Die geistige Ausbildung von Kindern

Mufti : Muhammad Salih Al-Munajjid

Revision und Korrektur: Farouk Abu Anas

Kurzbeschreibung

Frage: Ich habe ein junges Kind, das drei Jahre alt ist, und ich möchte den Glauben in sein Herz einflößen. Was sollte ich tun?

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Details

    Die geistige Ausbildung von Kindern

    التربية الإيمانية للطفل

    ]ألماني - [Deutsch - German

    Von:

    Scheikh Muhammad Salih al–Munajjid

    الشيخ محمد صالح المنجد

    Quelle:

    Islam-qa.com

    المصدر:

    الإسلام سؤال وجواب

    Übersetzt von

    G.Y.

    Kooperatives Da'wa-Büro in Rabwah/Riyadh (Saudi-Arabien)

    1431-2010

    Der Islam für Alle zugänglich!

    بســم الله الرحمن الرحيـم

    Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

    Die geistige Ausbildung von Kindern

    Frage:

    Ich habe ein junges Kind, das drei Jahre alt ist, und ich möchte den Glauben in sein Herz einflößen. Was sollte ich tun?

    Antwort:

    Alles Lob gebührt Allah.

    Ein Kind, welches drei Jahre alt ist, sollte seine Mutter und seinen Vater beten sehen und er sollte sie beim Qur’an–Rezitieren hören, denn wenn ein Kind hört, wie seine Eltern und Geschwister den Qur’an rezitieren und täglich die Erwähnungen (Dhikr) wiederholen, ernährt dies seine Seele und bringt sein Herz zum Leben, so wie der Regen Leben in ein trockenes, unfruchtbares Land bringt. Dies ist so, weil wenn ein Kind hört, wie seine Eltern Allah gedenken, und sie Ihn anbeten, dann hat dies einen Effekt auf seine eigenen Worte und Handlungen.

    Ein Beispiel dafür ist die folgende Geschichte von einem jungen Mädchen:

    Ihre Mutter beendete die Gebetswaschung (Wudu) und ihre drei Jahre alte Tochter wusch, ihre Mutter nachahmend, ihr Gesicht und ihre Hände, hob daraufhin ihren Zeigefinger „Laa ilaaha illa llah“ sagend. Dies zeigt, dass das kleine Mädchen ihre Mutter beobachtet hatte und festgestellt hat, dass es einen spezifischen Dhikr gibt, der nach dem Wudu gesagt werden sollte.

    In einer anderen Geschichte machte eine Mutter eines Tages die Sunna vom Wudu (indem sie abschließend „Laa ilaaha illa llah“[1] sagte), wonach sie aufstand, um ihre Hausarbeit zu beenden… Ihre Tochter hatte sich daran gewöhnt ihre Mutter nach dem Gebet sitzen zu sehen, bis sie mit dem Aufsagen der Erwähnungen, die nach dem Gebet gesagt werden sollten, fertig war und sie stellte fest, dass ihre Mutter direkt nach dem Sunna–Gebet aufgestanden war, so sagte sie zu ihr: „Wieso bist du aufgestanden bevor du ‚Astaghfiru llah’ gesagt hast?“[2] Diese Einstellung zeigt, wie genau Kinder ihre Eltern beobachten.

    Der Mensch ist der Krankheit und dem Leiden ausgesetzt und ein Kind kann (somit auch) krank werden. (Wenn dies der Fall ist) so sollte seine Krankheit eine Möglichkeit sein, seine Beziehung zu Allah zu stärken und ihn den Wert von bester Gesundheit erinnern zu lassen. Und dies ist der Segen von Allah und das ist das, wofür wir Ihm danken müssen, da der Mensch keine Macht und Stärke hat, außer durch seinen Herrn. Wenn ihm Medizin gegeben wird oder er zum Krankenhaus gefahren wird, sollten wir ihm erzählen, dass die Heilung von Allah kommt, aber dies Mittel sind, welche Allah uns gegeben hat. Dann sollten wir sie an Ruqya[3] gewöhnen, wie es in der Schari’a beschrieben ist. Wir sollten ihm von den Beispielen der Propheten erzählen und wie sie die notwendigen Mittel nahmen und ihr Vertrauen auf Allah setzten, so wie in der Geschichte von Ayyub, möge Friede auf ihm sein, und seiner Krankheit, und der Geschichte von Yaqub, möge Friede auf ihm sein, als er seinen Söhnen sagte, dass sie von verschiedenen Toren eintreten sollen und dass es ihnen gegen Allah überhaupt nichts nützen würde, und wie er diese Angelegenheit Allah überließ. Allah sagt uns, dass Yaquub sagte (was sinngemäß bedeutet):

    „Und er sagte: ‚O meine Kinder, geht nicht (alle) durch ein einziges Tor hinein, sondern geht durch verschiedene Tore hinein. Ich kann euch gegen Allah nichts nützen. Das Urteil ist allein Allahs. Auf ihn verlasse ich mich; und auf ihn sollen sich diejenigen verlassen, die sich (überhaupt auf jemanden) verlassen (wollen).’*“ [ Sura Yusuf (12) : 67]

    Eines der wichtigsten Dinge ist, die Kinder zu erinnern nach Belohnung zu suchen und Krankheit und medizinische Behandlung mit Geduld zu ertragen. Ein kleines Mädchen erinnerte ihre Mutter, die Krankheit, welche die Ärzte als chronisch beschrieben, mit Geduld zu ertragen. Dies war laut den ‚menschlichen’ Ärzten so, aber die Heilung ist in der Hand von Allah. Die Mutter erinnerte sich daran, dass dieses Kind zweimal am Tag Medizin zu sich nehmen musste und ihre Mutter erinnerte sie immer daran nach Belohnung zu suchen. Eines Tages sagte dieses kleine Mädchen zu ihrer Mutter: „Ich werde Belohnung bekommen, weil ich diese Medizin nehme.“ Sie sagte dies, da sie stolz auf diese Belohnung war und auf die Belohnung, die ihre Familie und Geschwister erhalten würden.

    Aus dem Buch Ummahat Qurb Abna’ihinna, S. 21.

    (Frage Nr.: 22950)

    Quelle: www.islam-qa.com & www.fataawa.de/

    Kooperatives Da'wa-Büro in Rabwah (Riyadh)

    www.islamhouse.com

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    [1] Vollständig heißt es „Asch-hadu an-laa Ilaaha illAllah wahdahu laa scharieka la, wa asch-hadu anna Muhammadan ’abdahu wa rasuluhu.“ (Verzeichnet in Sahih Muslim, 1/209).

    [2] Bemerkung: Wir möchten hier darauf hinweisen das die überlieferten Erwähnungen nach dem Pflichtgebet gesprochen werden und nicht nach dem darauf folgenden Sunna – Gebet.

    [3] Mit Ruqya wird die Rezitation des Qur’aan als Heilmittel gemeint, wie es auch in zahlreichen Überlieferungen zu finden ist.

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