selbst im Qur'ān beschrieben hat und was der Gesandte von Allāh seinen Gefährten erklärt hat.[33] So ist Er, der Mächtige, Einzig: „Es gibt nichts das Ihm gleicht. Und Er ist der Allhörende, der Allsehende.”[34]

 14. Allāh ist der Erste und der Letzte, und Sein Wissen umfasst alles.

Unser Herr ist der Erste ohne ein 'wann' und der Letzte ohne irgendein Ende. Er weiß was verborgen und was versteckt ist. Er erhob Sich über Seinen 'Arsh [Thron][35] und Sein Wissen ist überall, und kein Platz ist frei von Seinem Wissen.[36]

 15. Bezüglich der Rede von Allāh und der Anzweiflung Seiner Attribute.

Niemand sagt über die Attribute des Herrn, dem Erhabenen: „Wie?“, oder „Wieso?“, außer diejenigen, die im Zweifel über Allāh, dem Erhabenen und Allerhöchsten, sind.

Der Qur'ān ist die Rede von Allāh, Seine Offenbarung und Licht. Er ist nicht erschaffen, da der Qur'ān von Allāh ist, und das, was von Allāh ist, nicht erschaffen ist. Das ist was Mālik ibn Anas [Imām Mālik], Ahmad ibn Hanbal und die Gelehrten vor und nach ihnen gesagt haben, und darüber zu streiten ist Unglaube.[37]

 16. Glauben daran haben, Allāh im Jenseits zu sehen.

Und habe Glauben, dass die Menschen Allāh, den Erhabenen, am Tag der Auferstehung sehen werden. Die Menschen werden Allāh mit den Augen ihrer Köpfe sehen.[38] Er wird die Abrechnung ohne einen Mittelsmann, der für Ihn agiert, durchführen, und ohne einen Interpreten.[39]

 17. Glauben an die Waage [al-Mīzān] haben.

Und habe Glauben an die Waage [al-Mīzān] am Tag der Auferstehung, auf welcher Gutes und Schlechtes gewogen wird. Sie hat zwei Waagschalen und einen Zeiger.[40]

 18. Glauben an die Strafe des Grabes haben.

Und habe Glauben an die Strafe des Grabes, und Munkar und Nakīr.[41]

19. Glauben an den Teich [Hawd] von Allāhs Gesandten haben.

Und habe Glauben an den Teich [Hawd] von Allāhs Gesandten .  Jeder Prophet hat einen Teich, außer Sālih ['alaihis salām], weil sein Teich der Euter seiner Kamelstute war.[42]

20. Glauben an die Fürsprache von Allāhs Gesandten haben.

Und habe Glauben an die Fürsprache [Shafā'ah] von Allāhs Gesandten am Tag der Auferstehung für die Sündigen und diejenigen auf der Brücke, und [für manche] damit sie aus dem Höllenfeuer herausgenommen werden. Es gibt die Fürsprache für jeden Propheten, sowie für die außerordentlich wahrhaftigen [Siddiqīn], für die Märtyrer [Shuhadā] und für die Frommen [Salihīn]. Nach all dem, erweist Allāh Seine Gnade in großem Maß wem Er will, und Menschen werden aus dem Feuer geholt, nachdem sie verbrannt und zu Kohle reduziert wurden.[43]

 21. Glauben an die Brücke über der Hölle haben.

Und habe Glauben an die Brücke über der Hölle. Die Brücke erfasst jeden den Allāh will, und erlaubt den Durchgang jedem, für den Allāh es will, und lässt jeden den Allāh will in die Hölle fallen. Den Menschen geht ein Licht voraus, dessen Stärke abhängig von der Stärke ihres Glaubens ist.[44]

 22. Glauben an die Propheten und die Engel haben.

Und habe Glauben an die Propheten und die Engel.[45]

 23. Glauben, dass das Paradies und das Höllenfeuer wahr sind, und dass beide schon erschaffen sind.

Und habe Glauben, dass das Paradies wahr ist, und dass das Feuer wahr ist, und dass beide schon erschaffen sind. Das Paradies ist im siebten Himmel, mit dem Thron als Dach.[46] Das Feuer ist unter der siebten, der niedrigsten Erde - beide sind bereits erschaffen.[47] Allāh, der Allerhöchste, wusste die Anzahl der Bewohner des Paradieses und diejenigen die es betreten würden, und Er wusste die Anzahl der Bewohner des Feuers und diejenigen die es betreten würden. Keine von beiden wird jemals ein Ende haben und sie werden für immer und ewig mit Allāh existieren.[48]

 24. Adam ['alaihis salām] war im Paradies, wurde aber davon entfernt, nachdem er Allāh gegenüber ungehorsam war.

Und Adam ['alaihis salām] war im ewigwährenden und erschaffenen Paradies, wurde aber davon entfernt, nachdem er ungehorsam gegenüber Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, war.[49]

 25. Glauben an al-Masīh ad-Dajjāl haben.

Und habe Glauben an al-Masīh ad-Dajjāl. [50]

 26. Glauben an das Herabkommen von 'Īsā ['alaihis salām] haben.

Und habe Glauben an das Herabkommen von 'Īsā ['alaihis salām], dem Sohn von Maryam. Er wird herabkommen, den Dajjāl töten, heiraten und hinter dem Anführer der Muslime beten, welcher von der Familie von Muhammed sein wird, und er wird sterben und von den Muslimen begraben werden.[51]

 27. Eemān [Glaube] besteht aus Rede, Handlung und Überzeugung, und er kann zunehmen und abnehmen.

Und habe Glauben, dass Eemān [Glaube] aus Rede und Handlung besteht - Handlung, Rede und Überzeugung. Er kann zunehmen und abnehmen. Er nimmt zu, so viel wie es Allāh will, und er kann abnehmen, bis am Ende nichts mehr davon übrigbleibt.[52]

28. Der Beste von den Gefährten des Propheten .

Und der Beste dieser Ummah nach dem Tod des Propheten ist Abu Bakr, dann 'Umar, und dann 'Uthmān. Das ist was uns von Ibn 'Umar berichtet wurde, welcher sagte: „Wir pflegten zu sagen, während wir beim Propheten waren: „Die besten der Menschen nach dem Gesandten von Allāh sind Abu Bakr, dann 'Umar, dann 'Uthmān. Der Prophet würde dies hören und es nicht kritisieren.”[53]

Die besten Menschen nach ihnen sind 'Alī, Talhah, az-Zubayr, Sa'd ibn Abi Waqqās, Sa'īd ibn Zayd, 'Abdur-Rahmān ibn 'Awf und Abu 'Ubaidah 'Āmir ibn al-Jarrah.[54] Alle von ihnen waren als Kaliphen geeignet. Die besten Menschen nach ihnen sind die anderen Gefährten des Gesandten von Allāh - als erstes diejenigen, zu denen er gesandt wurde, also die ersten Muhājirīn und Ansār, und von ihnen diejenigen, die zu beiden Qiblahs [Gebetsrichtungen] beteten. Nach ihnen sind die besten Menschen diejenigen, die den Propheten für einen Tag, einen Monat, oder ein Jahr begleiteten, oder mehr oder weniger als das.[55]

Wir bitten Allāh Gnade auf sie alle zu haben.[56] Wir sprechen nur über ihre Tugenden und wir sprechen nicht über irgendwelche Fehler die sie gemacht haben, und wir sprechen über keinen von ihnen, außer wohlwollend, denn der Gesandte von Allāh sagte: „Wenn meine Gefährten erwähnt werden, dann seit still.“[57] Sufyān ibn 'Uyainah[58] sagte: „Derjenige, der ein einziges Wort gegen die Gefährten von Allāhs Gesandten spricht, ist ein Mensch der Innovationen.“[59]

 29. Dem Herrscher soll man in dem folgen was Allāh liebt und mit was Allah zufrieden ist.

Und höre dem Herrscher zu und gehorche ihm in dem was Allāh liebt und mit was Er zufrieden ist.[60] Wer auch immer durch den Konsens der Leute zum Kaliphen wird und sie mit ihm zufrieden sind, so gilt er als das Oberhaupt der Gläubigen [Amīrul-Mu'minīn].

 30. Es ist nicht erlaubt eine Nacht zu verbringen, in der man denkt, dass man keinen Imām hat.

Es ist demnach nicht erlaubt eine Nacht zu verbringen in der man denkt, dass man keinen Imām [Anführer] hat, egal ob er [der Imām] rechtschaffen oder sündhaft ist.[61]

 31. Das Gebet wird hinter dem Herrscher verrichtet und Hajj und Jihād werden zusammen mit ihm durchgeführt.

Und Hajj und Jihād werden unter seiner Führung durchgeführt, das Freitagsgebet ist hinter ihm [- hier ist speziell der sündhafte Herrscher gemeint -] erlaubt,[62] nach dem Gebet sollten aber sechs Rak'ahs gebetet werden, unterteilt in jeweils zwei Gebetseinheiten. Das ist die Aussage von Ahmad ibn Hanbal.[63]

 32. Das Kaliphāt wird innerhalb der Quraysh bleiben, bis 'Īsa ['alaihis salām] herabgesandt wird.

Das Khaliphāt wird innerhalb der Quraysh bleiben, bis 'Īsa ibn Maryam ['alaihis salām] herabgesandt wird.[64]

 33. Wer auch immer gegen einen muslimischen Herrscher rebelliert, ist einer der Khawārij.

Wer auch immer gegen Herrscher von den Herrschern der Muslime rebelliert, ist einer der Khawārij.[65] Er hat Spaltung innerhalb der Muslime angestachelt und ist gegen die Überlieferungen gegangen, und stirbt einen Tod der Tage der Ignoranz [Jahiliyyah].[66]

 34. Es ist nicht erlaubt gegen den Herrscher zu kämpfen oder gegen ihn zu rebellieren, auch wenn er die Menschen unterdrückt.

Es ist weder erlaubt gegen den Herrscher zu kämpfen, noch gegen ihn zu rebellieren, auch wenn er [die Menschen] unterdrückt. Dies ist wegen der Aussage des Gesandten von Allāh zu Abū Dharr al-Ghiffārī: „Habe Geduld, auch wenn er ein abessinischer Sklave ist.”[67], und seiner Aussage zu den Ansār: „Habt Geduld, bis ihr mich am Teich trefft.“[68] Es gibt keinen Kampf gegen den Herrscher in der Sunnah. Es führt gewiss nur zu der Zerstörung der Religion und der weltlichen Angelegenheiten.[69]

 35. Es ist erlaubt die Khawārij zu bekämpfen, wenn sie die Muslime angreifen.

Es ist erlaubt gegen die Khawārij zu kämpfen, wenn sie das Leben, das Vermögen, oder die Familien der Muslime angreifen.[70]

Es ist nicht erlaubt - wenn sie fliehen - sie zu jagen, ihre Verwundeten zu töten, ihr Vermögen als Kriegsbeute zu nehmen, die Gefangengenommenen zu töten, oder diejenigen die geflohen sind, zu verfolgen.

 36. Gehorsam besteht nur in dem, was gut ist.

Und wisse - möge dir Allāh Gnade erweisen -, dass es keinen Gehorsam zu Menschen gibt, wenn es ungehorsam zu Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, bedeuten würde.[71]

 37. Bezeuge für keine Person des Islam, dass sie ein Bewohner des Paradieses oder des Höllenfeuers ist.

Und was eine Person des Islam angeht, so bezeuge für sie nicht aufgrund von guten oder schlechten Taten, [dass sie ein Bewohner des Paradieses oder des Feuers ist,] da du nicht weißt was ihre letzte Tat vor ihrem Tod sein wird. Du hoffst auf Allāhs Gnaden für ihn und du fürchtest für ihn wegen seiner Sünden. Du weißt nämlich nicht, was für ihn zum Zeitpunkt seines Todes bestimmt wurde[72] bezüglich Buße, und ob Allāh für ihn bestimmt hat, dass er auf Islam stirbt. Du hoffst auf Allāhs Gnaden für ihn und du fürchtest für ihn wegen seiner Sünden.

 38. Allāh akzeptiert die Buße für alle Sünden.

Es gibt keine Sünde, außer dass der Diener dafür Buße tun kann.[73]

 39. Die Steinigung ist wahr.

Die Steinigung ist wahr und korrekt.[74]

 40. Über die Socken zu streichen ist von der Sunnah.

Über die Ledersocken [Kuffayn] zu streichen ist von der Sunnah.[75]

 41. Es ist von Sunnah die Gebete zu kürzen, wenn man auf einer Reise ist.

Die Gebete während der Reise zu kürzen ist von der Sunnah.[76]

 42. Man hat die Wahl, ob man während einer Reise fastet möchte, oder nicht.

Bezüglich des Fastens wenn man auf der Reise ist, gilt: wer will, kann fasten, und wer will, kann auf das Fasten verzichten.[77]

 43. Beten mit weiten Hosen ist erlaubt.

Es ist nicht Schlimmes, wenn jemand mit breiten oder weiten Hosen betet.[78]

 44. Heuchelei ist es Glauben zu proklamieren während man Unglauben versteckt.

Und Heuchelei ist es, den Islam mit seiner Zunge zu proklamieren, während man innerlich Unglauben versteckt.[79]

 45. Die Welt ist der Platz von Eemān und Islam.

Und wisse, dass die Welt der Platz von Eemān und Islam ist.[80]

46. In der Ummah von Muhammed sind Gläubige und Muslime eins in Bezug zu Rechtsprechung.

In der Nation von Muhammed sind Gläubige und Muslime eins in Bezug zu Rechtsprechung, Erbschaft, ihren geschlachteten Tieren und Bestattungsgebeten.[81]

 47. Bezeuge für keinen, dass er ein wahrer Gläubiger ist.

Und bezeuge für keinen wahren Glauben, bis er nicht jedes Gesetz und die Pflichten des Islam erfüllt. Denn wenn er irgendetwas davon vernachlässigt, dann ist sein Glaube mangelhaft, bis er nicht Buße tut. Und wisse, dass sein Glauben von Allāh, dem Erhabenen, zu bewerten ist, also ob er komplett oder nicht komplett ist - außer wenn offensichtlich ist, dass er eine Pflicht im Islam vernachlässigt.[82]

 48. Es ist die Sunnah das Bestattungsgebet für alle Leute der Qiblah zu beten.

Das Bestattungsgebet für jeden aus den Leuten der Qiblah zu beten, ist Sunnah: der Unzuchttreiber und die Unzuchttreiberin die zu Tode gesteinigt wurden, derjenige der Selbstmord begangen hat, der Säufer und andere von den Leuten der Qiblah – das Bestattungsgebet über sie zu beten, ist die Sunnah.[83]

 49. Der Titel des Muslimen kann nur durch bestimmte Faktoren entfernt werden.

Keiner von den Leuten der Qiblah verlässt den Islam, außer wenn er einen Vers von dem Buch von Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, ablehnt, oder eine Überlieferung des Gesandten von Allāh ablehnt, oder zu was anderem als Allāh betet,[84] oder auf einen anderen Namen als dem von Allāh schlachtet.[85]  Wenn er irgendeine Sache davon tut, so ist es deine Pflicht, ihn vom Islam auszustoßen.[86] Wenn er jedoch keine dieser Sachen tut, so ist er ein Gläubiger und ein Muslim, zumindest namentlich, auch wenn es nicht der Wirklichkeit entspricht.

50. Man muss jede Überlieferung von Allāh und Seinem Gesandten akzeptieren, auch wenn man nicht die komplette Realität hinter ihnen versteht.

Und alle Angelegenheit aus den Überlieferungen die man hört, aber nicht vollständig verstehen kann, wie z.B. die Aussage des Gesandten von Allāh : „Das Herz der Gläubigen ist zwischen zwei Fingern von den Fingern des Barmherzigen, des Mächtigen und Majestätischen.“[87], oder seine Aussage: „Gewiss, Allāh, der Erhabene und Allerhöchste kommt zu dem niedrigsten Himmel herab.“[88], und „Er kommt herab am Tag von 'Arafah.“[89], und „Er kommt herab am Tag der Auferstehung“[90], und „Es wird nicht aufgehört werden sie in das Höllenfeuer zu werfen, bis Er, der Majestätische, Seinen Fuß darauf setzt.“[91], und die Aussage von Allāh, dem Allerhöchste, zu seinem Diener: „Wenn du zu mir laufend kommst, komme Ich zu dir rennend.“[92], und die Aussage [des Gesandten ]: „Allāh erschuf Adam nach Seinem Abbild.“[93], und die Aussage vom Propheten : „Ich sah meinen Herrn in Seiner exzellentesten Erscheinung.“[94], und ähnliche Ahadīth - so ist auf dir sie zu akzeptieren, sie zu bestätigen, und davon abzuhalten über ihr 'wie' zu reden.[95] Erkläre nichts davon mit deinen Gefühlen/Begierden, denn an sie zu glauben ist eine Pflicht. Derjenige, der irgendetwas von ihnen anhand seiner Begierden erklärt, oder sie ablehnt, ist ein Jahmī.[96]

 51. Wer auch immer behauptet er habe Allāh in dieser Welt gesehen, ist ein Ungläubiger.

Wer auch immer behauptet, er habe seinen Herrn in dieser Welt gesehen, ist ein Ungläubiger in Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen.[97]

 52. Vertieft über Allāh nachzudenken ist eine Innovation.

Und zu tief über Allāh nachzudenken ist eine Innovation, so wie Allāhs Gesandter sagte: „Reflektiert über die Kreation und reflektiert nicht über Allāh.“[98] Zu tiefgreifend über Allāh nachzudenken, führt zu Zweifel im Herzen.

 53. Alle von Allāhs Kreationen handeln nach Seinem Willen.

Und wisse, dass Reptilien, Raubtiere und alle Kreaturen, sowie auch die kleinen Ameisen und die Fliegen, alle nach dem handeln, was ihnen befohlen wird. Sie tun nichts, außer mit der Erlaubnis von Allāh, dem Erhabenen und Allerhöchsten.[99]

 54. Allāhs Wissen umfasst alle Angelegenheiten – die, die geschehen, und auch die, die nicht geschehen.

Und habe Glauben, dass Allāh, der Erhabene und Allerhöchste, vom Anfang der Zeit an von allem wusste was sein wird, und auch von dem, was nicht sein wird, und dass Er alles was sein wird erfasst hat. Wer auch immer sagt: „Er wusste nicht was in Existenz war, oder was existieren wird.“[100], hat seinen Unglauben an Allāh, dem Allgewaltigen, bezeugt.

 55. Es gibt keine Heirat ohne einen Vormund

Und es gibt keine Heirat, außer mit einem Vormund [Walī][101], zwei gerechten Zeugen und einer Mitgift [Sadāq/Mahr], ob es eine kleine Mitgift oder eine große ist. Für eine Frau ohne Vormund gilt, dass der Herrscher das Vormund derjenigen ist, die keinen Vormund haben.[102]

 56. Eine Frau drei Mal zu scheiden macht sie verboten.

Wenn ein Mann eine Frau drei Mal scheidet, wird sie unrechtmäßig für ihn. Sie ist nicht erlaubt für ihn, bis sie nicht einen anderen Mann geheiratet hat [und er sie dann auf rechtmäßige Weise scheidet].[103]

 57. Das Blut [d.h. Töten] eines Muslims ist Harām, außer in drei Fällen.

Und das Blut eines Muslims, der bezeugt, dass niemand das Recht hat angebetet zu werden, außer Allāh, und dass Muhammed Sein Diener und Gesandter ist, darf nicht vergossen werden, außer in drei [Fällen]: Unzucht nachdem man verheiratet war, Apostasie nach dem Glauben, und jemand der einen Gläubigen ohne Recht tötet und dafür hingerichtet wird. Abgesehen von diesen Fällen, ist das Blut des Muslims für einen Muslim für alle Ewigkeit verboten, bis sich die letzte Stunde erhebt.[104]

 58. Manche von Allāhs Kreationen werden ein Ende haben, wohingegen andere existent bleiben werden wie auch immer Er es will.

Alles was Allāh verordnet hat wird zu einem Ende kommen, und es wird gewiss enden - außer das Paradies und das Feuer, sowie auch der Thron ['Arsh], der Schemel [Kursi],[105] das Horn [Soor], der Stift [Qalam] und die Wohlbehütete Tafel [Lawh]. Keines diese Dinge wird jemals aufhören zu existieren. Dann wird Allāh seine Kreation am Tag der Auferstehung erheben, in dem Zustand, in denen Er ihren Tod verursacht hat. Dann wird Er mit ihnen abrechnen wie Er will - eine Gruppe für das Paradies, und eine Gruppe für das brennende Feuer,[106] und zum Rest der Kreation, welche nicht für die Ewigkeit erschaffen wurde, wird Er sagen: „Werdet Staub.“[107]

 59. Allāh wird Gerechtigkeit für alle Seiner Kreationen etablieren.

Und habe Glauben an die Vergeltung [Qisās] zwischen allen Kreationen am Tag der Auferstehung: Menschen, Reptilien, Raubtieren und sogar zwischen Ameisen, bis Allāh, der Mächtige und Majestätische, Gerechtigkeit für alle von ihnen etabliert hat: die Menschen des Paradieses gegenüber den Menschen des Feuers, die Menschen des Feuers gegenüber den Menschen des Paradieses, die Menschen des Paradieses untereinander, und die Menschen des Feuers untereinander.[108]

 60. Die Handlungen des Sklaven müssen ehrlich für Allāh gemacht werden, ohne Shirk.

Und die Handlungen müssen ausschließlich und ehrlich nur für Allāh gemacht werden. [109]

 61. Man muss den Erlass von Allāh akzeptieren und damit geduldig sein.

Und sei zufrieden mit dem Erlass von Allāh, und habe Geduld mit Allāhs Urteil, und glaube an was auch immer Allāh, der Mächtige und Majestätische, gesagt hat. Und glaube, dass Allāh alles vorherbestimmt hat, das gute und das schlechte, das süße und das bittere. Allāh wusste was die Diener tun wollten und in welche Richtung sie gerade gingen. Sie können nicht von dem Wissen Allāhs fliehen. Es gibt nichts auf der Erde, noch im Himmel, außer dass Allāh, der Erhabene, es weiß. Du solltest wissen, dass was auch immer dir geschieht, niemals hätte an dir vorbeiziehen können, und was auch immer nicht geschieht, niemals passiert wäre.[110] Und es gibt keinen Erschaffer neben Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen.[111] ffffffffff

 62. Das Beerdigungsgebet hat vier Takbirāt.

Und die Takbirāt für das Beerdigungsgebet [Janāzah] sind vier. Das ist die Aussage von Mālik ibn Anas, Sufyān ath-Thawrī, al-Hasan ibn Sālih, Ahmad ibn Hanbal und den Fuqahāh, und das war auch die Aussage des Gesandten von Allāh .[112]

 63. Ein Engel kommt mit jedem Regentropfen herab.

Und habe Glauben, dass mit jedem Regentropfen ein Engel mit ihm herabkommt, bis er ihn nicht dort platziert, wo Allāh, der Mächtige und Majestätische es befohlen hat.[113]

64. Die toten Mushrikīn hörten die Worte des Gesandten am Tag von Badr.

Und habe Glauben, dass als der Gesandter zu den [toten] Insassen des Brunnens sprach, am Tag von Badr - also den Mushrikīn -, sie all seine Worte gehört haben.[114]

 65. Allāh entfernt Sünden aufgrund von Krankheit.

Und habe Glauben, dass wenn jemand krank wird, Allāh ihn für seine Krankheit belohnt.[115]

 66. Allāh belohnt den Märtyrer.

Und Allāh belohnt den Märtyrer für seinen Tod.[116]

 67. Kinder fühlen Schmerz in dieser Welt.

Und habe Glauben, dass Kinder es fühlen, wenn ihnen Schmerz in dieser Welt zugefügt wird. Bakr, [117] der Sohn von der Schwester von 'Abdul-Wāhid sagte: „Sie fühlen keinen Schmerz.“ Er hat gelogen.

 68. Niemand kommt in das Paradies, außer durch die Barmherzigkeit von Allāh.

Und wisse, dass kein einziger in das Paradies eintreten wird, außer durch die Barmherzigkeit von Allāh. Allāh wird niemanden bestrafen, außer Er tut es entsprechend der Stärke und Anzahl seiner Sünden. Würde Er alle bestrafen, die Bewohner der Himmel und der Erde, die guten und die schlechten von ihnen, so würde Er sie bestrafen ohne ungerecht zu ihnen zu sein.[118]

Es ist nicht erlaubt Allāh, den Erhabenen, als ungerecht zu bezeichnen,[119] denn derjenige der ungerecht ist, nimmt was ihm nicht gehört, wohingegen jedoch alle Kreation und Erlässe Allāh gehören, dem Allmächtigen. „Er kann nicht danach gefragt werden was Er tut, aber sie werden befragt werden.“[120] 'Wieso?' und 'Wie?' werden hier nicht gefragt. Niemand kann zwischen Allāh und Seiner Kreation treten.[121]

69. Zweifle den Islam eines jeden an, der eine Hadīth des Gesandten nicht akzeptiert.

Und wenn du jemanden die Überlieferungen kritisieren hörst, oder er sie nicht akzeptiert, oder irgendeine der Überlieferungen vom Gesandten von Allāh ablehnt, so zweifle seinen Islam an, denn er ist eine Person mit einer verachtungswürdigen Meinung und Aussage. Keiner kann den Gesandten von Allāh und seine Gefährten angreifen, da wir nur von Allāh, Allāhs Gesandten , dem Qur'ān, was gut und was schlecht ist, und von dieser Welt und dem Jenseits, nur durch die Überlieferungen erfahren haben.[122]

 70. Der Qur'ān benötigt die Sunnah, um erklärt zu werden.

Der Qur'ān benötigt die Sunnah mehr, als die Sunnah den Qur'ān benötigt.[123]

 71. Ungerechtfertigtes Reden über Allāhs Vorbestimmung ist verboten.

Und Reden, argumentieren und diskutieren über die Vorbestimmung ist für allen Sekten verboten, denn die Vorbestimmung ist Allāhs Geheimnis. Der Herr, der Gepriesene und Allerhöchste, verbot es dem Propheten so darüber zu reden. Der Prophet verbot das Argumentieren über die Vorbestimmung;[124] die Gefährten von Allāhs Gesandten und ihre Nachfolger - die Tabi'īn - hassten es. Es wurde von den Gelehrten gehasst und von den Menschen der Frommheit, und sie verboten das Debattieren über die Vorbestimmung. Auf dir ist es demnach dich zu unterwerfen, zu bestätigen, an dem zu glauben was Allāhs Gesandter über dieses Thema sagte, und still über das zu sein, was darüber hinausgeht.[125]

72. An die Reise des Gesandten zum Himmel glauben.

Und habe Glauben, dass der Gesandte von Allāh nachts durch die Himmel zum Thron gebracht wurde und mit Allāh, dem Gepriesenen und Allerhöchsten, gesprochen hat, und ins Paradies ging und in das Feuer schaute, und die Engel sah, und die Rede von Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, hörte, und ihm die Propheten gezeigt wurden. Er sah den Vorhang des Throns, den Schemel [Kursi] und alles im Himmel und auf der Erde, während er wach war. Jibra'īl beförderte ihn auf al-Burrāq[126], der ihn durch die Himmel brachte. An jener Nacht wurden die fünf Gebete zur Pflicht. Er kam in derselben Nacht zurück nach Makkah und das alles geschah vor der Hijrah.[127]

 73. Die Seelen der Märtyrer befinden sich in den Leibern grüner Vögel.

Und wisse, dass die Seelen der Märtyrer sich in den Leibern grüner Vögel befinden, welche frei durch das Paradies umherwandern und unter dem Thron nesten.[128] Die Seelen der Gläubigen sind unter dem Thron.[129] Die Seelen der Ungläubigen und der Frevler sind in dem Brunnen von Barhūt und in Sijjīn.[130]

 74. Die Seele des Verstorbenen kommt zurück in seinen Körper und er wird im Grab befragt.

Und habe Glauben, dass der Verstorbene in seinem Grab zum Sitzen gebracht wird, dass Allāh ihm seine Seele zurückgibt, und dass er von Munkar und Nakīr über den Glauben und seinen Grundsätzen befragt wird. Dann wird seine Seele ohne Schmerzen aus ihm herausgenommen. Der Verstorbene weiß wer ihn besucht, wenn jemand zu ihm kommt.[131] Der Gläubige wird Komfort und Segen in seinem Grab genießen, und der Frevler wird bestraft, wie auch immer Allāh es will.[132]

 75. Ein Punkt bezüglich des Dekrets von Allāh.

Wisse, dass […][133] mit dem Dekret und der Vorbestimmung Allāhs ist.

 76. Glauben, dass Allāh mit Mūsa ['alaihis salām] gesprochen hat.

Und habe Glauben, dass es Allāh war, der Erhabene und Allerhöchste, der mit Mūsa ibn 'Imrān am Tag vom Berg Tūr gesprochen hat, und dass Mūsa Allāhs Sprechen gehört hat: die Stimme die er hörte war von Ihm, und nicht von jemand anderem. Derjenige, der etwas anderes als dies sagt, ist in Unglauben gefallen in Allāh, dem Erhabenen und Majestätischen.[134]

 77. Jeder Person wurde Intellekt gegeben, und jede Person muss gemäß dem Intellekt behandelt werden, der ihr gegeben wurde.

Intellekt ist angeboren. Jede Person wird der Intellekt gegeben, den Allāh will. Sie unterscheiden sich im Intellekt wie Wolkenteilchen im Himmel [mit ihren verschiedenen Größen]. Handlungen sollten entsprechend dem Intellekt erwartet werden, den die Person besitzt.[135] Intellekt wird nicht angeeignet [oder gelernt], sondern ist vielmehr ein Segen von Allāh, dem Gepriesenen und Allerhöchsten.[136]

 78. Allāh hat manche Menschen mehr gesegnet als andere, und Er hat dies mit kompletter Gerechtigkeit getan.

Und wisse, dass Allāh den Dienern Vortrefflichkeit gegeben hat - manchen mehr als anderen,[137] in [den Bereichen der] Religion und der weltlichen Angelegenheiten.[138] Er hat dies mit Gerechtigkeit getan. Es kann nicht gesagt werden, dass Er ungerecht ist, oder unverdient Menschen bevorzugt hat.[139] Wer auch immer sagt, dass Allāh die Gläubigen und die Ungläubigen gleichermaßen gesegnet hat, ist ein Mensch der Innovation. Vielmehr hat Allāh dem Gläubigen mehr Exzellenz gegeben als dem Ungläubigen, und dem Gehorsamen mehr als dem Sünder, und dem Unschuldigen mehr als dem Verabscheuungswürdigen - mit Gerechtigkeit.[140] Es ist Seine Gabe, welche Er gibt wem Er will, und zurückhält von wem Er will.

 79. Wer auch immer den Muslimen einen ehrlichen Rat vorenthält, hat ihnen gegenüber betrügerisch gehandelt.

Und es ist nicht erlaubt einen ehrlichen Rat von einem der Muslime vorzuenthalten, ob er ein frommer, oder kein frommer Muslim in Angelegenheiten der Religion ist. Wer auch immer den Rat verschweigt, hat betrügerisch gegenüber den Muslimen gehandelt. Wer auch immer betrügerisch gegenüber den Muslimen ist, ist es auch gegenüber der Religion. Wer auch immer betrügerisch gegenüber der Religion ist, hat sich verräterisch gegenüber Allāh, Seinem Gesandten, und den Gläubigen verhalten.[141]

 80. Allāh, der Gepriesene und Allerhöchste, hört, sieht und weiß.

Allāh, der Gepriesene und Allerhöchste, hört, sieht und weiß. Seine zwei Hände sind ausgebreitet.[142] Bevor Er seine Kreation kreierte, wusste Er, dass sie Ihm den Gehorsam verweigern würde. Sein Wissen hat einen Effekt auf sie, aber Sein Wissen über sie hat Ihn nicht daran gehindert sie zum Islam rechtzuleiten. Er segnete sie damit wegen Seiner Großzügigkeit und als einen Gefallen, so gebührt alles Lob Ihm.[143]

 81. Eine Person bekommt eine von drei Botschaften wenn sie stirbt.

Und wisse, dass es drei Arten von Botschaften gibt, die jemand bekommt, wenn er stirbt. Es könnte gesagt werden: „Empfange die frohe Botschaft, O Geliebter von Allāh, von Allāhs Zufriedenheit und dem Paradies.“ Es könnte gesagt werden: „Empfange die schlechte Nachricht, O Feind Allāhs, von Allāhs Zorn und dem Feuer.“ Und es könnte gesagt werden: „Empfange die frohe Botschaft, O Diener Allāhs, vom Paradies wegen Islam.“ Dies ist die Aussage von Ibn Abbās.[144]

 82. Abzustreiten, dass die Gläubigen Allāh im Paradies sehen werden, ist Unglauben.

Und wisse, dass die Ersten, die Allāh, den Erhabenen, im Paradies sehen werden, die Blinden sind,[145] dann die Männer und dann die Frauen. Sie werden [Allāh] sehen mit ihren physischen Augen, so wie Allāhs Gesandter sagte: „Gewiss - ihr werdet euren Herrn sehen, so wir ihr den Vollmond in der Nacht seht. Ihr werdet keine Schwierigkeit haben Ihn zu sehen.“[146]

Es ist eine Pflicht daran zu glauben; es abzulehnen ist Unglauben.

 83. Theologische Rhetorik [Kalām] führt zu Unglaube, Zweifel, Innovation, Fehlleitung und Verwirrung.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass Irrglaube, Unglaube, Zweifel, Innovationen, Fehlleitung und Verwirrung über die Religion niemals entstanden sind, außer durch theologische Rhetorik [Kalām], und wegen den Argumentationen, Debatten und Streitereien der Menschen der theologischen Rhetorik. Wie kann sich jemand in Argumentationen, Streitereien und Debatten stürzen, sehend, dass Allāh, der Erhabene, sagt: „Niemand streitet über die Zeichen Allāhs, außer diejenigen, die ungläubig sind.“[147]

Du solltest dich ergeben und mit den Überlieferungen und den Menschen der Überlieferungen zufrieden sein, und Stille behalten.[148]

 84. Allāh wird die Kreation im Feuer bestrafen, und nicht neben dem Feuer wie die Jahmiyyah glauben.

Und habe Glauben, dass Allāh, der Erhabene und Allerhöchste, die Kreation im Feuer bestrafen wird - in Fußschellen, Fesseln und Ketten. Das Feuer wird in ihnen sein, über ihnen und unter ihnen. Jedoch sagen die Jahmiyyah, und von ihnen Hishām al-Fūtī[149]: „Vielmehr wird Allāh sie in der Nähe vom Feuer bestrafen.“ - so lehnen sie die Aussagen von Allāh und Seinem Gesandten ab.

 85. Die Pflichtgebete sind fünf und haben ihre bestimmte Zeiten, und ein Reisender kann seine Gebete kürzen und/oder kombinieren.

Und wisse, dass die Pflichtgebete fünf sind; ihnen kann weder hinzugefügt, noch abgezogen werden, wenn sie in ihren festgelegten Zeiten gebetet werden. Auf einer Reise sind sie zwei Rak'ahs, außer für das Maghrib-Gebet. Wer auch immer sagt, es gäbe mehr als fünf Gebete, hat innoviert.[150] Allāh wird keine von ihnen [also den Gebeten] akzeptieren, außer wenn sie in ihren Zeiten gebetet werden,[151] mit der Ausnahme für denjenigen, der vergessen hat[152] - er ist entschuldigt und muss beten, wann er sich daran erinnert - oder dem Reisenden, der die zwei Gebete kombinieren kann wenn er möchte.[153]

 86. Die Pflicht von Zakāt.

Und Zakāt muss auf Gold, Silber, Datteln, Getreide und Vieh gezahlt werden, so wie der Gesandte Allāhs es angeordnet hat. Man kann es entweder [selbst] verteilen, oder dem Herrscher geben; beides ist erlaubt.[154]

 87. Der Beginn von Islam ist die Bezeugung des Glaubens.

Und wisse, dass der Beginn des Islam die Bezeugung ist, dass niemand das Recht auf Anbetung hat, außer Allāh, und dass Muhammed Sein Diener und Gesandter ist.[155]

 88. Was auch immer Allāh sagt, ist die Wahrheit.

Was auch immer Allāh sagt, ist exakt so, wie Er es sagt. Es gibt nichts was Ihm wiedersprechen könnte. Er ist wie Er sagt.[156]

 89. Glauben an die gesamte Sharī'ah haben.

Und habe Glauben an alle Gesetze und was auch immer Teil der Sharī'ah ist.

90. Kaufen und Verkaufen sind rechtmäßig, solange es in Übereinstimmung mit der Sharī'ah ist.

Wisse, dass Kaufen und Verkaufen rechtmäßig sind[157] wenn es in den Märkten der Muslime vollzogen wird[158] und in Übereinstimmung mit dem Buch und der Sunnah ist, und solange nicht betrogen, unterdrückt oder verraten wird, und auch nicht getan wird was im Widerspruch zum Qur'ān oder dem Wohlbekannten steht.[159]

 91. Der Diener sollte immer auf der Hut sein und um sich fürchten, denn er weiß nicht, in was für einem Zustand er sterben wird.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass der Diener auf der Hut sein sollte und Furcht haben sollte, solange er in dieser Welt verweilt, denn er weiß nicht wie er sterben wird, in welchem Zustand er sterben wird, und in welchem Zustand er Allāh, den Mächtigen und Majestätischen, treffen wird, auch wenn er jede gute Tat getan hat.[160]

 92. Man sollte Hoffnung auf Allāhs Gnade haben und die Abrechnung seiner Sünden fürchten.

Es ist richtig, dass jedermann, der alle Grenzen überschritten hat - zum Nachteil und Schaden seiner eigenen Seele - nicht zum Zeitpunkt seines Todes aufgeben sollte, sondern positiv über Allāh denken sollte, während er gleichzeitig wegen seiner Sünden fürchtet.[161] Falls Allāh Gnade auf ihn hat, so ist dies von Seinen Gaben. Falls Er ihn bestraft, so ist es aufgrund seiner Sünden.

93. Man muss daran glauben, dass Allāh dem Propheten gezeigt hat was mit dieser Ummah passieren wird.

Und habe Glauben, dass Allāh, der Gepriesene und Allerhöchste, Seinem Propheten gezeigt hat was mit seiner Ummah bis zum Tag der Auferstehung geschehen wird. [162]

 94. Die Religion war eine einzige Jamā'ah, und dann sind die Menschen in Sekten gebrochen.

Und wisse, dass der Gesandte von Allāh sagte: „Meine Ummah wird in dreiundsiebzig Sekten brechen, von ihnen werden alle im Feuer sein, außer einer.“ - und das ist die Jamā'ah. Es wurde gesagt: „Wer sind sie, O Gesandter von Allāh?“ Er antwortete: „Das, worauf ich und meine Gefährten heute sind.“[163]

Die Religion war eine einzige Jamā'ah bis zu der Zeit des Khaliphāts von 'Umar ibn al-Khattāb [radiallāhu 'anhu], und genauso war der Zustand bis zum Khaliphāt von 'Uthmān [radiallāhu 'anhu]. Als 'Uthmān [radiallāhu 'anhu] dann getötet wurde, erschien die Spaltung und die Innovationen. Menschen spalteten sich in Parteien und Sekten. Unter den Menschen waren manche, welche entschieden auf der Wahrheit blieben, und als die Situation sich verschlechterte sprachen sie die Wahrheit, handelten nach ihr, und riefen die Leute zu ihr.

Die Angelegenheiten blieben unter Kontrolle bis zur vierten Generation des Khaliphāts von Banu 'so und so'. Als die Zeiten sich dann änderten und die Menschen bedeutend schlechter wurden, breiteten sich Innovationen aus, und es kamen viele Menschen hervor, die weit weg von der Wahrheit und der Jamā'ah riefen. Menschen wurden mit allen möglichen Sachen geprüft, über die weder der Gesandte von Allāh , noch seine Gefährten sprachen. Menschen riefen nach Konfessionalismus - obwohl der Gesandte von Allāh Konfessionalismus verboten hatte -, und jede Gruppe bezeichnete die jeweils andere als Ungläubige. Jeder rief zu seiner eigenen Meinung und deklarierte alle, die einer anderen Meinung waren, als Ungläubige. Der Unwissende, das einfache Volk, und auch die Leute mit Wissen gingen in die Irre. Sie führten die Menschen dazu gierig für die Sachen dieser Welt zu sein und weltliche Bestrafung zu fürchten, sodass die Menschen ihnen aus Angst in weltlichen Angelegenheiten und wegen der Lust für diese Welt folgten. So wurden die Sunnah und die Menschen der Sunnah unterdrückt, Innovationen erschienen und verbreiteten sich. Die Menschen begangen Unglauben auf verschiedene Art und Weisen, ohne dass sie es realisierten. Sie benutzten Argumente aus Analogien und interpretierten die Macht des Herrn, Seine Zeichen, Seine Gesetze, Befehle und Verbote mit ihrem eigenen Intellekt und ihren Meinungen. Was auch immer mit ihrem Intellekt übereinstimmte, akzeptierten sie, und was auch immer nicht mit ihrem Intellekt übereinstimmte, wurde abgelehnt.[164] Islam wurde zu einem Fremden, die Sunnah zu einem Fremden, und die Menschen der Sunnah wurden zu Fremden in ihrem eigenen Haus.[165]

 95. Temporäre Heirat ist verboten.

Und wisse, dass die temporäre Heirat der Zweckmäßigkeit [Mut'ah][166] und das Heiraten einer Frau, um sie für ihren vorherigen Ehemann rechtmäßig zu machen [Istihlāl] bis zum Tag der Auferstehung verboten sind.[167]

96. Die Vortrefflichkeit des Stammes von Muhammed und der Ansār, und die Rechte der Menschen von Islam.

Und erkenne die Vortrefflichkeit von Banu Hāshim an, wegen ihrer Verwandtschaftsbunde zu dem Gesandten von Allāh , und erkenne die Vortrefflichkeit der Quraysh an, den Arabern und all ihren Zweigstämmen, und erkenne ihre Position an, und ihre Rechte im Islam.[168] Der Sklave der einem Volk gehört, ist einer von ihnen. Und erkenne die Rechte jeder anderen Person des Islam an. Und erkenne die Exzellenz der Ansār an[169], und den Rat, den der Gesandte von Allāh bezüglich ihnen und seiner Familie gegeben hatte. Beschimpfe sie nicht, sondern erkenne ihre Exzellenz an, und erkenne die Exzellenz seiner Nachbarn von den Leuten von al-Medīnah an.

97. Die Religion liegt darin, dem Weg von Muhammed und seinen Gefährten zu folgen.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass die Gelehrten nicht aufhörten die Aussagen der Jahmiyyah zu widerlegen, bis es zum Khaliphāt von Banu 'so-und-so' kam, wo sie in Angelegenheiten sprachen, die Auswirkungen auf die einfachen Leute hatte, und die Überlieferungen vom Gesandten von Allāh angriffen, und Analogien und Meinungen verwendeten. Sie deklarierten jene, die anderer Meinung waren, als Ungläubige, sodass die Narren, Unvorsichtigen, und die ohne Wissen auf ihre Aussagen eingingen - und in Unglauben fielen ohne es zu realisieren. Die Ummah wurde zerstört auf verschiedenen Wegen, fiel in Unglauben auf verschiedenen Wegen, ging in die Irre auf verschiedenen Wegen, und teilte sich auf und  innovierte auf verschiedenen Wegen - außer diejenigen, die fest an den Aussagen des Gesandten von Allāh festhielten, und an dem, auf was er war, und an dem, auf was seine Gefährten waren, ohne einem von ihnen eines Fehlers zu bezichtigen, oder darüber hinaus zu gehen als das, auf was sie waren. Er fand Genugtuung in dem, was sie als ausreichend fanden, und er wandte sich nicht von deren Weg und Position ab. Er wusste, dass sie auf dem richtigen Islam waren und dem richtigen Glauben; so folgte er ihnen in seiner Religion und fand Ruhe, und wusste, dass die Religion aus Befolgen besteht. Diejenigen die gefolgt werden sollen sind die Gefährten von Muhammed .[170]

 98. Wer auch immer sagt, dass die Worte des Qur'ān erschaffen sind, hat innoviert.

Wisse, dass wer auch immer sagt, dass die Worte des Qur'ān erschaffen sind, innoviert hat. Wer auch immer still bleibt und weder sagt sie sein erschaffen, oder unerschaffen, ist ebenfalls ein Jahmī. Das war die Aussage von Ahmed ibn Hanbal.[171]

Der Gesandte von Allāh sagte: „Derjenige von euch der lange Leben wird, wird große Kontroversen sehen, so hütet euch vor neu innovierten Angelegenheiten, denn sie sind Irreführung, und nehmt meine Sunnah und die Sunnah der rechtgeleiteten Khaliphen nach mir - haltet daran mit euren Backenzähnen fest.“[172]

 99. Die Jahmiyyah wurden wegen ihres zu tiefen Nachdenkens über Allāh und dem Befolgung ihrer eigenen Meinungen ruiniert.

Und Wisse, dass der Ruin der Jahmiyyah war, dass sie zu tief über ihren Herrn, dem Mächtigen und Majestätischen, nachdachten, und anfingen zu fragen: 'Wieso?' und 'Wie?'. So verließen sie die Überlieferungen, benutzten Analogien und bewerteten die Religion anhand ihrer eigenen Meinungen. So zeigten sie offen ihren Unglauben - und dass dies Unglauben ist, ist offensichtlich. Sie deklarierten alle anderen Menschen als Ungläubige und wurden selbst zu welchen, bis sie sogar [Allāh all Seine Attribute] absprachen.

 100. Das Fehlgehen der Jahmiyyah.

Manche der Gelehrten, unter ihnen Ahmed ibn Hanbal, möge Allāh mit ihm zufrieden sein, deklarierten die Jahmiyyah als Ungläubige, und nicht von den Menschen der Qiblah. Sein Blut sei erlaubt, er erbt nicht, noch wird von ihm geerbt, denn er sagt, dass es kein Jumu'ah oder gemeinschaftliches Gebet gibt, keine zwei 'Eid-Gebete, keine Almosen [Sadaqah], und weil sie sagen: „Derjenige der nicht sagt, dass der Qur'ān erschaffen ist, ist ein Ungläubiger.“ Sie erlauben den Kampf und das gegenseitiges Töten innerhalb der Ummah von Muhammed und sie wiedersprechen [mit ihren Aussagen] allen, die vor ihnen waren. Sie stellen Menschen für etwas vor Gericht, was weder von dem Propheten , noch irgendeinen seiner Gefährten [als eine strafbare Tat] aufgetragen wurde. Sie wünschen sich die Moscheen zu leeren, und dass das Gemeinschaftsgebet vernachlässigt wird. Sie schwächten Islam, führten dazu, dass der Jihād verlassen wurde, und beschäftigten sich mit Konfessionalismus. Sie gingen gegen die Überlieferungen und plädierten für das, was schon außer Kraft gesetzt wurde.[173] Sie nutzten Verse mit uneindeutiger Bedeutung und sorgten dafür, dass die Menschen Zweifel an ihren Gedanken und ihrer Religion bekamen.[174] Sie stritten über ihren Herrn, und sagten: „Es gibt keine Bestrafung im Grab, noch gibt es einen Teich [Hawd], und keine Fürsprache, und das Paradies und das Feuer wurden noch nicht erschaffen.“ Sie lehnten vieles davon ab, was der Gesandte von Allāh sagte. Diejenigen, die erlauben sie als Ungläubige zu bezeichnen, deklarieren sie auch als solche und erlaubten das Vergießen ihres Blutes wegen dieser Angelegenheiten - denn wer auch immer einen Vers von dem Buch von Allāh ablehnt, hat das gesamte Buch abgelehnt, und wer auch immer eine Hadīth von dem Gesandten von Allāh ablehnt, hat alle seine Überlieferungen abgelehnt, und ist ein Ungläubiger in Allāh, dem Erhabenen. Sie [- die Jahmiyyah -] hörten nicht auf, bis sie Herrscher fanden, welche sie in ihrer Angelegenheit unterstützen würden und diejenigen, die anderer Meinung waren, mit dem Schwert und der Peitsche zwingen würden. So wurde Wissen von der Sunnah und der Jamā'ah von ihnen zerstört und geschwächt, und sie [- die Leute der Sunnah -] wurden unterdrückt wegen der Manifestation von Innovation und dem Gerede darüber, und ihrer großen Anzahl. Sie [- die Jahmiyyah -] führten Sitzungen ein, machten ihre Meinungen öffentlich und schrieben Bücher darüber, und lockten Menschen zu sich, bis sie ihre Führung begehrten. Es war eine sehr schwere Prüfung.[175] Niemand war davor sicher, außer diejenigen, die Allāh bewahrte. Das Geringste was einem Mann passieren würde, der mit ihnen saß, war, dass er Zweifel an seiner Religion bekam, und darüber, ob er ihnen vielleicht folgen sollte, oder ob sie vielleicht doch Recht hatten, nicht wissend was richtig oder falsch ist - so wurde er voller Zweifel.[176] So waren die Menschen ruiniert, bis zu der Zeit von Ja'far - der al-Mutawakkil[177] genannt wurde -, durch den Allāh Innovationen auslöschte, und die Wahrheit und die Menschen der Sunnah etablierte. Sie erhoben ihre Stimmen, obwohl sie nur wenige waren im Angesicht der großen Nummer der Innovatoren, bis zum heutigen Tag.[178]

Und was ihre Prinzipien angeht und ihre Irreführung, so gibt es immer noch diejenigen, die nach ihnen handeln und zu ihnen rufen, mit keinem der sie von ihren Aussagen und Handlungen abhält!

101. Es gab nie eine Irrlehre, außer dass sie von den Unwissenden ausging.

Und wisse, dass es nie eine Irrlehre gab, außer dass sie von dem unwissenden Gesindel ausging, welches jedem folgt der wild umherruft. Sie richten sich überall dort hin, wohin der Wind bläst - und wer so ist, ist jemand der keine Religion hat. Allāh der Erhabene und Allerhöchste, sagt:

„Sie wurden erst uneinig - nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war - aus Missgunst gegenüber einander.“[179]

„Und keiner stritt darüber von denen, denen [die Schrift] gegeben wurde - nachdem ihnen die Beweise klar gemacht wurden - außer wegen Feindseligkeiten unter ihnen selbst.“[180]

Und solche sind die boshaften Gelehrten, gierig [für diese Welt], und die Menschen von Innovationen.

 102. Es wird immer eine Gruppe geben die auf der Wahrheit und der Sunnah ist.

Und wisse, dass es immer eine Gruppe der Menschen der Wahrheit und der Sunnah geben wird, welche Allāh rechtleiten wird und durch welche Er andere rechtleiten wird, und durch die Er die Sunnah wiederbeleben wird. Sie sind diejenigen, die Allāh, der Erhabene, beschreibt, und sie sind wenige in Zeiten der Kontroversen. Er sagt:

„Und keiner stritt darüber von denen, denen [die Schrift] gegeben wurde - nachdem ihnen die Beweise klar gemacht wurden - außer wegen Feindseligkeiten unter ihnen selbst.“

Er beschrieb diese Menschen, und sagte:

„Und Allāh leitete diejenigen unter ihnen, die glaubten, zu der Wahrheit bezüglich dem, worüber sie sich uneinig waren - so Er es wollte. Und Allāh leitet wen Er will, auf einen geraden Weg.“[181]

Der Gesandte von Allāh sagte: „Es wird nicht aufhören eine Gruppe aus meiner Ummah zu geben, die deutlich auf der Wahrheit ist. Diejenigen, die sie im Stich lassen, werden ihr nicht schaden können, bis Allāhs Angelegenheit sich schlussendlich ereignen wird und sie dominant sein wird.“[182]

 103. Der Gelehrte ist derjenige der dem Qur'ān und der Sunnah folgt, auch wenn sein Wissen begrenzt ist.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass Wissen nicht bedeutet eine große Anzahl [an Ahadīth] zu überliefern, oder viele Bücher [zu besitzen]. Der Gelehrte ist derjenige der seinem Wissen und der Sunnah folgt, auch wenn sein Wissen begrenzt ist, und auch, wenn er nur wenige Bücher besitzt. Wer auch immer gegen das Buch und die Sunnah geht, ist ein Innovator, auch wenn er viel Wissen und viele Bücher besitzt.

 104. Jemand der über Allāh und Seine Religion ohne Wissen spricht, hat die Grenzen überschritten.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass derjenige, der über die Religion von Allāh mit seinen Meinungen, Analogien und seinen Interpretationen spricht, ohne dafür Beweise von der Sunnah und der Jamā'ah zu haben, über Allāh das gesprochen hat, was er nicht weiß.[183] Und wer auch immer etwas über Allāh sagt, was er nicht weiß, hat die Grenzen überschritten.[184]

 105. Die Wahrheit, die Sunnah, und die Jamā'ah.

Die Wahrheit ist das, was von Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen gekommen ist, und die Sunnah ist der Weg des Gesandten von Allāh , und die Jamā'ah ist das, worauf sich die Gefährten des Gesandten von Allāh während dem Khaliphāt von Abu Bakr, 'Umar und 'Uthmān einig waren.

 106. Erfolg liegt darin an der Sunnah festzuhalten, und an dem, auf was die frühsten Generationen waren.

Er, der sich auf die Sunnah des Gesandten von Allāh beschränkt, und dem, auf was die Gefährten und die Jamā'ah war, ist erfolgreich und triumphiert über alle Menschen der Innovation, und seine Religion ist erhalten - so Allāh es will - denn der Gesandte von Allāh sagte: „Meine Ummah wird in zweiundsiebzig Sekten brechen…“ und der Gesandte von Allāh sagte uns, welche Sekte die gerettete sein wird; er sagte: „Das, auf was ich und meine Gefährten am heutigen Tag sind.“[185] Dies ist die Heilung, die Erklärung, die klare Angelegenheit und der eindeutige Weg. Der Gesandte von Allāh sagte: „Habt Acht vor Extremismus und Rauheit. Habt Acht vor Übertreibung und haltet fest an der antiken [ursprünglichen] Religion.“[186]

107. Wer auch immer Innovationen folgt, hat die Sunnah des Gesandten von Allāh abgelehnt.

Und wisse, dass die antike Religion das ist, was sie zur Zeit des Todes von dem Gesandten von Allāh , bis zum Tod von 'Uthmān ibn 'Affān [radiallāhu 'anhu] war. Sein Mord war der Beginn von konfessionalistischen Streitereien und der Startpunkt von Uneinigkeiten. So kämpfte die Ummah innerhalb sich selbst, teilte sich auf und folgte Gier und Begierden, und neigte sich mehr dieser Welt zu. Es ist nicht erlaubt für irgendjemanden etwas zu tun, was im Nachhinein eingeführt wurde und worauf die Gefährten des Gesandten von Allāh nicht waren,[187] noch ist es für irgendeinen erlaubt zu dem zu rufen, was von den Leuten der Innovation vor ihm innoviert wurde. Deshalb, wer auch immer so etwas [innoviertes] behauptet, oder danach ruft, hat die Sunnah abgelehnt, ist gegen die Wahrheit gegangen und gegen die Jamā'ah, und hat Innovation rechtmäßig gemacht. Er ist schädlicher für die Ummah, als Iblīs [Satan].[188]

 108. Wer auch immer an dem festhält was die Menschen der Innovation aufgegeben haben, ist eine Person der Sunnah.

Und wer auch immer realisiert was die Innovatoren aufgegeben, und von der Sunnah verlassen haben, und dann daran festhält, ist eine Person der Sunnah und der Jamā'ah. Und es ist er, dem gefolgt werde sollte, ihm sollte geholfen werden und er sollte beschützt werden. Er ist einer derjenigen, die das Vermächtnis des Propheten behüten.[189]

 109. Die Wurzeln der Innovationen sind vier.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass die Innovationen vier Wurzeln haben.[190] Von diesen Wurzeln zweigen jeweils zweiundsiebzig Zweige ab, dann zweigen von jedem Zweig Innovation ab, bis sie sich auf zweitausendachthundert beziffern. Alle von ihnen sind Irreführung. Alle von ihnen werden im Feuer sein, außer einer. Und sie ist diejenige, dessen Glauben sich hier in diesem Buch befindet;[191] sie glauben fest daran, ohne irgendwelche Zweifel zu haben oder Unsicherheit in ihrem Herzen. Solch eine Person ist eine Person der Sunnah, und sie ist gerettet - so Allāh es will.[192]

 110. Würden die Menschen nichts sagen, wofür es keine Beweise gibt, so würde es keine Innovationen geben.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass wenn die Menschen sich von neu erfundenen Angelegenheiten entfernen würden, ohne in irgendeine davon zu fallen, und nichts sagen würden wofür es keine Überlieferung vom Gesandten von Allāh oder von seinen Gefährten gibt, es keine Innovationen geben würde.[193]

 111. Der Weg, durch welchen eine Person in Unglauben fallen könnte und die Warnung vor Übertreibung in der Religion.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass bei einem Diener nichts zwischen seinem Glauben und Unglauben steht, außer dass er etwas ablehnt was Allāh, der Erhabene, offenbart hat, oder dass er etwas den Aussagen Allāhs hinzufügt, oder abzieht, irgendetwas was Allāh, der Mächtige und Majestätische, gesagt hat, ablehnt, oder etwas, was der Gesandte von Allāh gesagt hat. So fürchte Allāh - möge Allāhs Gnaden auf dir sein - und sei vorsichtig und wachsam für deine eigene Seele, und habe Acht vor Übertreibung in der Religion, denn sie hat keinen Anteil am Weg der Wahrheit.[194]

 112. Wer auch immer einen Teil der Sunnah ablehnt, lehnt alles von ihr ab.

Alles was ich dir in diesem Buch beschrieben habe ist von Allāh, dem Erhabenen, von dem Gesandten von Allāh , von seinen Gefährten, von den Tabi'īn und von der dritten und vierten Generation.

So fürchte Allāh, O Diener Allāhs! Bestätige, unterwerfe dich, kapituliere dich dem, und sei zufrieden mit dem, was in diesem Buch ist. Verstecke dieses Buch vor keinem der Leute der Qiblah. Vielleicht, durch es, wird Allāh eine verwirrte Person aus seiner Verwirrung bringen, oder einen Innovator aus seiner Innovation, oder eine fehlgegangene Person aus ihrer Irreführung, und vielleicht wird sie dadurch errettet.

So fürchte Allāh und nehme die Angelegenheit [Religion] wie sie ursprünglich war. Das ist, was ich dir in diesem Buch beschrieben habe. Möge Allāhs Gnaden auf der Person sein, und seinen Eltern, die dieses Buch liest, es verbreitet, danach handelt und dazu ruft, denn es ist die Religion von Allāh,[195] und die Religion vom Gesandten von Allāh . Wer auch immer etwas zu diesem Buch gegensätzliches erlaubt, so praktiziert er nicht Allāhs Religion und hat alles davon abgelehnt, genauso wie ein Diener, der an alles glaubt was Allāh, der Gepriesene und Allerhöchste, sagt, aber einen einzigen Buchstaben [des Qur'ān] anzweifelt, und somit alles abgelehnt hat was Allāh gesagt hat, und Ungläubiger ist. Und genauso ist das Bekenntnis La ilāha ilAllāh, also dass niemand das Recht hat angebetet zu werden, außer Allāh, welches nicht von einer Person akzeptiert wird, bis nicht seine Intention rein ist, mit Ehrlichkeit, und er vollkommen überzeugt ist. Genauso wird Allāh nichts von der Sunnah eines Menschen akzeptieren, der einen Teil von ihr aufgibt. Und wer auch immer einen Teil der Sunnah ablehnt, so hat er die gesamte Sunnah abgelehnt. So akzeptiere, und halte dich von Streitereien und Diskussionen fern, denn sie sind gewiss nicht Teil der Religion Allāhs. Deine Zeit, im Speziellen, ist eine Zeit des Unheils, so fürchte Allāh.[196]

113. Wenn Fitnah erscheint, bleib in deinem Haus.

Wenn Aufruhr und Tumult [Fitnah] erscheint, bleib in deinem Haus[197] und fliehe von der Nachbarschaft des Tumults, und habe Acht vor Parteinahme. Und jeder Kampf zwischen Muslimen aufgrund von weltlichen Angelegenheiten ist Fitnah.[198] So fürchte Allāh, der Einzig ist, ohne Partner. Geh nicht raus, und kämpfe nicht, und sei kein Teil davon, oder nimm Stellung darin, noch tendiere zu einer Seite, und habe keine Liebe für irgendwelche ihrer Angelegenheiten, denn es wurde gesagt: „Derjenige der die Tat von Personen liebt, ob gut oder schlecht, ist wie jemand der sie selbst begangen hat.“[199] Möge Allāh uns und dir solche Sachen gewähren, mit denen Er zufrieden ist, und uns und dich von Ungehorsam Ihm gegenüber fernhalten.

 114. Die Sterne haben über nichts die Kontrolle.

Sei sparsam darin in die Sterne zu sehen, und schaue nur genug um die Zeiten für die Gebete zu wissen.[200] Wende dich von ihnen ab für alles andere, denn sonst führt das zu Apostasie.[201]

 115. Habe Acht vor theologischer Rhetorik [Kalām] und den Menschen davon.

Habe Acht davor in die theologische Rhetorik [Kalām] zu schauen, und mit den Menschen von Kalām zu sitzen. [202]

 116. Halte an den Überlieferungen und den Menschen der Überlieferungen fest.

Auf dir ist es an den Überlieferungen und den Menschen der Überlieferungen festzuhalten. Frage sie, sitze mit ihnen, und nimm von ihnen.[203]

 117. Wisse, dass Allāh nicht angebetet wurde, außer mit etwas von Furcht.

Und wisse, dass Allāh nicht angebetet wurde, außer mit etwas von Furcht vor Allāh - dem Weg von Furcht, Trauer, Besorgnis und Schüchternheit vor Allāh, dem Erhabenen und Allerhöchsten.[204]

 118. Habe Acht davor mit Leuten zu sitzen, die sich alleine mit Frauen zurückziehen.

Und habe Acht davor mit denen zu sitzen, die zu Leidenschaft und Liebe rufen und sich mit Frauen zurückziehen,[205] und dort sitzen, wo sie [- die Frauen -] vorbeigehen,[206] denn sie sind alle auf Irreführung [Dhalāla].

 119. Allāh hat der gesamten Kreation befohlen Ihn anzubeten.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass Allāh, der Erhabene und Allerhöchste, Seine gesamte Kreaturen dazu aufgefordert hat Ihn anzubeten. Er segnet jeden den Er möchte mit dem Islam - als Teil Seiner Gnade.[207]

 120. Spreche nicht über den Kampf zwischen 'Ali und Mu'āwiyah [radiallāhu 'anhuma].

Und behalte Stille bezüglich dem Kampf zwischen 'Ali und Mu'āwiyah, 'Aisha, Talhah, az-Zubayr, möge Allāh Gnaden auf sie alle haben, und diejenigen mit ihnen. Diskutiere nicht über sie und überlasse ihre Angelegenheit Allāh, dem Erhabenen und Allerhöchsten, denn der Gesandte von Allāh sagte: „Habe Acht davor über meine Gefährten und angeheirateten Verwandten zu sprechen.“[208]

Und er sagte: „Gewiss, Allāh, der Erhabene und Allerhöchste, schaute auf die Menschen von Badr, und sagte: „Tut was ihr wollt, denn Ich habe euch vergeben.“[209]

 121. Das Vermögen eines Muslims ist nicht erlaubt, außer was er davon freiwillig gibt.

Und wisse - möge Allāhs Gnaden auf dir sein -, dass das Vermögen eines Muslims für dich nicht erlaubt ist, außer was er davon freiwillig gibt.[210] Falls ein Mann etwas Vermögen hat, welches er illegal erworben hat, so ist das seine Sache. Es ist dir nicht erlaubt etwas davon zu nehmen, außer mit seiner Erlaubnis. Denn vielleicht wird er in Reue umkehren und es seinem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben, aber würdest du es nehmen, so hättest du etwas Verbotenes genommen.

 122. Es ist besser seinen eigenen Unterhalt zu verdienen, als von anderen abhängig zu sein.

Und Möglichkeiten zu verdienen, dessen Korrektheit du dir bewusst bist, sind ohne Ausnahme erlaubt, außer die, die als korrupt erkennbar sind. Wenn sie korrupt ist, so nimmt er nur was ausreichend für ihn selbst ist, und sagt nicht: „Ich werde es aufgeben [selbst] zu verdienen und nehme was die Menschen mir geben.“ Dies wurde nicht von den Gefährten getan oder von irgendeinem der Gelehrten - bis zu unserer Zeit. Und 'Umar ibn al-Khattāb [radiallāhu 'anhu] sagte: „Zu verdienen von dem, von dem ein Teil unrein ist, ist besser als von den Leuten abhängig zu sein.“[211]

 123. Bete nicht hinter einem Jahmī.

Und die fünf täglichen Gebete sind hinter jedem erlaubt, außer einem Jahmī, da er [alle Attribute Allāhs] ablehnt. Falls du hinter ihm gebetet hast, wiederhole dein Gebet. Falls dein Imām am Jumu'ah [Freitagsgebet] ein Jahmī ist, und er ist der Herrscher, dann bete hinter ihm - [aber] wiederhole dein Gebet.[212] Falls dein Imām, ob Herrscher oder nicht, eine Person der Sunnah ist, dann bete hinter ihm und wiederhole dein Gebet nicht.

 124. Falls du an das Grab von Abu Bakr und 'Umar kommst, grüße sie mit dem Salām.

Und habe Glauben daran, dass Abu Bakr und 'Umar [radiallāhu 'anhuma] im Raum von 'Aisha, zusammen mit dem Gesandten von Allāh sind. Sie wurden dort mit ihm begraben. Falls du zu ihren Gräbern kommst, so ist der Friedensgruß auf ihnen verpflichtend auf dich, nachdem du es Allāhs Gesandten gegeben hast.[213]

 125. Höre nicht auf das Gute anzuordnen und das Schlechte zu verbieten, bis du nicht das Schwert fürchtest.

Und das Gute anzuordnen und das Schlechte zu verbieten ist eine Pflicht[214], außer für denjenigen der Schwert, oder den Stab fürchtet.

 126. Salām muss jedem von Allāhs Anbetern gegeben werden.

Die Begrüßung des Friedens [Salām] muss jedem von Allāhs Anbetern gegeben werden.[215]

 127. Derjenige, der das gemeinschaftliche Gebet in der Moschee aufgibt, ist ein Innovator.

Wer auch immer das Jumu'ah Gebet oder das gemeinschaftliche Gebet in der Moschee aufgibt, ohne dafür eine Ausrede zu haben, ist ein Innovator.[216] Eine Ausrede könnte Krankheit sein, aufgrund welcher man nicht in der Lage ist raus zu der Moschee zu gehen, oder Angst vor einem unterdrückenden Herrscher, und alles, was außer diesen beiden ist, ist keine Ausrede.

 128. Der Imām wird ausgewählt, damit er befolgt wird.

Wer auch immer hinter einem Imām betet, und ihm nicht folgt, der hat kein Gebet.[217]

 129. Das Gute anzuordnen und das Schlechte zu verbieten sollte nicht mit dem Schwert getan werden.

Das Gute anzuordnen und das Schlechte zu verbieten sollte mit der Hand, mit der Zunge und mit dem Herzen getan werden, nicht mit dem Schwert.[218]

 130. Der schuldlose Muslim.

Der schuldlose Muslim ist derjenige, der keinerlei Verdacht erregt.[219]

 131. 'Ilmul-Bātin, welches nicht in dem Buch und der Sunnah zu finden ist, ist eine Innovation.

Und alles Wissen, was einige der Anbeter behaupten, dass verstecktes Wissen ['Ilmul-Bātin] sei, und es nicht im Buch oder der Sunnah gefunden werden kann, ist eine Innovation und Irreführung. Es ist für niemanden erlaubt darauf zu handeln, noch sollte dazu gerufen werden.[220]

 132. Es gibt keine Heirat ohne einen Vormund, zwei gerechten Zeugen und einer Mitgift.

Und eine Frau, die sich selbst einem Mann anheiratet, ist nicht rechtmäßig für ihn. Sie sollten beide bestraft werden falls er mit ihr geschlafen hat, außer wenn die Heirat mit einem Vormund, zwei gerechten Zeugen und einer Mitgift gehalten wurde.[221]

 133. Spreche nicht über die Gefährten, außer wohlwollend.

Und falls du einen Mann siehst, der irgendeinen der Gefährten des Gesandten von Allāh kritisiert, wisse, dass er eine Person mit verachtungswürdiger Aussage und [ein Mensch der] Innovationen ist, denn der Gesandte von Allāh sagte: „Wenn meine Gefährten erwähnt werden, haltet [euch] zurück.“[222] Der Prophet wusste über irgendwelche Fehltritte Bescheid, die sie nach seinem Tod begehen würden, dennoch sprach er nicht über sie, außer positiv. Er sagte auch: „Lass meine Gefährten in Ruhe und spreche nicht über sie, außer [du sprichst] Gutes.“[223] Diskutiere nicht über irgendwelche ihrer Fehltritte oder Kriege, noch sollst du über das sprechen, über was du kein Wissen hast.[224] Höre auch keinem zu [der so redet], denn falls du es tust, wird dein Herz nicht heil und munter bleiben.[225]

 134. Derjenige, der die Ahadīth kritisiert und ablehnt, ist eine Person der Begierden und Innovation.

Und falls du jemanden die Überlieferungen kritisieren hörst, er sie ablehnt, oder etwas anderes als die Überlieferungen begehrt, so habe Zweifel an seinen Islam.[226] Habe keine Zweifel daran, dass er eine Person der Begierden und ein Innovator ist.[227]

 135. Man soll sich gut gegenüber dem Herrscher verhalten und hinter ihm beten.

Und wisse, dass die Unterdrückung eines Herrschers nichts an den Verpflichtungen ändert, die Allāh, der Mächtige und Majestätische, verpflichtend auf dich gemacht hat durch die Zunge des Gesandten . Seine Unterdrückung ist auf ihm selbst. Deine Handlungen mit ihm sind vollständig - so Allāh, der Allerhöchste, es will. Also gemeint ist das gemeinschaftliche Gebet und das Jumu'ah-Gebet hinter ihm, und Jihād hinter ihm, und alle anderen Handlungen der Gehorsamkeit, denn du hast eine von ihm unabhängige Absicht darin.[228]

 136. Bittgebete für den Herrscher machen.

Falls du einen Mann siehst, wie er ein Bittgebet gegen den Herrscher macht, wisse dass er eine Person der Innovation ist. Und falls du eine Mann siehst, wie er ein Bittgebet für den Herrscher macht, dass er rechtschaffen wird, wisse dass er eine Person der Sunnah ist - so Allāh es will. Fudayl ibn 'Iyād[229] sagte: „Wenn ich ein Bittgebet hätte, dass beantwortet werden würde, so würde ich es nicht machen, außer für den Herrscher.“

Es wurde zu ihm gesagt: „O Abū 'Ali, erkläre uns diese Aussage von dir.” Er antwortete: „Würde ich ein Gebet für mich selbst machen, so würde es nicht über mich hinausgehen; wenn ich es jedoch für den Herrscher machen würde, würde er rechtschaffen werden und dadurch würden die Diener und das Land in Ordnung gebracht werden.“[230]

Uns wurde befohlen Bittgebete [für den Herrscher] zu machen, auf dass er rechtschaffen wird. Uns wurde nicht aufgetragen Bittgebete gegen ihn zu machen, auch wenn er mit Unterdrückung und Tyrannei herrscht, denn seine Unterdrückung und Tyrannei kommen nur auf ihn selbst zurück, aber seine Rechtschaffenheit ist gut für ihn und für die Muslime.

137. Gut von den Frauen des Propheten sprechen.

Wir sagen nichts als Gutes über die Mütter der Gläubigen.[231]

 138. Die Pflichtgebet sollte gemeinschaftlich gebetet werden.

Und falls du einen Mann siehst, der die Pflichtgebete in der Gemeinschaft betet, mit dem Herrscher oder jemand anderem, so wisse, dass er eine Person der Sunnah ist - so Allāh, der Allerhöchste, will. Falls du eine Person siehst, welche die Pflichtgebete in der Gemeinschaft vernachlässigt, sogar die mit dem Herrscher, so wisse, dass sie eine Person der Innovation ist.[232]

 139. Halāl ist eindeutig, Harām ist eindeutig, und alles andere ist zweifelhaft.

Und das Erlaubte [Halāl] ist das, für was du bezeugen und schwören könntest, dass es erlaubt ist - genauso ist das Verbotene. Das, was Unbehagen im Herzen entstehen lässt, ist zweifelhaft.[233]

 140. Der Unschuldigen und der Unehrenhafte.

Der Unschuldige ist jemand, dessen Unschuld offensichtlich ist,[234]

und der Unehrenhafte wird auch als solcher [von Allāh] bloßgestellt [werden].[235]

 141. Die erfundenen Namen der Innovatoren.

Und wenn du jemanden sagen hörst: „So und so ist ein Mushabbih.“, oder: „So und so spricht mit Tashbīh.“, dann wisse, dass er ein Jahmī ist. Wenn du einen Mann sagen hörst: „So und so ist ein Nāsibī.“, so wisse, dass derjenige der das sagt, ein Rāfidī ist. Wenn du einen Mann sagen hörst: „Sag mir etwas über Tawhīd.“, und: „Erkläre mir Tawhīd.“ [236], wisse, dass er ein Khārijī ist, ein Mu'tazilī, oder wenn er sagt: „So und so ist ein Mujbir.“, oder: „Er spricht mit Ijbār.“, oder er spricht über 'Gerechtigkeit', so wisse, dass er ein Qadiriyy ist, denn all diese Namen sind Neuheiten - Neuheiten, die von den Menschen der Begierden eingeführt wurden.[237]

142. Nehme nichts von den Fehlern der Gelehrten.

'Abdullāh ibn al-Mubārak sagte: „Nehme weder von den Ansichten der Rāfidah von den Leuten von Kūfah, noch nehme von der Ansichten bezüglich der Verwendung des Schwertes von den Leuten von Shām, noch nehme von den Ansichten bezüglich al-Qadr von den Leuten von Basrah, noch nehme von dem 'Irjā von den Leuten von Khurāsān, noch nehme von den Leuten von Makkah bezüglich dem Wechseln von Geld, noch nehme von den Leuten von Medīnah bezüglich singen - nehme nichts davon von ihnen.“[238]

143. Habe Liebe für die Leute der Sunnah.

Falls du einen Mann siehst, der Abū Huraira[239], Anas ibn Mālik[240] und Usayd ibn Hudayr[241] liebt, so wisse, dass er eine Person der Sunnah ist - so Allāh will. Falls du einen Mann siehst, der Ayyūb[242], Ibn 'Awn[243], Yunus ibn 'Ubaid[244], 'Abdullāh ibn Idrīs al-Awdī[245], ash-Sha'bī[246], Mālik ibn Mighwal[247], Yazīd ibn Zurai'[248], Mu'ād ibn Mu'ād[249], Wahb ibn Jarīr[250], Hammād ibn Salamah[251], Hammād ibn Zayd[252], Mālik ibn Anas[253], al-Awzā'ī[254] und Zāidah ibn Qudāmah liebt[255], so wisse, dass er eine Person der Sunnah ist.

Falls du einen Mann siehst der Ahmad ibn Hanbal[256], al-Hajjāj ibn al-Minhāl[257] und Ahmad ibn Nasr[258] liebt, und gut über sie spricht, und ihren Aussagen entsprechend spricht, wisse, dass er eine Person der Sunnah ist.[259]

144. Halte dich fern von den Leuten der Innovation.

Und falls du einen Mann mit den Leuten der Innovation sitzen siehst, warne ihn und informieren ihn [über ihre Realität]. Falls er mit ihnen sitzt, nachdem er über sie Bescheid weiß, habe Acht vor ihm, denn er ist eine Person der Innovation.[260]

145. Die Überlieferungen abzulehnen und statt ihnen nach dem Qur'ān zu fragen ist Häresie.

Und falls du einen Mann hörst, wie er nachdem ihm eine Überlieferung gebracht wird, sie ablehnt, und stattdessen den Qur'ān will, dann habe keinen Zweifel daran, dass er ein Häretiker ist - so steh auf und verlasse ihn.[261]

146. Innovation laden zur Verwendung des Schwertes ein.

Und wisse, dass alle Innovationen verabscheuungswürdig sind und dazu einladen das Schwert zu benutzen.[262] Und die schlimmsten, und diejenigen, die sich am tiefsten in Unglauben befinden, sind die Rāfidīs, die Mu'tazilīs und die Jahmiyyah, da sie die Leute zu Ablehnung[263] und Apostasie führen.

147. Ein Angriff auf die Gefährten des Propheten ist in Wirklichkeit ein Angriff auf den Propheten .

Und wisse, dass wer auch immer versucht irgendeinen der Gefährten von Muhammed anzugreifen, in Wirklichkeit Muhammed angreifen möchte und ihn in seinem Grab geschadet hat.[264]

 148. Was eine Person von Innovationen in sich versteckt, ist mehr, als was sie öffentlich zeigt.

Und falls irgendetwas an Innovationen an einer Person erscheint, dann habe Acht vor ihr, denn das was vor dir versteckt ist, ist mehr als das was du offen siehst.[265]

 149. Eine sündhafte Person der Sunnah ist besser als ein gottesfürchtig erscheinender Innovator.

Und falls du eine Person der Sunnah siehst, die  verabscheuungswürdiges Verhalten und Meinungen hat, die frevelhaft, boshaft, ein Sünder und Unterdrücker ist, aber er ist eine Person der Sunnah - dann begleite ihn und sitze mit ihm, denn seine Sünden werden dir nicht schaden.[266] Und falls du einen Mann siehst, der sich in seinen Anbetungsakten anstrengt, er ist bescheiden und kontinuierlich in seiner Anbetung, aber eine Person der Innovation,[267] dann sitze nicht mit ihm, höre nicht seiner Rede zu und laufe nicht mit ihm zusammen, denn ich fühle mich nicht sicher davor, dass du nicht am Ende des Tages mit seinem Weg zufrieden sein wirst und zusammen mit ihm zerstört wirst.[268] Yunus ibn 'Ubaid sah seinen Sohn aus einem Haus eines Innovators herauskommen, so sagte er zu ihm: „O mein Sohn! Von wo kommst du gerade?“ Er antwortete: „Von so-und-so[269].“ Er sagte: „O mein Sohn! Dass ich dich von dem Haus einer schamlosen Person herauskommen sehe ist mir lieber, als dass ich dich vom Haus von so-und-so und so-und-so herauskommen sehe. Dass du, O mein Sohn, Allāh als einen Unzuchttreiber, Frevler, Dieb und Betrüger triffst ist besser, als dass du Ihn mit den Aussagen von so-und-so [einem Innovator] triffst.“

Siehst du nicht, dass Yunus ibn 'Ubaid wusste, dass diese schamlose Person seinen Sohn nicht von der Religion entfernen würde, wohingegen der Innovator ihn aber fehlleiten wird, bis er ihn zum Unglauben führt?!

 150. Habe Acht von wem du dein Wissen nimmst.

Habe Acht! Und nochmals: habe Acht, vor allem vor den Leuten deiner eigenen Zeit! Und schaue ganz genau darauf mit wem du sitzt, hörst[270] und begleitest, denn es scheint so, als ob die gesamte Kreation

in Unglauben gefallen ist, außer diejenigen die Allāh beschützt hat![271]

 151. Habe Acht vor denjenigen, die gut von wohlbekannten Innovatoren reden.

Wenn du einen Mann siehst der gut von Ibn Abī Du'ād[272], al Marīsī,[273] Thumāmah,[274] Abdul-Hudhail[275] oder Hisham al-Footī,[276] oder irgendeiner ihrer Befolger oder Anhänger spricht, dann habe Acht vor ihm, denn er ist ein Innovator. Diese Leute waren auf Apostasie, so verlasse den Mann der gut von ihnen sprach, und diejenigen von denen er sprach.[277]

 152. Akzeptiere Ahadīth von denen, von denen du auch ihr Zeugnis akzeptieren würdest.

Prüfungen im Islam aufzustellen ist eine Bid'ah.[278] Was aber die Situation heute angeht, so sollten die Leute nach der Sunnah getestet werden, weil er sagte: „Gewiss, dieses Wissen ist deine Religion, so habe Acht von wem du deine Religion nimmst.“[279] und „Akzeptiere von niemandem Hadīth, außer von solchen, von denen du auch ihr Zeugnis akzeptieren würdest.“[280] So schau - wenn er eine Person der Sunnah ist, die Sunnah begreift und vertrauenswürdig ist, dann schreib für ihn, und wenn nicht, dann verlasse ihn.

 153. Wenn du standhaft auf der Religion sein willst, habe Acht vor theologischer Rhetorik und Streitereien.

Und falls du standhaft auf der Wahrheit sein möchtest und auf dem Weg von Ahlus-Sunnah vor dir, habe Acht vor theologischer Rhetorik [Kalām] und den Menschen der theologischen Rhetorik, Streitereien, Argumentationen, Analogien und debattieren in der Religion.[281] Ihnen zuhören, auch wenn du nichts von ihnen nimmst, führt zu Zweifel in deinem Herzen. Das reicht nämlich aus, um dich zu zerstören. Es gab niemals eine häretische Lehre, Innovation, innovierte Sekten oder Fehlleitung, außer durch Kalām, Streitereien, Argumentationen und Analogien.[282] Sie sind die Tore zu Innovationen, Zweifeln und Häresie.

 154. Die frommen Vorgänger haben uns nicht Verwirrung hinterlassen, so folge ihnen und finde innere Ruhe.

Bei Allāh, fürchte Allāh bezüglich dich selbst und halte fest an den Überlieferungen, den Menschen der Überlieferungen und Befolgen, denn die Religion ist Befolgen - also dem Propheten und seinen Gefährten, möge Allāh mit ihnen allen zufrieden sein.[283] Diejenigen vor uns haben uns nicht Verwirrung hinterlassen, so folge ihnen und finde Ruhe, und gehe nicht über die Überlieferungen und die Menschen der Überlieferungen hinaus.

 155. Benutze keine Analogien in Angelegenheiten von 'Aqīdah.

Halte dich zurück bezüglich den Angelegenheiten [vom Qur'ān und der Sunnah], dessen Bedeutung unklar ist. Benutzt in nichts davon Analogien.[284]

 156. Diskutiere nicht mit Innovatoren, wenn du kein Wissen hast.

Versuche nicht einen Weg zu finden, um den Leuten der Innovation zu antworten, denn dir wurde befohlen ihnen mit Stillschweigen zu entgegnen und dich ihnen nicht zu öffnen.[285] Weißt du denn nicht, dass Muhammed ibn Sīrīn, mit seiner Exzellenz, einem bestimmten Innovator nicht eine einzige Frage beantworten würde und ihm nicht dabei zuhören würde wie er einen Vers von dem Buch von Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, rezitierte. Als er gefragt wurde [wieso er nicht der Rezitation des Innovators vom Buch von Allāh zuhören würde], sagte er: „Ich befürchte, dass er es verdrehen wird, und dass etwas davon in mein Herz fällt.“[286]

 157. Die falschen Argumente der Jahmiyyah, und das Verbot ohne Notwendigkeit zu diskutieren.

Und falls du einen Mann sagen hörst: „Gewiss, wir sehen Allāh erhabener als das“, wenn er die Überlieferungen von dem Gesandten von Allāh hört,[287] wisse, dass er ein Jahmī ist. Sie möchten die Aussagen von Allāhs Gesandten ablehnen und mit dieser Aussage wiederlegen, während sie behaupten, dass sie dadurch Allāh in Seiner Erhabenheit erhöhen und Ihn frei von Mängeln deklarieren, wenn sie die Hadīth über das Ansehen [Allāhs im Jenseits] und das Herabkommen hören.

Hat er damit etwa nicht die Überlieferung von dem Gesandten von Allāh abgelehnt? Durch seine Aussage: „Wir denken dass Allāh erhabener ist, als dass er von einer Stelle zu einer anderen Stelle herabkommt“, behauptet er, dass er über Allāh besser Bescheid weiß als andere.[288] Habe Acht vor solchen Menschen, denn die meisten von den einfachen Menschen und andere sind in diesem Zustand, so warne sie gegen sie [- also die einfachen Menschen vor den Jahmiyyah].

Und falls irgendjemand über diese Thematik in diesem Buch fragt, und er hat die Absicht zu lernen, dann spreche zu ihm und lehre ihn. Wenn er jedoch kommt um mit dir zu debattieren, so habe Acht vor ihm, denn Debattieren enthält argumentieren, streiten, den anderen überwältigen, Gerangel und Wut. Dir wurde all dies verboten - es leitet euch beide von dem Weg der Wahrheit weg. Es ist uns nicht bekannt, dass irgendeiner unserer Gelehrten oder die Leute des Wissens argumentiert, debattiert, oder gestritten haben. Hasan al-Basri sagte: „Der weise Mann argumentiert nicht, oder versucht nicht mit Strategien zu überwältigen, vielmehr propagiert er seine Weisheit. Falls sie akzeptiert wird, dann lobt er Allāh, und falls sie abgelehnt wird, dann lobt er Allāh.“[289]

Ein Mann kam zu al-Hasan al-Basri, und sagte: „Ich möchte mit dir über deine Religion debattieren." Al-Hasan antwortete: „Ich kenne meine Religion. Falls du deine Religion verloren hast, dann suche selbst nach ihr.”[290]

Der Gesandte Allāhs hörte einige Leute außerhalb seines Zimmers diskutieren. Einer von ihnen sagte: „Hat Allāh etwa nicht dieses und jenes gesagt?“ und der andere sagte: „Hat Allāh etwa nicht dieses und jenes gesagt?“ Er kam wütend heraus, und sagte: „Ist es das, was ich euch befohlen habe? Oder ist es das, mit was ich gesandt wurde, dass ihr einen Teil von Allāhs Buch gegen einen anderen Teil verwendet?“[291] So verbot er ihnen Argumentationen.

Und genauso hasste Ibn 'Umar Debatten, Mālik ibn Anas und diejenigen die höher und niedriger waren als er, bis zum heutigen Tag.[292] Und die Aussage Allāhs, dem Erhabenen und Allerhöchsten, ist größer als die Aussage Seiner Kreation. Allāh, der Gepriesene und Allerhöchste, sagt: „Niemand streitet über die Zeichen Allāhs, außer die Ungläubigen.“[293]

Und ein Mann fragte 'Umar ibn al-Khattāb: „Bezüglich 'die leicht Herausziehenden'[294] - was ist damit?“ Er sagte: „Falls dein Kopf rasiert wäre, hätte ich dich geköpft.“[295]

Und der Prophet sagte: „Die Gläubigen diskutieren nicht, und ich werde nicht für diejenigen Fürsprache am Tag der Auferstehung einlegen die diskutieren - so verlasst das Diskutieren, denn es bringt zu wenig Gutes.“[296]

 158. Sage nicht über eine Person, sie sei eine Person der Sunnah, bis sie nicht die gesamte Sunnah in sich vereint.

Es ist für keinen erlaubt zu sagen: „So-und-so ist eine Person der Sunnah“, bis er nicht weiß, dass die Person alle Charakteristika der Sunnah in sich vereint. Über ihn wird also nicht gesagt, dass er „eine Person der Sunnah“ ist, bis er nicht die gesamte Sunnah in sich vereint.[297]

 159. Wie man den vier größten Sekten entkommt - dem Anfang von ihnen und dem Ende von ihnen.

'Abdullāh ibn al-Mubārak sagte: „Die Wurzeln der zweiundsiebzig innovierten Sekten sind vier Sekten. Und diese vier Sekten, von denen die zweiundsiebzig Sekten abzweigen, sind: die Qadariyyah, die Murji'ah, die Shī'ah und die Khawārij.“[298]

Wer auch immer dann Abū Bakr, 'Umar, 'Uthmān und 'Alī Vorrang vor allen anderen Gefährten des Gesandten Allāhs gibt, und nicht über die anderen Gefährten spricht, außer Gutes, und für sie betet, dann ist er Shī'ism entkommen - dem Anfang davon und dem Ende davon. Und wer auch immer sagt: „Eemān ist Rede und Handlung, er nimmt zu und nimmt ab.“, dann ist er Irjā entkommen - dem Anfang davon und dem Ende davon. Und wer auch immer sagt: „Das Gebet ist hinter jedem [Imām] zu vollziehen, ob Frommer oder Frevler, und der Jihād ist hinter jedem Khalīfah zu vollführen.“, und er hält es nicht für erlaubt gegen den Herrscher mit dem Schwert zu rebellieren, und er macht Bittgebete, auf dass er rechtschaffen wird, dann ist er den Aussagen der Khawārij entkommen - dem Anfang davon und dem Ende davon. Und wer auch immer sagt: „Alles passiert mit der Vorbestimmung von Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, das Gute davon und das Schlechte davon. Er leitet recht wen Er will und leitet fehl wen Er will.“, dann ist er den Aussagen der Qadariyyah entkommen - dem Anfang davon und dem Ende davon, und er ist eine Person der Sunnah.

 160. Glauben an ar-Raj'ah ist Unglaube in Allāh.

Und der innovierte Glaube, dass die Toten wieder in diese Welt zurückkehren [ar-Raj'ah] ist Unglauben in Allāh, dem Allmächtigen. Wer auch immer so spricht ist ungläubig in Allāh - daran gibt es keine Zweifel. Wer auch immer an ar-Raj'ah glaubt, und sagt: „'Ali bin Abi Tālib ist am Leben und wir vor dem Tag der Auferstehung zurückkehren.“, und sie sagen dasselbe bezüglich Muhammed ibn 'Ali, Ja'far ibn Muhammed und Mūsa ibn Ja'far, und sie sprechen darüber, und darüber, dass sie das Verborgene wissen,[299] dann habe Acht vor ihnen! Sie sind nämlich Ungläubige in Allāh, dem Allmächtigen, als auch diejenigen anderen, die diese Aussagen von sich geben.[300]

 161. Jemand der 'Ali [radiallāhu 'anhu] als besser sieht als 'Uthmān [radiallāhu 'anhu], nachdem ihm die Überlieferungen erklärt wurden, ist einer von den Rāfidīs.

Ta'mah ibn 'Amr[301] und Suyān ibn 'Uyainah[302] sagten: „Wer auch immer sich zurückhält bezüglich 'Uthmān und 'Ali,[303] so ist er ein Shī'ī. Ihm sollte nicht vertraut werden, noch sollte mit ihm gesprochen, oder gesessen werden. Wer auch immer 'Ali über 'Uthmān bevorzugt ist ein Rāfidī, der die Überlieferungen von den Gefährten von Allāhs Gesandten ablehnt. Wer auch immer drei von ihnen Vorrang über allen anderen gibt[304] und für Allāhs Barmherzigkeit für sie betet, und davon abhält über ihre Versehen zu sprechen, dann ist er auf dem rechten Weg und Rechtleitung bezüglich dieser Thematik.“

 162. Bezeuge für zehn, dass sie im Paradies sind.

Es ist von der Sunnah das Paradies für die zehn zu bezeugen, für die Allāhs Gesandter bezeugt hat, dass sie im Paradies sein werden.[305] Daran gibt es keine Zweifel.

163. Das Bittgebet - - ist für den Propheten .

Spezifiziere niemanden für das Bittgebet für Allāhs Lob [Salāt], außer den Gesandten von Allāh.[306]

 164. 'Uthmān [radiallāhu 'anhu] wurde ungerecht ermordet.

Und wisse, dass 'Uthmān ibn 'Affān ungerecht ermordet wurde. Derjenige der ihn tötete, war ein ungerechter Unterdrücker.[307]

 165. Wer auch immer die in diesem Buch genannten Prinzipien ablehnt, ist eine Person der Innovation.

Wer auch immer affirmiert und glaubt was in diesem Buch enthalten ist, und es als Richtlinie nimmt, nichts davon anzweifelt und nichts davon ablehnt, ist eine Person der Sunnah und der Jamā'ah, und die Sunnah ist komplett in ihm. Wer auch immer etwas von diesem Buch hier ablehnt, oder Zweifel daran hat, es anzweifelt oder sich zurückhält [eine Position zu beziehen], ist eine Person der Innovation.[308]

 166. Habe Acht davor Allāh als Verleugner zu treffen.

Und wer auch immer einen einzigen Buchstaben vom Qur'ān ablehnt, oder anzweifelt, oder irgendetwas was vom Gesandten von Allāh gekommen ist, wird Allāh als Verleugner treffen. So fürchte Allāh und habe Acht! - und sorge dich um deinen Glauben.

 167. Es ist verboten anderen in ihrer Ungehorsamkeit zu Allāh zu helfen.

Und von der Sunnah ist es, dass du einem anderen nicht in seiner Ungehorsamkeit zu Allāh hilfst, sei es deinen Eltern oder irgendeinem anderen von der Kreation. Es gibt keine Gehorsamkeit zum Menschen, wenn es Ungehorsamkeit zu Allāh bedeuten würde, und man liebt sie nicht [- also die Ungehorsamkeit zu Allāh]. Vielmehr sollte man all das für Allāh hassen, dem Gepriesenen und Allerhöchsten.[309]

 168. Nach dem Begehen einer Sünde in Reue zu Allāh zurückzukehren, ist eine Pflicht.

Und habe Glauben, dass Buße tun eine Pflicht für die Anbeter [Allāhs] ist. Sie sollten in Reue zu Allāh zurückkehren, dem Mächtigen und Majestätischen, von den großen und den kleinen Sünden.[310]

169. Wer auch immer nicht das bezeugt, was der Gesandte von Allāh bezeugt hat, ist ein Mensch der Innovation.

Wer auch immer nicht das Paradies für diejenigen bezeugt, für die der Gesandte Allāhs es bezeugt hat, ist eine Person der Innovation und Fehlleitung - er zweifelt an dem, was der Gesandte Allāhs gesagt hat.[311]

 170. Achte darauf auf der Sunnah zu sterben.

Mālik ibn Anas sagte: „Wer auch immer an der Sunnah festhält, und von dem die Gefährten des Gesandten Allāhs sicher sind, und er stirbt dann, so wird er mit den Propheten sein und den außerordentlich wahrhaftigen [Siddiqīn], den Märtyrern [Shuhadā] und den Frommen [Salihīn], auch wenn er in seinen Handlungen zurückbleibt.“[312]

Und Bishr ibn Hārith[313] sagte: „Islam ist die Sunnah und die Sunnah der Islam.“[314]

Und Fudayl ibn 'Iyād sagte: „Wenn ich einen Mann von Ahlus-Sunnah sehe, ist es als ob ich einen Mann von den Gefährten des Gesandten Allāhs gesehen habe. Und wenn einen Mann der Innovationen sehe, ist als ob ich einen Mann von den Heuchlern gesehen habe.“[315]

Und Yunus ibn 'Ubaid sagte: „Wie bemerkenswert sind die Leute, die heute zur Sunnah rufen. Noch bemerkenswerter sind diejenigen, die darauf antworten und sie akzeptieren.“[316]

Ibn 'Awn wiederholte als er im Sterben lag: „Die Sunnah! Die Sunnah! - und habt Acht vor Innovationen.“, bis er starb.

Ahmad ibn Hanbal sagte: „Ein Mann von meinen Gefährten starb, und es wurde in einem Traum gesehen, dass er sagte: „Sagt zu Abū 'Abdullāh [Imām Ahmad]: „Halte fest an der Sunnah, denn die erste Sache, nach der mich mein Herr, der Mächtige und Majestätische, gefragt hat, war die Sunnah.“[317]

Abū 'Aaliyah sagte: „Wer auch immer als Unbekannter auf der Sunnah stirbt, ist ein vertrauenswürdiger Zeuge. Und es wurde gesagt: An der Sunnah festzuhalten, ist die Erlösung.“[318]


 Anhang

 Bezüglich La ilāha ilAllāh Muhammadun-Rasūlullāh

Die zwei Bezeugungen La ilāha ilAllāh und Muhammadun-Rasūlullāh sind der Anfang des Islam. Der Prophet sagte: „Ich bezeuge, dass niemand das Recht hat angebetet zu werden, außer Allāh, und dass ich Sein Gesandter bin. -  Kein Sklave [Allāhs] trifft Allāh mit diesen beiden [Bezeugungen] und er hat keine Zweifel bezüglich ihnen, außer dass er [dann] das Paradies betritt.“ Sahīh Muslim [27]. Und er sagte: „...und wen auch immer du außerhalb dieses Gartens triffst, und er bezeugt La ilāha ilAllāh und ist mit seinem Herzen davon überzeugt, dann gib ihm die frohe Botschaft des Paradieses.“ Sahīh Muslim [31].

Diese äußerst wichtigen Bezeugungen sind also nicht einfach Wörter die man von sich gibt, vielmehr muss man keine Zweifel bezüglich ihnen haben und von ihnen überzeugt sein, damit sie am Tag der Auferstehung akzeptiert werden. Aber wie kann man von ihnen überzeugt sein, wenn man nicht über ihre Bedeutung Bescheid weiß, was sie zwingend notwendig machen, was sie affirmieren, was sie negieren, und was sie nichtig macht? Ihrer Wichtigkeit willen wird im Folgenden also eine kurze Erklärung widergegeben, übernommen von dem Buch 'Aqīdah at-Tawhīd [S.46-51] von Sheikh Sālih al-Fawzān:

 Die Säulen der zwei Bezeugungen

Die Säulen von La ilāha ilAllāh sind zwei - Negation und Affirmation:

Die erste Säule ist die Negation [Verneinung] – La ilāha negiert alle Formen von Shirk und seine Arten und macht den Unglauben an alles, was neben Allāh angebetet wird, zwingend erforderlich.

Die zweite Säule ist Affirmation [Bejahung] – ilAllāh affirmiert, dass niemand Anbetung verdient, außer Allāh, und dass man der Aussage entsprechend handelt. Die Bedeutung dieser zwei Säulen findet sich in vielen Versen wieder, wie in der Aussage von Allāh: „Wer auch immer dann Taghūt[319] verleugnet und an Allāh glaubt, hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt.“ [Surah al-Baqarah 2:256]

Seine Aussage: „Wer auch immer dann Taghūt verleugnet“ enthält die Bedeutung der ersten Säule: La ilāha, und Seine Aussage: „und an Allāh glaubt“ enthält die Bedeutung der zweiten Säule: ilAllāh.

Ähnlich dazu ist die Aussage von Ibrahīm ['alaihis salām], welche Allāh im Qur'ān erwähnt: „Gewiss, ich sage mich von dem los was ihr anbetet, außer von Ihm, der mich erschaffen hat...“ [Surah az-Zukhruf 43:26-27]

„...ich sage mich von dem los was ihr anbetet...“ enthält die Bedeutung der ersten Säule, und „...außer von Ihm, der mich erschaffen hat...“ enthält die Bedeutung der zweiten Säule.

Die Säulen von Muhammadun-Rasūlullāh sind ebenfalls zwei, und sie sind in unserer Aussage vorhanden - „'Abduhū wa-Rasūluh“, also er ﷺ ist Allāhs Sklave und sein Gesandter. Sie negieren jede Form der Übertreibung und Unangemessenheit ihm gegenüber. Demnach ist er ﷺ Allāhs Sklave und Gesandter, und er ist die perfekteste Kreation die diese zwei noblen Attribute trägt.[320]

Die Bedeutung von 'Sklave' hier, ist der Anbeter der im Besitz von Allāh ist. Er ist also ein Mann, erschaffen von dem, von dem auch alle anderen Menschen erschaffen sind.[321] Was mit anderen Menschen geschieht, geschieht auch mit ihm, so wie Allāh sagt: „Sag [O Muhammed]: Gewiss, ich bin nur ein Mensch wie ihr.“ [Surah al-Kahf 18:110] Und er ﷺ erfüllte seine Dienstbarkeit, wie sie in Wahrheit zu erfüllen ist, und Allāh lobte ihn damit. Er sagt: „Ist Allāh etwa nicht ausreichend für Seinen Sklaven?“ [Surah az-Zumar 39:36], „Alles Lob gebührt Allāh, der zu Seinem Sklaven [Muhammed] das Buch herabgesandt hat...“ [Surah al-Kahf 18:1], „Preis sei Ihm, der Seinen Sklaven bei Nacht auf eine Reise genommen hat von Al-Masjid-al-Harām zu al-Masjid al-Aqsa...“ [Surah al-Isra 17:1]

Die Bedeutung von 'Gesandter' ist hier, dass er zu allen Menschen gesandt wurde, um zu Allāh zu rufen, die frohe Botschaft [des Paradieses] zu bringen und sie [vor dem Höllenfeuer] zu warnen.[322]

Diese Bezeugung enthält die zwei folgenden Qualitäten für ihn ﷺ: Negation jeglicher Übertreibung und Unangemessenheit gegenüber dem Recht, welches er hat - da es viele von denen gibt, die in ihrer Respektierung so weit gehen, bis sie ihn schlussendlich über den Status eines Anbeters zu einem Status erhoben, wo er neben Allāh angebetet wird. Sie ersuchen Hilfe von ihm und rufen ihn in ihren Gebeten und Bittgebeten für solche Sachen an, für die nur Allāh die Macht hat sie zu erfüllen, wie die Erfüllung von Bedürfnissen und die Errettung aus Schwierigkeiten.[323] Auf der anderen Seite sind diejenigen, die seine ﷺ Botschaft vernachlässigt haben, oder nachlässig in der Befolgung seiner Befehle sind, und Meinungen und Aussagen haben, die im Gegensatz zu dem stehen mit was er gekommen ist.

 Die Bedingungen der zwei Bezeugungen

Die Bedingungen von La ilāha ilAllāh sind sieben. Die Bezeugung hilft demjenigen nicht, der sie lediglich von sich gibt, bis er nicht alle von folgenden sieben Bedingungen erfüllt:

1.      Wissen, das Unwissenheit negiert.

2.      Gewissheit, die Zweifel negiert.

3.      Akzeptanz, die Ablehnung negiert.

4.      Ergebenheit, die Unbekümmertheit negiert.

5.      Wahrhaftigkeit, die Unwahrheit [Heuchelei] negiert.

6.      Ehrlichkeit, die Shirk negiert.

7.      Liebe, die Hass negiert.

Eine detaillierte Erklärung dieser sieben Bedingungen ist wie folgt:

 Al-'Ilm - Wissen.

Wissen über die Bedeutung der Bezeugung und die Absicht dahinter, was die Bezeugung negiert und was sie affirmiert - ein Wissen, welches Unwissenheit negiert. Allāh sagt: „...außer diejenigen, die die Wahrheit bezeugen, und sie wissen.“ [Surah az-Zukhruf 43:86]

„außer diejenigen, die die Wahrheit bezeugen“, bedeutet, dass sie mit ihrer Zunge bezeugen La ilāha ilAllāh, „...und sie wissen“ in ihren Herzen was sie auf ihrer Zunge bezeugt haben. Demjenigen also, der es lediglich von sich gibt, aber kein Wissen darüber hat, wird die Bezeugung nichts bringen, denn er hat nicht an die Absicht der Bezeugung geglaubt.[324]

 2. Al-Yaqīn - Gewissheit.

Derjenige der bezeugt, sollte Gewissheit bezüglich der Bedeutung und der Absicht der Bezeugung haben, denn wenn jemand Zweifel über die Wahrhaftigkeit der Bedeutung der Bezeugung hat, so wird sie ihm nichts nutzen. Allāh sagt: „Nur diejenigen sind die Gläubigen, die an Allāh und Seinen Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln...“ [Surah al-Hujurāt 49:15] Falls die Person Zweifel hat, ist sie ein Heuchler. Allāhs Gesandter ﷺ sagte: „...und wen auch immer du außerhalb dieses Gartens triffst, und er bezeugt La ilāha ilAllāh und ist mit seinem Herzen davon überzeugt, dann gib ihm die frohe Botschaft des Paradieses.“[325] Demnach gilt, wer auch immer keine Gewissheit in Seinem Herzen hat, verdient es nicht das Paradies zu betreten.

 3. Al-Qubool - Akzeptanz.

Akzeptanz bezüglich dem, was diese Bezeugung erforderlich macht, wie die Anbetung von Allāh Alleine und das Ablassen der Anbetung von anderen als Ihn. Derjenige, der diese Bezeugung von sich gibt, aber ihre Konsequenz nicht akzeptiert, und sich nicht an sie hält, dann ist er von denen über die Allāh sagt: „Wahrlich - wenn zu ihnen gesagt wurde: La ilāha ilAllāh [niemand hat das Recht angebetet zu werden, außer Allāh], wurden sie arrogant, und sie sagten: „Sollen wir etwa unsere Āliha [Götter] verlassen wegen eines besessenen Dichters?“ [Surah as-Saffat 37:35-36].

Und das ist die Situation der Grabverehrer von heute - sie sagen La ilāha ilAllāh, aber sie halten nicht davon ab die Gräber anzubeten, und so haben sie die Bedeutung von La ilāha ilAllāh nicht akzeptiert.

 4. Al-Inqiyād - Ergebenheit.

Ergebenheit zu dem, was die Bezeugung zu verstehen gibt. Allāh sagt: „Wer auch immer sein Gesicht Allāh ergibt und dabei Gutes tut, so hat er gewiss den sichersten Halt gegriffen...“ [Surah al-Luqmān 31:22] Der sicherste Halt ist La ilāha ilAllāh, und die Bedeutung von „sein Gesicht ergibt“ ist die ehrliche Ergebenheit zu Allāh.

 5. As-Sidq - Wahrhaftigkeit.

Das bedeutet, dass man Bezeugung mit Wahrhaftigkeit im Herzen von sich gibt. Derjenige der die Bezeugung von sich gibt, während sein Herz nicht sicher über seine Wahrhaftigkeit ist, ist ein lügender Heuchler. Allāh sagt: „Und unter den Menschen gibt es manche, die sagen: „Wir glauben an Allāh und an den Jüngsten Tag.“, jedoch sind sie [in Wahrheit] keine Gläubigen. Sie möchten Allāh betrügen und [auch] diejenigen die glauben, aber sie betrügen nur sich selbst und realisieren es nicht. In ihren Herzen ist [die] Krankheit [von Heuchelei], und Allāh mehrt ihre Krankheit: eine schmerzhafte Strafe wird es für sie geben, weil sie [stets] zu lügen pflegten.“ [Surah al-Baqarah 2:8-10]

 6. Ikhlās - Ehrlichkeit.

Es ist die Reinigung der Handlungen von jeglicher Verschmutzung durch Shirk, sodass man sie - die Bezeugung - nicht für die Vergnügen dieser Welt von sich gibt, Riyā' [Angeberei] oder Ruf, so wie es in der authentischen Überlieferung von 'Utbān [bin Mālik] [radiallāhu 'anhu] vorkommt. Der Prophet sagte: „Keiner der Sklaven [Allāhs] kommt am Tag der Auferstehung, und er hat gesagt: La ilāha ilAllāh und hat damit die Zufriedenheit Allāhs beabsichtigt, außer dass Allāh für ihn das Höllenfeuer verboten macht.“[326]

 Muhabbah - Liebe.

Liebe für die Bezeugung, ihrer Absicht und denjenigen, die gemäß ihrer Voraussetzungen handeln. Allāh sagt: „Und es gibt [dennoch] unter den Menschen manche, die neben Allāh andere als Seinesgleichen nehmen. Sie lieben sie, wie sie Allāh lieben. Aber die Gläubigen sind stärker in ihrer Liebe zu Allāh.“ [Surah al-Baqarah 2:165]

So lieben die Menschen von La ilāha ilAllāh Allāh mit ehrlicher Liebe, während die Leute von Shirk Ihn und andere mit Ihm lieben; und das negiert die Bedingung von La ilāha ilAllāh.

Und die Bedingungen von Muhammadun-Rasūlullāh sind sechs:

1. Bestätigung seines ﷺ Prophetentums und daran mit dem Herzen glauben.

2. Verbale Verkündung und die äußerliche Bestätigung mit der Zunge.

3. Ihm folgen, indem man gemäß der Wahrheit handelt mit der er ﷺ gekommen ist, und sich von dem Schlechten zurückhält, welches er verboten hat.[327]

4. Glauben haben über das, über was er ﷺ uns informiert hat - von dem Verborgenen [Ghayb], der Vergangenheit und der Zukunft.[328]

5. Ihn lieben - und zwar mehr als man sich selbst liebt, sein Vermögen, seine Kinder, seine Eltern und die gesamte Menschheit.[329]

6. Seinen ﷺ Aussagen Vorrang gewähren über den Aussagen von allen anderen, und gemäß seiner Sunnah handeln.[330]

Die Grundvoraussetzungen der zwei Bezeugungen

Die Grundvoraussetzung von La ilāha ilAllāh ist das Verlassen der Anbetung von allen anderen „Gottheiten“ [Objekten der Anbetung], außer Allāh, so wie wir in unserer Bezeugung sagen: La ilāha; und Allāh Alleine anbeten, so wie wir in unserer Bezeugung sagen: ilAllāh.[331] Jedoch ist die Realität, dass viele von denen, die diese Bezeugung von sich geben, gegen ihre Grundvoraussetzung gehen und Uluhiyyah [Anbetungsrecht] für die Kreation affirmieren[332] - wie Gräber, Grabmäler, Bäume und Steine, was alles von Allāh verneint wurde. Diese Menschen denken, dass Tawhīd eine Bid'ah ist und lehnen diejenigen ab, die sie dazu rufen, und sie kritisieren diejenigen, die auf ehrliche Weise Allāh Alleine anbeten.[333]

Die Grundvoraussetzung von Muhammadun-Rasūlullāh ist es ihm ﷺ zu folgen, an ihn zu glauben, von dem abhalten was er ﷺ verboten hat, die eigenen Handlungen auf dem beschränken, was von seiner Sunnah ist,[334] das verlassen, was ihr von den in der Religion neu erfundenen Angelegenheiten widerspricht,[335] und seinen ﷺ Aussagen Vorrang vor den Aussagen aller anderen geben. [336]

 Zwei Abhandlungen über das korrekte Verständnis bezüglich der Namen und Attribute von Allāh

Die Namen und Attribute von Allāh sind ein Teil des Glaubens an Allāh. Sie werden in Fülle in Seinem Qur'ān und der Sunnah Seines Propheten erwähnt. Sollte man aber nicht die entsprechenden Verse und die Aussage der Salaf bezüglich dieser Thematik kennen, kann man unter Umständen eine falsche Glaubensvorstellung bezüglich ihnen entwickeln. Mit der Zeit haben sich deshalb manche Gruppen, beeinflusst von Philosophien die von außerhalb des Islam gekommen sind, bezüglich dem Verständnis dieser Namen und Attribute in verschiedene Sekten gebildet, die alle angeben auf der Wahrheit zu sein. Keiner von ihnen wird aber ablehnen können, dass das richtige Verständnis das ist, auf was der Prophet war, seine Gefährten, ihre Schüler und die rechtschaffenen Gelehrten und Imāme nach ihnen. Und dieses Verständnis wird in den nächsten zwei Abhandlungen erklärt werden, und es wird erklärt werden wieso diejenigen falsch liegen, die diesem Verständnis entgegenstehen.

Abhandlung 1: Sheikh Sālih al-Uthaymīn schreibt in Sharh Hadīth Jibra'īl [S.15-22] bezüglich Tawhīd al-Asmā was-Sifāt [Die Einzigkeit von Allāh in Seinen Namen und Attributen]:

Diejenigen, die sich selbst dem Islam zusprechen, sind bezüglich dieser Kategorie von Tawhīd - den Namen und Attributen von Allāh, dem Allerhöchsten -, uneinig. Sie haben sich in verschiedene Gruppierungen aufgeteilt, basierend auf den folgenden drei Prinzipien:

1. An die Namen und die Attribute von Allāh glauben.

2. An die Namen von Allāh glauben, ohne an die Attribute von Allāh zu glauben.

3. An die Namen von Allāh glauben und an ein paar der Attribute von Allāh glauben.

Es gibt auch jene Extremisten, die sogar die Namen von Allāh leugnen, und sagen: „Allāh hat keine Namen und Attribute. Wir haben sie verlassen [- also die qur'ānischen Verse und Ahadīth die über die Namen und Attribute von Allāh sprechen], da sie unklar sind.“

Die erste Gruppe: Die as-Salaf as-Sālih [die rechtschaffenen Vorfahren] folgten dem, auf was der Prophet und seine Gefährten waren, und bestätigten die Namen und Attribute von Allāh und gehorchten dem, was in der Aussage von Allāh erwähnt ist: „Und Allāh gehören die Schönsten Namen, so ruft Ihn mit ihnen an.“ [Surah al-A'rāf 7:180] Dieser qur'ānische Vers ist ein Beweis für die Bestätigung der Namen von Allāh, und was die Bestätigung der Attribute von Allāh angeht, so ist einer der Beweise der Vers: „...und für Allāh ist die höchste Beschreibung,“ [Surah an-Nahl 16:60] Die Bedeutung von „höchste Beschreibung“ ist die vollkommenste Beschreibung. Diese zwei Verse sind allgemein und affirmieren zwei Angelegenheiten: Der erste Vers affirmiert die Namen von Allāh und der zweite Verse affirmiert die Attribute von Allāh. Was die Details angeht, so sind sie in Fülle im Qur'ān und in der Sunnah erwähnt.

Die zweite Gruppe: Diejenigen, die die Namen Allāhs bestätigen, ohne seine Attribute zu bestätigen, sagen: „Allāh ist as-Samī' [der Allhörende] ohne zu Hören und Er ist al-Basīr [der Allsehende] ohne zu sehen“. Das ist wohlbekannt im Madhab der Mu'tazilah.[337]

Die dritte Gruppe bestätigt die Namen Allāhs und einige Seiner Attribute. Sie bestätigen sieben Attribute und leugnen alle anderen; und diese sieben Attribute sind: 1. Leben, 2. Wissen, 3. Macht,              4. Hören, 5. Sehen, 6. Willen und 7. Sprechen. As-Saffarini[338] zählt sie in seiner Aussage auf: „Er hat Leben, Sprechen und Sehen, Hören, Willen, Wissen und Macht...“

Diejenigen, die die Namen und einige Seiner Attribute bestätigen, also die dritte Gruppe, argumentieren: „Wir bestätigen diese Attribute, da nur diese Attribute vom Intellekt akzeptiert werden, während der Rest [der im Qur'ān und der Sunnah genannten Attribute] nicht vom Intellekt akzeptiert werden – deshalb bestätigen wir sie nicht.“

Die intellektuellen Beweise der dritten Gruppe sind: Die Existenz der Kreation beweist, dass sie erschaffen wurde. Ihre Entstehung beweist Macht, denn es kann keine Entstehung ohne Macht/Fähigkeit [Qudrā] geben. Das ist ein intellektueller Beweis für Allāhs Attribut der Macht.

Und sie sagen: Entscheidung beweist Willen – d.h. die Wahl/Willen [Irādah] die Sonne zu erschaffen, den Mond, den Himmel und die Erde. All dies beweist den Willen ihres Erschaffers, der gewollt hat, dass diese Dinge so sind, wie sie sind. Die ist also ein intellektueller Beweis für Allāhs Attribut des Willens.

Und schauen wir in die Kreation, so finden wir eine perfekte, kohärente Kreation. Kohärenz [Stimmigkeit/Harmonie] beweist Wissen, denn jemand unwissendes kann nicht mit Kohärenz erschaffen.

Demnach werden drei Attribute für Allāh bestätigt: 1. Macht, 2. Willen und 3. Wissen.

Dann sagen sie, dass diese drei nicht ohne Leben existieren können und deshalb bestätigen sie, dass Allāh Leben hat. Eine Leben kann mit Hören, Sehen und Sprechen sein, welche Attribute der Perfektion sind, oder ein Leben kann blind, taub und stumm sein, welches Attribute von Mangelhaftigkeit sind. Deshalb sagen sie, dass es verpflichtend ist, diese Attribute der Perfektion für das Leben zu bestätigen.

Das sind also ihre logischen Beweise, durch welche sie sieben Attribute für Allāh bestätigen.

Wird einer von ihnen gefragt das Attribut von Barmherzigkeit für Allāh zu bestätigen, lehnt er ab, und sagt: „Ich bestätige nicht das Attribut von Barmherzigkeit für Allāh, denn ich erkläre es so wie ich es glaube. Ich sage: Barmherzigkeit ist der Willen Gutes zu tun oder es ist der Akt selbst, Gutes zu tun.“, und somit versteht er Barmherzigkeit nicht als Attribut von Allāh.

Wie sagen jedoch, dass dieses Verständnis falsch ist. Vielmehr können wir die Barmherzigkeit Allāhs rational beweisen, und zwar durch die Effekte von Allāhs Barmherzigkeit die wir in dieser Welt sehen. Die Segen/Gaben von Allāh für Seine Kreaturen, die nicht aufgezählt werden können, sind wegen der Barmherzigkeit von Allāh. Diese Segen beweisen das Attribut von Barmherzigkeit, und dieser Beweis der unzähligen Segen, der für die Bestätigung der Barmherzigkeit für Allāh verwendet wird, ist stärker als der Beweis für Entscheidung, der für die Bestätigung des Willens für Allāh verwendet wird, da das erstere sowohl dem Ordinären, als auch dem Gelehrten bekannt ist.

Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, dass wer auch immer den Weg der Salaf aufgibt, in einer Ablehnung [von den im Qur'ān und der Sunnah erwähnten Namen und Attribute] ist, denn es gibt niemals Harmonie in [einer Ideologie] der Falschheit. „Denken sie denn nicht sorgfältig über den Qur'ān nach? Und wenn es von jemand anderem als Allāh gekommen wäre, würden sie darin viele Widersprüche finden.“ [Surah an-Nisa 4:82]

Unser [Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah] Glaube bezüglich der Namen und Attribute Allahs ist, dass wir die Namen und Attribute von Allāh bestätigen, die Er für Sich Selbst bestätigt hat. Wir läutern/reinigen diese Bestätigung jedoch von den zwei großen Verboten: 1. Tamthīl [Allāh als ähnlich zu Seiner Kreation erachten] und 2. Takyīf [zu fragen 'wie' die Namen und Attribute von Allāh in ihrer Ausprägung sind]:

Das Verbot von Tamthīl [das Verbot Allāh mit Seiner Kreation gleichzusetzen, oder Ähnlichkeit anzudeuten] hat sowohl textuelle, als auch logische Beweise.

Der textuelle Beweis ist, dass Allāh sagt: „Nichts ist Ihm gleich.“ [Surah ash-Shūra 42:11] „So prägt keine Gleichnisse für Allāh.“ [Surah an-Nahl 16:74] „Kennst du etwa jemanden der Ihm ähnelt?“  [Surah Maryam 19:65] Und es gibt viele weitere textuelle Beweise im Qur'ān und in der Sunnah mit derselben Bedeutung.

Was die rationalen Beweise angeht, so kann es niemals rational sein den Erschaffer mit der Kreation gleichzusetzen, wo es doch gewaltige Unterschiede zwischen ihnen beiden gibt: Der Erschaffer ist der Eine, der [die Kreation von non-Existenz] in die Existenz bringt und die Kreation ist das, was erschaffen wurde. Die Existenz des Erschaffers ist ewig und unvergänglich, wohingegen die Kreation nicht zu jeder Zeit präsent war und zerstört werden kann - vielmehr wird sie vergehen: „Jeder auf ihr wird vergehen. Und es wird das Gesicht deines Herrn verbleiben, Besitzer von Majestät und Ehre.“ [Surah ar-Rahmān 55:26-27]

Manche der Salaf [rahimahullāh] sagten, dass wenn man den Vers liest: „Jeder auf ihr wird vergehen.“, man nicht an diesem Punkt stoppen sollte; vielmehr sollte man auch das lesen was danach erwähnt wird: „Und es wird das Gesicht deines Herrn verbleiben, Besitzer von Majestät und Ehre.“ Man sollte weiterlesen, um die klare Unterscheidung zwischen dem Erschaffer und dem Erschaffenen zu etablieren und um die Vollkommenheit Allāhs, dem Mächtigen und Majestätischen, zu erkennen, und die Mangelhaftigkeit von allem außer Ihm.

Sollte jemand argumentieren: Allāh, der Erhabene, hat für Sich in diesem Vers ein Gesicht bestätigt: „Und es wird das Gesicht deines Herrn verbleiben, Besitzer von Majestät und Ehre.“ [Surah ar-Rahmān 55:27], und er sagt: „Ich verstehe das Gesicht nicht, außer dass es wie das Gesicht der Kreation ist, deshalb bedeutet die Bestätigung [des Attributs] des Gesichtes von Allāh zwingendermaßen Ihn mit der Kreation gleichzusetzen. Das ist, weil der Qur'ān in der arabischen Sprache ist und die Bedeutung von Gesicht wohlbekannt unter den Menschen ist, und das perfekteste Gesicht ist das menschliche Gesicht. Demnach ist das Gesicht von Allāh wie das menschliche Gesicht.“ Wie antworten wir also?

Wir antworten: Das ist ein falsches Verständnis, denn das Gesicht wird Allāh zugeschrieben, und das, was etwas zugeschrieben wird, entspricht dem Einen, dem es zugeschrieben wird. Demnach entspricht das Gesicht von Allāh Ihm Alleine, und das menschliche Gesicht entspricht dem Menschen. Wir sagen beispielsweise: „Du hast ein Gesicht, und der Löwe hat ein Gesicht, und die Katze hat ein Gesicht.“ Wenn wir also sagen „das Gesicht eines Mannes“, „das Gesicht eines Löwen“, „das Gesicht einer Katze“ – bedeutet das zwingendermaßen das wir ein Gleichnis setzen? Nein - niemand sagt, dass sein Gesicht wie das einer Katze ist, oder wie das eines Löwen.

Wir wissen also aus diesem Beispiel, dass das Gesicht dem entspricht, dem es zugeschrieben wird. Es ist demnach durch textuelle und rationale Beweise bewiesen, dass die Bestätigung der Attribute von Allāh, dem Erhabenen, nicht zwingend eine Gleichsetzung zwischen dem Erschaffer und dem Erschaffenen bedeutet.

Das Verbot von Takyīf bedeutet, dass die Attribute von Allāh nicht bezüglich ihrer Ausprägung beschrieben werden können – weder durch Aktionen, noch durch Worte. Dies hat ebenfalls textuelle und rationale Beweise:

Der textuelle Beweis ist, dass Allāh sagt: „...und sie umfassen es nicht in [ihrem] Wissen.“ [Surah at-TaHa 20:110] „...und sie umfassen nichts von Seinem Wissen.“ [Surah al-Baqarah 2:255] „Sag [O Muhammed]: Mein Herr hat nur die Abscheulichkeiten verboten - was von ihnen offen und was verborgen ist - und auch Sünden, und Unterdrückung ohne Recht, und dass ihr Allāh etwas beigesellt, wofür Er keine Ermächtigung herabgesandt hat, und dass ihr über Allāh das sagt, was ihr nicht wisst.“ [Surah al-A'rāf 7:33] „Und verfolge nicht das, wovon du kein Wissen hast. Gewiss, das Gehör, das Augenlicht und das Herz – alle von ihnen werden befragt werden.“ [Surah al-Isra 17:33] Demnach hat derjenige, der Allāh beschreibt, das gesagt, worüber er kein Wissen hat. [339]

Was den rationalen Beweis für das Verbot von Takyīf angeht, so ist für keinen Menschen möglich die Beschreibung von etwas zu wissen, außer er hat die Sache selbst gesehen, er hat etwas gesehen was der Sache ähnlich ist, oder er hat eine wahre Information bezüglich der Sache gehört.

Beispiel: Würde ich eine Sache mit meinen eigenen Augen sehen, dann wüsste ich ihre Beschreibung, denn ich habe sie mit meinen eigenen Augen gesehen. Ein Beispiel dafür, die Beschreibung von etwas zu wissen, wenn es einer bekannten Sache ähnlich ist, ist wenn jemand zu mir kommt, und sagt: „Ich habe ein bestimmtes Auto gekauft, und es ist wie das Modell XX.“, und er beschreibt mir das Auto und seine Farbe. Obwohl ich das eigentliche Auto nicht gesehen habe, kenne ich das Auto anhand der Beschreibung, weil ich ein dazu ähnliches Auto kenne und schon gesehen habe.

Ein Beispiel für eine wahre Information ist es, wenn ein Mann zu mir kommt, und sagt: „Ich habe ein Kamel.“, und er beschreibt mir seine Attribute und informiert mich darüber, dass es solche und solche Kennzeichen hat. Ich werde dann wissen wie das Kamel ist, weil ich wahre Information darüber gehört habe.

Wenn wir dieses rationale Prinzip auf die Attribute von Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, übertragen, dann ist es nicht möglich für uns die Attribute von Allāh durch irgendeine dieser drei Quellen zu kennen, denn wir haben sie weder selbst gesehen, noch gibt es etwas dazu Ähnliches, noch wurden wir darüber informiert.

Deshalb sagten einige der Gelehrten: „Falls ein Jahmī[340] dich fragt: „Allāh kommt zum untersten Himmel herab - wie kommt er herab?“, dann antworte: „Allāh hat uns darüber informiert, dass Er herabkommt,[341] aber Er hat uns nicht darüber informiert 'wie' Er herabkommt. Wir müssen also an das glauben was uns erreicht hat, und darüber schweigen worüber wir nicht informiert worden sind.“ Ein Beispiel davon ist die Aussage von Imām Malik [rahimahullah], als er über den Vers gefragt wurde: „Der Allerbarmer erhob [Istawā] Sich über den Thron.“ [Surah at-TaHa 20:5] Wie ist Allāhs Istawā? Imām Malik senkte seinen Kopf wegen der Schwere der Frage und um die angemessene Antwort zu geben; bis er [vor Anstrengung] schwitzte. Dann erhob er seinen Kopf und antwortete mit der berühmten Aussage, die als Maßstab für jedes der Attribute Allāhs erachtet wird:

الاستواء غير مجهول، والكيف غير معقول

والإيمان به واجب، والسؤال عنه بدعة

„Istawā ist nicht unbekannt [d.h. wohlbekannt in der Sprache], das 'wie' geht über unseren Verstand hinaus, daran zu glauben ist eine Pflicht und darüber zu fragen ist eine Innovation.“[342]

So sagen wir zu jeder Person, die über die Beschreibung eines der Attribute Allāhs fragt: „Du bist ein Innovator. Deine Aufgaben ist es an das zu glauben was dich erreicht hat, und über das zu schweigen, worüber du nicht informiert wurdest.“[343]

Abhandlung 2: Sheikh Sālih al-Fawzān schreibt in 'Aqīdah at-Tawhīd [S.68-73]:

Der Manhaj [Weg] von Ahlus Sunnah wal-Jamā'ah von den Salaf as-Salihīn und denjenigen, die ihnen gefolgt sind, ist es die Namen und Attributen von Allāh zu affirmieren, so wie sie im Qur'ān und in der Sunnah erwähnt werden - und ihr Manhaj ist auf den folgenden Prinzipien aufgebaut:

1. Sie affirmieren die Namen und Attribute von Allāh, so wie sie im Qur'ān und in der Sunnah erwähnt werden, gemäß dem, was offensichtlich ist von den verwendeten Wörtern und ihrer Bedeutung, und sie interpretieren sie nicht gegen ihre offensichtliche Bedeutung, gemäß ihrem Gegenteil, oder ändern die Wörter, oder auf was die Wörter hinweisen. 

2. Sie negieren jegliche Ähnlichkeit zwischen den Attributen von Allāh und der Kreation, so wie Allāh sagt: „Nichts ist Ihm gleich, und Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ [Surah ash-Shūra 42:11]

3. Sie gehen in ihrer Affirmation der Namen und Attributen von Allāh nicht über das hinaus, was im Qur'ān und in der Sunnah erwähnt wurde. Was Allāh und Sein Gesandter ﷺ affirmiert haben, affirmieren sie, und was Allāh und Sein Gesandter ﷺ negiert haben, negieren sie, und bezüglich den Sachen in denen Allāh und Sein Gesandter ﷺ nichts gesagt haben, schweigen sie.

4. Sie glauben, dass diejenigen Textstellen im Qur'ān und der Sunnah, in welchen die Namen und Attribute von Allāh erwähnt werden, Muhkam [klar] sind, dessen Bedeutung und Erklärung verstanden werden, und dass sie nicht von den Mutashābih [unklaren Versen oder Ahadīth] sind. Sie halten ihre Bedeutung nicht zurück, so wie es ihnen von denen zeitgenössischen Schriftstellern die gegen sie Lügen, oder unwissend bezüglich ihres Manhaj sind, vorgeworfen wird.

5. Sie sprechen nicht darüber 'wie' die Attribute von Allāh sind, und sie erforschen es auch nicht.

Nun folgt die Widerlegung derjenigen, die alle, oder einige Attribute von Allāh leugnen:

Diejenigen, welche die Namen und Attribute von Allāh leugnen, fallen innerhalb dieser drei Kategorien:

1. Jahmiyyah: Sie sind die Befolger von Jahm ibn Safwān und sie leugnen alle Namen und Attribute von Allāh.

2. Mu'tazilah: Sie sind die Befolger von Wāsil ibn 'Atā, der die Lernzirkel von al-Hasan al-Basrī[344] verließ. Sie affirmieren die Namen Allāhs, als wären sie nur Wörter ohne jegliche Bedeutung, und sie lehnen alle Attribute von Allāh ab.

3. Ashā'irah[345] und Maturidiyyah[346] und diejenigen die ihnen folgen. Sie affirmieren die Namen von Allāh und manche Seiner Attribute, und sie leugnen andere.

Der Scheingrund auf welchem alle von ihnen ihren Madhab aufgebaut haben, ist es 'davon abzuhalten Allāh Seiner Kreation zu ähneln'. Sie behaupten, dass die Gemeinsamkeit von Namen, Attributen und deren Bedeutung, in Wahrheit Ähnlichkeit zwischen Allāh und Seiner Kreation zwingend notwendig macht, und dies bedeutet in ihren Augen, dass man Allāh mit Seiner Kreation ähnelt. Demnach zwingen sie sich selbst die folgenden zwei Angelegenheiten auf:

1. Ta'wīl [Interpretation] der Texte bezüglich der Namen und Attribute von Allāh von ihren offensichtlichen Bedeutungen machen, wie z.B. das Gesicht als Seine Essenz zu interpretieren und Seine Hand als Seine Großzügigkeit.

2. Tafwīd der Namen und Attribute von Allāh Ihm gegenüber machen [die Bedeutung der Wörter Allāh überlassen]. So sagen sie: „Allāh Alleine weiß, was damit gemeint ist.“, zusammen mit ihrem Glauben, dass sie nicht gemäß ihrer offensichtlichen Bedeutung zu akzeptieren sind.

Die erste Gruppe ist dafür bekannt die Namen und Attribute von Allāh zu leugnen, so wie die arabischen Ungläubigen [zur Zeit des Propheten ﷺ], über die Allāh sagte: „So haben wir dich [O Muhammed] zu einer Nation gesandt [und gewiss,] vor ihr sind viele Nationen vergangen, sodass du ihnen verliest was Wir dir offenbart haben, während sie [doch] den Allerbarmer verleugnen.“ [Surah ar-Ra'd 13:30]

Der Anlass hinter der Offenbarung dieses Verses ist, dass die Quraysh, als sie den Gesandten Allāhs ﷺ hörten, wie er ar-Rahmān [den Allerbarmer] erwähnte, sie diesen Namen leugneten. Allāh offenbarte deshalb: „...während sie [doch] den Allerbarmer verleugnen.“ Ibn Jarīr[347] erwähnt, dass dies während dem Abkommen von Hudaybiyah[348] war. Als der Schreiber begann das Abkommen zwischen dem Gesandten von Allāh ﷺ und den Quraysh zu schreiben, begann er mit „Bismi-llāhi ﷺ‬-Rahmāni ﷺ‬-Rahīm“ [Im Namen Allāhs, der Allerbarmer, der Barmherzige]. Die Quraysh erhoben Einspruch, und sagten: „Was ar-Rahmān angeht, so kennen wir ihn nicht.“[349]

Ibn Jarīr berichtet auch von Ibn Abbas [radiallāhu 'anhu]: „Der Gesandte von Allāh ﷺ pflegte in seiner Niederwerfung [Allāh] mit den Worten anzurufen: „O Rahmān, O Rahīm.“ Die Mushrikīn sagten: „Er redet davon einen anzurufen, aber er ruft zwei an.“ So offenbarte Allāh: „Sag [O Muhammed]: „Ruf Allāh an, oder ruf den Allerbarmer [ar-Rahmān] an. Mit welchem [Namen] ihr [Ihn] auch anruft - Ihm gehören die schönsten Namen.“ [Surah al-Isra 17:110][350]

Allāh sagt in Surah al-Furqān: „Und wenn zu ihnen gesagt wird: „Werft euch nieder vor dem Allerbarmer!“, sagen sie: „Und was ist der Allerbarmer?“ [Surah al-Furqān 25:60]

Demnach sind diese Mushrikīn die Vorgänger der Jahmiyyah, Mu'tazilah und Ashā'irah, und Vorgänger all derjenigen, die leugnen was Allāh für Sich Selbst affirmiert hat, oder Sein Gesandter ﷺ von Seinen Namen und Attributen affirmiert hat. Was für üble Vorgänger für üble Nachfolger...!

 Ihre Ideologie kann auf verschiedenen Wegen widerlegt werden:

Herangehensweise 1:

Allāh, der Erhabene und Allerhöchste, hat für Sich Selbst Namen und Attribute affirmiert, und Sein Gesandter ﷺ affirmierte es ebenfalls für Ihn. Sie für Allāh zu leugnen, oder manche von ihnen zu leugnen, bedeutet etwas zu leugnen was Allāh und Sein Gesandter ﷺ affirmiert haben. Das bedeutet im Widerspruch zu Allāh und Seinem Gesandten ﷺ zu stehen.

Herangehensweise 2:

 Die Existenz einiger Attribute in der Kreation und einige Namen die von ihnen [und für Allah] verwendet werden, führt nicht zwingend zur Ähnlichkeit zwischen Allāh und Seiner Kreation. Die Namen und Attribute von Allāh sind nämlich spezifisch für Ihn, und die Namen und Attribute der Kreation sind spezifisch für sie - so wie z.B. Allāh eine Existenz hat, die nicht der Existenz der Kreation ähnelt. Genauso hat Er Namen und Attribute, die nicht den Namen und Attributen der Kreation ähneln. Ähnlichkeit im Namen und in der generellen Beschreibung macht nicht die Ähnlichkeit in der Realität der Ausprägung zwingend notwendig. Allāh hat sich selbst al-'Alīm [der Allwissende] und al-Halīm [der Nachsichtige] genannt, und Er hat auch manche Seiner Sklaven 'Alīm genannt - Er sagte: „Und sie gaben ihm die frohe Botschaft von einem ['Alīm] kenntnisreichen Sohn.“ [Surah adh-Dhariyat 51:28], also Ishāq. Und Er nannte den anderen Sohn von Ibrahīm ['alaihis salām] Halīm: „So gaben Wir ihm die frohe Botschaft von einem [Halīm] nachsichtigen Sohn.“ [Surah as-Saffat 37:101], also Isma'īl. Demnach ist ein 'Alīm nicht wie der andere, und genauso ist ein Halīm nicht wie der andere. Und Er sagt bezüglich Sich Selbst: „...Gewiss, Allāh ist der Allhörende [as-Samī'], der Allsehende [al-Basīr].“ [Surah an-Nisa 4:58] Genauso hat Er manche Seiner Sklaven Samī' und Basīr genannt: „Gewiss, wir haben den Menschen aus einer Mischung von Samentropfen erschaffen, um ihn zu prüfen; und Wir machten ihn hörend [Samī'], sehend [Basīr].“ [Surah al-Insān 76:2] Demnach ist ein Samī' nicht wie der andere, und genauso ist ein Basīr nicht wie der andere. Und Er hat Sich Selbst ar-Raoūf [voller Gnade][351] und ar-Rahīm [der Barmherzige] genannt: „Gewiss, Allāh ist gegenüber der Menschheit voller Gnade, Barmherzig.“ [Surah al-Hajj 22:65] Genauso hat Er manche Seiner Sklaven Raoūf und Rahīm genannt. Er sagt: „Gewiss - es ist zu euch ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Es betrübt ihn was ihr ertragen müsst; er ist über euch besorgt und zu den Gläubigen ist er voller Gnade [Raoūf], barmherzig [Rahīm].“ [Surah at-Tawbah 9:128] Demnach ist ein Raoūf nicht wie der andere, und genauso ist ein Rahīm nicht wie der andere.

Genauso beschreibt Er Sich Selbst mit Attributen und beschreibt Seine Sklaven mit denselben Attributen, wie z.B. Seine Aussage: „...und sie umfassen nichts von Seinem Wissen.“ [Surah al-Baqarah 2:255] Demnach hat Er Sich Selbst mit Wissen beschrieben - und Er beschreibt auch seine Sklaven mit Wissen: „Und von Wissen wurde euch [Menschheit] nichts gegeben, außer ein wenig.“ [Surah al-Isra 17:85], und Er sagte: „Wie erheben um Stufen wen Wir wollen, aber über jedem Besitzer von Wissen ist der Allwissende [Allāh].“ [Surah Yusuf 12:76], und Er sagte: „Es sagten aber diejenigen, denen [religiöses] Wissen gegeben wurde...“ [Surah al-Qasas 28:80] Er beschreibt sich selbst mit Stärke: „Gewiss - Allāh ist Stark, Allmächtig.“ [Surah ar-Rum 22:40], und: „Gewiss - Allāh ist der Versorger, Besitzer von Kraft und Stärke.“ [Surah adh-Dhariyat 51:58], und Er beschreibt Seine Sklaven mit Stärke, und sagt: „Es ist Allāh, Der euch in [in einem Zustand der] Schwäche erschaffen hat, dann verlieh Er euch nach der Schwäche Stärke, dann verlieh Er euch nach der Stärke Schwäche und graue Haare. Er erschafft was Er will, und Er ist der Allwissende, der Allmächtige.“ [Surah at-Rum 30:54] usw.

Somit ist bekannt, dass die Namen von Allāh spezifisch für Ihn sind und Ihm entsprechen, und die Namen der Kreation spezifisch für sie sind und ihnen entsprechen, und dass Ähnlichkeit im Namen und Bedeutung nicht unbedingt Ähnlichkeit in der Realität der Ausprägung bedeutet.

Und das alles ist offensichtlich, wal-Hamdulillāh.[352]

 Herangehensweise 3:

Einer, der keine perfekten Attribute besitzt, verdient es nicht ein Ilāh [Objekt der Anbetung] zu sein, und das ist der Grund dafür, dass Ibrahīm ['alaihis salām] sagte: „Wieso betet ihr an, was nicht hört und nicht sieht...“ [Surah Maryam 19:42]

Und Allāh, der Allerhöchste, sagte zur Widerlegung derjenigen [Kinder Israels], die das Kalb zur Anbetung genommen hatten: „Haben sie denn nicht gesehen, dass es nicht zu ihnen sprechen und sie [auch] nicht zu dem [rechten] Weg leiten konnte?“ [Surah al-A'rāf 7:148]

 Herangehensweise 4:

Gewiss, die Affirmation von Attributen ist Perfektion, und sie zu leugnen deutet auf Defizienz [Mangelhaftigkeit]. So ist derjenige, der keine Attribute besitzt entweder non-existent oder unvollkommen, und Allāh ist frei davon non-existent, unvollkommen oder imperfekt zu sein.

Herangehensweise 5: Ta'wīl [Interpretation] der Attribute von Allāh zu machen, abseits von ihrer offensichtlichen Bedeutung, hat keine Beweise - demnach ist es falsch. Und Tafwīd machen, also die Bedeutung der Wörter Allāh überlassen, würde bedeuten, dass Allāh uns im Qur'ān mit etwas adressiert, dessen Bedeutung wir nicht verstehen können. Dabei hat Er uns aber gesagt, dass wir Ihn mit Seinen Namen anrufen sollen, aber wie sollen wie Ihn mit etwas anrufen, dessen Bedeutung wir nicht verstehen? Und Er hat uns aufgetragen über den gesamten Qur'ān nachzudenken, aber wie können wir über etwas nachdenken, wenn wir nicht seine Bedeutung verstehen können.

Demnach ist durch das obige bewiesen, dass es essentiell ist die Namen und Attribute von Allāh so zu affirmieren, wie sie von Allāh gekommen sind, und jegliche Ähnlichkeit von ihnen zur Kreation zu verneinen, da Allāh, der Allerhöchste, sagt: „Nichts ist Ihm gleich, und Er ist der Allhörende, der Allsehende.“ [Surah ash-Shūra 42:11]

Demnach negiert Er für Sich Selbst Ähnlichkeit zu allem anderen, und affirmiert für Sich Selbst Hören und Sehen. Daraus folgt, dass die Affirmation von Attributen von Allāh nicht gleich Tashbīh [Ähnlichkeit zur Kreation] bedeuten muss, und zeigt zudem die Affirmation der Attribute von Allāh mit gleichzeitiger Negation von Ähnlichkeit zur Kreation. Das ist die Aussage von Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah bezüglich der Negation und Affirmation in der Thematik der Namen und Attribute: „Affirmation, ohne Ähnlichkeit zur Kreation, und Läuterung [des Verständnisses von Allāhs Namen und Attributen], ohne Leugnung.“

 Bid'ah - Innovationen

Ein Glaubensgrundsatz der Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah ausmacht, ist, dass sie die unerschütterbare Überzeugung haben, dass die Sharī'ah komplett und perfekt ist. Die Religion wurde von Allāh vervollkommnet, so wie Er sagt: „Heute habe Ich für euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden.“ [Surah al-Māida 5:3] Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah glaubt demnach auch, dass der Prophet seine Aufgabe bezüglich der Übermittlung der Nachricht von Allāh perfekt, ohne Mangel oder Defizit erfüllt hat. Somit hat er uns über alles informiert, was uns näher zu Allāh bringt und zu Seiner Zufriedenheit führt, und näher zum Paradies, und er hat uns vor allem gewarnt, was uns von Allāh entfernt und zu Seinem Zorn führt, und näher zum Höllenfeuer. Dies ist auch von den textuellen Beweisen her klar und eindeutig. Diese Überzeugung kann aber nicht in den Glaubensgrundsätzen der Innovatoren gefunden werden, da ihre Innovationen gerade auf dem Fundament aufbauen, dass die Religion unvollkommen ist, und demnach die Notwendigkeit besteht in ihr Innovation zu innovieren.

Sheikh Sālih al-Fawzān schreibt in Kitāb at-Tawhīd [S.106-110]:

Die linguistische Definition von Bid'ah ist: eine Sache die erfunden wurde, ohne dass sie ein vorheriges Beispiel hatte.[353] Ein Beispiel dafür ist die Aussage von Allāh, dem Erhabenen: „Badī'us-samāwāti wal-ard - der Erschaffer der Himmel und der Erde.“ [Surah al-Baqarah 2:117] - Das heißt: Er erfand sie, ohne dass für sie ein vorheriges Beispiel existiert hat.

Er, der Erhabene, sagt: „Qul mā kuntu bid'an mina l-rusuli - Sag: Ich bin keine Neuheit unter den Gesandten [Allāhs].“ [Surah al-Ahqāf 46:9] - Das heißt: Ich bin nicht der Erste, der mit einer Nachricht von Allāh zu Seinen Sklaven kam, vielmehr kamen viele Gesandten vor mir.

Und wenn gesagt wird: „So-und-so hat eine Bid'ah innoviert“, bedeutet dass, dass er einen Weg, eine Methode innoviert hat, ohne dass ihm jemand darin zuvorkam.

 Etwas zu innovieren fällt unter eine von zwei Arten:

1. Eine Innovation in den Bräuchen, den Gewohnheiten der Menschen, wie z.B. das Innovieren von modernen Erfindungen. Solche Innovationen sind erlaubt, dann die Ausgangsposition bezüglich Bräuchen ist, dass sie erlaubt sind.

2. Eine Innovation in der Religion. Innovationen in der Religion sind Harām, denn die Ausgangsposition [bezüglich Angelegenheiten in der Religion] ist, dass sie Tawqifiyyah[354] sind:

Der Prophet sagte: „Wer auch immer etwas Neues in diese Angelegenheit [der Religion] von uns einführt, welches nicht davon ist, so ist es abgelehnt.“[355]

Und in einer anderen Überlieferung sagte er : „Wer auch immer eine Handlung [in der Religion] tut, welche nicht von unserer Angelegenheit ist, so ist sie abgelehnt.“[356]

 Innovationen in der Religion haben zwei Level:

1.    Bid'ah qauliyyah i'tiqādiyyah:

Die verbale Innovation bezüglich den Glaubensgrundsätzen in der Religion, wie die Aussagen der Jahmiyyah, Mu'tazilah, Rāfidīs und der anderen fehlgegangenen Gruppen mit ihren Glaubensgrundsätzen.

2. Bid'ah fi l-'ibadāt:

Die innovierten Anbetungsakte, mit denen man Allāh anbetet, ohne dass Er sie angeordnet hat. Sie sind unterteilt in verschiedene Arten:

            1. Das, was mit der Basis von Anbetung zu tun hat: Mit dieser Art von Innovation führt man einen neuen Anbetungsakt ein, der keinerlei Grundlage in der Religion hat, wie z.B. ein neues Gebet einführen, welches anders ist als das [von Allah] angeordnete Gebet,[357] ein Fasten einführen, welches in seinen Grundlagen anders als das angeordnete Fasten ist, oder periodisch wiederkommende Feste [ein 'Eid] einführen, welche anders sind, als die angeordneten Feste, wie z.B. das Feiern des Geburtstags und ähnliches.[358]

         2. Das, womit man den angeordneten Anbetungsakten etwas hinzufügt, wie z.B. eine fünfte Rak'ah dem Zuhr oder 'Asr Gebet hinzufügen.

         3. Das, was mit dem Format eines angeordneten Anbetungsakts zu tun hat: Mit dieser Art von Innovation ändert man die Art und Weise wie die angeordnete Anbetung ausgeführt wird. Beispielsweise rezitiert man die angeordneten Formeln von Dhikr zusammen als Gruppe, mit einer lauten Stimme,[359] oder man überlastet sich selbst, oder geht in der Anbetung so weit, dass man über die Sunnah des Gesandten hinausgeht.[360]

         4 Das, womit man eine bestimmte Zeit für die angeordneten Anbetungsakte festlegt, die aber so nicht von der Sharī'ah festgelegt worden ist, wie z.B. den Tag und die Nacht von der Mitte von Sha'bān für Fasten und Nachtgebet festzulegen. Im Grundsatz sind das Fasten und das Nachtgebet angeordnet, aber bestimmte Zeiten für sie festzulegen benötigt [textuelle] Beweise.[361]

Die Regelung bezüglich Bid'ah in der Religion und seinen Arten ist, dass jede Bid'ah in der Religion Harām [verboten] und Irreführung ist, denn er sagte: „Und habt Acht vor den neu erfunden Angelegenheiten, denn jede Innovation ist eine Bid'ah, und jede Bid'ah ist Irreführung.“[362] Und er sagte: „Wer auch immer eine Handlung [in der Religion] tut, welche nicht von unserer Angelegenheit ist, so ist sie abgelehnt.“[363] Diese beiden Überlieferungen sind ein Beweis dafür, dass jede neu erfundene Angelegenheit in der Religion eine Bid'ah ist, und dass jede Bid'ah eine abgelehnte Irreführung ist. Das bedeutet, dass Innovationen in den Anbetungsakten und den Glaubensgrundsätzen Harām sind. Die schwere des Verbots ist dabei entsprechend der Tragweite der Bid'ah, denn manche von ihnen sind offensichtlicher Unglaube, wie z.B. die Umkreisung der Gräber, um ihren Insassen näher zu kommen, oder die Schlachtopferung für sie, oder sie in Bittgebeten anrufen.[364] Von den Innovationen sind auch die Aussagen der Jahmiyyah und Mu'tazilahs. Und von den Innovationen sind auch die, die zu Shirk führen, wie z.B. die Bebauung von Gräbern, und das Gebet und das Bittgebet in ihre Richtung. Und von den Innovationen sind auch die, die zum Verderben der 'Aqīdah führen, wie die Innovationen der Khawārij, der Qadariyyah und der Murji'ah, denn sie haben Aussagen und Glaubensgrundsätzen, die im Gegensatz zu den textuellen Beweisen der Sharī'ah stehen. Und von den Innovationen sind auch die, die als einen Akt des Ungehorsams zählen, wie z.B. die Bid'ah von Abstinenz[365], oder das Stehen unter der Sonne während man fastet, oder die [Selbst-] Züchtigung, um das Verlangen nach Geschlechtsverkehr zu reduzieren.[366]

Eine wichtige Klarstellung: Wer auch immer Bid'ah [in der Religion] in gute schlechte Bid'ah aufteilt liegt falsch und geht gegen die Aussage des Propheten : „...jede Bid'ah ist Irreführung.“ Diejenigen, die das sagen, stehen im Gegensatz zu ihm, da der Gesandte festgelegt hat, dass alle Innovationen, ohne Ausnahme, Irreführung sind, wohingegen diese Leute, die Bid'ah in gut und schlecht aufteilen, sagen: „Nicht alle Innovationen sind Irreführung, vielmehr gibt es auch die Bid'ah Hasana - die gute Bid'ah.“

Al-Hāfidh Ibn Rajab [rahimahullāh] kommentiert in seiner Erklärung zu den Vierzig Ahadīth von an-Nawawi: „Die Aussage des Propheten : „...jede Bid'ah ist Irreführung“, ist eine von seinen kurzen und gleichzeitig umfassenden Aussagen [Jawāmi' al-Kalam], die nichts auslässt. Die Aussage ist von den großartigen Grundsätzen der Religion und sie ähnelt seiner Aussage: „Wer auch immer etwas Neues in diese Angelegenheit [der Religion] von uns einführt, welches nicht davon ist, so ist es abgelehnt.“ Wer auch immer dann eine neue Angelegenheit innoviert und es dann der Religion zuschreibt, obwohl es keine Grundlage in der Religion hat zu der es zurückgeführt werden könnte, so ist sie Irreführung, und die Religion ist frei davon, sei es [eine Innovation] in Angelegenheiten der Glaubensgrundsätze, Handlungen, oder Aussagen, ob versteckt oder offen.“[367]

Und diejenigen, die Bid'ah in gut und schlecht aufteilen, haben keinen anderen Beweis, als die Aussage von 'Umar [radiallāhu 'anhu] bezüglich dem Tarawīh-Gebet: „Was für eine exzellente Bid'ah das doch ist.“[368]

Und sie sagen auch, dass sich neue Angelegenheiten zu der Zeit der Frommen Vorgänger [Salaf] ereigneten, zu denen sie keinen Einspruch erhoben, wie z.B. die Zusammenführung des Qur’ān in einem einzigen Buch, oder das Niederschreiben der Ahadīth und ihre Zusammentragung. Die Antwort zu diesem Argument ist, dass es für all diese Handlungen eine Grundlage in der Sharī'ah gibt, und dass sie keine neu erfundenen Angelegenheiten sind, und die Aussage von 'Umar [radiallāhu 'anhu]: „Was für eine exzellente Bid'ah das doch ist.“ war im linguistischen Sinne gemeint, nicht im Sinne der Sharī'ah, da die Bid'ah in der Sharī'ah das ist, was keine Grundlage in der Sharī'ah hat zu welcher sie zurückgeführt werden könnte.

So hat die Zusammentragung des Qur‘ān in einem einzigen Buch eine Grundlage in der Sharī'ah, da der Prophet das Niederschreiben des Qur‘ān befehlen würde[369] - so würde es auf verschiedenen Unterlagen niedergeschrieben werden. Die Gefährten, möge Allāh zufrieden mit ihnen sein, trugen es dann in einem einigen Mushaf zusammen, um es zu beschützen.[370] Und was das Tarawīh-Gebet angeht, so hat der Prophet es für drei Nächte mit seinen Gefährten gebetet. Er verließ es aber in der vierten Nacht, da er befürchtete, dass es sonst als ein Pflichtgebet für die Muslime angeordnet werden würde.[371] So würden die Gefährten, möge Allāh zufrieden mit ihnen sein, das Tarawīh-Gebet zu den Lebzeiten des Propheten und nach seinem Sterben separat voneinander beten, bis 'Umar ibn al-Khattāb [radiallāhu 'anhu] sie hinter einem einzigen Imām versammelte, so wie sie einst selbst hinter dem Propheten versammelt waren. Das ist somit keine Bid'ah in der Religion. Und die Niederschrift der Ahadīth ist ebenfalls keine Bid'ah in der Religion, denn sie hat eine Grundlage in der Sharī'ah, da der Prophet die Niederschrift von manchen Ahadīth für einige Gefährten erlaubte, als sie danach fragten.[372] Was das generelle Niederschreiben der Ahadīth angeht, so wurde es in der Zeit des Propheten nicht ermuntert,[373] da befürchtet wurde, dass etwas als Qur‘ān angesehen wird, obwohl es nicht davon ist. Nach dem Sterben des Propheten bestand diese Gefahr aber nicht mehr, weil der Qur‘ān komplettiert, und vor seinem Tod präserviert wurde. So schrieben die Muslime hiernach die Ahadīth nieder, um sie gegen Verlust zu schützen. Möge Allāh ihnen im Namen von Islam und den Muslimen mit der besten Belohnung belohnen, denn sie beschützen das Buch ihres Herrn und die Sunnah ihres Propheten vor Verlust und den Manipulationen der Fälscher.[374]

Sheikh Fawzān schreibt weiterhin [S.113-116]:

 Der Gründe dafür, dass Bid'ah so weit verbreitet ist:

Es gibt keinerlei Zweifel daran, dass das Festhalten am Buch und der Sunnah der Weg ist, mit dem man sich vor dem Hineinfallen in Bid'ah und Irreführung schützt, so wie der Allerhöchste sagt: „Und gewiss: Dies ist mein Weg, der gerade [mustaqīm] ist, so folgt ihm! Und folgt nicht [anderen] Wegen, die euch von Seinem Weg abtrennen.“ [Surah al-An'ām 6:153] Und der Prophet erklärte die Bedeutung [dieses Verses] in der Überlieferung von 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu], welcher sagte: „Der Gesandte Allāhs zeichnete eine gerade Linie auf dem Boden, und sagte: „Das ist der Weg von Allāh.“ Dann zeichnete er Linien rechts und links davon, und sagte: „Und das sind Wege, bei denen an jedem Weg ein Shaytān steht, der zu ihm ruft.“ Dann rezitierte er: „Und gewiss: Dies ist mein Weg, der gerade [mustaqīm] ist, so folgt ihm! Und folgt nicht [anderen] Wegen, die euch von Seinem Weg abtrennen. Das ist was Er euch befohlen hat - auf dass ihr vielleicht gottesfürchtig werdet.“ [Sural al-An'ām 6:153][375] Derjenige also, der sich von dem Buch und der Sunnah abwendet, wird in fehlgegangene Wege fallen und in innovierte Bid'āt [Plural von Bid'ah].

 Was die Gründe für die weite Verbreitung von Bid'ah angeht, so können sie wie folgt zusammengefasst werden:

 Unwissenheit bezüglich den Anordnungen in der Religion, das Befolgen von Begierden, die Übertreibung in dem Befolgen von Meinungen und Personen, und das Nachmachen der Ungläubigen und ihre blinde Befolgung. Nun folgt eine kurze Erklärung dieser Gründe:

1.      Unwissenheit bezüglich den Anordnungen in der Religion:

 Je mehr Zeit die Menschen von der Ära des Propheten trennt, desto weniger Wissen wird vorhanden sein, und Unwissenheit wird vorherrschen. Der Prophet informierte uns darüber, als er sagte: „Derjenige von euch der lange Leben wird, wird große Kontroversen sehen...“[376], und er sagte: „Gewiss, Allāh wird das Wissen [über die Religion] nicht entfernen, indem Er es von den [Herzen] Seiner Sklaven entfernt. Vielmehr wird Er das Wissen durch das Sterben der Gelehrten entfernen, bis es keine Gelehrten mehr gibt. Die Menschen werden dann für sich selbst unwissende als Anführer nehmen, sie werden sie dann fragen, und sie werden Fatāwas [religiöse Urteile] geben ohne Wissen zu haben, und sie werden Leute fehlleiten und werden selbst fehlgeleitet sein.“[377] Somit kann man Bid'ah nicht abwehren, außer mit Wissen und Gelehrten. Und wenn Wissen und die Gelehrten abwesend sind, dann wird Bid'ah offenkundig werden und die Leute von Bid'ah werden aufleben.

 2. Das Befolgen von Begierden:

 Wer auch immer sich von dem Buch und der Sunnah abwendet, folgt seinen Begierden, so wie der Allerhöchste sagt: „Und wenn sie dir [O Muhammed] nicht gehorchen, so wisse, dass sie ihren Begierden folgen. Und wer ist mehr fehlgegangen als derjenige, der seinen Neigungen folgt ohne Rechtleitung von Allāh?“ [Surah al-Qasas 28:50] Und der Allerhöchste sagt: „Hast du [O Muhammed] denjenigen gesehen, der seine Neigungen als Ilāh [Gott] nimmt? Und Allāh hat basierend auf Wissen, ihn in die Irre gehen lassen, und sein Gehör und sein Herz versiegelt, und auf seinen Augen einen Schleier gelegt? Wer dann, nach Allāh, könnte ihn rechtleiten?“ [Surah al-Jāthiyah 45:23] Gewiss, al-Bid'ah ist nichts anderes als das Gebilde von Begierden.

 3. Die Übertreibung bezüglich den Meinungen von Menschen:

Die fanatische Befolgung von Meinungen hält einen von der Befolgung der Beweise und der Erkennung der Wahrheit ab. Der Allerhöchste sagt: „Und wenn zu ihnen gesagt wird: „Folgt dem, was Allāh herabgesandt hat!“, sagen sie: „Nein! Lieber folgen wir dem, was wir unsere [Vor]Väter folgen sehen haben!“ [Surah al-Baqarah 2:170] Und das ist typisch unter den Übertreibern [Muta'ssibīn] von heute, von manchen Anhängern der Sūfi-Gruppen und den Grabanbetern. Wenn sie zur Befolgung des Buches und der Sunnah gerufen werden, und dazu gerufen werden das zu verlassen was ihnen beiden entgegensteht, halten sie sich an ihrer Gruppe fest, und ihren Sheikhs, ihren Vätern und Vorvätern, und sie argumentieren damit.

 4. Das Nachmachen der Ungläubigen:

Das ist eines der stärksten Gründe um in Bid'ah zu fallen, so wie in der Hadīth, berichtet von Abū Wāqid al-Laythī [radiallāhu 'anhu] vorkommt, welcher sagte: „Wir gingen mit dem Gesandte von Allāh raus zu Hunain und wir waren neu im Islam. Die Mushrikīn würden einen Zürgelbaum haben, an dem sie ihre Waffen [entsprechend ihrem Aberglauben] aufhängen würden, und sie würden es Dhāt an-Wāt nennen. Als wir an einem Zürgelbaum vorbeigingen, sagten wir: „O Gesandter von Allāh! Mache für uns ein Dhāt an-Wāt, so wie sie auch ein Dhāt an-Wāt haben.“ Der Gesandte Allāhs sagte: „Allāhu Akhbar! Gewiss, das sind die Wege. [Ich schwöre] bei dem, in dessen Hand meine Seele ist, ihr habt das gesagt, was die Kinder Israels zu Mūsa gesagt hatten: „O Mūsa, mache für uns einen Gott, so wie sie Götter haben.“ Er sagte: „Gewiss, ihr seid unwissende Leute.“ [Surah al-A'rāf 7:138][378] Ihr werdet gewiss dem Weg derjenigen folgen, die vor euch kamen.“[379] Die Hadīth zeigt, dass die Ungläubigen die Kinder Israels dazu motivierten, die abscheuliche Bitte an Mūsa ['alaihis salām] zu richten, für sie Götter zu machen, um sie anzubeten. Dieselbe Sache motivierte einige der Gefährten von Muhammed ihn zu fragen, für sie einen Baum zu designieren, damit sie von ihm, neben Allāh, Segen erhalten können. Und dasselbe passiert heutzutage, denn eine große Anzahl von den Muslimen folgt den Ungläubigen in ihren Bid'āt und ihrem Shirk, wie z.B. dem Feiern des Geburtstags und dem Designieren von bestimmten Tagen oder Wochen für bestimmte religiöse Handlungen, religiösen Feiern, oder für Dhikr, und dem Aufstellen von Statuen, Götzen und Denkmälern, dem Halten von Trauerzeremonien, den Bid'āt beim Totengebet und der Bebauung von Gräbern und ähnliches.



[1] Das Buch konnte über mehrere Wege authentisch zu Imām Barbahāri zurückverfolgt werden. Für die Details, siehe das Vorwort zur arabischen Edition vom Verifizierer 'Abd ar-Rahmān bin Ahmad al-Jamyīzī [S.14-32], welche detaillierte Informationen bezüglich der Zuschreibung des Texts zu Imām Barbahāri enthält. Siehe auch Explanation of the Creed [S.16-20].

[2] Anas ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Sich Wissen anzueignen ist eine Pflicht für alle Muslime [ob Mann oder Frau].“ Berichtet in Sunan Ibn Mājah [224], als Sahīh klassifiziert von Nāsiruddīn al-Albāni in Sahīhul Jāmi' [3914].

[3] Siehe Syer a'lām an-Nubala [15/90].

[4] Siehe Tabaqātul-Hanābilah [2/58].

[5] Berichtet von 'Abdullāh ibn 'Amr [radiallāhu 'anhu], überliefert in Sunan at-Tirmidhī [2641], klassifiziert als Hasan von Imām at-Tirmidhī und Sheikh al-Albāni.

[6] Berichtet al-'Irbād ibn Sāriyah [radiallāhu 'anhu] in Musnad Imām Ahmad [16692], Sunan Abu Dāwūd [4607], Sunan at-Tirmidhī [2676], Sunan Ibn Mājah [42] und anderen, als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh].

[7] Berichtet in Sahīh Muslim [1920], Sunan at-Tirmidhī [2229] und Sunan Ibn Mājah [10], siehe auch Sahīh al-Bukhāri [3614] und Sahīh Muslim [1921-1925].

Der Prophet sagte auch: „Dieses Wissen wird von den Vertrauenswürdigen jeder Generation getragen. Sie werden davon die Änderungen derjenigen ausstoßen, die die Grenzen überschreiten, und die falschen Anschuldigungen der Lügner, und die falschen Interpretationen der Unwissenden.“ Dies ist berichtet von al-Bayhaqi in Sunan al-Kubrā [20310, 10/209], Ibn Abi Hātim in al-Jarh wa-Ta'dīl [2/17] und Ibn 'Abdul-Barr in at-Tamhīd [1/57-58], von der Hadīth von Ibrahīm Ibn 'Abdur-Rahmān al-'Udhari [radiallāhu 'anhu]. Es wurde authentifiziert von Imām Ahmad, wie es in Sharaf Ashābil Hadīth [S.27] von al-Khatīb al-Baghdadi vorkommt, und wurde als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni in al-Mishkāt [248].

[8] Sheikh 'Abdul-Qādir Jilāni [rahimahullāh] sagte: „Was die Geschützte Sekte angeht, so ist sie Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah. Und es gibt keinen Namen für Ahlus-Sunnah, außer einen: Ahlul-Hadīth [die Menschen der Ahadīth].“ Siehe sein Buch Ghunyadut-Talibīn [S.212]. Imām at-Tirmidhi [rahimahullāh] berichtet von 'Ali ibn al-Madinī [gest. 234H], dem Lehrer von Imām al-Bukhāri, dass er über die Geschützte Sekte sagte: „Sie sind die Ahlul-Hadīth [die Menschen der Ahadīth].“ Siehe Sunan at-Tirmidhī [2229].

[9] Weitere Quellen für seine Biographie sind unter anderem: Tabaqātul-Hanābilah [2/18-45] von Ibn Abī Ya'la, al-Muntazam [14/14-15] von Ibn al-Jawzī, al-Kāmil fit-Tārīkh [8/378] von Ibnul-Athīr, al-'Ibar fī Khabar man ghabar [2/33], Syer a'lām an-Nubala [15/90-93] und Tārīkh al-Islam [S.258-260], alle drei von Imām adh-Dhahabī und al-Bidāyah wan-Nihāyah [11/213-214] von Hāfidh ibn Kathīr.

Hier sollte angemerkt sein, dass Biographien von islamischen Persönlichkeiten immer von den authentischen Büchern islamischer Historiker genommen werden sollten, nicht von Orientalisten, denn Orientalisten haben kein Wissen über 'Ilmul-Rijāl - die Wissenschaft über die Personen in der Erzählerkette. So können sie nicht die Aussage eines Lügners, oder die falschen Aussagen eines Gegners einer Person von den Aussagen eines als vertrauenswürdig eingestuften Erzählers unterscheiden. Für sie haben alle Aussagen oder Schriften, die bezüglich einer Person niedergeschrieben worden sind, denselben Wert. Entweder geben sie dann alle Aussagen wieder, während sie sie versuchen miteinander in Harmonie zu bringen - und das führt unmissverständlich zur Verzerrung der Biographie der Person -, oder sie suchen sich gezielt die Aussagen heraus, die entsprechend der Propaganda oder der Darstellung, die sie bezüglich einer Person vermitteln wollen, passend ist. Das wird vor allem dann deutlich, wenn man sich eine Biographie des Propheten eines Orientalisten anschaut, wo schwache [Da'īf] oder sogar fabrizierte [Mawdū'] Überlieferungen schamlos verwendet werden, oder authentische Überlieferungen absichtlich entgegen ihrer Realität interpretiert werden, um den Charakter des Gesandten Allāhs negativ, und entsprechend ihrer Propaganda, darzustellen. Wenn sie sich keine Gedanken über die Authentizität der Aussagen bezüglich dem noblen Propheten Muhammed Gedanken machen, wie kann dann erwartet werden, dass sie bezüglich einer anderen Personen, die weniger Wichtigkeit hat als er, präzise sind? Zudem sind Orientalisten darauf angewiesen alle möglichen Aussagen bezüglich Glaubensvorstellungen, und die Kommentaren verschiedenster Menschen zu nutzen, um die 'Aqīdah einer Person in einem islamischen Kontext zu erklären oder zu bewerten, ohne dass sie selbst eine solide Basis für ihre Aussagen haben, denn sie haben meist kein Wissen über die korrekten Glaubensvorstellungen entsprechend dem Qur'ān und der Sunnah, noch glauben sie selbst an den Islam - und das macht ihre Kommentare aus islamischer Sicht schon fast wertlos.

[10] Wie z.B. 'Aqīdah at-Tahāwiyyah von Imām Ja'far at-Tahāwi [gest. 321H], übersetzt von Muhammed al-Shār und Neil bin Radhan; Usūl us-Sunnah von Imām Ahmad ibn Hanbal [gest. 241H], übersetzt von Abū Imran, und 'Aqīdah ar-Rāziyayn von Abū Zur'atar-Rāzi [gest. 264H] und Abū Hātim ar-Rāzi [277H].

[11] Berichtet in Sunan at-Tirmidhī [2682], Sunan Abu Dāwūd [3641], Sunan Ibn Mājah [223], Sunan ad-Dārimi [343], Musnad Imām Ahmad [21207], Sahīh Ibn Hibbān [88] und anderen, als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

Ab [TN] beginnen die zusätzlichen Annotationen von Imran H., entweder bis zum Ende der Fußnote, oder bis [Ende TN]. Die Überschriften für jeden Punkt sind nicht Teil des Buches von Imām al-Barbahāri, sondern dienen dem Leser zur Identifikation der Thematik, oder der Hauptaussage des entsprechenden Abschnitts.

[12] [TN] Der Prophet sagte: „Ihr seid der Abschluss [d.h. die Vervollständigung] von 70 Nationen und ihr seid die beste von ihnen, und die nobelste von ihnen bei Allāh.“ Berichtet von at-Tirmidhī [3001], als Hasan klassifiziert von Imām Tirmidhī. Siehe auch Ibn Mājah [4288], als Hasan klassifiziert von Sheikh al-Albāni und Hāfidh Zubayr 'Ali Zai.

[13] [TN] Allāh, der Erhabene sagt: „Und Wir haben zu dir [O Muhammed] die Ermahnung [- den Qur'ān -] herabgesandt, sodass du den Menschen erklärst, was für sie herabgesandt wurde, und auf dass sie vielleicht nachdenken.“ [Surah an-Nahl 16:44] Die Sunnah bezieht sich hier unter anderem auf den Weg des Propheten in Sachen 'Aqīdah und den Anbetungsakten in der Religion. Keiner kann angeben den Islam zu etablieren, bis er dem Propheten nicht in diesen beiden Angelegenheiten folgt. [Ende TN]

Der Prophet sagte: „Derjenige der sich von meiner Sunnah abwendet, der ist nicht von mir.” Berichtet von Bukhāri [5063], Muslim [1401], an-Nasā'i [3217] und anderen.

Abu Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass Allāhs Gesandter sagte: „Jeder aus meiner Ummah wird in das Paradies eintreten, außer diejenigen die ablehnen.” Es wurde gesagt: „O Gesandter Allāhs ! Wer wird ablehnen?” Er antwortete: „Wer auch immer mir gehorcht, kommt in das Paradies, und wer auch immer mir den Gehorsam verweigert, hat abgelehnt.” Berichtet in Sahīh Bukhāri [7280] und Sahīh Muslim [1835] und anderen.

Imām az-Zuhri [der wohlbekannte Tābi'ī, gest. 124H] sagte: „Die Gelehrten die vor uns kamen sagten stets: „Die Erlösung liegt darin an der Sunnah festzuhalten.” Berichtet von ad-Dārimi in seiner Sunan [96].

Imām Mālik [rahimahullāh] sagte: „Die Sunnah ist wie die Arche von Noah. Wer auch immer in sie einsteigt, so erreicht er die Erlösung, und wer auch immer sie ablehnt, ertrinkt.“ Zitiert von Sheikh ul-Islam Ibn Taymiyyah in Majmoo' al-Fatāwa [4/57]. [TN] Ist auch in Imām as-Suyūtis Miftāh al-Jannah [1/3], in Tārīkh Dimashq [12275] von Ibn Asākir und in Tārīkh Baghdād [7/336] von al-Khatīb al-Baghdadi berichtet.

Der Prophet sagte: „Gewiss - mir wurde das Buch [der Qur'ān] gegeben, und etwas dazu Ähnliches.“, siehe Sunan Abu Dāwūd [4604], Musnad Imām Ahmad [17174], at-Tabarāni [20/670] und andere, als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

Der Prophet sagte auch: „Ich habe euch zwei Sachen hinterlassen - ihr werdet niemals in die Irre gehen, solange ihr an ihnen festhaltet: das Buch von Allāh und die Sunnah Seines Propheten.“ Berichtet von al-Hākim in al-Mustadrak [318], al-Bayhaqi in Sunan al-Kubrā [20838] und al-Ajurrī in ash-Sharī'ah [1704], als Sahīh klassifiziert von Imām Ibn 'Abdul-Barr in at-Tamhīd [24/331] und von Sheikh al-Albāni in Sahīh al-Jāmi' [2937].

[14] 'Umar [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Haltet an der Jamā'ah fest und hütet euch vor der Spaltung, denn Shaytān [Satan] kann mit dem Einzelnen vorgefunden werden, ist aber weiter weg von Zweien. Wer auch immer das Zentrum des Paradieses begehrt, so lasst ihn an der Jamā'ah festhalten. Wem seine guten Taten erfreuen und seine schlechten Taten betrüben, so ist er ein Gläubiger.” Berichtet von Imām Ahmad in seiner Musnad [110], at-Tirmidhī [2165] und al-Hākim [1/114], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni in Silsilah Ahadīth as-Sahīhah [1116]

Anas [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Gewiss, die Kinder Israels sind in einundsiebzig Sekten gebrochen und meine Ummah wird in zweiundsiebzig Sekten brechen, von welchen alle im Feuer sein werden, außer Eine – und das ist die Jamā'ah.” Berichtet von Ibn Mājah [993], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

[15] Spielt auf den Hadīth von Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] an, welcher sagte: Allāhs Gesandter sagte: „Derjenige, der von seinem Herrscher etwas sieht was ihm nicht gefällt, der soll geduldig mit ihm sein; denn wer auch immer sich von der Jamā'ah um eine Handspanne entfernt und dann stirbt, so stirbt er einen Tod der Jahiliyyah [Zeit der Ignoranz].“ und in einer anderen Überlieferung „…hat den Joch des Islam von seinem Hals geworfen.“ Berichtet von al-Bukhāri [7053] und Muslim [1849], und Überlieferungen von at-Tirmidhī [2863], Ahmad [4/130] und anderen. Siehe auch Sharh ul-'Aqīdah-Tahāwiyyah [379-382].

[16] Wie im Hadīth, berichtet von Imām Tirmidhī [2641] vorkommt: 'Abdullāh ibn 'Amr [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte von Allāh sagte: „Was mit den Kindern Israels passiert ist, wird mit meiner Ummah passieren, so wie ein Schuh dem anderen ähnelt, [sogar] bis zu dem Punkt, dass wenn einer von ihnen öffentlich mit seiner Mutter Verkehr hat, es auch jemanden aus meiner Ummah geben wird der dies tut. Die Kinder Israels sind in einundsiebzig Sekten gebrochen und meine Ummah wird in zweiundsiebzig Sekten brechen, von welchen alle im Feuer sein werden, außer einer Sekte.“ Sie fragten: „Welche ist das, O Gesandter von Allāh?“ Er antwortete: „Die, in welcher ich und meine Gefährten sind.“ Klassifiziert als Hasan von Imām at-Tirmidhī und Sheikh al-Albāni. [TN] Ist auch von at-Tabarāni in al-Mu'jam al-Kabīr [14646] und von al-Hākim in al-Mustadrak [444] mit einer ähnliches Wortwahl [„...die, in welcher ich und meine Gefährten am heutigen Tag sind.“] berichtet, als Hasan klassifiziert von al-Irāqi in Takhrīj al-Ihya' [3/284] [Ende TN]

Abu Shāmah al-Maqdisi sagte: „Wenn es einen Befehl gibt an der Jamā'ah festzuhalten, dann bedeutet dies, dass man an der Wahrheit und ihren Anhängern festhält - auch wenn die Anzahl derjenigen, die an der Wahrheit festhalten, gering ist, und die Anzahl ihrer Gegner hoch, denn die Wahrheit ist das, auf was die erste Jamā'ah von der Zeit des Propheten und seinen Gefährten [radiallāhu 'anhum] war. Es sollte keine Achtung der großen Anzahl der Menschen der Falschheit gegeben werden, die nach ihnen kamen.“ Siehe al-Bā'ith 'ala Inkār al-Bid'ah wal-Hawādith [S.22].

[17] Es wurde authentisch überliefert, dass Allāhs Gesandter sagte: „Haltet fest an meiner Sunnah und der Sunnah der rechtgeleiteten Kaliphen nach mir. Haltet daran fest mit euren Backenzähnen und habt Acht vor den neu erfundenen Angelegenheiten, denn jede Innovation [Bid'ah] ist Irreführung.“ Berichtet von Imām Ahmad [4/126], Abu Dawūd [4607], Ibn Mājah [42], ad-Dārimi [96] und Ibn Abī 'Aasim in as-Sunnah [54]. Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] sagte: „Ihre Isnād ist Sahīh, ihre Erzähler glaubwürdig.“

[TN] Siehe den Anhang für eine Erklärung dafür, was mit Bid'ah gemeint ist.

[18] Jābir [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet in seiner Khutbah [Predigt] zu sagen pflegte: „Die wahrhaftigste Rede ist das Buch von Allāh. Die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung von Muhammed. Die schlimmste der Angelegenheiten sind die Neuheiten, und jede Neuheit ist eine Innovation [Bid'ah], und jede Innovation ist Irreführung, und jede Irreführung ist im Feuer.“ Berichtet in Sunan an-Nasā'i [1578], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh].

[19] Al-'Irbād ibn Sāriyah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Ich habe euch einen klaren Weg hinterlassen - ihre Nacht ist wie ihr Tag. Keiner weicht von ihm ab, nachdem ich gegangen bin, außer er ist verdammt.“ Berichtet von Imām Ahmad [4/126], Ibn Mājah [43] und al-Hākim [1/96], klassifiziert als Sahīh von al-Albāni [rahimahullāh] in as-Sahīhah [937].

[20] Es wurde berichtet von Ibn Battah in al-Ibānatul-Kubrā [162] durch Awzā'ī, dass ihm zugekommen ist, dass 'Umar ibn al-Khattāb [radiallāhu 'anhu] dies sagte, jedoch ist die Erzählerkette munqati' [getrennt].

Al-Marwazī berichtet in as-Sunnah [95], dass 'Umar ibn 'Abdul-'Azīz [rahimahullāh] sagte: „Es gibt für niemanden eine Ausrede nach der [Betrachtung der] Sunnah, dass er auf etwas fehlgeht, was er zuvor als Rechtleitung verstand.”

[21] 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] sagte: „Folge, und innoviere nicht, denn dir wurde das gegeben was ausreicht, und jede Innovation ist Irreführung.” Berichtet von Abu Khaithamah in Kitāb Ul-'Ilm [540], klassifiziert als Sahīh von Sheikh al-Albāni.

[TN] Imām Mālik [rahimahullāh, gest.179H] sagte: „Wer auch immer in den Islam eine neue Sache innoviert und es dann für gut hält, dann hat er unterstellt, dass Muhammed die [Aufgabe, die er bezüglich der Übermittlung der] Nachricht [hatte,] enttäuscht hat. Lies die Aussage von Allāh, dem Mächtigen und Erhabenen: „Heute habe Ich für euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden.“ [Surah al-Māida 5:3] Demnach, was auch immer nicht Teil der Religion an jenem Tag war, kann nicht Teil der Religion heute sein.“ Siehe al-I'tisām [1/29] von Imām ash-Shātibi.

Abdullāh ibn al-'Amr bin al-Aas [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Es gab keinen Propheten vor mir, außer dass es seine Pflicht war, seine Ummah zu allem Guten zu leiten, dass er wusste, und vor allem Schlechten zu warnen, dass er wusste.“ Berichtet in Sahīh Muslim [1844].

Abū Dharr [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Ich habe nichts ausgelassen, was euch näher zum Paradies bringt, oder euch weiter vom Höllenfeuer distanziert, außer dass ich euch darüber informiert habe.“ Berichtet von at-Tabarāni in al-Kabīr [1647, 2/100], als Sahīh klassifiziert von Hāfidh al-Haythamī in al-Majma' az-Zawā'id [8/266-267] und al-Albāni in as-Sahīhah [1803]. Demnach, was auch immer Neues in der Religion innoviert wird, worüber der Prophet uns nicht informiert hat, ist ohne Zweifel Irreführung und bringt einen ohne Zweifel näher zum Höllenfeuer, denn er sagte: „Ich habe nichts ausgelassen, was euch näher zum Paradies bringt...“ und er sagte: „Jede Innovation ist Irreführung, und jede Irreführung ist im Feuer.“

[22] lmām Ahmad berichtet in seiner Musnad [4/278], in einer Überlieferung mit einer Hasan Isnād von Nu'mān ibn Bashīr: Abu Umāmah al-Bāhili [radiallāhu 'anhu] sagte: „Haltet fest an dem Kern [as-Sawād ul-A'dham].“ Da sagte ein Mann: „Was ist der 'Kern'?“ So sagte Abu Umāmah: „Dieser Vers in Surah an-Nūr [24:54]:

Falls ihr euch jedoch abwendet, so ist er [Muhammed ] nur verantwortlich für die Pflicht die ihm auferlegt wurde, und ihr für die, die euch auferlegt wurde.”

Ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] sagte: „Die Jamā'ah ist das, was mit der Wahrheit übereinstimmt, auch wenn du alleine bist.“ Berichtet von Ibn' Asākir in Tārīkh Dimashq mit einer Sahīh Isnād, wie von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] in al-Mishkāt [1/61] angemerkt wurde.

[TN] Imām Ahmad ibn Hanbal sagte: „Die Fundamente der Sunnah gemäß uns, sind: An dem festhalten auf was die Gefährten des Propheten waren, sie als Beispiel nehmen - um ihnen zu folgen - und Innovationen ablehnen, und jede Innovation [Bid'ah] ist Irreführung...“ Siehe Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [317, 1/156], Tabaqātul-Hanābilah [1/241] und Usūl us-Sunnah lil-Imām Ahmad [S.1].

[23] Allāh, der Erhabene, hat nicht nur davor gewarnt gegen Seinen Gesandten zu gehen, sondern hat auch davor gewarnt irgendwem anderem zu folgen, als den ersten Gläubigen - also den Gefährten [radiallāhu 'anhum] -, in wessen Präsenz der Qur'ān herabgesandt wurde und welche direkt von dem Gesandten Allahs die Religion gelernt haben. Allāh, der Erhabene, sagt: „Wer auch immer dem Gesandten entgegenwirkt, nachdem ihm die Rechtleitung klar gemacht worden ist, und einen anderen Weg als den der Gläubigen [d.h. den Gefährten] folgt, so werden Wir ihn auf dem Weg belassen den er ausgewählt hat und der Hölle aussetzen. Wie Übel ist doch ihr Ausgang!“ [Surah an-Nisā 4:115]

Wer auch immer also ihren Weg komplett verlässt und stattdessen den Weg der Teufel folgt, wie die extremen Rāfidīs, Bātinīs und die extremen Sūfīs, die andere als Allāh anbeten, so hat er die Religion verlassen.

[TN] Imām Awzā'ī [gest. 157H] sagte: „Halte am Beispiel derer fest, die vor dir kamen [Salaf as-Sālih], auch wenn die Menschen dich deshalb ablehnen. Und habe Acht vor den Meinungen der Menschen, auch wenn sie es dir mir ihrer Eloquenz schön reden.“ Berichtet von Khatīb al Baghdadi in Sharaf Ashābil Hadīth [S.7], Imām Ajurrī in ash-Shari'ah [S.58], Imām Ibn 'Abdul-Barr in Jāmi'ul Bayān al-'Ilm wa Fadhlihi [2/114], al-Albāni authentifizierte es in Mukhtasar al-'Uluww [S.138].

[24] Hassan ibn 'Atiyyah [rahimahullāh] sagte: „Die Leute führen niemals eine Innovation ein, außer dass Allāh dann ihr Äquivalent aus der Sunnah wegnimmt und es nicht wiederherstellt, bis zum Tag der Auferstehung.” Berichtet von ad-Dārimi [99], klassifiziert als Sahīh von Sheikh al-Albāni in al-Mishkāt [188, 1/66].

[25] [TN] 'Abdullāh Ibn 'Umar [radiallāhu 'anhu] sagte: „Jede Bid'ah ist Irreführung - auch wenn die Menschen es für gut halten.“ Siehe Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [126, 1/92] und Sunan al-Kubrā lil Bayhaqi [191], und es ist Sahīh.

[26] [TN] Siehe Fußnoten zu Punkt 3.

[27] Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie kleine Innovationen dazu führen können, dass Personen anfangen große, schwere Innovationen zu begehen, kann in der Überlieferung berichtet von ad-Dārimi in seiner Sunan [210, 1/79] gefunden werden: 

'Amr ibn Salamah sagte: Wir pflegten vor dem Morgengebet bei der Tür von 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] zu sitzen, damit wir zusammen mit ihm zur Moschee laufen konnten wenn er herauskam. Eines Tages kam Abu Mūsa al-Ash'arī zu uns, und sagte: „Ist Abu 'Abd ar-Rahmān [Kunya von Ibn Mas'ūd] schon herausgekommen?" Wir antworteten: „Nein, er ist noch nicht herausgekommen.“, so saß er sich zu uns. Als Ibn Mas'ūd herauskam, standen wir alle auf und Abu Mūsa sagte zu ihm: „O Abu 'Abd ar-Rahmān! Ich habe gerade eben etwas in der Moschee gesehen was ich als Unheil erachte, aber alles Lob gebührt Allāh, vielleicht war es nichts als Gutes.“ Ibn Mas'ūd fragte: „Was ist es denn?“ Abu Mūsa al-Ash'arī antwortete: „Solltest du Leben, so wirst du es auch selbst sehen.“ Dann sagte er: „Ich sah in der Moschee einige Menschen die in Kreisen saßen, während sie auf das Gebet warteten. In jedem Kreis war ein Mann und in ihren Händen hatten sie Kiesel. Der Mann sagte: 'wiederholt Allāhu Akhbar einhundert Mal' - so würden sie es einhundertmal wiederholen. Dann würde er sagen: 'wiederholt Lā ilāha illAllāh einhundert Mal' - so würden sie es einhundert Mal wiederholen. Dann würde er sagen 'wiederholt SubhānAllāh einhundert Mal' - so würden sie es einhundert Mal wiederholen.“ Ibn Mas'ūd fragte: „Was hast du dann zu ihnen gesagt?“ Abu Mūsa sagte: „Ich habe ihnen nichts gesagt, ich wollte stattdessen warten und deine Sichtweise hören, oder was du diesbezüglich befiehlst.“ Ibn Mas'ūd antwortete: „Hättest du sie doch nur dazu aufgefordert ihre schlechten Taten zu zählen die sie aufgesammelt haben, und ihnen versichert, dass ihre guten Taten nicht verloren gehen werden!“ Dann gingen wir mit Ibn Mas'ūd los, bis er zu einem der Kreise kam, sich hinstellte und sagte: „Was ist es, was ich euch tun sehe?“ Sie antworteten: „O Abu 'Abd ar-Rahmān! Dies sind Kieselsteine, mit welchen wir Takbīr, Tahlīl und Tasbīh zählen.“ Er sagte: „Zählt lieber eure schlechten Taten auf und ich versichere euch, dass keine eurer guten Taten verloren gehen wird. Wehe euch, O Ummah von Muhammed ! Wie schnell ihr doch zur Zerstörung eilt! Dies sind die Gefährten eures Propheten , und sie sind weit verbreitet. Dies sind seine Klamotten welche noch nicht zerfallen sind und seine Schüssel, die noch nicht zerbrochen ist. Bei Ihm, in Wessen Hand meine Seele ist! Entweder seid ihr auf einer Religion die mehr rechtgeleitet ist als die Religion von Muhammed , oder ihr öffnet die Tür der Irreführung.“ Sie sagten: „O Abu 'Abd ar-Rahmān! Bei Allāh, wir haben doch nur Gutes damit beabsichtigt.“ Er sagte: „Wie viele gibt es die nur Gutes wollen, es aber nicht erreichen. Wahrlich, ich hörte Allāhs Gesandter zu uns sagen: „Eine Menschengruppe wird den Qur'ān rezitieren, aber es wird nicht weiter gehen als ihr Rachen.“ Bei Allāh! Ich weiß es nicht, aber vielleicht sind die meisten von ihnen von euch.” Dann ging er weg.

'Amr ibn Salamah sagte: Wir sahen viele der einfachen Menschen von diesen Kreisen im Kampf gegen uns am Tag von Nahrawān, zusammen mit den Khawārij.

Authentifiziert von Sheikh Salīm al-Hilālī in al-Bid'ah [S.26-29]. [TN] Ebenfalls authentifiziert von Abu Bakr al-Haythami in Majma' al-Zawā'id [1/181] und al-Albāni in as-Sahīhah [2005]. Die Innovation dieser Leute war nicht das Zählen von Tasbīh auf den Kieseln, da dies auch von einigen Gefährten überliefert ist und der Prophet es nicht verboten hat, aber gesagt hat: „Zählt sie auf euren Fingerspitzen, denn gewiss - sie werden gefragt werden und sie werden zum Reden gebracht werden.“ [at-Tirmidhī 3583, Sahīh laut al-Albāni], sondern ihre Innovation war der laute Dhikr den sie gemeinsam taten. Es ist nicht bewiesen, dass der Prophet selbst, oder die Gefährten auf diese Weise gemeinsam mit einer Stimme Dhikr machten, oder sich treffen würden um laut Dhikr zu machen, deshalb ist dies nicht Teil der Religion - siehe auch al-I'tisām [1/188-189] von Imām ash-Shātibi. Und dass sie noch sagten: „...wir haben doch nur Gutes damit beabsichtigt.“ ist eine Anschuldigung gegen den Propheten ! Wusste er etwa nicht darüber Bescheid wie gut diese Art von Dhikr ist? War er unwissend und sie wussten es besser? Deshalb sagte Ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu]: „Entweder seid ihr auf einer Religion die mehr rechtgeleitet ist als die Religion von Muhammed , oder ihr öffnet die Tür der Irreführung.“ Und gewiss - sie sind nicht mehr rechtgeleitet als der Gesandte Allāhs .

Hudhayfah ibn al-Yamān [radiallāhu 'anhu] sagte: „Jeden Akt der Anbetung, welchen die Gefährten des Propheten nicht getan haben, tu es nicht.“ Siehe Al-I'tisām von Imām ash-Shātibi [1/106], al-'Amr bil Ittiba' wa nahi 'anil-Ibtida' von as-Suyūti [1/3], wurde auch von Sheikh al-Albāni in Hujjat Nabi [1/100] und Manāsik al-Hajj [1/44] erwähnt.

[28] Die Gelehrten unterscheiden zwischen Innovationen die eine Person außerhalb des Islam bringen [al-Bid'atul-Mukaffirah] und die, die dies nicht tun. Deshalb ist dies nicht als unbeschränkt zu verstehen. [TN] Was einzelne Personen angeht, so gibt es auch Barrieren [Unwissenheit, Zwang, Missverständnisse etc.], die unter Umständen verhindern können, dass eine Person die in eine Bid'atul-Mukaffirah gefallen ist, doch nicht exkommuniziert wird. Ein finales Urteil kann in den meisten Fällen nur ein Gelehrter fällen, der sich mit dieser Thematik und seinen Details auskennt. Siehe auch die Fußnoten zum Punkt 49 für weitere Details.

[29] Imām al-Awzā'ī [rahimahullāh] sagte: „Wissen ist, was von den Gefährten von Muhammed kommt, und was nicht von einem Einzigen von ihnen kommt, ist nicht Wissen.“ Siehe Jāmi'ul Bayān al-'Ilm wa Fadhlihi von Ibn 'Abdul Barr [2/36]

[30] [TN] „Und lasst aus euch eine Gruppe von Menschen sich erheben, die zu allem Guten rufen, das Richtige gebietet, und das Schlechte verbietet. Und solche sind es, die erfolgreich sind.“ [Surah Aale-'Imrān 3:104] Siehe auch Punkt 79.

[31] Ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] beschrieb die Gefährten des Gesandten von Allāh auf folgende Weise: „Allāh schaute in die Herzen der Diener und sah das Herz von Muhammed als das Beste der Herzen, so nahm Er ihn für Sich Selbst und sandte ihn mit Seiner Offenbarung. Dann schaute Er in die Herzen der Diener außer Muhammed und sah die Herzen der Gefährten als die besten der Herzen, so machte Er sie zu den Helfern Seines Propheten, für Seine Religion kämpfend. So ist es, dass das was die Muslime [d.h. die Gefährten] als Gut erachten, auch gut mit Allāh ist, und was sie als schlecht erachten, auch schlecht mit Allāh ist.“ Berichtet in der Musnad von Imām Ahmad [1/379], klassifiziert als Hasan von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] in ad-Da'īfah [2/17].  [TN] Imām Mālik [rahimahullāh] sagte: „Der letztere Teil dieser Ummah kann mit nichts reformiert werden, außer durch das, was den ersten Teil reformierte. Was nicht Teil der Religion damals war, kann nicht Teil der Religion heute sein.“ Berichtet von al-Qādhī 'Iyādh in ash-Shifā' [2/88].

[32] Allāh, der Erhabene, sagte: „Niemand streitet über die Zeichen Allāhs, außer die Ungläubigen.“ [Surah Ghāfir 40:4]

At-Tirmidhī [3253] berichtet in einer Hasan Hadīth von Abu Umāmah [radiallāhu 'anhu], dass Allāhs Gesandter sagte: „Die Menschen gingen niemals in die Irre, nachdem sie auf Rechtleitung waren, außer durch Streitereien.” Dann rezitierte Allāhs Gesandter diesen Verse: „Sie führten dir dieses Beispiel nur zum Streit an. Nein! Vielmehr sind sie streitsüchtige Leute.” [Surah az-Zukhruf 43: 58]

Imām al-Ajurrī berichtet in ash-Sharī'ah [S.57], dass ein Mann zu al-Hasan al-Basri kam, und sagte: „O Abu Sa'īd! Lass mich mit dir über deine Religion debattieren." Al-Hasan antwortete: „Was mich angeht, so kenne ich meine Religion. Falls du deine Religion verloren hast, dann suche selbst nach ihr.”

'Umar ibn 'Abdul-'Azīz [rahimahullāh] sagte: „Derjenige der erlaubt, dass seine Religion offen zur Diskussion steht, wird sie regelmäßig verändern.” Siehe Jāmi'ul Bayān al-'Ilm wa Fadhlihi [2/113]. [TN] Ishāq Ibn 'Īsa sagte: „Ich hörte wie Imām Mālik Argumentationen in der Religion missbilligte, und sagte: „Jedes Mal kommt einer der besser debattieren kann als der andere, und will, dass wir das verlassen was Jibra'īl zu Muhammed gebracht hat.“ Siehe Sharaf Ashābil Hadīth [S.5] von Khatīb al-Baghdadi. Dieser Punkt hat eine Menge Details - Was ist das Thema? Wer sind die Debattierenden? Was ist ihre Situation und ihr Umfeld? Was für ein Ziel hat die Debatte? Diese und andere Fragen haben einen Einfluss darauf, ob eine Debatte in der Shari'ah erlaubt ist oder nicht. Siehe auch die Fußnoten zu Punkt 157.

[33] [TN] Imām Abū Hanīfa [rahimahullāh] sagte: „Es ist für niemanden erlaubt über Allāh zu reden. Er sagt nur, bezüglich der Attribute, was Allāh Selbst gesagt hat. Seine Meinung hat darin nichts zu suchen. Allāh, der Herr der Welten, ist Erhaben und der Allerhöchste.“ Siehe Sharh ul-'Aqīdah-Tahāwiyyah [S.313].

[34] Surah ash-Shūra 42:11

[35] [TN] „Der Allerbarmer erhob Sich [Istawā] über den Thron.“ [Surah TaHa 20:5] und „Allāh ist es, der die Himmel und die Erde, und alles was zwischen ihnen liegt, in sechs Tagen erschuf, und Sich dann über den Thron erhob. Ihr habt außer Ihm keinen Schutzherrn und keinen Fürsprecher. Wollt ihr dann nicht bedenken?“ [Surah as-Sajdah 32:4]

[36] [TN] Es gibt eine Vielzahl von qur'ānischen Versen und Ahadīth, die beweisen, dass Allāh, al-A'rlā [der Allerhöchste], über Seinem Thron ist, welcher über dem siebten Himmel ist, das 'wie' ist dabei gemäß Seiner Erhabenheit. Abū Bakr al-Khallāl sagte: Es wurde zu Abū'Abdullāh [hier ist Imām Ahmad gemeint] gesagt: „Allāh ist über dem siebten Himmel, über Seinem Thron, separat und distinkt von Seiner Kreation, und Seine Macht und Sein Wissen sind überall?“ Er [Imām Ahmad] sagte: „Ja, Er ist über Seinem Thron, und nichts entkommt Seinem Wissen.“ Siehe adh-Dhahabīs Mukhtasar al-'Uluww [S.189]. Siehe auch den Anhang für Details, was der Manhaj von Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah bezüglich der Namen und Attribute von Allāh ist.

[37] Der Qur'ān ist die Rede von Allāh und daher eines der Attribute von Allāh. Und alle Attribute Allāhs sind auf ewig mit Ihm [und nicht erschaffen].

Imām Mālik sagte: „Der Qur'ān ist die Rede von Allāh. Er ist nicht erschaffen.“ Berichtet in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [414]. Imām Ahmad ibn Hanbal wurde über denjenigen gefragt, der sagte, dass der Qur'ān erschaffen sei, da sagte er:[Er ist] ein Ungläubiger.” Berichtet von al-Lālakāī in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [449].

[TN] Sheikh-ul-Islam ibn Taymiyyah sagte: „Die Worte [- des Qur'ān -] sind die Worte des Erschaffers [Allāh], aber die Stimme [beim Qur'ān lesen] ist die vom Rezitierenden, so wie es vom Qur'ān und der Sunnah beschrieben wird, als auch vom gesunden Menschenverstand. Allāh, der Erhabene, sagt: „Und wenn einer von den Götzendienern dich um Schutz bittet, dann gewähre ihm Schutz, auf dass er die Worte Allāhs [den Qur'ān] hört, dann eskortiere ihn zu einem Platz der Sicherheit.“ [Surah at-Tawbah 9:6]. Der Prophet sagte: „Verziert den Qur'ān mit euren Stimmen.“ [Siehe Sunan an-Nasā'i [1015] und Abu Dāwūd [1468], Sahīh laut Sheikh al-Albāni.] Zitat Ende aus Majmoo' al-Fatāwa [12/98]. Siehe auch Punkt 99 für weitere Details.

[38] [TN] Damit ist gemeint, dass sie Ihn mit ihren eigentlichen Augen sehen werden, und nicht metaphorisch. [Ende TN]

Allāh sagt: „[Einige] Gesichter werden an jenem Tag strahlen, ihren Herrn ansehend.” [Surah al-Qiyāmah 75:22-23] Suhayb bin Sinan ar-Rūmi [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass Allāhs Gesandter sagte: „Wenn die Leute des Paradieses in das Paradies eintreten, wird Allāh, der Gepriesene und Allerhöchste, sie fragen: „Wünscht ihr noch etwas, sodass Ich euch mehr geben kann?” Sie werden sagen: „Hast Du denn nicht unsere Gesichter erstrahlen lassen? Hast Du uns denn nicht in das Paradies eintreten lassen und uns vor dem Feuer bewahrt?“ Sodann wird Er den Schleier entfernen und für sie wird es nichts lieberes geben, als dass sie ihren Herrn, den Mächtigen und Majestätischen, sehen.” Berichtet in Sahīh Muslim [181] und anderen. 

Hanbal sagte: Ich sprach zu Abu 'Abdullāh [gemeint ist Imām Ahmad] über das Ansehen von Allāh [ar-Ru'yah]. Er sagte: „Dies sind authentische Ahadīth. Wir haben Glauben [Eemān] daran und wir bestätigen es. Wir haben Glauben an, und bestätigen alles, was vom Propheten mit einer guten Kette von Erzählern [Isnād] berichtet wurde.“ Berichtet von al-Lālakāī in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [889].

[39] 'Adiyy ibn Hātim berichtet, dass der Prophet sagte: „Es gibt nicht einen einzigen von euch, mit dem Allāh am Tag der Auferstehung nicht sprechen wird, ohne irgendeinen Interpreten zwischen Ihm und ihm.” Berichtet von al-Bukhāri [6539], Imām Ahmad [17782] und at-Tirmidhī [2415].

[40] Allāh, der Erhabene, sagt: „Was nun denjenigen angeht, dessen Waagschale [der guten Taten] schwer ist, so wird er ein zufriedenes Leben führen [im Paradies]. Aber was nun denjenigen angeht, dessen Waagschale leicht ist, so wird sein Heim ein Abgrund sein [d.h. die Hölle].” [Surah al-Qāri'ah 101:6-9]

Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass Allāhs Gesandter sagte: „Zwei Wörter sind dem Barmherzigen am liebsten, leicht auf der Zunge und schwer auf der Waage: SubhānAllāhi wa bihamdihi und SubhānAllāhil 'Adhīm." Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [7563].

Das 'Hadīth des Pergaments': 'Abdullāh ibn 'Amr ibn al-'Aas [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass er den Gesandten Allāhs   sagen hörte: „Allāh wird einen Mann von meiner Ummah zu Sich nehmen, bevor der Tag der Auferstehung erschaffen wird, und neunundneunzig Schriftrollen werden für ihn ausgerollt. Jede einzige wird so lang sein, so weit das Auge sehen kann. Dann wird Allāh sagen: „Leugnest du irgendetwas von dem hier? Haben dir Meine wachsamen Schreiber irgendwo Unrecht zugetan?“ Er wird antworten: „Nein, O mein Herr!“ Dann wird Allāh sagen: „Hast du irgendeine Ausrede?“ So wird er sagen: „Nein, O mein Herr!“ Dann wird Allāh sagen: „Vielmehr hast du eine gute Tat bei Uns, und dir wird an diesem Tag kein Unrecht zugetan werden.“ Sodann wird ein Pergament gebracht, was enthält: „Ich bezeuge, dass es keinen gibt, der der Anbetung würdig ist, außer Allāh, und ich bezeuge, dass Muhammed Sein Diener und Gesandter ist.“ So wird Allāh sagen: „Sei Zeuge des Wiegens.“ So wird er sagen: „O mein Herr! Was ist schon dieses Pergament im Vergleich zu all diesen großen Schriftrollen?“ So wird Allāh sagen: „Gewiss, dir wird kein Unrecht zugetan werden.“ So werden die Schriftrollen auf die eine Waagschale gelegt und das Pergament auf die andere Waagschale, und die Schriftrollen werden leichter sein und das Pergament schwerer, denn nichts hat mehr Gewicht als der Name von Allāh.“ Berichtet von Imām Ahmad [7013], at-Tirmidhī [2639] und Ibn Mājah [4300], Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] klassifizierte es als Sahīh.

[41] Der Glaube [Eemān] an die Strafe des Grabes hat den Konsens [Ijma'] von Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah, wie von Abul Hasan al-Ash'arī in Risālah ilā Ahl ath-Thughar [S.279] angemerkt wurde. Dies wird nur von den Khawārij und einigen Leuten der Mu'tazilah abgelehnt. Allāh, der Erhabene, sagt: „Das Feuer - morgens und abends werden sie ihm ausgesetzt. Und am Tag, an dem sich die Stunde erhebt [, wird gesagt werden]: „Lasst die Leute Fir'auns in die strengste Strafe eintreten.“" [Surah Ghāfir 40: 46]

Ibn Abbās [radiallāhu 'anhu] sagte: „Allāhs Gesandter ging an zwei Gräbern vorbei, und sagte: „Wahrlich, sie werden bestraft, aber sie werden nicht für etwas Schwerwiegendes bestraft.“ Dann sagte er : „Vielmehr ist es so: einer von ihnen beschützte sich selbst nicht vor seinem Urin, und der andere war daran gewöhnt Geschichten herumzuerzählen [in denen er schlecht über andere sprach].“ Berichtet von al-Bukhāri [6055], Imām Ahmad [1980] und den Verfassern der vier Sunan. [TN] Abu Dāwūd [20], at-Tirmidhī [70], an-Nasā'i [31] und Ibn Mājah [349]. [Ende TN]

Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass Allāhs Gesandter sagte: „Wenn der Verstorbene - oder er sagte: 'einer von euch' - in das Grab gelegt wird, dann kommen zwei schwarze Engel mit blauen Augen zu ihm. Einer von ihnen heißt al-Munkar und der andere al-Nakīr, und sie werden sagen…” Berichtet von at-Tirmidhī [1071], als Hasan klassifiziert von Sheikh al-Albāni in as-Sahīhah [1393].

Es gibt viele Ahadīth bezüglich der Strafe des Grabes. Al-Bayhaqi verfasste eine ganze Abhandlung namens Ithbāt 'Adhāb al-Qabr, was um die 240 Überlieferungen enthält. 

Imām ash-Shāfi'ī sagte: „Die Strafe des Grabes ist wahr, die Befragung von denjenigen im Grab ist wahr, die Wiederauferstehung ist wahr, der Tag des Jüngsten Gerichts ist wahr, das Paradies und das Feuer sind wahr. Was auch immer sonst noch in der Sunnah berichtet wird und von den Gelehrten, und denen die ihnen in den Ländern der Muslime folgen, ist wahr.” Berichtet von al-Bayhaqi in Manāqib ash-Shāfi'ī [1/415].

Imām Ahmad ibn Hanbal sagte: „Die Fundamente der Sunnah gemäß uns, sind: An dem festhalten auf was die Gefährten des Propheten waren, sie als Beispiel nehmen…und den Glauben an die Strafe des Grabes haben, und dass diese Ummah im Grab geprüft wird, und sie nach ihrem Glauben und Islam gefragt werden, wer ihr Herr ist, und wer der Prophet. Munkar und Nakīr werden zu ihnen kommen wie Allāh es will, und wie auch immer Allāh es möchte.” Siehe Usūl us-Sunnah von Imām Ahmad [S.1 und S.4].

Imām Ahmad sagte auch: „Die Strafe des Grabes ist wahr. Niemand leugnet sie, außer derjenige der irregegangen ist und fehlgeht, und andere in die Irre führt.“ Berichtet von Ibn Abī Ya'lā in Tabaqātul-Hanābilah [1/174]

[42] Der Erklärer von 'Aqīdat-Tahāwiyyah sagte: „Die Ahadīth, die bezüglich des Teichs berichtet wurden, erreichen das Level von mutawātir, mit Berichten von über dreißig Gefährten.” [TN] Siehe auch Sharh ul-'Aqīdat-Tahāwiyyah [S.220] [Ende TN]

Anas ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass Allāhs Gesandter sagte: „Die Größe meines Teiches ist wie das, was zwischen Āila [eine Stadt in Shām] und San'ā [im Jemen] liegt, und es hat Trinkgefäße wie die Anzahl der Sterne im Himmel.“ Berichtet von al-Bukhāri [6580], Ahmad [12881], at-Tirmidhī [2442] und anderen.

Samurah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass Allāhs Gesandter sagte: „Gewiss, es gibt für jeden Propheten einen Teich. Sie wetteifern miteinander darüber, zu wem eine größere Anzahl von Personen kommen wird. Ich hoffe, dass ich die größte Anzahl haben werde die bei mir ankommt.” Berichtet von at-Tirmidhī [2443] und anderen. Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] klassifizierte es als Sahīh in as-Sahīhah [1589]

Bezüglich der Ausnahme für Sālih ['alaihis salām] gibt es keine Überlieferung die authentisch ist. [TN] Die Überlieferungen dazu sind mawdoo' [fabriziert], siehe z.B. al-Mawdoo'āt [3/244] von Ibn al-Jawzī.

[43] Die lange Hadīth über die Fürsprache wird u.A. berichtet von al-Bukhāri [7439] und Muslim [191]. Bezogen auf die Arten der Fürsprache sagte Sheikh Abdul-Azīz bin Bāz [rahimahullāh] in seinen Notizen zu al-Aqīdah al-Wāsitiyyah [S.73]:

„Die verschiedenen Arten der Fürsprache, die am Tag der Auferstehung passieren werden, sind sechs, und wohlbekannt durch die Beweise in der Sharī'ah. Die sechs Typen sind:

[i] Die große Fürsprache, damit das Gerichtsverfahren für diejenigen, die dort versammelt sind, beginnt.

[ii] Die Fürsprache für die Leute des Paradieses, damit sie in es eintreten können.

[iii] Seine Fürsprache, die Strafe von seinem Onkel Abu Tālib zu erleichtern, sodass er an eine flache Stelle des Höllenfeuers gesetzt wird. Diese Art der Fürsprache ist speziell von dem Propheten für Abu Tālib. Was die anderen Ungläubigen betrifft, so gibt es für sie keine Fürsprache. Er, der Allerhöchste, sagt: „So nützt ihnen nicht die Fürsprache der Fürsprache einlegenden.“ [Surah al-Mudhaththir 74:48]

[iv] Fürsprache für manche die das Feuer verdienen, sodass sie es doch nicht betreten.

[v] Fürsprache für diejenigen, die das Feuer betreten haben, sodass sie wieder herauskommen.

[vi] Seine   Fürsprache, die Leute des Paradieses in ihren Rängen zu erheben. Diese letzte Fürsprache ist generell, für den Propheten , die anderen Propheten ['alaihimus salām], die Rechtschaffenen, die Engeln und für die muslimischen Kinder die jung gestorben sind.

All dies ist aber nur für die Menschen, die auf Tawhīd gestorben sind. Was die Sündigen von den Leuten von Tawhīd betrifft, die in das Feuer eingetreten sind, so werden sie nicht darin bleiben, sondern herausgenommen und geläutert werden. Es ist bewiesen in der Sahīh, von dem Propheten , dass die Sündigen dort sterben werden und wie Kohle herausgebracht werden. Dann werden sie [im Paradies] sprießen, wie Sprossen am Flussufer.” [TN] Siehe dafür beispielsweise Sahīh Bukhāri [6560].

[44] Allāh, der Erhabene, sagt:  „Es gibt keinen unter euch, der nicht darüber [- über die Hölle -] gehen wird. Das ist von deinem Herrn eine beschlossene Sache; unveränderlich. Dann erretten Wir diejenigen, die gottesfürchtig waren, und lassen die Ungerechten in ihr [gedemütigt] auf ihren Knien zurück.“ [Surah Maryam 19:71-72]

In dem langen Hadīth, berichtet von Abū Sa'īd al-Khudri [radiallāhu 'anhu] in Sahīh Muslim [183], ist berichtet, dass der Prophet sagte: „...Dann wird die Brücke über die Hölle gespannt werden, und die Fürsprache wird erlaubt werden, und sie werden sagen: „O Allāh! Gewähre uns Sicherheit! Gewähre uns Sicherheit!“ Es wurde gesagt: „O Gesandter Allāhs ! Was ist die Brücke?“ Er antwortete: „Es ist eine sehr rutschige Stelle. Auf ihr befinden sich Haken, Klauen und Spieße, wie die Stacheln die in Najd gefunden werden können, und es ist als Sa'rdān bekannt. Die Gläubigen werden sie in einem einzigen Augenblick überqueren, und wie der Blitz, und wie der Wind, und wie die Vögel, und wie die besten Pferde und Kamele. So werden manche entkommen - in Sicherheit - manche werden verletzt, aber dann wieder losgelassen, und manche werden in das Höllenfeuer geworfen...“

[45] Allāh, der Erhabene, sagt: „Der Gesandte glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn herabgesandt worden ist; und [so tun es] die Gläubigen. Sie alle glauben an Allāh, und an Seine Engel, und an Seine Bücher, und an Seine Gesandten [und sie sagen]: „Keine Unterscheidung machen wir zwischen Seinen Gesandten.“ Und sie sagen: „Wir hören und wir gehorchen! [Gewähre uns] Deine Vergebung unser Herr! - und zu Dir ist die Rückkehr.“ [Surah al-Baqarah 2:285]

[46] [TN] Der Prophet sagte: „...und wenn ihr Allāh nach etwas fragt, fragt nach al-Firdaus, denn es ist der mittlere Teil des Paradieses, und der höchste Teil des Paradieses, und darüber befindet sich der Thron des Allerbarmers...“ Siehe Sahīh al-Bukhāri [7423].

[47] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Es ist Allāh, der sieben Himmel erschaffen hat, und von der Erde genauso. Sein Befehl kommt zwischen ihnen hinab, auf dass ihr wisst, dass Allāh über alles Macht hat, und dass Allāh gewiss alles mit Seinem Wissen umfasst.“ [Surah at-Talāq 65:12]

Es gibt Ahadīth die darauf hinweisen, dass die Hölle unter der siebten, der untersten Erde ist, wie von Imām Bayhaqi in al-Ba'th wal-Nushur [455] angemerkt wurde. Dies wurde auch als die Aussage von 'Abdullāh ibn Salām [radiallāhu 'anhu] berichtet, von al-Hākim [8698] mit einer Sahīh Isnād, als auch von al-Hāfidh ibn Rajab als die Aussage von Ibn Abbās [radiallāhu 'anhu]. Siehe auch die Tafasīr von Ibn Kathīr und at-Tabarī zum Vers in Surah al-Mutaffifīn [83:7].

[48] [TN] „Allāh wird sagen: „Dies ist der Tag, an dem die Wahrhaftigen [Siddiqīn] von ihrer Wahrhaftigkeit profitieren werden. Für sie sind Gärten [im Paradies], unter welchen Flüsse fließen - ewig werden sie darin bleiben. Allāh ist zufrieden mit ihnen, und sie mit Ihm. Das ist der großartige Erfolg.“ [Surah al-Māida 5:119]

„Aber [ich habe für euch] die Vermittlung [der Wahrheit] von Allāh, und Seine Botschaften. Und wer auch immer Allāh und Seinem Gesandten den Gehorsam verweigert, so ist für ihn gewiss das Feuer der Hölle [vorbereitet] - ewig werden sie darin bleiben.“ [Surah al-Jinn 72:23]

Und es gibt eine Vielzahl weiterer Verse und Ahadīth, die beweisen, dass das Paradies und die Hölle für alle Ewigkeiten bestehen werden.

[49] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Wir sagten: „O Adam! Verweile du und deine Gattin im [Paradies]Garten, und esst davon in Fülle, wann und wo immer ihr wollt, aber nähert euch nicht diesem Baum, sodass ihr nicht zu den Übeltätern gehört.“ Dann brachte Satan sie dazu darin [- im Paradies -] einen Fehltritt zu begehen, und er entfernte sie aus der Verfassung in der sie gewesen waren. Und Wir sagten: „Geht runter. Einige von euch seien des anderen Feind. Und auf der Erde ist euer Aufenthalt und Vergnügung - für eine [festgesetzte] Frist.“ Dann empfing Adam von seinem Herrn Worte [um nach Vergebung zu bitten], und Er nahm seine Reue an. Gewiss - Er ist der Reue-Annehmende, der Barmherzige. Wir sagten: „Geht runter von hier, ihr alle. Und wann immer von Mir Rechtleitung zu euch kommt, und wer auch immer dann Meiner Rechtleitung folgt - auf denen soll keine Furcht sein, noch werden sie trauern. Doch diejenigen, die den Glauben abweisen und Unsere Zeichen verleugnen: die sind die Bewohner des [Höllen]Feuers - ewig werden sie darin bleiben.“ [Surah al-Baqarah 2:35-39]

[50] Von den vielen Ahadīth über den Dajjāl ist das, was Imām al-Bukhāri in seiner Sahīh [7408] von Anas [radiallāhu 'anhu] berichtet, nämlich dass der Prophet sagte: „Allāh sandte keinen Propheten, außer dass er seine Nation über den einäugigen Lügner [ad-Dajjāl] warnte. Habt acht! Er ist auf dem einem Auge blind, wohingegen euer Herr es nicht ist. Es wird zwischen seinen [Dajjāl's] Augen geschrieben stehen: „Kāfir“ [كافر].“

[TN] Hudhayfah ibn al-Yamān [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass Allāhs Gesandter sagte: „Ich weiß was der Dajjāl mit sich haben wird. Er wird zwei fließende Flüsse haben, einer von ihnen wird dem Auge wie klares Wasser scheinen, und der andere wird dem Auge wir ein flammendes Feuer scheinen. Wenn irgendjemand ihn sieht, lasst ihn zu dem Fluss gehen den er als Feuer erachtet, und er soll seine Augen schließen, seinen Kopf senken und davon trinken - denn es ist kaltes Wasser. Der Dajjāl ist auf dem einem Auge blind, mit einer dicken Schickt Haut über ihr, und zwischen seinen Augen wird stehen „Kāfir“ [كافر], was jeder Gläubiger lesen wird, ob er lesen und schreiben kann, oder Analphabet ist.“ Siehe Sahīh Muslim [5356].

[51] All dies ist in authentischen Ahadīth bestätigt, und viele von ihnen werden von al-Hāfidh ibn Kathīr in seiner Tafsīr vom Vers 159 von Surah an-Nisā [4:159] zitiert. Siehe auch Sahīh al-Bukhāri [3448, 3449] und Sahīh Muslim [6924, 7023].  

[52] [TN] Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass Allāhs Gesandter sagte: „Eemān [Glaube] hat über sechzig, oder über siebzig Teile, der beste davon ist es Lā ilāha ilAllāh [es gibt keinen, der der Anbetung würdig ist, außer Allāh] zu sagen, und der niedrigste Teil ist es etwas Schädliches von einem Weg zu entfernen. Und Schamhaftigkeit [al-Hayā] ist ein Teil von Eemān.“ Siehe Sahīh Muslim [35]. In diesem Hadīth wurde Eemān als etwas beschrieben, was aus Rede [Lā ilāha ilAllāh sagen] und Handlung [es etwas Schädliches von einem Weg entfernen] besteht, ob eine Handlung der Körperglieder, oder eine Handlung des Herzens [wie Schamhaftigkeit]. Was die Überzeugung im Herzen angeht, so ist sie einer der Grundpfeiler auf denen Eemān aufbaut, denn tut man eine Handlung, oder tut man etwas in der Religion ohne davon überzeugt zu sein, ist das Heuchelei. Überzeugung ist auch eine der Bedingungen, damit die Bezeugung Lā ilāha ilAllāh am Tag der Auferstehung akzeptiert wird. Siehe den Anhang für die weiteren, aus der Sharī'ah extrahierten Bedingungen, damit diese äußerst wichtige Bezeugung am Tag der Auferstehung akzeptiert wird. [Ende TN]

Al-Lālakāī berichtet in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [1737], dass 'Abd ar-Razzāq [as-San'ānī, gest. 211H] sagte: „Ich habe siebzig Sheikhs getroffen, von ihnen sind Ma'mar, al-Awzā'ī, ath-Thawrī, al-Walīd ibn Muhammad al-Qurāyshī, Yazīd ibn as-Sā'ib, Hammād ibn Salamah, Hammād ibn Zayd, Sufyān ibn 'Uyainah, Shu'ayb ibn Harb, Wakī' ibn al-Jarrāh, Mālik ibn Anas [Imām Mālik], Ibn Abī Laylā, Isma'īl ibn 'Ayyāsh, al-Walīd ibn Muslim und die, die ich nicht genannt habe. Sie alle sagen: „Glauben besteht aus Rede und Handlung, er nimmt zu und er nimmt ab.“

'Abdullāh ibn Ahmad berichtet in as-Sunnah [612]: Mein Vater erzählte mir die folgende Überlieferung: Abu Salamah al-Khuzā'ī überlieferte uns etwas - er sagte: „Mālik, Sharīk, Abu Bakr ibn 'Ayyāsh, 'Abdul-'Azīz ibn Abī Salamah, Hammād ibn Salamah und Hammād ibn Zayd sagten: „Glaube ist Überzeugung, Proklamation und Handlung.“

Al-Lālakāī berichtet in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [1740], dass 'Uqbah ibn 'Alqamah sagte: Ich fragte al-Awzā'ī über Glauben; kann er zunehmen? Er sagte: „Ja, bis er wie die Berge wird.” Ich sagte: „Kann er abnehmen?“ Er sagte: „Ja, sogar bis nichts mehr davon übrigbleibt.” 

Unter den Versen, welche die Gelehrten als Beweise für den Fakt nutzen, dass Glaube zunimmt, sind: Surah Aale-'Imrān [3:173], Surah al-Fath [48:4] und Surah at-Tawbah [9:124] [TN] „Was aber diejenigen angeht, die glauben, so hat sie ihren Glauben gemehrt, und sie sind voller Freude.“ [Surah at-Tawbah 9:124], „...und wenn ihnen Seine Verse verlesen werden, so vermehrt es ihren Glauben.“ [Surah al-Anfāl 8:2], und es gibt viele weitere solcher Verse. Die Murji'ah lehnen ab, dass Glaube zunimmt und abnimmt, vielmehr glauben sie, dass auch der niederträchtigste Sünder so viel Eemān hat wie Jibra'īl [alaihis salām] - dieser Glaube geht gegen die Verse des Qur'ān und die authentischen Ahadīth.

[53] Das wird unter anderem berichtet von al-Bukhāri [3655], Imām Ahmad in Fadhāilus-Sahābah [570] und as-Sunnah von 'Abdullāh ibn Ahmad [S.574-578]. [TN] Die von Imām Barbahāri verwendete Wortwahl ist von Imām Ahmad in Fadhāilus-Sahābah [857] mit einer Sahīh Isnād, und von al-Lālakāī in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [1446] und at-Tabarāni in al-Wasīd [8702] berichtet. Das Stillschweigen des Propheten ist der Beweis dafür, dass Uthmān [radiallāhu 'anhu] einen Grad höher in Vortrefflichkeit hat, als 'Ali [radiallāhu 'anhu]. Dies wird unter anderem von den Shī'ah abgelehnt. Über die Reihenfolge im Sinne der Vortrefflichkeit der Menschen nach dem Propheten - also Abū Bakr, dann 'Umar, dann Uthmān, dann 'Ali [radiallāhu 'anhum ajma'īn], gibt es einen Konsens innerhalb Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah, als auch den Gefährten, wie von ad-Daraqutni in Sualāt as-Sulamī li-Daraqutni [S.238], von Sheikh ul-Islam ibn Taymiyyah in Fatāwa al-Kubrā [4/445] und Ibn Hajar as-Asqalāni in Fath-ul-Bāri [7/17] überliefert wird. Muhammed bin Hanafiyyāh sagte: „Ich fragte meinen Vater ['Ali bin Abi Tālib]: „Wer sind die besten Menschen nach dem Propheten ?“ Er sagte: „Abū Bakr.“ Ich fragte: „Wer dann?“ Er sagte: „Dann 'Umar.“ Ich hatte Angst, dass er sagen würde „Uthmān“, so sagte ich: „Dann du?“ Er sagte: „Ich bin nur ein einfacher Mann von den Muslimen.“ Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [3671] und Abu Dāwūd [4629].

Außerdem kommt in Bukhāri [7207] vor, dass Abdur-Rahmān ibn al-'Awf [radiallāhu 'anhu] sagte, als es darum ging einen Kaliphen nach 'Umar [radiallāhu 'anhu] zu benennen: „...Nun dann, O 'Ali! Ich habe in die Angelegenheiten der Leute geschaut, und habe gesehen, dass sie niemanden so schätzen wie Uthmān...“. Die Reihenfolge bedeutet natürlich nicht, dass 'Ali [radiallāhu 'anhu] keine Vortrefflichkeit hat, vielmehr gibt sie die vom Propheten akzeptierte Reihenfolge im Sinne der Vortrefflichkeit wieder.

[54] [TN] Zusammen mit Abū Bakr, 'Umar und Uthmān [radiallāhu 'anhum ajma'īn], sind dies die zehn wohlbekannten Personen, denen der Prophet die frohe Botschaft des Paradieses während seiner Lebzeiten verkündet hatte. Siehe Sunan Abu Dāwūd [4649], at-Tirmidhī [3747] und anderen, als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

[55] [TN] Die beste Definition, die bezüglich eines Gefährten des Propheten genannt wurde, ist laut al-Hāfidh Ibn Hajar as-'Asqalāni [rahimahullāh]: „Eine Person, die den Propheten während seiner Lebzeiten gesehen hat, Muslim geworden ist, und dann als Muslim gestorben ist.“ Siehe al-Isābatu fī tamyīz as-Sahāba [1/8].

[56] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Und diejenigen, die nach ihnen gekommen sind, sagen: „Unser Herr! Vergebe uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorangegangen sind, und lege nicht in unsere Herzen Hass gegen diejenigen, die geglaubt haben. Unser Herr! Gewiss - Du bist voller Gnade, der Barmherzige.“ [Surah al-Hashr 59:10]

[57] [TN] Berichtet von at-Tabarāni in al-Kabīr [2/78] und anderen. Obwohl die Aussage an sich korrekt ist, sind alle Wege der Überlieferung dafür schwach, siehe as-Sahīfah fil-Hadīth ad-Da'īfa min Silsilah Ahadīth as-Sahīha lil-Albāni [S.50-55].

[58] Sheikh-ul-Islam Sufyān ibn 'Uyainah war ein Tābi'ut Tabi'īn. Er wurde in 107H in Makkah geboren, und starb im Jahr 198H.

[59] In der Originalversion von Imām Barbahāri steht nach der Aussage von Sufyān: Der Prophet sagte: „Meine Gefährten sind wie die Sterne. Welchem immer du auch folgst, so wirst du rechtgeleitet.“ Diese Aussage ist eine fabrizierte Fälschung, siehe Silsilah Ahadīth ad-Da'īfah [58] und The Prophet's Prayer Described von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] [S.94-96].

[60] [TN] Ibn 'Umar [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Es ist verpflichtend auf einen Muslim, dass er zuhört und gehorcht, ob er es nun mag, oder nicht, außer wenn ihm eine Sünde befohlen wird. Denn wenn ihm eine Sünde befohlen wird, dann gibt es weder zuhören, noch gehorchen.“ Siehe Sahīh Muslim [1839]. Ähnliches wird von Imām Bukhāri in seiner Sahīh [2955], Abu Dāwūd [2626], Tirmidhī [1707], Ibn Mājah [2864] und in der Musnad von Imām Ahmad [4654, 6242] berichtet.

[61] [TN] Hier ist gemeint, dass man sich nicht von dem muslimischen Anführer seines muslimischen Landes trennt, oder sich seiner Autorität entzieht. Siehe auch die Überlieferung von Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] in der Fußnote zu Punkt 2.

[62] 'Ubaydullāh ibn 'Adiyy ibn Khiyār berichtet: Ich ging zu 'Uthmān ibn 'Affān [radiallāhu 'anhu] während er belagert wurde, und ich sagte zu ihm: „Du bist das Oberhaupt der Muslime als Gemeinschaft und sieh was mit dir passiert ist. Wir werden im Gebet von dem Anführer eines Aufstandes angeführt und wir haben Angst, dass wir damit eine Sünde begehen.“ Da sagte er: „Das Gebet ist die beste Handlung die die Menschen tun. Wenn also die Leute Gutes tun, so tu das Gute mit ihnen. Wenn sie Sündhaftes tun, dann vermeide ihre schlechten Taten.“ Berichtet von al-Bukhāri [695]

[63] 'Abdullāh ibn Ahmad ibn Hanbal berichtet in Masāil al-Imām Ahmad [446]: Ich fragte meinen Vater wie viele [Rak'ahs] ich nach Jumu'ah beten sollte. Er sagte: „Wenn du willst, bete vier [Rak'ahs], oder wenn du willst, bete sechs Rak'ahs, in Paaren von zwei; das ist was ich bevorzuge. Aber wenn du vier betest, dann ist darin kein Übel.” Abu Dawūd berichtet in seinem Masāil al-Imām Ahmad [S.59]: Ich hörte Ahmad sagen: „[Bezüglich] dem Gebet nach Jumu'ah: wenn einer vier betet, so ist es ok, wenn jemand zwei betet, so ist es ok, und wenn jemand sechs betet, so ist es ok.“ [TN] Siehe auch Tabaqātul-Hanābilah [1/42, 241, 294, 311, 329, 342] und die Fußnoten zu Punkt 99.

[64] Mu'āwiya [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Gewiss - die Angelegenheit [des Kaliphāts] wird mit den Quraish bleiben. Niemand wird gegen sie rebellieren, außer dass Allāh ihn auf sein Gesicht fallen lässt - solange sie die Religion etablieren.“ Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [7139] und anderen.

[65] Die Khawārij sind eine Gruppe die erstmals zu der Zeit von 'Ali [radiallāhu 'anhu] hervorkamen. Sie trennten sich von seiner Armee und begannen die schwere Innovation von Takfīr [die Muslime, ob Herrscher oder die Beherrschten, welche ihrer Meinung nach große Sünden begangen haben sollen, als Ungläubige zu bezeichnen]. Der Prophet warnte gegen sie in unzähligen Hadīth: „Die Khawārij sind die Hunde des [Höllen]Feuers.” Berichtet von Imām Ahmad [19130] und es ist Sahīh. Er informierte uns auch darüber, dass sie immer und immer wieder kommen werden, bis zum Ende dieser Welt: „Eine Gruppe wird erscheinen, den Qur'ān rezitierend, doch es wird nicht weiter gehen als ihr Rachen. Jedes Mal, wenn eine solche Gruppe erscheint, wird sie abgeschnitten werden...bis der Dajjāl aus ihrer Mitte erscheinen wird.“ Berichtet von Ibn Mājah [174] und es ist Hasan, siehe Silsilah Ahadīth as-Sahīha [2455]. [TN] Unter den Khawārij der heutigen Zeit fallen auch Gruppierungen wie Daesh, al-Qaīdah, Boko Haram, al-Shabab und ähnliche. Es gibt einen Unterschied unter den Gelehrten bezüglich der Frage, ob die Khawārij als Ungläubige gelten, da es Überlieferungen von dem Propheten gibt, die darauf hinweisen [siehe z.B. Bukhāri 6931]. Sheikh 'Abdul-'Aziz bin Baz [rahimahullāh] war der Meinung, dass sie Ungläubige sind, siehe Fatāwa [25668 - Wer sind die Khawārij?].

[66] Siehe den von Ibn Abbās [radiallāhu 'anhu] berichteten Hadīth zum Punkt 2 dieses Buches.

[67] So wird es berichtet in Sahīh Muslim [4525, 4526]. [TN] Siehe auch Musnad Imām Ahmad [3/171] und Ibn Mājah [2862].

[68] Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [7057] von dem Hadīth von Usayd bin Hudayr [radiallāhu 'anhu]. [TN] Auch überliefert in Sahīh Muslim [1845].

[69] Hudhayfah [radiallāhu 'anhu] berichtet in einer längeren Hadīth, dass der Gesandte von Allāh sagte: „...Nach mir werden Herrscher kommen, die nicht von meiner Rechtleitung rechtgeleitet werden und nicht meiner Sunnah folgen werden. Unter ihnen wird es Männer geben, deren Herzen werden wie die Herzen von Teufeln sein, in den Körpern von Menschen.“ Er [Hudhayfah] fragte: „Was soll ich tun, O Gesandter von Allāh, sollte ich dies erleben?” Er antwortete: „Höre zu und gehorche deinem Herrscher, auch wenn er deinen Rücken auspeitscht und dein Vermögen an sich reißt, so sollst du ihm zuhören und gehorchen.“ Berichtet von Muslim [1847]. [TN] Dies ist auch berichtet von at-Tabarāni in al-Wasīd [2893] und al-Hākim in al-Mustadrak [8533].

Es ist auch mit einer anderen Isnād berichtet, dass der Prophet sagte: „...Wenn Allāh einen Kaliphen auf der Erde hat, der deinen Rücken auspeitscht und dein Vermögen an sich reißt, gehorche ihm, oder sterbe während du an der Wurzel eines Baumes nagst [weit weg von den Fitan]...“ Berichtet in Abu Dāwūd [4244], Musnad Imām Ahmad [5/386-387 und 403] und al-Hākim [4/432] mit einer Hasan Isnād laut Sheikh Albāni und Hāfidh Zubayr 'Ali Zai [rahimahullāh]; al-Hākim klassifizierte es als Sahīh.

Es gibt auch genügend andere Ahadīth die darauf hinweisen, dass man nicht gegen einen muslimischen Herrscher rebellieren darf, ob er nun die Leute unterdrückt, oder nicht, und dass man daran gebunden ist die eigene Pflicht ihm gegenüber zu erfüllen - er ist selbst dafür verantwortlich die Pflicht die er gegenüber seinem Volk hat zu erfüllen. Vielmehr gibt man ihm guten Rat und macht Du'a zu Allāh, dass Er den Herrscher rechtleitet. Siehe auch Punkte 135 und 136, und den Hadīth von Ibn Abbās [radiallāhu 'anhu] zu Punkt 2. [Ende TN]

Al-Khallāl berichtet in as-Sunnah [87], dass Abu Bakr uns überlieferte: „Ich hörte wie Abu 'Abdullāh [Imām Ahmad] befahl, das Vergießen von Blut zu vermeiden, und dass er strengstens Rebellion verbot.“

[70] Siehe das Kapitel in Sahīh al-Bukhāri - Kapitel: Über das Töten der Khawārij und der Mulhidūn nachdem die Beweise gegen sie etabliert wurden, und die Aussage von Allāh: „Allāh wird niemals Leute in die Irre gehen lassen, nachdem Er sie rechtegeleitet hat, bis Er ihnen nicht klar gemacht hat wovor sie sich hüten sollten...“ [Surah at-Tawbah 9:115] [TN] Siehe Sahīh al-Bukhāri [6930-6935].

[71] Er sagte: „Gewiss - Gehorsam ist nur in dem, was gut ist.“ Siehe Bukhāri [7257] und Muslim [1840]. Er sagte auch : „Es ist verpflichtend auf einen Muslim, dass er zuhört und gehorcht, ob er es nun mag, oder nicht, außer wenn ihm eine Sünde befohlen wird. Denn wenn ihm eine Sünde befohlen wird, dann gibt es weder zuhören, noch gehorchen.“ Siehe Sahīh Bukhāri [2955], Sahīh Muslim [1839] und Sunan Abu Dāwūd [2626],

[72] Al-Miqdād bin al-Aswad [radiallāhu 'anhu] sagte: Ich werde nichts Gutes oder Schlechtes über eine Person sagen, außer bis ich gesehen habe wie sie endet - nach dem, was ich von dem Propheten gehört habe.“ Es wurde gesagt: „Was hast du gehört?“ Er sagte: „Ich hörte den Gesandten Allahs sagen: „Das Herz des Sohnes von Adam ist so unruhig wie ein Kochtopf wenn er kocht.“ Berichtet von Ahmad [23184], al-Hākim [3142] und Ibn Abī 'Aasim in as-Sunnah [226], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni in Sahīhul-Jāmi' [5023]

Anas [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte von Allāh sagte: „Sei nicht erfreut über die Taten von irgendjemanden, bis du nicht siehst wie die Person endet.” Berichtet von Ahmad [3/120, 123, 230, 257] und Ibn Abī 'Aasim in as-Sunnah [347-353], klassifiziert als Sahīh von Sheikh al-Albāni in Silsilah Ahadīth as-Sahīha [1334]. [TN] Siehe auch Punkte 46 und 47.

[73] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: Sag: „O Meine Diener, die ihr gegen euch selbst maßlos gewesen seid. Verstoßt nicht die Hoffnung auf Allāhs Barmherzigkeit. Gewiss, Allāh vergibt die Sünden - alle. Gewiss, Er ist der Allvergebende, der Barmherzige.“ [Surah As-Zumar 39: 53] „Und es ist Er, der die Reue von Seinen Sklaven annimmt und die Missetaten verzeiht - und Er weiß was ihr tut.“ [Surah ash-Shūra 42:25]

Hadīth Qudsi - Abū Dharr al-Ghiffāri [radiallahu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte Allāhs ﷺ berichtete, dass Allāh, der Erhabene und Allerhöchste, sagte: „O Meine Sklaven, Ich habe Mir Selbst Unterdrückung verboten, und Ich habe es auch unter euch verboten - so unterdrückt euch nicht gegenseitig. O Meine Sklaven, alle von euch sind irregegangen, außer diejenigen, die Ich auf den rechten Weg leite - so fragt Mich nach dem rechten Weg und Ich werde euch rechtleiten. O Meine Sklaven, alle von euch sind hungrig, außer diejenigen, die Ich speise - so fragt Mich nach Essen und Ich werde euch speisen. O Meine Sklaven, alle von euch sind nackt, außer diejenigen, die Ich kleide - so fragt Mich nach Kleidung und Ich werde euch kleiden. O Meine Sklaven, ihr sündigt Tag und Nacht, und Ich vergebe alle Sünden - so bittet Mich um Vergebung und Ich werde euch vergeben...“ Siehe Sahīh Muslim [2577].

Der Prophet sagte: „Alle von Adams Kinder begehen Fehler, und die besten von denen, die Fehler begehen, sind diejenigen die Taubā machen.“ Berichtet von at-Tirmidhī [2499], Ibn Mājah [4251], ad-Dārimī [2727] und Imām Ahmad [2/384], als Hasan klassifiziert von Sheikh al-Albāni. Um akzeptierte Reue [Taubāt an-Nasūhah] zu erreichen, müssen drei Bedingungen erfüllt sein: 1. Man gibt die Sünde auf. 2. Man bereut, dass man die Sünde begangen hat. 3. Man zieht den festen Entschluss, dass man nicht zur Sünde zurückkehren wird. Und wenn die Sünde mit dem Recht eines anderen zu tun hat, dann ist die vierte Bedingungen, dass man ihm das Recht zurückgibt, also beispielsweise gestohlenes Geld zurückgibt. Aber was ist wenn man immer und immer wieder Sünden begeht? Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet von seinem Herrn, dem Mächtigen und Majestätischen, berichtet: „Ein Sklave beging eine Sünde, und sagte dann: „O mein Herr! Ich habe eine Sünde begangen, so vergebe mir!“, so sagte [Allāh] der Erhabene und Allerhöchste: „Mein Sklave hat eine Sünde begangen, dann hat er realisiert dass er einen Herrn hat der Sünden vergibt und [den Sünder] zur Rechenschaft zieht.“ Dann verging so viel Zeit wie Allāh wollte, dann beging er noch eine Sünde, so sagte er: „O mein Herr! Ich habe eine Sünde begangen, so vergebe mir!“, so sagte der Erhabene und Allerhöchste: „Mein Sklave hat eine Sünde begangen, dann hat er realisiert dass er einen Herrn hat der Sünden vergibt und [den Sünder] zur Rechenschaft zieht.“ Dann verging so viel Zeit wie Allāh wollte, dann beging er noch eine Sünde, so sagte er: „O mein Herr! Ich habe eine Sünde begangen, so vergebe mir!“, so sagte der Erhabene und Allerhöchste: „Mein Sklave hat eine Sünde begangen, dann hat er realisiert dass er einen Herrn hat der Sünden vergibt und [den Sünder] zur Rechenschaft zieht. Tu was du willst, denn ich habe dir vergeben.“ Berichtet von Bukhāri [7507] und Muslim [2758].

Ibn Rajab [rahimahullāh] berichtet, dass Ibn Abi Dunya [rahimahullāh] mit seiner eigenen Isnād von Ali bin Abi Tālib [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass er sagte: „Der beste von euch ist jeder der in Versuchung gerät und dann in [ehrlicher] Reue umkehrt.“ Es wurde gesagt: „Was ist wenn er wieder eine Sünde begeht?“ Er sagte: „Dann soll er Allāh um Vergebung bitten und in Reue umkehren.“ Es wurde gesagt: „Was ist wenn er wieder eine Sünde begeht?“ Er sagte: „Dann soll er Allāh um Vergebung bitten und in Reue umkehren.“ Es wurde gesagt: „Was ist wenn er wieder eine Sünde begeht?“ Er sagte: „Dann soll er Allāh um Vergebung bitten und in Reue umkehren.“ Es wurde gesagt: „Für wie oft?“ Er sagte: „Bis der Shaytān besiegt ist.“

Es wurde zu al-Hasan al-Basri [rahimahullāh] gesagt: „Sollte sich einer von uns nicht davor schämen seinen Herrn für seine Sünden um Vergebung zu bitten, und sie dann wieder machen, dann um Vergebung zu bitten, und sie dann wieder machen?“ Er sagte: „Der Satan wünscht sich, dass ihr solch eine Einstellung entwickelt - so hört niemals auf um Vergebung zu bitten.“ Siehe Jāmi' al-Uloom wal-Hikam [1/164-165]. Wenn man realisiert, dass man eine Sünde begangen hat, sollte man sofort in Reue zu Allāh zurückkehren und nicht warten. Man zieht den festen Entschluss die Sünde nicht noch einmal zu begehen, und man tut alles was dafür notwendig ist - man entfernt sich beispielsweise von schlechten Freunden, die einen immer wieder dazu anspornen Sünden zu begehen. Falls man trotz aller Anstrengung wieder eine Sünde begeht, dann fragt man Allāh wieder um Vergebung, und man sollte niemals aufhören Allāh um Vergebung zu bitten, denn Allāh hat versprochen ehrliche Reue anzunehmen - und Allāh bricht niemals Sein Versprechen. Und es gibt keine Sünde für die man nicht um Vergebung bitten kann.

[74] Dies bezieht sich auf die Steinigung eines Mannes oder einer Frau, die der Unzucht schuldig gesprochen wurden, und sie vorher schon einmal verheiratet waren, oder sind.

'Ubādah ibn as-Sāmit berichtet, dass der Gesandte von Allāh sagte: „Nimmt von mir! Nimmt von mir! Allāh hat einen Weg für sie bestimmt. Wenn ein unverheirateter Mann Unzucht mit einer unverheirateten Frau begeht, dann gibt es für sie einhundert Peitschenhiebe und die Verbannung ins Exil für ein Jahr. Wenn ein verheirateter Mann mit einer verheirateten Frau Unzucht begeht, so gibt es einhundert Peitschenhiebe und die Steinigung zum Tod.“ Berichtet von Muslim [1690]. [TN] Siehe auch at-Tirmidhī [1434], Ibn Mājah [2550], Sunan ad-Dārimi [2327], Musnad Imām Ahmad [22207], Sahīh ibn Hibbān [4426], Sunan al-Kubrā al-Bayhaqi [8/221] und andere, und die Ahadīth sind Sahīh. Allāh, der Erhabene, sagt: „Was nun der Gesandte euch gibt, das nehmt; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. Und fürchtet Allāh. Gewiss, Allāh ist streng im Bestrafen.“ [Surah Al-Hashr 59:7] Siehe auch die Fußnoten zu Punkt 57.

[75] Es ist von al-Lālakāī in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [314] berichtet, dass Sufyān ath-Thawri in der 'Aqīdah, welche er Shu'ayb ibn Harb überlieferte, sagte: “…O Shu'ayb ibn Harb! Was ich für dich geschrieben habe wird dir keinen Nutzen bringen, bis du nicht vertrittst, dass über die Ledersocken zu streichen besser ist, als sie zu entfernen und die Füße zu waschen…“ [TN] 'Urwa al-Mughīra berichtet von seinem Vater: „Er half dem Propheten beim Wudu', so machte er [] Wudu' und strich über seine Ledersocken. So fragte er ihn darüber und er [] sagte: „Ich habe sie [- die Füße -] da reingetan, als sie in einem Zustand der rituellen Reinigung waren.“ Siehe Muslim [274] und Bukhāri [206].

Khuzaymah ibn Thābit berichtet, dass der Prophet sagte: „Das Zeitlimit für das Streichen über die Socken ist drei Tage [und drei Nächte - also 72 Stunden] für den Wanderer und für den Ansässigen ein Tag und eine Nacht [also 24 Stunden].“ Berichtet in Muslim [276], Sunan Abu Dāwūd [157], an-Nasā'i [129], Ibn Mājah [552], und vielen weiteren. Die Wortwahl ist von Abu Dāwūd. Wenn man Wudu' gemacht hat und dann im Zustand ritueller Reinigung Socken oder Schuhe anzieht, dann kann man beim nächsten Wudu' von oben über die Socken [Abu Dāwūd 163] streichen, anstatt sie auszuziehen und die Füße zu waschen, außer wenn man Ghusl für Janābah macht [an-Nasā'i 127] - bei Ghusl für Janābah muss man seine Socken vorher ausziehen.

Die Ahādith über das Streichen über die Socken erreichen das Level von muttawātir: al-Hasan al-Basri [rahimahullāh] sagte, dass ihm über 70 Gefährten über das Streichen über die Socken berichtet haben, siehe Tanbīh al-Afhām Sharh Umdatul-Ahkām [S.59] von Sheikh Sālih al-Uthaymīn [rahimahullāh].

[76] [TN] Imām an-Nawawi schreibt in al-Majmoo' [2/218-223]: Der Prophet kürzte seine Gebete in all seinen Reisen, und es gibt keine authentischen Ahadīth, die darauf hinweisen, dass er jemals das volle Gebet betete wenn er auf einer Reise war. Anas ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] sagte: „Wir gingen mit dem Propheten raus, von Medina zu Makkah, und wir beteten zwei Rak'ahs für jedes Gebet, bis wir zu Medina zurückkehrten.“ Siehe Bukhāri [1081] und Muslim [724]. Ibn 'Umar [radiallāhu 'anhu] berichtet: „Ich begleitete den Propheten und er würde nie mehr als zwei Rak'ahs während einer Reise beten. Abū Bakr, 'Umar und Uthmān würden dasselbe tun.“ Siehe Bukhāri [1102] und Muslim [689]. [Ende Zitat von al-Majmoo']

Imām ash-Shāfi'ī [rahimahullāh] sagte, dass es zu bevorzugen [mustahabb] ist, die Gebete während der Reise zu kürzen, aber keine Pflicht. Wenn es eine Pflicht gewesen wäre, dann hätten Uthmān, 'Aisha und Ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhum ajma'īn] während [manche] ihrer Reisen nicht das komplette Gebet gebetet... Siehe Kitāb al-Umm [1/159].

[77] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt:[Es ist] Der Monat Ramadān, in dem der Qur'ān [zum ersten Himmel] herabgesandt wurde - eine Rechtleitung für die Menschen, und klare Beweise der Rechtleitung, und die Unterscheidung [zwischen Richtig und Falsch]. Wer auch immer dann von euch den [Mond von diesem] Monat sieht, der soll fasten. Wer jedoch krank ist, oder sich auf einer Reise befindet, für denjenigen gilt [, dass er] dieselbe Anzahl an Tagen [nachholt]. Allāh will für euch Erleichterung, und will nicht für euch Mühsal, sondern [will,] dass ihr die vorgeschriebene Anzahl [an Tagen] vollendet und ihr Allāh als Größten lobpreist - dafür, dass Er euch rechtgeleitet hat - auf dass ihr vielleicht dankbar werdet.“ [Surah al-Baqarah 2:185] [Ende TN]

Sheikh ul-Islam Ibn Taymiyyah [rahimahullāh] sagt in Majmoo' al-Fatāwa [25/209]: „Bezüglich der Art von Reise in der das Gebet verkürzt werden darf, so ist es gemäß der Übereinstimmung der Gelehrten erlaubt während der Reise auf das Fasten zu verzichten und das Fasten später nachzuholen. Der Verzicht auf das Fasten ist für den Reisenden gemäß der Übereinstimmung der Gelehrten erlaubt, egal ob jemand in der Lage ist zu fasten oder nicht, egal ob das Fasten schwierig wäre oder nicht, egal ob der Reisende genug Schatten hat, genug Wasser und jemanden der ihn bedient - es ist ihm trotzdem erlaubt auf das Fasten zu verzichten und seine Gebete zu kürzen. Wer auch immer sagt, dass der Verzicht auf das Fasten nur für denjenigen gilt, der dazu nicht in der Lage ist, so soll von ihm Buße verlangt werden...“

[78] Diese Punkte von Fiqh wurden vom Autor [Imām Barbahāri] erwähnt, weil diese Angelegenheiten von einigen Leuten der Innovation geleugnet wurden.

[79] Heuchelei [Nifāq] ist von zwei Arten: 1. Heuchelei im Glauben: Das ist was hier vom Autor gemeint ist. Diese Art von Heuchelei nimmt eine Person außerhalb des Islam. 2. Heuchelei des Verhaltens: Damit ist gemeint, dass eine Person bestimme Charakteristika eines Heuchlers hat, wie z.B. lügen, Versprechen brechen, jemanden hintergehen der einem vertraut, sich unverschämt in einer Diskussion verhalten, und verräterisch in Bezug zu Abmachungen sein. Dieser Typ, obwohl diese Taten sehr schwerwiegend sind, nimmt eine Person nicht außerhalb des Islam, kann aber mit der Zeit dazu führen. Siehe auch Sahīh Muslim [58].

[80] [TN] Die Welt ist also der Platz von Handlungen und dem Glauben. Im Jenseits kommt dann die Abrechnung, und niemandem wird es nutzen, wenn er nach dem Tod seinen Glauben bezeugt. Allāh, der Erhabene, sagt: „Und wenn du sie nur sehen könntest, wenn sie über das Feuer gehalten werden. Sie werden sagen: „O wehe uns! Würden wir doch nur zurückgebracht werden [in die Welt], dann würden wir nicht die Zeichen unseres Herrn verleugnen, und wir würden gewiss den Gläubigen angehören.“ [Surah al-An'ām 6:27-28]

Wenn Islam und Eemān zusammen erwähnt werden, dann bezieht sich der Islam auf die Handlungen der Glieder, wie die Proklamation der Shahadatān [La ilāha ilAllāh Muhammadun-RasūlAllāh], dem Gebet, dem Fasten, Zakāt geben, und dem Hajj, und Eemān bezieht sich auf den Glauben im Herzen, wie den Glauben an Allāh, Seinen Engeln, Seinen Büchern, Seinen Gesandten, dem letzten Tag, und der Vorbestimmung - dem Guten davon und dem Schlechten davon. Diese sind als die fünf Säulen von Islam, und sechs Säulen von Eemān bekannt, und der Prophet zählte sie in dem berühmten Hadīth Jibra'īl auf, siehe Sahīh Muslim [8].

[81] [TN] Ein Muslim ist jemand, der äußerlich die fünf Säulen des Islam praktiziert, und ein Gläubiger ist jemand, der innerlich an die sechs Säulen von Eemān glaubt. Allāh sagt: „Und die Beduinen sagen: „Wir glauben.“ Sag: „Ihr glaubt nicht - vielmehr sagt: „Wir haben uns [als Muslime] ergeben.“, denn der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingezogen. Wenn ihr aber Allāh und Seinem Gesandten gehorcht, wird Er nichts von euren Taten verloren gehen lassen. Gewiss - Allāh ist der Allvergebende, der Barmherzige.“ [Surah al-Hujurāt 49:14]

Der Glauben im Herzen ist eine Angelegenheit, die eine außenstehende Person nicht einschätzen kann, deshalb sind unter normalen Umständen die Gläubigen und die Muslime eins in Bezug zu Rechtsprechung und anderen Angelegenheiten, egal ob sie innerlich vielleicht sogar Heuchler sind.

[82] [TN] Der Prophet lehrte uns die Art uns auszudrücken, sollte wir jemanden loben wollen. Er sagte: „Wenn du wirklich jemanden loben musst, dann sag: „Ich denke, dass so-und-so, so-und-so ist. Und falls er wirklich so ist, dann denke ich so, und seine Abrechnung wird bei Allāh sein. Und wir läutern keinen vor Allāh.“ Siehe Adab-al-Mufrad [333], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

[83] [TN] Es gibt Kategorien von Personen, über welche der muslimische Herrscher und die angesehenen Gelehrten oder Personen, als eine Form der Abschreckung, kein Bestattungsgebet beten sollten. Der Prophet sagte zu seinen Gefährten bezüglich einer Person die Selbstmord begangen hatte: „Betet das Bestattungsgebet für euren Gefährten.“, aber er selbst nahm nicht daran teil. Dasselbe passierte bei einer Person die von der Kriegsbeute gestohlen hatte, siehe Abu Dāwūd [2710], an-Nasā'i [1959] und Ibn Mājah [2838]. Imām Ahmad würde ebenfalls nicht das Bestattungsgebet für diejenigen beten, die große Sünden [z.B. Diebstahl, Alkoholkonsum, Selbstmord etc.] begangen hatten, siehe al-Insāf [2/535] von al-Mardāwi.

[84] Oder auch irgendeine Form der Anbetung an andere als Allāh richten, wie z.B.: Tawāf um ein Grab machen, Tote um etwas bitten, oder Hilfe, oder Unterstützung von den Toten verlangen. Falls eine Person dies aus Unwissenheit tut, so sollte eine Person mit Wissen sie darüber aufklären, dass das Shirk ist und ihr dies Beweisen, sodass sie in der Lage ist es zu verstehen. Wenn die Person das dann wegen ihrer Arroganz ablehnt und wissentlich weiterhin Shirk begeht, so hat sie den Islam verlassen.

[TN] Es ist von 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass er sagte: „Der Prophet sagte eine Aussage und ich sage eine weitere: Er sagte: „Wer auch immer stirbt, während er noch neben Allāh jemand anderen als Rivalen [in seinen Gebeten und Bittgebeten] anruft, so wird er das [Höllen]Feuer betreten.“ Und ich sage: „Wer auch immer stirbt, während er niemanden neben Allāh als Rivalen [in seinen Gebeten und Bittgebeten] anruft, wird das Paradies betreten.“, berichtet in Sahīh Bukhāri [4497].

[85] „Sag: Gewiss, mein Gebet und meine [Schlacht]Opferung, mein Leben und mein Sterben sind für Allāh - dem Herrn der Welten.“ [Surah al-An'ām 6:162]

[86] [TN] Einen Muslim aus dem Islam auszustoßen, ist keine kleine Angelegenheit, da damit eine Vielzahl von Regelungen verbunden sind, z.B. dass seine muslimische Frau ihn verlassen muss, da sie nicht mit einem nicht-Muslim verheiratet sein kann, dass nicht von ihm geerbt werden kann und er kein Erbe von seinen muslimischen Verwandten bekommen kann - und vieles mehr. Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Falls ein Mann zu seinem Bruder sagt: „O Kāfir“, dann ist gewiss einer von beiden einer.“, berichtet in Sahīh Bukhāri [6103] - also einer von beiden ist ein Kāfir - entweder derjenige zu dem es gesagt wurde, oder es kommt auf denjenigen zurück, der es sagte. Basierend auf diesem Hadīth und vielen anderen authentischen Ahadīth und Aussagen der Gelehrten bezüglich dieser Thematik, sollten sich die gewöhnlichen Muslime nicht damit befassen ihre Brüder und Schwestern ohne Wissen als Ungläubige zu bezeichnen, da es unter Umständen auf sie selbst zurück kommen könnte - und das ist eine Angelegenheit die nicht unterschätzt werden darf! Es kann zwar Situationen geben, wo der Unglaube einer Person unbestreitbar scheint, in den meisten Fällen sind es aber die Gelehrten, zu denen die Angelegenheit für die Entscheidung bezüglich einer bestimmten Person zurückgebracht werden sollte, da sie das detaillierte Wissen über die Konditionen von Takfīr und die Barrieren, wie sie im Qur'ān und in der Sunnah aufgeführt sind [z.B. Unwissenheit über seinen Fehler, Zwang, Fehlinterpretation, Geisteszustand und andere], die Takfīr verhindern könnten, haben. Was einen selbst angeht, so sollte man sich mit den sogenannten Nawāqid al-Islam - die Angelegenheiten, die den Islam von einem nichtig machen - befassen, um sich selbst vor ihnen zu schützen. Zehn wohlbekannte Nawāqid, für die es größtenteils auch einen Konsens unter den Gelehrten gibt, sind die folgenden: 1. Shirk in der Anbetung von Allāh machen. Allāh sagt: „Gewiss, Allāh vergibt nicht, dass Ihm Partner [in Anbetung] beigesellt werden, aber Er vergibt alles andere, für wen Er will...“ [Surah an-Nisa 4:116] und „Wahrlich, derjenige der Allāh Partner beigesellt, dem hat Allāh gewiss das Paradies verboten, und seine Wohnstätte wird das [Höllen]Feuer sein - und für die Ungerechten gibt es keine Helfer.“ [Surah al-Māida 5:72] - und Allāh in Seiner Anbetung Partner beigesellen enthält auch, dass man die Toten oder die Jinn in Bittgebeten anruft, ihre Hilfe ersucht und für andere als Allāh Schlachttiere opfert, wie z.B. für die Insassen der Gräber und die Jinn. Es gibt hierfür eine Vielzahl von Beweisen aus dem Qur'ān und der Sunnah, und der Konsens der Gelehrten bezüglich diesem Punkt ist fest etabliert, siehe z.B. as-Sārim al-Munki [S.436]. 2. Mittelsmänner zwischen sich selbst und Allāh aufstellen,  sie in Gebeten und Bittgebeten anrufen, sie für Vermittlung zu Allāh fragen und sich auf sie verlassen. Derjenige der dies tut wird mit Konsens der Gelehrten als Ungläubiger erachtet. „Und wenn dich [O Muhammed ﷺ] Meine Diener nach Mir fragen - Ich bin gewiss nahe. Ich antworte auf die Rufe des Flehenden, wenn er Mich anruft. So lasse sie auch Mir antworten [mit Gehorsam] und lasse sie an Mich glauben, sodass sie vielleicht rechtgeleitet werden.“ [Surah al-Baqarah 2:186] „Und dein Herr hat gesagt: „Ruft mich [in euren Bittgebeten] an; Ich werde euch antworten. Gewiss, diejenigen die zu Stolz sind mich anzubeten, werden gedemütigt in die Hölle eintreten.“ [Surah al-Ghāfir 40:60] - Allāh verlangt von den Menschen dass sie Ihn direkt anbeten, ohne irgendeinen Mittelsmann zu nehmen. Der genannte Konsens kann gefunden werden in al-Furū' [3/553] von Ibn Muflih, al-Insāf [10/327] von al-Mirdāwi, Kashshāf al-Qinā' [6/168] von al-Bahooti und Majmoo' al-Fatāwa [1/124] von Ibn Taymiyyah. Hierbei macht es keinen Unterschied ob die im Bittgebet als Mittelsmann angerufene Person von den Propheten, Awliyah, Salihīn [rechtschaffenen Personen], den Engeln oder den Jinn ist - ob tot oder lebendig. 3. Mushrikīn nicht als Ungläubige deklarieren, oder Zweifel an ihrem Unglauben haben, oder ihrem Madhab [Glauben, Credos] zustimmen - wer auch immer dies tut hat seinen Unglauben bezeugt. Abūl-Fadl ʿIyād ibn Mūsā al-Yahsubī as-Sabtī [gest. 544 AH], auch bekannt als al-Qādī 'Iyād berichtet von einem Konsens der Gelehrten, dass wer auch immer nicht die Christen, Juden [, Polytheisten] und diejenigen, die [ohne Zweifel] die Religion des Islam verlassen haben, nicht als Ungläubige erachtet, oder keine Position diesbezüglich bezieht, oder Zweifel daran hat [dass sie Ungläubige sind], selbst ein Ungläubiger ist, vgl. ash-Shifā' [2/281]. Siehe auch Majmoo' al-Fatāwa [2/368] von Ibn Taymiyyah [rahimahullāh]. Allāh sagt nämlich: „Sie sind gewiss Ungläubige - diejenigen, die sagen: „Allāh ist der Messias, der Sohn von Maryam [Maria].“ [Surah al-Māida 5:17] „Sie sind gewiss Ungläubige - diejenigen, die sagen: „Allāh ist der dritte von Dreien [in einer Trinität].“ [Surah al-Māida 5:73] und es gibt viele andere Verse in denen Allāh die Mushrikīn als Ungläubige deklariert hat. 4. Glauben, dass die Rechtleitung von anderen als dem Propheten perfekter ist als seine Rechtleitung, oder dass die Gesetzgebung von irgendjemandem besser ist, als die Gesetzgebung mit der er gekommen ist, wie z.B. was diejenigen tun, die die Gesetze der Tawaghīt [Plural von Taghūt - alles was neben Allāh angebetet wird] gegenüber den Gesetzen von Allāh als besser erachten, und sie die menschgemachten Gesetze gegenüber den islamischen Gesetzen als besser erachten. Siehe auch Majmoo' ul-Fatāwa ash-Sheikh Ibn Baz [1/132]. Hierbei muss in den meisten Fällen die betroffene Person unmissverständlich sagen, dass sie andere Gesetze als die Sharī'ah besser findet. Dieser Punkt hat sehr viele Details, welche in ausführlichen Büchern der Gelehrten diskutiert werden. Der Grund ist, dass die Khawārij diesen Nawāqid falsch einsetzen, um muslimische Führer und auch einfache Personen als Ungläubige zu deklarieren, die nach etwas anderem richten, als was Allāh herabgesandt hat. Eine solche Person macht zwar etwas, dass unmissverständlich als eine große Sünde gilt, aber um sie als Ungläubige deklarieren zu können, muss zweifellos feststehen, dass sie auch wirklich fest daran glaubt, dass ihr Vorgehen und ihr Handeln besser ist, als gemäß dem zu handeln was Allāh herabgesandt hat. Andernfalls würde jede Sünde als Unglaube gelten, weil man in dem Moment, in dem man die Sünde begeht, nach etwas anderem handelt als was Allāh herabgesandt hat. Der Qur'ān und die Sunnah des Propheten stehen aber im direkten Gegensatz zu dieser Ideologie. 5. Irgendetwas hassen, mit was der Gesandte gekommen ist, auch wenn die Person demgemäß handelt. Allāh sagt: „Dies ist, weil sie hassen was Allāh [an Offenbarung] herabgesandt hat - so hat Er ihre Taten wertlos gemacht.“ [Surah Muhammed 47:9] Der Konsens der Gelehrten hierüber kann gefunden werden in Kashshāf al-Qinā' [6/168] von al-Bahooti. 6. Irgendetwas von der Religion, die der Gesandte gebracht hat, verspotten, ob von ihren Belohnungen oder Bestrafungen - derjenige der das tut, hat seinen Unglauben bezeugt. Der Beweis ist die Aussage von Allāh: „Sag: „War es etwa Allāh und Seine Verse und Seinen Gesandten über den ihr euch lustig gemacht habt? Bringt keine Ausreden hervor - ihr seid in Unglauben gefallen nachdem ihr geglaubt hattet.“ [Surah at-Tawbah 9:65-66]. 7. Magie - Von den verschiedenen Typen von Magie ist das, was Geschlossenheit und Zerrissenheit zwischen den Menschen auslöst, wie z.B. das, was die Trennung zwischen einem Ehemann von seiner Ehefrau hervorruft, oder sie mit Magie dazu bringen, dass sie sich lieben. Derjenige der dies tut, oder damit zufrieden ist dass es getan wird, ist in Unglauben gefallen. Der Beweis ist die Aussage von Allāh: „Aber die beiden [Engel] lehrten keinem [die Magie], ohne zu sagen: „Wahrlich - wir sind eine Prüfung, so tretet nicht in Unglauben!“ [Surah al-Baqarah 2:102] 8. Mit den Mushrikīn [Ungläubigen] gegen die Muslime kooperieren oder sie gegen die Muslime unterstützen. Der Beweis ist die Aussage von Allāh: „Und wer auch immer von euch sie als Schutzherren nimmt, dann gewiss, ist er einer von ihnen. Gewiss, Allāh leitet nicht die ungerechten Leute recht.“ [Surah al-Māida 5:51] Hier macht es einen Unterschied in was für einer Situation derjenige ist, der den Ungläubigen gegen die Muslime hilft. Es gibt zu diesem Punkt auch weitere Details, siehe dafür z.B. Tafsīr at-Tabarī [3/140]. 9. Daran glauben, dass es für manche Leute erlaubt ist außerhalb der Grenzen der Sharī'ah von Muhammed zu agieren, so wie Khidr ['alaihis salām] nicht an die Sharī'ah von Musa ['alaihis salām] gebunden war - derjenige der das glaubt, hat seinen Unglauben bezeugt. 10. Sich von der Religion von Allāh komplett abkehren, sie weder lernen, noch gemäß ihr handeln. Der Beweis ist die Aussage von Allāh: „Aber diejenigen, die ungläubig sind, wenden sich von dem ab wovor sie gewarnt werden.“ [Surah al-Ahqāf 46:3] „Und wer ist ungerechter als derjenige, der mit den Versen seines Herrn ermahnt wird - dann kehrt er sich von ihnen ab? Gewiss, wir werden an den Übertätern Vergeltung ausüben.“ [Surah as-Sajdah 32:22]. Wie schon erwähnt, sollte man davon abhalten diese Nawāqid auf andere Personen anzuwenden, da dies die Aufgabe von Gelehrten ist, die sich mit den Details dieser Nawāqid auskennen. Vielmehr sollte man sie lernen, um sich selbst und seinen eigenen Islam zu schützen. Sollte man in der Lage sein, kann man auch seine Familie und nahen Verwandten auf sie mit weiser Ermahnung aufmerksam machen.

Die Du'a [Bittgebet], welche der Prophet am öftesten wiederholen würde, war: Ya Muqallibal-qulūb thabbit qalbī 'alā dīnik - O Dreher der Herzen, mache mein Herz standhaft auf Deiner Religion - überliefert in Sahīh Muslim [2655. Er pflegte auch zu sagen: Allāhumma innī a'ūthubika an ushrika bika wa anā a'lamu, wa astaghfiruka lima lā a'lamu - O Allāh, ich suche Zuflucht bei dir, dass ich Dir Partner zugeselle während ich es weiß, und ich bitte um deine Vergebung für das, was ich nicht weiß - überliefert in Musnad Imām Ahmad [4/403], al-Albānis Sahihul-Jami' as-Saghīr [3/233] und Sahīhut-Targhīb wat-Tarhīb [1/19]. Was hier gemeint ist mit Allāh Partner beigesellen während man es nicht weiß, ist ar-Riyā', also einen Akt der Anbetung tun, damit man von den Menschen gesehen wird - dies ist auch ein Form von kleinem Shirk [Shirk al-Asghar], welches kleiner ist als großer Shirk [Shirk al-Akhbar] mit dem man den Islam verlassen würde, siehe Fawwaaz bin 'Ali al-Madkhalī [S. 28-29].

[87] Berichtet in Sahīh Muslim [2656] und Musnad Imām Ahmad [7457]. [TN] Siehe auch Sunan at-Tirmidhī [2140], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

[88] Die Ahadīth über das Herabkommen von Allāh sind authentisch, und es gibt viele Wege der Überlieferung dafür. Siehe Bukhāri [1145] und Muslim [758]. [TN] Die Ahadīth dazu sind auch in Abu Dāwūd [1315], at-Tirmidhī [446], Ibn Mājah [1366], Muwatta Imām Mālik [496], Sunan ad-Dārimi [1478], Musnad Imām Ahmad [7457, 7538, 7567] und vielen anderen berichtet. Abū Hurairah [radiallahu 'anhu] berichtet, dass der Prophet ﷺ sagte: „Unser Herr, der Segenreiche und Erhabene, kommt jede Nacht zum niedrigsten Himmel herab, wenn noch ein Drittel der Nacht übrig ist, und sagt: „Wer ist es der Mich anfleht, auf dass Ich ihm antworte? Wer ist es der Mich fragt, auf dass Ich ihm es gebe? Wer ist es der Mich um Vergebung bittet, auf dass Ich ihm vergebe?“

Kommentar zum Hadīth: Das letzte Drittel der Nacht berechnet sich in diesem Fall so, dass man den Beginn der Zeit vom 'Isha-Gebet bis zum Beginn der Zeit des Fajr-Gebets nimmt und davon das letzte Drittel berechnet, siehe den Kommentar von Sheikh 'Abd al-Muhsin al-'Abbād in Sharh Sunan Abi Dawūd [13/287 - Maktaba ash-Shāmela Version].

[89] [TN] Es ist berichtet von ad-Daraqutni in an-Nuzūl [95, 96], al-Lālakāī in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [768], Musannaf Abdur-Razzāq [8830] und anderen. Sheikh Albāni klassifizierte es als Hasan in Sahīh ul-Jāmi' [1360]. Der Prophet sagte: „Und was das Stehen an 'Arafah angeht, so kommt Allāh, der Erhabene und Allerhöchste, zum niedrigsten Himmel herab, und rühmt sich vor den Engeln über sie, und sagt: „Dies sind Meine Sklaven! Sie sind zu Mir gekommen mit zerzausten Haaren, bedeckt mit Staub, von jedem fernen Ort. Sie fragen nach Meiner Barmherzigkeit und fürchten Meine Strafe, obwohl sie Mich nicht gesehen haben. So was wäre, wenn sie Mich gesehen hätten?“ Auch wenn du Sünden hättest wie die Anzahl von Sandkörner, [die Anzahl der] Tage des weltlichen Lebens oder [die Anzahl der] Regentropfen, so würde Allāh es für dich ausradieren.“

[90] Allāh, der Allerhöchste, sagt: „Und dein Herr kommt, und die Engel, Reihe um Reihe.“ [Surah al-Fajr 89: 22] Siehe auch ar-Radd 'ala-Jahmiyyah von ad-Dārimi [S.72]

[91] Berichtet von Bukhāri [6661] und Muslim [2848]. [TN] Anas ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Die Hölle wird nicht aufhören zu sagen: „Gibt es noch mehr [die mich betreten]?“, bis der Herr der Ehre Seinen Fuß darauf setzen wird, so wird es sagen: „Qat [genug]! Qat! Bei Deiner Ehre!“ Dann wird es sich zusammenziehen.“ Siehe auch Sunan at-Tirmidhī [3272], Musnad Imām Ahmad [13556], Sahīh Ibn Hibbān [268], Sunan al-Kubrā von an-Nasā'i [7672] und andere.

[92] Berichtet in Bukhāri [7405] und Muslim [2675] [TN] Muslim berichtet unter dem Kapitel: „Die Tugend von Dhikr, Bittgebeten, Allāh näher kommen und gut über Ihn denken“: Abū Dharr [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Allāh, der Erhabene und Allerhöchste, sagte: „Wer auch immer mit etwas Gutem kommt, so gibt es für ihn zehn Mal so viel, oder noch mehr. Und wer auch immer mit etwas Schlechtem kommt, so ist seine Bestrafung nur entsprechend gleich viel Schlechtem, oder Ich vergebe Ihm. Und wer auch immer Mir um eine Handspanne näher kommt, so komme Ich Ihm um eine Elle näher. Und wenn er Mir um eine Elle näher kommt, komme Ich ihm um die Länge von zwei ausgestreckten Armen näher. Und wenn er zu Mir laufend kommt, komme Ich zu ihm rennend. Und wer auch immer zu Mir kommt [am Jüngsten Tag] mit Sünden, die die ganze Erde füllen, aber er hat Mir keine Partner beigesellt, so komme Ich zu ihm mit derselben [Menge an] Vergebung.“ Sahīh Muslim [2687].

[93] Berichtet von Muslim [2841] und Ibn Abī 'Aasim in as-Sunnah [516]. Für die Erklärung dieses Hadīth von Hammād al-Ansāri, siehe Kitābus-Sifāt von Daruqutni [S.58, mit der Tahqīq von Dr. 'Ali Nāsir Faqhī]. [TN] Ist auch in Bukhāri [6227], Musnad Imām Ahmad [27388], Sahīh Ibn Hibbān [6162], Sahīfa Hammām bin Munabbih [59], Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [711] und anderen authentisch überliefert. Nach Sheikh 'Abd al-'Azīz bin Baz [rahimahullāh] ist mit der Aussage des Propheten gemeint, dass Allāh, Allhörend und Allsehend ist, und spricht wann Er will, und Er hat auch Adam mit der Fähigkeit zu hören, zu sehen und zu sprechen erschaffen. Aber das Hören von Allāh ist nicht gleich dem Hören des Menschen, und das Sehen von Allāh ist nicht gleich dem Sehen der Menschen, und genauso entspricht das Sprechen von Allāh Ihm Allein, und das Sprechen der Menschen entspricht dem Menschen. Siehe Majmoo' ul-Fatāwa [4/226].

Siehe auch den Anhang für den Manhaj [Weg] von Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah bezüglich der Namen und Attribute von Allāh und wie mit ihnen umzugehen ist.

[94] Berichtet in Musnad Imām Ahmad [3484, 1/285, 290] und Ibn Abī 'Aasim in as-Sunnah [470], klassifiziert als Sahīh von Sheikh al-Albāni, welcher anmerkte: „...das war in einem Traum, wie von mancher Wortwahl [der überlieferten Ahadīth] hervorgeht.“ Siehe auch as-Sunnah [1117] von 'Abdullāh ibn Ahmad. [TN] Auch berichtet von ad-Dārimi in as-Sunanihi [2195], at-Tabarāni in ad-Du'ā [1416], at-Tabarī in Mu'jam al-Kabīr [1/317], Daruqutni in ar-Riwa'yāt [257] und anderen. Ist auch in at-Tirmidhī [3235] und Musnad Imām Ahmad [21093], von Mu'ād ibn Jabal [radiallāhu 'anhu]  berichtet, klassifiziert als Sahīh von Sheikh al-Albāni.

[95] [TN] Imām ash-Shafi'ī sagte: „Ich bezeuge meinen Glauben an Allah, und die Verse die von Allāh gekommen sind, und sie sind so, wie Allāh sie wollte. Und ich bezeuge meinen Glauben an den Gesandten Allāhs ﷺ, und was von ihm gekommen ist, und es ist so, wie der Gesandte Allāhs ﷺ es wollte.“ [Lu'ma al-I'tiqād, Sharh Uthaymīn, 1/36]

Imām Sufyān bin 'Uyaynah [rahimahullāh] sagte: „Bezüglich der Attribute von Allāh, die Er selbst im Qur'ān genannt hat, so ist ihre Rezitation ihre Erklärung [ - sie werden also mit ihrer offensichtlichen Bedeutung verstanden]. Weder wird über ihre Ausprägung [das 'wie'] gesprochen, noch wird ein Gleichnis für sie gesetzt.“ Siehe al-Sifāt von Daruqutni [1/70].

[96] Jahmī: Jemand der die Namen und Attribute von Allāh ablehnt und dabei den Weg von Jahm ibn Safwān und seinem Lehrer al-Ja'd ibn Dirham folgt, welche beide für ihre niederträchtigen Glaubensvorstellungen und häretischen Lehren hingerichtet wurden.

Der korrekte Manhaj [Weg] bezüglich dem Glauben an die Attribute von Allāh, ist der Glaube von Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah, und zwar: Wir glauben an alle Attribute von Allāh, ohne sie zu leugnen oder ihre offensichtliche Bedeutung zu leugnen [Ta'tīl], ohne sie abseits ihrer offensichtlichen Bedeutung zu interpretieren [Tahrīf], oder zu sagen 'wie' sie sind [Takyīf], und ohne die Attribute Allāhs mit den Attributen der Kreation gleichzusetzen [Tahmthīl]. [TN] Siehe den Anhang für die logischen und textuellen Beweise für diese Herangehensweise, und die Aussagen der Salaf-as-Sālih [rechtschaffenen Vorgänger] dieser Ummah diesbezüglich.

[97] Das bezieht sich auf jemanden der behauptet Allāh gesehen zu haben während er wach ist. Vielleicht bezieht er sich auch auf die extremen Sufīs und diejenigen, die behaupten, dass Allāh innerhalb Seiner Kreation ist und es möglich ist Eins mit Ihm zu sein, oder diejenigen, die behaupten Wissen, oder eine Offenbarung direkt von Allāh erhalten zu haben. Unberührt ist Allāh, und weit entfernt ist Er von den Anschuldigungen die sie gegen Ihn machen.

[TN] Allāh, der Erhabene, sagt im Qur'ān: „Kein Blick kann Ihn erfassen, aber Er erfasst alle Blicke. Und Er ist Sich aller Feinheiten bewusst, der Allkundige.“ [Surah al-An'ām 6:103] Imām Ibn Kathīr berichtet in seiner Tafsīr, dass es mutawātir [eine große Anzahl] Berichte gibt, in denen die Gefährten und diejenigen, die von ihnen lernten, zu diesem Vers kommentierten: „Du wirst nicht in der Lage sein Ihn in dieser Welt zu sehen, aber du wirst ihn im Jenseits sehen.“, siehe dafür auch Punkt 16.

Es gibt unter manchen Muslimen auch das Missverständnis, dass der Prophet Allāh in der Isrā wal-Mi'rāj gesehen hat, in seiner Reise zum Himmel, und sie zitieren als Beweise den Vers: „Sein Herz belog ihn nicht, in dem was er sah. Wollt ihr dann mit ihm darüber streiten was er sah? Und gewiss sah er ihn ein anderes Mal herabkommen.“ [Surah an-Najm 53:11-13], und manche Kommentare von Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] und Imām Ahmad [rahimahullāh] zu diesem Vers. Hier eine Erklärung der korrekten Position diesbezüglich:

Es ist von Masrūq ibn al-Ajda' [rahimahullāh] berichtet, dass 'Aisha [radiallāhu 'anha] sagte: „O Abū 'Aisha! Drei Dinge - wer auch immer eine von ihnen sagt, hat gegen Allāh eine große Lüge erfunden. Wer auch immer sagt, dass Muhammed seinen Herrn gesehen hat, hat gegen Allāh eine große Lüge erfunden, denn Allāh sagt: „Kein Blick kann Ihn erfassen, aber Er erfasst alle Blicke. Und Er ist Sich aller Feinheiten bewusst, der Allkundige.“ [Surah al-An'ām 6:103]“, „Es steht nicht einem Menschen zu, dass Allāh mit ihm spricht, außer durch Offenbarung, oder von hinter einem Vorhang.“ [Surah ash-Shūra 42:51]. [Masrūq sagt:] Ich hatte mich zuvor zurückgelehnt, aber ich richtete mich auf, und sagte: „O Mutter der Gläubigen! Sei geduldig mit mir und sei nicht hastig mit mir. Hat Allāh nicht gesagt: „Und gewiss sah er ihn ein anderes Mal herabkommen.“ [Surah an-Najm 53:13] und: „Und gewiss sah er ihn am deutlichen Horizont.“ [Surah at-Takwīr 81:23]?“ Sie sagte: „Bei Allāh! Ich war die erste, die den Gesandten von Allāh darüber fragte, und er sagte: „Gewiss, das war Jibra'īl. Ich sah ihn nie in der Form in der er erschaffen wurde, außer diese beiden Male. Ich sah ihn vom Himmel herabkommen, und wegen seiner gewaltigen Größe füllte er alles aus was zwischen dem Himmel und der Erde war.“ ['Aisha sagte weiterhin:] Und wer auch immer behauptet, dass Muhammed etwas von dem verschwiegen hat, was Allāh zu ihm herabgesandt hat, hat gegen Allāh eine große Lüge erfunden, denn Allāh sagt: „O Gesandter! Verkünde was auch immer zu dir von deinem Herrn herabgesandt wurde.“ [Surah al-Mā'ida 5:67] Und wer auch immer behauptet, dass er wusste, was am nächsten Tag sein wird, hat gegen Allāh eine große Lüge erfunden, denn Allāh sagt: „Sag: Niemand im Himmel und der Erde hat das Wissen über das Verborgene ['Ilmul-Ghaib], außer Allāh.“ [Surah an-Naml 27:65].“ Berichtet in at-Tirmidhī [3068], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni. Ist in ähnlicher Form auch in Sahīh al-Bukhāri [4855] und der Musnad von Imām Ahmad [23706] berichtet.

Abū Dharr [radiallāhu 'anhu] berichtet: „Ich fragte den Gesandten Allāhs : „Hast du deinen Herrn gesehen?“ Er sagte: „[Sein Vorhang ist] Licht, wie hätte ich ihn sehen können?“ Berichtet in Sahīh Muslim [178], at-Tirmidhī [3282] und anderen.

Was die Kommentare von Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] und Imām Ahmad [rahimahullāh] angeht, so ist in manchen Überlieferungen berichtet, dass sie sagten, dass der Prophet Allāh mit seinem Herzen gesehen hat, und in anderen Überlieferungen ist nur berichtet, dass sie sagten, dass er Allāh gesehen hat. Aber in keiner Überlieferung sagen sie, dass er Allāh mit seinen Augen gesehen hat. Es ist in Sahīh Muslim [176] berichtet, dass Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] den Vers „Sein Herz belog ihn nicht, in dem was er sah...Und gewiss sah er ihn ein anderes Mal herabkommen.“ [Surah an-Najm 53:11 und 53:13] kommentierte, und sagte: „Er sah Ihn zwei Mal mit seinem Herzen.“

Diese Erklärung wird auch von Imām Ibn al-Qayyim [rahimahullāh] berichtet, welcher in seinem Buch Ijtimā' al-Juyūsh al-Islamiyyah [1/12] auch von einen Konsens der Gefährten des Propheten berichtet, überliefert von 'Uthmān ibn Sa'īd ad-Dārimi in seinem Buch al-Ru'yah, nämlich dass der Prophet Allāh in der Nacht von der Mi'rāj nicht mit seinen Augen gesehen hat.

[98] Berichtet mit dieser Wortwahl von Abush-Sheikh in al-'Azāmah [5] und Abul-Qāsim al-Asbahāni in at-Targhīb [2/73, 174] von dem marfoo' Hadīth von Ibn 'Abbās, und ihre Sanad ist schwach. Jedoch gibt es einen Zeugen in der Hadīth von 'Abdullāh ibn Sallām in marfoo'-Form, berichtet von Abu Nu'aym in al-Hilyah [6/66-67], welche sie auf das Level von Hasan bringt. Sie hat weitere Zeugen die schwach sind. Siehe auch: Silsilah Ahadīth as-Sahīha [1788]. [TN] Ist auch von at-Tabarāni in al-Wasīd [6/250], al-Lālakāī in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [927] und anderen berichtet.  Für weitere Details bezüglich der Authentizität dieser Überlieferung, siehe die Kommentare in der Fußnote von Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah, Punkt 927, Seite 442 in der Publikation von Maktabah Dār al-Basīrah. [Ende TN]

Das Reflektieren und das tiefe Nachdenken welches hier gemeint ist, ist der Versuch über Allāhs Essenz nachzudenken, und zu fragen „Wie?” und „Wieso?“ und ähnliches. [TN] Siehe auch Punkt 15 und ähnliche. Allāh, der Erhabene, sagt: „...Er weiß, was vor ihnen ist und was hinter ihnen liegt, und sie umfassen nichts von Seinem Wissen....“ [Surah al-Baqarah 2:255]. Siehe auch das Kapitel im Anhang „Rationaler Beweis für das Verbot von Takyīf“.

[99] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt im Qur'ān: „Er sagte: „Unser Herr ist es, der jeder Sache ihre Form [und Natur] gab und [es] hierauf rechtgeleitet hat.“ [Surah at-TaHa 20:50]

Allāh sagt beispielsweise: „Und dein Herr hat der Biene eingegeben: „Nimm du in den Bergen Häuser, und [auch] in den Bäumen, und in was sie errichten. Hierauf esse von allen Früchten und folge dem Weg, den dir dein Herr geebnet hat.“ Aus ihren Leibern kommt ein Getränk in sich verändernden Farben - in ihr ist eine Heilung für die Menschen. Gewiss - hierin ist ein Zeichen für die Leute, die nachdenken.“ [Surah an-Nahl 16:68-69]

[100] [TN] Allāh weiß mit Seinem perfekten Wissen sogar was passieren würde, wenn Er diejenigen, die den Glauben abgewiesen haben und dabei sind die Hölle zu betreten, wieder zurück in die Welt schicken würde: „Und wenn du sie nur sehen könntest, wenn sie über das Feuer gehalten werden. Sie werden sagen: „O wehe uns! Würden wir doch nur zurückgebracht werden [in die Welt], dann würden wir nicht die Zeichen unseres Herrn verleugnen, und wir würden gewiss den Gläubigen angehören.“ Aber nein! Vielmehr ist ihnen offenkundig geworden, was sie zuvor zu verbergen pflegten. Und wenn sie zurückgebracht werden würden, würden sie ganz gewiss wieder zu dem zurückkehren was ihnen verboten wurde. Und gewiss sind sie Lügner.“ [Surah al-An'ām 6:27-28]

[101] Abu Mūsa [radiallāhu 'anhu] berichtete, dass der Prophet sagte: „Es gibt keine Heirat ohne einen Vormund [Walī].” Berichtet von Abū Dawūd [2085] und es ist Sahīh.

[102] [TN] 'Aisha [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte Allāhs sagte: „Die Heirat einer Frau, welche ohne das Einverständnis ihres Walīs [Vormunds] stattgefunden hat, ist Bātil [ungültig].“ Er sagte dies drei Mal. [Dann sagte er :] „Falls er Beischlaf mit ihr hatte, dann bekommt sie ihre Mitgift dafür, dass er Beischlaf mit ihr hatte. Falls es einen Disput gibt, dann ist der Sultān [derjenige in Autorität] der Walī für diejenigen, die keinen Walī haben.“ Berichtet in Abu Dāwūd [2083], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni.

Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte Allāhs sagte: „Keine Frau soll eine andere Frau verheiraten [das Nikah verlesen], und keine Frau soll sich selbst verheiraten. Die Unzuchttreiberin ist diejenige, die sich selbst verheiratet.“ Berichtet in Ibn Mājah [1882] und es ist Sahīh. Hier ist gemeint, dass eine Frau nicht das Nikah verlesen kann, weder von einer anderen Frau, noch von sich selbst. 'Aisha [radiallāhu 'anha] sagte: „O so-und-so! Verlies das Nikah, denn Frauen können nicht das Nikah verlesen.“ Siehe Musannaf 'Abdur-Razzāq [6/201], als Sahīh klassifiziert von Hāfidh ibn Hajar in Fathul-Bāri [9/186]. Dieselbe Aussage von 'Aisha [radiallāhu 'anhu] ist auch in Musannaf ibn Abi Shaybah [3/276] überliefert.

[103] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Die [widerruflichen] Scheidungen sind zwei. Dann behalte [sie] auf angemessene Weise, oder lasse [sie] mit Güte gehen...Wenn er sie dann [zum dritten Mal] scheidet, dann ist sie ihm nicht mehr erlaubt, bis sie nicht einen anderen Mann als ihn geheiratet hat.“ [Surah al-Baqarah 2:229-230] Siehe auch Punkt 94 für das Verbot Istahlāl. [Ende TN]

Die Salaf würden manchmal solche Angelegenheiten von Fiqh in ihre Texte bezüglich 'Aqīdah einbinden, wenn diese Angelegenheiten von den textuellen Beweisen her klar und eindeutig waren, aber die Leute dennoch Ansichten hatten die dem entgegenstanden.

[104] [TN] „Und wer auch immer einen Gläubigen vorsätzlich tötet, so ist sein Lohn die Hölle - ewig wird er darin verbleiben - und der Zorn und Fluch von Allāh sind auf ihm, und Er hat für ihn eine gewaltige Strafe vorbereitet.“ [Surah an-Nisa 4:93] [Ende TN]

Der Wortlaut der Hadīth ist: „Das Blut eines Muslims, der bezeugt, dass niemand das Recht hat angebetet zu werden, außer Allāh, und dass ich der Gesandte von Allāh bin, ist nicht erlaubt, außer in drei [Fällen]: der verheiratete Unzuchttreiber, ein Leben für ein Leben, und derjenige der seine Religion aufgibt und sich von der Jamā'ah entfernt.“ Berichtet in Bukhāri [6878] und Muslim [1676].

[TN] Ibn Muflih al-Hanbali [rahimahullāh] sagte: „Es ist für jeden Harām die Hadd-Bestrafung auszuführen, außer für den Herrscher oder seinem ernannten Vertreter. Das ist etwas, wofür es einen Konsens unter den Fuqahā [Juristen] des Islam gibt, so wie es in al-Mawsū'ah al-Fiqhiyyah [5/280] berichtet wurde.“ Siehe al-Furū' [6/53]. Jeder von diesen Punkten hat seine Details und eine Fülle von Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit die Hadd-Bestrafung durchgeführt werden kann. Und sie wird nur in einem islamischen Land von einem muslimischen Herrscher oder seinem ernannten Vertreter durchgeführt. Die Details sind in den entsprechenden Kapiteln der Bücher von Fiqh [Rechtsprechung] zu finden. Es sollte hier angemerkt sein, dass sogenannte 'Ehrenmorde' keine islamische Grundlage haben und nichts anderes als Mord sind.

[105] [TN] Siehe Tafsīr ibn Abi Hātim [9/3028].

[106] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Und warne sie vor dem Tag der Versammlung über den es keine Zweifel gibt - eine Gruppe für das Paradies, und eine Gruppe für das brennende Feuer.“ [Surah ash-Shūra 42:7]

[107] [TN] Ibn Jarīr at-Tabarī überliefert in seiner Tafsīr [30/17-18]: „Allāh wird zwischen seinen Kreaturen, den Jinn, den Menschen und den Tieren richten - an jenem Tag wird Gerechtigkeit hergestellt werden zwischen dem Gehörnten und dem Hornlosen [Tier], bis keiner mehr ein Recht auf einen anderen hat. Dann wird Allāh sagen: „Werdet Staub.“ An diesem Moment wird der Ungläubige sagen: „Ach! Wäre ich doch nur Staub!“ Dies wurde als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni in Silsilah Ahadīth as-Sahīha [1966].

Allāh, der Erhabene, sagt in Surah an-Naba [78:40]: „Gewiss, Wir haben euch vor einer nahen Strafe gewarnt - einem Tag, an dem der Mensch sehen wird was seine Hände [an Taten] vorausgeschickt haben, und der, der den Glauben abgewiesen hatte, sagen wird: „Ach! Wäre ich doch nur Staub!“

[108] Es ist in der Hadīth überliefert: „Es ist nicht angemessen für eine Person des Paradieses, dass sie in es eintritt, während jemand aus den Menschen des Feuers noch ein Recht auf Vergeltung auf sie hat, bis ich nicht das Recht für ihn eingetrieben habe - sei es auch nur eine Ohrfeige.” Wir [- die Gefährten -] sagten: „Wie, wenn wir doch zu Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, barfuß, unbeschnitten und nackt kommen?“ Er sagte: „Mit guten und mit schlechten Taten.” Berichtet von Ahmad [15612], al-Bukhāri in al-Adabul-Mufrad [970] und al-Hākim klassifizierte es als Sahīh in al-Mustadrak [4/574, 2/437], adh-Dhahabī stimmte ihm zu, Sheikh al-Albāni klassifizierte es als Hasan.

[109] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Dann, wer auch immer auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, lasst ihn rechtschaffene Werke tun und lasst ihn in der Anbetung seines Herrn nichts [an Partnern] beigesellen.“ [Surah al-Kahf 18:110]

Abū Huraira [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte Allāhs sagte, dass Allāh, der Erhabene und Allerhöchste sagte: „Von denen, denen Partner beigesellt werden, bin Ich derjenige, der am meisten von einem Partner befreit ist. Wer auch immer dann eine Tat tut, in welcher er Mir einen Partner beigesellt, so werde Ich ihn und sein Shirk verlassen.“ Berichtet in Sahīh Muslim [2985].

Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet zudem, dass der Gesandte Allāhs ihm berichtete, dass Allāh, der Erhabene und Allerhöchste, am Tag der Auferstehung zu Seinen Sklaven herabkommen wird, um zwischen ihnen zu richten. Jede Nation wird auf ihren Knien sein. Die Allerersten die gerufen werden, um vor Ihm zu erscheinen, werden ein Mann sein, der den Qur'ān auswendig gelernt hatte, einer, der auf Allāhs Weg getötet wurde, und ein sehr reicher Mann. Allāh wird dann zum Qāri [der den Qur'ān auswendig gelernt hatte] sagen: „Habe Ich dir nicht beigebracht was Ich zu Meinem Gesandten herabgesandt hatte?“ Er wird sagen: „Ja gewiss, mein Herr!“ Er wird sagen: „Was hast du dann mit dem gemacht was Ich dir beigebracht hatte?“ Er wird sagen: „Ich würde im Gebet stehen, alle Stunden der Nacht und alle Stunden des Tages.“ Dann wird Allāh zu ihm sagen: „Du hast gelogen.“, und die Engel werden zu ihm sagen: „Du hast gelogen!“ Und Allāh wird zu ihm sagen: „Vielmehr wolltest du, dass die Leute sagen: 'so-und-so ist ein Rezitierer des Qur'ān ' - und es wurde auch gesagt.“ Dann wird die reiche Person gebracht werden, und Allāh wird zu ihr sagen: „War Ich nicht großzügig zu dir? - sodass du wegen Mir von keinem einzigen etwas verlangen musstest?“ Er wird sagen: „Ja gewiss, mein Herr!“ Er wird sagen: „Was hast du mit dem gemacht was Ich dir gegeben hatte?“ Er wird sagen: „Ich pflegte die Beziehungen zu meiner Familie und gab Almosen.“ Dann wird Allāh zu ihm sagen: „Du hast gelogen.“, und die Engel werden zu ihm sagen: „Du hast gelogen!“ Und Allāh wird zu ihm sagen: „Vielmehr wolltest du, dass die Leute sagen: 'so-und-so ist sehr spendabel' - und es wurde auch gesagt.“ Dann wird die Person gebracht werden, die auf Allāhs Weg getötet wurde, und Allāh wird zu ihr sagen: „Für was wurdest du getötet?“ Er wird sagen: „Mit wurde befohlen auf Deinem Weg zu kämpfen - so kämpfte ich, bis ich getötet wurde.“ Dann wird Allāh, der Allerhöchste, zu ihm sagen: „Du hast gelogen.“, und die Engel werden zu ihm sagen: „Du hast gelogen!“ Und Allāh wird zu ihm sagen: „Vielmehr wolltest du, dass die Leute sagen: 'so-und-so ist sehr tapfer' - und es wurde auch gesagt.“ Dann schlug der Gesandte Allāhs mir auf mein Knie, und sagte: „O Abū Huraira! Diese drei sind die ersten von Allāhs Kreaturen, mit denen das Höllenfeuer am Tag der Auferstehung angefacht werden wird.“ Berichtet in at-Tirmidhī [2382], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni, Ibn Hibbān [408] und Ibn Khuzaimah [2482].

[110] In dem Hadīth, berichtet von Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu], kommt vor: „…Wenn du nach etwas fragst, frag von Allāh. Falls du um Hilfe ersuchst, ersuche Hilfe bei Allāh. Und wisse, dass wenn auch die gesamte Ummah zusammenkommen würde um dir in irgendetwas zu nutzen, sie dir niemals nutzen könnten, außer wenn Allāh es schon für dich niedergeschrieben hat, und falls sie zusammenkommen würden um dir in irgendetwas zu schaden, sie dir niemals schaden könnten, außer wenn Allāh es schon für dich niedergeschrieben hat. Die Stifte sind erhoben und die Schriftrollen sind getrocknet.” Berichtet von at-Tirmidhī [2516], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Siehe auch Imām an-Nawawī's Vierzig Hadīth [19]. [TN] Ubādah ibn as-Sāmit [radiallāhu 'anhu] sagte zu seinem Sohn: „O mein Sohn! Du wirst niemals die Realität des Glaubens schmecken, bis du nicht weißt, dass was auch immer dir passiert ist, nie hätte an dir vorbeiziehen können, und was auch immer an dir vorbeigezogen ist, dir nie passiert wäre. Ich hörte den Gesandte Allāhs sagen: „Gewiss - das erste, was Allāh erschuf, war der Stift [al-Qalam]. Dann sagte Er zu ihm: „Schreib.“ Er sagte: „O mein Herr, was soll ich schreiben?“ Er sagte: „Schreib auf, was für jede Sache vorbestimmt wurde, bis sich die letzte Stunde erhebt.“ [Ubādah ibn as-Sāmit sagte dann:] „O mein Sohn! Ich hörte den Gesandten von Allāh sagen: „Wer auch immer auf etwas anderem stirbt als das hier, der ist nicht von mir.“ Berichtet in Abu Dāwūd [4700], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

Allāh, der Barmherzige, sagt: „Kein Unglück trifft auf die Erde ein, oder in euch selbst, außer dass es in einem Buch [al-Lawh al-Mahfūz niedergeschrieben] ist, bevor Wir in Existenz bringen. Gewiss, das - für Allāh - ist leicht. [Und das ist] damit ihr nicht über das betrübt seid was euch entgangen ist, und euch nicht [prahlerisch] darüber freut was euch gegeben wurde. Und Allāh liebt nicht die hochmütigen, prahlerischen...“ [Surah al-Hadīd 57:22-23].

[111] Dies wurde genannt um hervorzuheben, dass Allāh alles erschaffen hat - auch die Handlungen der Menschen. Dies ist im Gegensatz zu den Qadariyyah [die Qadr - die Vorbestimmung - ablehnen], welche glauben, dass der Mensch seine Handlungen selbst erschafft, so wie die Magian, die an zwei Erschaffer glauben: einem Erschaffer von Gut und einem Erschaffer von Böse. Der Prophet prophezeite über die Entstehung dieser Sekte, als er sagte: „Die Qadariyyah sind die Magian dieser Ummah. Wenn sie krank werden, besucht sie nicht, und wenn sie sterben, so geht nicht zu ihrer Beerdigung.“ Berichtet von Abu Dawūd [4691], als Hasan klassifiziert von Sheikh al-Albāni in Sahīhul-Jāmi'. Bezüglich der Handlungen der Menschen sagt Allāh, der Erhabene: „Allāh erschuf euch und was ihr tut.“ [Surah Sāffāt 37:96] Allāh alleine ist der Erschaffer von allem, auch der Handlungen der Menschen, und Er gab den Menschen einen beschränkten freien Willen, um zwischen Gut und Böse zu wählen. Weiterhin hat Er, der Erhabene, seine Gesandten gesandt, die zu dem Guten rufen und was zum Paradies führt, und vor dem Schlechten warnen und was zum Höllenfeuer führt. Deshalb ist der Mensch vollständig verantwortlich für seine eigenen Handlungen. [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Und haben ihm die zwei Wege [Gut und Böse] gezeigt?“ [Surah al-Balad 90:10] „Und sag: „[Es ist] die Wahrheit von eurem Herrn.“ Wer auch immer dann will, lasst ihn glauben, und wer auch immer will, lasst ihn ungläubig sein.“ [Surah al-Kahf 18:29]. Was damit gemeint ist, dass die Handlungen des Menschen erschaffen sind, ist, dass Allāh die von den Menschen ausgeübten Handlungen in die Existenz bringt, und nicht die Person selbst der Erschaffer seiner Handlungen ist. Von den Handlungen sind dann die, welche der Mensch selbst intendiert hat, und die, die er nicht intendiert hat, wie z.B. seine Bewegungen im Schlaf. Sowohl seine intendierten Handlungen, also auch die Handlungen die nicht intendiert waren, sind beide von Allāh erschaffen. Ein Person weiß selbst recht gut, welche ihrer Handlungen von ihr selbst intendiert waren, und welche nicht. Und die Intention hat eine hohe Wichtigkeit. Eine Person, die nicht die Intention hatte ihr fasten zu brechen, als sie ausversehen tagsüber im Ramadan etwas gegessen hat, wird dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Eine Person aber, die die Intention hatte gegen den Befehl Allāhs zu gehen und mir Absicht tagsüber im Ramadan etwas isst, wird zur Rechenschaft gezogen werden. Was die Person also selbst intendiert hat, für das ist sie auch selbst verantwortlich gemacht. Die Aussage von Imām Barbahāri: „Allāh wusste was die Diener tun wollten und in welche Richtung sie gerade gingen.“ bedeutet, dass Allāh, der Allwissende, vollständiges Wissen über die Intention der Person hatte, bevor die Person es wirklich intendiert hat, und das alles, sowohl die Intentionen als auch die Handlungen der Person, schon im Lawh al-Mahfūz niedergeschrieben sind. Es ist also festzuhalten, dass einer der wichtigsten Aspekte einer Handlung die Intentionen sind. Sie ist das, worüber der Mensch zur Rechenschaft gezogen werden wird. Siehe auch den Punkt 71 und die Fußnoten dazu.

[112] Al-Bukhāri [1245] und Muslim [952]. Beide berichten, dass er vier Takbirāt über an-Najāshī sagte. Siehe auch Ahkāmul-Janā'iz von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] [S.11]. Das Buch Death von Ali Hasan 'Abdul-Hamīd kann ebenfalls für die Beerdigungsvorschriften konsultiert werden.

[113] Es wird berichtet, dass dies die Aussage von al-Hakam ibn 'Utaibah [ein Tabi'ī der im Jahr 115H starb] war, berichtet von at-Tabarī in seiner Tafsīr [14/19], mit einer Sahīh Isnād. Es ist ebenfalls berichtet als eine Aussage von al-Hasan al-Basri [gest. 110H] von Abush-Sheikh in al-'Azamah [761], mit einer Hasan Isnād.

[114] Der Prophet rief: „O Abu Jahl ibn Hishām! O Umayyah ibn Khalaf! O 'Utbah ibn Rabī'ah! O Shaybah ibn Rabī'ah! Habt ihr realisiert, dass was euer Herr euch versprochen hatte, die Wahrheit ist? Was mich angeht, so habe ich realisiert, dass was mein Herr mir versprochen hatte wahr geworden ist!“ 'Umar hörte was der Prophet sagte, so fragte er: „O Gesandter von Allāh! Wie hören sie dich und wie sollen sie dir antworten, wo sie doch Leichen sind?” Daraufhin antwortete er : „Bei Ihm, in Wessen Hand meine Seele ist. Du hörst das, was ich sage, nicht besser als sie es tun, aber sie haben nicht die Macht dazu, zu antworten.” Berichtet von al-Bukhāri [3980] und Muslim [2874]. [TN] Im Allgemeinen gilt die Regel, dass die Toten die Lebenden nicht hören können, so wie Allāh sagt: „Und du vermagst nicht diejenigen hören zu lassen, die in den Gräbern sind.“ [Surah al-Fātir 35:22]. Für die Ausnahmen die authentisch überliefert sind, siehe die Fußnoten zu Punkt 74.

[115] 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] berichtet: Ich besuchte den Propheten als er krank war und an hohem Fieber litt. Ich sagte: „Du hast hohes Fieber. Ist es, weil du dafür eine doppelte Belohnung bekommen wirst?“ Er antwortete: „Ja - kein Muslim leidet, außer dass Allāh dafür seine Sünden entfernt, so wie die Blätter von einem Baum fallen.“ Berichtet von al-Bukhāri [5647] und Muslim [2571].

[116] [TN] Der Prophet sagte: „Fünf sind Märtyrer: Derjenige der an der Pest stirbt, derjenige der an einer Bauchkrankheit stirbt, derjenige der durch Ertrinken stirbt, derjenige der lebendig begraben wird, und derjenige der [kämpfend] auf Allāhs Weg stirbt.“ Berichtet in Bukhāri [652] und Muslim [1914]. In anderen Überlieferungen sagte er zudem: „...derjenige der an einer Rippenfellentzündung stirbt, ist ein Märtyrer....derjenige durch ein Feuer verbrennt, ist ein Märtyrer...eine Frau die während ihrer Schwangerschaft stirbt, ist ein Märtyrer.“ Siehe Sunan Abu Dāwūd [3111] und Sunan an-Nasā'i [1846], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni. Sollte jemand durch die hier genannten Gründe sterben, ist es erlaubt allgemein zu sagen: „Derjenige, der aus diesem-und-jenem Grund stirbt, ist ein Märtyrer.“, aber man sollte davon abhalten zu sagen: „So-und-so ist ein Märtyrer.“, außer dass man sagt InshāAllāh - so Allāh es will, denn nur Allāh weiß, wer wirklich auf Seinem Weg gestorben ist. Dies ist basierend auf der Aussage des Propheten . Imām al-Bukhāri [rahimahullāh] nannte sein Kapitel zum Hadīth [2898]: „Sag nicht: 'so-und-so ist ein Märtyrer“, dann brachte er die Aussage des Propheten , berichtet von Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu]: „Allāh weiß am besten, wer sich auf Seinem Weg anstrengt, und Allāh weiß am besten, wer auf Seinem Weg verletzt wird.“ Wir können demnach nicht für Allāh sprechen, und sagen, dass eine spezifische Person ein Märtyrer auf Seinem Weg ist, außer für die Personen, für die Allāh es Selbst bestätigt hat, oder für die der Prophet es bestätigt hat, wie z.B. als er zusammen mit Abū Bakr, 'Umar  und 'Uthmān auf den Berg Uhud stieg, und er - also Uhud - begann zu zittern, da sagte er : „Sei standhaft Uhud! Denn auf dir ist niemand anderes als ein Prophet, ein Siddīq, und zwei Märtyrer.“ Siehe Bukhāri [3686], at-Tirmidhī [3697] und andere. Die zwei Märtyrer hier waren 'Umar und 'Uthmān [radiallāhu 'anhuma].

[117] Dieser Bakr war einer der Anführer der Innovationen. Seine Biografie kann in Lisānul-Mīzān [2/60-61] von Ibn Hajr gefunden werden.

[118] Zaid ibn Thābit [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Wenn Allāh diejenigen bestrafen würde, die Seine Himmel und Seine Erde bewohnen, so würde Er sie bestrafen ohne ungerecht zu sein. Würde Er Gnade auf sie haben, so wäre Seine Gnade größer als ihre Taten.“ Berichtet von Abu Dawūd [4699], Ibn Mājah [77] und Ahmad [21055], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni in Sahīhul-Jāmi' [5244]. [TN] Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Kein einziger von euch wird ausschließlich aufgrund von seinen Taten in das Paradies eintreten.“ Es wurde gesagt „Nicht einmal du, O Gesandter von Allāh?“ Er sagte: „Nein, nicht einmal ich, bis nicht mein Herr mich mit Seiner Gunst und Seiner Barmherzigkeit einhüllt...“ Berichtet von Bukhāri [5673] und Muslim [2816].

[119] [TN] „Und dein Herr ist zu niemandem ungerecht.“ [Surah al-Kahf 18:49]

[120] [TN] Surah al-Anbiyāh [21:23]

[121] Niemand kann als Mittelsmann genommen werden, da Allāh die Bittgebete eines jeden hört, der nach Ihm ruft. Zudem ist Allāh nicht auf irgendeinen Vermittler angewiesen. Allāh, der Erhabene, sagt: „Und wenn dich [O Muhammed] meine Diener nach Mir fragen - Ich bin gewiss nahe. Ich antworte auf die Rufe des Flehenden, wenn er mich anruft. So lasse sie auch Mir antworten [mit Gehorsam] und lasse sie an Mich glauben, sodass sie vielleicht rechtgeleitet werden.“ [Surah al-Baqarah 2:186]

[122] Der Prophet sagte: „Gebt Acht! Bald wird einem Mann ein Hadīth von mir übermittelt werden, während er sich auf einer Couch zurücklehnt, und er wird sagen: „Zwischen dir und mir ist das Buch von Allāh. Was auch immer wir darin als Halāl sehen nehmen wir als erlaubt, und was auch immer wir darin als Harām sehen, das nehmen wir als verboten.“ [Aber] Gewiss, das, was der der Gesandte von Allāh verbietet, ist wie als wenn es Allāh es verbietet.“, berichtet in Sunan at-Tirmidhī [2664], als Sahih klassifiziert von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh]. [TN] Ebenfalls berichtet in Sunan Abu Dāwūd [4604], Ibn Mājah [12], Sunan ad-Dārimi [586], Musnad Imām Ahmad [16743], Sahīh Ibn Hibbān [12], Sunan al-Kubrā Bayhaqi [9/332], Musnad ibn Abi Shaybah [927] und anderen. [Ende TN]

Imām Mālik [rahimahullāh] sagte: „Von jedem der nach dem Propheten kommt, wird die Aussage entweder akzeptiert oder abgelehnt, aber nicht von dem Propheten [ - von ihm wird jede Aussage akzeptiert].” Berichtet von Ibn 'Abdul-Barr in Jāmi'ul Bayān al-'Ilm wa Fadhlihi [2/91]. Imām Ahmad [rahimahullāh] sagte: „Wer auch immer eine Hadīth von Allāhs Gesandten ablehnt, ist am Abgrund der Zerstörung.” Berichtet in Tabaqātul-Hanābilah [2/15] und von Ibn Battah in al-Ibānatul-Kubrā [1/97].

[123] Diese Aussage von al-Barbahāri [rahimahullāh] ist ebenfalls als eine Aussage von Makhūl ash-Shāmī dokumentiert, dem Tabi'ī [gest. 113H], von al-Khatīb in al-Kifāyah [S.14] und anderen, mit einer Sahīh Isnād. Yahyā ibn Abi Kathīr, der Tabi'ī [gest. 129H] sagte: „Die Sunnah ist bestimmend über den Qur'ān, aber der Qur'ān ist nicht bestimmend über die Sunnah.“ Berichtet von ad-Dārimi in as-Sunan [1/153]. Al-Fudayl ibn Ziyād sagte: Ich hörte wie jemand Abu 'Abdullāh - gemeint ist Imām Ahmad ibn Hanbal - über die Aussage fragte, dass die Sunnah bestimmend über das Buch sei, so sagte er: „Ich würde nicht sagen, dass die Sunnah bestimmend über das Buch ist, aber die Sunnah erklärt das Buch und macht es klar.“ Berichtet von Ibn 'Abdul-Barr in al-Jāmi' [S.191-192]. Dies stimmt auch mit der Aussage Allāhs überein: „Und Wir haben zu dir [O Muhammed ] die Ermahnung [- den Qur'ān -] herabgesandt, sodass du den Menschen erklärst, was für sie herabgesandt wurde, und auf dass sie vielleicht nachdenken.“ [Surah an-Nahl 16:44] 

[124] [TN] 'Amr bin Shu'ayb [radiallāhu 'anhu] berichtet: Der Gesandte Allāhs kam zu seinen Gefährten, während sie über die Vorbestimmung [al-Qadr] diskutierten. Er wurde so wütend, dass sein Gesicht rot wurde, als würde ein Granatapfel von unter seinen Wangen aufplatzen. Er sagte: „Ist es das, was euch befohlen wurde? Oder ist es das, wofür ihr erschaffen wurdet? Ihr benutzt Teile des Qur'ān gegen andere Teile des Qur'ān? Das ist was zu der Zerstörung der Leute vor euch geführt hatte.“ Ibn Mājah [85]. Und in der Überlieferung von at-Tirmidhī [2133] ist noch überliefert: „...Ich befehle euch nicht darüber zu diskutieren.“ Dies wurde als Hasan klassifiziert von Sheikh al-Albāni. Das Diskutieren und zu tiefe Nachdenken über die Vorbestimmung kann zu Verwirrung führen, deshalb sollte man davon abhalten zu tief in diese Angelegenheit hineinzuschauen, und akzeptieren was einem bezüglich ihr vom Qur'ān und der Sunnah erreicht hat, und darüber schweigen was darüber hinausgeht. Das Grundwissen über die Vorbestimmung und die grundlegenden Aspekte an die man jedoch basierend auf dem Qur'ān und der Sunnah glauben muss, kann in den Erklärungen der Gelehrten von Ahlus-Sunnah nachschlagen werden. Ein englischsprachiges Buch, welches zu dieser Thematik von Abū Dawūd Burbank [rahimahullāh] empfohlen wurde, ist Faith in Predestination von Suhaib Hasan.

[125] [TN] 'Ali [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte Allāhs sagte: „Kein Sklave [Allāhs] glaubt wirklich, bis er nicht an vier Sachen glaubt: an Allāh, ohne Ihm Partner beizugesellen, und dass ich der Gesandte Allāhs bin, und an die Wiederauferstehung nach dem Tod, und die Vorbestimmung.“ Berichtet in Sunan Ibn Mājah [81], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni.

Imām al-Awzā'ī sagte: „Sei standhaft auf der Sunnah, mache Halt, wo die Leute [die Gefährten] Halt gemacht haben, spreche mit was sie gesprochen haben, und halte dich fern, wovon sie sich ferngehalten haben. Und folge dem Weg der frommen Vorgänger [Salaf us-Sālih], denn gewiss - für dich ist ausreichend, was für sie ausreichend war.“ Berichtet von Imām al-Ajurrī in ash-Sharī'ah [S.58].

[126] Anas [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte von Allāh sagte: „Ich wurde auf einer Bestie namens al-Burrāq gebracht - sie war weiß und lang, größer als ein Esel, aber kleiner als ein Maultier. Ihr Schritt war so weit wie das Auge sehen kann…“ Berichtet von Muslim [162].

[127] Die Hadīth von der Isrā' sind ohne Zweifel fest etabliert und werden berichtet von al-Bukhāri [3207] und Muslim [164]. As-Suyūtī kompilierte eine Abhandlung, in welcher er die verschiedenen Überlieferungen über die Isrā' zusammenfasste, und er nannte es al-Ayātul-Kubrā fī Sharh Qissatil-Isrā'.

[128] 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass sie - die Gefährten - den Prophet bezüglich dem Vers fragten: „Und denkt nicht von denen, die auf Allāhs Weg getötet wurden, sie sein tot. Nein - vielmehr sind sie lebendig bei ihrem Herrn, und sie werden versorgt.“ [Surah Aale-'Imrān 3:169] Er antwortete: „Ihre Seelen sind innerhalb grüner Vögel, welche Laternen haben die vom Thron herabhängen. Sie gehen im Paradies frei herum, wie sie wollen, und suchen dann Obdach in den Laternen...“ Berichtet von Muslim [1887]. [TN] Ebenfalls berichtet von at-Tirmidhī [3011], Ibn Mājah [2801], Abu Dāwūd [2520] und anderen.

[129] Ka'b ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass Allāhs Gesandter sagte: „Die Seelen der Gläubigen fliegen [wie ein Vogel] zwischen den Bäumen des Paradieses umher, bis Allāh sie zurück in ihre Körper schickt, am Tag, an dem sie wiederauferweckt werden.“ Berichtet von Imām Mālik in al-Muwatta [992], Imām Ahmad [15349], at-Tirmidhī [1641] und an-Nasā'i [2073]. Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] klassifizierte es als Sahīh in as-Sahīhah [995]. [TN] Die Wortwahl hier ist von an-Nasā'i.

[130] Es gibt einen Bericht, dass 'Abdullāh ibn 'Amr [radiallāhu 'anhu] sagte: „Die Seelen der Ungläubigen sind in Barhūt versammelt, einer tiefen Grube im Hadramaut.” Einer der Erzähler ist jedoch unbekannt. Der Fakt, dass diese Aussage nicht korrekt ist, wurde klar in ar-Rūh [S.145-147] von Ibn al-Qayyim und in Ahwālul-Qubūr [S.255-263] von Ibn Rajab gezeigt. Vielmehr ist die korrekte Position das, was durch das Buch und die Sunnah unterstützt wird, nämlich dass sie in Sijjīn [unter der siebten Erde] sind. Siehe auch Mysteries of the Soul Expounded von Abu Bilāl Mustafa al-Kanadi.

[TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Aber nein! Das Buch der Frevler ist in Sijjīn.“ [Surah al-Mutaffifīn 83:7] Imām al-Bayhaqi kommentierte in al-Ba'th wal-Nushur [455] nachdem er Ahadīth und diesen Vers zitierte, dass die Überlieferungen, die bezüglich der Bestrafung des Grabes und der Positionen der Seelen nach dem Tod darauf hinweisen, dass die Seelen der Ungläubigen und Frevler in Sijjīn sind. Siehe auch den Punkt 23 und die Fußnoten dazu.

[131] Das, was in den Überlieferungen etabliert ist, ist: 

• dass der Tote die Schritte derjenigen hört, die nach seiner Beerdigung von seinem Grab gehen [Sahīh al-Bukhāri - 1374, Muslim - 2870], da dann seine Seele zu seinem Körper zurückgebracht wird und er befragt wird, und

• dass am Tag von Badr die toten Heiden den Propheten hörten, als er ihnen zurief [Sahīh al-Bukhāri - 3980]

Die Begrüßung des Friedens, welche den Toten gegeben wird wenn sie besucht werden, erreicht sie, aber nur Allāh weiß wie. Wir sprechen nicht, oder bestätigen nicht irgendwelche Angelegenheiten des Verborgenen [al-Ghayb], außer mit textuellen Beweisen aus dem Buch oder der Sunnah.

[132] [TN] Von den Ahadīth, die über den Zustand der Verstorbenen sprechen, nachdem er in das Grab gelegt wurde, ist die oben genannte Überlieferung von al-Bukhāri [1374]. In ihr wird von Anas ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Wenn der Sklave [Allāhs] in sein Grab gelegt wird und seine Gefährten gerade zurückgehen, und er noch ihre Schritte hört, kommen zwei Engel zu ihm und setzen ihn auf, und sie beide fragen: „Was pflegtest du über diesen Mann - Muhammed - zu sagen?“ Was den Gläubigen angeht, so wird er sagen: „Ich bezeuge, dass er Allāhs Sklave und Sein Gesandter ist.“ Dann werden sie zu ihm sagen: „Schau auf deinen Platz in der Hölle; Allāh hat dir stattdessen einen Platz im Paradies gegeben.“ So wird er beide Stellen sehen.“ Qatāda [der Tabi'ī, der von Anas ibn Mālik berichtet] sagte: „Wir wurden darüber informiert, dass sein Grab für ihn weit und geräumig gemacht werden wird.“ Dann kehrte er zu der Überlieferung von Anas zurück: „Wenn der Heuchler oder derjenige, der den Glauben abgewiesen hat, gefragt wird: „Was pflegtest du über diesen Mann zu sagen?“, so wird er sagen: „Ich weiß nicht, ich pflegte einfach das zu sagen, was auch immer die Menschen sagten.“ So werden sie zu ihm sagen: „Weder hast du selbst verstanden, noch hast du den Weg derjenigen gefolgt, die verstanden hatten.“ Dann wird er mit einem Eisenhammer geschlagen werden, sodass er einen gewaltigen Schrei von sich lässt, welcher von allem in der Nähe gehört werden wird, außer den Menschen und den Jinn.“

[133] Der Prüfer Khālid ibn Qāsim ar-Radādī schrieb in seiner Fußnote zu diesem Werk:[Hier ist] ein Wort in einem der Manuskripte welches ich nicht entziffern konnte, und es kann nicht in den anderen Manuskripten gefunden werden.“

[134] [TN] „Und zu Mūsa sprach Allāh unmittelbar.“ [Surah an-Nisa 4:164] [Ende TN]

Sheikh-ul-Islam ibn Taymiyyah [rahimahullāh] sagte: „Es gibt unzählige Berichte vom Propheten , den Gefährten, den Tabi'īn und den Gelehrten von Ahlus-Sunnah nach ihnen, dass Er, der Perfekte, mit einer Stimme gesprochen hat - Er sprach zu Mūsa und Er wird mit Seinen Dienern am Tag der Auferstehung mit einer Stimme sprechen. Er sprach die Offenbarung mit einer Stimme. Es ist nicht von einem Einzigen der Salaf überliefert, dass einer von ihnen sagte: „Allāh spricht ohne eine Stimme.“, oder ohne Worte, und es hat keiner von ihnen abgestritten, dass Allāh mit einer Stimme und mit Worten spricht.“ Siehe Majmoo' al-Fatāwa [12/304-305]

'Abdullāh ibn Ahmad berichtet in as-Sunnah [532]: Ich fragte meinen Vater [Imām Ahmad] über die Menschen, die sagen, dass Allāh, der Mächtige und Majestätische, mit Mūsa ohne eine Stimme gesprochen hat. Daraufhin sagte mein Vater: „Vielmehr sprach dein Herr, der Mächtige und Majestätische, mit einer Stimme. Wir berichten die Ahadīth so, wie sie überliefert wurden.“

'Abdullāh ibn Ahmad berichtet in as-Sunnah [535]: Ich hörte Abu Ma'mar al-Hudhalī sagen: „Wer auch immer behauptet, dass Allāh, der Mächtige und Majestätische, nicht spricht, oder hört, oder sieht, und nicht wütend wird, oder zufrieden [und er erwähnte einige Attribute], so ist er in Unglauben gefallen in Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen...“

Al-Ajurrī sagte in ash-Sharī'ah [S.75]: „Möge Allāh Gnaden auf uns und dich haben. Wisse, dass die Aussage von den Muslimen, deren Herz nicht von der Wahrheit abgekehrt ist, und welche zu dem rechtgeleitet wurden, was korrekt in der Vergangenheit war und auch in der Gegenwart ist, ist, dass der Qur'ān die Rede von Allāh ist, dem Mächtigen und Majestätischen. Er wurde nicht erschaffen, da der Qur'ān von dem Wissen von Allāh, dem Erhabenen, ist. Das Wissen von Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, ist nicht erschaffen. Erhaben ist Allāh, der Mächtige und Majestätische, von dem. Dies ist bewiesen von dem Qur'ān, der Sunnah, den Aussagen der Gefährten [radiallāhu ta'ālā 'anhum] und den Aussagen der Gelehrten der Muslime [rahmatullāhi ta'ālā 'alaihim] nach ihnen. Dies wird nicht abgestritten, außer von einem verabscheuungswürdigen Jahmī. In den Augen der Gelehrten sind die Jahmiyyah Ungläubige.“ Siehe auch Punkt 15 dieses Buches und die entsprechenden Fußnoten.

[135] Allāh zieht nicht den Geistesgestörten zu Rechenschaft und bestraft ihn auch nicht. Es wurde authentisch überliefert, dass der Gesandte von Allāh sagte: „Der Stift ist erhoben von drei: dem Kind, bis es die Pubertät erreicht, dem Schlafenden, bis er aufwacht, und dem Verrückten, bis er geheilt ist.“ Berichtet von Abu Dawūd [4402], Ahmad [1330] und al-Hākim [2/59]. [TN] Der Stift ist nur bezüglich der Niederschrift von Sünden erhoben, nicht bezüglich guter Taten. Dazu gibt es unzählige Ahadīth, die darauf hinweisen, dass Kinder ihre guten Taten niedergeschrieben bekommen. Man sollte deshalb sein Kind von einem jungen Alter an dazu anspornen gute Taten zu tun. So wird es dafür belohnt werden, und man selbst wird auch dafür belohnt, weil man ihn zu der guten Tat motiviert hat.

Dass Intellekt angeboren ist, bedeutet, dass der Intellekt entsprechend der Qadr - der Vorbestimmung von Allāh ist. Mit dem Punkt ist wohl auch gemeint - und Allāh weiß es am besten -, dass man seine Erwartungen an das Verständnis einer Person, oder dem Verhalten einer Person, an ihrem Intellekt und ihrem geistigen Zustand ausrichten sollte. Man kann von einem Kind nicht dasselbe Verhalten und Verständnis erwarten, als wie von einer erwachsenen Person, noch kann man von einer alten Person erwarten, dass sie die Auffassungsgabe einer jungen Person hat. Und mit einer intelligenten Person spricht man anders, als mit einer Person die mit weniger Intelligenz ausgestattet ist.

[136] [TN] Beobachtungen im realen Leben zeigen, dass manche Menschen mit mehr Intellekt ausgestattet sind, als andere. Manche Menschen nutzen ihren von Allāh gegebenen Intellekt jedoch nicht in den Sachen, die das Jenseits betreffen. Allāh sagt, dass diejenigen Leute die in das Höllenfeuer eintreten werden, sagen werden: „Hätten wir doch nur gehört und unseren Intellekt genutzt, [dann] wären wir nicht unter den Insassen des lodernden Feuers.“ [Surah al-Mulk 67:10] Es gibt auch Menschen, die ins Extreme gehen und den Erkenntnissen ihres eigenen Intellekts eine höhere Autorität geben als das, was von Allāh herabgesandt wurde, und dem Intellekt in Bereichen Vorrang geben, die nicht von ihm erfasst werden können. Der Intellekt kann nicht das Verborgene [Ghayb] erfassen, die detaillierte Rechtleitung, oder in jedem Fall zwischen zwei Personen richten. Bezüglich dem Verborgenen, so kann der Intellekt beispielsweise nicht von selbst erfassen, was genau in der Zukunft passieren wird, was genau in der weiten Vergangenheit passierte, oder was beispielsweise die Engel sind, aus was sie erschaffen wurden und was ihre Aufgaben sind, da dies alles Wissen über das Verborgene erfordert. Allāh sagt: „Und von Wissen wurde euch [Menschheit] nichts gegeben, außer ein wenig.“ [Surah al-Isra 17:85] Bezüglich der detaillierten Rechtleitung, kann der Intellekt zwar die Einzigkeit Allāhs und das alleinige Anbetungsrecht Allāhs erfassen und herleiten, da es aus jeder Hinsicht unsinnig ist die Kreation, welche selbst von Allāh abhängig ist, anzubeten, aber er kann nicht von selbst Aspekte der detaillierten Rechtleitung herleiten, die korrekten Glaubensvorstellungen, Verbote, Anordnungen, und die notwendigen Handlungen um auf dem richtigen Weg zu sein - dafür braucht sie die Offenbarung von Allāh. Bezüglich dem Richten zwischen zwei Personen, kann der Intellekt nicht immer sagen was besser, was schlechter, was richtig und was falsch ist. Eine Person sagt beispielsweise, dass Gerechtigkeit dies und jenes bedeutet, eine andere sagt etwas anders, eine dritte sagt, dass Gerechtigkeit gar nicht existiert. Wieso sollten die Meinung und Aussage einer Person richtiger oder besser sein, als die von einer anderen? Um zu entscheiden benötigt es eine höhere Autorität, deshalb sagt Allāh: „Und falls ihr euch über irgendetwas uneinig seid, dann kommt zurück zu Allāh und Seinen Gesandten, so ihr denn wirklich an Allāh und den Jüngsten Tag glaubt.“ [Surah an-Nisa 4:59] Der richtige Weg liegt darin, dass man seinen Intellekt nutzt, aber innerhalb der Grenzen der Sharī'ah: Imām 'Abul-Mudhdhaffar as-Sam'ānī [rahimahullāh] sagte: „Die Leute der Sunnah sagen: „Das Fundament der Religion ist Befolgen [al-Ittibā'] und der Intellekt ist dem untergeordnet.“ Denn wäre das Fundament der Religion der Intellekt, dann hätte die Kreation keine Offenbarungen gebraucht, und auch keine Propheten, und die Bedeutung von Befehlen und Verboten wäre falsch, und wer auch immer wollte, hätte sagen können was auch immer er wollte.“ Siehe al-Hujjah [85/Alif].

[137] [TN] Allāh, der Erhabene sagt z.B.: „Diese Gesandten - Wir haben manche von ihnen gegenüber anderen bevorzugt.“ [Surah al-Baqarah 2:253]

[138] [TN] Wenn jemand mit mehr weltlichem Gaben ausgestattet wurde, wie Reichtum, Ruhm oder Schönheit, so ist es ein Test für ihn. Gibt er beispielsweise sein Vermögen mit dem Ziel von Allāhs Zufriedenheit aus, oder es wird zu einem Beweis gegen ihn, wie in der Geschichte von Qarūn [siehe Tafsīr Ibn Kathīr, Surah al-Qasas 28:76-81]. Allāh, der Erhabene, sagt: „Und richtet eure Augen nicht auf das, was wir manchen Gruppen von ihnen am Glanz des diesseitigen Lebens gewährt haben - sodass Wir sie damit testen. Und die Versorgung deines Herrn [im Jenseits] ist besser und beständiger.“ [Surah at-TaHa 20:131] Der Prophet sagte: „Gewiss, für jede Nation [Ummah] gibt es eine Versuchung [Fitnah], und die Versuchung für meine Nation ist Vermögen.“ Berichtet von at-Tirmidhī [2336], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Der Prophet sagte: „Allāh schaut nicht auf euer [körperliches] Aussehen oder euren Reichtum, aber Er schaut auf eure Herzen und eure Taten.“ [Sahīh Muslim 2564] Und wenn jemand mit mehr religiösen Wissen ausgestattet wurde, so kann es ebenfalls ein Test für ihn sein. Hat er sich das Wissen wirklich für Allāhs Zufriedenheit, und um Ihm näher zu kommen, und um Seine Religion zu verstehen, angeeignet, oder nur um mit den Gelehrten zu diskutieren, vor den einfachen Muslimen anzugeben, oder damit die Menschen ihn respektieren? Imām at-Tirmidhī berichtet in seiner Sunan [2654], dass der Prophet sagte: „Wer auch immer sich Wissen aneignet, um mit den Gelehrten zu streiten, oder um mit dem Narren zu diskutieren, oder damit die Menschen ihn anschauen, so wird Allāh ihn in das Feuer schicken.“ Dies wurde als Hasan klassifiziert von Sheikh al-Albāni und Hāfidh Zubayr 'Ali Zai [rahimahullāh]. Es ist eine Pflicht auf jeden Muslim, dass er sich das grundlegende Wissen über die Religion aneignet, er muss aber stets darauf achten die richtige Intention zu haben. Siehe auch die Überlieferung zu Punkt 60.

[139] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Und gewiss - Allāh ist nicht ungerecht zu Seinen Sklaven.“ [Surah al-Anfāl 8:51] Jeder wird von Allāh gemäß dem gerichtet werden, zu dem er in der Lage war.

[140] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Nicht gleich sind der Blinde und der Sehende, und auch nicht diejenigen, die Glauben und rechtschaffene Werke tun und der Übeltäter. Wie wenig ihr doch bedenkt.“ [Surah al-Ghāfir 40:58]

[141] Tamīm ad-Dārī [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte von Allāh sagte: „Die Religion ist Ehrlichkeit [Nasīhah].“ Daraufhin sagten wir: „Zu wem?“ Er antwortete: „Zu Allāh, Seinem Buch, Seinem Gesandten und zu den Herrschern der Muslime und den gewöhnlichen von ihnen.“ Berichtet von Muslim [55].

[TN] Nasīhah bedeutet: „Frei von irgendwelchen Verschmutzungen.“ Es wird gesagt: eine Sache ist Nasihūn: sie ist frei von betrügerischen Elementen. Siehe an-Nihāyah fi Gharīb al-Hadīth [5/62] und Lisān al-'Arab [2/217]. Genauso ist die Religion des Islam frei von jeglicher Verschmutzung und Betrug. Hier eine zusammengefasste Erklärung dieser Hadīth, abgeleitet von der Erklärung von Sheikh Sālih al-Fawzān [hafidhahullāh] in den Vierzig Hadīth von an-Nawawi [7]:

Ehrlichkeit zu Allāh bedeutet, dass man ehrlich in seiner Beziehung zu Allāh ist und die Intention für seine Handlungen ehrlich für Allāh macht, und nicht wie diejenigen ist, über die Allāh sagt: „Und unter den Menschen gibt es manche, die sagen: „Wir glauben an Allāh und an den Jüngsten Tag!“, jedoch sind sie [in Wahrheit] keine Gläubigen. Sie möchten Allāh betrügen und [auch] diejenigen die glauben, aber sie betrügen nur sich selbst und realisieren es nicht.“ [Surah al-Baqarah 2:8-9] Zu der Ehrlichkeit zu Allāh gehört auch, dass man sich mit dem Statement La ilāha ilAllāh auseinandersetzt, darüber lernt, und demgemäß handelt. [Siehe auch das Kapitel im Anhang bezüglich dieser Bezeugung]

Ehrlichkeit zu Allāhs Buch - dem Qur'ān - bedeutet, dass man daran glaubt, dass es die Worte Allāhs sind, dass man es studiert und rezitiert, darüber reflektiert was man gelesen hat, und danach handelt.

Genauso ist die Ehrlichkeit zu Allāhs Gesandten , dass man daran glaubt, dass er Allāhs Gesandter ist - im Öffentlichen, als auch im Geheimen -, dem gehorcht was er gebracht hat, keine Lügen über ihn erzählt, und ihn mehr liebt, als sich selbst, seine Eltern, seine Kinder und die gesamte Menschheit. Allāhs Gesandter ﷺ sagte: „Bei Ihm, in Wessen Hand meine Seele ist - keiner von euch glaubt, bis er mich nicht mehr liebt als seine Eltern, seine Kinder und die gesamte Menschheit.“, berichtet in Sahīh al-Bukhāri [15] und Sahīh Muslim [144]. Dazu gehört auch, dass man die authentischen Überlieferungen von ihm akzeptiert und sie nicht wegen der eigenen falschen und irregegangenen Vorstellungen und Meinungen ablehnt, oder jemals schlecht von ihm ﷺ  denkt.

Ehrlichkeit zu dem Herrscher, und auch anderen Person in Autorität, ist, dass man ihre Autorität akzeptiert, ihnen zuhört und in dem gehorcht was gut ist, und die Aufgaben erfüllt, die einem von ihnen zugewiesen werden. Sollte man bei ihnen einen Fehler feststellen, dann gibt man ehrlichen Rat - auf eine angemessene Art und Weise. [Siehe auch Punkt 135 und 136]

Ehrlichkeit gegenüber den gewöhnlichen Muslimen bedeutet, dass man nicht betrügerisch gegenüber ihnen ist, ob im Handel oder irgendeiner anderen Angelegenheit. Der Gesandte Allāhs sagte: „Wer auch immer betrügt, ist nicht von uns.“ Berichtet von Muslim [101].“ [Ende der Zusammenfassung, der von Sheikh Fawzān abgeleiteten Erklärung]

Dazu gehört auch, dass man den Muslimen ehrlichen Rat gibt, sollten sie in den Angelegenheiten der Religion einen Fehler machen. Dabei muss man aber einiges beachten. Allāh, der Erhabene, sagt in Seinem Buch: „Rufe zu dem Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung...“ [Surah an-Nahl 16:125], und „Sag [O Muhammed]: „Das ist mein Weg. Ich rufe zu Allāh mit sicherem Wissen [Basīrah] - ich, und diejenigen die mir folgen.“ [Surah Yusuf 12:108] - demnach sollte man mit Weisheit, Wissen, Barmherzigkeit, aus Liebe zum Muslim, und auf angemessene Weise Rat geben, sodass man sie nicht noch weiter von der Religion entfernt. Allāh, der Erhabene, sagt: „Und durch Barmherzigkeit von deinem Herren bis du mild zu ihnen gewesen; wärst du aber schroff und hartherzig gewesen, hätten sie sich von dir weggelöst.“ [Surah Aale-'Imrān 3:159] Zu Weisheit gehört auch, dass man den richtigen Zeitpunkt wählt, um Rat zu geben. Ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] sagte: „Fürwahr - die Herzen haben Momente in denen sie energetisch und aufnahmefähig sind, und Momente in denen sie schlaff und unfokussiert sind. Spreche die Leute daher im Zeitraum von Energie und Aufnahmefähigkeit an, und nicht im Zeitraum von Schlaffheit und Mangel an Fokus.“ Berichtet von Ibn al-Mubārak in az-Zuhd [1331]. Zu Weisheit gehört auch, dass man den richtigen Ort für die Ermahnung wählt. Al-Fudayl ibn 'Iyād sagte: „Der Gläubige versteckt die Fehler seines Bruders und gibt ihm Rat im Privaten, wohingegen der Übeltäter seine Fehler [vor den Menschen] bloßstellt und ihn beschämt.“ Siehe Jāmi' al-Uloom wal-Hikam [1/236]. Ibn Hazm [rahimahullāh] sagte: „Wenn du Rat gibst, dann gib Rat im Privaten, nicht in der Öffentlichkeit, und durch Andeutungen, und nicht indem du ungehobelt sprichst, außer wenn es eine Person ist, die die Sache nicht durch Andeutungen verstehen wird - dann gibt es keine andere Wahl als offen zu sprechen...Wenn du diese Richtlinien überschreitest, dann bist du ihm gegenüber ungerecht gewesen und du bist nicht ehrlich in deinem Rat.“ Siehe al-Akhlāq wa-as-Siyār [S.45]. Wenn es aber dem öffentlichen Interesse dient, einer Person öffentlich Nasīhah zu geben, damit die Leute nicht von ihm in die Irre geführt werden, dann ist dies erlaubt. All dies, und viel mehr über die richtige Art und Weise Rat zu geben, kann in dem Buch von Ibn Rajab [rahimahullāh] al-Farq baynal-Nasīhah wa-Ta'yīr [Der Unterschied zwischen ehrlichem Rat und Bloßstellen] gefunden werden, als auch seiner Erklärung der Vierzig Hadīth von an-Nawawi - Jāmi' al-Uloom wal-Hikam und den Erklärungen vieler anderen Gelehrten zu dieser wichtigen Thematik.

[142] [TN] „Und die Juden sagen: „Allāhs Hand ist gefesselt.“ Ihre [eigenen] Hände seien gefesselt und sie seien verflucht für das, was sie sagen. Nein! Vielmehr sind Seine beiden Hände [weit] ausgestreckt; Er gibt aus, wie Er will.“ [Surah Māida 5:64]

Bezüglich der Attribute von Allāh muss folgendes beachtet werden: Wir bestätigen jedes Attribut, welches Allāh für Sich Selbst bestätigt hat oder sein Gesandter für Ihn bestätigte; wir lehnen jedes Attribut ab, welches Allāh für Sich Selbst abgelehnt hat oder sein Gesandter für Ihn ablehnte; wir haben Glauben an die offensichtliche Bedeutung der Attribute, ohne ihre Bedeutung zu verzerren; wir haben den Glauben daran, dass die Attribute in keiner Art und Weise den Attributen der Kreation ähneln, und dass das Wissen über das 'wie' der Attribute nur bei Allāh ist: „Es gibt nichts das Ihm gleicht. Und Er ist der Allhörende, der Allsehende.” [Surah ash-Shūra 42:11] Siehe auch den Anhang für eine detailliertere Erklärung dieser Vorgehensweise bezüglich der Namen und Attribute von Allāh.

[143] [TN] „Und sie werden sagen: „Allāh Lob gebührt Allāh, der uns zu dem hier rechtegeleitet hat. Und niemals hätten wir die Rechtleitung gefunden, wenn Allāh uns nicht rechtgeleitet hätte. Gewiss kamen die Gesandten unseres Herrn mit der Wahrheit.“ [Surah al-A'rāf 7:43]

[144] Siehe z.B. Tafsīr ibn Kathīr [2/531-538].

[145] Dies kommt in einem Hadīth vor, welches dem Propheten zugesprochen wird, es ist aber nicht authentisch. Es wird von ad-Daylamī in Firdawsul-Akhbār [1/55] über Samurah ibn Jundub [radiallāhu 'anhu] in marfū' Form berichtet. Es ist ebenfalls von al-Lālakāī in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [923, 924] berichtet, mit einer schwachen Isnād von al-Hasan al-Basri, wie er selbst sagt.

[146] Berichtet von al-Bukhāri [7436], Muslim [182], Abu Dawūd [4729] und 'Abdullāh ibn Ahmad in as-Sunnah [412]. Die Ahadīth erwähnen nicht, dass die Männer Allāh vor den Frauen sehen werden.

[147] Surah al-Ghāfir [40:4]

[148] [TN] Überlieferungen dazu wurden schon zu vielen hier genannten Punkten zitiert, siehe z.B. Punkt 12 und die Fußnoten dazu. Siehe auch die Aussage von Imām Awzā'ī in der Fußnote zu Punkt 71.

[149] Er ist Hishām ibn 'Amr, ein Gefährte von Abul-Hudhail welcher zu der Häresie der Mu'tazilah rief. Siehe Lisānul-Mīzān [6/195] und al-Fisal [5/62] von Ibn Hazm.

[150] Falls der Autor die Innovation meint, die als Unglauben zählt, so ist dies korrekt, da zusätzliche Gebete anzuordnen, zum Beispiel, heißt, eine Aktion innerhalb der Sharī'ah anzuordnen - und dies ist das Recht von Allāh alleine. Wer auch immer darin mit Allāh konkurriert, ist ein Ungläubiger mit dem Konsens der Gelehrten.

[151] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Gewiss - das Gebet ist den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben.“ [Surah an-Nisa 4:103]

'Abdullāh bin Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] berichtet: „Ich fragte den Propheten : „Welche Tat ist Allāh am liebsten?“ Er sagte: „Das Gebet zu seiner Zeit beten.“ Ich fragte: „Was kommt als nächstes?“ Er sagte: „Gütig zu den Eltern sein...“ Siehe Bukhāri [527] und Muslim [85].

[152] Dies gilt auch für denjenigen der verschläft, wie im folgender Hadīth deutlich wird: „Wer auch immer ein Gebet vergisst, oder verschläft, so ist die Buße es zu  dann zu beten, wenn er sich daran erinnert.“ Berichtet von Muslim [684].

[153] Das bedeutet, dass er die zwei Tagesgebete - Dhuhr und 'Asr - zusammen beten kann. Genauso kann er auch die zwei Nachtgebete kombinieren: Maghrib und 'Ishā. [TN] Auch ein Wohnhafter kann die Gebete kombinieren - aber laut den meisten Gelehrten nicht kürzen -, sollte es zu schwierig für ihn sein - wegen einem Spezialfall - die Gebete rechtzeitig zu beten. Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet in Medina beten würde, und [manchmal] zwei Gebete kombinieren würde - Dhuhr und 'Asr, und Maghrib und 'Ishā - obwohl es keine Angst [vor einem Angriff] und keinen Regen gab. Es wurde zu ihm gesagt: „Wieso?“ Er antwortete: „Damit seine Ummah es nicht schwer hat.“, berichtet in Sunan an-Nasā'i [603], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni. Sollte es also einen Notfall geben, oder eine spezielle, einmalige Situation, oder eine besondere Schwierigkeit, so kann man von dieser von Allāh genehmigten Vereinfachung Gebrauch machen. Dies darf aber nur getan werden, wenn eine besondere Schwierigkeit vorliegt, da uns sonst auftragen wurde die Gebete in ihren bestimmten Zeiten zu beten, ansonsten sind sie nämlich nichtig. Siehe auch die Fußnoten zu Punkt 127.

[154] [TN] Die Details dazu können in den entsprechenden Büchern von Fiqh nachgeschlagen werden. Zakāt ist eine Pflicht auf jeden Muslim, dessen Vermögen über dem Nisāb [Grenzwert ab dem Zakāt Pflicht wird] ist. Sich darüber zu informieren ist deshalb ebenfalls automatisch eine Pflicht auf jeden Muslim.

Zusammengefasst muss jeder Muslim der über 85g Gold, 500g Silber oder den äquivalenten Geldwert dazu, für ein Jahr besitzt, 2,5% davon an die gemäß der Sharī'ah bedürftigen Personen als Zakāt geben. Für Händler und Farmer und einige andere Kategorien von Menschen gelten entsprechend weitere Regeln. Sie zu lernen ist eine Pflicht - und wenn man es nicht selbst weiß, muss man jemanden Fragen, der das Wissen darüber hat: „Diejenigen, die Gold und Silber horten, und nicht davon auf Allāhs Weg ausgeben - verkünde ihnen eine schmerzhafte Strafe. Am Tag, an dem es im Feuer der Hölle erhitzt wird, und ihre Stirne, Seiten und Rücken gebrandmarkt werden [, wird gesagt:] „Das ist, was ihr für euch selbst gehortet habt. Nun kostet, was ihr zu horten pflegtet!“ [Surah at-Tawbah 9:34-35]

[155] Dies ist die erste Verpflichtung auf eine Person. Die Bezeugung des Glaubens beinhaltet eine Ablehnung der Anbetung für alles, außer Allāh, und dass man Allāh alleine anbeten wird, und zwar in der Art und Weise wie es von dem Gesandten Muhammed beschrieben wurde. Die Bedingungen für diese Bezeugung sind sieben: 1. Al-'Ilm - Wissen was die Bezeugung aussagt, was sie negiert, und was sie bestätigt. 2. Al-Yaqīn - Überzeugung. 3. Al-Qubūl - Akzeptanz bezüglich dem, was die Bezeugung erforderlich macht. 4. Al-Inqiyād - Ergebenheit zu dem, was sie Bezeugung zu verstehen gibt. 5. As-Sidq - Wahrhaftigkeit, sodass das Herz dem zustimmt was gesagt wird. 6. Al-Ikhlās - Ehrlichkeit, sodass sie frei von Angeberei und Shirk ist. 7. Muhabbah - Liebe zu dem was die Bezeugung aussagt, was sie erforderlich macht, und entsprechend Hass für das, was gegen sie geht. [TN] Siehe den Anhang für eine kurze Erklärung dieser Bedingungen.

[156] Allāh, der Erhabene, sagt: „Und wer ist wahrheitsgemäßer in Aussage als Allāh?“ [Surah an-Nisa 4:122]

[157] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Doch Allāh hat den Handel erlaubt und den Zins verboten.“ [Surah al-Baqarah 2:275]

[158] [TN] Damit ist gemeint, dass man im Normalfall davon ausgehen sollte, dass alles was von Muslimen im Markt angeboten wird, Halāl ist, und man dies nur anzweifeln soll, wenn man handfeste Gründe dafür hat.

[159] [TN] 'Umar ibn al-Khattāb [radiallāhu 'anhu] sagte: „Niemand soll in unseren Märkten verkaufen, außer diejenigen die Wissen über die Religion haben.“ Berichtet von at-Tirmidhī [487], welcher es als Hasan klassifizierte; ebenfalls als Hasan klassifiziert von Sheikh al-Albāni. 'Ali bin Abi Tālib [radiallāhu 'anhu] sagte: „Wer auch immer Handel betreibt, ohne vorher zu lernen, so wird er in Riba fallen, dann wird er in Riba fallen, dann wird er in Riba fallen.“ Siehe Mughni al-Muhtāj [2/22].

[160] [TN] Ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Ein Gläubiger sieht seine Sünden so, als wären sie ein Berg unter dem er sitzt, und er fürchtet, dass er auf ihn fallen könnte; wohingegen ein Übeltäter seine Sünden so sieht, als wären sie Fliegen die an seiner Nase vorbeifliegen, und er verscheucht sie so -“ und er bewegte seine Hand über die Nase, um es zu zeigen... Berichtet von Bukhāri [6308].

Man sollte sich vor allem vor den Sünden fürchten, und sich anstrengen von ihnen abzuhalten, die man öffentlich begeht. Abū Huraira [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass er den Gesandten Allahs sagen hörte: „Alle Sünden meiner Ummah werden vergeben werden, außer die, die sie öffentlich machen. Und von den Sünden die man öffentlich mach ist das, was ein Mann in der Nacht [an Sünden] macht und es dann [in der Öffentlichkeit] aufdeckt, obwohl Allāh es für ihn verdeckt hatte. So sagt er: „O so-und-so, ich habe letzte Nacht diese-und-jene [Sünde] begangen.“, obwohl er die Nacht verbrachte, und sein Herr [seine Sünde vor den Menschen] verdeckt hatte, und am Morgen entfernt er Allāhs Schleier von ihnen.“ Berichtet in Sahīh Bukhāri [6069] und Sahīh Muslim [2990]. Von den schlimmsten Sünden sind also die, die man in der Öffentlichkeit macht, oder öffentlich über sie redet, wie z.B. wenn jemand darüber redet, dass er etwas gestohlen hat, gelogen hat, etwas mit Riba gekauft hat, oder er über seine unehelichen Beziehungen spricht oder sogar mit ihnen angibt. Zu den öffentlichen Sünden gehören auch das öffentliche Rauchen, ob Tabak oder Drogen, oder öffentlich über jemanden Lästern. Zu den öffentlichen Sünden gehören auch das Abrasieren des Bartes, das Tragen von Gold, oder Hosen die bis unter die Fußknöchel ragen [Isbāl], da all dies für Männer verboten wurde. Zu den öffentlichen Sünden gehört ohne Zweifel auch das Herausgehen von Frauen ohne dem korrekten, auf dem Qur‘ān und der Sunnah basierenden Hijāb [Tabarruj]. Diese Sünden haben eine besondere Schwere, da man mit ihnen öffentlich seinen Ungehorsam zu Allāh und Seinem Gesandten zeigt und, ob willentlich oder unwillentlich, andere dazu einlädt ebenfalls diese Sünde zu begehen. Wie oft hat ein Mann angefangen sich zu rasieren, oder wie oft hat eine Frau ihren Hijāb abgelegt, weil sie durch den Ungehorsam anderer Muslime dazu motiviert wurden? Jeder, dessen absichtlich öffentlich gemachte Sünde zu der Sünde einer anderen Person führt, trägt einen Anteil an der Sünde dieser Person, denn der Prophet sagte: „Und wer auch immer im Islam ein schlechtes Beispiel setzt, so wird er die Bürde für die Sünde tragen, und die Bürde von jedem anderen, der nach ihm, in Zustimmung zu ihm, handelt, ohne dass der Person etwas von seiner eigenen Bürde reduziert wird.“ Berichtet in Sahīh Muslim [1017]. So sollte man sich vor den öffentlich gemachten Sünden fürchten und nicht den von Shaytān inspirierten Ausreden gehorchen, die keinerlei Basis in der Religion haben. Sich selbst einzureden, dass man erst wenn dieses-und-jenes passiert ist von der Sünde abkehren wird, oder erst wenn man verheiratet ist, oder erst wenn man einen Job hat, oder wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat, oder erst wenn die Eltern auch damit zufrieden sind, sind alles Versprechungen und Ausreden die von Shaytān stammen, der erreichen möchte, dass der Mensch keine Taubā macht und in Reue zu Allāh, und zu Seiner Barmherzigkeit, zurückkehrt - „Und Shaytān verspricht ihnen nichts anderes, als Selbsttäuschung.“ [Surah al-Isra 17:64]  „Und wenn sich die Angelegenheit ereignet hat, wird Shaytān sagen: „Und gewiss, Allāh hat euch ein wahres Versprechen gegeben, und ich habe euch Versprechungen gemacht, und euch dann hintergangen. Und ich hatte keine Macht über euch, außer dass ich euch aufgefordert habe, und ihr habt mit [willentlich] gehorcht. So gibt nicht mir die Schuld, sondern beschuldigt euch selbst. Und ich kann euch nicht zur Hilfe kommen, und ihr könnt nicht zu meiner Hilfe kommen.“ [Surah Ibrahīm 14:22]. So sollte man in Reue von den Sünden zurückkehren, und nicht den Ausreden der Menschen Gehör schenken, die blind ihren Begierden und Meinungen folgen: „Und Allah möchte eure Reue annehmen; diejenigen aber, die den Begierden folgen, wollen, dass ihr vollständig [von Ihm und Seinem Weg] abweicht.“ [Surah an-Nisa 4:27]

[161] Anas [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet zu einem jungen Mann kam der im Sterben lag, und sagte: „Wie geht es dir?“ Er antwortete: „O Gesandter von Allāh! Ich habe Hoffnung in Allāh und ich fürchte um meine Sünden.“ So sagte Allāhs Gesandter : „Sie [die Hoffnung und die Furcht] kommen nicht zusammen, in dem Herzen des Dieners in solch einem Zustand, außer dass Allāh ihm das gibt auf was er hofft, und ihn vor dem rettet, was er fürchtet.“ Berichtet von at-Tirmidhī [983] und Ibn Mājah [4261], klassifiziert als Hasan von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh]. [TN] In einer anderen Überlieferung wird von Jābir ibn 'Abdullāh al-Ansāri [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet drei Tage vor seinem Tod sagte: „Keiner von euch sollte sterben, außer dass er dabei nur Gutes von Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, hofft.“ Berichtet von Muslim [2877]. Imām an-Nawawi [rahimahullāh] schreibt in seiner Sharh zu Sahīh Muslim: „Die Gelehrten sagten: Das, was mit 'Gutes von Allāh, dem Erhabenen, hoffen' gemeint ist, ist dass man daran glaubt, dass Er Gnade auf einen haben wird und einem vergeben wird. Sie sagten: Wenn eine Person gesund ist, sollte sie Hoffnung und Furcht gleichermaßen haben. Und es wurde auch gesagt, dass die Furcht dominanter sein sollte. Dann, wenn die Anzeichen des Todes erscheinen, sollte die Hoffnung stärker als die Furcht sein, oder sogar vollständig die Oberhand haben, denn der Zweck von Furcht ist, dass man davon abhält Sünden und abscheuliche Taten zu tun, und sie motiviert zu Gehorsamkeit und einer große Anzahl von guten Taten. Aber das ist größtenteils nicht mehr notwendig in solch einer Situation. Demnach ist es empfohlen positiv über Allāh zu denken, die eigene Abhängigkeit zu Allāh einzugestehen, und sich Ihm zu ergeben. Das wird unterstützt von der folgenden Hadīth: „Jede Sklave wird auf dem wiederauferweckt werden, auf was er gestorben ist.“ [Muslim 2878] Das ist der Grund wieso Muslim dies nach der ersten Hadīth überliefert hat. Die Gelehrten sagen, dass damit gemeint ist, dass er in dem Zustand wiederauferweckt werden wird, in dem er gestorben ist. Die andere Hadīth die danach kommt [2879], ist dazu ähnlich: „...dann werden sie gemäß ihrer Intentionen wiederauferweckt.“ Siehe Sharh Sahīh Muslim [17/210].

[162] Der Beweis hierfür ist das, was vom Propheten bezüglich der kleinen und großen Anzeichen der Letzten Stunde authentisch überliefert wurde.

[TN] Hudhayfah ibn al-Yamān [radiallāhu 'anhu] berichtet: Der Prophet hielt vor uns eine Predigt, in welcher er nichts [an Vorkommnissen] ausließ, bis zur letzten Stunde, außer dass er sie erwähnte. Derjenige der es wusste, wusste, und derjenige der vergaß, vergaß. Ich pflegte die Realisierung der Vorkommnisse zu sehen und ich hatte sie zuvor vergessen. Dann erkannte ich sie, so wie ein Mann einen anderen Mann erkennt, welcher [eine lange Zeit] abwesend war, und er ihn dann sieht und wiedererkennt.

Berichtet von Bukhāri [6604] unter dem Kapitel: „Und Allāhs Anordnung ist ein fest gefasster Beschluss.“ [Surah al-Ahzāb 33:38].

[163] Die Hadīth ist Hasan, berichtet von at-Tirmidhī [2643], Ibn Waddāh in al-Bid'ah [S.85], al-Ajurrī in ash-Sharī'ah [S.15] und al-Hākim [1/128-129], Ibn Nasr in as-Sunnah [62], al-Lālakāī in as-Sunnah [Nr.147], Ibn al-Jawzī in Talbīs Iblīs [S.16] und al-'Uqailī in ad-Du'afā' [2/262] von dem Hadīth von 'Abdullāh ibn 'Amr [radiallāhu 'anhu].

[164] [TN] Alles im Menschen ist begrenzt. Seine Sicht ist begrenzt, denn er kann nur bis zu einer bestimmten Distanz schauen, sein Gehör ist begrenzt, seine Stärke ist begrenzt, sein Auffassungsvermögen ist begrenzt - was ist dann mit dem Intellekt? Der Intellekt eines Menschen ist begrenzt, so wie alles andere in ihm auch. Diesem begrenzten Werkzeug eine höhere Stellung zu geben als das, was von Allāh herabgesandt wurde und was authentisch vom Propheten überliefert wurde, zeugt von Überheblichkeit, und der Islam einer solchen Person ist anzuzweifeln.

[165] Der Prophet sagte: „Gewiss - der Islam begann als etwas befremdliches, und er wird wieder befremdlich werden so wie er es zu Beginn war. So Tūbā [frohe Botschaft] den Fremden.“ Berichtet von Muslim [145], at-Tirmidhī [2629] und Ibn Mājah [3986].

[166] Sabrah al-Juhanī [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte von Allāh sagte: „O ihr Menschen! Ich hatte euch die temporäre Heirat mit Frauen erlaubt, und nun hat Allāh es bis zum Tag der Auferstehung verboten. Falls einer von euch eine von ihr hat, so muss er sie gehen lassen und nichts von dem was er ihr gegeben hat zurücknehmen.“ Berichtet von Muslim [1406].

[167] 'Ali [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte von Allāh sagte: „Allāh hat den Mann verflucht, der eine Frau heiratet, damit er sie wieder rechtmäßig für ihren ersten Ehemann macht, und [Er hat denjenigen verflucht] für den sie rechtmäßig gemacht wurde.“ Diese Hadīth ist Sahīh, berichtet von Ahmad [1243], Abu Dawūd [2076], at-Tirmidhī [1119] und an-Nasā'i [3416]. [TN] Die Überlieferung in an-Nasā'i [3416] ist berichtet von 'Abdullāh ibn Mas'ūd. Laut der Hadīth ist derjenige Mann von Allāh verflucht, der eine Frau mit der Intention heiratet, sie nach der Vollziehung der Ehe - und was dazu gehört - wieder zu scheiden, um sie für ihren vorherigen Ehemann, der gemäß der Sharī'ah unwiderruflich geschieden hatte, wieder erlaubt zu machen.

[168] Er sagte: „Allāh wählte Kinānah von den Nachkommen von Ismā'īl aus, die Quraysh von Kinānah, Banu Hāshim von den Quraysh, und Er wählte mich von Banu Hāshim aus.” Siehe Sahīh Muslim [2276], Ahmad [4/107] und as-Sunnah von Ibn Abī 'Aasim [2/632]. Für eine detailliertere Erklärung siehe Ibn Hajrs Fathul-Bāri [13/113]. Die Vortrefflichkeit ist nur für die Muslime unter ihnen.

[TN] Die Vortrefflichkeit der Araber und der genannten Stämme bezieht sich auf ihre noble Abstammung vom Propheten Ismā'īl ['alaihis salām] und ihrer Verwandtschaft zum Propheten . Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] sagte: „Du weißt, dass es keine Familie von den Quraysh gab, außer dass der Gesandte von Allāh auf irgendeine Weise mit ihnen verwandt war.“ Berichtet von at-Tirmidhī [3251] und anderen, als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Was die Vortrefflichkeit auf individueller Ebene angeht, so ist von Ibn 'Umar [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte von Allah am Tag der Eroberung von Makkah vor den Menschen eine Predigt hielt, und sagte: „O ihr Menschen! Gewiss - Allāh hat von euch die Parolen der Jahiliyyah entfernt, und die Verehrung der Vorväter in ihnen. Die Menschen sind zwei: ein Mann der rechtschaffen ist, Taqwa hat und ehrenwert vor Allāh ist; und ein Übeltäter, der elendig und unbedeutend vor Allāh ist. Und die Menschen sind [allesamt] die Kinder von Adam, und Allāh erschuf Adam von Staub: „O ihr Menschen! Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, sodass ihr einander kennenlernt. Gewiss - der ehrenwerteste von euch bei Allāh, ist der Gottesfürchtigste von euch.“ [Surah al-Hujurāt 49:13]“ Berichtet von at-Tirmidhī [3270], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni. Der Prophet sagte auch: „O ihr Menschen! Gewiss - euer Herr ist Einer, und euer Vater ist einer. Fürwahr - es gibt keine Vortrefflichkeit eines Arabers über einen nicht-Araber, oder von einem nicht-Araber über einen Araber, oder von einem roten Mann über einen schwarzen Mann, oder von einem schwarzen Mann über einen roten Mann - außer durch Taqwa. Habe ich die Nachricht übermittelt?“ Sie sagten: „Der Gesandte Allāhs hat die Nachricht übermittelt.“ Berichtet in der Musnad von Imām Ahmad [22978], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni in Silsilah Ahadīth as-Sahīha [2700].

[169] Er sagte: „Das Zeichen von Eemān [Glauben] ist die Liebe für die Ansār, und das Zeichen für Heuchelei ist der Hass für die Ansār.” Berichtet von al-Bukhāri [17]. Siehe auch Fadhāilus-Sahābah von Imām Ahmad [2/790].

[170] [TN] 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] sagte: „Wer auch immer von euch jemandem folgen möchte, dann lasst ihn denjenigen folgen, der schon gestorben ist - denn derjenige der lebt, ist nicht vor Fitnah sicher. Die Gefährten von Muhammed waren die Besten dieser Ummah, mit den rechtschaffensten Herzen, dem tiefgreifendsten Wissen, und die aufrichtigsten. Sie waren Menschen, die Allāh dazu ausgewählt hatte Seinen Propheten zu begleiten und Seine Religion zu etablieren. Erkenne ihre Vortrefflichkeit an und folge ihren Fußstapfen, und halte so viel du kannst an ihrer Moral und ihrer Religion fest, denn sie haben gewiss den Rechten Weg befolgt.“ Berichtet von Imām Ibn 'Abdul Barr in Jāmi'ul Bayān al-'Ilm wa Fadhlihi [1810]. Die Isnād [Erzählerkette] dieser Überlieferung hat zwar etwas an Schwäche, der Inhalt kann aber auch in unzähligen anderen Überlieferungen vorgefunden werden, und ist somit korrekt.

[171] So kommt es vor in as-Sunnah [1/163-166] von 'Abdullāh ibn Ahmad ibn Hanbal, Usūl us-Sunnah [2] von Imām Ahmad und Sarīh us-Sunnah [30-33] von at-Tabarī. 

Die Aussage der Salaf ist, dass der Qur'ān welcher auf dem Mushaf geschrieben, in den Herzen auswendig gelernt und auf der Zunge rezitiert wird, die unerschaffene Rede von Allāh ist. Jedoch, aufgrund des Fakts, dass die menschliche Stimme und die Bewegungen der Zunge erschaffene Handlungen sind, innovierten die Innovatoren die unklare Aussage: „Die Worte des Qur'ān selbst, sind erschaffen.“ Diese Aussage führt zu der vorherigen Aussage, dass nämlich dass der Qur'ān erschaffen sei. Deshalb mussten die Gelehrten, wie Imām Ahmad dagegen warnen. Siehe auch Khalq af'ālul-'Ibād [217, 540] von Imām al-Bukhāri. [TN] Siehe auch Punkt 15 und die entsprechenden Fußnoten.

[172] [TN] Berichtet al-'Irbād ibn Sāriyah [radiallāhu 'anhu] in Musnad Imām Ahmad [16692], Abu Dāwūd [4607], at-Tirmidhī [2676], Ibn Mājah [42] und anderen - und es ist Sahīh.

[173] Die Mu'tazilah und die Rāfidah verneinten die Außerkraftsetzung [Naskh]. Vor ihnen hatten die Juden es verneint. [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Keine Unserer Zeichen [Offenbarungen] setzen Wir außer Kraft, oder lassen in Vergessenheit geraten, außer dass Wir [anstatt dessen] etwas Besseres hervorbringen, oder etwas Ähnliches. Weißt du denn nicht, dass Allāh über alle Dinge Mächtig ist? - Weißt du denn nicht, dass Allāh es ist, der die Herrschaft über die Himmel und die Erde hat? - und dass ihr außer Allāh keinen Schutzherrn und keinen Helfer habt?“ [Surah al-Baqarah 2:106-107].

[174] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Es ist Er, der das Buch auf dich [O Muhammed] herabgesandt hat. In ihm befinden sich Verse die eindeutig sind - sie sind das Fundament des Buches -, und andere [Verse sind] uneindeutig. Was nun diejenigen angeht, in dessen Herzen Abschweifung [von der Wahrheit] ist, so werden sie darin dem folgen, was uneindeutig ist, im Trachten nach Irreführung, und im Trachten nach einer Deutung [die ihnen passt]. Und niemand weiß ihre [wahre] Deutung, außer Allāh. Und diejenigen mit fundiertem Wissen, sagen: „Wir glauben daran - alles ist von unserem Herrn.“ Und niemand wird [durch die Zeichen] erinnert, außer die mit Verstand.“ [Surah Aale-'Imrān 3:7] Mit den uneindeutigen Versen sind diejenigen Verse gemeint, die mit anderen eindeutigen Versen oder durch die Sunnah erklärt werden müssen, damit ihre intendierte Bedeutung zum Vorschein kommt. Diejenigen, die nichts als Fitnah suchen und ihren Begierden folgen, nutzen für sich selbst die uneindeutigen Verse und ignorieren dabei oft die eindeutigen Verse, welche die Basis und das Fundament des Buches sind, und welche die uneindeutigen Verse einschränken und erklären.

[175] Es wurde verkündet, dass jeder dem Glauben der Mu'tazilah folgen musste, nämlich dass der Qur'ān erschaffen sei! Die Gelehrten wurden bedroht und ihnen wurde befohlen dieser Aussage zuzustimmen. Diejenigen, die verbal verneinten zuzustimmen, wurden in das Gefängnis gesteckt, mit den Tode bedroht und gefoltert. Imām Ahmad [rahimahullāh] war standhaft, trotz der vielen Monate im Gefängnis, den immer wieder kommenden Anhörungen vor den Autoritäten, den Todesdrohungen und dem Leben in Ketten. Schlussendlich wurde er öffentlich auf das härteste ausgepeitscht. 'Ali ibn al-Madīnī [rahimahullāh] sagte: „Wahrlich, Allāh hat die Religion unterstützt durch Abu Bakr am Tag der Apostasie [Riddah] und durch Ahmad ibn Hanbal am Tag des Prozesses [Mihnah].” Berichtet von adh-Dhahabī in Tadhkiratul-Huffādh [2/432]

[176] [TN] Die Jahmiyyah verwendeten Kalām, theologische Rhetorik, womit sie die philosophischen Ideen und Prinzipien der Logik der antiken Griechen gegen die Überlieferungen stellten. Sie nutzten zudem eloquente Reden und hinterhältige rhetorische Mittel, um die Menschen zu verwirren und sie an ihrer eigenen Logik und Gedanken zweifeln zu lassen. Diese Methode hatte sehr starke Auswirkungen auf die Herzen der Menschen, weswegen Imām Barbahāri in den folgenden Punkten auch mit extremer Vorsicht warnt, nicht mit den Innovatoren zu sitzen - vor allem nicht den Leuten von 'Ilmul Kalām.

[177] Der abessinische Kaliph, al-Mutawakkil 'alAllāh: Abul-Fadl, Ja'far ibn al-Mu'tasim-billāh, al-Qurashī. Er starb im Jahr 247 nach der Hijrah. Möge Allāhs Gnaden auf ihn sein. [TN] Siehe auch Syer a'lām an-Nubala [12/30]. Mutawakkil 'alAllāh bedeutet: Jemand der sein Vertrauen auf Allāh setzt.

[178] Siehe den Brief von Ahmad ibn Hanbal zu al-Mutawakkil, erwähnt in as-Sunnah seines Sohnes 'Abdullāh, als Punkt Nummer [84].

[TN] In dem Brief, welcher von seinem Sohn Sālih in al-Mihnah [S.52, 66-67] zitiert wird, schreibt Imām Ahmad bezüglich dem Thema, dass der Qur'ān unerschaffen ist: „Allāh, der Erhabene, sagt: „Und wenn einer von den Götzendienern dich um Schutz bittet, dann gewähre ihm Schutz, auf dass er die Worte Allāhs [den Qur'ān] hört, dann eskortiere ihn zu einem Platz der Sicherheit.“ [Surah at-Tawbah 9:6], und Er sagt: „Gewiss - Sein ist die Schöpfung und der Befehl.“ [Surah al-A'rāf 7:54] So sagt Er, dass die Schöpfung Sein ist, dann sagt Er: „...und der Befehl.“ Demnach folgt, dass Er uns darüber informiert, dass der Befehl nicht von der Schöpfung ist. [Ende Zitat] Sufyān ibn 'Uyaynah [rahimahullāh] fügte einer ähnlichen Argumentationskette hinzu: „...und der Befehl ist der Qur'ān.“ - Demnach ist der Qur'ān ebenfalls nicht erschaffen. Siehe al-Ajurrī in ash-Sharī'ah [S.80] mit einer Hasan Isnād. Und es gibt unzählige weitere Argumente, welche die Ideologie der Jahmiyyah widerlegen, z.B. das Argument von Imām al-Bukhāri in Khalq af'ālul-'Ibād [S.143]: „Es wurde von Khawlah bint Hakīm [radiallāhu 'anha] berichtet: Ich hörte den Gesandten Allāhs sagen: „Wer auch immer an einem Ort ankommt, und dann sagt: „Ich such Zuflucht bei Allāhs Perfekten Worten vor dem Übel, welches Er erschaffen hat.“ - dann wird ihm nichts schaden, bis er nicht von diesem Ort weitergeht.“ Sahih Muslim [2708]. Wenn die Worte Allāhs erschaffen wären, dann würde das Suchen von Zuflucht in ihnen Shirk sein, denn das würde bedeuten, dass man bei etwas Erschaffenem Zuflucht sucht. Es ist wohlbekannt, dass das Zuflucht suchen bei irgendetwas anderem als Allāh, dem Erhabenen, und Seinen Namen und Attributen, Shirk ist. Wie hätte der Prophet dann seiner Ummah etwas beibringen können, dass offensichtlich Shirk ist, wo er doch dazu gekommen ist um ihnen puren Tawhīd beizubringen? Das alles zeigt, dass die Worte von Allāh, dem Erhabenen, nicht erschaffen sind. [Ende Zitat] Auch andere Gelehrten haben ganze Bücher geschrieben, in welchen sie sich mit den verschiedenen Argumenten und Ideologien der Jahmiyyah auseinandersetzen, und sie auf verschiedene Weisen widerlegen, siehe z.B. auch ar-Radd 'ala-Jahmiyyah von ad-Dārimi.

[179] Surah al-Jāthiyah [45:17]

[180] Surah al-Baqarah [2:213]

[181] Surah al-Baqarah [2:213]

[182] Berichtet von Muslim [1920], at-Tirmidhī [2229] und Ibn Mājah [10]. Siehe auch Sahīh al-Bukhāri [3614] und Sahīh Muslim [1921-1925].

Der Prophet sagte: „Dieses Wissen wird von den Vertrauenswürdigen jeder Generation getragen. Sie werden davon die Änderungen derjenigen ausstoßen, die die Grenzen überschreiten, und die falschen Anschuldigungen der Lügner, und die falschen Interpretationen der Unwissenden.“ [TN] Dies ist berichtet von al-Bayhaqi in Sunan al-Kubrā [20310, 10/209], Ibn Abi Hātim in al-Jarh wa-Ta'dīl [2/17] und Ibn 'Abdul-Barr in at-Tamhīd [1/57-58], von der Hadīth von Ibrahīm Ibn 'Abdur-Rahmān al-'Udhari [radiallāhu 'anhu]. Es wurde authentifiziert von Imām Ahmad, wie es in Sharaf Ashābil Hadīth [S.27] von al-Khatīb al-Baghdadi vorkommt, und wurde als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni in al-Mishkāt [248].

[TN] 'Abdul-Qādir Jilāni [rahimahullāh] sagte: „Was die Geschützte Sekte angeht, so ist sie Ahlus-Sunnah wal-Jamā'ah. Und es gibt keinen Namen für Ahlus-Sunnah, außer einen: Ahlul-Hadīth [die Menschen der Ahadīth].“ Siehe sein Buch Ghunyadut-Talibīn [S.212].

[183] Im Buch von Allāh gilt das Sprechen über Allāh ohne Wissen zu haben, als eine Form von Shirk. Er, der Perfekte, sagt: „Sag [O Muhammed]: Mein Herr hat nur die Abscheulichkeiten verboten - was von ihnen offen und was verborgen ist - und auch Sünden, und Unterdrückung ohne Recht, und dass ihr Allāh etwas beigesellt, wofür Er keine Ermächtigung herabgesandt hat, und dass ihr über Allāh das sagt, was ihr nicht wisst.“ Surah al-A'rāf [7:33]

[184] Masrūq ibn al-Ajda' [rahimahullāh] sagte: Wir kamen zu 'Abdullāh ibn Mas'ūd und er sagte: „O ihr Menschen! Wer jemand über etwas Bescheid weiß, so lasst ihn darüber sprechen. Wer auch immer etwas nicht weiß, so lasst ihn sagen: „Allāh weiß es am besten.“, denn es ist ebenfalls Teil von Wissen, dass du bezüglich dem, was du nicht weißt, sagst: „Allāh weiß es am besten.“ Allāh, der Mächtige und Majestätische, ließ Seinen Propheten sagen: „Sag [O Muhammed]: Ich verlange von euch keinen Lohn dafür, und weder ich gehöre zu denjenigen, die Lügen fabrizieren.“ Surah Sād [38:86]. Berichtet von al-Bukhāri [4809].

[185] [TN] Mit dieser Wortwahl von at-Tabarāni in al-Mu'jam al-Kabīr [14646] und von al-Hākim in al-Mustadrak [444] berichtet, als Hasan klassifiziert von al-Irāqi in Takhrīj al-Ihya' [3/284].

[186] Dies ist keine Hadīth von dem Propheten , aber eine Aussage von Ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu], wie in ad-Dārimi in seiner Sunan [144,145 1/50], der Musannaf von 'Abdur-Razzāq [10/252], und von Ibn Nasr in as-Sunnah [85] berichtet wird, und sie ist Sahīh als solches. 

Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Und habe Acht vor [Ghulū] Extremismus in der Religion. Denn gewiss, diejenigen vor euch wurden wegen Extremismus in der Religion zerstört.“ Berichtet von Ahmad [1/215, 347], an-Nasā'i [3057] und Ibn Mājah [3029], und es ist als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni. 

Ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Diejenigen, die in Extreme gehen, werden zerstört.“ Berichtet von Ahmad [3647], Muslim [2670] und Abu Dawūd [4591], und es ist Sahīh. [TN] Extremismus wird aber von der Religion definiert, und nicht von den Menschen. Es ist wichtig dies zu verstehen, da es unter denjenigen, die sich Muslime nennen, leider auch manche gibt, die die Erfüllung von grundlegenden Pflichten im Islam schon als Extremismus verstehen, wie z.B. fünf Mal am Tag zu beten oder die vorgeschriebene Zeit im Ramadan zu fasten. Auch andersartige Pflichten werden von manchen Muslimen fälschlicherweise als Extremismus betrachtet, wie wenn sich Männer einen Bart wachsen lassen oder wenn Frauen ein Hijāb/Niqāb tragen. Was aber extrem ist und was nicht, wird von der Religion definiert.

[187] [TN] Hudhayfah ibn al-Yamān [radiallāhu 'anhu] sagte: „Jeden Akt der Anbetung, welchen die Gefährten des Propheten nicht getan haben, tu es nicht.“ Siehe Al-I'tisām von Imām ash-Shātibi [1/106], al-'Amr bil Ittibā' wa nahi 'anil-Ibtida' von as-Suyūti [1/3], wurde auch von Sheikh al-Albāni in Hujjat Nabi [1/100] und Manāsik al-Hajj [1/44] erwähnt.

[188] Al-Lālakā'ī berichtet in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [238] dass Sufyān ath-Thawrī sagte: „Innovationen sind Iblīs lieber als Sünden. Für Sünden wird um Vergebung gebeten, aber für einer Innovation wird keine Buße getan.“ [TN] Das ist, weil jemand der eine Sünde begeht, sich bewusst ist, dass er sündigt. Es ist wahrscheinlich, dass er früher oder später Allāh um Vergebung bittet, und Allāh ihm dann vergibt. Jemand der eine Innovation begeht, ist aber oft innerlich davon überzeugt, dass er etwas richtiges tut - so wird er niemals für seinen Fehler um Vergebung beten, außer wenn Allāh ihn zu der Sunnah rechtleitet. Und bei Allāh suchen wir Zuflucht. Und eine Person die zur Bid'ah ruft ist auch deshalb in einem gewissen Sinne schlimmer für die Ummah als Iblīs, weil die Leute wissen, dass Iblīs ihr Feind ist und nur schlechtes für sie möchte. Was aber die Leute von Bid'ah angeht, so sind die einfachen Muslime nicht dagegen sensibilisiert eine Bid'ah zu erkennen, oder ob jemand ihnen gutes oder schlechtes damit will, und sie fallen in sie hinein und machen es sich zu eigen, nicht wissend, dass es Irreführung ist.

[189] [TN] Anas ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte von Allāh sagte: „Es wird eine Zeit geben, wo geduldig auf der Religion zu bleiben so sein wird, als ob man heiße Kohle in seiner Hand hält.“ Berichtet von at-Tirmidhī [2260], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni in Sahīh al-Jāmi' [8002].

[190] [TN] Sheikh Fawzān zählt sie in seiner Erklärung des Buches auf: 1. Ahle-Tashayyu'  - bezieht sich auf die Bildung der verschiedenen Gruppen, unter ihnen die Shī'ah, nach dem Märtyrertum von 'Uthmān [radiallāhu 'anhu], 2. Al-Qadariyyah - diejenigen, die Qadr [die Vorbestimmung] ablehnen, oder in das andere Extrem gehen und wie die Jabariyyah sagen, dass die Menschen zu ihren Handlungen gezwungen werden und keinen eigenen Willen oder Wahl haben, 3. Al-Khawārij - diejenigen, die es als erlaubt ansehen gegen den Herrscher der Muslime zu rebellieren und Takfīr auf Basis von großen Sünden machen, 4. Al-Murji'ah - diejenigen, die sagen, dass Handlungen keinen Einfluss auf Eemān haben. [Ende Zitat] Diese vier werden auch im Punkt 159 genannt. Bei all diesen Wurzeln geht Sheikh Fawzān [hafidhahullāh] in seinem Buch detaillierter auf ihre Glaubensgrundsätze ein und nennt auch einige der bekanntesten Zweige von ihnen. Es gibt auch andere Auflistungen und Erklärungen anderer Gelehrten, es sei aber festgehalten, dass sich die Glaubensgrundsätze von vielen Sekten der Innovatoren, zu einigen wenigen grundlegenden Innovationen zurückverfolgen lassen, deshalb sollte man sie, und ihre Widerlegung kennen, damit man nicht selbst in sie fällt. Und bei Allāh suchen wir Zuflucht.

[191] Das bezieht sich auf alles, was in diesem Buch an den Aussagen von Allāh, Seinem Propheten und dem auf was die Gefährten einig waren, vorkommt.

[192] [TN] Die gerettete Sekte „al-Firqa an-Nājia“, ist diejenige Sekte, für die der Prophet gesagt hat, dass sie im Gegensatz zu den anderen Sekten, nicht im Feuer sein werden. Und es ist die, über die er sagte: „Das, worauf ich und meine Gefährten heute sind.“

[193] [TN] In einer längeren Überlieferung mit wichtigen Hinweisen vom Propheten , berichtet von Mu'ād ibn Jabal [radiallāhu 'anhu], kommt vor: „Dann hielt er [- der Prophet -] seine Zunge, und sagte: „Bändige das.“ Da sagte ich: „O Allāhs Prophet - werden wir dafür zur Rechenschaft gezogen werden, was wir sagen?“ So sagte er: „Möge dich deine Mutter verlieren [- eine arabische Redewendung -], O Mu'ād! Werden die Menschen etwa wegen etwas anderem auf ihren Gesichtern ins Höllenfeuer geworfen, als das, was ihre Zunge hervorgebracht hat?“ Berichtet von Ibn Mājah [3973] und at-Tirmidhī [2616], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Siehe auch Vierzig Hadīth an-Nawawi [29].

[194] [TN] Damit ist wohl gemeint - und Allāh weiß es am besten -, das man nicht extrem in der Ausübung der Anbetungsakte sein sollte, sondern immer den mittleren, den vom Propheten gezeigten Weg befolgen sollte: Drei Gefährten des Gesandten Allāhs sahen ihre Taten als zu geringfügig an, und deshalb sagte einer von ihnen: „Was mich angeht, so werde ich die ganze Nacht beten und nicht schlafen.“ Und ein anderer sagte: „Ich werde mein ganzes Leben fasten und es nicht brechen.“ Und der dritte von ihnen sagte: „Ich werde mich von Frauen fernhalten und nicht heiraten.“ Der Prophet kam zu ihnen, und sagte: „Seid ihr die Leute die solches-und-jenes gesagt haben? Bei Allāh! Ich bin Allāh mehr ergeben als ihr und ich fürchte Ihn mehr als ihr; dennoch faste ich und breche mein Fasten, ich schlafe und ich heirate auch Frauen. Wer auch immer sich von meiner Sunnah abwendet, der ist nicht von mir.“ Berichtet in ähnlicher Form von Bukhāri [5063] und Muslim [1401].

[195] Die Religion von Allāh, wie wohlbekannt ist, ist das Buch von Allāh und die Sunnah seines Gesandten wie es von den Frommen Vorgängern [Salaf as-Sālih] verstanden wurde. Was die Rede von Menschen angeht, so ist jedermann in manchen Sachen korrekt und in anderen inkorrekt - außer der Prophet . [TN] Imām Mālik [rahimahullāh] sagte: „Von jedem, der nach dem Propheten kommt, wird die Aussage entweder akzeptiert, oder abgelehnt, aber nicht von dem Propheten [ - von ihm wird jede Aussage akzeptiert].” Berichtet von Ibn 'Abdul-Barr in Jāmi'ul Bayān al-'Ilm wa Fadhlihi [2/91].

[196] [TN] Anas ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] sagte einst, als die Muslime unter der unterdrückenden Herrschaft von al-Hajjāj litten: „Seid standhaft, denn es wird keine Zeit auf euch zukommen, außer dass die Zeit danach schlimmer sein wird - bis ihr eurem Herrn begegnet.“ [Dann sagte er:] „Ich hörte das von eurem Propheten .“ Berichtet von Bukhāri [7068], at-Tirmidhī [2206], Ahmad [12427] und anderen.

[197] Ibn az-Zubayr [radiallāhu 'anhu] berichtet: Meine enger Freund, Abul-Qāsim [Kunya des Propheten ], gab mir den Rat: „Falls du irgendetwas von dem Tumult [Fitnah] erreichst, so gehe zu[m Berg] Uhud, stumpfe dein Schwert an ihm, und bleib dann in deinem Haus.“ Berichtet von Ahmad in seiner Musnad [4/226 und 5/69]. Ihre Isnād ist Hasan, wie von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] in as-Sahīhah [1373] erwähnt wurde.

[198] [TN] Abū Mūsa [radiallāhu 'anhu] sagte, dass der Prophet sagte: „Wenn sich zwei Muslime mit Schwertern begegnen, und einer von ihnen den anderen tötet, so werden beide in der Hölle sein.“ Es wurde gesagt: „O Gesandter Allāhs, der eine ist ja der Mörder, aber was ist mit dem der getötet wurde?“ Er sagte: „Er hatte die Absicht seinen Gefährten zu töten.“ Berichtet von an-Nasā'i [4118], Ibn Mājah [3964], Musnad Imām Ahmad [19111], Musannaf ibn Abi Shaybah [38216] und anderen, als Sahīh klassifiziert von al-Albāni.

[199] [TN] Imām at-Tirmidhī berichtet in seiner Sunan [2325] von Abū Kabshah al-Anmārī [radiallāhu 'anhu], dass der Gesandte Allāhs sagte: „Ich werde euch eine Überlieferung erzählen, so merkt sie euch.“ Er sagte: „In der Welt gibt es vier Personen: 1. Ein Sklave [Allāhs], dem Allāh Vermögen und Wissen verliehen hat, so hat er Taqwa vor seinem Herrn, pflegt seine Familienbunde damit und weiß, dass Allāh ein Recht darin hat - so wird er die höchste Stufe haben. 2. Ein Sklave dem Allāh Wissen verliehen hat, aber kein Vermögen, so sagt er mit einer ehrlichen Absicht: „Wenn ich Vermögen hätte, hätte ich es wie so-und-so [wie die erste Person] ausgegeben.“ So hat er die Absicht, demnach hat er dieselbe Belohnung. 3. Ein Sklave, dem Allāh Vermögen verliehen hat, aber kein Wissen, so verschwendet er sein Vermögen ohne Wissen. Er hat kein Taqwa vor seinem Herrn, noch pflegt er die Familienbunde damit, und er weiß nicht, dass Allāh ein Recht darin hat - so wird er die verabscheuungswürdigste Stufe haben. 4. Ein Sklave, dem Allāh weder Vermögen, noch Wissen verliehen hat, so sagt er: „Wenn ich Vermögen hätte, hätte ich es wie so-und-so [wie die dritte Person] ausgegeben.“ So hat er die Absicht, demnach hat er dieselbe Sünde.“, als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Diese Überlieferung ist eine strenge Warnung an diejenigen, die beeinflusst von Musik, Filmen, Serien und einem schlechten Umfeld den Wunsch äußern, wie ihre Idole das Gangster-Leben führen zu wollen, gefüllt mit Drogen, Gewalt und Prostitution.

Hier sollte aber angemerkt sein, dass es einen Unterschied zwischen einem festen Entschluss und einem flüchtigen Gedanken gibt, denn über flüchtige Gedanken hat man oft keine Kontrolle. Allāh sagt: „Keiner Seele legt Allāh mehr auf, als sie ertragen kann“ [Surah al-Baqarah 2:286]. Der Gesandte von Allāh sagte: „Gewiss, Allāh hat meiner Ummah das vergeben, was an boshaften Gedanken in ihnen aufkommt, solange sie nicht über sie reden, oder ihnen gemäß handeln.“ Siehe Sahīh Muslim [127].

Es sollte hier ebenfalls angemerkt sein, dass wenn man eine schlechte Absicht aus Furcht vor Allāh doch nicht in die Tat umsetzt, man eine Belohnung dafür bekommt. Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte Allāhs sagte: „Allāh, der Mächtige und Majestätische sagte: „Wenn Meinem Sklaven in den Sinn kommt eine gute Tat zu tun, und er tut sie nicht, so schreibe Ich ihm eine gute Tat nieder. Falls er sie aber in die Tat umsetzt, so schreibe Ich ihm zehn gleichgroße gute Taten nieder. Und wenn ihm in den Sinn kommt eine Sünde zu begehen, und er tut sie nicht, so vergeben Ich ihm das. Falls er sie aber in die Tat umsetzt, so schreibe Ich ihm eine gleichgroße schlechte Tat nieder.“ Der Gesandte Allāh sagte: „Die Engel sagten: „Unser Herr - dieser Sklave von Dir hat die Absicht eine Sünde zu begehen.“ - und Allāh sieht ihn ganz genau - so sagt Er: „Beobachtet ihn. Falls er sie in die Tat umsetzt, schreibt ihm eine gleichgroße Sünde nieder, falls er sie aber verlässt, schreibt ihm eine gute Tat nieder, denn gewiss, er hat es Meiner Zufriedenheit willen aufgegeben.“ Und der Gesandte Allāhs sagte: „Wer auch immer von euch gut im Islam ist, so wird jede gute Tat die er begeht als zehn bis siebenhundert gleichgroße gute Taten niedergeschrieben, und jede schlechte Tat die er begeht, wird als eine gleichgroße schlechte Tat niedergeschrieben - bis er Allāh begegnet.“ Berichtet in Sahīh Muslim [129]. Ähnliches wird von Bukhāri [42], Imām Ahmad in seiner Musnad [27439], in Sahīh ibn Hibbān [228], Sahīfa Hammām bin Munabbih [104], und Sharh us-Sunnah von Imām Baghawī [4148] überliefert, und alles Lob gebührt Allāh, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen.

[200] [TN] Früher würden die Menschen die Positionen bestimmter Sterne nutzen, um zu wissen wie viel von der Nacht noch übrig ist, und wie viel Zeit noch zum Morgengebet verbleibt.

[201] [TN] Muslim berichtet in seinem Buch Sahīh Muslim [72] unter dem Kapitelnamen: „Bezüglich dem Kufr [Unglauben] von demjenigen, der sagt: „Wir haben Regen wegen den Sternen bekommen.“, von Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu], dass der Gesandte Allāhs sagte: „Weißt du denn nicht was dein Herr gesagt hat? Er hat gesagt: „Ich habe niemals Meine Sklaven mit einem Segen gesegnet, außer dass eine Gruppe von ihnen Unglauben beging, und sagte: „Die Sterne! Es war wegen den Sternen!“

Qatāda, der wohlbekannte Tabi'ī, sagte bezüglich dem Vers in Surah al-Mulk [67:5]: „Und gewiss haben Wir den niedrigen Himmel mit Lampen geschmückt, und Wir haben [von ihnen] Geschosse gemacht, um die Satane zu vertreiben.“ - „Allāh erschuf diese Sterne aus drei Gründen: 1. um den Himmel mit ihnen zu schmücken, 2. um die Teufel zu steinigen, und 3. als Zeichen, damit man mit ihrer Hilfe navigieren kann [siehe Surah an-Nahl 16:16]. Wer auch immer etwas anderes als das behauptet, liegt falsch und wird keinen Vorteil aus ihnen ziehen, und er verschwendet seine Zeit und Anstrengung, um etwas herauszufinden, über was er kein Wissen hat.“ Dies kann unter der Kapitelüberschrift - Kapitel über die Sterne - direkt nach dem Hadīth [3198] in Sahīh al-Bukhāri gefunden werden.

Hier sollte angemerkt sein, dass es demnach Harām ist an Horoskope und ähnliches zu glauben, oder irgendetwas mit ihnen zu tun zu haben, ob im Spaß, oder ernst. Wer in den Angelegenheiten der Sterne nicht vorsichtig ist, kann durch sie in Unglauben fallen.

[202] Es ist berichtet, dass Imām ash-Shāfi'ī [rahimahullāh] sagte: „Mein Urteil bezüglich der Menschen der theologischen Rhetorik ist, dass sie mit Palmenzweigen und Schuhen geschlagen werden sollten und durch die Märkte gezogen werden sollten, und es sollte gesagt werden: „Dies ist die Bestrafung für diejenigen, die das Buch und die Sunnah aufgegeben haben und sich lieber mit theologischer Rhetorik beschäftigen.“ Berichtet von al-Baghawī in Sharh as-Sunnah [1/218].

Imām Ahmad [rahimahullāh] sagte: „Eine Person der theologischen Rhetorik wird niemals erfolgreich sein. Die Gelehrten der theologischen Rhetorik sind niederträchtige Ketzer.“ Berichtet von Ibn al-Jawzī in Manāqib al-Imām Ahmad [S. 204].

[TN] Unter dem Begriff 'Ilmul-Kalām fallen auch viele Aussagen und Prinzipien der antiken und modernen Philosophie - vielmehr sind sie die Wurzel davon. Erst durch den starken Einfluss und des blinden Befolgens von die durch die griechischen Philosophen erfunden philosophischen Aussagen und Prinzipien, kam es zu Sekten wie den Jahmiyyah und Mu'tazilah, welche im Konflikt zwischen - gemäß ihnen - rein rationalen Erkenntnissen und den dazu entgegenstehenden klaren Texten des Qur'ān und der Sunnah, die textuellen Beweise wegen ihrer philosophierten Regeln ablehnten, und in Unglauben fielen. Sheikh-ul-Islam Ibn Taymiyyah [rahimahullāh] schrieb Bücher zur Widerlegung der griechischen Philosophen und ihrer Vorstellung von Logik - er nannte eines davon: „Nasīhah Ahl al-Eemān fī Radd 'ala Mantiq al-Yunān“, welches von Imām as-Suyūti im Buch „Jahd al-Qarīha fī Tajrīd al-Nasīhah“ zusammengefasst wurde.

Rational zu denken ist wichtig, und Allāh fordert die Menschen auch dazu auf über die allgemeinen Zeichen und Seine offenbarten Verse zu reflektieren, damit sie Seine Macht, Herrschaft und Barmherzigkeit realisieren. Aber wenn es um die textuellen Beweise geht, dann haben die Aussagen von Allāh ohne Zweifel mehr Aussagekraft und Wahrheit in sich, als die auf begrenztem Wissen und Verstand basierten Vorstellungen oder erfundenen Prinzipien irgendeines Menschen. Gegen sie wird nicht argumentiert, noch wird bezüglich ihnen philosophiert, und über Allāh sagen wir nicht mehr, und auch nicht weniger, als was in den textuellen Beweisen steht. Siehe auch die Kapitel im Anhang: Rationaler Beweise für das Verbot von Tamthīl und Takyīf.

Imām Abul-Mudhdhaffar as-Sam'ānī [rahimahullāh] sagte: „Die Leute der Sunnah sagen: „Das Fundament der Religion ist Befolgen [al-Ittibā'] und der Intellekt ist dem untergeordnet.“ Denn wäre das Fundament der Religion der Intellekt, dann hätte die Kreation keine Offenbarungen gebraucht, und auch keine Propheten, und die Bedeutung von Befehlen und Verboten wäre falsch, und wer auch immer wollte, hätte sagen können was auch immer er wollte.“ Siehe al-Hujjah [85/Alif].

Es wird im Allgemeinen auch davon abgeraten in den Zirkeln von Leuten zu sitzen, die ohne Zweifel auf dem falschen Weg sind. Der Prophet sagte: „Das Gleichnis des geselligen Zusammenseins mit einem rechtschaffenen Gefährten und einem üblen Gefährten, ist wie das eines Moschus-Händlers und einer Person am Blasebalg [eines Schmieds]. Was den Moschus-Händler angeht, so wird er dir entweder etwas davon [als Geschenk] geben, du wirst etwas von ihm kaufen, oder du wirst [allein durch seine Präsenz] einen guten Geruch von ihm bekommen. Was aber denjenigen angeht, der am Blasebalg bläst, so wird er entweder deine Klamotten verbrennen, oder du wirst einen schlechten Geruch von ihm bekommen.“ Berichtet in Bukhāri [5534] und Muslim [2628], welchen diese Hadīth unter dem Kapitelnamen brachte: „Es ist empfohlen bei den rechtschaffenen Leuten zu sitzen, und schlechte Gesellschaft zu vermeiden“.

[203] [TN] Imām Ahmad ibn Hanbal [rahimahullāh] sprach über die Überlieferung des Propheten : „Meine Ummah wird in zweiundsiebzig Sekten brechen...“ [und er sagte bezüglich der vom Feuer geschützten Sekte:] „Wenn es nicht die Leute der Hadīth sind [Ahlul-Hadīth], dann weiß ich nicht wer sie sind.“ Siehe Sharaf Ashābil-Hadīth [1/7].

Man stelle sich eine Person vor die stirbt, und sie sagt: „O Allāh, ich habe mich so sehr ich konnte an Dein Buch und die Überlieferungen Deines Gesandten gehalten, sie gelernt und sie als Grundlage für meinen Glauben und meine Anbetungsakte genommen. Ich habe versucht sie so zu verstehen, wie die Gefährten, die unmittelbar von deinem Propheten gelernt haben, es verstanden haben, und wie ihre Schüler, und die zweite Generation nach ihnen, und was ich selbst nicht verstanden habe, habe ich Deiner Anordnung entsprechend bei den Gelehrten der Sunnah nachgefragt. Ich habe ehrlich versucht Dir auf diese Weise näher zu kommen, Deine Religion richtig zu verstehen und auszuüben, und Deine Zufriedenheit zu erlangen. So habe Gnade auf mich und vergebe mir für meine Missetaten, denn gewiss, Du bist der Barmherzige.“ Und eine andere Person sagt: „O Allāh, ich weiß zwar, dass Du Offenbarung für die Rechtleitung der Menschen herabgesandt hast, aber ich habe Deinen Qur'ān und die Überlieferungen Deines Gesandten ignoriert, weder über sie gelernt, noch gemäß ihnen gehandelt, oder meinen Glauben auf ihnen aufgebaut. Ich habe lieber meinen eigenen Meinungen Vorrang gegeben, oder den Aussagen meiner Vorväter blind gefolgt, und was auch immer mir gefallen hat, habe ich als meine Religion genommen, und falls mich doch noch etwas von den Aussagen Deines Propheten erreicht hat, was aber gegen meine Meinungen ging, oder für was ich kein Verständnis hatte, habe ich entweder wegdiskutiert oder keine weitere Achtung gegeben. Ich kann nämlich besser entscheiden was richtig und was falsch ist, was ich alles tun sollte und was nicht, und was Du im Qur'ān gesagt hast, oder was vom Propheten gekommen ist, war nicht korrekt, oder war gemäß meinem Standard unfair, ungerecht oder unweise. Wie habe ich das entschieden? Ich habe einfach meine Wertvorstellungen von den moralischen Standpunkten meines sozialen Umfelds, der Propaganda der populären Medien und den säkularen, atheistischen Philosophen meiner Zeit übernommen, da meinen Begierden entsprechend, diese Autoren besser wissen was gut und was schlecht ist. Genauso habe ich, wenn ich etwas über Dich, oder einen anderen Aspekt der Religion nicht verstanden habe, einfach die Meinungen von den Menschen der theologischen Rhetorik, den Ideen des Liberalismus, der populären Meinung, oder meiner eigenen Meinung übernommen, da es mir, obwohl es gegen Deine Überlieferungen ging, besser gepasst hat. Wie die Gefährten, über die Du gesagt hast dass Du zufrieden mit ihnen bist, die Du als Gefährten für Deinen besten Propheten ausgewählt hast, oder die Gelehrten, durch die Du Deine Religion beschützt und verbreitet hast, die Religion verstanden hatten, war falsch - ansonsten wäre ich ihnen ja in ihrem Verständnis gefolgt. So wie ich, oder diejenigen die so wie ich denken, die Verse und Ahadīth interpretieren, passt mir nämlich besser. Trotz all dieser Respektlosigkeit, Verachtung Deiner Offenbarung und Anordnungen, und der Anbetung meines eigenen Intellekts und Meinung, solltest Du mich in das Paradies stecken, zusammen mit dem Propheten den ich ignoriert habe, und den Gefährten und Gelehrten die ich als fehlgegangen erachte und innerlich verachte; dankeschön.“

Welche dieser beiden Personen wird im Jenseits wohl erfolgreich sein? Allāh, der Erhabene, sagt: „Hast du [O Muhammed] denjenigen gesehen, der seine Neigungen als Ilāh [Gott] nimmt? Würdest du dann über ihn ein Sachwalter sein? Oder denkst du etwa, dass die meisten von ihnen hören und verstehen? Sie sind nicht anders als das Vieh. Nein! - vielmehr irren sie noch weiter vom Weg ab.“ [Surah al-Furqān 25:43-44] Der Prophet sagte: „Keiner, der auch nur das Gewicht eines Staubkorns an Arroganz in seinem Herzen hat, wird das Paradies betreten.“ Und er sagte: „Arroganz bedeutet, die Wahrheit [aus Einbildung] abzulehnen und Menschen geringzuschätzen.“ Berichtet in Sahīh Muslim [91].

[204] [TN] Sheikh Sālih al-Fawzān schreibt in 'Aqīdah at-Tawhīd [S.60]: Anbetung umfasst Liebe, Furcht und Hoffnung: Liebe mit Demut, und Furcht mit Hoffnung. Allāh beschreibt Seine gläubigen Diener und sagt, sie sein diejenigen „...die Er liebt und die Ihn lieben.“ [Surah al-Māida 5:54] und Er sagt: „Aber die Gläubigen sind stärker in ihrer Liebe zu Allāh.“ [Surah al-Baqarah 2:165] Er beschreibt Seine Gesandten und Propheten, und sagt: „Gewiss, sie pflegten sich [darin] zu  beeilen gute Taten zu tun, und sie würden Uns [in ihren Gebeten und Bittgebeten] anrufen mit Hoffnung und Furcht, und sie waren Uns mit Demut ergeben.“ [Surah al- Anbiyāh 21:90]

Einige der Salaf [rechtschaffenen Vorfahren] würden sagen: „Derjenige der Allāh nur mit Liebe alleine anbetet, ist ein Zindīq [Häretiker], derjenige der Allāh nur mit Hoffnung  alleine anbetet, ist ein Murjī, derjenige der Allāh nur mir Furcht alleine anbetet, ist ein Huroorī [von den Khawārij], derjenige, der Allāh mit Liebe, Furcht und Hoffnung anbetet, ist ein Mu'min [Gläubiger] und ein Muwahhid [jemand der Tawhīd auf die richtige Art und Weise etabliert].“

[205] [TN] Damit sind wohl auch die gemeint - und Allāh weiß es am besten - die sich als Awliyā [Ende Freunde] Allāhs ausgeben, einen Schrein um sich herum bauen lassen, und dann unwissende Frauen mit Magie, Tricks und Täuschung anlocken. Sie, die Frauen, äußern dann ihre Wünsche ihm gegenüber, in der Hoffnung dass sie in Erfüllung gehen. So ein 'Baba', wie es vor allem im Indo-Pak-Subkontinent wohlbekannt ist, fordert dann Zuwendungen von ihnen, ob monetär, mit Früchten, oder sogar Massagen! Man sieht dann, wie Tag und Nacht Frauen um diese Person umhergehen, ihm dienen und mit ihm die Nacht verbringen. Frei und Erhaben ist Allāh von solchen Übeltätern! Ein anderes Beispiel sind die Personen, die sich im Namen von Ruqya [Exorzismus] alleine mit Frauen zurückziehen und sogar so weit gehen sie physisch zu berühren und auszunutzen! Weil solche Frauen oft schon im Vorhinein in einer schwierigen Situation sind, und kein Wissen über ihre Religion haben, lassen sie so etwas über sich ergehen, nicht wissend, dass diese Teufel gewiss nicht die im Islam angeordnete Ruqya vollziehen.

Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass er den Propheten sagen hörte: „Kein Mann soll mit einer Frau alleine sein, außer dass ein Mahram bei ihr ist...“ Berichtet in Sahīh Bukhāri [1862] und Sahīh Muslim [1341]. Imām an-Nawawi [rahimahullāh] überliefert auch einen Konsens der Gelehrten, dass es Harām für einen Mann ist, alleine mit einer Frau zu sein, die nicht sein Mahram ist, siehe Sharh Sahīh Muslim [14/153]. Der Prophet sagte: „Kein Mann ist mit einer Frau alleine, außer dass der dritte von ihnen der Satan ist.“ Berichtet von at-Tirmidhī [1171], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Auch im Alltagsleben, in der Schule und im Beruf sollte man so viel wie möglich darauf achten, dass man nicht in eine Situation kommt, in der man mit einer Person des anderen Geschlechts alleine ist, die nicht ein Mahram ist.

[206] [TN] Kein Mann sollte sich an Plätzen hinsetzen, an denen Frauen oft vorbeigehen. Das bezieht sich auch auf die Orte eines Marktes, die hauptsächlich von Frauen besucht werden. Erwachsene Männer und Jungen sollten sich weder dort, noch auf dem Weg dorthin hinsetzen, vor allem wenn dies bedeuten würde, dass sie die Frauen oft sehen, und die Frauen sie oft sehen. Man sollte auch generell versuchen sich nicht auf dem Wegrand niederzulassen. Abū Sa'īd al-Khudrī [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Hab acht davor euch am Wegrand hinzusetzen!“ Sie [- die Leute -] sagte: „O Gesandter Allāhs! Wir haben keine andere Wahl als eben dort zu sitzen, denn dort haben wir unsere gewöhnlichen Gespräche.“ So sagte er: „Wenn ihr nicht anders könnt als dort zu sitzen, dann zollt dem Weg sein Recht.“ Sie sagten: „Was ist das Recht des Weges, O Gesandter Allāhs?“ Er sagte: „Senkt eure Blicke, haltet euch davor zurück anderen zu Schaden, erwidert den Gruß des Friedens, und befehlt das Gute und verbietet das Schlechte.“ Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [6229]. Wie schlimm sind doch im Gegensatz dazu die Leute, die sich in Gruppen auf einen Weg setzen, ihn verdrecken, über nichts anderes als Unfug reden, vorbeigehende Leute belästigen und Frauen hinterherrufen... Möge Allāh uns alle rechtleiten.

[207] Er, der Erhabene, sagt: „Sie halten es dir als Wohltat vor, dass sie Muslime geworden sind. Sag [O Muhammed]: „Haltet mir nicht eure [Annahme des] Islams als Wohltat vor. Nein! Vielmehr hält Allāh euch die Wohltat vor, dass Er euch zum Glauben geleitet hat, so ihr denn wahrhaftig seid.“ [Surah al-Hujurāt 49:17] 

[208] Die Hadīth mit dieser Wortwahl ist nicht authentisch, siehe Da'īf al-Jāmi' [1535-1537] von al-Albāni. Jedoch ist die Hadīth von Abu Sa'īd [radiallāhu 'anhu] authentisch, welcher berichtet, dass der Prophet sagte: „Beleidigt nicht meine Gefährten, denn würde einer von euch Gold so viel wie [dem Berg] Uhud spenden, so wäre es nicht gleich wie dem, was einer von ihnen mit einer Handvoll, oder die Hälfte davon spenden würde.“ Berichtet von al-Bukhāri [3673] und Muslim [2540].

[TN] Ein Mann fragte Imām Ahmad ibn Hanbal über das, was zwischen 'Ali und Mu'āwiyah passierte, so wandte er sich von ihm weg. Es wurde zu ihm gesagt: „O Abū 'Abdullāh, er ist ein Mann von Banu Hāshim.“ Er drehte sich zu ihm um, und sagte: „Rezitiere: Dies war eine Nation, welche vergangen ist. Sie werden bekommen was sie verdient haben, und ihr, was ihr verdient. Und ihr werdet nicht danach gefragt werden, was jene zu tun pflegten [Surah al-Baqarah 2:134].“ Berichtet von Ibn al-Jawzī in Manāqib al-Imām Ahmad [S. 126].

[209] Berichtet von al-Bukhāri [4890] und Muslim [2494].

[210] Der Gesandte von Allāh sagte: „Das Vermögen eines Muslims ist nicht erlaubt, außer was er davon freiwillig gibt.“ Berichtet von Ahmad [5/72] und als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni in al-Irwā' al-Ghalīl [1459]. [TN] Die Ausnahmen zu dieser Regel sind den Juristen des Islam bekannt. Beispielsweise ist es erlaubt, dass eine Frau ohne zu fragen von dem Vermögen ihres Mannes nimmt, um ihre grundlegenden Notwendigkeiten - und die ihrer Kinder - zu erfüllen, sollte der Mann sie aus Geiz nicht von selbst versorgen. So kommt es in Sahīh al-Bukhāri [6641] vor.

[211] Berichtet von Wākī' ibn al-Jarrāh, wie es in Kanzul-'Ummāl [4/122] vorkommt, und von Ibn al-Jawzī in Manāqib 'Umar [S. 194]. [TN] Das bezieht sich wohl - und Allāh weiß es am besten - auf extreme Situationen, in der auf der einen Seite eine Verdienstmöglichkeit besteht, in der sowohl Halāl, als auch etwas an Harām-Einkommen generiert wird, und auf der anderen Seite eine Situation droht, in der man von den Menschen betteln müsste, um die grundlegenden Notwendigkeiten von sich selbst und seiner Familie zu erfüllen. Wer auch immer ohne Notwendigkeit Harām-Einkommen konsumiert, hat gewiss die Grenze überschritten. Nicht darauf Acht zu geben, ob das Einkommen Halāl oder Harām ist, ist eine verabscheuungswürdige Tat - der Prophet sagte: „Es wird eine Zeit auf die Menschen zukommen, in der es einen Mann nicht interessieren wird von wo sein Vermögen kommt - [also] ob es von Halāl oder von Harām ist.“ Sunan an-Nasā'i [4454], Sahīh laut al-Albāni. Es ist zudem fest etabliert, durch die Hadīth des reisenden Mannes in Sahīh Muslim [1015], dass Harām-Einkommen zu konsumieren, eines der Gründe dafür ist, dass die Du'a einer Person nicht akzeptiert wird. Und wer auch immer Harām-Einkommen für Allāhs Zufriedenheit verlässt, dem verspricht Allāh, der Herr der Welten, der Versorger von Allem was existiert, besseres Einkommen, von Quellen, von denen er es nicht erwartet hätte: „Und wer auch immer Allāh fürchtet, so wird Er ihm einen Ausweg schaffen, und Er wird ihn von [Quellen] versorgen, mit denen er nicht gerechnet hätte. Und wer auch immer sein Vertrauen auf Allāh setzt - so wird Er ihm genügen.“ [Surah at-Talāq 65:2-3] Der Prophet sagte: „Gewiss, du wirst niemals etwas für Allāh, dem Mächtigen und Majestätischen, aufgeben, außer dass Allāh es für dich mit etwas Besserem austauschen wird.“ Berichtet von Imām Ahmad [22565], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni in Silsilah Ahadīth as-Sahīha [2/734]. Das ist ein Versprechen von Allāh - und Allāh bricht niemals Sein versprechen.

[212] Das ist berichtet von 'Abdullāh ibn Ahmad als eine Aussage seines Vaters, Imām Ahmad, in as-Sunnah [4-5]. [TN] Imām al-Bukhāri [rahimahullāh] sagte: „Ob jemand nun hinter einem Jahmī betet oder hinter einem Rāfidī, oder er betet hinter einem Juden oder einem Christen  - es macht keinen Unterschied.“, also das Gebet ist nicht vollbracht, weil diese Kategorien von Menschen außerhalb des Islam sind. Siehe Khalq Af'ālul 'Ibād [S.14].

[213] Hier ist die Begrüßung des Friedens [Salām] gemeint, die jemand gibt, wenn er die Gräber der Muslime besucht. [TN] Man sagt beispielsweise: „Assalāmu 'alaykum ahl ad-diyāri min al-Mu'minīna wal-Muslimīna, wa inna inshāAllāhu lalāhiqoon. As'alAllāha lana wa lakum al-'Āfiyah.“ - „Frieden sei auf euch, O ihr Bewohner der Gräber - von den Gläubigen und den Muslimen. Gewiss - wir werden uns, so Allāh will, euch anschließen. Ich bitte Allāh um Wohlsein für uns und für euch.“ Berichtet von Buraydah ibn al-Husayb [radiallāhu 'anhu] in Sahīh Muslim [975]. Was das Grab des Propheten angeht, und die Gräber von Abū Bakr und 'Umar, die im selben Haus von 'Aisha [radiallāhu 'anha] begraben wurden, so ist überliefert, dass Ibn 'Umar [radiallāhu 'anhu] zu sagen pflegte: „Assalamu 'alayka O Gesandter von Allāh, assalamu 'alayka O Abū Bakr, assalamu 'alayka O mein Vater.“, dann ging er weg. Dies wurde berichtet von al-Bayhaqi in Sunan al-Kubrā [5/245], als Sahīh klassifiziert von al-Hāfidh ibn Hajar [rahimahullāh]. Siehe auch as-Sārim al-Munki [S.38, 120, 306 und 330].

[214] Derjenige der Gutes anordnet und Schlechtes verbietet, muss auch das entsprechende Wissen dafür haben, sonst könnte er mehr Schaden anrichten, als er Gutes erreicht, und er würde nur dafür sorgen, dass noch größeres Übel getan wird - was verboten ist. [TN] „Sag [O Muhammed]: „Das ist mein Weg. Ich rufe zu Allāh mit sicherem Wissen [Basīrah] - ich, und diejenigen die mir folgen.“ [Surah Yusuf 12:108]

[215] [TN] Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Ihr werdet den Paradiesgarten nicht betreten, bis ihr nicht glaubt. Und ihr werdet nicht glauben, bis ihr einander nicht liebt. Soll ich euch nicht über eine Handlung informieren, durch die ihr einander lieben werdet?“ Sie sagten: „Aber ja! O Gesandter von Allāh.“ Er sagte: „Macht den Friedensgruß zu einer gängigen Praxis zwischen euch.“ Siehe Adab-al-Mufrad [980], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Der Prophet sagte auch: „Der Jüngere sollte den Älteren [zuerst] Grüßen, der Laufende sollte den Sitzenden grüßen, und die kleinere Gruppe sollte die größere Gruppe grüßen.“ Siehe Sahīh al-Bukhāri [6231].

[216] Das gemeinschaftliche Gebet in der Moschee ist eine Pflicht für jeden geistig gesunden, erwachsenen Mann, der in der Lage ist teilzunehmen. Dies ist die korrekteste der Aussagen der Gelehrten. [TN] Das gemeinschaftliche Gebet ist einer der Gründe, für die die Moscheen errichtet wurden. Allāh, der Erhabene, gibt sogar Anordnungen wie das gemeinschaftliche Gebet in einer so schwierigen Situation wie dem Schlachtfeld durchzuführen ist [Surah an-Nisa 4:102] - was ist dann mit denen, die in Frieden leben?

Der Prophet sagte: „Wer auch immer die Adhān [den Gebetsruf] hört und nicht [zum Gebet] kommt, so hat er kein Gebet, außer wenn er eine Ausrede hat.“ Berichtet in Sunan Ibn Mājah [793], von at-Tabarāni in Mu'jam al-Kabīr [2/154] und anderen, als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] sagte: „Gewiss - ich habe eine Zeit gesehen, in der keiner vom Gebet fernbleiben würde, außer ein Heuchler der für seine Heuchelei bekannt war, oder ein kranker Mann. Aber falls der kranke Mann sich zwischen zwei Männern stützen konnte, würde er [mit ihrer Hilfe] zum Gebet kommen.“ Und er sagte: „Der Gesandte Allāhs zeigte uns den Weg der Rechtleitung, und gewiss - vom Weg der Rechtleitung ist das Gebet in der Moschee, in der die Adhān proklamiert wird.“ Berichtet in Sahīh Muslim [654].

Der Prophet sagte bezüglich dem Freitagsgebet: „Wer auch immer das Freitagsgebet drei Mal aus Nachlässigkeit verlässt, dem wird Allāh sein Herz versiegeln.“ Berichtet in Abu Dāwūd [1052], als Hasan Sahīh klassifiziert von al-Albāni, als Hasan klassifiziert von Hafidh Zubayr 'Ali Zai. Wer auch immer in der Nähe einer Moschee wohnt und die Adhān auch ohne Lautsprecher hören würde, sollte sein Bestes tun das gemeinschaftliche Gebet zu erreichen, ansonsten begeht er eine Sünde. Siehe auch Fatāwa al-Lajnah al-Dā'imah [7/302] und Liqa' al-bāb il-Maftūh [1/413].

Hier sollte angemerkt sein, dass laut der Meinung der Gefährten des Propheten , Imām Ahmad und anderen Gelehrten der Salaf, derjenige der aus Faulheit nicht betet, ein Ungläubiger [Kāfir] ist. Dies wird auch vom Qur'ān und der Sunnah unterstützt. Allāh, der Erhabene, sagt: „Doch wenn sie in Reue [von Shirk] umkehren, das Gebet verrichten und die Zakāt entrichten, dann sind sie eure Brüder in der Religion.“ [Surah at-Tawbah 9:11]. Die Bruderschaft im Islam kann durch nichts ausgelöscht werden, außer durch das, was einen außerhalb der Religion befördert. Gemäß diesem Vers ist derjenige, der nicht betet, nicht in der Bruderschaft des Islam, bis er nicht betet. „Dann kamen nach ihnen Nachfolger, die das Gebet aufgaben und Begierden folgten - so werden sie bald ihr böses Ende [- die Hölle -] finden. Außer diejenigen die in Reue umkehren, glauben und rechtschaffene Werke tun. Jene sind es, die in den Paradiesgarten eintreten werden - und ihnen wird in nichts an Unrecht zugefügt werden.“ [Surah Maryam 19:59-60].

Jābir ibn 'Abdullāh [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Gewiss - zwischen einem Mann und Shirk und Kufr, liegt das Verlassen des Gebets.“ Berichtet in Sahīh Muslim [82]. Er sagte: „Der Pakt, der zwischen uns und ihnen [den Ungläubigen] unterscheidet, ist das Gebet. Demnach, wer auch immer es verlässt, hat Unglauben begangen.“ Berichtet von Imām Ahmad in seiner Musnad [22427], at-Tirmidhī [2621], an-Nasā'i [463], Ibn Mājah [1079] und anderen, Sahīh laut al-Albāni. Die trennende Linie zwischen einem Gläubigen und einem Ungläubigen ist das Gebet - wer auch immer es aufgibt, hat Unglauben begangen. 'Abdullāh ibn Shaqīq al-'Uqaylī berichtet: „Die Gefährten von Muhammed würden das Aufgeben von keiner Handlung als Unglauben ansehen, außer das Gebet.“ Berichtet von at-Tirmidhī [2622], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Es gibt auch andere textuellen Beweise vom Propheten und den Gefährten, die darauf hinweisen, dass derjenige der das Gebet aufgibt, ein Ungläubiger ist. Bezüglich der Ausprägung von 'das Gebet aufgeben', welches zum Unglauben führt,  gibt es einen Unterschied zwischen den Gelehrten der Sunnah. Reicht es, dass eine Person ein einziges Gebet aus Faulheit nicht betet, oder aus Faulheit die Zeit des Gebets zu Ende gehen lässt, ohne es zu beten, damit er in Unglauben fällt, oder muss er es in Gesamtheit aufgeben, damit er als Ungläubiger gilt? Sheikh ibn 'Uthaymīn [rahimahullāh] sagte: „Was mir korrekt scheint, ist, dass die Person nicht zu einem Ungläubigen wird, außer wenn sie komplett aufgibt zu Beten - also niemals betet. Was denjenigen angeht der manchmal betet, so ist er kein Ungläubiger.“ Siehe Majmoo' ul-Fatāwa ibn 'Uthaymīn [12/55]. Hier sollte ebenfalls angemerkt sein, dass es auch eine Gruppe von Gelehrten der Generationen nach den Gefährten gibt, die die Aussage des Propheten bezüglich demjenigen, der nicht betet, so interpretieren, dass seine Aussage „...wer auch immer es aufgibt, hat Unglauben begangen.“ nur einer starke Warnung ist, und nicht Unglaube, so wie er sagte: „Einen Muslim zu Missbrauchen ist Frevel [Fusūq] und ihn zu bekämpfen ist Unglaube.“ Sahīh al-Bukhāri [7076]. Dass das Bekämpfen eines Muslim nicht direkt Unglauben ist, ist wohlbekannt, denn Allāh sagt: „Und wenn zwei Gruppen von den Gläubigen kämpfen, so mache Frieden zwischen ihnen beiden.“ [Surah al-Hujurāt 49:9] Obwohl sie miteinander kämpfen, nennt Allāh beide Gruppen „Gläubige“. Siehe auch al-Mughni [2/157]. Laut ihnen ist das Aufgeben des Gebets also eine Form von Kufr-dūna-Kufr - ein Kufr, der geringer ist als das, wodurch man die Religion komplett verlässt. Die erste Meinung bezüglich dieser Angelegenheit hat jedoch gewiss die stärkeren Beweise, siehe auch Risālah fi Hukm Tārik as-Salah von Sheikh Sālih al-Uthaymīn [rahimahullāh].

Wer auch immer eine lange, oder kurze Zeit, nicht gebetet hat und in Reue umkehren möchte, sollte wissen, dass er die von ihm aus Faulheit nicht gebeteten Gebete nicht nachholen kann. Vielmehr sollte er durchgehend Allāh um Vergebung bitten und viele gute Taten tun und freiwillige Gebete beten. Dies ist auch die Meinung von 'Umar ibn al-Khattāb, seinem Sohn 'Abdullāh, Sa'īd ibn Abi Waqqās und anderen Gefährten, Tabi'īn und Gelehrten der Salaf, siehe al-Muhalla [2/235-236] von Ibn Hazm, und die Aussagen von Ibn Taymiyyah [rahimahullāh] in Nayl al-Awtār [2/26] von ash-Shawkāni und Minhāj us-Sunnah [5/233]. Abū Huraira [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Die erste Angelegenheit, über die die Menschen zur Rechenschaft gezogen werden wird am Tag der Auferstehung, ist das Gebet. Unser Herr, der Mächtige, wird zu den Engeln sagen - und Er weiß es besser [als sie]: „Schaut euch die Gebete Meines Sklaven an - also ob sie komplett sind, oder mangelhaft sind. Falls sie komplett sind, dann schreibt sie als komplett nieder.“ Sollte es in ihnen irgendetwas an Mängel geben, dann wird Er sagen: „Seht, ob Mein Sklave freiwillige [Gebete gebetet] hat.“ Sollte es freiwillige [Gebete] geben, wird Er sagen: „Vervollständigt für Meinen Sklaven die Pflichtgebete mit den freiwilligen Gebeten.“ Und so wird mit den anderen Taten umgegangen werden.“ Berichtet in Sunan Abu Dāwūd [864], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. In einer anderen Überlieferung sagte der Prophet : „Die erste Angelegenheit, über die die Menschen zur Rechenschaft gezogen werden am Tag der Auferstehung, ist das Gebet. Sollten sie vollständig sein, so ist er erfolgreich und gerettet, und sollten sie mangelhaft sein, so hat er versagt und ist verloren. Sollte es in den Pflichtgebeten dann irgendetwas an Mängel geben, so wird der Herr, der Mächtige und Majestätische sagen: „Seht, ob Mein Sklave freiwillige [Gebete gebetet] hat.“ So werden mit ihnen die Mängel, die er in den Pflichtgebeten hatte, ausgeglichen. Und so wird mit den restlichen Taten umgegangen werden.“ Berichtet in Sunan at-Tirmidhī [413], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Die Gebete sind wahrlich von den Grundpfeilern des Islam. Wer auch immer sie vernachlässigt, dessen Islam wird nicht heil und munter bleiben. Sie sollten deshalb eine Hauptpriorität des Muslim sein, an welchen sich seine anderen Aktivitäten des Tages ausrichten müssen - ob Mann oder Frau. Kein Gebet sollte jemals vernachlässigt werden. Siehe auch die Fußnote zu Punkt 85.

[217] Der Prophet sagte: „Der Imām wird nominiert, damit er befolgt wird. Wenn er also Takbīr [AllāhuAkhbar] sagt, dann sagt Takbīr, wenn er sich verbeugt, dann verbeugt euch, wenn er sagt: „Allāh hört denjenigen, der ihn lobpreist“, dann sagt: „Unser Herr! Alles Lob gebührt dir.“ Und wenn er stehend betet, dann betet stehend, und wenn er sitzend betet, solltet ihr alle sitzend beten.“ Berichtet von al-Bukhāri [689] und Muslim [417]. Die Wortwahl ist von Muslim.

[218] Der Gesandte Allāhs sagte: „Falls jemand von euch Böses sieht, so soll er es mit seiner Hand ändern. Falls er dazu nicht in der Lage ist, dann mit seiner Zunge, und falls er dazu nicht in der Lage ist, dann [sollte er es] in seinem Herzen [hassen] - und das ist der schwächste Glauben.“ Berichtet von Ahmad [10689], Muslim [49], Abu Dawūd [1140], at-Tirmidhī [2172] und Ibn Mājah [1275]. Die Wortwahl ist von Muslim.  [TN] Jeder sollte Böses mit Weisheit und entsprechend seiner Fähigkeit ändern, ansonsten erreicht er oft nicht das gewollte Ziel und richtet dabei mehr Schaden an, als er Gutes erreicht. [Ende TN]

Al-Hāfidh Ibn Rajab [rahimahullāh] sagt in Jāmi' al-'Uloom wal-Hikam [S.304]: „Mit der Hand zu ändern heißt nicht zu kämpfen. Dies ist ebenfalls von Ahmad berichtet, in der Überlieferung von Sālih. Er sagte: „Etwas mit der Hand zu ändern bedeutet nicht mit dem Schwert und Waffen.“ Demnach ist die Verwendung des Schwertes nicht für die breite Öffentlichkeit gedacht, vielmehr ist es für den Herrscher. Dies ist die Aussage von Imām Ahmad, und ist so berichtet von Ibn Muflih in al-Ādābush-Shar'iyyah [1/163]

[219] [TN] Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Habt Acht vor Verdächtigungen, denn Verdächtigungen sind von den schlimmsten Lügen. Und sucht nicht nach den Fehlern von anderen, und spioniert euch nicht gegenseitig aus, und seid nicht neidisch aufeinander, und verlasst einander nicht, und hasst einander nicht, O Sklaven Allāhs! Seid Brüder!“ Berichtet in Bukhāri [6064].

[220] Das ist zu was die extremen Innovatoren, unter ihnen die Bātinīs und extremen Sufīs rufen. Sie erklären Sachen unter den Tisch, indem sie behaupten, sie hätten einen offensichtlichen und einen inneren [Bātin - versteckten] Aspekt. Sie verdrehen das Buch und Seine Sharī'ah damit es ihren Begierden entspricht. Ihre Behauptung verstecktes religiöses Wissen erhalten zu haben, welches außerhalb des Buches und der Sunnah liegt, ist Unglauben.

[221] Der Gesandte von Allāh sagte: „Es gibt keine Heirat ohne einen Vormund [Walī].“ Berichtet von Ahmad [19024], Abu Dawūd [2085] und at-Tirmidhī [1101]. Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] sagte: „Es gibt keine Heirat, außer mit einem beratenden Vormund und zwei gerechten Zeugen.“ Berichtet von al-Bayhaqī [7/112], ash-Shāfi'ī in seiner Musnad [2/317] und al-Baghawī in Sharh us-Sunnah [9/45]

[222] Siehe auch Punkt 28 und die entsprechenden Fußnoten. Der Prophet sagte: „Wer auch immer meine Gefährten beleidigt, auf dem ist der Fluch von Allāh, der Engel, und der Menschen kombiniert.“ Berichtet von at-Tabarāni [3/174] von Ibn 'Abbās und Ibn 'Umar [radiallāhu 'anhuma]. Sheikh al-Albāni [rahimahullāh] klassifizierte die Hadīth als Hasan in Silsilah Ahadīth as-Sahīha [2340]. Al-Lālakāī berichtet in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [2359], dass Imām Ahmad [rahimahullāh] sagte: „Falls du jemanden schlecht über irgendeinen der Gefährten des Gesandten von Allāh sprechen hörst, zweifle seinen Islam an.”

[223] Die Wortwahl berichtet von Imām Ahmad ist: „Lasst meine Gefährten für mich. Bei Ihm, in Wessen Hand meine Seele ist, falls ihr Gold spenden würdet wie [der Berg] Uhud, würdet ihr nicht an ihre Taten herankommen.“ Klassifiziert als Sahīh von Sheikh al-Albāni in Sahīh al-Jāmi' [3380].

[224] [TN] Hier sollte angemerkt sein, dass die Geschichten, die für gewöhnlich von Predigern verwendet werden, um die großen Ereignisse zwischen den Gefährten wiederzugeben, nicht vertrauenswürdig sind. Sie basieren nicht selten auf Aussagen von Männern, die von den Hadīthgelehrten als schwach, oder sogar als Lügner eingestuft wurden, und sie haben in ihren Erzählerketten schwache und oft auch eine oder mehrere Personen, die den Gelehrten von 'Ilmul-Rijāl unbekannt sind. Möchte man sich aus akademischen Gründen mit den Geschehnissen zwischen den Gefährten befassen, sollte man sich an Bücher wenden, welche die Ereignisse auf Basis von bewiesenen, authentischen Überlieferungen wiedererzählen. Zwar erhält man auf diese Weise nicht alle Details bezüglich der Vorkommnisse, man kann sich aber sicher sein, dass die Informationen authentisch sind.

[225] Wir sollten auch eine Abneigung gegen diejenigen haben, die etwas gegen die Gefährten haben, denn Allāh, der Allerhöchste, sagte, dass Er zufrieden mit ihnen ist. Siehe dafür Surah al-Hashr [59:8-10], Surah at-Tawbah [9:100] und Surah al-Fath [48:18]. Gewiss, diejenigen, die die Gefährten angreifen sind verabscheuungswürdige Ketzer die den Islam zerstören wollen, da uns die gesamte Religion von den Gefährten überliefert wurde. [TN] Allāh, der Erhabene, sagt: „Und die ersten Vorreiter [im Glauben] von den Muhājirīn und den Ansār, und diejenigen, die ihnen auf Beste Weise [im Glauben] gefolgt sind - Allāh ist zufrieden mit ihnen und sie sind zufrieden mit Ihm. Für sie sind Gärten [im Paradies] unter welchen Flüsse fließen - ewig werden sie darin verbleiben. Das ist der großartige Erfolg.“ [Surah at-Tawbah 9:100].

[226] [TN] Siehe auch Punkt 69.

[227] [TN] Es gibt nur zwei Personen in dieser Welt: jemand der akzeptiert was auch immer Allāh herabgesandt hat - also den Qur'ān und die Sunnah - und demgemäß handelt, oder jemand der seinen Begierden folgt. Allāh, der Erhabene, sagt: „Und wenn sie dir [O Muhammed] nicht gehorchen, so wisse, dass sie ihren Begierden folgen. Und wer ist mehr fehlgegangen als derjenige, der seinen Neigungen folgt ohne Rechtleitung von Allāh?“ [Surah al-Qasas 28:50] 

[228] Sheikh-ul-Islam Ibn Taymiyyah [rahimahullāh] sagte in Majmoo' al-Fatāwa [22/61]: „Die Herrscher werden nicht dafür bekämpft, dass sie Sünden begehen, obwohl eine Person normalerweise für manche der Sünden getötet werden kann, wie z.B. Unzucht und ähnliches. Jedoch ist es nicht erlaubt den Herrscher für Sachen zu bekämpfen, für welche eine Person getötet werden würde, da das Verderben, welches durch dieses Kämpfen entsteht, sehr viel größer ist als das Verderbnis einer großen Sünde die der Herrscher begeht.“ [TN] Dies basiert auf dem wohlbekannten Prinzip in Fiqh: „Das größere Übel wird durch das kleinere Übel abgewehrt.“, welches auf unzähligen Überlieferungen des Gesandten basiert, in welchen er das kleinere Übel hingenommen hatte, um das größere Übel abzuwehren. Genauso wird hier das größere Übel - die Rebellion und das Bekämpfen eines sündhaften Herrschers, welches ohne Zweifel zu Blut vergießen und Instabilität des gesamten Landes führen würde - abgewehrt, indem das kleinere Übel - einen sündigen Herrscher ertragen und ihn nicht für seine Sünden bekämpfen - hingenommen wird. Für weitere Details können die Bücher von Usūl al-Fiqh [Grundprinzipien der Rechtsprechung] konsultiert werden. Historisch gesehen hat niemals eine Gruppe dieses prophetische Prinzip ignoriert, außer dass es zu der Zerstörung der Religion dieser Menschen und ihrer weltlichen Angelegenheiten gekommen ist. Zeitgenössische Beispiele sind das beste Zeugnis dafür.

[229] Al-Fudayl ibn 'Iyād ibn Mas'ūd, Sheikh ul-Islam, Abu 'Ali, al-Yarbū'ī, al-Khurasānī. Er wurde in Samarqand geboren und wuchs als Straßenräuber auf. Jedoch wurde sein Herz von der Rezitations des Qur'ān bewegt, er tat Buße und reiste auf der Suche nach Wissen zu Kūfah, wurde aber schlussendlich in Makkah sesshaft. Unter seinen Studenten waren Ibn al-Mubārak, Yahyā al-Qattān, 'Abdur-Rahmān ibn Mahdī, 'Abdur-Razzāq, ash-Shāfi'ī und Qutaybah ibn Sa'īd. Ibn al-Mubārak sagte: „Es besteht niemand mehr auf dem Erdboden, der besser ist als Fudayl ibn 'Iyād.” Harūn ar-Rashīd sagte: „Ich habe noch nie einen Gelehrten mit mehr Würde gesehen als Mālik, und keinen frommer als al-Fudayl.” Siehe Syer a'lām an-Nubala [8/421-441] und Tadhkiratul-Huffādh [1/245-246] von Imām adh-Dhahabī. 

[230] Diese Überlieferung ist berichtet von Abu Nu'aym in al-Hilyah [8/91] mit einer Sahīh Isnād, und von al-Khallāl in as-Sunnah [9].

[231] Dieser Titel des Respekts wird für alle Ehefrauen des Propheten verwendet. Das ist wie sie in Surah al-Ahzāb [33:6] genannt werden.

[232] [TN] Siehe auch Punkt 127 und die Fußnoten dazu.

[233] [TN] An-Nu'mān ibn Bashīr [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass er den Gesandten von Allāh sagen hörte: „Was Halāl ist, ist klar, und was Harām ist, ist klar, und zwischen diesen beiden liegen die zweifelhaften Angelegenheiten - nicht vielen von den Menschen wissen über sie Bescheid. Wer auch immer sich dann von den zweifelhaften Angelegenheiten fernhält, beschützt [so] seine Religion und seine Ehre. Und wer auch immer sich den zweifelhaften Sachen hingibt, ist wie ein Hirte, der [seine Tiere] nahe der Hima [Privatgelände] von jemandem grasen lässt - jeden Moment läuft er Gefahr dort hineinzulaufen. Gebt Acht! Jeder König hat eine Hima. Gebt Acht! Allāhs Hima auf dieser Erde sind die von Ihm verbotenen Sachen. Gebt Acht! In dem Körper gibt es ein Stück Fleisch - wenn es gut [rein] ist, so ist der gesamte Körper gut; und wenn es schlecht wird, so wird der gesamte Körper schlecht. Gebt Acht! [Wahrlich -] Es ist das Herz.“, berichtet von Bukhāri [52] und Muslim [1599].

[234] [TN] Die Ausgangsposition bezüglich eines Muslims ist, dass er nicht verdächtigt wird, und er unschuldig ist: „O ihr die glaubt! Vermeidet viel von den Verdächtigungen, denn gewiss - manch Verdächtigung ist Sünde.“ [Surah al-Hujurāt 49:12] Falls man aber mal einen Fehler von seinem Bruder oder seiner Schwester mitbekommt, dann verdeckt man seine Sünden und verbreitet sie nicht - solange darin kein allgemeines Wohl der Öffentlichkeit beabsichtigt ist. Der Prophet sagte: „Wer auch immer [die Sünde] eines Muslim verdeckt, so wird Allāh [seine Sünden] im Diesseits und im Jenseits verdecken.“ Berichtet in Sunan Ibn Mājah [2544], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Falls man die Sünde jedoch ohne Notwendigkeit verbreitet, wie es in dieser Zeit von sozialen Medien üblich ist, dann kann es sein, dass man unter diesen Vers fällt, in dem Allāh sagt: „Wahrlich - diejenigen die es lieben, dass Abscheuliches [Fāhischah] unter denjenigen, die glauben, verbreitet wird - für diejenigen wird eine schmerhafte Strafe in Diesseits und im Jenseits geben. Und Allāh weiß, und ihr wisst nicht.“ [Surah an-Nūr 24:19]

[235] [TN] Dieses Prinzip besteht vor allem dort, wo es um die Angelegenheiten der Religion geht. Sufyān ath-Thawrī [rahimahullāh] sagte: „Falls ein Mann darüber nachdenkt in einer Hadīth zu lügen, so wird Allāh ihn [mit seiner Intention] bloßstellen.“ Siehe al-Majruhīn min-al-Muhaddithīn [1/100]. Es wurde zu 'Abdullāh ibn al-Mubārak [rahimahullāh] gesagt: „Ist diese Überlieferung fabriziert?“ Er sagte: „Die Experten werden es herausfinden.“ Dann rezitierte Er die Aussage des Allerhöchsten: „Gewiss - Wir haben [adh-Dhikr] den Qur'ān herabgesandt, und Wir sind sein Beschützer.“ [Surah al-Hijr 15:9]. Siehe im Muqaddimā at-Tahqīq [S.38] von Mizān al-I'tidāl [Dārul-Kutub al-'Ilmiyyah].

[236] Was der Autor hier mit „Tawhīd“ meint, ist die Tawhīd, welches von den Mu'tazilah als eines ihrer fünf Prinzipien propagiert wird, nämlich das Ablehnen der Attribute Allāhs - also etwas was direkt gegen die wahre Tawhīd geht.

[237] Der Autor stellt dar, wie die extremen Innovatoren die Menschen der Sunnah beschuldigen - solche, die nicht ihrem Irregehen folgen, sondern den mittleren Weg nehmen. Wenn also die Menschen der Sunnah beispielsweise berechtigt ihre Liebe und Respekt zu den Gefährten zeigen, werden sie von den Rāfidīs bezichtigt weniger Liebe für 'Ali [radiallāhu 'anhu] zu haben, als er verdient, und sogar Hass gegenüber ihm und der Familie [Ahlul Bayt] des Propheten zu haben, und Nāsibīs zu sein. Wobei die Nāsibīs sie jedoch als Rafidīs bezichtigen würden, und so weiter, wie bei allen fehlgegangenen Sekten.

Imām Abu Hātim ar-Rāzī [rahimahullāh] sagte: „Das Zeichen der Menschen der Innovation ist, dass sie diejenigen angreifen, die an den Überlieferungen festhalten. Das Zeichen der häretischen Abtrünnigen ist, dass sie Ahlus-Sunnah die 'Aussichtslosen' nennen und dabei erreichen wollen die Überlieferungen zu annullieren. Das Zeichen der Jahmiyyah ist, dass sie Ahlus-Sunnah 'Mushabbihah' [solche die sagen Allāh sei wie Seine Kreation] nennen. Das Zeichen der Murji'ah ist, dass sie Ahlus-Sunnah 'Widersacher und Anspruchssteller für Mängel` nennen. Das Zeichen der Rāfidīs ist, dass sie Ahlus-Sunnah 'Nāsibīs' nennen. Ahlus Sunnah hat nur einen Namen. [S.21-22] Berichtet von Abu Hātim ar-Rāzī und Abu Zur'atur-Rāzī, überprüft von Sālih ibn 'Uthmān al-Lahhām, und berichtet in as-Sunnah [S.179] von al-Lālakāī mit einer Sahīh Isnād.

[238] Was Ibn al-Mubārak [rahimahullāh] hier meint, ist, dass man die irrtümlichen Erlaubnisse von verschiedenen Gelehrten vermeiden sollte - denn derjenige der dies tut spielt mit der Religion. [TN] Der Prophet sagte: „Falls ein Richter ein Urteil fällt und sich anstrengt zur richtigen Schlussfolgerung zu kommen, und er liegt richtig, so gibt es zwei Belohnungen für ihn. Falls er sich anstrengt, aber falsch liegt, dann gibt es eine Belohnung für ihn.“ Berichtet von at-Tirmidhī [1326], Abu Dāwūd [3574], Ibn Mājah [2314] und anderen, als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni. Wenn ein Gelehrter mit Wissen und ehrlicher Anstrengung zu einer Schlussfolgerung kommt, aber er liegt falsch, dann gibt es immer noch eine Belohnung für ihn wegen seiner ehrlichen Anstrengung. Es ist aber nicht erlaubt seinem Fehler zu folgen, und zu sagen: „Aber dieser-und-jener Gelehrter hat diese Meinung vertreten.“, wenn man doch weiß, dass er in dieser Sache einen Fehler gemacht hat. Und einen Fehler zu machen ändert nichts an dem Status eines Gelehrten, denn er hat für seine Anstrengung trotzdem eine Belohnung bekommen. Es wird von Mu'ādh ibn Jabal [radiallāhu 'anhu] mit einer Hasan Isnād berichtet, dass er sagte: „Und bezüglich den Fehlern eines Gelehrten [so gilt]: Auch wenn er auf Rechtleitung ist, so folge ihm nicht blind in deiner Religion.“ [Kitāb az-Zuhd li Imām Wakī', S.300, Überlieferung 71] Keiner der Gelehrten, oder die wohlbekannten Imāme, waren jemals damit einverstanden, dass man nach der Realisierung, dass eine ihrer Aussagen im Lichte des Qur'ān und der Sunnah ein Fehler war, trotzdem blind auf ihr besteht. Imām Mālik [rahimahullāh] sagte: „Ich bin nur ein Mensch, ich mache manchmal Fehler und manchmal bin ich korrekt, so achtet genau auf meine Meinungen. Was auch immer mit dem Buch und der Sunnah übereinstimmt, das nehmt von mir. Was auch immer nicht damit übereinstimmt, verlasst es.“ Berichtet von Imām 'Abdul Barr in Jāmi'ul Bayān al-'Ilm wa Fadhlihi [891]. Imām Abū Hanīfah [rahimahullāh] sagte: „Wenn die Hadīth authentisch ist, dann ist das mein Madhab.“ Hāshia ibn 'Abidīn [1/63]. Er [rahimahullāh] sagte auch: „Wenn eine meiner Aussagen gegen das Buch von Allāh und die Ahadīth des Propheten geht, so verlasst meine Aussage.“ Berichtet in Iqādh Himam ulil-Absār [S.5]. Imām ash-Shāfi'ī [rahimahullāh] sagte: „Mit der Übereinkunft der Muslime ist es für denjenigen, vor dem die Sunnah der Propheten klar gemacht wurde, nicht erlaubt, sie aufgrund der Aussage eines anderen zu verlassen.“ Berichtet in Iqādh Himam ulil-Absār [S.68]. Er [rahimahullāh] sagte zudem: „Wenn eine authentische Hadīth des Propheten gegen irgendeine meiner Aussagen geht, dann hat die Hadīth Vorrang - folgt mir nicht blind.“ Berichtet in Adāb ash-Shafi'ī [S.93]. Imām Ahmad [rahimahullāh] sagte: „Folge meiner Meinung nicht blind, noch folge Mālik, Thawrī, oder Awzā'ī blind - und alles ist für mich gleich [gut]. Fürwahr, der Beweis [Hujjah] liegt in den Überlieferungen.“ Berichtet in Jāmi'ul Bayān al-'Ilm wa Fadhlihi [1299]. In einer anderen Überlieferung sagte er [rahimahullāh]: „Die Meinung von Awzā'ī, Mālik und Abū Hanīfah sind Meinungen, und sie sind mir gleich. Und gewiss, der Beweis [Hujjah] liegt in den Überlieferungen.“  Er [rahimahullāh] sagte auch: „Wer auch immer eine Hadīth von Allāhs Gesandten ablehnt, ist am Abgrund der Zerstörung.” Berichtet in Tabaqātul-Hanābilah [2/15] und von Ibn Battah in al-Ibānatul-Kubrā [1/97].

Hier sollte angemerkt sein, dass Musik und musikalische Instrumente im Allgemeinen verboten sind, außer das Daff [einseitige Rahmentrommel], welches bei einer Heirat [Bukhāri 5147] oder den 'Eid-Festen [Bukhāri 987, Muslim 892] von Frauen geschlagen werden kann, wozu es ihnen erlaubt ist, angemessene Lieder zu singen, oder wenn ein Reisender von einer langen Reise zurückkehrt [at-Tirmidhī 3690, Sahīh laut al-Albāni]. Der Prophet warnte: „Von meiner Ummah wird es Leute geben, die Unzucht, das Tragen von Seide [für Männer], das Trinken von Alkohol und die Verwendung von musikalischen Instrumenten als erlaubt ansehen werden.“ Berichtet von Bukhāri [5590] und in Sunan al-Kubrā Bayhaqi [3/272]. Al-Albāni sagt, dass in allen vier Madhāhib musikalische Instrumente Harām sind [as-Sahīhah 1/145], siehe auch al-Majmoo' [11/576] von Ibn Taymiyyah. Imām Ibn al-Qayyim [rahimahullāh] sagte: „Diese Überlieferung [in Sahīh al-Bukhāri] weist auf zwei Weisen darauf hin, dass musikalische Instrumente und Musik zu genießen Harām ist. Der erste Beweis ist, dass der Prophet sagte: „[sie werden es] als erlaubt ansehen“, was eindeutig darauf hinweist, dass die genannten Sachen, und von ihnen die musikalischen Instrumente, gemäß der Sharī'ah Harām sind, aber diese Leute werden es als erlaubt ansehen. Der zweite Beweis ist, dass diese musikalischen Instrumente zusammen mit denjenigen Sachen genannt wurden, die ohne Zweifel bekannt dafür sind Harām zu sein, wie Unzucht und Alkohol - wenn sie [die musikalischen Instrumente] nicht Harām sind, wieso wurden sie dann zusammen mit diesen Sachen erwähnt?“ Übernommen von Silsilah Ahadīth as-Sahīhah [1/140-141]. Ibn al-Qayyim sagte zudem: „Bezüglich derselben Thematik wurden ähnliche Kommentare von [den Gefährten des Propheten ] überliefert, von Sahl ibn Sa'd al-Sā'di, 'Imran bin Husayn, 'Abdullāh ibn 'Umar, 'Abdullāh ibn 'Amr, 'Abdullāh ibn 'Abbās, Abū Huraira, Abū Umāmah al-Bahili, 'Aisha Umm-ul-Mu'minīn, 'Ali bin Abi Tālib, Anas ibn Mālik, 'Abd ar-Rahmān ibn Sābit und al-Ghāzi ibn Rabī'ah.“ Sie wurden alle in dem Buch Ighāthat al-Lahfān erwähnt und weisen alle darauf hin, dass musikalische Instrumente Harām sind. Falls man ungewollt Musik hört, beispielsweise beim Vorbeigehen an einem Laden oder Markt, so ist das keine Sünde, solange man nicht Gefallen daran findet. Sheikh ul-Islam ibn Taymiyyah berichtet von einem Konsens der Gelehrten diesbezüglich in al-Majmoo' [10/78]. Ibn Qudāmah al-Maqdisi [rahimahullāh] sagte: „Der Zuhörer ist derjenige, der mit Absicht zuhört.“ Siehe al-Mughni [10/173]. Von Singen sollte man sich ebenfalls fernhalten. Imām Ahmad [rahimahullāh] sagte: „Singen lässt Heuchelei im Herzen entstehen - ich mag es nicht.“ Dann erwähnte er die Worte von Imām Mālik [rahimahullāh]: „Die Übeltäter [Fāsiq] von uns tun es.“ Siehe Ighāthat al-Lahfān [1/922]. Yazīd ibn al-Walīd sagte: „O Banu Umayyah, habt Acht vor singen, denn es nimmt von euch eure Würde weg, verstärkt eure Begierden und untergräbt angemessenes Verhalten. Es wirkt wie Alkohol und tut was Rauschmittel tun. Aber wenn ihr es wirklich tun müsst, dann haltet eure Frauen davon fern, denn singen führt zu Zina [Unzucht].“ Berichtet in Ighāthat al-Lahfān [1/245]. Ibn al-Qayyim [rahimahullāh] sagte: „Die Sucht nach Musik macht den Qur'ān schwer auf dem Herzen und führt dazu. dass man ihm nur unwillig zuhört. Wenn das nicht Heuchelei ist, was ist dann Heuchelei? Der Punkt ist, dass Singen das 'Buch' von Shaytān ist, so kann es nicht zusammen mit dem Buch des Allerbarmers in einem Herzen koexistieren. Zudem ist ein anderes Anzeichen von Heuchelei, dass man sich nicht oft an Allāh erinnert, faul darin ist für das Gebet aufzustehen, und das Gebet auf eine hastige und unkonzentrierte Weise betet [siehe auch Surah an-Nisa 4:142]. Man findet selten jemanden der von Musik entzückt wird, der nicht so ist.“ Ighāthat al-Lahfān [1/248-251]. Man sollte sich nun selbst fragen: „Habe ich diese Anzeichen von Heuchelei?“ Auch wenn nicht, sollte man den festen Entschluss fassen sich in Zukunft von Musik fernzuhalten. Jemand der auch nur einen Funken von Weisheit und Objektivität hat, wird ohne Zweifel feststellen können, dass Singen und Musik einen von der Religion entfernen, Heuchelei im Herzen entstehen lassen, und ohne Zweifel zwei der wirksamsten Mittel von Shaytān sind die Leute hin zu Zina zu leiten.

[239] Abū Huraira, 'Abdur-Rahmān ibn Sakhr ad-Dawsī. Er kam als Muhājir zum Propheten zu der Zeit von Khaybar. Er lernte die größte Anzahl der Überlieferungen des Propheten auswendig. Über achthundert Personen überlieferten die Ahadīth des Propheten von ihm. Er starb im Jahr 58H, radiallāhu 'anhu. Der Prophet machte ein Bittgebet für ihn und seine Mutter - er sagte: „O Allāh! Mache, dass diese Deine Sklaven von den Gläubigen geliebt werden, und mache dass sie die Gläubigen lieben.“ Berichtet in Sahīh Muslim [2491].

[240] Anas ibn Mālik ibn an-Nadr, Abū Hamzah, al-Ansāri, al-Najjārī. Er was der Diener des Propheten , der stets in seiner Nähe vorgefunden werden konnte, von der Zeit von der der Prophet zu Medina migrierte, bis zu seinem Tod. Er starb als letztes von den Gefährten, im Jahr 93H in Basrah, im Alter von 103 Jahren.

Allāhs Gesandter machte ein Bittgebet für ihn - er sagte: „O Allāh! Gebe ihm einen Zuwachs an Vermögen und Kindern, und segne ihn in was auch immer Du ihm gibst.“ Berichtet in Bukhāri [6344]. In einer anderen Überlieferung fügt Anas [radiallāhu 'anhu] hinzu: „Bei Allāh! Mein Vermögen ist jetzt riesig, und meine Kindern und meiner Enkelkinder sind heute mehr als einhundert.“ Berichtet in Muslim [2481].

[241] Usayd ibn Hudayr ibn Simāk al-Ansārī, al-Ashhalī, Abū Yahyā. Er war einer von denen, die ihren Schwur bei 'Aqabah gaben. Er wurde sieben Mal während dem Kampfes von Uhud verwundet. Er starb im Jahr 20H und wurde in al-Baqī' begraben.

Allāhs Gesandter sagte: „Was für ein exzellenter Mann doch Abū Bakr ist! Was für ein exzellenter Mann doch 'Umar ist! Was für ein exzellenter Mann doch Usayd ibn Hudayr ist! Was für ein exzellenter Mann doch Thābit ibn Qays ibn Shimās ist! Was für ein exzellenter Mann doch Mu'ād ibn Jabal ist! Was für ein exzellenter Mann doch Mu'ād ibn 'Amr ibn al-Jamūh ist!“ Berichtet von at-Tirmidhī [3795], Sahīh laut al-Albāni .

[242] [TN] Ayyūb ibn Kaisām as-Sakthiyānī, Abū Bakr, al-Basrī. Er war ein standhafter, vertrauenswürdiger Gelehrter, Überlieferer von Ahadīth und ein Meister der Asketen und der Fuqahā unter den Tabi'īn. Er starb im Jahr 131H, siehe Syer a'lām an-Nubala [6/15].

[243] 'Abdullāh ibn 'Awn, Abū 'Awn, al-Muzanī. Ein war ein vertrauenswürdiger, nobler Gefährte von Ayyūb. Er war von Basrah und starb im Jahr 150H, siehe Syer a'lām an-Nubala [6/364].

[244] Yūnus ibn 'Ubaid ibn Dīnār al-'Abdī, ein nobler und frommer Überlieferer von Ahadīth. Er war von Basrah und starb im Jahr 139H. Sa'īd ibn 'Aamir sagte: „Ich habe keinen Mann, besser als Yūnus ibn 'Ubaid gesehen. Die Leute von Basrah sind derselben Ansicht.“ Siehe Syer a'lām an-Nubala [6/288].

[245] 'Abdullāh ibn Idrīs al-Awdī war einer der großartigen Gelehrten und ein vorbildlicher Imām. Ahmad ibn Hanbal sagte bezüglich ihm: „Er war einzigartig und standhaft auf der Sunnah.“ Siehe Tarīkh Baghdād [9/415], Tadhkiratul-Huffādh [1/282], at-Tahdīb [5/144] und Syer a'lām an-Nubala [9/42].

[246] 'Aamir ibn Sharāhīl ash-Sha'bī, Abu 'Amr al-Hamdānī. Ein vorbildlicher Imām und Befolger der Sunnah. Er starb im Jahr 103H. Siehe auch Syer a'lām an-Nubala [4/294]. Makhūl sagte: „Ich habe keinen mit mehr Wissen gesehen als ash-Sha'bī.“

[247] Mālik ibn Mighwāl. Er war ein vertrauenswürdiger Gelehrter aus Kūfa. Er starb im Jahr 159H. Al-'Ijlī sagte: „Ein rechtschaffener Mann, herausragend in seiner Exzellenz.“ Siehe at-Tahdīb [10/22] und Syer a'lām an-Nubala [7/174].

[248] Yazīd ibn Zurai', Abū Mu'āwiyah. Ahmad ibn Hanbal sagte über ihn: „Er war die süß-duftende Blume al-Basrahs, sehr präzise und kompetent im auswendig lernen.“ Er starb im Jahr 182H. Siehe at-Tahdīb [11/325] und Syer a'lām an-Nubala [8/296].

[249] Mu'ād ibn Mu'ād ibn Nasr al-'Anbarī, Abul-Muthanā. Er war ein Gelehrter und Qādi [Richter] von Basrah. Imām Ahmad sagte bezüglich ihm: „Er erreichte das höchste Level von Präzision und Verlässlichkeit in Basrah, und eine Erfrischung für die Augen in Sachen Hadīth.“ Er starb in 196H. Siehe Syer a'lām an-Nubala [9/54] und at-Tahdīb [10/194].

[250] Wahb ibn Jarīr al-Azdī, Abul-'Abbās. Er war von Basrah und starb im Jahr 206H. Siehe Syer a'lām an-Nubala [9/442] und at-Tahdīb [11/161].

[251] Hammād ibn Salamah ibn Dīnār, Abū Salamah. Ein vertrauenswürdiger Gelehrter und der führende Überlieferer von Ahadīth von Basrah. Er starb 167H. Siehe Syer a'lām an-Nubala [7/444]

[252] Hammād ibn Zayd ibn Dirham al-Azdī, Abū Ismā'īl. Er war ein vertrauenswürdiger Gelehrter und Überlieferer von Ahadīth seiner Zeit in Basrah. Er starb in 179H. Ibn Mahdī sagte: „Ich habe keinen von denen, die [ihre Ahadīth] nicht schriftlich festhalten würden, mit einem besseren Gedächtnis gesehen als ihn. Ich habe keinen in al-Basrah gesehen, der mehr Wissen hatte als er, noch habe ich jemanden gesehen der die Sunnah besser kannte als er.“ Siehe Syer a'lām an-Nubala [7/456].

[253] Mālik ibn Anas, Abū 'Abdullāh. Er war der wohlbekannte Imām von al-Madīnah. Er wurde in Jahr 93H geboren und starb 179H. Ash-Shāfi'ī sagte: „Wenn die Gelehrten genannt werden, dann ist Mālik der Stern.“ Siehe Tadhkiratul-Huffādh [1/207] und Syer a'lām an-Nubala [8/48].

[254] Sheikh ul-Islam 'Abdur-Rahmān ibn 'Amr ibn Abī'Amr al-Awzā'ī. Der wohlbekannte Gelehrte und Überlieferer von Ahadīth. Er lebte in Beirut und starb in 157H im Alter von 69 Jahren. Abū Ishāq al-Fazarī sagte: „Wenn ich eine Person wählen würde, die die Ummah anführen soll, so würde ich al-Awzā'ī wählen.“ Siehe Syer a'lām an-Nubala [7/107].

[255] Zāidah ibn Qudāmah, Abus-Salt ath-Thaqafī. Ein vertrauenswürdiger Überlieferer von Ahadīth und ein Imām der Sunnah. Al-'Ijlī sagte: „Vertrauenswürdig, eine Person der Sunnah. Er würde keinem Ahadīth überliefern, bis er nicht über die Person fragte. Falls er eine Person der Sunnah war, würde er zu ihr überliefern, und wenn nicht, würde er ihr nichts überliefern.“ Siehe Syer a'lām an-Nubala [7/375].

[256] Ahmad ibn Muhammad ibn Hanbal, Abū 'Abdullāh. Der bekannte Gelehrte, Verteidiger der Sunnah und Imām von Ahlus-Sunnah. Er wurde aufs brutalste dafür ausgepeitscht, dass er ablehnte seinen Glauben aufzugeben dass der Qur'ān die unerschaffene Rede von Allāh ist. Von seinen Werken ist die wohlbekannte Musnad, die um die 40.000 Ahadīth enthält. Er starb in 241H im Alter von 77 Jahren. Siehe Syer a'lām an-Nubala [11/177].

[257] Al-Hajjāj ibn Minhāl al-Anmātī, Abū Muhammad. Ein vertrauenswürdiger Gelehrter von Basrah und ein Gefährte der Sunnah. Er starb im Jahr 217H. Khalf Kurdūs sagte: „Hajjāj war eine Person der Sunnah - er verkörperte sie.“ Siehe at-Tahdīb [2/206] und Syer a'lām an-Nubala [10/352].

[258] Ahmad ibn Nasr ibn Mālik al-Khuzā'ī. Ein vertrauenswürdiger Gelehrter und Überlieferer von Ahadīth. Er wurde in der Zeit von al-Wāthiq gemartert, im Jahr 231H, weil er ablehnte zu sagen, dass der Qur'ān erschaffen ist. Ibn Ma'īn sagte: „Allāh gewährte ihm, dass sein Leben mit dem Märtyrertod endete.“ Siehe Syer a'lām an-Nubala [11/66] und at-Tahdīb [1/87].

[259] Der Autor hat diese Namen nicht als Beispiel gegeben, damit wir sie nur wegen ihrer Person lieben - und andere Gelehrte außen vor lassen -, sondern er hat sie vielmehr als Beispiele für die Gelehrten der Sunnah genannt, die wir wegen ihrem Festhalten an der Sunnah lieben sollten.

[260] Abu Dāwūd as-Sijjistānī sagte: „Ich sagte zu Abū 'Abdullāh, Ahmad ibn Hanbal: Sollte ich einen Mann von Ahlus-Sunnah mit einem Mann von den Innovatoren sitzen sehen, sollte ich aufhören mit ihm zu sprechen?“ Er sagte: „Nein, du solltest ihn darüber informieren, dass die Person mit der du ihn gesehen hast eine Person der Innovation ist. Entweder wird er aufhören mit ihm zu sprechen - dann habe weiter Kontakt mit ihm -, und wenn nicht, dann denke dass er wie er ist. Ibn Mas'ūd sagte: „Eine Person ist wie sein Freund.“ Berichtet von Ibn Abī Ya'lā in Tabaqātul-Hanābilah [1/60] mit einer Sahīh Isnād, und von Ibn Muflih in al-Ādābush-Shar'iyyah [1/263]. [TN] Was die Hadīth über den Moschus-Händler und dem Schmied angeht, so wurde schon in der Fußnote zu Punkt 115 zitiert. Man sollte sich im Allgemeinen mit den Personen der Sunnah umgeben und sich von den Personen der Innovationen fernhalten, vor allem von den Köpfen der Innovatoren. Was die einfachen Personen der Innovation angeht, so sollte man sie mit weiser Ermahnung zu der Sunnah rufen, wenn man das entsprechende Wissen dazu hat. Sollte man dazu nicht in der Lage sein, und man fürchtet um sein eigenes Festhalten an der Sunnah, sollte man sie meiden und sie nicht als enge Freunde nehmen, da man sonst auf die eine oder andere Weise von ihren Innovationen beeinflusst werden wird. Der Prophet sagte: „Ein Mann ist auf der Religion seines engen Freundes [Khalīl], so lasst ihn vorsichtig darin sein, wen er als engen Freund nimmt.“ Berichtet von Imām at-Tirmidhī [2378], als Hasan klassifiziert von Sheikh al-Albāni in as-Sahīhah [967]. Demnach sollte derjenige, den man als engen Freund nimmt ein Muslim [!] sein, der die korrekte 'Aqīdah hat und standhaft auf der Sunnah ist. Hier sollte aber erwähnt sein, dass man stets gutes Verhalten und sanften Umgang mit seinen nahen Verwandten, speziell seinen Eltern haben sollte, auch wenn sie Innovationen begehen, denn Allāh sagt: „Wenn sie sich aber darum bemühen, dass du Mir Partner beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen in dieser Welt mit Güte um, und folge dem Weg derer, die sich [in Reue] zu Mir zurückkehren.“ [Surah al-Luqmān 31:15] Sogar wenn die Eltern einen zu Shirk rufen, soll man mit Güte und sanftem Verhalten mit ihnen umgehen. [Ende TN]

'Ali ibn Abī Khālid sagt: Ich sagte zu Ahmad: „Dieser ältere Mann hier.“ - ein älterer Mann der mit mir anwesend war und mein Nachbar war - „Ich habe ihn gegen eine Person gewarnt, aber er würde gerne deine Meinung bezüglich ihm hören: Hārith al-Qasīr [gemeint ist Hārith al-Mahāsibī] mit dem du mich viele Jahre zuvor einmal gesehen hattest, und mir sagtest: „Sitze nicht mit ihm und spreche nicht mit ihm.“ Was sagst du bezüglich ihm?“ Ich sah wie Ahmad rot wurde, seine Venen und Augen ragten heraus - ich habe ihn nie zuvor so gesehen. Dann schauderte er, und sagte: „Das ist einer mit dem Allāh solches-und-solches gemacht hat. Niemand weiß über ihn Bescheid, außer wer sich tief mit ihm auseinandergesetzt hat. Alas! Alas! Alas! Niemand kennt ihn wirklich, außer wer sich tief mit ihm auseinandergesetzt hat. Er war derjenige mit dem al-Maghāzilī saß und Ya'qūb und dieser-und-jener. Er führte sie auf die Ideologie von Jahm. Sie wurden wegen ihm zerstört.“ Der alte Mann sagte daraufhin: „O Abū 'Abdullāh! Er überliefert Ahadīth und zeigt Würde und Furchtsamkeit.“ Abū 'Abdullāh wurde wütend, und sagte: „Lass dich nicht von seiner Furchtsamkeit betrügen, oder seiner Sanftheit. Lass dich nicht davon betrügen wie er seinen Kopf herunterhängen lässt. Er ist eine boshafte Person. Das wird nicht erkannt, außer von dem, der sich tief mit ihm auseinandergesetzt hat. Sitze nicht mit ihm, denn es gibt keine Ehre für ihn. Wirst du etwa mit jedem sitzen der die Ahadīth des Gesandten von Allāh berichtet und ein Innovator ist?“ Berichtet von Abī Ya'lā in Tabaqātul-Hanābilah [1/233-234] in der Biography von 'Ali ibn Abī Khālid. [TN] Wenn man mit den Köpfen der Innovatoren sitzt, so führt das dazu, dass man von ihren falschen Ideologien beeinflusst wird, auch wenn man Wissen von der Religion hat. Man sollte sie und ihre Moscheen meiden. Was aber heutzutage von einigen Studenten des Wissens propagiert wird, bezüglich dem absoluten Verbot für Leute, die intensiv die Religion unter Gelehrten gelernt haben, jemals zu der Moschee von Innovatoren zu gehen, ist umstritten. Sollte man nämlich als Tālib ul-'Ilm oder als Gelehrter in eine Moschee der Innovatoren eingeladen werden, um den einfachen Menschen dort Da'wah zu geben, und es werden einem keine Bedingungen aufgezwungen, und es wird ein positiver Effekt erwartet, und seine Präsenz wird nicht im negativen Sinne ausgenutzt werden, dann ist es laut Fatāwas vieler zeitgenössischer und vergangener Gelehrten erlaubt dorthin zu gehen, um die einfachen Menschen dort zum Qur'ān und zu der Sunnah zu rufen - und so eine Person, die intensiv unter den Gelehrten gelernt hat, nur deswegen als Innovator zu beschimpfen, weil sie in einer solchen Moschee Da'wah gibt, ist falsch, siehe Fatāwa [7657] des Ständigen Komitees für Rechtfragen, Silsilatu al-Huda wan-Nūr, Kassette [851], Minute [10:40 bis 13:30] von Sheikh al-Albāni, Fatāwas von Sheikh Sālih al-Fawzān in al-Ajwibat-ul-Mufīdah 'an As'ilat-il-Manāhij al-Jadīdah, und Fatāwas von anderen, wohlbekannten Gelehrten. Sheikh Rabī' bin Hādi al-Madhkhalī [hafidhahullāh] berichtete selbst, wie er während einer seiner Reisen im Sudan eine Moschee der Tijāniyyah [eine fehlgeleitete Gruppe innerhalb der Sūfis] besuchte, um dort Da'wah zu geben. Diese Erzählung kann im Audioformat im Internet gefunden werden. Es sollte hier ebenfalls erwähnt sein, dass es in vielen Fällen nur dem Mujtahid überlassen ist, eine Person als Innovator zu deklarieren, und nicht den einfachen Muslimen, da es wie bei der Deklarierung eines Muslim als Abtrünniger vom Islam, Barrieren und Hindernisse gibt, die Tabdī' verhindern können. Hier sollte ebenfalls erwähnt sein, dass es dann für andere Gelehrten und Studenten der Sunnah nicht verpflichtend ist, die Meinung eines einzigen Gelehrten bezüglich eines Mas'alah Ijtihādiyyah wie Tabtī', seine Einschätzung zu akzeptieren, wenn sie auf Basis von Wissen aus dem Qur'ān, der Sunnah und den Aussagen der Salaf eine andere Einschätzung haben, oder sie die Bedingungen für Tabtī' nicht erfüllt sehen. Was die einfachen Muslime angeht, sollten sie dem Tadtī' des Gelehrten akzeptieren, dem sie vertrauen, aber sie sollten andere nicht dafür beschimpfen, oder gar boykottieren [!] oder hassen, weil sie der Meinung eines anderen Gelehrten der Sunnah bezüglich einer bestimmten Person folgen. Sheikh ul-Islam Ibn Taymiyyah [rahimahullāh] sagte: „Wer auch immer darauf loszieht gemäß den Aussagen eines Gelehrten in den Sachen von Ijtihād zu handeln, sollte er dafür weder boykottiert, noch beschuldigt werden. Wer auch immer sich für eine von zwei Meinungen entscheidet, sollte ebenfalls nicht beschuldigt werden. Wenn ihm offensichtlich wird, dass eine der beiden Meinungen ein höheres Gewicht hat, dann sollte er demgemäß handeln was offensichtlich für ihn scheint, ansonsten sollte er den Gelehrten folgen, auf dessen Rede vertraut wird, wenn es darum geht die korrekte Position bezüglich einer Sache zu erreichen.“ Siehe al-Majmoo' al-Fatāwa [20/207]. Nur weil ein Gelehrter Tabdī' von einer bestimmten Person macht und zu seinem Boykott aufruft, bedeutet das also nicht, dass jeder der diesem Boykott nicht folgt, automatisch selbst zu einem Innovator wird, denn es ist in vielen Fällen ein Mas'alah Ijtihādiyyah, wo es für Gelehrten der Sunnah erlaubt ist eine andere Meinung bezüglich dieser Person zu haben, sollten sie nicht von den Argumenten des Gelehrten der Tabtī' macht, überzeugt sein. Hier sollte auch angemerkt sein, dass es im Allgemeinen verboten ist einen Muslim zu boykottieren. Der Prophet sagte: „Es ist nicht erlaubt für einen Muslim, dass er seinen Bruder für mehr als drei Nächte boykottiert.“ [Bukhāri 6076, Muslim 2558]. Um einen Muslim boykottieren zu dürfen, drei Tage oder länger, muss ein Fülle von Bedingungen erfüllt sein, welche in den ausführlichen Büchern der Gelehrten aufgezählt sind, siehe z.B. Tarh al-Tathrīb [8/99]. Solange diese Bedingungen nicht erfüllt sind, ist es Harām einen Muslim zu boykottieren, also ihm kein Salām zu geben und ihn zu ignorieren.

[261] Jemand der angibt an den Qur'ān zu glauben, aber nicht an die Sunnah, hat ebenfalls den Qur'ān abgelehnt, denn der Qur'ān befiehlt, dass man alles befolgt was der Prophet befohlen hat. Abū Qilābah sagte: „Wenn du mit einem Mann über die Sunnah redest, aber er sagt: „Lass das und gib uns das Buch von Allāh.“, wisse dass er fehlgegangen ist.“ Berichtet von adh-Dhahabī in Syer a'lām an-Nubala [4/472]. Adh-Dhahabī kommentiert: „Ich sage: Falls du eine Person der theologischen Rhetorik [Kalām], einen Innovator, sagen hörst: „Lass das Buch und die ahād Ahadīth [eine Überlieferungen die nicht mutawātir ist] und gib uns vom Intellekt.“, wisse dass er Abū Jahl ist.“

[TN] Der Prophet sagte: „Gebt Acht! Bald wird einem Mann ein Hadīth von mir übermittelt werden, während er sich auf einer Couch zurücklehnt, und er wird sagen: „Zwischen dir und mir ist das Buch von Allāh. Was auch immer wir darin als Halāl sehen nehmen wir als erlaubt, und was auch immer wir darin als Harām sehen, das nehmen wir als verboten.“ [Aber] Gewiss, das, was der der Gesandte von Allāh verbietet, ist wie als wenn es Allāh es verbietet.“, berichtet in Sunan at-Tirmidhī [2664] und anderen, Sahīh laut al-Albāni, siehe Fußnote zu Punkt 69. Oft ist es so, dass eine Person nicht die gesamte Sunnah ablehnt, da den meisten Muslimen auch ohne tiefes Wissen über die Vertrauenswürdigkeit und die Präzision der Wissenschaft der Ahadīth klar ist, dass die Sunnah abzulehnen unsinnig ist, da es beispielsweise bedeuten würde, dass man die Riten des Islam gar nicht gemäß den Anweisungen von Allāh implementieren könnte, wie z.B. das Gebet, Hajj usw. Deshalb entscheiden sich manche dazu die Sunnah in Teilen abzulehnen - was ihnen persönlich gefällt oder Teil der Tradition ihrer Vorväter ist, akzeptieren sie, und was ihnen nicht gefällt oder gegen ihre gegenwertigen Vorstellungen der Religion und ihrer Ausübung geht, lehnen sie auf heuchlerische Weise ab, und fallen unter den folgenden Vers von Allāh: „Und wenn sie zu Allāh und Seinem Gesandten gerufen werden, um zwischen ihnen zu richten, so wendet sich sogleich eine Gruppe von ihnen ab. Aber wenn das Recht auf ihrer Seite ist, dann kommen sie zu ihm, bereit sich zu unterwerfen. Ist dann etwa in ihren Herzen Krankheit, oder haben sie etwa Zweifel, oder fürchten sie, dass Allāh ungerecht zu ihnen sein wird, oder Sein Gesandter? Nein! Vielmehr sind sie die Übeltäter.“ [Surah an-Nūr 24:50] Jemand der so handelt, glaubt in Wahrheit gar nicht an die Ahadīth - und solch eine Person ist am Abgrund der Zerstörung.

[262] Abū Qilābah [rahimahullāh] sagte: „Leute führen niemals eine Innovation ein, außer dass sie die Benutzung des Schwertes erlaubt machen.“ Er sagte ebenfalls: „Die Leute der Innovation sind Leute der Irreführung. Ich sehe sie nicht, außer dass sie auf dem Weg zum Feuer sind. Solltest du sie testen, wirst du sehen, dass keine von ihnen Sichtweisen hat, außer dass sie dazu führen, dass ihre jungen Männer das Schwert benutzen. Heuchelei hat verschiedene Arten: „Von ihnen sind manche, die mit Allāh eine Abmachung haben.“ „Und von ihnen sind manche, die dir in [der Verteilung von] den Almosen Vorwürfe machen.“ „Und von ihnen sind manche, die dem Propheten schaden.“ [Surah at-Tawbah 9:75,58,61] - Sie hatten verschiedene Aussagen - also die Heuchler - aber sie waren vereint in ihren Zweifeln, und dass sie die Wahrheit als Lüge bezeichneten. Diese hier [also die Menschen der Innovationen] haben ebenfalls verschiedene Aussagen, aber sie sind vereint in der Verwendung des Schwertes. Ich sehe sie nicht, außer dass sie auf dem Weg zum Feuer sind.“ Berichtet von ad-Dārimī [1/44] mit einer Sahīh Isnād.

Abū Qilābah,'Abdullāh ibn Zayd ibn 'Amr, Abū 'Aamir al-Jarmī war ein Gelehrter von den Tabi'īn, der in Basrah lebte. Er verließ das Land als die Leute ihn als obersten Richter einsetzen wollten. Er starb in 104H oder 107H. Siehe Syer a'lām an-Nubala [4/468].

[263] [TN] Diese Ideologien dieser Sekten führen dazu, dass ihre Anhänger den hohen und noblen Status der Gefährten auf verschiedene Weisen ablehnen, klare Texte des Qur'ān und der Sunnah ablehnen und Allāhs Namen und Attribute ablehnen - und das führt zu Unglauben.

[264] Al-Fudayl ibn 'Iyād sagte: „Gewiss - ich liebe diejenigen, die Allāh liebt. Sie sind diejenigen von denen die Gefährten von Muhammed sicher sind. Ich hasse diejenigen, die Allāh hasst. Sie sind diejenigen von den fehlgegangenen Sekten und Innovationen.“ Berichtet von Abū Nu'aym in al-Hilyah [8/103] mit einer Sahīh Isnād. [TN] Siehe auch die Fußnote zu Punkt 133. Wie schlecht muss man von Allāh und dem Propheten denken müssen, damit man die Gefährten, die Allāh für Seinen letzten und besten Propheten ausgewählt hat, die Er mit der Verbreitung der Religion und ihrer Beschützung beauftragt hat, über deren Tugenden Er Verse in Seinem Buch herabgesandt hat - welche noch bis zum Tag der Auferstehung rezitiert werden -  die Gefährten, mit denen der Prophet sein Leben verbracht hat, ihnen vertraut hat und an ihrer Seite gekämpft hat, von ihren Familien geheiratet hat und seine Töchter an sie verheiratet hat, ihnen während ihres Lebens die frohe Botschaft des Paradieses verkündet hat, sie mit ehrlicher Liebe geliebt hat und als die beste Generation bezeichnet hat - wie schlecht muss man von Allāh und Seinem Gesandten denken müssen, damit man mit sich traut mit seiner unwürdigen Zunge auch nur einen Satz gegen sie zu sagen?

[265] Al-Barbahāri [rahimahullāh] sagte; „Die Innovatoren sind wie Skorpione. Sie vergraben ihren Kopf und ihren Körper im Sand und lassen ihren Stachel draußen. Wann immer sie die Möglichkeit haben, stechen sie zu; dasselbe gilt für die Innovatoren, welche sich unter den Menschen verstecken - wenn sie die Möglichkeit dazu haben, tun sie was auch immer sie wollen.“ Berichtet in Tabaqātul-Hanābilah [2/44] und Manhaj al-Ahmad [2/37]. [TN] Diese Aussage trifft auf jede Sekte der Innovatoren zu. Sie verstecken vor den einfachen Menschen und ihren unwissenden Anhängern das, was in ihren Büchern an korrupter 'Aqīdah und verabscheuungswürdigen Aussagen vorzufinden ist, weil sie wissen, dass ein Muslim dessen Fitrah [natürliche Disposition] noch intakt ist und er auch nur das grundlegende Wissen von seiner Religion hat, niemals solche Aussagen akzeptieren würde. Niemals würde zu solch einer Person ein Rāfidī Shī'ah sagen, dass er denkt, dass alle Gefährten des Propheten - außer drei - laut ihren Glaubensgrundsätzen Ungläubige sind und für immer in der Hölle sein werden, dass die Frauen des Propheten für immer in der Hölle sein werden [Shī'ah Buch: Rijāl al-Kashshi S.12-13], und dass die zwei besten Freunde des Propheten , Abū Bakr und 'Umar, die boshaftesten Menschen waren, die jemals existiert haben [Shī'ah Bücher: Kashf al-Asrār von Khomenei, S. 108, 116-117, Tafsīr al-Ayashi S. 224, Tafsīr al-Burhān 3/310 und weitere]. Niemals würde er erzählen, dass laut ihren Glaubensgrundsätzen, Jibra'īl einen Fehler gemacht hat als er dem Propheten die Offenbarung brachte, denn er hätte eigentlich 'Ali die Offenbarung bringen sollen [das ist der Glaube der Sekte der Ghurābiyyah, siehe al-Ma'ārif S.623], und niemals würde ein Ithna 'Ashari Shī'ah erzählen, dass laut ihren Glaubensgrundsätzen ihre zwölf Imāme besser sind als die Propheten, und dass laut ihnen diese zwölf Imāme die Kontrolle über jedes Atom des Universums haben [Shī'ah Buch: al-Hukūmah al-Islamiyyah von Khomenei, S. 52], und dass laut ihnen der Qur'ān verfälscht wurde [Shī'ah Buch: al-Kafi 1/457 und andere] - denn jeder vernünftige Muslims weiß, dass das offensichtlich Shirk und Kufr ist. Deswegen infiltrieren sie lieber die einfachen Muslime und starten in ihnen verschiedene Innovationen und vergiften sie mit Zweifel über die Rechtschaffenheit der Gefährten mit fabrizierten Geschichten und absichtlich falsch interpretierten oder fabrizierten Ahadīth, damit sie ihnen in ihren Glaubensvorstellungen Schritt für Schritt näher kommen. Wer sich mit ihrem Vorgehen auskennt und sich die einfachen Muslime von Regionen anschaut, in denen sich die Shī'ah unter die Menschen gemischt haben, für den ist ihr Einfluss auf die Leute deutlich zu sehen. Genauso werden die extremen Sūfiyyah und die Köpfe der Barelwiyyah und die Deobandis niemals predigen, dass viele von ihren Köpfen wie Ashraf 'Ali Thanvi, Ahmad Raza Khan und ihr Idol Ibn 'Arabi an Wahdatul-Wujūd [der Erschaffer und das Erschaffene ist ein und dasselbe], Hulūl [Allāh wird in Seiner Kreation wiedergeboren] und Itthihād [man kann Eins mit Allāh werden] glaubten. Ibn 'Arabi sagte, dass die Kinder Israels in Wirklichkeit Allāh angebetet haben, als sie das goldene Kalb anbeteten, weil Allāh in jedem Götzen vorhanden ist, und alles was angebetet wird nur Allāh ist [al-Fusūs S.72]. Er sagte auch: „Der Sklave ist der Herr und der Herr ist der Sklave.“ [al-Futuhāt S.47]. Sie, die Köpfe der Barelwiyyah und Deobandis, übernahmen diese und viele andere abstoßenden Glaubensgrundsätze von ihm, obwohl sie gewusst haben sollten, dass die Gelehrten seiner Zeit, und der Zeit nach ihm, offen klargestellt haben, dass was in seinen Büchern al-Fusūs und al-Futuhāt al-Makkiyyah steht, offener Unglaube ist. Seine Vorstellungen wurden auch von Abū Zar'ah ibn al-Hāfidh al-'Irāqi, as-Subki, ibn-Khaldūm, Ibn Hajar, Sirāj ad-Dīn al-Balqīni und Ibn Taymiyyah als Unglaube bezeichnet, siehe 'Aqīdah Ibn 'Arabi wa Hayātuhu [S.25-76]. Ashraf 'Ali Thanvi, der Kopf der Deobandis, kommentiert in dem Buch Imdād al-Makki: „Die Sūfiyyah haben bestimmte Adhkār durch die man seine menschlichen Attribute verlässt und Allāhs Attribute erhält - man sollte sie also ausprobieren.“ [Nr.92, S.69] Ahmad Raza Khan, der Kopf der Barelwiyyah schreibt in Hadāiq-e-Bakhshish [2/104]: „O Muhammed , ich kann nicht sagen, dass du Allāh bist, und ich kann dich nicht von Ihm unterscheiden; deine Angelegenheit ist für Ihn zu entscheiden, denn Er weiß am besten was du wirklich bist.“ Und er sagte: „Der Gesandte Allāhs ist der größte Stellvertreter Allāhs und er hat die Kontrolle über alles in der Erde und dem Himmel.“ [Fatāwa Rizzwiyyah 6/155]. Und es gibt noch Unmengen von anderen Zitaten aus ihren Büchern und ihren Fatāwas, die ein gewöhnlicher Muslim mit einer intakten Fitrah niemals akzeptieren würde, da sogar er wissen müsste, dass diese Aussagen gegen Tawhīd und dem klaren Text des Qur'ān und der Sunnah gehen. Allāh, der Erhabene, lässt den Propheten sagen: „Sag: „Ich rufe nur meinen Herrn an, und ich geselle Ihm keinen Partner bei.“ Sag: „Ich besitze über euch nicht die Macht zu Schaden, und auch nicht [die Macht euch auf] den Rechten Weg [zu bringen].“ Sag: „Niemand kann mich vor Allahs Bestrafung retten, [sollte ich Ihm gegenüber ungehorsam sein,] und niemals werde ich außer bei Ihm Zuflucht finden.“ [Surah al-Jinn 72:20-22] Aus diesen Gründen behalten sie all das unter sich und vergiften die einfachen Muslime lieber mit erfundenen Geschichten über die Awliyah Allāhs, die auf Wahdatul Wujūd basieren, Khurafāt, Bid'āt, und falschen Aussagen und Gedichten die Shirk enthalten - wie das Gedicht Qasīdah al-Burda - und halten die Menschen systematisch von der richtigen Interpretation des Qur'ān und der Sunnah gemäß den ersten Generationen fern, damit ihre Khurafāt und fabrizierten Glaubensvorstellungen nicht auffliegen. Siehe auch die Sammlung The Creed of Deobandi elders.

[266] Der Autor erklärt hier die Schwere und die Gefahr, die von innovierten Glaubensvorstellungen und vom Sitzen mit ihnen, und dem Zuhören von Menschen die diese innovierten Glaubensvorstellungen haben, ausgeht, und dass dies gefährlicher ist, als mit einem Sünder zu sitzen. Das bedeutet nicht, dass es einem nicht schadet mit einem Sünder zu sitzen, vielmehr wird befürchtet, dass wer auch immer mit Sündern sitzt, die Sünden ihm vom Shaytān verschönert werden, bis er die Sünden schlussendlich als erlaubt ansieht und zerstört wird. Vielmehr sollte er [mit einem schweren Sünder] nur sitzen, wenn es seine Absicht ist, ihn zu Reue zu rufen und ihm Da'wah zu geben, insofern er denkt, dass er nicht negativ von ihm beeinflusst werden wird.

[267] [TN] 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] sagte: „Moderat in der Sunnah zu sein ist besser als sich in Bid'ah anzustrengen.“ Berichtet in al-Mustadrak [289], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni in at-Targhīb [41].

[268] Imām ash-Shāfi'ī [rahimahullāh] sagte: „Dass ein Sklave Allāh mit jeder Sünde außer Shirk trifft, ist besser, als dass er Ihn trifft während er auf irgendeiner der innovierten Glaubensvorstellungen ist.“ Berichtet von al-Bayhaqi in al-I'tiqād [S.158].

[269] In einem anderen Manuskript steht: „Von 'Amr ibn 'Ubayd.“ [TN] Das ist derjenige, der mit zusammen mit Wāsil ibn 'Atā die Ideologie der Mu'tazilah verbreitet hat.

[270] [TN] Imām Muslim überliefert in seiner Einführung zu Sahīh Muslim, von Imām Ibn Sīrīn [gest. 110H]: „Gewiss, dieses Wissen ist deine Religion, so habe Acht von wem du deine Religion nimmst.“ Siehe auch Sharh Sahīh Muslim von Imām an-Nawawi [1/84]. Vor allem in dieser Zeit von sozialen Medien sollte man Acht geben, von wem man sich das Wissen über die Religion aneignet, denn im Vergleich zu der Vergangenheit, wo es nur attestierten Gelehrten erlaubt war zu unterrichten, findet man im Internet alle möglichen Gestalten: Khārijīs welche die Menschen mit emotionalen Bildern und falsch interpretierten Texten des Qur'ān und der Sunnah aufhetzen wollen, damit sie extremistischen Gruppierungen beitreten und unschuldige Menschen töten; Sekularisten, die den Islam ausdünnen wollen, damit ihre westlichen Sklavenmeister zufrieden mit ihnen sind; Abtrünnige von der Religion, und christliche und atheistische Prediger, welche kein anderes Ziel haben, als Zweifel in den Herzen der einfachen Muslime zu wecken, indem falsche Prinzipien als Maßstäbe für was richtig und falsch ist präsentieren werden, und der Qur'ān und die Sunnah entgegen ihrer wahren Bedeutung interpretiert werden; Hadīthablehner mit ihren Zweifeln; Rāfidīs, versteckt als Sunnis; Jahmiyyah; Ikhwānīs; extreme Sufīs; Menschen die zu Hizbiyyah rufen; Menschen die zu Extremismus bezüglich einiger weniger Gelehrten eines Landes rufen, obwohl die Gelehrten der Sunnah in vielen Ländern der Welt vertreten sind - und jede andere erdenkliche Sekte kann im Internet unkontrolliert und ohne Hemmungen ihre fehlgegangenen Ideologien verbreiten. Und wenn man ohne Acht zu geben irgendeinem von ihnen zuhört, so wird man, ob gewollt oder ungewollt, von ihren falschen Aussagen beeinflusst werden. Deshalb sollte man Acht geben und von den Gelehrten und Studenten des Wissens lernen, die dafür bekannt sind die richtige 'Aqīdah zu haben. Und die richtige 'Aqīdah ist unter anderem das, was hier in diesem Buch von den Aussagen von Allāh, Seinem Gesandten , den Gefährten des Propheten und den Gelehrten die ihnen in ihrem Weg gefolgt sind, steht.

[271] [TN] Sheikh Fawzān kommentiert in seiner Erklärung, dass es wohl in der Zeit von Imām Barbahāri so schien wie er es beschreibt, da Innovationen die einen außerhalb des Islam beförderten sehr stark verbreitet waren und hemmungslos propagiert wurden. Es gibt zu jeder Zeit Leute der Begierden und Innovationen, aber die Zeit von Imām Barbahāri war eine Zeit voller Fitan [Prüfungen] und eine sehr schwierige Zeit für die Leute der Sunnah. Und Allāh weiß es am besten.

[272] Ibn Abī Du'ād, der Jahmī - derjenige, der zu dem Glauben rief, dass der Qur'ān erschaffen ist. Er starb in 240H, siehe Syer a'lām an-Nubala [11/169].

[273] Bishr ibn Ghiyānah al-Marīsī. Er war einer der Köpfe der Jahmiyyah seiner Zeit. Er wurde von zahlreichen Gelehrten als Ungläubiger deklariert. Er starb in 218H, siehe Syer a'lām an-Nubala [10/199].

[274] Thumāmah ibn Ashras al-Basrī. Er war einer der Köpfe der Mu'tazilah und glaubte, dass der Qur'ān erschaffen ist, siehe Syer a'lām an-Nubala [10/203].

[275] Muhammed ibn Hudayl al-'Allāf al-Basrī. Er war einer der Köpfe der Innovatoren seiner Zeit, und jemand der die Leute zu den Innovationen rief. Er verendete 227H, siehe Syer a'lām an-Nubala [10/542].

[276] Siehe Fußnote zu Punkt 84.

[277] [TN] Diese Köpfe der Innovatoren waren zu ihrer Zeit wohlbekannt, und es war auch wohlbekannt für was sie standen. Von demjenigen also, der sie kannte und gut von ihnen sprach, konnte erwartet werden, dass er dieselbe Ideologie hatte - deshalb sollte er vermieden werden. Was die Innovatoren heute angeht, so verstecken viele von ihnen ihre wahren Glaubensvorstellungen vor den Menschen und viele von den einfachen Muslimen wissen nicht über sie Bescheid. Sollte man also eine solche Person kennen, die von einem Innovator lernt, sollte man sie auf angemessene Weise und mit Beweisen und sanfter Rede warnen. Aber nicht immer wird diese Warnung akzeptiert werden, denn manche Muslime folgen solchen Personen, bis sie sie mögen und als ihre Idole ansehen. Dann, wenn die häretischen Glaubensvorstellungen dieser Person öffentlich werden, verteidigen sie ihn - nicht etwa weil er auf der Wahrheit ist, sondern einfach nur weil sie gefallen an ihm gefunden haben und nicht akzeptieren wollen, dass sie die ganze Zeit von ihm in die Irre geführt wurden. Somit stellen sie sich gegen die Personen, welche die falschen Vorstellungen ihres Idols wiederlegen, und lehnen somit die Wahrheit ab. Der Prophet prophezeite: „Es werden auf die Menschen Jahre von Verrat kommen, wo der Lügner als ehrlich angesehen wird, und der ehrliche Mann als Lügner; den Betrügern wird vertraut werden, und die Vertrauenswürdigen werden als Betrüger angesehen werden, und die Schändlichen werden Reden halten.“ Es wurde gesagt: „Wer sind die Schändlichen?“ Der Prophet sagte: „Wertlose Männer, welchen Autorität über die Angelegenheiten der einfachen Menschen gegeben wird.“ Berichtet in Sunan Ibn Mājah [4036], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni.

[278] [TN] Dies ist, weil der Muslim in seiner Ausgangsposition unschuldig ist, so wird er weder beschuldigt, noch verdächtigt. Der Prophet würde die äußerliche Zurschaustellung des Islam von den Heuchlern akzeptieren, solange sie nicht ihre Heuchelei in die Tat umsetzten. Falls aber jemand die Sunnah und die Leute der Sunnah liebt, so kann Gutes von ihm erwartet werden, und sollte er Bid'ah und die Leute der Bid'ah lieben, so sollte man Acht haben und vorsichtig mit ihm umgehen.

[279] Das ist die Aussage eines Tabi'īs, Muhammed ibn Sīrīn. Es ist berichtet von Muslim in seiner Einführung zu seiner Sahīh [1/14] und von Abū Nu'aym in al-Hilyah [2/278]. Es ist ebenfalls als eine marfū' Hadīth - also zum Propheten zugeschriebene Hadīth - berichtet, von Ibn 'Adiyy in al-Kāmil [1/155] und anderen, aber sie ist sehr schwach.

[280] Berichtet als eine marfū' Hadīth von ar-Rāmāhurmuzī in al-Muhaddithul-Fādhil [S.411], Ibn 'Adiyy in al-Kāmil [1/159] und al-Khatīb in al-Kifāyah [S.125-126]. Sie wurde als eine Fabrikation [Mawdū'] klassifiziert von al-Albāni in Da'īf ul-Jāmi' [6193]. [TN] Dies ist ein notwendiges Prinzip, auch in der heutigen Zeit. Man sollte nicht eine Überlieferung von jemandem akzeptieren, dem man nicht auch in einer solch wichtigen Angelegenheit wie dem Zeugnis in einem Gerichtsprozess vertrauen würde. Leider ist es manchmal so, dass man einer Person in nichts vertraut, weder in den Angelegenheiten von Geld, noch Geheimnissen, noch anderen weltlichen Angelegenheiten, aber man akzeptiert blind die Überlieferungen die eine solche Person von sich gibt, in einen Chat schreibt, oder weiterleitet. Das ist falsch - vielmehr sollte man Ahadīth von denen akzeptieren, die Wissen über diese Wissenschaft haben oder von denen man weiß, dass sie Acht darauf geben, ob was sie weiterleiten oder von sich geben auch authentisch ist. Allāh, der Erhabene, sagt: „O ihr die glaubt! Falls zu euch ein Übeltäter mit Information kommt, forscht nach, damit ihr nicht den Leuten aus Unwissenheit schadet, und dann über das, was ihr getan habt, voller Bedauern seid.“ [Surah al-Hujurāt 49:6] Man sollte auch selbst darauf achten, nichts weiterzuleiten, oder von sich zu geben, von dem man sich nicht sicher ist, dass es von vertrauenswürdigen Gelehrten authentifiziert wurde und man die Aussage auch richtig verstanden hat.

[281] [TN] Wenn man sich über eine Angelegenheit in der Religion unsicher ist, dann debattiert man nicht einfach mit anderen Menschen darüber und macht es zu einer Angelegenheit des Egos, vielmehr setzt man sich mit den Gelehrten in Verbindung, welche das detaillierte Wissen über diese Angelegenheit haben.

[282] Der Gesandte Allāhs sagte: „Die Menschen gingen niemals in die Irre, nachdem sie auf Rechtleitung waren, außer durch Streitereien.” Dann rezitierte Allāhs Gesandter diese Ayah: „Sie führten dir dieses Beispiel nur zum Streit an. Nein! Vielmehr sind sie streitsüchtige Leute.” [Surah az-Zukhruf 43: 58] Berichtet von Ahmad [5/252 und 256], at-Tirmidhī [3253] und Ibn Mājah [48], klassifiziert als Sahīh von al-Albāni in seiner Tahqīq von al-Mishkāt [18] und Sahīhul-Jāmi'.

Diese Punkte enthalten ein Verbot von Streitereien, aber sie verbieten nicht das, was notwendig ist im Sinne von Antworten und Widerlegung der Zweifel und falschen Glaubensvorstellungen die von den Innovatoren verbreitet werden. [TN] Dieses Verbot bezieht sich auch nicht auf die Art von korrekter Analogie, welche in Fiqh verwendet wird, wo Gelehrten eine vorhandene Regelung aus dem Qur'ān oder der Sunnah nutzen, um mittels Analogie Entscheidungen über neuartige und spezielle Situationen zu fällen. Korrekte Analogie, wie sie auch vom Propheten bewiesen ist, ist ein Mittel zur Rechtsprechung in der Sharī'ah und kann von qualifizierten Gelehrten auch als solche verwendet werden.

[283] [TN] Das ist ähnlich wie das, was Imām al-Awzā'ī [rahimahullāh] sagte: „Sei standhaft auf der Sunnah, mache Halt, wo die Leute [die Gefährten] Halt gemacht haben, spreche mit was sie gesprochen haben, und halte dich fern, wovon sie sich ferngehalten haben. Und folge dem Weg der frommen Vorgänger [Salaf us-Sālih], denn gewiss - für dich ist ausreichend, was für sie ausreichend war.“ Berichtet von Imām al-Ajurrī in ash-Sharī'ah [S.58]. Wir wissen, dass die Gefährten des Propheten im Paradies sein werden, und dass die Gelehrten nach ihnen zu den drei besten Generationen dieser Ummah gehören - ohne Zweifel, was ausreichend für sie war, ist auch ausreichend für uns, und wenn sie sich von etwas ferngehalten haben, sollten auch wir uns davon fernhalten, denn wenn es wirklich gut gewesen wäre, wären sie uns darin zuvorgekommen.

[284] Meinungen und Analogien haben nichts in den Angelegenheiten von 'Aqīdah zu suchen.

[285] [TN] Laut der Erklärung von Sheikh Sālih al-Fawzān ist hier gemeint, dass man nicht als unwissender die Leute von Bid'ah widerlegen sollte, da man durch nicht-durchdachte Argumente und Aussagen die Situation nur verschlechtert. Sollte man aber das spezialisierte Wissen über die Widerlegung ihrer Innovationen haben, sollte man sie wiederlegen.

[286] Berichtet von ad-Dārimi [1/91], Ibn Waddah in al-Bid'ah [S.53], al-Ajurrī in ash-Sharī'ah [S.57], al-Lālakāī in as-Sunnah [242] und al-Ibānatul-Kubrā [S.398-399], und es ist Sahīh. [TN] Sheikh Fawzān kommentiert, dass Muhammed ibn Sīrīn, der von den größten Gelehrten der Tabi'īn war, dieser speziellen Person keine Frage beantworten würde, da seine Fragen und Argumente nicht auf Wissen basiert waren. [Ende Kommentar] Vielmehr gab er nur leeres Gerede von sich, welches nur den Zweck hatte Zweifel in den Herzen der Menschen zu wecken und sie zu verwirren. Es zeugt von Weisheit einer solchen Person nicht zu antworten, und nicht mit ihr zu diskutieren.

[287] Gemeint sind die Überlieferungen über die Attribute Allāhs. Was sie meinen ist, dass sie denken, dass diese Attribute Allāh, dem Allerhöchsten, nicht zustehen, deshalb lehnen sie sie ab. [TN] Sie zwingen sich selbst Tamthīl auf und sagen daraufhin, dass Allāh erhabener ist als das, und somit haben sie eine Ausrede geschaffen die Attribute von Allāh abzulehnen. Das ist aber die falsche Vorgehensweise, denn Ahlus-Sunnah bestätigt die Attribute Allāhs ohne Tamthīl zu machen - und das wird von textuellen und logischen Beweisen unterstützt. Siehe auch den Anhang [Abhandlung 2, S.160] für eine komprimierte Erklärung.

[288] Es wäre besser gewesen, wenn sie dem Weg der Salaf [rechtschaffenen Vorgänger] befolgt hätten, und gesagt hätten: „Wir affirmieren alle Attribute Allāhs, welche Er für Sich Selbst affirmiert hat oder Sein Gesandter für Ihn affirmiert hat, und sie sind entsprechend Seiner Majestät, und nicht wie die der Kreation.“

[289] Berichtet von Nu'aym ibn Hammād in Zawā'id 'alaz-Zuhd li-ibnil-Mubārak [30] und Ibn Battah in Ibānatul-Kubrā [611]. Die Isnād [Erzählerkette] dazu ist schwach [Da'īf], da sie einen Erzähler enthält der nicht namentlich genannt wurde. [TN] Der weise Mann diskutiert nicht, wenn darin kein Nutzen ist. Das ist ein Prinzip welches jeder Muslim in seinem Leben versuchen sollte umzusetzen. Man sollte nicht streiten oder argumentieren, wenn man darin keinen Nutzen sieht, auch wenn man recht hat. Der Prophet sage: „Ich garantiere ein Haus am Rand des Paradieses für all diejenigen, die das Argumentieren unterlassen, auch wenn sie richtig liegen, und [ich garantiere ein Haus] in der Mitte des Paradieses für all diejenigen, die das Lügen unterlassen, sogar wenn sie Scherze machen, und [ich garantiere ein Haus] im höchsten Teil des Paradieses für all diejenigen, die ihren Charakter gut machen.“ Berichtet in Sunan Abu Dāwūd [4800], als Hasan klassifiziert von al-Albāni. Ein guter Charakter ist das, was vom Propheten an Charaktereigenschaften gekommen ist und was er als gute Charaktereigenschaften gepriesen hat, ob für Mann oder Frau.

[290] Berichtet mit ähnlicher Wortwahl von al-Ajurrī [S.57], al-Lālakā'ī in as-Sunnah [215] und Ibn Battah [586], und es ist Sahīh.

[291] Berichtet von Imām Ahmad [2/178, 181 und 196], in ähnlicher Wortwahl von Ibn Mājah [85], 'Abdullāh ibn Ahmad in as-Sunnah [86] und al-Baghawī in Sharhus-Sunnah [1/260] berichtet. Al-Būsayrī klassifizierte es als Sahīh in Zawā'id Ibn Mājah [1/4], und genauso tat es al-Albāni in Sharh 'Aqīdah at-Tahāwiyyah [S.218].

[292] [TN] Laut Sheikh-Fawzān sind hier die Debatten gemeint, welche die einfachen Menschen verwirren, und nicht diejenigen, mit denen die Wahrheit propagiert wird, oder die stattfinden damit die Menschen die Wahrheit erkennen. Es ist wohlbekannt, dass die Gelehrten in der Vergangenheit debattieren würden, aber sie würden es nicht tun, außer dass es wirklich notwendig war, und außer dass sie damit das Ziel hatten die Wahrheit klarzustellen. Imām ash-Shāfi'ī [rahimahullāh] sagte: „Ich habe niemals mit jemandem debattiert, außer dass es mir gleich war, ob Allāh die Wahrheit auf meiner Zunge oder seiner Zunge klarstellt.“ Berichtet von Abū Nu'aym in Hilyatul-Awliyā' [13717]. Falls die Debatte aber nur den Zweck hatte den eigenen Begierden zu folgen und mit einer eloquenten Rede die Leute von der Meinung des anderen wegzuführen, auch wenn es die Wahrheit war, und zu der eigenen Meinung zu überreden, auch wenn es nicht die Wahrheit war, und im Allgemeinen nicht die Wahrheit das Ziel war, so würden sie nicht debattieren. Das ist ein wichtiges Prinzip.

[293] Surah al-Ghāfir [40:4] [TN] Einen Vers gegen einen anderen zu verwenden, bedeutet einen von beiden abzulehnen, und die Verse Allāhs abzulehnen und sie gegeneinander zu stellen, ist die Art und Weise der Ungläubigen, wie den christlichen Missionaren und andere, die dadurch versuchen die einfachen Muslime zu verwirren. Die Verse des Qur'ān widersprechen sich nicht. Falls dennoch eine Frage aufkommt, sollte man die Gelehrten fragen, welche mit Beweisen erklären wie die Verse korrekt zu verstehen sind.

[294] Surah an-Nāzi'āt [79:2] - „Und die leicht Herausziehenden.“

[295] Den Kopf zu rasieren war einer der Charakteristika der Khawārij. Der Mann der 'Umar [radiallāhu 'anhu] fragte, war ein Mann namens Sabīgh. Seine Geschichte ist wohlbekannt und authentisch. Sie ist berichtet von ad-Dārimi [1/51], Ibn Waddah in al-Bid'ah [S.56], al-Ajurrī in as-Sharī'ah [S.73], al-Lālakā'ī in as-Sunnah [S.634-636] und Ibn Battah [1/414-415]. [TN] Er würde die Menschen über die uneindeutigen und unklaren Verse im Qur'ān fragen und sie verwirren, und er würde fragen ohne wirklich die Notwendigkeit dazu zu haben, und dies war ein Anzeichen der Khawārij - sie würden solche Fragen ohne Notwendigkeit fragen und die wirklich wichtigen Fragen, also Angelegenheiten bezüglich  der Ausübung Religion und 'Aqīdah außen vor lassen. Hätte diese Person auch die anderen Anzeichen der Khawārij gehabt, wie die äußerlichen Charakteristika der Person, über die der Prophet prophezeite, dass von seinen Nachkommen Khawārij kommen werden [siehe Sahīh Muslim 1064], und die Beweise gegen ihn etabliert worden wären, hätte 'Umar [radiallāhu 'anhu] ihn als Herrscher der Muslime exekutiert, denn der Prophet sagte über die Khawārij: „Sollte ich sie antreffen, würde ich sie töten wie die Tötung von 'Aad.“ Berichtet in Sahīh Bukhāri [4351] und Sahīh Muslim [1064]; die Wortwahl ist von Muslim.

[296] Diese Hadīth wurde als sehr schwach [Da'īf jiddan] klassifiziert von al-Haythamī in Majma az-Zawā'id [1/156, 7/259]. Sie wurde berichtet von at-Tabarāni in al-Kabīr [8/178-179] und al-Ajurrī in ash-Sharī'ah [S.55-56].

[297] [TN] Würde man dieses wichtige Prinzip nicht beachten, würde man 'Tazkiyyah' - Empfehlung von einer Person machen, ohne Wissen über sie zu haben. Damit führt man die Menschen in die Irre. Vielmehr sollte man eine Person als „Person der Sunnah“ bezeichnen, wenn man von ihrer 'Aqīdah, ihrem Wissen, ihren Handlungen und ihrem Befolgen der Salaf Bescheid weiß.

[298] Berichtet von Ibn Battah in Ibānatul-Kubrā [278].

[299] [TN] Das alles ist von den Aussagen der Ithna-'Ashari Shī'ahs, da die hier genannten Personen von ihren 'Imāmen' sind, von denen sie denken, dass sie in diese Welt zurückkommen. Und der Glaube, dass ihre Imāme Wissen über das Verborgene haben, kann unter anderem in einem ihrer vier Hauptbücher, Usūl al-Kafi [1/225], gefunden werden. Sie machen nicht nur hier halt, sondern gehen noch viel weiter als das: Die Imāme haben laut ihnen bessere Attribute als die Propheten [Usūl al-Kafi 1/388], bekommen göttliche Offenbarung [Usūl al-Kafi 1/176], sie haben die Autorität Halāl Harām zu machen und umgekehrt [Khilaqat-e-Nurānia S.155], sind aus Licht erschaffen, haben die Kontrolle über jedes Atom des Universums, und eine Stellung, die von keinem Engel oder großen Propheten erreicht werden kann, und ihre Anordnungen haben Autorität so wie der Qur'ān. Diese letzten Aussagen können in dem Buch von dem iranischen Revolutionsanführer Khomenei, al-Hukūmah al-Islamiyyah [S.52, Kairo (1979)], gefunden werden. Und das ist nur ein Bruchteil von dem Kufr der in ihren Büchern und ihren Herzen vorgefunden werden kann - und das all dies Kufr ist, ist offensichtlich.

[300] Siehe auch was Abul-Hasan al-Ash'arī [rahimahullāh] über diese verdorbene Sekte in al-Maqālāt geschrieben hat. In der englischen Sprache existieren folgende Bücher, welche die Glaubenslehren dieser Sekte dokumentieren und widerlegen: The Devils Deception of the Shī'ah von Ibn al-Jawzī, übersetzt von Abū Amīnah Bilal Philips, al-Khutūtul-'Arīdah, The Mirage in Iran von Dr. A. Afghānī, übersetzt von Abū Amīnah Bilal Philips, und die Werke von Ihsān Elahi Zahīr [rahimahullāh], wie z.B. Schiiten und Sunniten [deutsch -basseera Verlag] und The House of 'Ali.

[301] Ta'mah ibn 'Amr al-Ja'farī. Ein frommer und vertrauenswürdiger Gelehrter und Überlieferer von Ahadīth von Kūfah. Er starb 169H, siehe at-Tahdīb [5/13].

[302] Sufyān ibn 'Uyainah ibn Maimūn al-Hilālī. Er war einer der großen und bekannten Gelehrten und war ein Imām in Hadīth, Sunnah und Fiqh. Er starb im Jahr 198H im Alter von 91. Imām Ahmad sagte: „Ich habe keinen mit mehr Wissen über die Praktiken der Sunnah gesehen, als ihn.“ Siehe Syer a'lām an-Nubala [8/454]

[303] Also nicht 'Uthmān über 'Ali bevorzugt, möge Allāh mit ihnen beiden zufrieden sein.

[304] [TN] Die Überlieferung bezüglich der Reihenfolge im Sinne der Vortrefflichkeit der Gefährten des Propheten sind fest etabliert - Abū Bakr, dann 'Umar, dann 'Uthmān, dann 'Ali [radiallāhu 'anhum ajma'īn], siehe dafür den Punkt 28 und die Fußnoten dazu. Diese authentischen Ahadīth abzulehnen bedeutet, dass man den Gefährten in der Übermittlung der Überlieferungen nicht vertraut - das ist einer der Merkmale der Rawāfid.

[305] [TN] Siehe Fußnote von Punkt 28 für die Aufzählung der zehn und die Verweise.

[306] Das Bittgebet, welches hier gemeint ist, ist sallallāhu 'alaihi wa sallam - . Zusätzlich zum Propheten , bitten wir auch um Allāhs Salāt auf die vergangenen Propheten und Gesandten, salawātullāhi wa salāmuhu 'alaihim. Siehe Jalā' ul-Afhām [S.345] von Ibn Qayyim, Tafsīr ibn Kathīr [3/516-517] und al-Qawlul-Badī' [S.81-87] von as-Sakhāwī. [TN] Die Salāt Allāhs auf Seinen Propheten ist Sein Lob von ihm vor den Engeln. Die Salāt der Engel für den Propheten sind ihre Bittgebete für ihn und das Fragen nach Vergebung für ihn [Lisān al-'Arab [8/276] von Ibn Mundhir]. Was die Salāt von Allāh auf die anderen Menschen angeht, so sagte der Prophet : „Wer auch immer ein Mal Salāt auf mich sendet, so wird Allāh zehn Mal so viel Salāt auf ihn senden, und [somit] zehn Sünden von ihm auslöschen, und ihn in seinem Status um zehn Ränge erhöhen.“ Berichtet von an-Nasā'i [1297], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Diese Salāt in Gemeinschaft zu wiederholen, oder eine bestimmte Nummer festzulegen, beispielsweise 100-Mal, hat keine Grundlage. Man sollte aber so oft man kann Salāt auf den Propheten senden.

[307] [TN] 'Ali [radiallāhu 'anhu] sagte: „O Allāh, verfluche die Mörder von 'Uthmān.“ Siehe al-Bidāyah wan-Nihāyah [7/270].

[308] Hier ist gemeint, dass dies gilt, falls irgendeiner etwas vom Buch von Allāh, der authentischen Sunnah und dem Verständnis der Salaf in diesem Buch ablehnt. [TN] In diesem Buch befinden sich die auf Beweisen basierenden, fundamentalen Prinzipien von Ahlus-Sunnah. Wer auch immer eines von ihnen ablehnt, ist ohne Zweifel fehlgegangen.

[309] 'Ali [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte Allāhs sagte: „Es gibt keine Gehorsamkeit im Ungehorsam zu Allāh. Gehorsamkeit ist nur in dem, was gut ist.“ Berichtet von Bukhāri [7257] und Muslim [1840]. [TN] Die Wortwahl ist von Muslim. Allāh, der Erhabene, sagt: „Und spreche mit ihnen mit milder Sprache, auf dass sie sich vielleicht erinnern, oder [Allāh] fürchten.“ [Surah at-TaHa 20:44]. Allāhs Gesandter sagte: „O 'Aisha, Allāh ist ar-Rafīq [der Milde] und Er liebt Milde in allen Angelegenheiten.“ Berichtet in Sahīh Bukhāri [6927]. Der Prophet sagte: „Du musst milde sein, denn gewiss - Milde wird keiner Sache hinzugefügt, außer dass sie es verschönert, und sie wird von nichts entfernt, außer dass sie es Schande bringt.“ Berichtet in der Musnad von Imām Ahmad [24417], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni in Sahīh al-Jāmi' [4041]. Er sagte: „Soll ich dir nicht sagen für wen das Höllenfeuer verboten ist und er ist verboten für das Höllenfeuer? Jeder der nah [an den Menschen ist], offen [ist] und [mit dem] leicht [umzugehen] ist.“ Berichtet von at-Tirmidhī [2488], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni in as-Sahīhah [938]. Vor allem wenn ein naher Verwandter oder die Eltern zu einer Sache rufen, die Ungehorsamkeit gegenüber Allāh beinhaltet, sollte man versuchen auf eine milde, sanfte und weise Weise abzulehnen. Wut, Geschrei und Unverständnis ausdrücken wird einem in den meisten Fällen mehr schaden, als nutzen. Wut führt zu Bedauern. Oft ist es schwieriger mit den Konsequenzen, die durch Wut und Zorn hervorgerufen wurden, umzugehen, als einfach mal seine Wut zu unterdrücken. Der Gesandte Allāhs sagte: „Der Starke ist nicht derjenige, der andere mit seiner Stärke  überwältigen kann. Der Starke ist derjenige, der sich selbst in seiner Wut kontrollieren kann.“ Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [6114]. Uns wurde aufgetragen in jeder Situation mild zu sein, außer in Situationen, in denen vom Propheten das Gegenteil bewiesen ist. Zwei gute, kostenlos Online-abrufbare englischsprachige Bücher bezüglich dem Verhalten gegenüber bestimmten Personengruppen und wie man ihre Fehler auf angemessene Weise korrigiert, sind How he treated them? und The Prophet's Methods for Correcting People's Mistake, beide von Sheikh Sālih al-Munajjid. Man sollte möglichst versuchen zuerst sich selbst zu korrigieren, bevor man andere korrigiert.

[310] Die Voraussetzungen für Buße sind: 1. Die Sünde aufgeben. 2. Reuegefühl. 3. Sich fest dazu entschließen, die Sünde nicht noch einmal zu tun. 4. Den Schaden ausgleichen, den man möglicherweise einer anderen Person zugefügt hat. [TN] Beispielsweise gibt man der Person das Geld zurück, welches man von ihr geklaut hat. [Ende TN] Siehe auch Salvation through Repentance von Abū Amīnah Bilal Philips und I would like to repent, But! von Muhammed Sālih al-Munajjid, übersetzt von Syed Iqbal Zahīr. [TN] Abū Bakr [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Kein Mann begeht eine Sünde, und macht dann eine rituelle Reinigung, und betet dann, und fragt dann Allāh um Vergebung, außer dass Allāh ihm vergeben wird.“ Dann rezitierte er diesen Vers: „Und diejenigen, die wenn sie eine Abscheulichkeit begehen und sich selbst [durch das Begehen von Sünden] unterdrücken, sich an Allāh erinnern und dann um Vergebung für ihre Sünden bitten - und wer kann Sünden vergeben, außer Allāh? - und sie beharren nicht auf dem was sie getan haben, während sie [es doch besser] wissen.“ [Surah Aale-'Imrān 3:135] Berichtet in Sunan at-Tirmidhī [406], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Der Vers danach lautet: „Für diejenigen ist der Lohn Vergebung von ihrem Herrn und Gärten unter welchen Flüsse fließen - ewig werden sie darin bleiben. Wie vortrefflich doch die Belohnung der [rechtschaffenen] Arbeiter ist.“ [Surah Aale-'Imrān 3:136] Der Prophet sagte: „Der Meister der Bittgebete für Vergebung [Sayyidul-Istighfār] ist, dass du sagst: „Allāhumma anta Rabbi, lā ilāha illa anta, Khalaqtanī wa ana 'Abduka, wa ana 'ala 'ahdika wa wa'dika mastata'tu, A'ūdhu bika min Sharri ma sana'tu, abū'u Laka bini'matika 'alaiya, wa abū'u laka bidhanbī, faghfir lī, fa innahu la yaghfirudhunūba illa anta. - O Allāh, du bist mein Herr! Es gibt keinen, der der Anbetung würdig ist, außer Du. Du hast mich erschaffen und ich bin Dein Sklave, und ich halte mich an Deine Abmachung und Dein Versprechen, so sehr ich nur kann. Ich suche Zuflucht bei Dir vor dem Übel das ich begangen habe. Ich gestehe Deine Gaben an mich ein, und ich gestehe meine Sünden - so vergebe mir. Denn gewiss, niemand kann Sünden vergeben, außer Du.“ Der Prophet sagte: „Wer auch immer dies am Tag sagt, und er ist davon überzeugt, und er stirbt an dem Tag, bevor der Abend eintrifft, dann wird er von den Leuten des Paradieses sein. Und wer auch immer dies in der Nacht sagt, und er ist davon überzeugt, und er stirbt bevor die Morgendämmerung eintrifft, dann wird er von den Leuten des Paradieses sein.“ Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [6306].

[311] [TN] Allāh, der Erhabene, sagt über Seinen Gesandten ﷺ: „Noch spricht er von [seiner eigenen] Neigung. Es ist nur eine Offenbarung die offenbart wird.“ [Surah an-Najm 53:3-4] 'Abdullāh ibn 'Amr ibn al 'Aas [radiallāhu 'anhu] berichtet: „Ich pflegte alles aufzuschreiben was ich vom Gesandten Allāhs ﷺ hören würde. Ich strebte danach es [auf diese Weise] auswendig zu lernen. Die Quraysh verboten es mir; sie sagten: „Schreibst du alles auf was du hörst, wo doch der Gesandte von Allāh ﷺ ein Mensch ist - er spricht wenn er wütend, und wenn er zufrieden ist?“ - so hörte ich auf zu schreiben. Ich erwähnte dies gegenüber dem Gesandten Allāhs ﷺ, so zeigte er mit seinem Finger in Richtung seines Mundes, und sagte: „Schreib; denn [ich schwöre] bei Ihm, in Wessen Hand meine Seele ist: nichts kommt hier raus, außer die Wahrheit.“, berichtet in Abū Dāwūd [3646], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh].

[312] [TN] Die Gelehrten, welche die Verifizierung [Tahqīq] der Aussagen von Imām Barbahāri in diesem Buch unternommen haben, konnten diese Aussage hier, die Imām Mālik zu gesprochen wird, nicht bis zu ihm - also Imām Mālik - zurückverfolgen.

[313] Bishr ibn al-Hārith al-Marwazī, Abū Nasr. Ein vertrauenswürdiger Gelehrter und Überlieferer von Ahadīth von Baghdād. Er starb 227H im Alter von 76, siehe Syer a'lām an-Nubala [10/496].

[314] [TN] Dies entspricht der Aussage, die Imām Barbahāri als seinen ersten Punkt in diesem Buch tätigt.

[315] [TN] Die erste Aussage ist wie die von Imām ash-Shāfi'ī: „Wenn ich einen Mann von den Ahlul-Hadīth sehe, ist es so, als ob ich einen Mann von den Gefährten des Propheten gesehen habe.“ Berichtet von Abū Nu'aym in al-Hilyah [9/109] und Bayhaqi in Madhkhal ilas-Sunnah [689, S.391].

[316] Berichtet von Abū Nu'aym in al-Hilyah [3/21] und Ibn Battah in al-Ibānatul-Kubrā [20] und al-Lālakāī in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [21,22,23].

[317] Träume können nur dazu verwendet werden, um das zu bekräftigen, was wir schon mit Gewissheit über die Religion wissen, wie z.B. die Pflicht an der Sunnah festzuhalten. Was Änderungen in den Anordnungen der Sharī'ah, oder Hinzufügen oder Streichung in den Anordnungen der Religion angeht, so kann nichts davon getan werden, da die Religion schon vervollkommnet wurde und komplett ist.

[318] [TN] Die letztere Aussage ist berichtet von ad-Dārimi in seiner Sunan [96, 1/58], Abū Nu'aym in al-Hilya [3/369] und al-Lālakāī in Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [136,137]. Dieselbe Aussage wurde von Imām az-Zuhri überliefert, siehe die Fußnoten zu Punkt 1, als auch von 'Umar bin 'Abdul-'Azīz in Hilyatul-Awliyah [5/346].

Laut den Verifizierern endet das ursprüngliche Buch hier, obwohl es in anderen Manuskripten noch einige authentische Überlieferungen zitiert sind, hauptsächlich von al-Fudayl ibn 'Iyād [rahimahullāh] bezüglich dem Verbot und der Gefahr mit Innovatoren zu sitzen.

Und alles Lob gebührt Allāh, dem Herren der Welten, und möge der Frieden und Segen Allāhs auf dem Propheten , seiner Familie und seinen Gefährten sein.

أقول قولي هذا وأستغفر الله لي ولكم

[319] Taghūt – alles was neben Allāh angebetet wird.

[320] Der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Ich werde der Anführer der Kinder Adams am Tag der Auferstehung sein - und ich gebe nicht an. Und in meiner Hand wird das Banner des Lobes sein - und ich gebe nicht an. Und es wird keinen Propheten geben, weder Adam, noch irgendein anderer, außer dass er unter meinem Banner stehen wird. Und ich bin der erste, für den die Erde geöffnet werden wird - und ich gebe nicht an.“ Tirmidhī [3615], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

[321] Das ist im Gegensatz zu der 'Aqīdah der Barelwiyyah und manch anderer Sekte, die glauben, dass der Prophet aus Nūr [Licht] bestand. Alle Ahadīth die sie für diese Aussage verwenden sind bewiesener weise fabrizierte Fälschungen, die gegen den klaren Text des Qur'ān und authentischen Überlieferungen gehen. Siehe dafür beispielsweise das Buch von Sheikh Muhammad ibn Zayd - Difa' 'ani-Nabiyy wa Sunnatihi al-Mutaharah wa Kashf Tawatu al-Hiymari wa Mahmud Sa'id Mamduh 'ala Wad'il Hadīth. 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Prophet sagte: „Gewiss, ich bin nur ein Mensch wie ihr.“ Berichtet in Bukhāri [401], Muslim [572], Musnad Imām Ahmad [1402], Sunan Ibn Mājah [2470], Sunan al-Kubrā an-Nasā'i [1167], Sunan al-Kubrā Bayhaqi [2:342], Musnad Abi-Ya'la [5142], Musnad ash-Shāshi [311], Mu'jam al-Kabīr li at-Tabarāni [9852], at-Tamhīd von Ibn 'Abdul-Barr [24:376], al-Muhallā von Ibn Hazm [3:132] und Sharh Ma'āni al-Athār li at-Tahāwi [4535], und es gibt unzählig andere Ahadīth und klare, eindeutige qur'ānische Ayāt, die beweisen, dass Muhammed , der Meister [Sayyid] aller Gesandten, Propheten und Awliyah Allāhs, ein Mensch war und nicht aus Nūr bestand.

[322] Allāh, der Erhabene, sagt: „Und Wir haben dich nicht gesandt [O Muhammed], außer als einen Bringer froher Botschaft und als Warner für die gesamte Menschheit...“ [Surah as-Sabā 34:28]

[323] Vor allem diejenigen, die Gedichte, Nashīds oder Qualiyyah im Indo-Pak-Subkontinent über den Propheten schreiben, begehen oft wissend, oder unwissend den Fehler, dass sie in ihrem Lob zum Propheten über jede erdenklichen Grenzen hinausgehen, und nicht selten eindeutig Shirk begehen und gegen die klaren Verse des Qur'ān gehen. So sagte beispielsweise der wohlbekannte Sänger Amjid Farīd Sabri: „Bhar De Jholi Meri Ya Mohammad - Lautkar Main Na Jaunga Khāli.“ - was die Bedeutung hat von: „Gewähre mir Kinder O Muhammed - ich werde nicht mit leeren Händen zurückkehren.“, und er singt darüber wie man sich am Grab des Propheten niederwirft und mehr. Die Unwissenden unter den Muslimen singen und summen dieses Lied immer und immer wieder, nicht wissend, dass es eindeutig Shirk ist. Genauso ist die Aussage von manchen Muslimen, die in schwierigen Situationen sagen: „Ya Muhammed - madadd.“ „O Muhammed - helfe mir.“, oder sie sagen „Ya 'Ali - madadd.“, und ähnliches. Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass er von 'Umar [radiallāhu 'anhu] hörte, dass der Prophet sagte: „Geht nicht in Extreme wenn ihr mich lobt, so wie die Christen in Extreme gegangen sind bezüglich dem Sohn von Maryam, denn ich bin gewiss nur ein Sklave. So sagt: „Der Sklave Allāhs und Sein Gesandter.“ Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [3445], al-Madhkhal li Sunan al-Kubrā Bayhaqi [535], Sharh us-Sunnah von al-Baghawī [3681] und anderen. Allāh, der Erhabene, lässt Seinen Propheten sagen: „Sag: „Ich rufe nur meinen Herrn an, und ich geselle Ihm keinen Partner bei.“ Sag: „Ich besitze über euch nicht die Macht zu Schaden, und auch nicht [die Macht euch auf] den Rechten Weg [zu bringen].“ Sag: „Niemand kann mich vor Allahs Bestrafung retten, [sollte ich Ihm gegenüber ungehorsam sein,] und niemals werde ich außer bei Ihm Zuflucht finden.“ [Surah al-Jinn 72:20-22] „Und ich sage nicht zu euch, dass ich die Schatzkammern Allāhs besitze, und dass ich das Verborgene ['Ilmul Ghayb] weiß, noch sage ich, dass ich ein Engel bin...“ [Surah al-Hūd 11:31] Der Prophet sagte zu Ibn 'Abbās [radiallāhu 'anhu]: „Wenn du nach etwas fragst, frag von Allāh. Falls du um Hilfe ersuchst, ersuche Hilfe bei Allāh...” Berichtet von at-Tirmidhī [2516], Musnad Imām Ahmad [2758], al-Mustadrak 'ala Sahyhayn [3:541], al-Sunnah von Ibn Abī 'Aasim [315], Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [1096] und vielen anderen, als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

Der Prophet sagte: „Du'ā [Bittgebet] ist Anbetung.“ Berichtet in Sunan at-Tirmidhī [2696], Sunan Abu Dāwūd [1479], Ibn Mājah [3828], Musnad Imām Ahmad [17919] und anderen, und es ist Sahīh laut al-Albāni. Bittgebete zu anderen als Allāh zu machen bedeutet, dass man sie anbetet. Die Insassen der Gräber nach etwas zu fragen, sein es Propheten oder die Awliyah Allāhs, ist ihre Anbetung. „Und dein Herr hat gesagt: „Ruft mich [in euren Bittgebeten] an; Ich werde euch antworten. Gewiss, diejenigen die zu Stolz sind mich anzubeten, werden gedemütigt in die Hölle eintreten.“ [Surah al-Ghāfir 40:60] Hier hat Allāh also das Bittgebet und das anrufen in Form eines Bittgebets mit Anbetung gleichgesetzt. Genauso ist es verboten irgendeine Person als Mittelsmann zwischen sich selbst und Allāh zu nehmen. Darüber gibt es einen Konsens unter den Gelehrten des Islam, siehe Ibn Muflih in al-Furoo' [3/553], al-Mirdāwi in al-Insāf [10/327], Kashshāf al-Qinā' von al-Bahooti [6/168] und Majmoo' al-Fatāwa [1/124] von Ibn Taymiyyah. Hierbei macht es keinen Unterschied ob die im Bittgebet als Mittelsmann angerufene Person von den Propheten, Awliyah, Salihīn [rechtschaffenen Personen], den Engeln oder den Jinn ist - ob tot oder lebendig. 'Abdullāh ibn Mas'ūd [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass er den Prophet fragte: „Was ist die größte Sünde bei Allāh?“ Er sagte: „Dass du Allāh Partner beigesellst, obwohl Er dich erschaffen hat...“ Berichtet in Sahīh Bukhāri [7520], Sahīh Muslim [86], Musnad Imām Ahmad [3601] und anderen. Allāh hat uns alleine erschaffen, so verdient Er alleine auch unsere Anbetung.

[324] Siehe auch: „So wisse [O Muhammed ﷺ]: La ilāha ilAllāh [niemand hat das Recht angebetet zu werden, außer Allāh]...“ [Surah Muhammed 47:19] und „Allāh bezeugt, dass es keinen gibt, der das Recht hat angebetet zu werden, außer Er; und [so bezeugen es auch] die Engel und diejenigen mit Wissen - Er erhält [Seine Kreation] mit Gerechtigkeit. Es gibt keinen, der das Recht hat angebetet zu werden, außer Er - der Allmächtige, der Allweise. [Surah Aale-'Imrān 3:18]

[325] Berichtet in Sahīh Muslim [31] von der Hadīth von Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu].

Er ﷺ sagte auch: „Ich bezeuge, dass niemand das Recht hat angebetet zu werden, außer Allāh, und dass ich Sein Gesandter bin. -  Kein Sklave [Allāhs] trifft Allāh mit diesen beiden [Bezeugungen], und er hat keine Zweifel bezüglich ihnen, außer dass er [dann] das Paradies betritt.“ Sahīh Muslim [27].

[326] Bukhāri [6423], Muslim [33]. Die Wortwahl ist von Bukhāri.

[327] Allāh, der Erhabene, sagt im Qur'ān: „Was auch immer nun der Gesandte euch gibt, das nehmt; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. Und fürchtet Allāh. Gewiss, Allāh ist streng im Bestrafen.“ Surah Al-Hashr [59:7] Der Prophet sagte: „Gebt Acht! Bald wird einem Mann ein Hadīth von mir übermittelt werden, während er sich auf seiner Couch zurücklehnt, und er wird sagen: „Zwischen dir und mir ist das Buch von Allāh. Was auch immer wir darin als Halāl sehen nehmen wir als erlaubt, und was auch immer wir darin als Harām sehen, das nehmen wir als verboten.“ [Aber] Gewiss, das, was der der Gesandte von Allāh verbietet, ist wie als wenn es Allāh es verbietet.“, berichtet in Sunan at-Tirmidhī [2664], als Sahih klassifiziert von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh]. Er sagte: „Wenn ich euch etwas verbiete, haltet euch davon fern, und wenn ich euch etwas befehle, tut so viel ihr davon könnt.“ Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [7288] und anderen.

[328]'Abdullāh ibn Amr ibn al 'Aas [radiallāhu 'anhu] berichtet: „Ich pflegte alles aufzuschreiben was ich vom Gesandten Allāhs ﷺ hören würde. Ich strebte danach es [auf diese Weise] auswendig zu lernen. Die Quraysh verboten es mir; sie sagten: „Schreibst du alles auf was du hörst, wo doch der Gesandte von Allāh ﷺ ein Mensch ist - er spricht, wenn er wütend ist und wenn er zufrieden ist?“ - so hörte ich auf zu schreiben. Ich erwähnte dies gegenüber dem Gesandten Allāhs ﷺ, so zeigte er mit seinem Finger in Richtung seines Mundes, und sagte: „Schreib; denn [ich schwöre] bei Ihm, in Wessen Hand meine Seele ist: nichts kommt hier raus, außer die Wahrheit.“, berichtet in Abu Dāwūd [3646], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh].

[329] Es gibt eine Vielzahl von Ahadīth die von der Pflicht der Liebe zum Gesandten von Allāh ﷺ berichten. Allāhs Gesandter ﷺ sagte:[Ich schwöre] bei Ihm, in Wessen Hand meine Seele ist: keiner von euch glaubt, bis er mich nicht mehr liebt als seinen Vater, seine Kinder und die gesamte Menschheit.“, berichtet in Sahīh al-Bukhāri [15].

[330] Der Prophet ﷺ sagte: „Jeder aus meiner Ummah wird in das Paradies eintreten, außer diejenigen die ablehnen.” Es wurde gesagt: „O Gesandter Allāhs ﷺ! Wer wird ablehnen?” Er antwortete: „Wer auch immer mir gehorcht, kommt in das Paradies, und wer auch immer mir den Gehorsam verweigert, hat abgelehnt.”, berichtet in Bukhāri [7280]. Dazu gehört auch, dass man keinen Hass oder Abneigung gegen irgendeine seiner Aussagen empfindet, sonst fällt man in Unglauben. Allāh sagt: „Dies ist, weil sie hassen was Allāh [an Offenbarung] herabgesandt hat - so hat Er ihre Taten wertlos gemacht.“ [Surah Muhammed 47:9] Der Konsens der Gelehrten, dass dies Unglauben ist, kann in Kashshāf al-Qinā' [6/168] von al-Bahooti gefunden werden.

[331] Sheikh 'Abdul-Qādir Jilāni [rahimahullāh] sagte: „O meine Leute! Folgt, und innoviert nicht! Bestätigt, und lehnt nicht ab! Gehorcht, und widersetzt euch nicht! Seid ehrlich, und macht kein Shirk! Macht eure Tawhīd für Allāh, dem Besitzer von Ehre und Macht! Geht zu Ihm, und verlasst Seine Tür nicht! Fragt von Ihm, und fragt nicht von jemand anderem! Sucht bei Ihm Zuflucht, und sucht bei keinem anderen Zuflucht! Vertraut auf Ihn, und vertraut nicht auf jemand anderen!“ Siehe sein Buch at-Fath al-Rabbāni [S.191-192, Sitzung 47].

[332] Allāh sagt: „Und die meisten von ihnen glauben nicht an Allāh, außer dass sie ihm Partner beigesellen.“ [20:106] Sie glauben also daran, dass Allāh der Alleinige Erschaffer von allem ist, derjenige der Kontrolle über alle Angelegenheiten hat, und der sie rettet, wenn sie in Not sind, dennoch richten sie Anbetung an andere als Ihn, so wie die Mushrikīn von Makkah. Sie würden Allāhs Rububiyyah, also dass Er der alleinige Herrscher, Versorger und derjenige ist, der Kontrolle über alle Angelegenheit hat, affirmieren, aber dennoch andere neben Ihm anbeten. Allāh sagt: „Und wenn du fragst wer sie erschaffen hat, dann werden sie ganz gewiss sagen: „Allāh.“ [Surah Zukhruf 43:87] „Sag [O Muhammed]: „In Wessen Händen ist die Herrschaftsgewalt von allem? - und Er gewährt Schutz und niemand kann vor Ihm Schutz gewähren, falls ihr es wisst?“ Sie werden sagen: „Zu Allāh [gehören all diese Eigenschaften].“ [Surah al-Mu'minūn 23:88-89] „Sag [zu ihnen O Muhammed]: „Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde? Oder wem gehört die Herrschaft über Gehör und Augenlicht? Und wer bringt den Lebendigen aus dem Toten und den Toten aus dem Lebendigen? Und wer regelt alle Angelegenheiten?“ Sie werden sagen: „Allāh.“ Dann sag: „Wollt ihr [Seine Strafe] dann nicht fürchten [und Ihn Alleine anbeten]?“ [Surah Yunus 10:31] Und Allāh sagt: „Und wenn euch Unheil auf dem Meer widerfährt, verschwinden [in euren Bittgebeten] diejenigen, die ihr [sonst neben Ihm] anruft, außer Allāh Alleine. Dann, wenn Er euch errettet hat [und] ans [Fest]Land [gebracht hat], wendet ihr euch ab. Und der Mensch ist stets undankbar.“ [Surah al-Isra 17:67]. Obwohl sie das alles akzeptierten, also dass niemand sie in Wahrheit aus ihrer Schwierigkeit befreien kann, außer Allāh, hörten sie nicht auf andere neben Allāh anzubeten, und deshalb, obwohl sie Seine Rububiyyah affirmierten, deklarierte Allāh sie als Mushrikīn und befahl Seinem Propheten gegen sie zu kämpfen. Dieselbe Einstellung kann bei den Grabverehrern der heutigen Zeit vorgefunden werden.

[333] Wie zutreffend doch die Aussage von Allāh bezüglich solcher Personen ist: „Und wenn Allāh alleine erwähnt wird, ziehen sich die Herzen derjenigen, die nicht an das Jenseits glauben, mit Verabscheuung zusammen. Aber wenn diejenigen [die sie] neben Ihn [anbeten] erwähnt werden - schaut, wie sie sich freuen.“ [Surah az-Zumar 39:45].

[334] „Wer auch immer etwas in unsere Angelegenheit [Islam] einführt, welches nicht davon ist, so ist es abgelehnt.“, berichtet in Sahīh al-Bukhāri [2697], Muslim [1718], Abu Dawud [4606] und anderen.

[335] Siehe auch Punkt 5 von Sharh us-Sunnah Imām Barbahāri.

[336] Allāh, der Erhabene, sagt: „Es ist nicht für einen gläubigen Mann oder einer gläubigen Frau, dass wenn Allāh und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, sie in dieser Angelegenheit noch eine Wahl haben. Und wer auch immer Allāh und Seinem Gesandten den Gehorsam verweigert, der ist gewiss deutlichem Irrtum verfallen.“ [Surah al-Ahzāb 33:36] „Aber nein, bei deinem Herrn! Sie werden nicht [wirklich] glauben, bis sie nicht dich [O Muhammed] einen Richter über all das machen, was zwischen ihnen [an Uneinigkeiten] aufkommt, und dann kein Unbehagen in sich selbst finden [über das,] was du entschieden hast, und sich mit vollständiger Ergebenheit ergeben.“ [Surah an-Nisa 4:65]

[337] Diese Sekte wurde im zweiten Jahrhundert nach der Hijra von 'Amr ibn 'Ubayd and Wāsil ibn 'Atā gestartet. Zusammengefasst gehören zu ihren Merkmalen, dass sie Allāh Seine Attribute absprechen und dies Tawhīd nennen, Rebellion gegen den muslimischen Herrscher als erlaubt ansehen und der Gedanke, dass Muslime die große Sünden begehen sich in einem Zustand zwischen Glauben und Unglauben befinden und für immer in der Hölle sein werden.

[338] Muhammad bin Ahmad as-Saffarini, al-Hanbali [gest. 1188H] geht in seiner Erklärung von dem Gedicht Al-Mandhumah al-Ha'iyyah fis-Sunnah auf die Glaubensgrundsätze verschiedener Sekten ein.

[339] Das ist, weil wir nicht über die Ausprägung der Attribute von Allāh, dem Erhabenen, informiert wurden.

[340] Siehe Sharh us-Sunnah Imām Barbahāri, Punkt 100 und andere Punkte.

[341] Wie z.B. in Sahīh Muslim [758] und Sahīh al-Bukhāri [1145], berichtet von Abū Hurairah [radiallāhu 'anhu]: Der Prophet ﷺ sagte: „Unser Herr, der Segenreiche und Erhabene, kommt jede Nacht zum niedrigsten Himmel herab, wenn noch ein Drittel der Nacht übrig ist, und sagt: „Wer ist es der Mich anfleht, auf dass Ich ihm antworte? Wer ist es der Mich [nach etwas] fragt, auf dass Ich ihm [es] gebe? Wer ist es der Mich um Vergebung bittet, auf dass Ich ihm vergebe?“

[342] Siehe dafür z.B. al-Uluww lil-'Aliyyil-Ghaffār' [S. 286-287] von Imām adh-Dhahabī.

Darüber zu fragen wird als Innovation erachtet, da die erste und beste Generation nicht über das 'wie' der Attribute von Allāh fragte. Sie bestätigten diejenigen Attribute, die Allāh und Sein Gesandter ﷺ für Ihn bestätigten, und sie verneinten diejenigen Attribute, die Allāh und Sein Gesandter ﷺ für Ihn verneinten, ohne sie gegen ihrer offensichtlichen Bedeutung zu interpretieren, oder über ihre Ausprägung zu sprechen.

[343] Das ist der Manhaj der Salaf, wenn es um die Attribute von Allāh geht:

Imām Sufyān bin 'Uyainah [gest. 198H] [rahimahullāh] sagte: „Bezüglich der Attribute von Allāh, die Er selbst im Qur'ān genannt hat, so ist ihre Rezitation ihre Erklärung [ - sie werden also mit ihrer offensichtlichen Bedeutung verstanden]. Weder wird über ihre Ausprägung [das 'wie'] gesprochen, noch wird ein Gleichnis für sie gesetzt.“ Siehe Sharh Usūl al-I'tiqād Ahlus-Sunnah [431, 1/186].

Imām ash-Shāfi'ī [gest. 204H] [rahimahullāh] sagte: „Ich bezeuge meinen Glauben an Allah, und die Verse die von Allāh gekommen sind, und sie sind so, wie Allāh sie wollte. Und ich bezeuge meinen Glauben an den Gesandten Allāhs ﷺ, und was von ihm gekommen ist, und es ist so, wie der Gesandte Allāhs ﷺ es wollte.“ Siehe Sharh Lu'mat al-I'tiqād [2/10].

Al-Walīd bin Muslim [gest. 140H] [rahimahullāh] sagte: „Ich fragte Awzā'ī, Sufyān bin 'Uyainah und Mālik ibn Anas [rahimahumullāh] bezüglich der Ahadīth, die über die Attribute von Allāh, und das Ansehen von Allāh [am Tag der Auferstehung] gekommen sind. Sie antworteten: „Berichte sie so weiter wie sie zu dir gekommen sind, ohne ihr 'wie' zu beschreiben.“ Siehe Sharh us-Sunnah Imām Bayhaqi [1/171]

Imām Mālik [gest. 179H] [rahimahullāh] sagte: „Hütet euch vor Innovationen [Bid'āt] in der Religion!“, jemand fragte daraufhin: „Was sind die Innovationen?“ Er sagte: „Die Leute von Bid'ah sind diejenigen, die über die Namen und Attribute von Allāh, Seinem Sprechen, Wissen und Seiner Macht reden, und nicht über die Sachen schweigen, über die die noblen Gefährten des Propheten und die Tabi'īn, die ihnen folgten, Schweigen bewahrt haben.“ Siehe Sharh us-Sunnah Imām Baghawī [1/217] Eine Erklärung, wie laut Imām Mālik mit den Namen und Attributen von Allāh umzugehen ist, wurde schon erwähnt.

Imām Abū Hanīfa [gest. 150H] [rahimahullāh] sagte: „Es ist für niemanden erlaubt über Allāh zu reden. Er sagt nur, bezüglich der Attribute, was Allāh Selbst gesagt hat. Seine Meinung hat darin nichts zu suchen. Allāh, der Herr der Welten, ist Erhaben und der Allerhöchste.“ Siehe Sharh ul-'Aqīdah-Tahāwiyyah [1/313], geschrieben von Abu Ja'far Ahmad ibn Muhammad ibn Salāmah al-Tahāwi [gest. 321H]. Als Imām Abū Hanīfa über das Herabkommen von Allāh gefragt wurde, sagte er: „Er kommt herab, ohne ein 'wie' [zu definieren].“ Siehe Sharh ul-'Aqīdah-Tahāwiyyah [1/218]

Nu'aym bin Hammād [gest. ~230H] sagte: „Wer auch immer Allāh mit Seiner Kreation gleichsetzt [Tashbīh macht], ist in Unglauben gefallen. Wer auch immer die Attribute von Allāh ablehnt, ist in Unglauben gefallen - und diejenigen Attribute, die Allāh und Sein Gesandter genannt haben, sind kein Tashbīh.“ Siehe Mukhtasar al-'Uluww lil 'Aliyy al-Ghaffār lil Albāni [S.65].

Dass der Gesandte Allāhs und seine noblen Gefährten denselben Manhaj hatten, wenn es um die Namen und Attribute von Allāh geht, wird allein schon dadurch klar, dass sie uns diese Verse und Ahadīth überliefert haben, ohne dabei Allāhs Attribute gleich mit denen der Kreation zu setzen, noch sie abseits ihrer offensichtlichen Bedeutung zu interpretierten, noch über das 'wie' der Attribute von Allāh zu sprechen. Der Gesandte Allāhs sagte: „Die besten Menschen sind die von meiner Generation, dann die [Generation], die nach ihnen kommt, dann die, die nach ihnen kommt.“ Bukhāri [6429] und Muslim [2536].

[344] Abu Sa'īd al-Hasan ibn Abi al-Hasan ibn Yasār al-Basri [rahimahullāh] wurde im Jahr 21 nach der Hijra, während dem Khaliphāt von 'Umar ibn al-Khattāb [radiallāhu 'anhu] geboren. Er war einer der größten Gelehrten unter den Tabi'īn. Wāsil ibn 'Atā lernte zunächst von ihm, bevor er sich anfing mit theologischer Rhetorik zu beschäftigen und sich von den Lernzirkeln von al-Hasan al-Basri entfernte - im Endeffekt führte das zu der Bildung der Sekte der Mu'tazilah.

[345] Benannt nach Abu Hasan al-Ash'ari [gest. 324 AH], der zu Beginn ein Mu'tazil war, sich mit der Zeit von diesem Madhab abwandte und mehrere Stufen der Entwicklung durchging, bis er sich schlussendlich den 'Aqīdah der Salaf as-Sālih akzeptierte, siehe al-Bidāyah wan-Nihāyah [11/212] von Ibn Kathīr und das Buch, welches Abu Hasan al-Ash'ari zugeschrieben wird: al-Maqālāt al-Islamiyyin wa Ikhtilaf al-Musallīn [S. 290-298] und auch al-Ibānah. Diejenigen also, die sich heute als Ash'arīs bezeichnen, folgen demnach nicht wirklich dem 'Aqīdah von Abu Hasan al-Ash'ari, den er zum Zeitpunkt seines Todes hatte. Und Allāh weiß es am besten.

[346] Gegründet von Abu Mansūr al-Maturidi [gest. 333 AH] ist Maturidiyyah einer der Sekten der Menschen von 'Ilmul-Kalām [theologischer Rhetorik].

[347] Abū Ja'far Muhammad ibn Jarīr at-Tabarī [gest. 310 AH], der wohlbekannte Historiker und Exeget des Qur'ān. Seine Exegese [Erklärung] des Qur'ān basiert auf qur'ānischen Versen und den Aussagen des Propheten ﷺ, den Gefährten und ihren Schülern. Tafsīr at-Tabarī wird von vielen Gelehrten als die beste von den zur heutigen Zeit verfügbaren Tafasīr gepriesen. Ihre Besonderheit ist, dass er an vielen Stellen seiner Exegese eine eigene Isnād [Kette von Erzählern] vorweisen kann, die von den Gefährten des Propheten ﷺ bis zu ihm selbst reicht. Eine stets empfohlene Tafsīr, die zu einem großen Teil auf der Tafsīr von at-Tabarī aufbaut, ist Tafsīr ibn Kathīr. Sollte man die Möglichkeit haben, sollte man diese Tafsīr lesen. Unter den einfach zu verstehenden, authentischen, zeitgenössische Tafasīr gehören Tafsīr as-Sa'di von 'Abdur-Rahmān ibn Nāsir as-Sa'di und Tafsīr Ahsanul Bayān von Salahuddīn Yusuf.

[348] Das Abkommen von Hudaybiyah war ein historisches temporäres Friedensabkommen im Jahr 6 nach der Hijra, zwischen dem Gesandten von Allāh ﷺ und den Quraysh. Es war historisch, da hier zum ersten Mal die Quraysh dazu gezwungen waren die Muslime als eine Entität zu akzeptierten. Das Abkommen ermöglichte den Muslimen zum ersten Mal ohne Angst vor Gewalt in Makkah Da'wah zu geben und machte auch möglich, dass die Muslime unter der Führung des Propheten Muhammed ﷺ ein 'Umrah vollführen konnten, ohne von den ungläubigen Quraysh dabei angegriffen zu werden. Allāh nannte dieses Abkommen aus diesen und vielen andern Gründen einen „klaren Sieg“ in Surah al-Fath [48:1].

[349] vgl. Tafsīr at-Tabarī [13/197]. Dieses Ereignis ist auch in Sahīh al-Bukhāri [2731, 2732] berichtet.

[350] Siehe Tafsīr at-Tabarī [15/227].

[351] Es sollte an diesem Punkt angemerkt werden, dass die deutsche Übertragung bei weitem nicht die Fülle und Tiefe der Bedeutung der Namen Allāhs darstellen kann. Für ein besseres und umfassenderes Verständnis dieser für die Muslime überaus wichtigen Namen, sollten die speziell dafür geschriebene Bücher konsultiert werden.

[352] „Alles Lob gebührt Allāh.“

[353] Siehe Lisān al-'Arab [8/7] von Ibn Mundhir.

[354] Tawqifiyyah soll hier bedeuten, dass nichts über Angelegenheiten in der Religion gesagt werden kann, außer dass es für sie Beweise aus den wohlbekannten Quellen der Religion gibt, denn die Religion ist das, was Allāh, der Erhabene, als Religion herabgesandt hat. Im Gegensatz dazu sind die modernen Erfindungen, oder die Bräuche der Menschen erlaubt, bis nicht das Gegenteil bewiesen wurde - beispielsweise, wenn sie gegen einen Aspekt der Religion verstoßen.

[355] Berichtet in Sahīh Bukhāri [2697] und Sahīh Muslim [1718].

[356] Berichtet in Sahīh Muslim [1718]. Diese zweite Überlieferung zeigt, dass auch wenn man selbst nicht derjenige war, der die Innovation in der Religion innovierte, nichts von den Handlungen akzeptiert wird, bis sie nicht in Konformität mit der von Allāh herabgesandten Religion sind.

[357] Wie z.B. die von den fehlgegangenen Sūfis eingeführte Salāt an-Nāriyah, und sie haben auch unzählige andere Gebete innoviert, die keinerlei Grundlage in der Religion haben.

[358] Periodisch wiederkommende Feste, im arabischen: 'Eid, wurden alle vom Propheten abgeschafft und mit den von Allāh angeordneten 'Eid-Festen ersetzt. Anas ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass als der Prophet nach Medina kam, die Leute zwei Tage designiert hatten, in welchen sie feiern würden. So fragte er []: „Was sind diese zwei Tage [für euch]?“ Sie sagten: „Wir würden in der Jahiliyyah [- die vorislamische Zeit der Ignoranz -] an diesen beiden Tagen feiern.“ Der Gesandte Allāhs sagte daraufhin: „Gewiss, Allāh hat sie beide mit Besserem ersetzt: dem Tag ['Eid] von al-Adha und dem Tag ['Eid] von al-Fitr.“ Berichtet von Abu Dāwūd [1134] und an-Nasā'i [1556], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni in Silsilah Ahadīth as-Sahīhah [2021].

Vor allem das Feiern des Geburtstags einer Person, speziell das Feiern des 'Geburtstags' des Propheten , ist auf verschiedenen Ebenen eine schwere Innovation. Eine dieser Ebenen ist, dass man damit den religiösen Festen der Ungläubigen nachahmt, da diese Feste erst entstanden sind, als die Muslime anfingen die Christen darin zu kopieren, wie sie den 'Geburtstag' von 'Īsa ['alaihis salām] feierten. Der Prophet sagte: „Wer auch immer einem Volk nachahmt, so ist er einer von ihnen.“ Berichtet in Sunan Abu Dāwūd [4031], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni.

[359] Für die Details dazu, siehe im Buch Sharh us-Sunnah li Imām Barbahāri die Überlieferung von 'Amr ibn Salamah in der Fußnote zu Punkt 7.

[360] Anas ibn Mālik [radiallāhu 'anhu] berichtet: „Drei Männer kamen zu den Frauen des Propheten , um nach den Anbetungsakten des Propheten zu fragen. Als sie darüber informiert wurden, sahen sie ihre Taten als zu geringfügig an, und deshalb sagte einer von ihnen: „Was mich angeht, so werde ich die ganze Nacht beten und nicht schlafen.“ Und ein anderer sagte: „Ich werde mein ganzes Leben fasten und es nicht brechen.“ Und der dritte von ihnen sagte: „Ich werde mich von Frauen fernhalten und nicht heiraten.“ Der Prophet kam zu ihnen, und sagte: „Seid ihr die Leute die solches-und-jenes gesagt haben? Bei Allāh! Ich bin Allāh mehr ergeben als ihr und ich fürchte Ihn mehr als ihr; dennoch faste ich und breche mein Fasten, ich schlafe und ich heirate auch Frauen. Wer auch immer sich von meiner Sunnah abwendet, der ist nicht von mir.“ Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [5063] und Sahīh Muslim [1401].

[361] Dies ist vor allem dann verboten, wenn man denkt, dass die Ausübung der Anbetungsakte zu diesen bestimmten Zeiten besonders gut ist, oder mehr Belohnung bringt, oder dass es Allāh besonders gefällt etc. Um all dies sagen zu können, braucht man nämlich textuelle Beweise.

[362] Berichtet mit dieser Wortwahl in Sunan Abu Dāwūd [4607], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni.

[363] Berichtet in Sahīh Muslim [1718].

[364] Wie gewöhnliche Muslime mit solchen Nawāqid al-Islam umgehen sollten, kann in den Fußnoten zu Punkt 49 im Buch gefunden werden.

[365] Es ist verboten als einen Akt der Anbetung Abstinenz [hier ist wahrscheinlich sexuelle Abstinenz gemeint] einzuhalten, siehe die Überlieferung berichtet in Sahīh al-Bukhāri [5063] und Sahīh Muslim [1401].

[366] Siehe al-I'tisām [2/37] von Imām ash-Shātibi.

[367] Siehe Jāmi' al-Uloom wal-Hikam [S.233].

[368] Berichtet in Sahīh Bukhāri [2010] - 'Abdur-Rahmān 'Abdul-Qāri berichtet: „Ich ging in einer Nacht im Ramadan mit 'Umar ibn al-Khattāb [radiallāhu 'anhu] raus zur Moschee und die Menschen beteten in verschiedenen Gruppen. Ein Mann betete alleine, oder ein Mann betete mit einer kleinen Gruppe hinter ihm. Da sagte 'Umar: „Ich denke, dass es besser wäre, wenn ich sie [alle] hinter einem einzigen Qāri [Rezitierer] versammeln würde.“ Dann fasste er den Entschluss [es umzusetzen] und versammelte sie hinter 'Ubayy ibn Ka'b. Dann ging ich mit ihm in einer anderen Nacht raus und die Menschen beteten hinter dem Qāri. 'Umar sagte: „Was für eine exzellente Bid'ah das doch ist, aber das Gebet welches sie nicht beten, sondern zu seiner Zeit schlafen, ist besser als das was sie gerade beten.“ Er meinte damit [das Gebet] am Ende der Nacht, denn die Menschen würden [damals] am Anfang [der Nacht] beten.

[369] Die Gelehrten der Sīrā [Biographie des Propheten ] haben die Gefährten aufgezählt, die vom Propheten mit der Niederschrift der Wahy [Offenbarung] beauftragt waren. Sie sind: Abū Bakr as-Siddīq, 'Umar ibn al-Khattāb, 'Uthmān bin Affān, 'Ali bin Abi Tālib, az-Zubayr ibn al-'Awwām, 'Aamir ibn Fuhayrah, 'Amr ibn al-'Aas, 'Ubayy ibn Ka'b, 'Abdullāh ibn al-Arqam, Thābit ibn Qays ibn Shammās, Hanzalah ibn al-Rabī' al-Usaydi, al-Mughīrah ibn Shu'bah, 'Abdullāh ibn Rawāhah, Khālid ibn al-Walīd, Khālid ibn Sa'īd ibn al-'Aas [über den gesagt wird, dass er der erste war der für den Prophet etwas niederschrieb], Mu'āwiyah ibn Abi Sufyān und Zayd ibn Thābit. Vergleiche Zād al-Ma'ād [1/117] von Ibn al-Qayyim [rahimahullāh].

[370] Das Geschah während dem Khaliphāt von Abū Bakr [radiallāhu 'anhu], nachdem im Kampf von al-Yamāmah viele von den Qurrā' [Qur’ānrezitierern] starben. Abū Bakr [radiallāhu 'anhu] entschied, dass der Qur’ān zur Sicherheit schriftlich in einem einzigen Buch niedergeschrieben werden sollte, und alle anderen Gefährten stimmten ihm in dieser Idee zu. Zayd bin Thābit [radiallāhu 'anhu] wurde aufgetragen sich dieser Angelegenheit zu widmen, und obwohl er den Qur‘ān selbst auswendig konnte, würde er eine strikte Methodik implementieren - er würde keinen, die von ihm auswendig gelernten, und von den Menschen niedergeschriebenen Verse in dem Mushaf aufnehmen, bis er nicht zwei Gefährten gefunden hatte, die schwören konnten, dass sie den Vers auf diese Weise auch direkt vom Propheten gehört haben, siehe Sahīh al-Bukhāri [4986] und andere.

[371] 'Aisha [radiallāhu 'anha] berichtet: „In einer Nacht betete der Gesandte Allāhs in der Moschee und die Menschen beteten hinter ihm. In der nächsten Nacht betete er ebenfalls und eine große Anzahl von Menschen kam zusammen. Dann kamen in der dritten und vierten Nacht noch mehr Menschen zusammen, aber der Gesandte von Allāh kam nicht zu ihnen heraus. Er sagte am Morgen: „Ich sah was ihr getan habt, und nichts hielt mich davon ab zu euch herauszukommen, außer dass ich befürchtet habe, dass es [- dieses Gebet -] euch als Pflicht auferlegt wird.“ Und das alles geschah im Ramadan.“ Berichtet in Sahīh al-Bukhāri [1129] und anderen. Nach dem Sterben des Propheten besteht die Gefahr nicht mehr, dass das Tarawīh-Gebet zur Pflicht wird.

[372] Es gibt eine Vielzahl von Überlieferungen, in denen der Prophet explizit den Auftrag gab eine Hadīth niederzuschreiben. Abū Huraira [radiallāhu 'anhu] berichtet beispielsweise, dass der Gesandte Allāhs einmal eine Predigt hielt, und er erwähnte in ihr eine Geschichte, so sagte Abū Shah: „Lass es jemanden für mich niederschreiben, O Gesandter von Allāh.“ So sagte der Gesandte Allāhs : „Schreibt es für Abū Shah nieder.“ Berichtet in Sunan at-Tirmidhī [2667], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni.

[373] Abū Sa'īd al-Khudrī [radiallāhu 'anhu] berichtet, dass der Gesandte Allāhs sagte: „Schreibt nichts von mir nieder, und wer auch immer etwas anderes als den Qur‘ān niedergeschrieben hat, der soll es auslöschen [unkenntlich machen], aber berichtet von mir [von eurem Gedächtnis]- denn darin ist kein Übel.“ Berichtet in Sahīh Muslim [3004]. Den Gefährten wurde es also verboten Ahadīth niederzuschreiben, aus Angst, dass sie es mit dem Qur‘ān vermischen könnten. Sie sollte die Hadīth lieber auswendig lernen und auf diese Weise weiterberichten. Dass es Ausnahmen zu dieser Regel gab, ist wohlbekannt. 'Abdullāh ibn 'Amr ibn al 'Aas [radiallāhu 'anhu] berichtet: „Ich pflegte alles aufzuschreiben was ich vom Gesandten Allāhs ﷺ hören würde. Ich strebte danach es [auf diese Weise] auswendig zu lernen. Die Quraysh verboten es mir; sie sagten: „Schreibst du alles auf was du hörst, wo doch der Gesandte von Allāh ﷺ ein Mensch ist - er spricht wenn er wütend, und wenn er zufrieden ist?“ - so hörte ich auf zu schreiben. Ich erwähnte dies gegenüber dem Gesandten Allāhs ﷺ, so zeigte er mit seinem Finger in Richtung seines Mundes, und sagte: „Schreib; denn [ich schwöre] bei Ihm, in Wessen Hand meine Seele ist: nichts kommt hier raus, außer die Wahrheit.“, berichtet in Abū Dāwūd [3646], als Sahīh klassifiziert von Sheikh al-Albāni [rahimahullāh].

[374] Der Prophet sagte: „Dieses Wissen wird von den Vertrauenswürdigen jeder Generation getragen. Sie werden davon die Änderungen derjenigen ausstoßen, die die Grenzen überschreiten, und die falschen Anschuldigungen der Lügner, und die falschen Interpretationen der Unwissenden.“ Dies ist berichtet von al-Bayhaqi in Sunan al-Kubrā [20310, 10/209], Ibn Abi Hātim in al-Jarh wa-Ta'dīl [2/17] und Ibn 'Abdul-Barr in at-Tamhīd [1/57-58], von der Hadīth von Ibrahīm Ibn 'Abdur-Rahmān al-'Udhari [radiallāhu 'anhu]. Authentifiziert von Imām Ahmad, wie es in Sharaf Ashābil Hadīth [S.27] von al-Khatīb al-Baghdadi vorkommt, und von Sheikh al-Albāni in al-Mishkāt [248], der die Hadīth als Sahīh klassifizierte.

[375] Berichtet mit dieser Wortwahl von Imām Ahmad in seiner Musnad [1/435, 465] und ad-Dārimi [1/67]. Berichtet mit einer ähnliches Wortwahl in Ibn Mājah [11] von der Hadīth von Jābir ibn 'Abdullāh [radiallāhu 'anhu], als Sahīh klassifiziert von al-Albāni.

[376] „...so hütet euch vor neu innovierten Angelegenheiten, denn sie sind Irreführung, und nehmt meine Sunnah und die Sunnah der rechtgeleiteten Khaliphen nach mir - haltet daran mit euren Backenzähnen fest.“ Berichtet al-'Irbād ibn Sāriyah [radiallāhu 'anhu] in Musnad Imām Ahmad [16692], Abu Dāwūd [4607], at-Tirmidhī [2676], Ibn Mājah [42] und anderen, als Sahīh klassifiziert von al-Albāni.

[377] Berichtet von 'Abdullāh ibn al-'Amr ibn al-'Aas [radiallāhu 'anhu], siehe Sahīh al-Bukhāri [100] und Sahīh Muslim [2673].

[378] Das geschah, als die Kinder Israels von Mūsa ['alaihis salām] über das Meer gebracht wurden und sie einem Volk begegneten, welches intensiv ihre selbstgemachten Götzen anbeten würde. Als sie das sahen, sagten sie: „O Mūsa, mache für uns einen Gott, so wie sie Götter haben.“

[379] Berichtet in Sunan at-Tirmidhī [2180], Musnad Imām Ahmad [21900] und Mu'jam al-Kabīr [3/275, 3291] von at-Tabarāni, als Sahīh klassifiziert von al-Albāni. Die Wortwahl ist von at-Tabarāni.

Hiermit ist das Ende des Buches erreicht, und möge Frieden und Segen Allāhs auf dem Propheten Muhammed sein, seiner Familie, seinen Gefährten, und wer auch immer ihnen bis zum Tag der Auferstehung folgt.

والحمد لله رب العالمين