Kurzbeschreibung

Die islamische Brüderlichkeit und ihr Nutzen : Warum soll ein Muslim seinen Bruder lieben, welchen Lohn gibt Allah seinen sich liebenden Dienern und welchen Nutzen haben der Islam und die Muslime davon? Diese und weitere Fragen werden im ersten Teil dieser Predigt beantwortet.

Details

Teil1

Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Allah machte die Gäubigen zu liebenden Brüdern in der Religion. Und ich bezeuge, aufrichtig und mit Gewissheit, dass nichts und niemand würdig ist verehrt zu werden aer Allah, alleinig und ohne Partner, und ich bezeuge, dass Mohammed, der aufrichtige und vertrauenswürdige, Friede und Segen Allahs auf ihm, Sein Diener und Gesandter ist; mِöge Allahs Segen auf Ihm sein, seiner Familie, seinen Gefährten, und denjenigen, die ihnen rechtschaffend folgen bis zum letzten Tage.

Im Bezug auf folgendes: Oh Leute! Fürchtet Allah, den Höchsten, und wisset, dass Brüderlichkeit in der Religion einen höِheren Rang einnimmt als die verwandschaftliche Brüderlichkeit. Gewiss Allah befielt die Brüderlichkeit zwischen den Gläubigen und Muslimen, sogar wenn ihre Abstammung sich unterscheidet und ihre Länder weit voneinander entfernt sind.

Allah, der Hِöchste sagt: Die Gläubigen sind ja Brüder.“ [Sura Al-Hugurat:10]

Und Er befahl im Gegensatz zu den Kuffar zu handeln, egal wie dicht Ihre Abstammungen sind. Er, der Höِchste, sagt:

O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht eure Väter und eure Brüder zu Beschützern, wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen. Und diejenigen von euch, die sie zu Beschützern nehmen - das sind die Ungerechten.“ [Sura At-Tauba:23]

Und es gibt großartige Rechte und noble Nutzen für diese Brüderlichkeit zwischen den Muslimen und Gläubigen. Allah und Sein Gesandter, Friede und Segen Allahs auf ihm, haben diese im Qur’an und der Sunnah klar gestellt. Es ist eine Pflicht diesen Quellen zu folgen und nach diesen zu leben, und es ist nicht zulässig diese zu missachten und zu verwahrlosen. Aus diesen Rechten und Nutzen geht die Pflicht hervor zwischen den Muslimen zu schlichten, wenn zwischen ihnen Differenzen und Streitigkeiten, oder Feindschaften und Trennungen aufkommen.

Er, der Höchste, sagt: Und wenn zwei Gruppen der Gläubigen einander bekämpfen, dann stiftet Frieden zwischen ihnen; wenn jedoch eine von ihnen sich gegen die andere vergeht, so bekämpft diejenige, die im Unrecht ist, bis sie sich Allahs Befehl fügt. Fügt sie sich, so stiftet in Gerechtigkeit Frieden zwischen ihnen und seid gerecht. Wahrlich, Allah liebt die Gerechten. Die Gläubigen sind ja Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren Brüdern und fürchtet Allah, auf daß euch Barmherzigkeit erwiesen werde.“ [Sura Al-Hugurat:9-10]

Auch von den Rechten, die die Muslime und Gläubigen gegenseitig haben ist, die Gegenseitige Ehre zu respektieren, und davon abhalten jemanden unterzustufen. Er, der Höِchste, sagt:

„O ihr, die ihr glaubt! Lasst nicht eine Schar über die andere spotten, vielleicht sind diese besser als jene; noch (lasset) Frauen über (andere) Frauen (spotten), vielleicht sind eben diese besser als jene. Und verleumdet einander nicht und gebt einander keine Schimpfnamen. Schlimm ist die Bezeichnung der Sündhaftigkeit, nachdem man den Glauben (angenommen) hat, Und wer nicht bereut, das sind die Ungerechten.“ [Sura Al-Hugurat:11]

Allah, der Ruhmvolle, verbietet den Männern und den Frauen sich untereinander zu verspotten, denn es köِnnte sein, dass diejenigen, die verspottet werden besser sind als die, die verspotten. Denn Verspottung strahlt nichts anderes aus als Schwäche. Und Allah verbot Al Lumz (Beschimpfung), und Er verbot jemand anderes mit Alqaab (Spitznamen) zu beleidigen, und dies ist das Rufen einer Person mit einem Spitznamen, nachdem die Person nicht benannt ist, und al Laqb ist, was eine Person verletzt, wenn sie es hِört. Einige der Mufasiruun sagten, dass folgende Ausdrücke dazu gehِren: „Yaa Faasiq“ (Oh Sünder), „Ya Kalb“ (Oh Hund), „Yaa Himaar“ (Oh Esel). Und gewiss Verspottung und Beschimpfung und Beleidigungen mittels Spitznamen werden von Allah als Sünden bezeichnet, und dies ist ein Beweis für Ihre Widerlichkeit und Hässlichkeit, und es ist ein Beweis für die Pflicht Abstand von diesen zu halten.

Und von den Rechten der Brüderlichkeit unter den Muslimen und Gläubigen ist, dass sie ungerechtfertigte Verdächtigungen in Ihren Angelegenheiten unterlassen, und es ebenfalls unterlassen sich gegenseitig auszuspionieren und zu verleumden. Allah, der Höchste, sagt:

"O die ihr glaubt, meidet viel von den Mutmaßungen; gewiss, manche Mutmaßung ist Sünde" [Sura Al-Hugurat:12]

Und dies ist die Ahlul Khair des schlechten zu verdächtigen. "...und sucht nicht (andere) auszukundschaften..."  [Sura Al-Hugurat:12]

At Tajassus (Auskundschaften/Spionieren) ist das suchen nach den Fehlern anderer. Allah hat es verboten nach den versteckten Fehler und Schwächen zu suchen.

„... und führt keine üble Nachrede übereinander...“ [Sura Al-Hugurat:12]

 Der Gesandte Allahs, Friede und Segen Allahs auf Ihm, erklärte al Gheebah (Verleumdung) als das Erwähnen eines Bruders in einer Art und Weise, die er nicht mag. Und es gibt Ijmaa’[1], dass al Gheebah durch ein strenges Verbot untersagt wurde. Und Allah verglich es mit dem Essen des Fleisches eines toten Bruders. Er, der Höchste, sagt:

„...Möchte denn einer von euch gern das Fleisch seines Bruders, wenn er tot sei, essen? Es wäre euch doch zuwider. Fürchtet Allah. Gewiß, Allah ist Reue-Annehmend und Barmherzig. [Sura Al-Hugurat:12]

Und aus dieser Brüderlichkeit des Islams und Imans, ist das gegenseitige Helfen in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit, das gegenseitige Helfen im erreichen von Gutem und das Entfernen von Schändlichem. Er, der Höchste, sagt:

Helft einander zur Güte und Gottesfurcht, aber helft einander nicht zur Sünde und feindseligem Vorgehen.“ [ Al-Ma'ida:2]

Und der Gesandte Allahs, Friede und Segen Allahs auf ihm, sagte: "Das Gleichnis der Gläubigen in ihrer gegenseitigen Freundschaft und Barmherzigkeit sowie ihrem Mitgefühl füreinander ist wie der Köِrper eines Menschen: Wenn ein Glied leidet, so leidet der ganze Kِörper an Schlaflosigkeit und Fieber."[2]

Somit ist der Muslim erfreut über die Glückseligkeit seines Bruders und verletzt über den Schmerz seines Bruders. Und von den Rechten dieser Brüderlichkeit des Islams und Imans ist das Geben von Ratschlägen zwischen den Muslimen und das Gebieten des Guten und das Verbieten des Schlechten. Er, der Höchste, sagt:

Und die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Beschützer: Sie gebieten das Gute und verbieten das Verwerfliche und verrichten das Gebet und entrichten die Zakah und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird. Wahrlich, Allah ist Erhaben, Allweise.“ [Sura At-Tauba:71]

Und der Prophet, Friede und Segen Allahs auf ihm, sprach dreimal: "Der Glaube ist, rat zu geben (Naseeha)." Wir sagten: "Zu wem?" Er sagte: "Zu Allah und Seinem Buch, und Seinem Gesandten, und zu den Führern der Muslime und den Muslimen."[3]

Und von den Rechten dieser Brüderlichkeit des Islams und Imans ist, dass der Mu’min für seinen Bruder das liebt, was er für sich selbst liebt, wie der Gesandte, Friede und Segen Allahs auf ihm, sagte: "Keiner von euch ist gläubig, bis er für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht."[4]

Was gemeint ist, ist die religiöse Liebe und nicht die sündhafte Liebe, gewiss diese ist für Menschen, die das Schlechte lieben. Also ist es Pflicht für den Mu’min für seinen Bruder das zu lieben, was er für sich selbst an Gutem und Nutzen wünscht. Und wer immer auch für seinen Bruder nicht das liebt, was er für sich liebt, ist neidisch, und Neid ist eine Schande. Wa'l hamdu Lillahi Rabbi'l Aalamiin

Al Khutab Al Minbariyyah, Band 4

 


[1] Übereinstimmung der Gelehrten

[2] Berichtet von Al-Bukhari und Muslim. Siehe auch Riyyad us Salihin, Hadith Nr. 224

[3] Berichtete von Muslim

[4] Berichtet von Al-Bukhari und Muslim

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