Der Islam – die Lösung des Rassismus

Kurzbeschreibung

Dies ist eine Botschaft Malcolm X’ an die Welt, um das Problem des Rassismus zu lösen. Denn wenn die Menschen den Islam verstehen, werden sie die Lösung dieses Problems erkennen.

Download
Schicke eine Anmerkung zu einem Verantwortlichen der Seite

Details

 Die Welt muss unbedingt lernen, den Islam zu verstehen, damit Menschen aus der ganzen Welt als Gleiche unter Gleichen zusammenkommen

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

Die Welt muss unbedingt lernen, den Islam zu verstehen, damit Menschen aus der ganzen Welt als Gleiche unter Gleichen zusammenkommen

Mekka schien mir so alt wie die Zeit selbst zu sein, als wir es erreichten. Wir fuhren langsam durch die gewundenen Straßen, die auf beiden Seiten von Läden gesäumt waren und voll gestopft mit Bussen, Autos und Lastwagen. Zehntausende von Pilgern aus der ganzen Welt beherrschten das Stadtbild. [...]

 Ich nahm meine Sandalen in die Hand und folgte dem Mutawif.

Dann sah ich die Kaaba, ein riesiges schwarzes Steinhaus inmitten der Großen Moschee. Sie wurde von Tausenden und Abertausenden von betenden Pilgern beiderlei Geschlechts und jeder Größe, Gestalt, Hautfarbe und Rasse aus aller Welt umschritten. Das Gebet, das gesprochen wird, wenn die Augen des Pilgers zum ersten Male die Kaaba wahrnehmen, war mir bekannt. Übersetzt lautet es: "Oh Gott, Du bist der Friede, und Frieden geht aus von Dir. So empfange uns, Gebieter, in Frieden."

Ich fühlte mich dort im Hause Gottes wie benommen. Mein Mutawif führte mich in die Menge betender, singender Pilger, die sieben Mal die Kaaba umrundeten. Einige gingen durch ihr hohes Alter gebeugt und waren voller Runzeln. Dies war ein Anblick, der sich tief ins Bewusstsein einprägte. Ich sah behinderte Pilger, die von anderen getragen wurden, Gesichter von wieder anderen waren in ihrem Glauben verzückt. Nachdem ich das siebte Mal herumgegangen war, kniete ich mich nieder, beugte meinen Kopf bis auf den Boden und betete zwei Rak'a. Bei der ersten Verbeugung betete ich den Koranvers "Sprich: Er ist Gott, der Einzige"; bei der zweiten Verbeugung "Sprich: Oh ihr Ungläubigen! Ich verehre nicht das, was ihr verehret..." [...]

 Schließlich erhoben wir unsere Hände im Gebet und in Danksagung und wiederholten Allahs Worte:

 "Es gibt keinen Gott außer Allah. Es gibt niemanden neben ihm. Sein sind die Macht und die Herrlichkeit. Alles Gute kommt durch Ihn, und Er hat Macht über alle Dinge." [...]

Ich wusste nur, was ich in Amerika zurückgelassen hatte, und in welchem Kontrast es stand zu dem, was ich in der islamischen Welt vorgefunden hatte. Mit ungefähr zwanzig anderen Muslimen, die ebenfalls die Hadsch beendet hatten, saß ich in einem riesigen Zelt auf dem Berg Arafat. Als Muslim aus Amerika stand ich im Mittelpunkt des Interesses. Sie fragten mich, was mich an der Hadsch am meisten beeindruckt hatte, wobei einer für die anderen übersetzte. Meine Antwort auf diese Frage war sicher nicht die, die sie erwartet hatten, aber sie brachte genau auf den Punkt, worum es mir ging.

Ich sagte: "Die Brüderlichkeit! Dass Menschen aller Rassen und Hautfarben aus der ganzen Welt als Gleiche unter Gleichen zusammenkommen! Das war für mich der Beweis für die Macht des Einen Gottes."

Vielleicht war es nicht besonders taktvoll von mir, aber ich nutzte die Gelegenheit, ihnen auf die Schnelle eine kurze Predigt über die Geißel des Rassismus in den Vereinigten Staaten zu halten.

 Das machte starken Eindruck auf meine Zuhörer.

Ihnen war durchaus bekannt, dass die Lage der Schwarzen in Amerika “nicht besonders gut war“, aber es war völlig neu für sie zu hören, dass die Schwarzen unter menschenunwürdigen Verhältnissen leben mussten, die sie seelisch verstümmelten. Meine Zuhörer, alles Menschen aus den verschiedensten Erdteilen, waren zutiefst erschüttert. Als Muslime empfanden sie ein starkes Mitgefühl für alle Unterdrückten und verfügten über einen ausgeprägten Sinn für Wahrheit und Gerechtigkeit. Und durch das, was ich ihnen während unseres Gesprächs gesagt hatte, konnten sie sehen, nach welchen Maßstäben ich alles beurteilte - dass nämlich der Rassismus für mich das explosionsträchtigste und bösartigste Übel auf der Welt ist, in dem sich die Unfähigkeit der Geschöpfe Gottes zeigt, als Gleiche unter Gleichen zu leben, vor allem in der westlichen Welt.

Ich habe seitdem oft darüber nachgedacht, dass ich in dem Moment, in dem ich mich hinsetzte, um Briefe zu schreiben, nur Gedanken niederschrieb, die sich längst schon in meinem Unterbewusstsein geformt hatten. Die positiven Einflüsse der Farbenblindheit der religiösen Gemeinschaft der islamischen Welt und der Farbenblindheit der menschlichen Gesellschaft der islamischen Welt hatten jeden Tag eine größere Wirkung und eine wachsende Überzeugungskraft auf meine bisherige Denkweise ausgeübt. [...]

Ich war sogar über mich selbst verwundert, obwohl es ähnliche Entwicklungen auch schon vor diesem Brief in meinem Leben gegeben hatte. Mein ganzes bisheriges Leben bestand aus einer Aufeinanderfolge von Veränderungen. Es folgt, was ich in dem für die Presse bestimmten Brief schrieb... es kam von ganzem Herzen:

"Nie zuvor habe ich eine derart aufrichtige Gastfreundschaft und einen derart überwältigenden Geist wahrer Brüderlichkeit erlebt, wie sie mir von Menschen aller Hautfarben und Rassen hier im Heiligen Land, dem Lande Abrahams, Muhammads und all der anderen Propheten der Heiligen Schriften, entgegengebracht wurden. Während der ganzen vergangenen Woche war ich sprachlos und völlig fasziniert von der Freundlichkeit, die ich überall um mich herum an Menschen aller Hautfarben beobachten konnte.

 Mir ist die Segnung zuteil geworden, die Heilige Stadt Mekka zu besuchen.

Geführt von einem jungen Mutawif namens Muhammad habe ich die Kaaba siebenmal umschritten. Ich habe Wasser aus der Heiligen Quelle Semsem getrunken, bin siebenmal zwischen den Hügeln AI-Safa und AI-Marwah hin und her gewandert. In der uralten Stadt Mina und auf dem Berg Arafat habe ich meine Gebete zu Allah gesprochen.

 Dort waren Zehntausende von Pilgern aus der ganzen Welt.

 Unter ihnen waren alle Hautfarben vertreten, von blauäugigen Blonden bis zu schwarzhäutigen Afrikanern. Aber wir nahmen alle am selben Ritual teil und verbreiteten einen Geist der Einheit und der Brüderlichkeit, wie ich ihn nach meinen Erfahrungen in Amerika zwischen Weißen und Nichtweißen für unmöglich hielt.

Amerika muss unbedingt lernen, den Islam zu verstehen, weil er die einzige Religion ist, die in der Lage wäre, das Rassenproblem dieser Gesellschaft zu beseitigen. Während meiner Reisen in der islamischen Welt habe ich Menschen getroffen, habe mit ihnen gesprochen und sogar mit ihnen gegessen, die man in Amerika als "weiß" bezeichnen würde - aber ihr islamischer Glaube hatte alles, was wir als "weiße" Haltung kennen, aus ihrem Geist entfernt. Ich habe niemals zuvor erlebt, dass Menschen aller Hautfarben gemeinsam eine derart aufrichtige und wahre Brüderlichkeit praktizieren können, ohne dass die Hautfarbe eine Rolle spielte.

 Vielleicht werden Sie erschüttert sein, diese Worte aus meinem Munde zu hören.

 Aber was ich auf dieser Pilgerfahrt gesehen und erfahren habe, hat mich dazu gebracht, viele meiner bisherigen Denkschemata zu verändern und einige meiner früheren Schlussfolgerungen über Bord zu werfen. Das ist mir nicht allzu schwer gefallen. Trotz meiner festen Überzeugungen bin ich immer ein Mensch gewesen, der versucht, den Tatsachen ins Auge zu sehen und die Realität des Lebens zu akzeptieren, wie sie sich durch neue Erfahrungen und neues Wissen entwickelt. Ich habe mir immer einen offenen Geist bewahrt, der notwendig ist für eine innere Beweglichkeit, die Hand in Hand gehen muss mit jeder Form der vernünftigen Suche nach der Wahrheit.

Während der vergangenen elf Tage hier in der islamischen Welt habe ich vom selben Teller gegessen, aus dem selben Glas getrunken und im selben Bett geschlafen (oder auf dem selben Teppich) und zum selben Gott gebetet wie meine muslimischen Glaubensbrüder mit ihren blauen Augen, blonden Haaren und ihrer weißen Haut. In den Worten und Taten der 'weißen' Muslime war dieselbe Aufrichtigkeit zu spüren, wie ich sie unter den schwarzen Muslimen aus Nigeria, dem Sudan und Ghana empfand.

 Wir waren wahrhaftig alle gleich (Brüder), weil der Glaube an den Einen Gott alles 'Weiße' aus ihrem Geist entfernt hatte, aus ihrem Verhalten und aus ihrer Gesinnung.

Daran wurde mir deutlich, dass die Weißen in den Vereinigten Staaten, wenn sie die Einzigartigkeit Gottes akzeptieren könnten, dann vielleicht auch in der Realität die Einzigartigkeit der Menschheit akzeptieren könnten - und aufhören würden, andere aufgrund ihrer 'Verschiedenartigkeit' in der Hautfarbe zu bewerten, zu behindern und zu verletzen.

Da der Rassismus die USA plagt wie ein unheilbares Krebsgeschwür, sollten die Herzen der so genannten 'christlichen' weißen Amerikaner empfänglicher sein für eine bewährte Lösung eines derart destruktiven Problems. Vielleicht ist es noch nicht zu spät, und die USA könnten vor der drohenden Katastrophe gerettet werden. Es geht um dieselben Kräfte der Zerstörung, die der Rassismus über Deutschland gebracht hat und die schließlich auch die Deutschen in die Katastrophe führten.

 Mit jeder Stunde hier im Heiligen Land konnte ich tiefere Einsichten in das gewinnen, was in den USA zwischen Schwarzen und Weißen passiert.

Man kann den Schwarzen in Amerika für ihren Rassenhass keine Schuld zuweisen - sie reagieren nur auf vierhundert Jahre bewusster Rassendiskriminierung von Seiten der Weißen. Da der Rassismus die USA aber in den Selbstmord treibt, glaube ich nach den Erfahrungen, die ich mit den Weißen der jüngeren Generation in den Colleges und Universitäten gemacht habe, dass sie die Zeichen der Zeit begreifen werden und sich dem spirituellen Weg der Wahrheit zuwenden werden. Er ist der einzige Weg, der Amerika noch geblieben ist, um die Katastrophe abzuwenden, in die der Rassismus unweigerlich führen muss. [...]

Gelobt sei Allah, Gebieter über alle Welten.

Deine Meinung