Religiöse Erscheinungen der Dschahiliya ()

 

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 Religiöse Erscheinungen der Dschahiliya

 Vorwort

Das Lob gebührt Allah; wir preisen Ihn, suchen Seine Hilfe und Seine Vergebung; Und wir suchen Zuflucht bei Allah vor dem Übel unserer selbst und unserer bösen Taten. Wen Allah rechtleitet, der kann nicht irregeführt werden, und wen Allah irregehen lässt, der kann nicht geleitet werden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, einzig, ohne Partner und ich bezeuge, dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist.

Vor Euch ist die deutsche Übersetzung eines klassischen Werkes von einem der großen Gelehrten der Vergangenheit: Schaikh ul-Islam Muhammad Ibn Abd il-Wahhab (rahimahullah). Das Buch Masa’il ul-Dschahiliya (Religiöse Erscheinungen in der Zeit der Unwissenheit) ist eine aus wenigen Seiten bestehende kurze Abhandlung, die eine zusammengefasste Liste von einhundertachtundzwanzig Punkten darstellt. Jeder Punkt beschreibt eine religiöse Erscheinung in der Zeit der Unwissenheit, gegen die sich der Islam stellt.

Es gibt einige Quelltexte dieser Abhandlung, die sich in der Anordnung und in der Anzahl der Punkte unterscheiden. Beispielsweise erwähnt Schaikh ’Abdur-Rahman Ibn Hasan Aali Schaikh in Fat’h ul-Madschid (Seite 310), dass sie aus 120 Punkten besteht. Andere Quellen wie Ad-Durar sprechen von 127 Punkten. Dennoch wurde die Textform einige Male zu verschiedenen Anlässen mit 128, 129 und 131 Punkten gedruckt. Unsere Übersetzung stützt sich auf eine Broschüre, die uns von einem unserer Brüder aus Jemen gegeben wurde. Diese Broschüre wurde von Dar Al-Watan in Riad/Saudi Arabien gedruckt und kostenlos verteilt. Dieser Text beinhaltet 128 Punkte.

Ich bitte Allah darum, das Verständnis dieser Abhandlung in die Herzen meiner Geschwister zu legen und uns alle bis zum Tode auf dem wahren und richtigen Pfad zu leiten. Und bei Allah ist die Rechtleitung.

Azad Ibn Muhammad al-Kurdy


 Einleitung

Das Thema dieser Abhandlung ist von großer Bedeutung, denn die religiösen Erscheinungen der Tage der Unwissenheit haben bis zur Gegenwart nicht aufgehört zu wirken. Die Menschen, welche zu diesen irregeleiteten Glaubensvorstellungen und seinen Ausübungen rufen, sind viele. Unter diesen sind die Neuerer und die Leute der Leidenschaften.

Das Wort Masa’il bezieht sich auf die vielfältigen Richtungen der Menschen während der Dschahiliya-Zeit und ihre Glaubensvorstellungen, Taten, Aussprüche, Ausübungen, Ideologien und Bräuche. Das Wort Al-Dschahiliya (Zeit der Unwissenheit) ist ein Ausdruck, der sich auf die vorislamische Zeit bezieht. Es wird von al-Dschahl abgeleitet, das Unwissenheit bedeutet, da die Erscheinungen der Leute der vorislamischen Zeit sich auf keiner Quelle der Rechtleitung stützten oder aus vorhergehenden Offenbarungen stammten, die verdreht und verändert wurden. Deswegen schrieb Allah diese Bezeichnung dieser Zeit zu - als Rüge für das, worauf die Menschen sich in jener Zeit in Glaubensdingen, Taten und Methodologien beruhten. Und jedes Mal, wenn Er diese Zeit in Seinem ruhmvollen Buch erwähnt, verflucht und lehnt Er sie ab, so wie dies in den folgenden vier Versen ersichtlich ist, welche die einzigen Stellen sind, in denen das Wort Al-Dschahiliya im edlen Quran vorkommt:

„…Und ein anderer Teil war schon besorgt um sich; sie denken über Allah, anders als die Wahrheit, mit der Meinung der Dschahiliya…“ [ali-’Imran/3:154]

„Wünschen sie etwa die Richtlinien der Dschahiliya? Und wer ist ein besserer Richter als Allah für ein Volk, das fest im Glauben ist?“ [al-Ma’ida/5:50]

„Und bleibt in euren Häusern und prunkt nicht wie in Zeiten der Dschahiliya und verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakah und gehorcht Allah und Seinem Gesandten.“ [al-Ahzab/33: 33]

„Als die Ungläubigen in ihren Herzen Parteilichkeit hegten - die Parteilichkeit der Dschahiliya…“ [Fath/ 48:26]

Daher wurde die Zeit und die Umgebung, in die der Gesandte Allahs (ﷺ‬) entsandt wurde, auf Unwissenheit errichtet. Es war eine Zeit, in der die Leute der arabischen Halbinsel Statuen und Götzen anbeteten, an verstorbene Menschen Bittgebete richteten, ihre neugeborenen Töchter lebendig vergruben, Stämme Fehden über Jahre durchführten und Besitzer ihre Sklaven sehr hart schlugen. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Rechtleitung und jene, die an den von Allah einst offenbarten Büchern festhielten, hatten diese für einen kleinen weltlichen Vorteil verändert. Deshalb konnten die Menschen zu jener Zeit die Wahrheit nicht von der Lüge unterscheiden, so dass sie zahlreiche Praktiken erfanden und viele Glaubensvorstellungen hielten, für die Allah keine Erlaubnis erließ. Diese Praktiken und Glaubensvorstellungen waren es, mit denen der Gesandten Allahs (ﷺ‬) konfrontiert wurde, als er mit der Leitung und der Religion der Wahrheit kam. Deswegen befahl Allah Seinem Gesandten, sich gegen das zu stellen und dem zu widersprechen, worauf die Ungläubigen in Glaubensdingen und Taten beruhten. Mit Ausnahme dessen, was Er erlaubt hatte, fortzuführen.

Daher war (die Zeit der) Unwissenheit genau das Gegenteil des Islams. Der Autor dieses Buches, Imam Muhammad Ibn Abd ul-Wahhab (rahimahullah), weist auf diesen wertvollen Punkt in der Einleitung seiner Abhandlung hin:

„Denn wenn das Gegenteil einer Sache verstanden wird, kann das Gute dieser Sache ans Licht gebracht werden. Und durch die Darlegung des Gegenteils einer Sache werden die Angelegenheiten ersichtlich.“

Falls jemand somit das Gegenteil einer Sache studiert, was in unserem Fall die religiösen Erscheinungen der Tage der Unwissenheit ist, kann er diese Sache besser würdigen und verstehen, und diese Sache wäre der Islam. Denn die Botschaft des Islam kam, um die falschen und abgewichenen Praktiken und Glaubensarten dieser Leute auszurotten. Daher hoffen wir, dass der Leser besser versteht, woraus der Islam besteht, indem das Gegenteil des Islam - die Tage der Unwissenheit - dargestellt werden.

Obwohl die Tage der Unwissenheit ausschließlich aus Ungläubigen bestanden, sind ihre Glaubensvorstellungen und Praktiken umfassend. Deswegen werden wir gar heute Muslime vorfinden, die an solchen Praktiken und Glaubensformen festhalten, worauf sich die Ungläubigen vor der Ankunft des Islam beruhten. Dennoch begreifen sie nicht und vermischen diese mit dem Islam, während sie denken, diese Glaubensarten und Praktiken wären ein Teil des Islam. Wenn solch eine Person also diese Abhandlung liest, studiert und sieht, dass seine Taten, die er als Teil der Religion sieht - wie z. B. das Beten Richtung Gräber - in Wirklichkeit vom ungläubigen Volk der Tage der Unwissenheit befolgt wurden, so kann er wahrlich die böse Natur dieser Praktiken und Glaubensarten verstehen und sie vermeiden.

Infolgedessen ist dieses Buch bis zum heutigen Tage von äußerster Wichtigkeit, denn viele Erscheinungen der Tage der Unwissenheit, auf denen sich damals die Leute befanden, sind gar bis zum heutigen Tage und in den muslimischen Ländern vorzufinden. Wobei die Sorge sich nicht an die Ungläubigen richtet, sondern eher an Muslime, die blind diese Erscheinungen übernommen haben und sie als Teil der Religion ansehen.

Manche dieser Erscheinungen schließen die blinde Folgsamkeit, das Spalten innerhalb der Religion, das Nicht-Gehorchen einer Person von Autorität, Fanatismus für die eigene Gruppe, die Verwendung der Gräber rechtschaffener Menschen als Orte der Anbetung und das Sprechen über Allah ohne Wissen mit ein. All diese oben erwähnten Erscheinungen sind bis zum heutigen Tage unter den Muslimen vorhanden - und möge Allah uns Zuflucht davor gewähren.

Wir bitten Allah, dass Er den Muslimen, die diese Abhandlung lesen, die Fähigkeit gibt, über diese Erscheinungen der Tage der Unwissenheit nachzudenken, und dass, wenn ihre Taten und Glaubensvorstellungen diesen ähneln, sie diese vermeiden, anstatt zu befolgen. Wahrlich, Er ist der Eine, dem wir vertrauen.

Isma’il Alarcon

23. Mai 2001

(Leicht gekürzte Fassung)


 Religiöse Erscheinungen der Dschahiliya

 (Masa’il-ul-Dschahiliya)

Schaikh ul-Islam Muhammad Ibn Abd ul-Wahhab

Dies sind die Erscheinungen, auf denen die Leute der Zeit der Unwissenheit - sowohl Leute der Schrift (Christen, Juden etc.) als auch jene, die nicht zu den Leuten der Schrift gehören (Atheisten etc.) - beruhen. Der Gesandte Allahs (ﷺ‬) stellte sich gegen diese. Über diese Angelegenheiten sollte jeder Muslim Wissen verfügen, denn wenn das Gegenteil einer Sache verstanden wird, kann das Gute dieser Sache ans Licht gebracht werden. Und durch die Darlegung des Gegenteils einer Sache werden die Angelegenheiten ersichtlich.

Die wichtigste all dieser Erscheinungen (der Zeit der Unwissenheit) und die wohl gefährlichste war die Abwesenheit von Glauben (Iman) in den Herzen an das, womit der Gesandte Allahs (ﷺ‬) entsandt wurde. Und wenn man noch zusätzlich dem zustimmt, worauf sich die Leute der Jahiliya befanden, dann wird der entgültige Niedergang erreicht, Allah schütze uns davor, so wie Er sagt:

„Und diejenigen, die an das Falsche glauben und an Allah ungläubig sind – das sind die Verlierenden.“ [al-Ankabut/29:52]

1. Sie verrichteten die Anbetung, während sie rechtschaffene Menschen in ihre Bittgebete und der Anbetung Allahs mit einschlossen. Sie taten dies aufgrund des Wunsches, dass diese (rechtschaffenen Menschen) als Vermittler zwischen ihnen und Allah wirken - dies stützten sie auf ihre Idee, dass Allah dies mochte, und dass jene rechtschaffenen Menschen Ihn liebten. Allah sagt:

„Sie verehren statt Allah das, was ihnen weder schaden noch nützen kann; und sie sagen: ‚Das sind unsere Fürsprecher bei Allah.’“ [Yunus/10:18]

Und Er sagt:

„Und diejenigen, die sich andere zu Beschützern nehmen statt Ihn (, sagen): ‚Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Allah nahe bringen.’“ [az-Zumar/39:3]

Dies war die bedeutendste Angelegenheit, in der der Gesandte Allahs (ﷺ‬) ihnen widersprach. So brachte er Ichlas[1] und teilte mit, dass dies die Religion Allahs ist, mit der alle Gesandten kamen. Und er klärte uns auf, dass keine Tat (von Allah) angenommen wird, außer die, welche mit Ichlas (für Ihn allein) getan wurde. Er (ﷺ‬) verkündete, dass wer auch immer jene Taten verrichtet, welchen sie (die Götzendiener) zustimmen, Allah ihm das Paradies verbieten und sein Endziel das Höllenfeuer sein wird.

Es liegt genau an diesem Aspekt, dass die Menschen in Muslime und Ungläubige getrennt werden. Und aufgrund dessen gibt es Feindschaft (zwischen den beiden). Und genau für diesen Zweck wurde der Dschihad befohlen. Allah sagt:

„Und kämpft gegen sie, damit keine Verführung mehr stattfinden kann und (kämpft,) bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist.“ [al- Anfal/8:39]

 2. Sie spalteten sich innerhalb der Religion in Sekten. Allah sagt:

„Unter denen, die ihren Glauben gespalten haben und zu Parteien geworden sind - jede Partei freut sich über das, was sie selbst hat.“ [ar-Rum/30:32]

Sie haben sich auch aufgrund ihrer weltlichen Angelegenheiten in verschiedene Gruppen gespalten, und sie empfanden diese Tat als richtig. Daher schrieb Allah die Einheit und die Übereinstimmung in der Religion vor, indem Er sagt:

„Er verordnete für euch die Religion, die Er Nuh anbefahl und die Wir dir offenbart haben und die Wir Ibrahim und Musa und ’Isa anbefohlen haben. Nämlich (die), in der Einhaltung der Religion treu zu bleiben und euch deswegen nicht zu spalten.“ [asch-Schura/42:13]

Und Er sagt:

„Mit jenen aber, die zur Spaltung ihrer Religion beitrugen und zu Parteien geworden sind, hast du nichts Gemeinsames.“ [al-An’am/6:159]

Er hat uns verboten, ihnen zu ähneln. Er sagt:

„Und seid nicht wie jene, die gespalten und uneins sind, nachdem die deutlichen Zeichen zu ihnen kamen.“ [ali-’Imran/3:105]

Und Er hat uns verboten, uns innerhalb der Religion in Sekten zu spalten:

„Und haltet insgesamt an Allahs Seil fest, und spaltet euch nicht.“ [ali-’Imran/3:103]

3. Sie hielten daran fest, dass sich das Widersetzen und Nicht-Gehorchen der Autoritätsperson gegenüber etwas Tugendhaftes wäre. Und sie empfanden das Gehorchen und Befolgen als erniedrigend und demütigend. So widersprach der Gesandte Allahs (ﷺ‬) ihnen und befahl Geduld zu bewahren, wenn Unterdrückung durch einen Herrscher erlitten wurde. Er befahl ihnen zu gehorchen und zu folgen,[2] wie auch ihnen einen guten Rat zu geben. Und er (ﷺ‬) sprach ausgiebig über diese Sache, brachte es öfters an den Tag und wiederholte es.

Diese ersten drei Erscheinungen (der Tage der Unwissenheit) wurden zusammengetragen, was vom Propheten (ﷺ‬) in den beiden Sahihs (Buchari und Muslim) überliefert wurde, dass er sagte:

„Wahrlich, Allah ist wohl zufrieden mit euch, wenn ihr drei Dinge einhaltet: 1) Dass ihr nichts außer Allah anbetet und Ihm nichts gleichstellt. 2) Dass ihr alle gemeinsam am Seil Allahs festhaltet und euch nicht in Gruppen aufteilt. 3) Dass ihr demjenigen gute Ratschläge gebt, dem Allah über eure Angelegenheiten die Führung gegeben hat.“ (Verzeichnet in Sahih Muslim Nr. 1715 und in Sahih al-Buchari 3/270)

Es trat kein Schaden in religiösen und weltlichen Angelegenheiten der Menschheit auf, abgesehen dadurch, dass man in diesen drei (ersten) Aspekten oder in einem von ihnen verstieß.

4. Ihre Religion war auf bestimmte Prinzipien aufgebaut. Das größte Prinzip war der Taqlid (blindes Folgen). Dies war daher das größte Prinzip für alle Ungläubigen - für die ersten und die letzten unter ihnen - wie Allah sagt:

„Und ebenso sandten Wir keinen Warner vor dir (Muhammad) in irgendeine Stadt, ohne dass die Reichen darin gesagt hätten: ‚Wir fanden unsere Väter auf einem Weg, und wir treten in ihre Fußstapfen.’“ [az-Zukhruf/43:23]

Und Er sagt:

„Und wenn zu ihnen gesagt wird: ‚Folgt dem, was Allah hernieder gesandt hat!’, dann sagen sie: ‚Nein, wir wollen dem folgen, wobei wir unsere Väter vorfanden.’ Wie? Selbst dann, wenn Satan sie zu der Strafe des brennenden Feuers lädt?“ [Luqman/31:21]

Also offenbarte Er ihnen Seine Rede:

„Sprich: ‚Ich mahne euch nur an eines: dass ihr euch ernsthaft mit Allahs Sache - zu zweit oder einzeln - befasst und dann nachdenken sollt. Es ist in eurem Gefährten (dem Propheten) keine Besessenheit.’“ [Saba’/34:46]

Und Seine Rede:

„Folgt dem, was zu euch von eurem Herrn herab gesandt wurde, und folgt keinen anderen Beschützern außer Ihm. Wie wenig seid ihr (dessen) eingedenk!“ [al-A’raf/7:3]

5. Es war eines ihrer größten Prinzipien, von (der Befolgung) der Mehrheit getäuscht zu sein, indem sie dies als Beweis gegen die Richtigkeit einer Angelegenheit nutzten.[3] Und sie benutzen dies auch als Beweis, um die Falschheit einer Sache zu verkünden, und dass jene Sache fremd ist und ihre Anhänger wenige sind. Daher beschrieb Allah das Gegenteil und verdeutlichte dies an vielen Stellen des Qur’ans.

6. Sie stützten sich auf die Taten ihrer Vorfahren (um ihre eigenen Taten zu rechtfertigen), so wie Allah sagt:

„Er (Pharao) sagte: ‚Und wie steht es dann um die früheren Geschlechter?’“[4] [Ta Ha/20:51]

Und ihre Rede:

„Wir haben nie von solchem unter unseren Vorvätern gehört.“[5] [al-Mu’minun/23:24]

7. Als Beweis stützen sie sich auf die Behauptung, dass sie ein Volk waren, denen sowohl die Kraft in Verständnis und Arbeit gegeben wurde, als auch in Herrschaft, Reichtum und im Rang. So widersprach Allah in Seiner Rede:

„Und Wir hatten ihnen Gewalt über das gegeben, worüber Wir euch (oh ihr Quraisch) keine gegeben haben.“ [al-Ahqaf/46:26]

Und Seine Rede:

„…und zuvor hatten sie (Ihn) um den Sieg angefleht über diejenigen, die ungläubig waren; als aber zu ihnen das kam, was sie schon kannten, da leugneten sie es.“ [al-Baqara/2:89]

Und in Seiner Rede:

„Diejenigen, denen Wir das Buch gegeben haben, kennen es, wie sie ihre eigenen Söhne kennen…“ [6] [al-Baqara/2:146]

8. Sie benutzten als Beweis die Tatsache, dass nur die Schwachen der Sache folgten, um die Falschheit einer Sache zu bestimmen, so wie dies aus der Rede Allahs zu entnehmen ist:

„Sie sagten: ‚Sollen wir dir glauben, wo es (doch nur) die Niedrigsten sind, die dir folgen?’“[7] [asch-Schu’ara/26:111]

Und Er sagt (indem Er ihre Aussage zitiert):

„Sind es diese (armen Gläubigen), denen Allah aus unserer Mitte huldreich gewesen ist?“ [al-An’am/6:53]

So widerlegt Allah ihre Behauptungen in seiner Rede:

„Kennt Allah denn die Dankbaren nicht am besten?“ [al-An’am/6:53]

9. Sie folgten ihren bösen und schlechten Gelehrten und Geistlichen und nahmen sich diese als Beispiel. Deswegen offenbarte Allah seine Rede:

„O ihr, die ihr glaubt, wahrlich, viele der Schriftgelehrten und Mönche verzehren das Gut der Menschen zu Unrecht und wenden sie von Allahs Weg ab.“ [at-Tauba/9:34]

Und Sein Ausspruch:

„O Leute der Schrift, übertreibt nicht zu Unrecht in eurem Glauben und folgt nicht den bösen Neigungen von Leuten, die schon vordem irregingen und viele irregeführt haben und weit vom rechten Weg abgeirrt sind.“ [al-Ma’ida/5:77]

10. Sie benutzten das folgende Argument, um die Falschheit einer Religion zu bestimmen: Dass diejenigen, welche dieser Sache folgten, nur über wenig Verstand verfügten und einen Mangel an einem guten Gedächtnis vorwiesen, so wie Allah sagt:

„…und wir sehen, dass dir keine als jene gefolgt sind, die aller äußeren Erscheinung nach die Niedrigsten unter uns sind…“[8] [Hud/11:27]

11. Sie benutzten eine böse und falsche Art der Begründung, um einen Beweis zu errichten, so wie dies in Seiner Rede deutlich wird:

„…Ihr seid nur Menschen wie wir...“[9] [Ibrahim/14:10]

12. Sie lehnten die richtige und wahre Art der Argumentation ab. Der Grund für diese und vorherige Erscheinung ist ihr Mangel an Verständnis über Ähnlichkeiten und Unterschiede (d.h. die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Propheten und den normalen Menschen).

13. Sie gingen in Bezug auf ihre Gelehrten und rechtschaffenen Menschen ins Extreme, so wie es aus Seiner Rede entnommen werden kann:

„O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und sagt von Allah nichts als die Wahrheit…“ [an-Nisa’/4:171]

14. Alles, was vorher erwähnt wurde, basiert auf einem Prinzip, welches Ablehnung und Bestätigung ist. Deshalb folgten sie (ihren) Gelüsten und Vermutungen, während sie sich von dem abwandten, was Allah ihnen offenbarte.

15. Sie benutzten die Behauptung, dass sie „einen Mangel an Verständnis“ hatten, als Entschuldigung dafür, dass sie der Offenbarung Allahs nicht folgten. Allah sagt:

„Sie sagten: ‚Unsere Herzen sind versiegelt.’“ [al-Baqara/2:88]

Und Er sagt:

„Sie sagten: ‚O Schu‘aib, wir verstehen nicht viel von dem, was du sprichst…’“ [Hud/11:91]

Deswegen bezeichnete Allah sie als Lügner und stellte klar, dass ihr Mangel an Verständnis aufgrund der Versieglung ihrer Herzen war. Und die Versieglung ihrer Herzen geschah durch ihren Unglauben.

16. Sie ersetzten das, was von Allah kam, mit Büchern der Magie. Allah sagt:

„Und als nunmehr zu ihnen ein Gesandter von Allah kam, das bestätigend, was in ihrem Besitz ist, da hat ein Teil von ihnen, denen das Buch gegeben wurde, das Buch Allahs hinter ihren Rücken geworfen, als ob sie nichts wüssten. Und sie folgten dem, was die Satane während der Herrschaft Salomos vortrugen.“ [al-Baqara/2:101-102]

17. Sie schrieben ihren eigenen Unglauben den Propheten zu, so wie dies aus Allahs Rede zu entnehmen ist:

„…doch nicht Salomo war ungläubig…“ [al-Baqara/2:102]

Und Seine Rede:

„Ibrahim (Abraham) war weder Jude noch Christ.“[10] [ali-’Imran/3:67]

18. Sie widersprachen sich selbst in ihrer Zugehörigkeit, denn obwohl sie sich Ibrahim zuschrieben, haben sie abgelassen ihn zu befolgen.

19. Sie verleumdeten und beschuldigten die rechtschaffenen Menschen, indem sie sich auf Taten jener stützten, die in naher Bekanntschaft mit ihnen (den rechtschaffenen Menschen) waren. Ein Beispiel hierfür ist in der Verleumdung von ’Isa durch Juden und die Verleumdung Muhammads durch Juden und Christen zu sehen.[11]

20. Sie glaubten, dass die Tricks der Zauberer und ihrer Gleichen von den Wundern der rechtschaffenen Menschen waren. Und sie schrieben es den Propheten zu, so wie sie es Sulaiman (u) zuschrieben.

 21. „Und ihr Gebet war Pfeifen und Händeklatschen.“[12]

 22. „Sie nahmen ihre Religion als Spiel und Vergnügen.“ [13]

23. Sie wurden durch das Leben dieser Welt betört. Daher empfanden sie es als Hinweis der Zufriedenheit Allahs mit einer Person, wenn Er ihr materielle Dinge schenkte.[14] Er sagt:

„Und sie sagten: ‚Wir haben mehr Güter und Kinder (als ihr); und wir werden nicht bestraft werden!’“ [Saba’/34:35]

24. Sie lehnten es aus Stolz und Verachtung ab, der Wahrheit beizuwohnen, als sie sahen, dass die Schwachen und Armen ihnen darin schon zuvorgekommen waren. So offenbarte Allah:

„Und treibe nicht jene fort, die ihren Herrn am Morgen und am Abend im Trachten nach Seinem Angesicht anrufen.“[15] [al-An’am/6:52]

25. Sich auf das Argument stützend, dass die Schwachen und Armen ihnen in der Akzeptanz (der wahren Religion) zuvor gekommen sind, erklärten sie die Wahrheit zur Falschheit. Es ist so wie Er sagt:

„Und die Ungläubigen sagen von den Gläubigen: ‚Wäre es (der Islam) etwas Gutes, hätten sie es nicht vor uns erlangt.’“ [al-Ahqaf/46:11]

26. Sie veränderten die Bücher Allahs (Thora, Evangelium…), nachdem sie diese begriffen hatten, und sie taten dies wissentlich (d.h. absichtlich und nicht aufgrund von Unwissenheit).[16]

27. Sie verfassten falsche Bücher und schrieben diese Allah zu, wie es in Seiner Rede vorzufinden ist:

„Doch wehe denen, die das Buch mit ihren eigenen Händen schreiben und dann sagen: ‚Dies ist von Allah!’“ [al-Baqara/2:79]

28. Sie akzeptierten nichts von der Wahrheit, außer das, was im Einklang mit ihrer Gruppe/Gesellschaft war. Allah sagt:

„Wenn ihnen gesagt wird: ‚Glaubt an das, was Allah herab gesandt hat’, sagen sie: ‚Wir glauben an das, was uns herab gesandt wurde’, während sie das leugnen, was danach kam, obgleich es um die Wahrheit geht, die das bestätigt, was in ihrem Besitz ist.“ [al-Baqara/2:91]

29. Dennoch hatten sie nicht einmal das Wissen über den Glauben ihrer Gruppe/Gesellschaft (der sie sich selbst zuordneten), so wie Allah dies in Seiner Rede verdeutlicht:

„Warum habt ihr also die Propheten Allahs vor dem getötet, wenn ihr Gläubige seid?“ [al-Baqara/2:91]

30. Es ist von den verblüffenden Zeichen Allahs, dass als diese Leute sich vom Befehl Allahs sich zu vereinen abwendeten und die von Allah verbotenen Taten verübten, die Sache wie folgt wurde: „Jede Gruppe erfreute sich an dem, was sie hatte.“

31. Und zu den wunderbarsten Zeichen Allahs gehört auch, dass diese Menschen die höchste Stufe des Hasses gegen die Religion innehatten, während sie die Religion der Ungläubigen liebten - jene, welche ihre Feinde und die Feinde ihrer Propheten waren. Und ihre Prüfung war im Ausmaß ihrer Liebe (der Religion ihrer Feinde gegenüber), so wie sie es mit dem Propheten (ﷺ‬) taten, indem sie sich ihm mit der Religion Musas näherten, während sie (in Wahrheit) an den Büchern der Zauberei festhielten. Und diese Zauberei war von der Religion der Leute des Pharao.

32. Sie waren ungläubig der Wahrheit gegenüber, wenn sie bei jemandem gefunden wurde, den sie nicht mochten oder mit dem sie nicht einverstanden waren. Allah sagt:

„Und die Juden sagen: ‚Die Christen stützen sich auf nichts’, und die Christen sagen: ‚Die Juden stützen sich auf nichts.’“ [al-Baqara/2:113]

33. Sie verwarfen das, was sie als Teil ihrer Religion ansahen und diesem zustimmten, so wie sie es beim Hadsch zum Haus (die Ka’ba) machten.[17]

Allah sagt:

„Und wer verschmäht den Glauben Ibrahims außer dem, der sich selbst zum Toren macht?“ [al-Baqara/2:130]

34. Jede (ihrer) Gruppen behauptete die gerettete zu sein.[18] So bezeichnete Allah sie mit Seiner Rede als Lügner:

„Bringt euren Beweis her, wenn ihr wahrhaftig seid!“ [al-Baqara/2:111]

Dann verkündet Er, was richtig ist, indem Er sagt:

„Doch wer sich Allah hingibt und dabei Gutes tut,[19] der hat seinen Lohn bei seinem Herrn…“ [al-Baqara/2:112]

35. Sie vollzogen die Taten der Anbetung, während sie ihre Schamteile enthüllten, wie Allah sagt:

„Und wenn sie eine Schandtat begehen (d.h. nackt die Ka’ba umrunden), sagen sie: ‚Wir fanden unsere Väter dabei…’“ [al-A’raf/7:28]

36. Sie vollzogen den Gottesdienst, indem sie das Erlaubte verboten – in derselben Art und Weise wie sie während ihrer Anbetung Allah Partner zuschrieben.[20]

37. Sie verrichteten ihre Anbetung, während sie ihre Rabbis und Mönche als Herren neben Allah nahmen.[21]

38. Sie leugneten die Eigenschaften Allahs, wie Allah sagt:

„…vielmehr meintet ihr, Allah wüsste nicht viel von dem, was ihr zu tun pflegtet.“[22] [Fussilat/41:22]

 39. Sie leugneten Allahs Namen, wie Allah sagt:

„…und doch glauben sie nicht an Ar-Rahman (den Allerbarmer).“[23] [ar- Ra’d/13:30]

40. Sie machten Ta’til (das Ablehnen der Namen und Eigenschaften Allahs), so wie dies der Aussage der Leute des Pharaos zu entnehmen ist.[24]

41. Sie schrieben Allahs Erhabenheit nicht angemessene Dinge zu, wie Kind, Bedürfnis und Müdigkeit, während sie (andererseits) ihre religiösen Führer (d.h. Mönche) von solchen Eigenschaften lossprachen.[25]

42. Sie begangen mit Schirk in Allahs Herrschaft, so wie dies im Glauben der Madschuz (Parsen) vorzufinden ist.[26]

 43. Sie lehnten al-Qadar (göttliche Bestimmung) ab.[27]

 44. Sie benutzten al-Qadar als Entschuldigung gegenüber Allah.

 45. Sie widersprachen Allahs Gesetzgebung (d.h. Seinen Befehlen), indem sie Seine göttliche Festlegung (als Argument) verwendeten.

 46. Sie schmähten die Zeit, so wie dies in ihrer Aussage gefunden werden kann:

„Es gibt nichts als dies unser irdisches Leben - wir sterben und wir leben - und nichts als die Zeit, die uns vernichtet.“ [al-Dschathiya/45:24]

47. Sie schrieben die Gnaden Allahs anderen zu, so wie Er sagt:

„Sie kennen Allahs Gnade, und sie leugnen sie doch; und die meisten von ihnen sind ungläubig.“[28] [an-Nahl/16:83]

 48. Sie waren an die Zeichen Allahs ungläubig.

 49. Sie leugneten manche dieser Zeichen.[29]

 50. Sie sagten:

„Allah hat keinem Menschen irgendetwas herabgesandt.“[30] [al-Ana’am/6:91]

 51. Sie sagten über den Qur’an:

„Das ist nur ein Menschenwort.“ [al-Muddathir/74:25]

 52. Sie griffen die Weisheit, des Allmächtigen, an.

53. Sie schmiedeten unterschiedliche Pläne - sowohl versteckt als auch öffentlich - um das abzuweisen, mit denen die Gesandten kamen. Dies ist in Seiner folgenden Aussage zu finden:

„Und sie schmiedeten eine List, und Allah schmiedete eine List; und Allah ist der beste Listenschmied.“ [ali-’Imran/3:54]

Und Seine Aussage:

„Und da sagte eine Gruppe von den Leuten der Schrift: ‚Glaubt bei Tagesanbruch an das, was zu den Gläubigen herabgesandt wurde, und leugnet es ab bei seinem Ende; vielleicht werden sie umkehren.’“ [ali- ’Imran/3:72]

54. Sie stimmten der Wahrheit zu, um einen Weg zu finden, die Wahrheit wieder zurückzuweisen. Allah erwähnte dies im oben erwähnten Vers.

55. Sie hatten Fanatismus für eine bestimmte Madhhab (d.h. Glaube, geistige Richtung), so wie dies im folgenden Vers zu finden ist:

„Und glaubt nur denen, die eure Religion (Art des Denkens) befolgen.“ [ali-’Imran/3:73]

56. Sie bezeichneten das Befolgen des Islam als eine Form des Schirk (Beigesellung von Partner Allah gegenüber). Dies wurde von Allah in Seiner Rede erwähnt:

„Es darf nicht sein, dass ein Mensch, dem Allah die Schrift und die Weisheit und das Prophetentum gegeben hat, alsdann zu den Leuten spräche: ‚Seid meine Diener neben Allah.’ Vielmehr (soll er sagen): ‚Seid Rabbaniyun (Gottesgelehrte) mit dem, was ihr gelehrt habt und mit dem, was ihr studiert habt.’ Und Er gebietet euch nicht, euch die Engel oder die Propheten zu Herren zu nehmen. Sollte Er euch den Unglauben gebieten, nachdem ihr (Ihm) ergeben geworden seid?“ [ali-’Imran/3:79-80]

57. Sie veränderten (Allahs) Worte aus ihrem ursprünglichen Zustand heraus (d.h. die Bedeutung).

58. Sie verdrehten (die Bedeutung) der Worte, welche im Buch gefunden werden.

59. Sie bezeichneten die Leute der Rechtleitung mit boshaften Namen wie „Sabian“ und „Haschawi“ (d.h. Aufrührer).

 60. Sie erfanden Lügen über Allah.

 61. Sie waren der Wahrheit gegenüber ungläubig.

62. Sie hielten daran fest, dass, wann immer sie vom gesicherten Beweis überwältigt wurden, sie zu ihren Königen (Herrschern) flohen, um sich zu beklagen. Allah sagt:

„Die Vornehmen von Pharaos Volk sagten: ‚Willst du zulassen, dass Moses und sein Volk Unheil im Land stiften und dich und deine Götter verlassen?’“ [al-A’raf/7:127]

63. Sie beschuldigten sie (d.h. die Propheten), dass sie Unheil im Land anrichten, wie im (vorherigen) Vers zu sehen ist.

64. Sie beschuldigten sie, dass sie die Religion des Königs (Herrschers) verleumden und erniedrigen. Allah sagt:

‚Die Vornehmen von Pharaos Volk sagten: ‚Willst du zulassen, dass Moses und sein Volk Unheil im Land stiften und dich und deine Götter verlassen?’“ [al-A’raf/7:127]

Und Er sagt, (indem Er Pharao zitiert):

„Ich fürchte, er könnte sonst euren Glauben ändern oder Unheil im Land stiften.“[31] [Ghafir/40:26]

65. Sie beschuldigten sie, dass sie die (falschen) Götter des Königs verleumden und erniedrigen, so wie dies im (vorherigen) Vers zu sehen ist.

66. Sie beschuldigten sie, dass sie die Religion ändern. Allah sagt:

„Ich fürchte, er könnte sonst euren Glauben ändern oder Unheil im Land stiften.“ [Ghafir/40:26]

67. Sie beschuldigten sie, dass sie den König verleumden und erniedrigen. Allah sagt:

„Die Vornehmen von Pharaos Volk sagten: ‚Willst du zulassen, dass Moses und sein Volk Unheil im Land stiften und dich und deine Götter verlassen?’“ [al-A’raf/7:127]

68. Sie behaupteten, dass sie der Wahrheit entsprechend handelten, obwohl sie (in Wirklichkeit) sie verließen, so wie dies in Seiner Rede zu sehen ist:

„Sie sagen: ‚Wir glauben an das, was uns herabgesandt wurde’“ [al- Baqara/2:91]

69. Sie machten ihren Formen der Anbetung Hinzufügungen (in dem sie Neuerungen begangen), so wie dies von ihnen am Tag des ’Aschura begangen wurde.

70. Sie nahmen (andererseits) Kürzungen in ihrem Gottesdienst vor, so wie sie dies taten, als sie davon abließen, am Berge von ’Arafat Halt zu machen.

 71. Sie ließen aufgrund (falscher) Frömmigkeit von Pflichttaten ab.

 72. Sie leisteten Anbetung, indem sie von den guten Dingen, die ihnen (von Allah) geschenkt wurden, abließen.

 73. Sie leisteten Anbetung, indem sie die schönen Dinge Allahs verließen.[32]

 74. Sie riefen die Leute ohne Wissen zum Irrweg.

 75. Sie riefen die Leute wissentlich zum Unglauben.

76. Sie schmiedeten Verschwörungen (gegen die Propheten), so wie es die Leute von Nuh machten.[33]

77. Ihre Führer waren zweierlei: Entweder war er ein boshafter Gelehrter oder ein unwissender Anbeter. Dies ist so, wie Allah sagt:

„Verlangt ihr denn, dass sie (jüdische Gelehrte) euch glauben, wo doch eine Schar von ihnen (Rabbis) das Wort Allahs (d.h. die Thora) bereits gehört und es dann, nachdem sie es begriffen hatten, bewusst verfälschten? Und wenn sie (die Juden) mit denen zusammentreffen, die glauben (Muslime), so sagen sie: ‚Wir glauben.’ Und wenn sie aber untereinander allein sind, sagen sie: ‚Sprecht ihr (die Juden) zu ihnen (den Muslime) über das, was Allah euch eröffnet hat, damit sie es vor eurem Herrn als Argument gegen euch verwenden? Begreift ihr denn nicht?’ Als ob sie nicht wüssten, dass Allah weiß, was sie verheimlichen und was sie kundtun! Es gibt Ungelehrte unter ihnen, die das Buch nicht kennen, sondern nur Wunschvorstellungen hegen; und sie stellen nichts anderes als Vermutungen an.“ [al-Baqara/2:75-78]

78. Sie behaupteten, sie wären- abgesehen von allen anderen Leuten – die Awliya (nahe Freunde, Helfer) von Allah.

79. Sie behaupteten, Allah zu lieben, während sie Seine göttlichen Gesetze verließen. Allah prüfte sie, indem Er sagt:

„Sprich: ‚Wenn ihr Allah liebt, so folgt mir. Lieben wird euch Allah und euch eure Sünden vergeben; denn Allah ist Allvergebend, Barmherzig.’“[34] [ali-’Imran/3:31]

80. Sie hielten an falschen Hoffnungen fest, so wie in ihrer Aussage:

„Gewiss wird uns das Feuer nicht berühren, außer auf abgezählte Tage!“ [al-Baqara/2:80]

Und ihre Rede:

„Es wird niemand in das Paradies eingehen außer Juden und Christen.“[35] [al-Baqara/2:111]

81. Sie nahmen die Gräber der Propheten und rechtschaffener Menschen als Orte der Anbetung (Masadschid).[36]

82. Sie nahmen die Spuren ihrer Propheten (d.h. Orte, wo ihre Propheten Mal waren) als Orte der Anbetung, so wie dies von ’Umar berichtet wurde.[37]

83. Sie stellten Lampen bei den Gräbern auf.

84. Sie nahmen diese Orte (Grabstätten) als Orte für Feierlichkeiten.

85. Sie nahmen bei den Grabstätten Opferungen vor.

86. Sie versuchten Segen von den Spuren (siehe oben) und den übrig gebliebenen Dingen ihrer Angesehenen und Verehrten (die schon verstorben sind) zu erlangen, so wie dies mit der städtischen Versammlungshalle (Dar an-Nadwa) der Fall war. Wer die Macht darüber hatte, gab damit an und prahlte. Man sagte zu Hakim Ibn Hazzam (als er Dar an-Nadwa verkaufte):

„Du hast die Ehre der Quraisch verkauft.“

Er sagte: „Alle Ehre ist vergangen, außer die Ehre des Taqwa (Frömmigkeit).“

87. Sie prahlten mit ihrer familiären Abstammung und waren stolz darauf.

88. Sie verunglimpften die Abstammung anderer Leute.

89. Sie setzten ihre Hoffnung auf Regen auf die Sternbilder (und nicht von Allah).[38]

90. Ihre Frauen jammerten und klagten über den Tod ihrer Leute (an- Niyaha).[39]

91. Ihre größte Tugendhaftigkeit war das Brüsten und Prahlen über ihre Abstammung. Daher offenbarte Allah hierüber, was Er offenbarte.

92. Ihre größte Tugendhaftigkeit war das Brüsten und Prahlen, selbst wenn sie das Recht dazu hatten. Daher hat Allah dies verboten.

93. Die Aufrechterhaltung von Fanatismus und Eifer für die eigene Parteie/Gruppe, egal ob diese auf der Wahrheit oder Falschheit beruhte, war aus ihrer Sicht ein Muss. Daher offenbarte Allah über diese Sache, was Er offenbarte.

94. Ihre Religion bestand daraus, Menschen für die Verbrechen anderer zur Rechenschaft zu ziehen. Daher offenbarte Allah:

„Und keine Seele wirkt, es sei denn gegen sich selbst, und keine lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen tragen.“ [al-Ana’am/6:164]

95. Sie verurteilten jemanden aufgrund dessen, was sie bei anderen fanden. Dies kann in der Aussage des Propheten (zu Abu Dharr - radiallahu ’anhu -) gesehen werden (als er mit Bilal diskutierte und ihn Sohn einer schwarzen Frau nannte):

„Verurteilst du ihn aufgrund seiner Mutter? Wahrlich, du bist ein Mann, der in sich Merkmale der Dschahiliyah hat!“[40]

96. Sie prahlten und brüsteten sich damit, dass sie die Hüter des Hauses (d.h. die Ka’ba) waren. Daher tadelte Allah sie:

„Aus Stolz haben sie (Quraisch fühlten sich stolz, dass die die Bewohner bei den Heiligtümern waren) nachts über ihn (den Qur’an) schlecht geredet.“[41] [al-Mu’minun/23:67]

97. Sie prahlten damit, dass sie von der Linie der Propheten stammten. Daher offenbarte Allah:

„Dies ist eine Gemeinde der Vergangenheit; ihr wird zuteil, was sie sich erworben hat, und euch wird zuteil, was ihr euch erworben habt.“[42] [al-Baqara/2:134]

98. Sie prahlten mit ihrem Gewerbe, so wie Kaufleute sich als etwas Besseres als die Bauern ansahen.[43]

99. Das weltliche Leben wurde in ihren Herzen vergöttert, so wie Allah sagt:

„Und sie sagten: ‚Warum ist dieser Qur'an nicht zu einem angesehenen Mann aus den beiden Städten (Mekka und Ta’if) herabgesandt worden?’“[44] [az-Zukhruf/43:31]

100. Sie strebten danach, über Allah zu richten, so wie dies in Seiner (vorherigen) Aussage zu sehen war.

101. Sie blickten auf das arme Volk herab. Daher offenbarte Allah:

„Und treibe nicht jene fort, die ihren Herrn am Morgen und am Abend im Trachten nach Seinem Angesicht anrufen.“ [al-Ana’am/6:52]

102. Sie beschuldigten diejenigen, welche den Gesandten folgten, mit einem Mangel an Aufrichtigkeit und dem Streben nach weltlichen Zielen. Daher antwortete Allah ihnen, indem Er sagt:

„Du bist nicht verantwortlich für sie“ [al-Ana’am/6:52]

und andere ähnliche Aussagen.

 103. Sie glaubten nicht an Engel.

 104. Sie glaubten nicht an die Gesandten.

 105. Sie glaubten nicht an die offenbarten Bücher.

 106. Sie wandten sich von dem, was über Allah berichtet wurde, ab.

 107. Sie leugneten den Letzten Tag.

 108. Sie leugneten, dass sie Allah (am Tag der Abrechnung) treffen würden.

109. Sie leugneten manches von dem, was die Gesandten über den Letzten Tag mitteilten, so wie dies in Seiner Rede zu finden ist:

„Das sind jene, die die Zeichen ihres Herrn und die Begegnung mit Ihm leugnen.“ [al-Kahf/18:105]

Dies schließt die Ablehnung Seiner folgenden Aussage mit ein:

„dem Herrscher am Tage des Gerichts!“ [al-Fatiha/1:4]

Und Seine Rede:

„O ihr, die ihr glaubt! Spendet von dem, was Wir euch (an Gut) beschert haben, bevor ein Tag kommt, an dem es kein Handeln, keine Freundschaft und keine Fürsprache (mehr) geben wird. Die Ungläubigen sind es, die Unrecht tun.“ [al-Baqara/2:254]

Und Seine Rede:

„… mit Ausnahme dessen, der die Wahrheit bezeugt, und sie wissen Bescheid.“ [az-Zukhruf/43:86]

 110. Sie töteten jene Leute, die zu Gerechtigkeit und Fairness aufriefen.[45]

 111. Sie glaubten an al-Dschibt und at-Taghut (falsche Gottheiten und Religionen).[46]

 112. Sie zogen die Religion der Polytheisten der Religion der Muslime vor.

 113. Sie bedeckten die Wahrheit mit Falschheit.

 114. Sie verbargen die Wahrheit, während sie darüber gänzlich Bescheid wussten.[47]

 115. Sie verstärkten das ursprüngliche Prinzip der Abweichung, und dies ist das Sprechen über Allah ohne Wissen.[48]

 116. Sie fanden sich selbst in deutlichem Widerspruch, als sie den Unglauben der Wahrheit vorzogen. Allah sagt:

„Nein, sie haben die Wahrheit, als sie zu ihnen kam, für eine Lüge erklärt, und nun befinden sie sich in einem Zustand der Verwirrung.“ [Qaf/50:5]

 117. Sie glaubten an manche Teile der Offenbarung Allahs, während sie andere Teile leugneten.[49]

 118. Sie unterschieden zwischen den Gesandten.[50]

 119. Sie argumentierten über Dinge, über die sie keine Ahnung hatten.

 120. Sie behaupteten, den Salaf (rechtschaffenen Vorfahren) zu folgen, während sie (in Wirklichkeit) diesen offen widersprachen.

 121. Sie hinderten jeden, der an Allah glaubte, daran, Seinen Weg zu gehen.

 122. Sie liebten den Unglauben und die Ungläubigen.

 123. Sie liebten den Glauben an Omen (al-’Iyyafa)

 124. Sie zeichneten Linien auf den Boden, um zukünftige Ereignisse zu bestimmen (at-Tarq).

 125. Sie prophezeiten kommende Ereignisse auf der Grundlage von Vogelflügen. (at-Tiyara)

 126. Sie gaben sich der Wahrsagerei hin (al-Kahana).

 127. Sie riefen at-Taghut (falsche Gottheiten und Systeme) für ein Urteil an.[51]

 128. Sie hassten es, dass zwei Diener (Allahs) miteinander heirateten.[52]

Allah weiß es am besten. Möge der Frieden und der Segen Allahs auf Muhammad, seiner Familie und seinen Gefährten sein.



[1] Aufrichtigkeit, d. h. Taten nur für Allah allein und niemand anderen verrichten.

[2] Der Gesandte Allahs (ﷺ‬) sagte: „Das Gehorchen und Folgen ist (Pflicht) für den Muslim, in allem, ob er es liebt oder hasst, solange er nicht mit der Ungehorsamkeit (gegenüber Allah) befohlen wird. Wenn er daher befohlen wird, etwas Ungehorsames (Allah gegenüber) zu tun, dann gibt es kein Hören und kein Gehorchen.“ (Sahih Al-Buchari: Buch der Gesetze (Nr. 7144) und Sahih Muslim: Buch der Führerschaft (Nr. 1839); Hadith von Ibn Umar, radhiallahu ’anhuma)

[3] Sie dachten, je mehr Anhänger eine Ideologie oder eine Handlung hatte, desto richtiger war sie. Wenn sie nun sahen, dass die Anhänger der Wahrheit gering waren und die Anhänger der Falschheit viele, wählten sie den Weg der Falschheit. So widersprach Allah dieser Sache an vielen Stellen im Qur’an, indem Er die Wenigen (welche auf dem richtigen Weg waren) lobte und die Mehrheit (welche auf dem Weg der Falschheit war) verdammte. Er sagt:

„Und nur wenige von Meinen Dienern sind dankbar.“ [Saba’/34:13]

[4] Dies war der Ausspruch Pharao’s, als Musa mit der Wahrheit von seinem Herrn zu ihm kam. So beruhten die Argumente Musa’s auf Offenbarungen, während die Argumente Pharao’s sich auf (seiner) Logik stützten. Also fragte er Musa, was mit den Nationen vor ihnen geschehen würde, wenn er die Wahrheit bringt und sie weder von ihr gehört, noch diesem Weg gefolgt sind. Bedeutet dies, dass sie alle falsch waren und du bist richtig? So war Musa’s Antwort:

„Das Wissen um sie steht bei meinem Herrn in einem Buch. Weder irrt mein Herr, noch vergisst Er!“ [Ta Ha/20:52]

[5] Dies war, was die Leute von Nuh zu ihm sagten, als sie ihn zurückwiesen.

[6] Dieser Vers bezieht sich auf die Christen und Juden, die den Propheten Muhammad (ﷺ‬) besser kannten als ihre eigenen Kinder, da sie seine Beschreibung in den zuvor offenbarten Büchern (Thora, Evangelium) gelesen hatten.

[7] Dies war die Antwort, welche Nuh (u) von seinen Leuten bekam, als er sie aufrief, Allah allein zu dienen. So sagte er zu ihnen, nachdem er dieses Argument hörte:

„Und welche Kenntnis habe ich von dem, was sie getan haben?“ [asch-Schu’ara/26:112]

[8] Dies war die Antwort, welche Nuh (u) von den Führern seines Volkes bekam, als er sie dazu aufrief, niemanden außer Allah allein zu dienen. Sie behaupteten, dass nur die Armen und Schwachen ihm folgten, und dass sie dies taten, ohne nachzudenken.

[9] Dies war die Antwort der Leute von Nuh - von den ’Ad und Thamud - als die zu ihnen geschickten Propheten sie dazu aufriefen, Allah allein anzubeten.

[10] Hier weist Allah die Behauptung der Juden und Christen zurück. Sowohl die Christen als auch die Juden erfanden ihre eigene Religion und schrieben sie (die erfundenen Religionen) bestimmten Propheten zu. Wie die Juden, welche die Zauberei Sulaiman (Salomon) zuschreiben, oder die Christen, welche ihre falsche Religion Ibrahim (Abraham) zuschreiben. So stellte Allah die Wahrheit in diesen beiden Versen klar.

[11] Die Juden verleumdeten und beschuldigten ’Isa, indem sie seine Mutter (Maryam) beschuldigten, außerehelichen Verkehr vollzogen zu haben. Allah sagt diesbezüglich:

„Und wegen ihres Unglaubens und wegen ihrer (der Juden) Behauptung, die sie gegen Maryam mit einer enormen Lüge vorbrachten (dass sie außerehelichen Verkehr gehabt haben soll).“ [an Nisa’/4:156]

[12] Der Beweis hierfür ist in der Rede Allahs zu finden, indem Er sich auf diesen Unglauben bezieht:

„Und ihr Gebet vor dem Haus (Ka‘ba) ist nichts anderes als Pfeifen und Händeklatschen.“ [al-Anfal/8:35]

Dieser Punkt steht in Verbindung mit dem folgendem, dass die Ungläubigen dies nur taten, da sie ihre Religion als Spiel und Vergnügen ansahen.

[13] Allah widersprach dem, indem Er sagte:

„Und verlasst jene, die ihre Religion als Spiel und Vergnügen betrachten, und die vom irdischen Leben betört sind.“ [al-An’am/6:70]

[14] Dies bedeutet, je mehr weltliche Dinge jemand angesammelt hatte, desto mehr hatte er das Gefühl, dass Allah mit ihm und seiner Stellung zufrieden war, unabhängig von dem, dass er sich im Unglauben befand.

[15] Nach dieser Aya sagt Allah:

„Und so haben Wir einige von ihnen durch andere in Versuchung geführt, so dass sie sagten: ‚Sind es diese, denen Allah aus unserer Mitte huldreich gewesen ist?’ Kennt Allah denn die Dankbaren nicht am besten?“ [al-An’am/6:53]

[16] Allah sagt:

„Wahrlich, ein Teil von ihnen verdreht seine Zunge mit der Schrift, damit ihr es für einen Teil der Schrift haltet, obwohl es nicht zur Schrift gehört. Und sie sagen: ‚Es ist von Allah’; jedoch ist es nicht von Allah, und sie sprechen eine Lüge gegen Allah, obwohl sie es wissen.“ [ali-’Imran/3:78]

[17] Die Götzendiener vollzogen auch den Hadsch, jedoch in einer entstellten Art und Weise, anstatt so, wie ihr Urvater Ibrahim es machte. Indem sie dies taten (die Art und Weise des Hadsch von Ibrahim zu entstellen), verwarfen sie die richtige Art des Hadsch, welche eigentlich ein Teil ihrer Religion war, und zogen ihre eigene Art des Hadsch vor. Dies beinhaltete die Aufstellung von Götzen um die Ka’ba herum und bei Safa und Mawa, den Tawaf um die Ka’bah nackt zu machen und pfeifend und in die Hände klatschend bei der Ka’ba zu beten. Der Prophet (ﷺ‬) widersprach ihnen in ihren Ausübungen des Hadsch und festigte die richtige Art gemäß seiner Sunna.

[18] Wie es in Seiner Rede gefunden werden kann:

„Und sie sagen: ‚Es wird niemand in das Paradies eingehen außer Juden und Christen.’“ [al-Baqara/2:111]

[19] „Doch wer sich Allah hingibt“ bezieht sich auf Aufrichtigkeit (Ichlas) und „dabei Gutes tut“ bezieht sich auf Taten, welche gemäß der Sunna getan werden - dies sind die beiden Bedingungen, damit gute Taten angenommen werden - Aufrichtigkeit und Gehorsam gegenüber der Sunna. So verkündet Allah, dass die gerettete Gruppe jene ist, welche den Tauhid und die Sunna vollkommen erfüllt, und Allah weiß es am besten.

[20] Allah sagt:

„Und sagt nicht aufgrund der Falschheit eurer Zungen: ‚Das ist erlaubt, und das ist verboten’, so dass ihr eine Lüge gegen Allah erdichtet. Wahrlich, diejenigen, die eine Lüge gegen Allah erdichten, haben keinen Erfolg.“ [an-Nahl/16:116]

[21] Dieser Punkt steht in Verbindung mit dem letzten. Im ersten Punkt wird Bezug auf die Gelehrten unter den Völkern der Schrift genommen, die das Erlaubte verbaten und das Verbotene erlaubten. Der nächste Punkt bezieht sich auf jene unter den Völkern der Schrift, welche diesen bösen Gelehrten gefolgt sind, wie zum Beispiel im Gehorsam ihnen gegenüber und im Verändern der Befehle Allahs. In Wahrheit nahmen sie, jene (die Gelehrten) als Götter neben Allah. Allah sagt:

„Sie (die Juden und Christen) haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen außer Allah.“ [at-Tauba/9:31]

[22] Die Eigenschaft, die sie in dieser Aya leugneten, ist Sein Wissen.

[23] Der Name, den sie diesem Vers zufolge leugneten, war ar-Rahman.

[24] Der Schaikh bezieht sich auf Allahs Rede, in Verbindung mit Pharao, dass jener sagte: „Ich kenne keinen anderen Gott für euch außer mir.“ [al-Qasas/28:38]

Auch als der Vertrag von Hudaibiya entworfen wurde, befahl der Prophet (ﷺ‬) ’Ali „Bismillahir Rahmanir Rahim“ zu schreiben. So waren die Ungläubigen dagegen und sagten ihm, er solle nur „Bismillah“ schreiben und (sie sagten), dass sie nicht wissen, wer ar-Rahman und ar-Rahim ist. Dies ist ein Beispiel ihres Ta’tils, oder ihrer Ablehnung der Namen und Attribute Allahs, die sich Allah selbst zugeschrieben hat.

[25] Eines dieser Dinge ist die Zuschreibung eines Kindes, so wie man dies in der Behauptung der Juden, dass Uzayr Sein Sohn wäre, und der Christen, dass Jesus Sein Sohn wäre, sehen kann. Sogar die Polytheisten (Muschrikin) behaupteten, dass die Engel die Töchter Allahs wären. Des Weiteren behaupteten sie, dass Allah nach der Schöpfung der Himmel und der Erde müde wurde und sich anschließend ausruhte. Jedoch wird Allah nicht müde, denn Er lehnt diese Behauptung durch folgende Rede ab:

„Und wahrlich, Wir erschufen die Himmel und die Erde und das, was zwischen beiden ist, in sechs Tagen, und keine Ermüdung berührte Uns.“ [Qaf/50:38]

Im folgenden Vers gibt Allah ein Beispiel, wie die Juden Ihm Geiz zuschrieben:

„Und die Juden sagen: ‚Die Hand Allahs ist gefesselt.’ Ihre Hände sollen gefesselt sein, und sie sollen verflucht sein um dessentwillen, was sie da sprechen.“ [al-Ma’ida/5:64]

Daher hat Allah die vollkommensten Namen und Eigenschaften, und Er ist fern von all dem, was die Ungläubigen Ihm fälschlicherweise ohne Beweis zuschreiben.

[26] Die Madschuz (Parsen) glaubten, dass Dunkelheit und Helligkeit zwei Götter wären, wobei sie Schöpfungen Allahs sind, die Seinem Mulk (Herrschaft) angehören, denn Er ist der Eine, der den Tag und die Nacht ermöglicht. Daher ist ihre Verwendung von Dunkelheit und Helligkeit als Götter neben Allah ein Schirk in der Herrschaft Allahs.

[27] Der Prophet (ﷺ‬) sagte: „Jeder, der seine Wangen schlägt, seine Kleider zerreißt und mit dem Ruf der Dschahiliya ruft, ist nicht von uns.“ (Sahih al-Buchari und Muslim)

Daher war es ein Teil des Rufes der Dschahiliya, al-Qadar abzulehnen, denn in Zeiten der Unwissenheit schlugen die Leute auf ihre Wangen und zerrissen ihre Kleider, als sie Neuigkeiten über ein Unglück erhielten. Jedoch schreibt der Islam den Glauben an al-Qadar vor, und dieser Glaube setzt voraus, dass man in Zeiten des Unglücks Geduld bewahrt.

[28] Das Zuschreiben der Gnaden an andere statt an Allah, ist Schirk in Seiner Herrschaft (Rububiyya), weil Allah der Eine ist, der die Gnaden schenkt, so wie Er sagt:

„Was ihr Gutes habt - es ist von Allah. Wenn euch jedoch ein Schaden trifft, dann fleht ihr Ihn um Hilfe an.“ [an-Nahl/16:53]

[29] Die Zeichen Allahs können in zwei Arten unterteilt werden: Natürliche Zeichen und religiöse Zeichen. Allah sendet beide dieser Arten, damit die Menschen über diese nachdenken und rechtgeleitet werden. Die natürlichen Zeichen schließen Himmel, Sterne, den Mond, die Schöpfung des Menschen etc. ein. Allah befiehlt uns, über diese Zeichen nachzusinnen:

„Wahrlich, im Erschaffen der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag und in den Schiffen, die im Meer fahren mit dem, was den Menschen nützt, und in dem, was Allah vom Himmel an Wasser herniedersandte - und Er gab der Erde damit Leben, nachdem sie tot war und ließ auf ihr allerlei Getier sich ausbreiten – und im Wechsel der Winde und den dienstbaren Wolken zwischen Himmel und Erde, (in all dem) sind Zeichen für Leute, die begreifen.“ [al-Baqara/2:164]

Und Er sagt:

„Wir werden sie Unsere Zeichen überall auf Erden und an ihnen selbst sehen lassen, damit ihnen deutlich wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr Zeuge aller Dinge ist?“ [Fussilat/41:53]

Die religiösen Zeichen schließen den Qur’an und andere Wunder, mit denen der Prophet (ﷺ‬) gesendet wurde - wie das Spalten des Mondes, woran die Muschrikin ungläubig waren, mit ein. Allah sagt:

„Die Stunde ist nahe gekommen, und der Mond hat sich gespalten. Doch wenn sie ein Zeichen sehen, wenden sie sich ab und sagen:(Dies ist) ein ewiges Zauberwerk.’ Und sie leugnen und folgen ihren Gelüsten. Doch alles steht endgültig fest.“ [al- Qamar/54:1-3]

[30] Dies war die Behauptung der Juden, als der Gesandte Allahs zu ihnen kam. Dennoch widersprach dies ihrem eigenen Glauben, denn sie glaubten an die Offenbarung Allahs an Musa. Daher lehnte Allah sie ab, indem Er sagt:

„Sie haben Allah nicht richtig nach Seinem Wert eingeschätzt…“ [al-An’am/6:91]

Der folgende Punkt ist mit diesem verbunden, denn als die Leute in der Dschahiliya ablehnten, dass Allah einem Menschen etwas offenbarte, führte dies zu ihrer Aussage, dass der Prophet zu ihnen nur mit Menschenwort kam.

[31] Dies war das, was Pharao seinen Leuten mitteilte, als Musa mit der Wahrheit von seinem Herrn zu ihm kam.

[32] Allah lehnt diese letzten zwei Taten der falschen Frömmigkeit ab, indem Er sagt:

„Sprich: ‚Wer hat die schönen Dinge Allahs verboten, die Er für Seine Diener hervorgebracht hat und die guten Dinge der Versorgung?’“ [al-A’raf/7:32]

[33] Allah zitiert Nuh, indem Er sagt:

„Und sie haben gewaltige Ränke geschmiedet.“ [Nuh/71:22]

[34] Allah setzt hier eine Bedingung. Der Anspruch der Liebe zu Ihm muss entsprechend ihrem Wort wahrhaft sein und mit ihren Handlungen gezeigt werden. Die Handlung, mit der man wahre Liebe Ihm gegenüber zeigt, ist die Befolgung der Sunna des Gesandten, die in Wirklichkeit Sein vorgeschriebenes Gesetz ist.

[35] Dies war die falsche Behauptung der Juden und Christen.

[36] ’Aischa (radiallahu ’anha) überlieferte, dass der Prophet (ﷺ‬) während der Krankheit, an der er starb, sagte: „Möge Allah die Juden und die Christen verfluchen. Sie haben die Gräber ihrer Propheten als Masdschid (Orte der Anbetung) genommen.“ (Verzeichnet in al-Buchari 3/159, Muslim 2/67 und Ahmad 6/80).

[37] Während der Kalifatszeit von ’Umar Ibn al-Khattab begannen die Leute, ihre Anbetung am Orte von ’Aqaba - jene historische Stelle, wo die Gefährten ihren Treueschwur dem Propheten gaben - zu verrichten. Daher hat ’Umar den Baum abhacken lassen, denn der Baum hatte keine Nutzen, und er wollte die Menschen daran hindern, diese Spur des Propheten als Ort der Anbetung zu benutzen. (Sahih al-Buchari)

[38] Hierüber sagt Allah:

„Und dass ihr leugnet (indem ihr ungläubig seid und sagt, dass ihr Regen aufgrund von so und so erlangt habt), soll das euer Dank sein?“ [al-Waqi’a/56:82]

[39] Diese letzten vier Erscheinungen (87-90) wurden in einem Hadith, der von Imam Muslim verzeichnet wurde, erwähnt. Der Prophet (ﷺ‬) sagte: „Es gibt vier Dinge, die in meiner Umma von der Dschahiliya gefunden werden kann, und die sie nicht verlassen werden: 1. Stolz auf die Vorfahren sein 2. Abwertung der Abstammung anderer 3. Streben nach Regen entsprechend den Sternen und 4. das Wehklagen der Frauen für die Verstorbenen.“

[40] Verzeichnet in Sahih al-Buchari 1/80 und 1/81 von Abu Dharr’s Hadith - radiallahu ’anhu.

[41] Die ungläubigen Polytheisten sahen sich als die Beschützer und Bewahrer der Ka’ba an, jedoch lehnt Allah dies ab:

„Aber, warum sollte Allah sie nicht bestrafen, wenn sie (die Gläubigen) von (dem Besuch) der heiligen Moschee abhalten, wo sie doch nicht deren Beschützer sind? Ihre Beschützer sind nur die Gottesfürchtigen, jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht.“ [al-Anfal/8:34]

[42] Allah bekräftigt in dieser Aya, dass die guten Taten und der Rang ihrer Vorfahren für sie ohne Nutzen sein werden. Dies liegt daran, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, und er wird nicht für die Sünden anderer bestraft, auch nicht für die guten Taten anderer belohnt.

[43] Die Quraisch waren wohlhabende Händler, die immer Geschäftshandel führten, für diesen Zweck zu unterschiedlichen Ländern reisten. Daher sahen sie sich als etwas Besseres an als Bauern, die für ihr Geld Arbeit verrichten mussten.

[44] Die Polytheisten Mekkas waren dagegen, dass Allah den Qur’an nicht einem vermögenden Mann offenbarte. Als die edelsten, höchsten und mit Rang versehenen Leute in Mekka und Ta’if wurden Walid Ibn ’Utba oder Hischam Ibn Mughira angesehen. Sie waren jene, mit dem meisten Vermögen und den meisten Kindern. Daher behaupteten sie, dass diese es mehr verdienten, die Botschaft und das Prophetentum zu erhalten, anstatt Muhammad. Sie erhoben diesen Anspruch nur, weil sie von diesem Leben und seinem Luxus betört waren.

[45] Dies schließt zuallererst die Propheten ein, welche von den Leuten der Dschahiliya getötet wurden, anstatt ihren Ruf zu akzeptieren. Allah sagt über die Juden:

„Sprich: ‚Warum habt ihr also die Propheten Allahs vordem getötet, wenn ihr Gläubige seid?’“ [al-Baqara/2:91]

[46] Hierüber sagt Allah:

„Hast du nicht jene gesehen, denen ein Teil der Schrift gegeben wurde? Sie glauben an Zauberei (al-Dschibt) und Götzen (Taghut), und sie sagen von den Ungläubigen: ‚Sie sind in der Lehre besser geleitet als die Gläubigen.’“ [an-Nisa’/4:51]

Diese Aya bezieht sich auf die Juden und Christen, die an al-Dschibt und at-Taghut glaubten. Al-Dschibt bezieht sich ursprünglich auf einen Götzen. Daher wird es für alles, was neben Allah angebetet wird, benutzt. At-Taghut kann für alles Falsche, das von jenem abstammt, welches neben Allah angebetet wird, angewendet werden.

[47] Über diese letzten zwei Erscheinungen sagt Allah:

„Und mischt nicht Wahrheit mit Unrecht durcheinander! Und verschweigt nicht die Wahrheit, wo ihr (sie) doch kennt.“ [al-Baqara/2:42]

[48] Allah sagt:

„Sprich: ‚Mein Herr hat nur Schändlichkeiten verboten, seien sie offenkundig oder verborgen, dazu Sünde und ungerechte Gewalttat. Und (Er hat verboten,) dass ihr Allah das zur Seite setzt, wozu Er keine Befugnis herabsandte, und (Er hat verboten,) dass ihr (etwas) von Allah aussagt, was ihr nicht wisset.’“ [al-A’raf/7:33]

[49] Allah sagt hierüber:

„Glaubt ihr denn an einen Teil des Buches und leugnet einen anderen Teil?“ [al- Baqara/2:85]

[50] Dies bedeutet, dass sie von ihnen jene wählten, die sie mochten und andere wiederum ablehnten, indem sie zwischen ihnen Unterschiede machten. Dies ist Unglaube, denn der Glaube an die Gesandten umfasst alle - jene, deren Namen wir kennen und jene, die wir nicht kennen - denn ihr Ruf war einer und gleich. Allah sagt:

„Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt worden ist, ebenso die Gläubigen; sie alle glauben an Allah und an Seine Engel und an Seine Bücher und an Seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten.“ [al-Baqara/2:285]

[51] Allah sagt:

„Hast du nicht jene gesehen, die behaupteten, an das zu glauben, was zu dir und was vor dir herabgesandt worden ist? Sie wollen (nun aber) eine rechtswirksame Entscheidung Taghut suchen, wo ihnen doch befohlen worden ist, nicht daran zu glauben; und Satan will sie weit verwirren lassen.“ [an-Nisa’/4:60]

Und Er sagt:

„Wünschen sie etwa die Richtlinien der Dschahiliya? Und wer ist ein besserer Richter als Allah für ein Volk, das fest im Glauben ist?“ [al-Ma’ida/5:50]

[52] Die Ehe ist von der Sunna der Propheten, so wie Allah sagt:

„Wahrlich, schon vor dir entsandten Wir Gesandte und gaben ihnen Frauen und Kinder.“ [ar-Ra’d/13:38]