Riyadus Salihin ()

 

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 Auszüge aus dem

 Riyadus Salihin

مختصر رياض الصالحين

Die Gärten der Rechtschaffenen

von Imam An-Nawawi

(1233-1277)

Aus dem Arabischen übersetzt von Jotiar Muhammad Bamarni


Mit der Bedingung, dass dem Inhalt des Buches nichts hinzugefügt, keine Inhalte aus dem Zusammenhang gerissen oder verändert werden, ist es jedem erlaubt, Texte aus dieser Arbeit zu entnehmen. Das Copyright betreffend ist es, sofern es sich um authentische islamische Projekte handelt, welche der Dawa dienen und nicht mit Copyright versehen werden, erlaubt, den Inhalt dieses Buches anzuführen. Dafür ist es nicht notwendig, mich namentlich zu erwähnen.

Es ist schade, dass wir für solche Fälle nicht mehr Vorbilder wie Imam Schafii haben, der sagte: „Ich wünschte, die Menschen würden von diesem Wissen lernen, (d.h., von seinem Wissen und seinen Büchern lernen) ohne dass mir davon ein einziger Buchstabe zugeschrieben wird.”

Auch meine Wenigkeit wünscht, dass mein Beitrag hier von Nutzen sein wird. Es ist bedenklich, dass uns Ahadith wie der folgende keine Sorge bereiten: „Wer nach Wissen gefragt wird und es verschweigt, dem (dem Mund dieser Person) wird am Tage der Auferstehung ein Zügel aus Feuer angelegt.“ (Abu Dawud und Tirmidhi: ein hassan Hadith. Ein hassan-sahih Hadith laut Abu Dawud [3658] und Tirmidhi [2649], Sahih Al-Dschami’ 6284, Sahih Abu Dawud von Albani 3106)

 67. Auflage November 20172020

 ISBN 978-3-9803633-6-5


بسم الله الرحمن الرحيم

 Vorwort zur 67. Auflage

Es ist nicht verwunderlich, dass das Riyadus Salihin, als ein einfach zu lesendes Werk, weltweit so große Berühmtheit erlangt hat und nach dem Qur’an zu den meistgedruckten Büchern der Welt gehört. Denn es enthält die wichtigsten Ahadith des Propheten Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sollte im Leben und Gottesdienst eines Muslims eine große Rolle einnehmen sowie zum guten Charakter beitragen. Es gibt nunmehr kaum eine gebildete muslimische Familie, die dieses Buch nicht besitzt.

Inzwischen sind auch in deutscher Sprache einige Übersetzungen verschiedener Standardwerke erhältlich, die meisten aber in kleinen Auflagen und zum Teil sehr teuer, sodass es sich die Liebhaber solcher Werke nicht immer leisten können, sich oder ihren Angehörigen einige Exemplare zu gönnen. Der symbolische Preis dieses qualitativ hochwertigen Exemplars soll jeder Mu’mina und jedem Mu’min die Gelegenheit geben, einige Exemplare für den persönlichen Bedarf, für die Moschee und als Geschenk zu erwerben und so für den Tag zu sorgen, an dem niemandem irgendein Besitz nützlich sein wird, außer der Rechtschaffenheit. Es ist meine und eure Aufgabe, liebe Geschwister, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwerfen, indem wir unter anderem dafür sorgen, dass solche authentischen Werke möglichst viele Menschen erreichen, Muslime und Nichtmuslime. Nichtmuslime, damit sie die Kraft, die Nächstenliebe und die Schönheit der Worte des letzten Propheten erkennen und die Vorurteile ablegen können.

Wenn dieses Leben vorüber ist, dann kann man nichts mehr für sich tun, außer diesen drei Taten, die der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  erwähnt: „Wenn der Mensch gestorben ist, dann hören seine (guten) Taten auf – außer in drei (Fällen): Ein rechtschaffenes Kind, das für ihn betet, eine Sadaqa dschariya (Almosengabe, die nach seinem Tod Früchte bringt, wie zum Beispiel das Pflanzen eines Baumes, das Graben eines Brunnens oder die Einrichtung einer Stiftung) und die Verbreitung nützlichen Wissens“ (von Imam Muslim überliefert).


 Warum Auszüge?

Mit unserer neuen Übersetzung möchten wir ein gekürztes, sprachlich einfaches und authentisches Werk zur Verfügung stellen. Ferner sollen Wiederholungen und einige wenige Ahadith, die von Hadith-Gelehrten als da’if[1] eingestuft, vermieden werden. Die Nummerierung der angeführten sahih[2] Ahadith[3] ist die Gleiche wie im arabischen Original. Das heißt, dass die Nummern der nicht angeführten Ahadith übersprungen wurden. Es soll ausdrücklich erwähnt werden, dass die Ahadith, die wir hier nicht angeführt haben, ebenfalls sahih sind, außer 69 Ahadith, die von zuvor erwähnten Gelehrten als da’if eingestuft werden. Ein weiterer Beweggrund für diese „Auszüge“ ist, dass wir etwas Praktisches in einem Band anstatt in mehreren Bänden herausgeben wollten. Außerdem stellte sich die Frage, warum heutzutage viele Menschen solche Werke nicht lesen, obwohl es sich hierbei um Schätze der Menscheit handelt. Einer der Gründe ist, dass die einfachen Leser sich im Dschungel der Isnad-Erklärungen verlieren und dabei den Matn, also die eigentliche Perle, übersehen.

Schwierige Begriffe werden an der gleichen Stelle oder auf der gleichen Seite in Fußnoten erklärt, sodass der Leser oder die Person, die damit unterrichtet, nicht ständig nachblättern muss, um aus einer alphabetischen Liste ein Wort zu suchen. Wie bereits erwähnt, ist die Nummerierung der Ahadith die des Originals Riyadus Salihin, damit jeder die Authentizität der Ahadith schnell vergleichen bzw. sie sich auf Arabisch aneignen oder seinen Kindern oder Schülern beibringen kann.

Damit der Leser sich auf den Matn (die Aussage des Propheten) der Ahadith konzentrieren kann, haben wir den Isnad (die Überlieferungskette) klein gehalten und den Matn fett hervorgehoben. Die Quellen, ob Sahih Buchari, Sahih Muslim oder As-Silsila As-Sahiha, sind für jeden einzelnen Hadith in einer Fußnote aufgeführt.

Es ist noch zu erwähnen, dass einige Ahadith einen zusammengefassten Kommentar enthalten, der von ’Ulama’ stammt, und einigen eine kurze sprachliche Erläuterung folgt, welche aus arabischen Standardwerken wie Lisanu-l-Arab oder An-Nihaya stammen, die neben verschiedenen Erläuterungen zu Riyadus Salihin in Anspruch genommen und ins Deutsche übersetzt wurden.

Sollte irgendein Hadith nicht richtig übersetzt worden sein, sind wir für konstruktive Anregungen bzw. Verbesserungen dankbar und errinnern an die große Belohnung des Großzügigsten aller Großzügigen, des Herrn der Welten. Und vergiss nicht: Eine Übersetzung aus dem Arabischen bleibt immer nur die Rückseite eines schönen Teppichs, und keine Übersetzung der Welt kann die Schönheit der Sprache der Koranverse und der Ahadith wiedergeben. Es bleibt zu sagen: Alles was gut und richtig ist, kommt von Allah, und alles, was schwach und inkorrekt ist, kommt von mir und von Schaitan.

Der Übersetzer

Mekka, 25. Dhu-l-Hidscha 1435


 Kurzbiografie von Imam An-Nawawi

Imam An-Nawawis voller Name war Muhyi-d-din Bin Scharaf Bin Murri Bin Hassan Bin Hussein Bin Muhammad Bin Dschumaa Bin Hizam Abu Zakariya Yahya An-Nawawi. Er war einer der bekanntesten klassischen Gelehrten, der vor allem durch die von ihm zusammengestellte Hadithauswahl Riyadus Salihin – „Gärten der Rechtschaffenen” bekannt wurde, welche nach dem Qur’an zu den meistgedruckten Büchern der Menschheit zählt.

Imam An-Nawawi wurde im Monat Muharram des Jahres 631  n.H. (1233 n.Chr.) in Nawa, einem Dorf südlich von Damaskus, geboren. Dort genoss er in seinem islamisch geprägten Elternhaus eine vorbildliche Erziehung. Bereits als Kind lernte er den Qur’an auswendig und lernte dort bei einigen gelehrten Fiqh. An diesem Dorf kam eines Tages Scheich Yassin Bin Yusuf Al-Marrakischi vorbei, der zufällig sah, dass einige Kinder Yahya zum Spielen zwingen wollten, der jedoch weinend davonlief und währenddessen den Qur’an rezitierte. Daraufhin ging der Scheich zum Vater des Jungen und empfahl ihm, seinen Sohn studieren zu lassen. Frühzeitig erkannten auch seine Eltern die Veranlagung des jungen Yahya für Wissen und Gelehrsamkeit. Deshalb brachte ihn sein Vater im Jahre 649 n.H. nach Damaskus, um im Daru-l-Hadith an der Rawahiya-Madrassa (einer Universität), nahe der Umayyaden-Moschee, mit seinem Studium zu beginnen

Im Jahre 651 n.H. vollzog er mit seinem Vater die Hadsch und kehrte anschließend nach Damaskus zurück, um sich dort weiter dem Studium zu widmen. Schnell erlangte er die Liebe und Bewunderung seines Lehrers Abu Ibrahim Ishaaq Bin Ahmad Al-Maghribi.

Er studierte die meisten Standardwerke sehr gründlich und lernte bei verschiedenen, angesehenen Lehrern seiner Zeit täglich zwölf verschiedene Fächer. Dabei lag sein Schwerpunkt auf allen großen Hadith-Werken sowie der arabischen Sprache, insbesondere der Grammatik und den Grundlagen des Fiqh. Die Liste seiner namhaften Scheichs und die seiner zahlreichen Schüler in vielen Fachgebieten ist sehr lang.

Imam An-Nawawi war außerdem ein gerechter Qadi (Richter) und ein Beispiel für einen Menschen von starkem Iman (Glaube) und vorbildlichem Charakter. Er heiratete nicht, um sich dem Wissen und der ’Ibada zu widmen, obwohl die Ehelosigkeit für einen Muslim, anders als für christliche Mönche, eher selten ist, da der Islam dazu auffordert zu heiraten. Er führte ein bescheidenes Leben, aß, trank und schlief wenig und trug bescheidene Kleidung. Finanzielle Gaben von den Herrschenden lehnte er ab. Er fürchtete keinen Herrscher und verteidigte stets furchtlos das Recht der Schwachen.

Schon im Jahre 665 d.H. (1267 n.Chr.) wurde er Scheich und Lehrer der Schule, in der er studierte.

Sein Einkommen als Scheich war sehr hoch, doch er gab davon nichts für sich selbst aus, sondern hinterlegte es bei einem Verantwortlichen in der Schule, und nach einem Jahr steckte er diese Ersparnisse in eine Stiftung für Daru-l-Hadith oder kaufte Bücher für die Bibliothek der Schule.

Als der Sultan Adh-Dhahir Bibars die Tataren besiegte und nach Damaskus kam, behauptete der Schatzmeister des Baitu-l-Mal vor dem Sultan, dass viele der Felder von Asch-Scham dem Staat gehörten und einige davon vom Sultan unrechtmäßig legalisiert werden sollten. Als Imam An-Nawawi sich für diese Rechte einsetzte, verweigerte man ihm sein Gehalt. Er gab jedoch nicht auf, bis er das Recht für diese Leute auf seiner Seite hatte und damit für sie zurückgewann.

Seiner Aufgabe, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwerfen, ging er stets nach, und wenn er bei den Herrschern eine beratende Funktion einnahm, vertrat er nicht seine Privatinteressen; einer der Gründe, aus denen er stets furchtlos auftreten konnte. Seine Zivilcourage und sein Einsatz für Wahrheit und Gerechtigkeit um Allahs willen gegenüber Machthabern kannten keine Grenzen.

Mit 30 Jahren begann er im Jahre 660 neben seinen Studien der arabischen Grammatik, des Rechts und der Ahadith mit dem Verfassen seiner Werke, zu denen auch ein großes Werk, Erläuterungen zu Sahih Muslim, gehört. Darüber hinaus war er als Jurist ein hoch angesehener Qadi. Aus den Werken von Buchari und Muslim und anderen Hadithwerken stellte er sein besonders populäres Werk Riyadus Salihin zusammen, das, obwohl ein kleines Buch mit wenig Arbeit, dafür aber mit viel Liebe und Aufrichtigkeit, neben dem Qur’an zu einem der meistgedruckten Bücher der Welt zählt. Als Autor vieler wertvoller Bücher ist sein Stil und sein Ausdruck als sehr klar und unkompliziert bekannt.

Insgesamt pilgerte er zweimal nach Mekka.

Er lebte nicht länger als 45 Jahre, und trotzdem legte Allah sehr viel Segen in seine Arbeit. Seine Bücher strahlen wie die Sonne über die gesamte Erde, als hätte er hunderte von Jahren gelebt. Juristen, Pädagogen, Eltern und Bibliotheken können auch heute nicht auf seine wertvollen Schätze verzichten.

Seine Werke, welche ganz verschiedene Gebiete umfassen, sind alle von herausragender Qualität. Dazu gehören unter anderem sein namhaftes Büchlein Al-Arba’un An-Nawawiya, eine Zusammenstellung von rund 40 grundlegenden Ahadith, Werke zur Einführung in die Grundlagen des Islams, die ‘Aqida, den Fiqh und die Hadith-Wissenschaft sowie viele weitere.

Im Jahre 676 gab er alle Bücher, die er von Awqaf (islamische Stiftung) ausgeliehen hatte, zurück, besuchte die Gräber seiner Scheichs und betete für sie, als ob er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Danach verabschiedete er sich von seinen Freunden und Bekannten. Nachdem er dann seinen Vater in seinem Heimatdorf besucht hatte, reiste er nach Jerusalem und Al-Chalil, um anschließend zu seinem Vater nach Nawa zurückzukehren, wo er erkrankte und am 24. Radschab des Jahres 676 starb. Als diese Nachricht Damaskus erreichte, legte sich große Trauer über die Stadt. Der oberste Qadi von Damaskus, Izzuddin Muhammad Bin As-Saigh, reiste gemeinsam mit einer hochrangigen Delegation zum Grab des Imam An-Nawawi in Nawa und betete das Totengebet für ihn.

Bei dem Werk Riyadus Salihin handelt es sich um die bis heute verbreitetste Hadithsammlung zu moralisch-erzieherischen Zwecken von Überlieferungen des Propheten Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, die sich mit guten Charaktereigenschaften und alltäglicher Lebenspraxis befassen, welche nicht nur bei den Gelehrten Anwendung finden, sondern bei jedermann. In den meisten Kapiteln zitiert An-Nawawi vorab einige zum Thema passende Verse aus dem Qur’an. Dazu gehören die gute Absicht, Aufrichtigkeit, Friedenstiften, Geduld, Wohltätigkeit, das Gebieten des Guten und das Verbieten des Schlechten, das Halten von Versprechen, der soziale Umgang innerhalb und außerhalb der Familie usw.

Möge Allah Imam An-Nawawi mit Al-Firdaws belohnen und uns ihn als Vorbild betrachten lassen.


 Aufrichtigkeit und gute Absicht in allen offenen und geheimen Taten, Äußerungen und Situationen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und doch war ihnen nichts anderes befohlen worden, als Allah treu in lauterem Glauben zu dienen und das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten, und das ist die Religion der Geradlinigkeit.“ (Qur’an 98:5)[4]

Und Allah, der Erhabene, sagt: „Weder ihr Fleisch noch ihr Blut werden Allah erreichen, aber Ihn erreicht die Gottesfurcht von euch.“ (22:37)

Und Allah, der Erhabene, sagt: „Sag: Ob ihr verbergt, was in euren Brüsten ist oder es offenlegt, Allah weiß es.“ (3:29)

1. ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs sagen: „Die Taten sind entsprechend den Absichten, und jedem Menschen (gebührt), was er beabsichtigt hat. Wer seine Auswanderung für Allah und Seinen Gesandten unternahm, dessen Auswanderung war für Allah und Seinen Gesandten, und wer seine Auswanderung unternahm, um im Diesseits etwas zu erlangen oder um eine Frau zu heiraten, dessen Auswanderung war für das, dessentwillen er auswanderte.“

(Buchari 1, 54, 2529, 3898, 5070, 6689, 6953; Muslim 1907; Tirmidhi 1647; Abu Dawud 2201; Nasa’i 75, 3437, 3803; Ibn Madschah 4227)[A1] 

2. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Heer wird die Kaaba überfallen (wollen). Wenn es in Bayda’ (in der Wüste) ankommt, wird das ganze Heer im Erdboden versinken.“

Sie sagte: „Ich fragte: ‚O Gesandter Allahs! Wie sollten sie alle versinken, wo unter ihnen auch Unschuldige sind, die nicht zum Heer gehören?’” Er sagte: „Sie werden alle (in der Erde) versinken, doch jeder von ihnen wird (am Jüngsten Tag) seinen Absichten gemäß  auferstehen.“

(Buchari 2118, Muslim 2884. Die hier überlieferte Fassung stammt von Buchari.)

3. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es gibt nach dem Fath (der Einnahme Mekkas) keine Auswanderung mehr, sondern Dschihad und guten Vorsatz (oder gute Absicht) (Niyya); und wenn ihr zum Aufbrechen (zum Dschihad) aufgerufen werdet, folgt dem Ruf.“

(Buchari 3899, Muslim 1864)

An-Nawawi: D.h., ab jetzt gibt es keine Auswanderung mehr aus Mekka, weil es Daru-l-Islam (Land des Islams) geworden ist.

4. Abu Abdullah Dschabir Bin Abdullah Al-Ansari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: (Eines Tages) waren wir mit dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf einem Feldzug, als er sagte: „In Medina gibt es Männer, die bei euch sind, ganz gleich, wohin ihr marschiert, und ganz gleich, welches Tal ihr passiert. Aber Krankheit hat sie verhindert.“

Und in einer anderen Überlieferung: „Sie haben einen Anteil an eurer Belohnung.“ (Muslim)

Buchari überliefert dies ebenfalls von Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, der berichtete: Wir kamen gemeinsam mit dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – von der Ghazwat Tabuk (dem Tabuk-Feldzug) zurück, als er sagte: „In Medina sind Leute zurückgeblieben, die mit uns sind, ganz gleich welche Gebirge und Täler wir passieren. Aber ein Grund verhinderte sie.“

(Buchari 2839, Muslim 1911, Ibn Madschah 2765)

5. Abu Yazid Ma‘n Bin Yazid Bin Al-Achnas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – (er, sein Vater und sein Großvater waren Gefährten des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –) berichtete: Mein Vater Yazid hatte einige Dinar und wollte sie als Sadaqa geben, weshalb er sie bei einem Mann in der Moschee ließ. Ich kam, nahm es (das Geld) und ging damit zu ihm (zum Vater).

Er sagte: „Bei Allah, nicht für dich habe ich das gewollt!“ (Er hatte nicht die Absicht gehabt, das Geld seinem Sohn das zu geben.) Ich brachte meinen Streit mit ihm zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Er sagte: „O Yazid, für dich ist (Belohnung) für das, was du beabsichtigt hast, und für dich, o Ma’n, ist, was du bekommen hast (das Geld).“

(Buchari)

7. Abu Huraira Abdurrahman Bin Sachar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah schaut nicht auf euren Körper oder euer Äußeres, sondern in eure Herzen und eure Taten.“.“

(Muslim 2564)

8. Abu Musa Abdullah Bin Qays Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – wurde über einen Mann, der kämpft, um mit seiner Tapferfkeit anzugeben, über einen, der aus Stolz kämpft und über einen anderen, der aus Wichtigtuerei kämpft. Wer von ihnen kämpfe auf dem Wege Allahs? Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Derjenige, der (mit der Absicht) kämpft, dass das Wort Allahs das Höchste ist, ist auf dem Wege Allahs.“

(Buchari und Muslim)

9. Abu Bakra Nufai Bin Al-Harith Ath-Thaqafi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  sagte: „Wenn zwei Muslime ihre Schwerter gegeneinander richten, dann kommen alle beide, der Mörder und der Ermordete, ins Höllenfeuer.“ Daraufhin sagte ich: „O Gesandter Allahs, das war der Mörder, aber was ist mit dem Ermordeten?“ Er antwortete: „Er war auch bestrebt, seinen Gefährten zu töten.“

(Buchari 129/1 [477], Muslim 128/2 [649], [272] und [273])

10. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Gebet eines Mannes in der Dschamaa (Gemeinschaftsgebet) hat zwanzig Rangstufen mehr als sein Gebet in seinem Geschäft oder in seinem Zuhause. Und das es ist so, wenn jemand Wudu’ (Gebetswaschung) verrichtet und dies gründlich macht, dann zur Moschee geht und dabei nichts anderes vorhat als das Gebet – nichts als das Gebet bewegt ihm zum Aufbrechen dorthin –, der wird für jeden Schritt um ein Rangstufe erhöht und ihm wird eine Sünde getilgt (vergeben), bis er die Moschee betreten hat. Sobald er die Moschee betritt, ist es so als ob er sich im Gebet befindet*, solange das Gebet ihn aufhält.

Und die Engel sprechen Bittgebete für ihn, solange er sich an seinem Gebetsplatz befindet, an dem er betete, und sagen: ‚O Allah, erbarme Dich seiner, o Allah, vergib ihm, o Allah, nimm seine Reue an!’, solange er dort niemanden schadet, nichts Schlechtes tut und sein Wudu’ nicht gebrochen ist.“

(Buchari 477, Muslim 649, Abu Dawud 559, Ibn Madschah 786. Dies ist die Version Muslims.)

*D.h., er wird von Allah, dem Erhabenen, so belohnt, als würde er die gesamte Zeit, die er auf das Gebet wartet, sich im Gebet befinden.

11. Abu-l-’Abbas Abdullah Bin ’Abbas Bin Abdul-Muttalib – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – erzählte, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – von seinem Herrn, dem Gesegneten und Erhabenen, berichtete: „Allah hat die guten und die schlechten Taten niedergeschrieben.“ Dann erklärte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wer etwas Gutes beabsichtigt und es nicht durchführt, dem rechnet Allah, der Gesegnete und Erhabene, dies bei Sich als eine volle gute Tat an. Wenn er es beabsichtigt und durchführt, dann rechnet Allah ihm dies bei Sich als zehn gute Taten, bis zum Siebenhundertfachen und bis zum Vielfachen, an. Und wer etwas Schlechtes beabsichtigt, es aber nicht durchführt, dem wird Allah dies als eine volle gute Tat anrechnen. Hat er diese schlechte Tat jedoch durchgeführt, so rechnet Allah ihm nur eine schlechte Tat an.“ (Buchari 6491, Muslim 131)

12. Abu Abdurrahman Abdullah Bin ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – erzählte, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Einst mussten drei Männer die Nacht in einer Höhle verbringen. Ein Fels fiel von dem Berg herunter und blockierte den Höhlenausgang. Sie sagten zu sich, dass der einzige Weg, der sie befreien könnte, wäre, im Namen ihrer guten Taten zu Allah zu beten.

Der (erste) Mann sagte: ‚O Allah! Meine Eltern waren alt. Vor ihnen gab ich weder meinen Kindern noch meinen Verwandten das Milchgetränk. Eines Tages, als ich mich während der Suche nach Bäumen entfernte, kehrte ich erst zurück, nachdem sie (die Eltern) bereits eingeschlafen waren. Als ich (die Tiere) gemolken hatte und ihnen ihren Trunk brachte, waren sie schon eingeschlafen. Ich wollte sie nicht stören, aber von dem Getränk auch nicht meinen Kindern geben, bevor nicht meine Eltern getrunken hatten. Also wartete ich mit dem Gefäß in der Hand bis zum Anbruch der Morgenröte darauf, dass meine Eltern aufwachten, während die Kinder zu meinen Füßen weinten und jammerten. Als sie erwachten, bekamen sie ihr Getränk. O Allah! Wenn ich dies tat, um Dein Wohlgefallen zu erlangen, dann rette uns aus der Lage, in die uns dieser Fels gebracht hat.’ Da löste sich der Fels etwas, doch sie gelangen noch nicht hinaus.

Der zweite sagte: ‚O Allah! Ich hatte eine Cousine, die ich mehr liebte, als je ein Mann eine Frau geliebt hat. Ich wollte sie, sie aber mied mich. Als sie in einem der Jahre in Not geriet, kam sie zu mir (um meine Hilfe zu erbitten). Ich bot ihr einhundertzwanzig Dinar unter der Bedingung, ihr beischlafen zu dürfen. Als ich gerade im Begriff war, mit ihr zu verkehren, bat sie mich: »Fürchte Allah und brich das Siegel nicht, es sei denn rechtmäßig!«[5] Ich ließ von ihr ab, obwohl sie mir der liebste Mensch war. Ich ließ ihr auch das Gold, was ich ihr gegeben hatte. O Allah! Wenn ich dies tat, um Dein Wohlgefallen zu erlangen, dann rette uns aus dieser Lage!’

Da löste sich der Fels ein wenig mehr, doch sie gelangen noch nicht hinaus.

Der dritte sagte: ‚O Allah! Ich beschäftigte Arbeiter und bezahlte ihnen ihren Tageslohn, doch einer von ihnen ließ seinen Lohn zurück und ging. Ich investierte seinen Lohn, so dass er sich vermehrte. Nach einiger Zeit kam er (der Arbeiter) zu mir zurück und sagte: »O Diener Allahs, gib mir meinen Lohn!« Ich sagte zu ihm: ‚Alles, was du siehst, ist dein Lohn: Kamele, Rinder, Schafe und Sklaven.« Er sagte: »O Diener Allahs, mache dich nicht lustig über mich!« Ich sagte: »Ich mache mich nicht lustig über dich.« Dann nahm er alles und ließ nichts zurück. O Allah! Wenn ich dies tat, um Dein Wohlgefallen zu erlangen, dann rette uns aus dieser Lage!’ Da löste sich der Fels, und sie gelangen hinaus.“ (Buchari 2215, Muslim 2743)


 Reue (Tauba)

Die Gelehrten (’Ulama’) sagen: Die Reue ist bei jeder Sünde Pflicht, und wenn die Sünde zwischen einem Diener Allahs und Allah, dem Erhabenen, besteht, und nicht mit dem Recht eines anderen Menschen zu tun hat, gibt es drei Bedingungen:

1. Dass er diese Sünde unterlässt

2. Dass er bereut, es getan zu haben

3. Dass er sich entschließt, diese Sünde nicht mehr zu begehen.

Wenn einer dieser drei Punkte nicht gegeben ist, wird seine Reue nicht angenommen.

Wenn die Sünde mit einem anderen Menschen zu tun hat, dann gibt es vier Bedingungen: Die drei oben genannten und

4. Dass er dem Geschädigten sein Recht zurückgibt, ob es sich nun um Besitz oder etwas anderes handelt. Wenn es sich um Verleumdung oder Ähnliches handelt, muss er dafür Sorge tragen, dass der Geschädigte sein Recht zurückerlangt und/oder ihn um Verzeihung bitten. Handelt es sich um üble Nachrede, muss er diese zurücknehmen.

Außerdem muss er alle Sünden bereuen. Bereut er jedoch nicht alle, gilt seine Reue nur für die Sünden, die er bereut, die restlichen (Sünden) bleiben bestehen.

Aus den Beweisen des Buches (Qur’an) und der Sunna und mit der Einstimmigkeit (der ’Ulama’) der Umma ergibt sich die Notwendigkeit der Reue.

Allah, der Erhabene, sagt:

 „[…] Und wendet euch allesamt reumütig Allah zu, o ihr Gläubigen, auf dass ihr erfolgreich sein möget.“ (Qur’an 24:31)

 „(Und Ich bin zu euch gesandt worden, auf) dass ihr Vergebung von eurem Herrn erflehet und euch dann reumütig zu Ihm bekehret. […](11:3)

 „O ihr, die ihr glaubt, wendet euch in aufrichtiger Reue zu Allah. […](66:8)

13. Abu Huraira  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Bei Allah, ich bitte Allah um Vergebung und wende mich Ihm mehr als siebzig Mal am Tag reuevoll zu.“ (Buchari)

14. Al-Aghar Bin Yasar Al-Muzni – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „O ihr Menschen, bittet Allah um Vergebung und wendet euch Ihm reumütig zu, auch ich bitte Ihn hundertmal am Tag um Vergebung.“ (Muslim)

15. Abu Hamza Anas Bin Malik – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah freut sich mehr über die Tawba (Reue) Seines Dieners, als einer von euch (sich freut), der sein Reitkamel plötzlich wiederfindet, nachdem es in der Wüste verloren gegangen war.“

(Buchari und Muslim)

Und in einer Überlieferung von Muslim heißt es:

„Allah freut sich über die Tawba (Reue) Seines Dieners mehr als einer von euch (sich freut), dessen Reittier mit seinem Essen und Trinken in der Wüste davongelaufen war und der keine Hoffnung mehr hatte, es (wiederzufinden) und sich in den Schatten eines Baumes legte. Da stand sein Tier plötzlich bei ihm. Er nahm seine Zügel und sagte überglücklich: ‚O Allah, Du bist mein Diener und ich bin Dein Herr!’ Vor lauter Freude versprach er sich.“

(Muslim 2747, in Sahih Buchari ist der Hadith nur kürzer, Nr. 6309.)

16. Abu Musa Abdullah Bin Qays Al-Asch‘ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah reicht Seine Hand in der Nacht, um dem Sünder des Tages zu vergeben und reicht Seine Hand am Tag, um dem Sünder der Nacht zu vergeben, solange bis die Sonne im Westen aufgeht (Tag der Auferstehung).“ (Muslim)

17. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:„Wer Tawba macht, bevor die Sonne im Westen aufgegangen ist, dessen Reue wird Allah annehmen.“ (Muslim)

18. Abu Abdurrahman Abdullah Bin ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet  – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Erhabene, nimmt die Tawba (Reue) eines Dieners an, solange er noch nicht in seinen letzten Atemzügen ist.”

(Laut At-Tirmidhi ein hassan Hadith)

19. Abu Musa Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  überliefert: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Mensch wird (am Tag der Auferstehung) mit dem sein, den er liebt.”

(Buchari 6170, Muslim 2641)

20. Abu Sa‘id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „In der Vergangenheit gab es in einem Volk einen Mann, der 99 Menschen getötet hatte. Er fragte nach dem gelehrtesten Menschen der Welt. Man zeigte ihm einen Mönch, zu dem er ging und fragte: ‚Ich habe 99 Menschen getötet. Gibt es Vergebung für mich?’ Er antwortete: ‚Nein!’ Da tötete er auch diesen (den Mönch) und brachte es damit auf 100 (Opfer). Er fragte weiter nach dem gelehrtesten Menschen der Welt. Man zeigte ihm einen gelehrten Menschen. Er sagte ihm, dass er 100 Menschen getötet habe und fragte, ob es Vergebung für ihn gebe. Dieser (Gelehrte) sagte: ‚Ja. Wer kann zwischen dir und der Reue stehen? Begib dich zu dem und dem Land. Dort gibt es Leute, die Allah, den Erhabenen, anbeten. Diene Allah mit ihnen und kehre nicht in dein Land zurück, denn es ist ein schlechtes Land.’ Er brach auf und hatte die Hälfte des Weges hinter sich gelassen, als der Tod zu ihm kam. Da begann ein Streit zwischen dem Engel der Gnade und dem Engel der Strafe darüber (wer seine Seele übernehmen dürfe). Der Engel der Gnade sprach: ‚Er hat sich von ganzem Herzen reumütig Allah, dem Erhabenen, zugewandt.’ Der Engel der Strafe sagte: ‚Er hat nie etwas Gutes getan.’ Da kam (ein Engel) in Menschengestalt, und sie setzten ihn als Schiedsrichter zwischen ihnen ein. Dieser sagte: „Messt die Entfernung zwischen den zwei Ländern aus. Welchem Land er näher ist, zu dem gehört er.“ Sie maßen es aus und stellten fest, dass er dem Land, in das er gehen wollte, näher war. Da übernahmen ihn die Engel der Gnade.“

In einer anderen Sahih-Überlieferung heißt es: „Er war dem rechtschaffenen Land eine Handbreit näher, so wurde er zu diesem gezählt.“

Und in einer weiteren Überlieferung heißt es: „Allah, der Erhabene, befahl der einen (Seite), sich zu entfernen, und der anderen, sich zu nähern, und sagte dann: ‚Messt zwischen den beiden!’ Sie sahen, dass er eine Handbreit näher an diesem (Land der Rechtschaffenen) war. Da wurde ihm vergeben.“

(Buchari 3470, Muslim 2766)

23. Ibn ’Abbas und Anas Bin Malik – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – überliefern, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn der Sohn Adams (der Mensch) ein Tal voller Gold hätte, würde er sich wünschen, zwei Täler davon zu haben; und nichts als Erde wird seinen Mund füllen; Allah vergibt demjenigen, der sich Ihm reumütig zuwendet.“

(Buchari und Muslim)

24. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Erhabene, lacht zwei Männer an: Einer tötet den anderen, doch beide treten ins Paradies ein: Der eine kämpft auf dem Wege Allahs und wird getötet. Da wendet sich der, der ihn getötet hat, reumütig Allah zu und nimmt den Islam an; dann stirbt er als Märtyrer.“

(Buchari und Muslim)

 Geduld (Sabr)

Allah, der Erhabene sagt:

„O ihr, die ihr glaubt, übt Geduld und wetteifert in Geduld. […](Qur’an 3:200)

 „Und gewiss werden Wir euch prüfen durch etwas Angst, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten. Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft.“ (2:155)

 „[…] Wahrlich, den Geduldigen wird ihr Lohn (von Allah) ohne zu rechnen gewährt werden.“ (39:10)

„Und wahrlich, wer geduldig ist und vergibt – das ist gewiss eine Tugend der Entschlossenheit in allen Dingen.“ (42:43)

[…] Sucht Hilfe in der Geduld und im Gebet; wahrlich Allah ist mit den Geduldigen.“ (2:153)

„Und Wir werden euch ganz gewiss prüfen, bis Wir feststellen, welche sich abmühen von euch und welche standhaft sind.“ (47:31)

Die Verse über die Geduld und ihre Vorzüge sind zahlreich und bekannt.

25. Abu Malik Bin Al-Harith Bin Asim Al-‘Asch ‘ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Reinheit ist die Hälfte des Glaubens. Al-hamdu li-llah füllt die Waagschale, und Subhan Allah und Al-hamdu li-llah füllen den Raum zwischen Himmel und Erde. Das Gebet ist ein Licht, Almosengeben ist ein Beweis (für Rechtschaffenheit), Geduld ist der Glanz und der Qur’an ist ein Argument für oder gegen dich. Jeder Mensch geht in den Tag hinein, um seine Seele zu verkaufen, und entweder befreit er sie, oder er stürzt sie ins Verderben.“

(Muslim 223)

26. Abu Sa’id Sa’d Bin Malik Bin Sinan Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass Leute der Ansar (Helfer aus Medina) den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – baten, ihnen etwas zu geben und er gab es ihnen. Sie baten erneut, und er gab ihnen, bis er nichts mehr bei sich hatte. Als seine Hände leer waren, sagte er zu ihnen:

„Was ich habe, werde ich euch nicht vorenthalten und werde euch davon geben. Wer sich aber beherrscht, so wird Allah ihm genügend geben; wer zufrieden ist, der wird von Allah beschenkt; und wer sich geduldet oder standhaft ist, dem wird Allah Geduld (Standhaftigkeit) geben. Keinem von euch ist ein Geschenk gegeben worden, das besser ist als die Geduld.“ Abu Sa‘id Sa‘d Bin Malik Bin Sinan Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass Leute der Ansar (Helfer aus Medina) den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – baten (bettelten), ihnen etwas zu geben und er gab es ihnen. Sie baten erneut, und er gab ihnen, bis er nichts mehr bei sich hatte. Als er nichts mehr in der Hand hatte, sagte er zu ihnen: „Was ich habe, werde ich euch nicht vorenthalten und werde euch davon geben. Wer sich jedoch beherrscht, dem wird Allah genügend geben; wer zufrieden ist, der wird von Allah bereichert; und wer sich geduldet, dem wird Allah Geduld geben. Keinem von euch ist ein besseres Geschenk gegeben worden als die Geduld.“

(Buchari 1469, Muslim 1053)

27. Abu Yahya Suhaib Bin Sinan – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Angelegenheit des Gläubigen ist zu bewundern, denn alle seine Angelegenheiten sind gut, und dies ist bei niemandem so, außer bei einem Gläubigen. Wenn ihm also etwas Erfreuliches widerfährt und er (Allah) dankt, ist das gut für ihn, und wenn er einen Schaden erleidet und sich in Geduld übt, so ist auch das gut für ihn.“

(Muslim 2999)

29. Usama Bin Zaid – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, der Mawla* des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – der der Liebling des Gesandten war, wie auch sein Vater der Liebling des Gesandten war, berichtete, dass die Tochter des Gesandten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – nach ihm – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – schickte, (mit der Nachricht,) ihr Sohn liege im Sterben.

Usama Bin Zaid – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Wir waren beim Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, als eine seiner Töchter nach ihm – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – schickte, mit der Nachricht, ihr Kind oder ihr Sohn sterbe und er solle zu ihr kommen.

Er sagte zu dem Boten: „Gehe zu ihr zurück und sage ihr: ‚Gewiss, Allah gehört, was Er genommen hat, und Ihm gehört, was er gegeben hat, und alles hat bei Ihm eine vorbestimmte Frist.’ Richte ihr aus, dass sie sich in Geduld üben und die Belohung (von Allah) erwarten soll.“ Der Bote kam erneut und sagte: ‚Sie hat gesagt: »Bei Allah, er soll kommen. Da stand der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf, und mit ihm standen auch Sa‘d Bin Ubada und Mu‘adh Bin Dschabal (andere Überlieferung: Ubay Bin Ka‘b, Zaid Bin Thabit und andere Männer) auf. Und ich ging auch mit. Der Junge wurde dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – gereicht. Seine Seele kämpfte mit dem Tode. Er nahm ihn auf seinen Schoß. Da flossen Tränen aus seinen Augen (des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden). Da sagte Sa‘d zu ihm: ‚Was ist das, o Gesandter Allahs?’ Er sagte: ‚Das ist eine Barmherzigkeit, die Allah in die Herzen Seiner Diener gelegt hat. Und Allah erbarmt Sich derjenigen von Seinen Dienern, die barmherzig sind.’“

(Buchari und Muslim)

*Für Mawla ist mir kein deutsches Wort bekannt. Der in diesem Hadith erwähnte Mawla wurde einst vom Gesandten Allahs aus der Sklaverei befreit. Der Gesandte Allas – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und seine Gefährten befreiten im Laufe ihres Lebens viele Sklaven. Einen aus der Sklaverei Befreiten nennt man „Mawla von Soundso“. Hier handelt es sich um Usama, den Sohn des einst aus der Sklaverei Befreiten Zaid, den der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – wie sein eigenes Kind behandelte. Als sein Vater ihn abholen wollte, zog er es vor, beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zu bleiben.

32. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Allah, der Erhabene sagt: ‚Es gibt keine (andere) Belohnung bei Mir für Meinen gläubigen Diener, dem ich den von ihm am meisten Geliebten (seiner Angehörigen) in dieser Welt nehme und der auf Belohnung hoffend (geduldig bleibt), als das Paradies.’“

(Buchari 6424)

33. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass sie den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – über die Pest befragte. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –berichtete ihr, dass „die Pest eine Qual ist, die Allah, der Erhabene, schickt, wem Er will. Für die Gläubigen wird eine Barmherzigkeit daraus. Denn jeder Diener Allahs, der durch die Pest gequält wird und an seinem Wohnsitz geduldig bleibt, wohl wissend, dass er (von Allah) belohnt wird, und dass ihm nichts geschehen wird als das, was Allah für ihn bestimmt hat, wird den Lohn eines Märtyrers erhalten.“

(Buchari 3474)

34. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichetet, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Allah, der Erhabene, sagte: ‚Wenn Ich meinen Diener an den beiden von ihm am meisten Geliebten (den Augen) prüfe und er geduldig bleibt, dann ersetze Ich es ihm mit dem Paradies.“

(Buchari 5652, Muslim 2576)

36. Abu Abdurrahman Abdullah Bin Mas‘ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte, als sehe er den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – vor sich, während dieser – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – aus dem Leben eines der anderen Propheten – Allah schenke ihm Frieden – erzählte. Er wurde von seinem Volk geschlagen, sodass er blutete. Er wischte das Blut aus seinem Gesicht und sagte: „O Allah! Vergib meinem Volk, denn sie sind unwissend.“

(Buchari 3477, 6629; Muslim 1792)

37. Abu Sa‘id und Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichteten: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Für jede Anstrengung, jede Krankheit, jede Sorge, jedes Leid, jeden Schmerz und jeden Kummer, die einen Muslim treffen, sogar für den Stich eines Dorns, löscht Allah (etwas) von seinen Sünden.“

(Buchari 5641, 5642; Muslim 2573)

39. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn Allah einem Menschen Gutes will, (prüft Er ihn,) indem er es schwer haben wird.“

(Buchari)

40. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Niemand von euch soll sich den Tod wünschen, weil ihn ein Leid getroffen hat. Wenn es unbedingt sein muss, soll er sagen: ‚O Allah, mein Herr, lass mich am Leben, solange das Leben für mich besser ist, und lass mich sterben, wenn der Tod besser für mich ist!‘“

(Buchari und Muslim)

45. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Stark ist nicht derjenige der ringt; vielmehr ist stark, wer sich nicht gehen lässt, wenn er erzürnt wird.“

(Buchari 6114, Muslim 2609)

47. Mu‘adh Bin Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Wer seine Wut unterdrückt, obwohl er in der Lage wäre, sich zu rächen, den wird Allah, der Gepriesene und Erhabene, am Tage der Auferstehung vor den Augen der Menschheit rufen und ihn von den Huril ‘Ain wählen lassen, welche er möchte.“

(Abu Dawud und Tirmidhi, laut Tirmidhi ein hassan Hadith. Scheich Albani stuft ihn als sahih ein.)

48. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass ein Mann zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kam und sagte: „Gib mir einen Rat!“ Er sagte: „Werde nicht zornig!“ Und er wiederholte dies mehrere Male, und er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Werde nicht zornig!“

(Buchari 6116)

49. Abu Huraira  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Der gläubige Mann und die gläubige Frau werden stets geprüft werden, am eigenen Leib, an ihren Kindern und an ihrem Besitz, bis sie Allah, dem Erhabenen, ohne Sünde gegenüberstehen.“

(Authentisch: von Tirmidhi überliefert und in As-Silsila As-Sahiha von Albani Nr. 2280)


 Aufrichtigkeit

Allah, der Erhabene, sagt:

„O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen.“ (9:119)

[…] Die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen […](33:35)

 „[…] Es wäre für sie am besten, sie würden Allah gegenüber aufrichtig sein.“ (47:21)

54. Ibn Mas‘ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Aufrichtigkeit führt auf den Weg der Tugend, und die Tugend führt zum Paradies. Ein Mensch, der nur die Wahrheit sagt, wird von Allah als Siddiq (Aufrichtiger) bezeichnet. Und das Lügen führt zum Übel, und das Übel führt ins Höllenfeuer; und ein Mensch, der immer wieder lügt, wird von Allah als Lügner bezeichnet.“

(Buchari 6094, Muslim Nr. 2607)

55. Abu Muhammad Al-Hassan Bin Ali Bin Abi Talib – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete:

Ich habe vom Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – Folgendes auswendig gelernt: „Lass das, weswegen du Zweifel hast, zugunsten dessen, woran du nicht zweifelst. Denn die Aufrichtigkeit ist das Gefühl der Sicherheit, und das Lügen ist das Zweifeln.“

(Tirmidhi. Laut At-Tirmidhi ein sahih Hadith. Auch Scheich Albani stuft ihn als sahih ein.)

59. Abu Chalid Hakim Bin Hazam – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Käufer und Verkäufer haben die Wahl, solange sie sich noch nicht getrennt haben. Wenn sie sich die Wahrheit sagen und (nichts verschweigen und alles) offen legen, wird ihr Geschäft gesegnet sein. Wenn sie aber verbergen und lügen, wird der Segen ihres Handels vernichtet werden.“

(Buchari 2079, Muslim Nr. 1532)


 Beobachtung (Al-Muraqaba)

Allah, der Erhabene, sagt:

„Der dich sieht, wenn du (im Gebet) dastehst, und (Der) deine Bewegungen inmitten derer, die sich (vor Ihm) niederwerfen […].“ (26:218-219)

[…] Und Er ist mit euch, wo immer ihr (auch) sein möget. […](57:4)

„Vor Allah ist wahrlich nichts verborgen, weder in der Erde noch im Himmel.“ (3:5)

„Wahrlich, dein Herr ist ständig auf der Wacht.“ (89:14)

„Er kennt die Verräterei der Blicke und alles, was die Herzen verbergen.“ (40:19)

60. ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Als wir eines Tages beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – saßen, erschien bei uns ein Mann in vollkommen weißer Kleidung mit tiefschwarzem Haar. An ihm waren keine Reisespuren zu sehen, und niemand von uns kannte ihn. Er setzte sich zum Propheten, seine Knie berührten die des Propheten, er legte seine Hände auf seinen Oberschenkel[6] und fragte: „O Muhammad! Erzähl mir, was Islam bedeutet.“

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Islam bedeutet, dass du

1. bezeugst, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist,

2. dass du das Gebet verrichtest,

3. die Zakat entrichtest,

4. im Monat Ramadan fastest

5. und die Wallfahrt zum Hause Allahs unternimmst, sofern du dazu in der Lage bist.“

Der Mann sagte: „Das ist richtig!“

Wir waren erstaunt, dass er fragte und gleichzeitig die Antwort als Wahrheit bestätigte.

Dann fragte er: „Erzähle mir, was Iman[7] bedeutet!“ Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Iman bedeutet, an

1. Allah,

2. Seine Engel,

3. Seine Bücher,

4. Seine Gesandten,

5. den Jüngsten Tag und

6. an die Vorherbestimmung zu glauben, (welche Allah bestimmt hat), sei sie gut oder schlecht.“

Er sagte: „Das ist richtig! Jetzt erzähle mir vom Ihsan (die höchste Stufe der Güte, des Wohltuns, des rechten Tuns).“

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Du sollst Allah so anbeten, als sähest du Ihn, denn auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich doch.“ Der Mann sagte: „Erzähle mir von der Stunde (dem Jüngsten Tag).“ Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Darüber weiß der Befragte nicht mehr als der Fragende.“

Der Mann sagte dann: „So erzähle mir von den Vorzeichen der Stunde (des Jüngsten Tages). Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:(Zu ihnen gehört), dass die Dienerin ihre Herrin gebiert und dass barfüßige, nackte und mittellose Schafhirten hohe Gebäude errichten.“ Schließlich ging der Mann fort, und ich blieb noch eine Weile.

Dann fragte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „O ’Umar, weißt du, wer dieser (Mann) war, der diese Fragen stellte?“ Ich sagte: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten!“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es war Dschibril (Gabriel), der gekommen ist, um euch eure Religion zu lehren.“

(Muslim 8, Tirmidhi 261, Nasa’i 4990, Ibn Madschah 63)

61. Abu Dharr und Mu‘adh Bin Dschabal – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichteten: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Fürchte Allah, wo immer du bist, und lass der bösen (Tat) eine gute (Tat) folgen, so wird sie ausgelöscht, und behandele die Menschen mit gutem Charakter!“

(Al-Dschami’ as-saghir von Albani, Nr. 97. Überliefert bei Tirmidhi.)

62. Ibn ’Abbas  – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass er eines Tages (auf einer Reise) hinter dem Propheten saß, als dieser – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„O Junge! Ich lehre dich (einige) Worte: Bewahre[8] Allah, so wird Er dich bewahren. Bewahre Allah, so wirst du Ihn vor dir finden. Wenn du jemanden bittest, dann bitte Allah. Wenn du Hilfe suchst, dann suche Hilfe bei Allah. Und wisse: Wenn die gesamte Gemeinde beschließt, dir in einer Sache zu nutzen, wird sie dir nur in dem nutzen, was Allah bereits für dich niedergeschrieben hat, und wenn sie beschließt, dir in einer Sache zu schaden, wird sie dir nur in etwas schaden, was Allah bereits für dich niedergeschrieben hat. Die Schreibfedern sind angehoben, und die Tinte ist getrocknet.“

(Al-Dschami‘ 7957, sahih)

In einer anderen Überlieferung, außer bei Tirmidhi,  steht:

„Bewahre Allah, dann findest du Ihn bei dir. Kenne Allah im Wohlstand, dann kennt Er dich in der Not. Wisse: Was dich verfehlte, sollte dich nicht treffen. Was dich aber trifft, hätte dich niemals verfehlt. Und wisse, dass der Sieg mit der Geduld einhergeht, die Erleichterung mit der Sorge und die Leichtigkeit mit der Not.“

63. Anas Bin Malik – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: „Ihr tut Dinge, die in euren Augen geringer sind als Haare*, die wir zur Zeit des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – jedoch zu den den großen Sünden zählten.“

(Buchari)

* D.h., Sünden, die ihr als klein anseht.

67. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass Allahs Gesandter – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Zum guten Muslim-Sein gehört es, das zu lassen (sich aus dem herauszuhalten), was einen nichts angeht.“

(Überliefert bei Tirmidhi und anderen. Laut Tirmidhi ist dies ein guter Hadith. Sahih Ibn Madschah von Albani, 3211.)

 Gottesfurcht (Taqwa)

Allah, der Erhabene, sagt:

„O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah in geziemender Furcht. […](3:102)

„So fürchtet Allah, soviel ihr nur könnt. […](64:16).

Diese Aya erläutert die vorige.

„O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah und sprecht aufrichtige Worte.“ (33:70)

[…] Und dem, der Allah fürchtet, verschafft Er einen Ausweg, und versorgt ihn in der Art und Weise, mit der er nicht rechnet. […](65:2-3)

„O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr Allah fürchtet, wird Er euch Entscheidungskraft gewähren und eure Übel von euch nehmen und euch vergeben; und Allah ist voll großer Huld.“ (8:29)

Und darüber gibt es zahlreiche Ayat.

72. Abu Tarif Adiy Bin Hatim At-Tai – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer schwört und sich verpflichtet, etwas zu tun, danach aber etwas Besseres sieht, was Allah wohlgefälliger ist, der soll das tun, was Allah wohlgefälliger ist.“

(Muslim 2742)

73. Abu Umama Suday Bin Adschlan Al-Bahiliy – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  in der Chutba (Predigt) der letzten Pilgerfahrt sagen hörte: „Fürchtet Allah, verrichtet eure fünf (täglichen Gebete), fastet euren Monat (Ramadan), gebt die Zakat (an Arme und Bedürftige) und gehorcht euren (charaktervollen) Befehlshabern, so werdet ihr in das Paradies eures Rabb (Herrn) eintreten.“

(Laut Tirmidhi ein hassan Hadith.)

 Gewissheit und Vertrauen in Allah

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und als die Gläubigen die Verbündeten sahen, da sagten sie: ‚Das ist es, was Allah und Sein Gesandter uns verheißen haben; und Allah und Sein Gesandter sprachen die Wahrheit.’ Und es verstärkte nur ihren Glauben und ihre Ergebung.“ (33:22)

 „Diejenigen, zu denen die Leute sagten: ‚Seht, die Leute haben sich bereits gegen euch geschart; fürchtet sie darum!’ – nur stärker wurden sie im Glauben und sagten: ‚Uns genügt Allah und Er ist der beste Sachwalter!’ Daher kehrten sie mit Allahs Gnade und Huld zurück, ohne dass sie ein Übel getroffen hätte, und sie folgten dem Wohlgefallen Allahs; und Allah ist voll großer Huld.’ (3:173-174)

 „[…] Und wenn du entschlossen bist, dann vertrau auf Allah! Denn wahrlich, Allah liebt diejenigen, die auf Ihn vertrauen.“ (3:159)

 „[…] Und wer auf Allah vertraut – für den ist Er seine Genüge. […](65:3)

„Gläubig sind wahrlich diejenigen, deren Herzen erbeben, wenn Allah genannt wird, und die in ihrem Glauben gestärkt sind, wenn ihnen Seine Verse verlesen werden, und die auf ihren Herrn vertrauen.“ (8:2)

74. Ibn ‘Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Mir wurden Völker präsentiert. So sah ich einen Propheten mit einer kleinen Gruppe, einen Propheten mit einem oder zwei Leuten und einen Propheten ganz allein. Da wurde mir eine große schwarze Ansammlung (wörtl. Ausbreitung von Menschen) präsentiert. Ich vermutete, es sei meine Umma (Gemeinschaft). Da wurde mir gesagt: Das ist Moses – Allah schenke ihm Frieden – mit seinem Volk. Aber schau zum Horizont! Ich schaute und sah dort eine große schwarze Ausbreitung.

Dann sagte man mir, ich solle zum anderen Horizont schauen, wo ich eine noch größere schwarze Ausbreitung sah. Man sagte mir: Das ist deine Umma, unter der es siebzigtausend gibt, die ohne jede Rechenschaft und Strafe in das Paradies eintreten werden. […]

(Muslim 220; Buchari 3410, 5705, 5752, 6472, 6541)

75. Ibn ‘Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte (wenn er nachts zum Gebet aufstand, dieses Bittgebet) zu sprechen: „O Allah, Dir bin ich ergeben, an Dich glaube ich, auf Dich vertraue ich, zu Dir wende ich mich, Deinetwegen streite ich. O Allah, mein Herr, ich suche Zuflucht bei Deiner Allmacht. Es gibt niemanden, der anbetungswürdig ist außer Dir, auf dass Du mich davor hüten mögest, mich zu irren. Du bist der Lebendige, der nicht stirbt, während die Dschinn und die Menschen sterben werden.“

(Buchari und Muslim. Dies ist Muslims Version, die bei Buchari gekürzt ist.)

79. ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wenn ihr auf Allah vertraut, mit einem aufrichtigen Vertrauen, wird Er für euren Lebensunterhalt sorgen, wie Er für die Vögel sorgt. Morgens fliegen sie mit leerem Magen aus, und abends kehren sie mit vollem Magen zurück.“

(Tirmidhi überliefert ihn und betrachtet ihn als hasan [guten] Hadith. As-Silsila As-Sahiha von Albani Nr. 310 und Sahih Al-Dschami’ 5254)

 Aufrichtigkeit

Allah, der Erhabene, sagt:

„Handle du darum aufrichtig, wie dir befohlen worden ist. […](11:112)

 „Wahrlich, diejenigen, die sagen: ‚Unser Herr ist Allah’, und die sich dann aufrichtig verhalten – zu ihnen steigen die Engel nieder (und sprechen): ‚Fürchtet euch nicht und seid nicht traurig, und erfreut euch des Paradieses, das euch verheißen wurde. Wir sind eure Beschützer im irdischen Leben und im Jenseits. In ihm werdet ihr alles haben, was ihr euch wünscht, und in ihm werdet ihr alles haben, wonach ihr verlangt; (dies ist) eine Bewirtung von einem Vergebenden, Barmherzigen.“ (41:30-32)

 „Wahrlich, die da sagen: ‚Unser Herr ist Allah’ und danach aufrichtig bleiben – keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein. Diese sind die Bewohner des Paradieses; darin sollen sie auf ewig verweilen, als Belohnung für das, was sie zu tun pflegten.“ (46:13-14)

85. Sufyan Bin Abdullah – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich sagte zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Sag mir etwas über den Islam, sodass ich danach niemanden mehr außer dir befragen muss.“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sprich: ‚Ich glaube an Allah’, und sei standhaft dabei.“

 (Muslim 38)

86. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Übertreibt nicht und untertreibt nicht, und erinnert euch daran, dass niemand durch seine Taten allein gerettet wird.“

Es wurde gefragt: „Nicht einmal du, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Nicht einmal ich, es sei denn, Allah würde mich mit Seiner Barmherzigkeit bedecken.“

Nachdenken über die Großartigkeit der Geschöpfe Allahs, des Erhabenen, die Hinfälligkeit der Welt, die Schrecken des Jenseits und alles, was mit dieser Angelegenheit zu tun hat, die eigene Unzulänglichkeit der Seele und sie zu verbessern und zur Aufrichtigkeit aufzufordern

Allah, der Erhabene, sagt:

„Sprich: ‚Ich mahne euch nur an eines: dass ihr euch ernsthaft mit Allahs Sache – zu zweit oder einzeln – befasst und dann nachdenken sollt. […](34:46)

„Wahrlich, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Wechsel der Nacht und des Tages liegen wahre Zeichen für die Verständigen, die Allahs gedenken im Stehen und im Sitzen und (im Liegen) auf ihren Seiten und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken (und sagen): ‚Unser Herr, Du hast dieses nicht umsonst erschaffen. Gepriesen bist Du, darum behüte uns vor der Strafe des Feuers.’“ (3:190-191)

„Schauen sie denn nicht zu den Kamelen, wie sie erschaffen sind; und zu dem Himmel, wie er emporgehoben ist; und zu den Bergen, wie sie aufgerichtet sind; und zu der Erde, wie sie ausgebreitet worden ist? So ermahne; denn du bist wahrlich ein Ermahner.“  (88:17-21)

„Sind sie denn nicht im Lande umhergezogen, so dass sie schauen konnten, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Allah richtete sie zugrunde, und den Ungläubigen ist das Gleiche wie ihnen bestimmt.“ (47:10)

Darüber gibt es viele Ayat im Qur’an.

 Sich mit Wohltätigkeit zu beeilen und diese strebsam und ohne zu zögern zu unternehmen

Allah, der Erhabene, sagt:

 „[…] So wetteifert miteinander in guten Werken. Wo immer ihr auch seid, Allah wird euch allesamt zusammenführen; Wahrlich, Allah hat Macht über alle Dinge.“ (2:148)

 „Und wetteifert nach der Vergebung eures Herrn und nach einem Garten, dessen Breite der von Himmel und Erde entspricht, der für die Gottesfürchtigen vorbereitet ist.” (3:133)

90. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass ein Mann zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  kam und fragte: „O Gesandter Allahs, welche Sadaqa ist die wertvollste (in Bezug auf die Belohnung von Allah)?“ Er antwortete: „Dass du gibst, während du gesund bist, nach mehr Reichtum strebst, Angst vor Armut hast und hoffst, wohlhabend zu werden. Wenn du (Wohltätigkeit) nicht verschiebst, bis (der Tod) deinen Hals erreicht, um erst dann zu sagen: Für Soundso dieses und für Soundso jenes, und jenes ist für Soundso.“

(Buchari 1419, Muslim 1032)

94. Abu Abdullah Tariq Bin Uschaim – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer bezeugt, dass es keinen Anbetungswürdigen[A2]  gibt außer Allah, und alles andere ablehnt, was außer Allah angebetet wird, dessen Besitz und dessen Leben werden sicher unversehrt sein, und seine Rechenschaft ist bei Allah, Erhaben ist Er.“

(Muslim 23)

 Anstrengung (für Allah)

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und diejenigen, die in Unserer Sache wetteifern – wir werden sie gewiss auf Unseren Wegen leiten. Wahrlich, Allah ist mit denen, die Gutes tun.“ (29:69)

 „Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit zu dir kommt.“ (15:99)

 „Und gedenke des Namens deines Herrn und wende Dich Ihm von ganzem Herzen zu.“ (73:8)

 „Wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Gutes tut, der wird es dann sehen.“ (99:7)

 „Dein Herr weiß wahrlich, dass du (im Gebet etwas) weniger als zwei Drittel der Nacht stehst und (manchmal) eine Hälfte oder ein Drittel (der Nacht), und ein Teil derer […].“(73:20)

 „[…] und was immer ihr an Gutem spendet, wahrlich, Allah weiß es.“ (2:273)

95. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Erhabene, sagt: ‚Wer sich mit einem Mir Nahestehenden verfeindet, dem habe Ich den Krieg erklärt. Mein Diener nähert sich Mir nicht mit etwas, das Ich mehr liebe als das, was Ich ihm zur Pflicht gemacht habe. Und Mein Diener nähert sich Mir mit freiwilligem Gottesdienst, bis Ich ihn liebe. Und wenn Ich ihn liebe, bin Ich sein Gehör, mit dem er hört, sein Sehvermögen, mit dem er sieht, seine Hand, mit der er zufasst, und sein Fuß, mit dem er geht. Wenn er Mich bittet, werde Ich ihm geben, und wenn er Mich um Zuflucht bittet, werde Ich sie ihm gewähren.’“

(Sahih Buchari 6502)

96. Anas Bin Malik – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – von seinem Herrn, dem Allmächtigen und Erhabenen, erzählte, dass Er sagt: „Wenn sich der Diener Mir um eine Spanne nähert, komme Ich Mich ihm um eine Elle entgegen. Wenn er sich Mir um eine Elle nähert, nähere ich Mich ihm wie die Weite der ausgestreckten Arme. Wenn er Mir gehend entgegenkommt, laufe Ich ihm entgegen.“

(Buchari)

97. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  sagte: „Es gibt zwei Gaben, die viele Menschen vergeuden: Gesundheit und Freizeit.“

(Buchari)

98. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – erzählte, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in der Nacht so lange betete, bis seine Füße rissig wurden. Ich fragte ihn: „Warum tust du das, o Gesandter Allahs, obwohl Allah dir alle deine vergangenen und zukünftigen Sünden vergeben hat?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – entgegnete: „Soll ich denn kein dankbarer Diener sein?“

(Buchari 4837, Muslim 2820)

100. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: „Der starke Gläubige ist besser und Allah lieber als der schwache Gläubige; doch in jedem steckt Gutes. Strebe nach dem, was dir nützt, bitte Allah um Beistand und sei nicht unfähig! Sollte dir etwas passieren, dann sage nicht: ‚Wenn ich doch nur dieses und jenes getan hätte!’ Sondern sage: ‚Allah hat es bestimmt, und was Sein Wille ist, tut Er.’ Denn ‚wenn’ öffnet dem Satan die Tür.“

(Muslim 2664)

104. Anas Bin Malik  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Drei (Dinge) begleiten den Verstorbenen (zum Grab): seine Familie, sein Vermögen und seine Taten. Zwei davon kehren zurück, und ihm bleibt (nur) eines. Seine Familie und sein Vermögen kehren zurück. Seine Taten bleiben bei ihm.“

(Buchari 6488)

105. Ibn Mas’ud  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  sagte:

„Das Paradies ist jedem von euch näher als sein Schnürsenkel, und die Hölle ebenso.“

(Buchari 6488)

107. Abu Abdullah Thawban  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs sagen: „Vermehre deine Niederwerfungen für Allah, denn für jede deiner Niederwerfungen, die du für Allah verrichtest, wird Allah deinen Rang um einen Grad erhöhen und eine deiner Sünden tilgen.“

(Authentisch: Muslim 488; Tirmidhi 388, 389; Nasa’i 1138; Ibn Madschah 1423)

108. Abu Safwan Abdullah Bin Busr Al-Aslami  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der beste Mensch ist derjenige, der lange lebt und dabei gute Taten verrichtet.“

(Tirmidhi, ein hassan Hadith)

111. Abu Dharr Dschundub Bin Dschunada  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – berichtete, dass sein Herr, der Mächtige und Erhabene sagte:*

„O Meine Diener, Ich habe Mir die Ungerechtigkeit verboten und habe sie auch unter euch auch verboten, deshalb seid nicht ungerecht gegeneinander.

O Meine Diener, ihr seid alle irregeleitet, außer dem, den Ich rechtgeleitet habe, deshalb bittet Mich um die Rechtleitung, so leite Ich euch recht.

O Meine Diener, ihr seid alle hungrig, außer dem, den Ich speise, deshalb bittet Mich um Speise, so speise Ich euch.

O Meine Diener, ihr seid alle nackt, außer dem, den Ich kleide, deshalb bittet Mich um Kleidung, so kleide Ich euch.

O Meine Diener, ihr begeht nachts und tagsüber Sünden, und Ich vergebe alle Sünden, deshalb bittet Mich um Vergebung, so vergebe Ich euch.

O Meine Diener, ihr könnt Mir nicht schaden, so dass ihr Mir schadet, und ihr könnt Mir nicht nutzen, so dass ihr Mir nutzt.

O Meine Diener, wenn der Erste unter euch und der Letzte unter euch, die Menschen unter euch und die Dschinn unter euch das tugendhafte Herz des Tugendhaftesten von euch hätten, würde das Meine Herrschaft nicht vermehren.

O Meine Diener, wenn der Erste unter euch und der Letzte unter euch, die Menschen unter euch und die Dschinn unter euch das sündhafte Herz des Sündhaftesten von euch hätten, würde das Meine Herrschaft nicht vermindern.

O Meine Diener, wenn der Erste unter euch und der Letzte unter euch, die Menschen unter euch und die Dschinn unter euch auf einer Ebene stehen und Mich bitten würden und Ich dann jedem seine Bitte erfülle, würde dies das, was bei Mir ist, um nicht mehr vermindern als eine Nadel, die ins Meer eingetaucht wird.

O Meine Diener, es sind eure Taten, die Ich euch berechne, dann lasse Ich sie euch zukommen. Wer dann Gutes vorfindet, der soll Allah dafür loben, und wer etwas anderes vorfindet, der soll niemanden außer sich selbst tadeln.“ „O Meine Diener, Ich habe Mir die Ungerechtigkeit verboten und habe sie auch unter euch auch verboten, deshalb seid nicht ungerecht gegeneinander. O Meine Diener, ihr seid alle irregeleitet, außer dem, den Ich rechtgeleitet habe, deshalb bittet Mich um die Rechtleitung, so leite Ich euch recht. O Meine Diener, ihr seid alle hungrig, außer dem, den Ich speise, deshalb bittet Mich um Speise, so speise Ich euch. O Meine Diener, ihr seid alle nackt, außer dem, den Ich kleide, deshalb bittet Mich um Kleidung, so kleide Ich euch. O Meine Diener, ihr begeht nachts und tagsüber Sünden, und Ich vergebe alle Sünden, deshalb bittet Mich um Vergebung, so vergebe Ich euch. O Meine Diener, ihr könnt Mir nicht schaden, so dass ihr Mir schadet, und ihr könnt Mir nicht nutzen, so dass ihr Mir nutzt. O Meine Diener, wenn der erste unter euch und der letzte unter euch, die Menschen unter euch und die Dschinn unter euch, das tugendhafte Herz des Tugendhaftesten von euch hätten, würde das Meine Herrschaft nicht vermehren.

O Meine Diener, wenn der erste unter euch und der letzte unter euch, die Menschen unter euch und die Dschinn unter euch, das sündhafte Herz des Sündhaftesten von euch hätten, würde das Meine Herrschaft nicht vermindern. O Meine Diener, wenn der erste unter euch und der letzte unter euch, die Menschen unter euch und die Dschinn unter euch, auf einer Ebene stehen und Mich bitten würden, und Ich dann jedem seine Bitte erfülle, würde dies das, was bei Mir ist um nicht mehr vermindern als eine Nadel, die ins Meer eingetaucht wird. O Meine Diener, es sind eure Taten, die Ich euch berechne, dann lasse Ich sie euch zukommen. Wer dann Gutes vorfindet, der soll Allah dafür loben, und wer etwas anderes vorfindet, der soll niemanden außer sich selbst tadeln.“

(Muslim)

*Hadith-Qudsi – ein heiliger Hadith, in dem der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – etwas mitteilt, was ihm von Allah offenbart wurde, was jedoch nicht Teil des Qur’an ist.

 Ermunterung zu intensiver Wohltätigkeit am Ende des Lebens

114. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte im Ruku‘ und im Sudschud (Verbeugung und Niederwerfung) zu sagen: „Subhanaka-llahumma rabbana wa b-ihamdika, Allahumma-ghfir li – Gepriesen seiest Du, o Allah, unser Herr, und alles Lob gebührt Dir, o Allah vergib mir.“ Damit praktizierte er den Qur’an.* Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – sagte weiter: Ich fragte: „O Gesandter Allahs, ich sehe, dass du oft sagst: Subhan Allah wa bi-hamdihi, astaghfiru-llah wa atubu ilayhi.“  Er antwortete: „Mein Herr hat mich darüber benachrichtigt, dass ich in meiner Umma ein Zeichen sehen würde. Wenn ich es gesehen habe, solle ich oft sagen: Subhan Allah wa bi-hamdihi, astaghfiru-llah wa atubu ilayhi. Und ich habe es gesehen: „Wenn Allahs Hilfe kommt und der Sieg“ (Qur’an 110:1), die Eroberung Mekkas, „und du die Menschen in Allahs Religion in Scharen eintreten siehst, dann lobpreise deinen Herrn und bitte Ihn um Vergebung; gewiss, Er ist Reue-Annehmend. (Qur’an 110:2-3“)

* An-Nawawi schreibt, dass Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – mit dem Satz „Damit praktizierte er den Qur’an“ meinte, dass der Gesandte Allahs dem Qur’an-Vers: „Lobpreise deinen Herrn und bitte Ihn um Vergebung; gewiss, Er ist Reue annehmend.“ (Qur’an 110:3) folgte.

116. Dschabir  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Jeder Diener wird in dem Zustand auferstehen, in dem er gestorben ist.“

(Muslim)

 Die vielen Wege der Wohltätigkeit

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und was immer ihr an Gutem tut, wahrlich Allah weiß es wohl.“ (2:215)

[…] Und was ihr an Gutem tut, Allah weiß es. […](2:197)

„Und wer Gutes im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen.“

(99:7)

„Wer Gutes tut, der tut es für seine eigene Seele. […](45:15)

Darüber gibt es viele Ayat im Qur’an.

117. Abu Dharr berichtete: Ich fragte: „O Gesandter Allahs, welche Taten sind die vorzüglichsten?“ Er antwortete: „Der Glaube an Allah und der Einsatz auf Seinem Weg.“ Ich fragte: „Und welche Nacken (Befreiung eines Sklavens) sind die wertvollsten?“ Er antwortete: „Die, die ihren Familien am liebsten sind, und die (zum Freikaufen) teuersten.“ Ich fragte: „Und wenn ich nicht in der Lage dazu bin?“ Er sagte: „Einem Bedürftigen helfen, seine Arbeit besser zu verrichten, wenn er selbst nicht in der Lage dazu ist.“ Ich fragte dann: „O Gesandter Allahs, was ist, wenn ich zu schwach im Ausführen solcher (guten) Taten bin (in solch guten Taten nachlässig werde)?“ Er antwortete: „Füge niemandem Unrecht zu, das ist eine Sadaqa (Almosen) von dir für dich selbst.“

(Muslim 84, Buchari 2518, Nasa’i 3129, Ibn Madschah 2523)

118. Abu Dharr berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „An jedem Tag ist auf jedes eurer Gelenke eine Sadaqa (Almosen für die Bedürftigen) zu geben. So ist jede Lobpreisung (Subhan Allah) eine Sadaqa, jede Tahmida (Al-hamdu li-llah) ist eine Sadaqa, jede Tahlila (la ilaha illa-llah – es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah) ist eine Sadaqa, und jede Takbira (Allahu akbar) ist eine Sadaqa. Das Gute zu gebieten ist eine Sadaqa, und das Schlechte zu verbieten ist eine Sadaqa. All dies ersetzen (nur) die zwei Raka’at des Duha-Gebets*.“

* Zwei freiwillige Gebetseinheiten, die man nach dem Sonnenaufgang, bis kurz vor dem Mittagsgebet, beten kann.

120. Abu Dharr berichtete: Einige Gefährten des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagten zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Die Vermögenden erlangen die Belohnungen: Sie beten, wie wir beten, sie fasten, wie wir fasten und sie geben (den Armen) reichlich von ihrem Vermögen.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hat denn Allah nicht auch euch etwas gegeben, sodass ihr Almosen geben könnt? Denn jede Lobpreisung (Subhan Allah) ist eine Sadaqa, jede Takbira (Allahu akbar) ist eine Sadaqa, jede Tahmida (Al-hamdu li-llah) ist eine Sadaqa, und jede Tahlila (la ilaha illa-llah – es gibt keinen Gott außer Allah) ist eine Sadaqa. Das Gute zu gebieten ist eine Sadaqa, und das Schlechte zu verbieten ist eine Sadaqa. Dass einer von euch mit seiner Frau schläft ist eine Sadaqa.“ Sie fragten: „O Gesandter Allahs, wenn einer von uns seiner Begierde nachkommt, bekommt er dafür eine Belohnung?“ Er sagte: „Seht ihr, wenn er sie auf verbotene Weise (haram) befriedigen würde, wäre es für ihn dann keine Sünde? So ist es auch, wenn er sie auf erlaubte Weise (halal) befriedigt, dann bekommt er dafür eine Belohnung.“

121. Abu Dharr  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte mir:„Schätze eine gute Tat nicht gering, und sei es nur, deinem Bruder (Mitmenschen) mit einem fröhlichen Gesicht zu begegnen (,auch dies zählt als gute Tat, die belohnt wird).“

(Muslim 2626)

122. Abu Huraira  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„An jedem Tag, an dem die Sonne aufgeht, ist auf jedes Glied des menschlichen Körpers eine Sadaqa (Almosen für bedürftige Menschen) zu geben. Gerechtigkeit zwischen zweien zu stiften, ist eine Sadaqa. Einem Menschen zu helfen, sein Reittier zu besteigen, ist eine Sadaqa, sein Tier zu beladen, ist eine Sadaqa; ein freundliches Wort ist eine Sadaqa, jeder Schritt, den du zum Gebet schreitest, ist eine Sadaqa; und ein Hindernis aus dem  Weg zu räumen, ist eine Sadaqa.“

(Buchari 2989, Muslim 1009)

Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Jedes der Kinder Adams (d.h., jeder Mensch) wurde (von Allah) mit dreihundertsechzig Gelenken geschaffen. Wer Allahs Größe preist (Allahu akbar), Tahmida (Al-hamdu li-llah) oder Tahlila (la ilaha illa-llah – es gibt niemanden, der anbetungswürdig ist außer Allah) spricht, Allah lobpreist (Subhan Allah), Allah um Vergebung bittet (Astaghfiru-llah), einen Stein, einen Dorn oder einen Knochen vom Weg der Menschen entfernt oder das Gute gebietet und das Schlechte verbietet, in der Zahl dieser dreihundertsechzig Gelenke, der geht an dem Tag davon und hat seine Seele vor dem (Höllen-)Feuer gerettet.“[9]

124. Abu Huraira  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„O ihr muslimischen Frauen! Schätzt (eine gute Tat) nicht gering, wenn euch eine Nachbarin etwas schenkt, auch wenn es nur der Fuß eines Schafes ist.“

(Buchari 6017, Muslim 1030)

125. Abu Huraira  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Der Iman (Glaube) besteht aus mehr als siebzig oder mehr als sechzig Teilen; der beste davon ist, La ilaha illa-llah zu sagen, und der geringste, etwas Schädliches oder ein Hindernis aus dem Weg zu räumen. Und die Scham ist ein Teil des Glaubens.”

126. Abu Huraira  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – folgendes Gleichnis erzählte: „Ein Mann verspürte großen Durst, als er des Weges zog. Beim Erreichen eines Brunnens stieg er in diesen hinab, trank genügend Wasser und stieg wieder hinauf. Da sah er einen Hund mit hängender Zunge, der vor lauter Durst Schlamm aufleckte. Der Mann sagte zu sich, dass der Hund genau so einen Durst verspüren müsse, wie er selbst ihn kurz zuvor gehabt hatte. So stieg er nochmals in den Brunnen hinab, füllte seinen Lederstrumpf mit Wasser, stieg wieder hinauf – wobei er den Strumpf mit seinen Zähnen festhielt – und gab dem Hund zu trinken. Allah schätzte die Tat dieses Mannes und vergab ihm seine Sünden.” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – wurde gefragt: „O Gesandter Allahs, werden wir auch für Freundlichkeit gegenüber Tieren belohnt?“ Er antwortete: „Es gibt Lohn für Freundlichkeit gegenüber jedem Lebewesen.“

In Bucharis Überlieferung endet der Hadith hier: „Allah dankte ihm für seine Tat, vergab ihm und ließ ihn ins Paradies eintreten.“

Eine andere Version lautet:

„Ein Hund umkreiste voller Durst den Rand eines Brunnens, als eine Prostituierte vom Volke Israels das Tier sah. Sie ließ ihren Lederstrumpf in den Brunnen hinab und holte etwas Wasser herauf, um den Hund zu trinken zu geben. Daraufhin wurde ihr vergeben.“

(Buchari 2363, Muslim 2244)

128. Abu Huraira  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Wer die Gebetswaschung ordentlich macht, zum Freitagsgebet kommt und (der Freitagspredigt) aufmerksam zuhört, dem wird zwischen diesem und dem (nächsten) Freitag und noch dazu drei weitere drei Tage vergeben. Wenn jemand Kieselsteine (Steinchen) berührt, ist das wie das unsinnige Gerede.“

(Muslim)

129. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn der Gläubige* sein Wudu’ (Gebetswaschung) vornimmt und dabei

- sein Gesicht wäscht, verschwindet mit dem Wasser (oder dem letzten Tropfen Wasser) jede Sünde aus seinem Gesicht, die er mit seinen Augen begangen hat;

- wenn er seine Hände wäscht, verschwindet mit dem Wasser (oder dem letzten Tropfen Wasser) jede Sünde von seinen Händen, die er mit ihnen begangen hat, und

- wenn er seine Füße wäscht, verschwindet mit dem Wasser (oder dem letzten Tropfen Wasser) jede Sünde von seinen Füßen, zu der er hingelaufen ist, bis er von den Sünden rein ist.“

 (Muslim 244, Tirmidhi 2)

* Auch: Diener

130. Abu Huraira  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte zu sagen: „Die fünf Gebete, Dschum‘a zu Dschum‘a (ein Freitagsgebet zum nächsten Freitagsgebet) und  Ramadan zu Ramadan (das Fasten) sind eine Tilgung der Sünden, (die) zwischen ihnen begangen wurden, wenn große Sünden vermieden werden.“

(Muslim 233, Tirmidhi 214)

131. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Soll ich euch nicht sagen, womit Allah Sünden vergibt und um Rangstufen erhöht?“ Sie antworteten: „Doch, o Gesandter Allahs!“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sorgfältiges Vollziehen des Wudu’ (Gebetswaschung) bei Verfehlungen, viele Schritte in die Moschee und nach einem Gebet auf das nächste Gebet warten: Dies ist eure Ribat.*“

(Muslim 251, Tirmidhi 51)

* Ribat bedeutet ‚Verteidigung der Grenzen’. Siehe dazu das Kapitel „Ribat […] und die große Belohnung dafür“.

635. Abu Bakr berichtete von seinem Vater: Der Gesandte Allahs – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer beide Gebete der kühlen Zeit (Fadschr- und Asr-Gebet) verrichtet hat, der wird ins Paradies eintreten.“

(Buchari 574, Muslim 635)

133. Abu Musa Al-Asch’ari  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn ein Mensch krank wird oder auf Reisen ist, bekommt er die gleiche Belohnung, wie wenn er zu Hause und gesund wäre.“

(Buchari)

134. Dschabir  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  sagte: „Jede gute Tat ist eine Sadaqa.“

(Buchari)

Auch Muslim überliefert diesen Hadith, der von Hudhaifa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert wurde.

135. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn ein Muslim einen Baum pflanzt, dann ist das, was davon gegessen wird, eine Sadaqa für ihn, und was davon gestohlen wird, ist auch eine Sadaqa für ihn, und auch was davon verloren geht.“

Muslim überliefert ebenfalls:

„Ein Muslim pflanzt keinen Schößling, von dem ein Mensch oder ein Tier oder irgendetwas anderes isst, ohne dass ihm dies als Sadaqa angerechnet wird.”

(Authentisch: Muslim 1552)

136. Dschabir Bin Abdullah berichtete, dass die Banu Salama in die Nähe der Moschee ziehen wollten. Diese (Nachricht) erreichte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und er sagte: „Ich habe erfahren, dass ihr in die Nähe der Moschee ziehen wollt.“ Sie sagten: „Ja, o Gesandter Allahs, wir wollen es gerne.“ Er sagte: „O Banu Salama, eure Häuser werden euch angeschrieben, eure Spuren sind eure Häuser, eure Spuren werden euch angeschrieben.“

Dschabir Bin Abdullah berichtete: Unsere Häuser waren weit weg von der Moschee, deshalb wollten wir unsere Häuser verkaufen, um in in die Nähe der Moschee zu ziehen. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – verbot uns dies und sagte: „Für euch ist mit jedem Schritt eine Rangstufe.“

137. Ubayy Bin Ka’b berichtete: Es gab da einen Mann, und ich kannte keinen anderen, der weiter entfernt von der Moschee wohnte als er. Dennoch verpasste er kein (Dschamaa-)Gebet. Ich oder jemand anders sagte ihm: „Wenn du doch nur einen Esel kaufen würdest, den du bei Hitze und Dunkelheit zu Hilfe nehmen könntest!“ Er erwiderte: „Ich würde mich nicht freuen, wenn mein Haus neben der Moschee wäre. Ich möchte, dass meine Schritte zur Moschee für mich niedergeschrieben werden und ebenso, wenn ich zu meiner Familie zurückkehre.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah hat dir beides gewährt.“

(Muslim 663, Abu Dawud 557, Ibn Madschah 783)

An-Nawawi schreibt: Die Überlieferung: „[…] Ich möchte, dass meine Schritte zur Moschee für mich (als Belohnung) niedergeschrieben werden und ebenso, wenn ich zu meiner Familie zurückkehre.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah hat dir beides gewährt“ oder „[…] alles niedergeschrieben, was du beabsichtigst“ oder „[…] hat dir beides niedergeschrieben“ oder „[…] hat dir beide Absichten niedergechrieben“ oder „[…] hat dir deine Absichten niedergeschrieben“.

Darin enthalten ist auch die Belohnung für die Schritte von der Moschee zurück nach Hause, so wie es der Fall auf dem Hinweg ist.

138. Abu Muhammad Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es gibt vierzig Arten von guten Taten. Die höchste davon ist, jemandem eine Ziege zu leihen, die Milch gibt. Wer eine dieser Taten vollbringt, in der Hoffnung auf Belohnung, den wird Allah ins Paradies eintreten lassen.”

(Authentisch: Buchari 2631)

139. ’Adi Bin Hatim – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Fürchtet das Höllenfeuer, auch wenn es nur durch das Geben einer halben Dattel ist.”

Nach einer anderen Überlieferung berichtete ’Adi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es gibt keinen von euch, mit dem sein Herr nicht sprechen wird, ohne einen Dolmetscher. Dann wird jeder zu seiner Rechten schauen und nur seine Taten sehen; und er wird zu seiner Linken schauen und nur seine Taten sehen. Er wird vor sich schauen und nur das Höllenfeuer sehen. Deshalb fürchtet das Höllenfeuer, wenn es auch nur durch das Spenden einer halben Dattel ist, und wer auch das nicht kann, dann durch das Sprechen eines freundlichen Wortes.”

 (Buchari 6023, Muslim 1016)

140. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah ist mit dem Diener zufrieden, wenn er einen Bissen isst und (Allah) dafür lobpreist oder etwas trinkt und (Ihn) dafür lobpreist.“

141. Abu Musa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Jeder Muslim soll Sadaqa geben.” Er wurde gefragt: „Und wenn er „Jeder Muslim soll Sadaqa geben.”

Er wurde gefragt: „Und wenn er nichts hat?” Der Prophet antwortete: „Dann soll er mit seinen Händen zu seinem eigenen Nutzen arbeiten und davon (an arme Menschen) abgeben.”

Er wurde gefragt: „Und was ist, wenn er dies nicht kann?”

Der Prophet  antwortete: „Dann soll er bedürftigen Menschen helfen.”

Er wurde gefragt: „Und wie ist es, wenn er auch das nicht kann?”

Der Prophet sagte: „Dann soll er das Gute gebieten.”

Man fragte: „Und was ist, wenn er auch das nicht macht?”

Der Prophet  sagte: „Dann soll er das Böse vermeiden, was auch eine Sadaqa ist.”

nichts hat?” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –antwortete: „Dann soll er mit seinen Händen zu seinem eigenen Nutzen arbeiten und davon (an arme Menschen) abgeben.” Er wurde gefragt: „Und was ist, wenn er dies nicht kann?” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Dann soll er bedürftigen Menschen helfen.” Er wurde gefragt: „Und wie ist es, wenn er auch das nicht kann?” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dann soll er das Gute gebieten.” Man fragte: „Und was ist, wenn er auch das nicht macht?” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dann soll er das Böse vermeiden, was auch eine Sadaqa ist.”

(Buchari 1445, Muslim 1008)

 Gottesdienst mit Maß

Allah, der Erhabene, sagt:

„Wir haben den Qur’an nicht auf Dich herabgesandt, um Dich unglücklich zu machen“ (Qur’an 20:2)

[…] Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen. […](2:185)

142. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zu ihr kam, während eine andere Frau bei ihr saß. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Wer ist das?” Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – antwortete: „Sie ist die Frau, die für ihre Gebete bekannt ist.” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Langsam! Macht nur das, was ihr machen könnt. Und bei Allah, Allah wird nie müde, euch zu belohnen, ihr jedoch könntet müde werden.“ Und für ihn war die wünschenswerte Religion(spraxis) diejenige, die man beständig ausübt.

(Buchari 43, 1151; Muslim 785)

143. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Drei Leute kamen zum Haus des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, um seine Frauen über den Gottesdienst des Propheten zu befragen. Als sie davon erfuhren, erschien es ihnen, als sei das, was sie selbst taten, wenig. Sie sagten: „Wo stehen wir (bei den Gottesdiensten), während dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – seine Sünden, die vergangenen und die kommenden, vergeben worden sind?” Einer von ihnen sagte: „Ich bete die ganze Nacht hindurch.” Der andere sagte: „Ich faste ständig ohne Unterbrechung.” Der andere sagte: „Und ich halte mich von Frauen fern und heirate niemals.” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kam und fragte: „Seid ihr diejenigen, die dies gesagt haben? Bei Allah, ich fürchte Allah mehr als ihr alle, und trotzdem faste ich, und ich esse; ich bete und schlafe; und ich heirate Frauen. Wer meine Sunna nicht praktiziert, gehört nicht zu mir.”

(Buchari 1150, Muslim 784)

144. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete Folgendes vom Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –:

„Mögen die Übertreibenden zugrunde gehen!” Und er wiederholte es dreimal.

(Muslim 2670)

145. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Religion ist einfach. Wer den Glauben streng macht, wird überwältigt. Deshalb übertreibt und untertreibt nicht, und seid damit zufrieden und sucht Allahs Hilfe im Gebet am Morgen und am Abend und etwas im letzten Teil der Nacht.”

(Buchari 39)

146. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Als der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – die Moschee betrat, sah er ein Seil, das zwischen zwei Säulen gespannt war. Er fragte: „Was ist das für ein Seil?” Man antwortete ihm: „Dies ist Zainabs Seil, wenn sie beim Gebet müde wird, hält sie sich daran fest.” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Nehmt es ab. Ihr sollt nur so lange beten, solange ihr Kraft habt. Wenn ihr müde seid, ruht euch aus.”

(Buchari 1150, Muslim 784)

148. Abu Abdullah Dschabir Bin Samura – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Ich pflegte mit dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zu beten. Sein Gebet und seine Predigt waren immer gemäßigt.“

(Muslim)

 Bewahrung der (rechtschaffenen) Taten

Allah, der Erhabene, sagt:

„Ist nicht für die Gläubigen die Zeit gekommen, ihre Herzen zu demütigen vor der Ermahnung Allahs und vor der Wahrheit, die herabkam, und nicht so zu werden wie jene, denen zuvor die Schrift gegeben wurde und denen es zu lange dauerte, so dass ihre Herzen verstockt und viele von ihnen zu Frevlern wurden?“ (Qur’an 57:16)

„Dann ließen Wir Unsere Gesandten ihren Spuren folgen; und Wir ließen (ihnen) Jesus, den Sohn der Maria, folgen, und Wir gaben ihm das Evangelium. Und in die Herzen derer, die ihm folgten, legten Wir Güte und Barmherzigkeit. Doch das Mönchtum, das sie im Trachten nach Allahs Wohlgefallen erfanden – das schrieben Wir ihnen nicht vor; und doch befolgten sie es nicht auf die richtige Art. Dennoch gaben Wir denen von ihnen, die gläubig waren, ihren Lohn, aber viele von ihnen waren Frevler.“ (57:27)

„Und seid nicht wie jene (Frau), die ihre Strickarbeiten auflöste, nachdem sie diese angefertigt hatte […](16:92)

„Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit (durch den Tod) zu dir kommt.“ (15:99)

Von den Ahadith darüber ist der Hadith von Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –  zu nennen: „Und für ihn war die wünschenswerteste Religion(spraxis) diejenige, die man beständig ausübt.“

(Buchari Nr. 43, 1151; Muslim Nr. 785)

Im vorigen Kapitel ist der Hadith vorgekommen.

153. ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer geschlafen hat, ohne vorher seinen Hizb (Sechzigstel) oder etwas davon zu beenden, ihn dann aber zwischen dem Fadschr- und dem Duhr-Gebet rezitiert, dem wird dies so angerechnet, als ob er ihn in der Nacht rezitiert hätte.“

(Muslim)

154. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu mir: „O Abdullah, sei nicht wie der Soundso, der zum Qiyam nachts aufstand (um freiwillige Gebete zu verrichten), dann aber mit dem Qiyamul Layl wieder aufhörte.“

(Buchari und Muslim)

155. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in der Nacht ein (freiwilliges) Gebet wegen Krankheit oder aus einem anderen Grund verpasste, betete er tagsüber zwölf Raka’at.

(Muslim)

 Das Gebot der Bewahrung der Sunna (des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –) und ihrer Umgangsformen

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und was euch der Gesandte gibt, das nehmt an; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. […](Qur’an 59:7)

„Euer Gefährte (Muhammad) ist weder verwirrt, noch befindet er sich im Unrecht, noch spricht er aus Begierde. Vielmehr ist es eine Offenbarung, die (ihm) eingegeben wird.“ (53:2-4)

„Sprich: ‚Wenn ihr Allah liebt, so folgt mir. Lieben wird euch Allah und euch eure Sünden vergeben; denn Allah ist Allvergebend, Barmherzig.’“ (3:31)

„Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt.“ (33:21)

„Doch nein, bei deinem Herrn; sie sind nicht eher Gläubige, bis sie dich zum Richter über alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sich voller Ergebung fügen.“ (4:65)

„O ihr, die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und denen, die unter euch Befehlsgewalt besitzen. Und wenn ihr über etwas streitet, so bringt es vor Allah und den Gesandten, wenn ihr an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag. Das ist das Beste und nimmt am ehesten einen guten Ausgang.“ (4:59)

„Wer dem Gesandten gehorcht, der hat Allah gehorcht; und wenn sich jemand abwendet, so haben Wir dich nicht zum Hüter über sie gesandt.“ (4:80)

 „[…] Wahrlich, du leitest (sie) auf den geraden Weg: * den Weg Allahs. […](42:52)

[…] So mögen sich die, die sich seinem Befehl widersetzen, (davor) hüten, dass sie nicht Drangsal befalle oder eine schmerzliche Strafe treffe.“ (24:63)

156. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – Folgendes sagte: „Befragt mich nicht über Dinge, die ich bei euch nicht erwähne, denn die Völker vor euch sind wegen zu vieler Fragen und ihrer Meinungsverschiedenheiten mit ihren Propheten zugrundegegangen. Wenn ich euch etwas verbiete, dann meidet es und wenn ich euch etwas gebiete, dann macht es, soviel ihr davon machen könnt.”

(Buchari 8288, Muslim 1337)

157. Abu Nadschih Al-Irbadh Bin Saria – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hielt eine wirkungsvolle Ansprache, die unsere Herzen sehr berührte und unsere Augen mit Tränen füllte. Wir sagten: „O Gesandter Allahs, als sei dies die letzte Ermahnung. Gib uns Ratschläge!” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ich ermahne euch, Allah zu fürchten und dem Anführer zu gehorchen, auch wenn er ein äthiopischer Sklave ist, der euch befiehlt. Wer unter euch lebt, wird viele Meinungsverschiedenheiten sehen. Deshalb ist euch auferlegt, meiner Sunna und der Sunna meiner rechtgeleiteten Kalifen zu folgen, und beißt mit euren Backenzähnen darauf. Hütet euch vor Neuerungen in der Religion, denn jede Neuerung ist ein Irrtum.”

(Abu Dawud und Tirmidhi, As-Silsila As-Sahiha von Albani 937, Sahih Al-Dschami’ 2549, Irwa’ Al-Ghalil 2455)

158. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  sagte: „Meine ganze Umma (Gemeinde) wird ins Paradies kommen, außer denen, die sich weigern.” Es wurde gefragt: „Wer wird sich weigern, o Gesandter Allahs?” Er sagte: „Wer mir gehorcht, kommt ins Paradies, und wer mir nicht gehorcht, weigert sich.”

(Buchari 7280)

159. Abu Muslim – auch Abu Iyas genannt – Salama Bin Amr Bin Al-Akwa’ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: In Gegenwart des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – aß ein Mann mit der linken Hand. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Iss mit deiner rechten Hand!“ Er (der Mann) sagte: „Ich kann das nicht.“ Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –sagte: „Du sollst auch nicht können!“ Nichts hinderte den Mann daran, mit der rechten Hand zu essen, außer Hochmut, und tatsächlich geschah es, dass er sie nicht wieder zu seinem Mund heben konnte.

(Muslim und Buchari)

164. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – empfahl, die Finger und die Teller (nach dem Essen) abzulecken und dazu sagte dazu: „Ihr wisst nicht, worin der Segen liegt.”

Eine andere Überlieferung von Muslim besagt:

„Wenn einem von euch ein Bissen herunter fällt, soll er ihn nehmen, reinigen und essen und ihn nicht für den Satan zurücklassen. Er soll seine Hände nicht mit einem Tuch abwischen, ohne seine Finger abgeleckt zu haben, weil er nicht weiß, in welchem Teil des Essens der Segen liegt.”

In einer anderen Überlieferung bei Muslim heißt: „Der Satan kommt zu jedem eurer Anlässe zu euch, auch beim Essen. Wenn jemand von euch also ein Happen herunterfällt, soll er ihn nehmen, säubern und essen. Er soll ihn nicht dem Satan überlassen.“

(Muslim 2033)

165. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – erhob sich und hielt uns eine Predigt. Er sagte: „O ihr Leute! Ihr werdet vor Allah stehend versammelt werden, barfuß, nackt und unbeschnitten. ‚[…] (So) wie Wir die erste Schöpfung begonnen haben, werden Wir sie wiederholen bindend für Uns ist die Verheißung; wahrlich, Wir werden (sie) erfüllen’ (Qur’an 21:104) Wahrlich! Das erste Geschöpf, das am Tag des Gerichts bekleidet wird, ist Abraham – Allah schenke ihm Frieden. Und es werden einige Männer aus meiner Umma auf die linke Seite geführt. Dann sage ich: ‚O Allah, meine Gefährten.’ Es wird gesagt: ‚Du weißt nicht, was sie nach dir erneurten.’ Dann sage ich, wie der rechtschaffene Diener: ‚Nichts anderes sagte ich zu ihnen, als das, was Du mich geheißen hattest: »Betet Allah an, meinen Herrn und euren Herrn!« Und ich war ihr Zeuge, solange ich unter ihnen weilte, doch nachdem Du mich abberufen hattest, bist Du ihr Wächter gewesen; und Du bist der Zeuge aller Dinge. * Wenn Du sie bestrafst, sind sie Deine Diener, und wenn Du ihnen verzeihst, bist Du wahrlich der Allmächtige, der Allweise.’ (Sure 5:117-118) Es wird mir dann gesagt: ‚Seitdem du sie verlassen hast, sind sie deiner abtrünnig geworden.”

(Buchari 3349, Muslim 2860)

167. ’Abis Bin Rabi’a – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich sah ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – den Schwarzen Stein küssen, wobei er sagte: „Ich weiß ganz genau, dass du nur ein Stein bist, der weder nützt noch schadet. Hätte ich nicht den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – dich küssen sehen, hätte ich dich nicht geküsst.”

(Buchari 1597, Muslim 1270)

 Die Pflicht, das Gesetz Allahs zu befolgen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Doch nein, bei deinem Herrn; sie sind nicht eher Gläubige, bis sie dich zum Richter über alles machen, was zwischen ihnen strittig ist, und dann in ihren Herzen keine Bedenken gegen deine Entscheidung finden und sich voller Ergebung fügen.“ (Qur’an 4:65)

„Doch die Rede der Gläubigen, wenn sie zu Allah und Seinem Gesandten gerufen werden, damit Er zwischen ihnen richten möge, ist nichts anderes als: ‚Wir hören und wir gehorchen.’ Und sie sind es, die Erfolg haben werden.“ (24:51)

Dazu gibt es weitere Ahadith, unter ihnen der Hadith 156.

168. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Als diese Qur’an-Aya offenbart wurde: „Allah gehört das, was in den Himmeln und was in der Erde ist. Und ob ihr kundtut, was in euren Seelen ist, oder es geheim haltet, Allah wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen. Dann verzeiht Er, wem Er will, und bestraft, wen Er will. Und Allah hat Macht über alle Dinge.“ (2:284), war dies sehr hart für die Gefährten des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und sie wurden aufgeregt. Sie gingen zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, knieten nieder (wegen der Aufregung) und sagten: „Du siehst, o Gesandter Allahs, dass wir mit Taten belasten sind, wie dem Gebet, dem Fasten, dem Dschihad und der Sadaqa (Abgaben an die Bedürftigen). Und jetzt ist dir diese Aya offenbart worden, die wir nicht verkraften. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wollt ihr das Gleiche sagen, wie die Leute der beiden Schriften (Juden und Christen) vor euch gesagt haben: ‚Wir haben gehört, aber wir werden nicht gehorchen’? Vielmehr sollt ihr sagen:[…] Wir hören und gehorchen. Gewähre uns Deine Vergebung, unser Herr, und zu Dir ist die Heimkehr.’ (2:285)“ Sie (die Muslime) sagten: „Wir hören und gehorchen. Gewähre uns Deine Vergebung, unser Herr, und zu Dir ist die Heimkehr.“

Als die Menschen diese Aya immer wieder rezitierten, offenbarte Allah: „Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt worden ist, ebenso die Gläubigen; sie alle glauben an Allah und an Seine Engel und an Seine Bücher und an Seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten. Und sie sagen: ‚Wir hören und gehorchen. Gewähre uns Deine Vergebung, unser Herr, und zu Dir ist die Heimkehr’” (2:285).

Als sie sich diese Aya angeeignet hatten, offenbarte Allah: „Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was sie zu leisten vermag. Ihr wird zuteil, was sie erworben hat, und über sie kommt, was sie sich zuschulden kommen lässt. Unser Herr, mache uns nicht zum Vorwurf, wenn wir (etwas) vergessen oder Fehler begehen“ (2:286). Er (der Prophet) sagte: „Ja.“

„Unser Herr, und erlege uns keine Bürde auf, so wie Du sie jenen auf-erlegt hast, die vor uns waren.” (2:286)

Er (der Prophet) sagte: „Ja.“

„Unser Herr, und lade uns nichts auf, wofür wir keine Kraft haben.” (2:286)

Er (der Prophet) sagte: „Ja.“

„Und verzeihe uns, und vergib uns, und erbarme Dich unser. Du bist unser Beschützer. So hilf uns gegen das Volk der Ungläubigen!“ (2:286) Er (der Prophet) sagte: „Ja.“

(Muslim)

 Das Verbot von Bid’a (Neuerungen)

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Was sollte also nach der Wahrheit (übrig) bleiben als der Irrtum? […](Qur’an 10:32)

[…] Nichts haben Wir in dem Buche ausgelassen. […](6:38)

[…] Und wenn ihr über etwas streitet, so bringt es vor Allah und den Gesandten. […](4:59)

„Und dies ist Mein gerader Weg. So folgt ihm; und folgt nicht den (anderen) Wegen, damit sie euch nicht weitab von Seinem Weg führen. […](6:153)

„Sprich: ‚Wenn ihr Allah liebt, so folgt mir. Lieben wird euch Allah und euch eure Sünden vergeben; denn Allah ist Allvergebend, Barmherzig.’“ (3:31)

169. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer in dieser unserer Sache (der Religion) etwas Neues hinzufügt, was nicht dazu gehört, ist zurückzuweisen.”

(Buchari 2697, Muslim 1718)

170. Dschabir Bin Abdullah berichtete: Wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – eine Chutba (Predigt) hielt, wurden seine Augen rot, seine Stimme erhob sich, und sein Zorn wurde heftig, wie bei jemandem, der eine Armee warnt und sagt:(Ein Feind greift euch an,) morgens und abends.“ Und er sagte: „Ich und die Stunde sind (einander so nah) wie diese.“ Und er zeigte seine Finger, den Zeigefinger und den Mittelfinger. Er sagte auch: „Wahrlich, das vollkommenste Wort ist das Buch Allahs*, und die beste Rechtleitung ist die Rechtleitung Muḥammads, und die übelsten aller Dinge sind die Erfindungen (in Glaubenslehren)[10] und jede dieser Neuerungen ist eine Irreführung.“

Dann sagte er: „Ich habe mehr Anrecht auf einen jeden Gläubigen als er auf sich selbst, was die Sorgen um ihn angeht. Wer also Besitz hinterlässt, so ist dieser für seine Familie, wer aber Schulden oder wehrlose (Kinder) hinterlässt, so ist dies mir überlassen.“ **

(Muslim 867, Nasa’i 1577, Ibn Madschah 45)

* Oder: Die besten Worte stehen im Buch Allahs.

** D.h., dass der Gesandte Allahs die Schulden der Armen zahlte und die Fürsorge für die Kinder des Verstorbenen übernahm.

 Die Einführung von guten oder schlechten Bräuchen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und diejenigen, welche sagen: ‚Unser Herr, gewähre uns an unseren Frauen und Kindern Augentrost und mache uns zu einem Vorbild für die Gottesfürchtigen.’“ (Qur’an 25:74)

„Und Wir machten sie zu Vorbildern, die auf unser Geheiß (die Menschen) rechtleiteten. […](21:73).

171. Abu Amr Dscharir Bin Abdullah – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: An einem Vormittag waren wir beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, als zu ihm Leute kamen, die nichts mehr als Lappen von Säcken anhatten. Sie trugen nur Schwerter. Die meisten von ihnen oder eher alle gehörten zum Stamme der Mudar. Als der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sah, in welchem Zustand diese arme Menschen waren, änderte sich sein Gesicht. Er ging (in sein Zimmer) hinein, dann kam er wieder heraus und befahl Bilal, den Adhan und dann die Iqama zu rufen. Dann hielt er eine Ansprache: „O (ihr) Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch erschaffen hat aus einem einzigen Wesen […](bis zur Aya): „Wahrlich, Allah wacht über euch.“ (Sure 4:1). Danach rezitierte er eine Aya aus der Sure Al-Haschr: „O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah; und eine jede Seele schaue nach dem, was sie für morgen vorausschickt. […](59:18). Da begannen die Menschen zu spenden, ein Mann gab eine Sadaqa von seinem Dinar, der andere von seinem Dirham oder von seinem Kleid, oder mit einem Sa’* von seinem Getreide und Datteln. Er (der Prophet) sagt: „(Gebt den Armen, und) sei es auch nur eine halbe Dattel.“ Ein Mann von den Ansar kam mit einem schweren Sack, den er – wegen der Schwere des Gewichts – kaum tragen konnte. Dannach folgte mehr und mehr, bis ich zwei Haufen von Essen und Kleidung sah, sodass ich das Gesicht des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – strahlen sah, als wäre es Gold. Da sagte er Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wer einen guten Brauch im Islam praktiziert und danach dementsprechend gehandelt wird, der bekommt die gleiche Belohnung, wie die, die danach handeln (oder ihn nachahmen), ohne dass sich ihre Belohnung verringert. Wer aber einen schlechten Brauch im Islam praktiziert und danach dementsprechend gehandelt wird, dem wird die gleiche Sünde angeschrieben, wie denen, die danach handeln, und ihre Sünden werden nicht verringert.”

(Muslim 1017; Nasa’i 2553; Ibn Madschah 203)

* Sa’: Zwei Handvoll (Nahrung).

172. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  sagte:„Keine Seele wird zu Unrecht ermordet, ohne dass der ältere Sohn Adams einen Anteil an der Schuld bekommt, weil er als erster mordete.”

(Buchari 3335, 7321; Muslim 1677)

 Das Hinweisen auf das Gute und der Ruf zur Rechtleitung oder zum Irrtum

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] und rufe (die Menschen) zu deinem Herrn. […](Qur’an 28:87)

„Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf [...](16:125)

[...] Und helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit [...].“ (5:2)

 „Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.“ (3:104)

173. Abu Mas’ud Uqba Bin ’Amr Al-Ansari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer auf Gutes hinweist (wer veranlasst, dass andere Gutes tun), dem gibt (Allah) die gleiche Belohnung wie dem Wohltäter.”

(Muslim 189)

174. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:„Wer zur Rechtleitung aufruft, bekommt die gleiche Belohnung wie die, die ihr folgen, und das wird ihre Belohnung um nichts verringern. Wer aber zum Irrtum aufruft, bekommt die gleiche Sünde wie diejenigen, die ihm (dem Irrtum) folgen, und dabei werden die Sünden derer, die ihm gefolgt sind, nicht weniger.”

(Muslim 2674)

 Gegenseitige Hilfe zu Güte und Gottesfurcht

[…] Und helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit […](Qur’an 5:2)

„Beim Nachmittag! Die Menschen sind wahrlich im Verlust; außer denjenigen, die glauben und gute Werke tun und sich gegenseitig die Wahrheit ans Herz legen und sich gegenseitig zur Geduld anhalten.“ (103:1-3)

Imam Schafi’i – Allah erbarme sich seiner – sagt, dass die Menschen – oder die meisten Menschen – sich der Bedeutung dieser Sure nicht bewusst sind.

180. Abu Musa Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein muslimischer vertrauenswürdiger Verwalter ist derjenige, der die ihm auferlegten Pflichten erledigt, indem er vollständig und aus ganzem Herzen das gibt, womit einer der Wohltäter ihn beauftragt hat.”

(Buchari 1438, Muslim 1023)

 Der Ratschlag

Allah, der Erhabene, sagt:

„Die Gläubigen sind ja Brüder, so stiftet Frieden zwischen euren Brüdern. […]“  (Qur’an 49:10)

„Ich überbringe euch die Botschaften meines Herrn und gebe euch aufrichtigen Rat. […](7:62)

„Ich überbringe euch die Botschaften meines Herrn, und ich bin euch ein aufrichtiger und getreuer Ratgeber.“ (7:68)

181. Tamim Ad-Dari überliefert, dass der Prophet sagte: „Religion ist aufrichtiger Rat.“ Wir fragten: „Wofür?“ Er sagte: „Für Allah, Sein Buch, Seinen Gesandten, die Vorsteher der Muslime und das ganze Volk.“

(Muslim 55; Abu Dawud 4944; Nasa’i 4208, 4209)

182. Dschurair Bin Abdullah – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Ich schwor dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – die Treue, indem ich mich verpflichtete, das Gebet zu verrichten, die Zakat (den Armen und Bedürftigen) zu geben und jedem Muslim gute Ratschläge zu geben.“

(Buchari 57, Muslim 56)

183. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Keiner von euch gilt als gläubig, solange er seinem Bruder* nicht wünscht, was er für sich selbst wünscht.”

* Bruder oder Schwester

(Buchari 13, Muslim 45)

 Das Gute gebieten und das Üble verbieten

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.“ (Qur’an 3:104)

„Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr gebietet das, was rechtens ist, und ihr verbietet das Unrecht, und ihr glaubt an Allah. […](3:110)

„Übe Nachsicht, gebiete das Rechte und wende dich von den Unwissenden ab.“ (7:199)

„Und die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Beschützer: Sie gebieten das Gute und verbieten das Böse […](9:71)

[…] Und sprich: ‚Es ist die Wahrheit von eurem Herrn’, darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will.“ (18:29)

„So tue kund, was dir befohlen wurde […](15:94)

[…] Da retteten wir jene, die das böse verhindert hatten, und erfassten die Ungerechten mit peinlicher Strafe, weil sie gefrevelt hatten.“ (7:165)

184. Abu Sai’d Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer von euch etwas Übles sieht, soll es mit seiner eigenen Hand ändern, und wenn er dies nicht kann, so soll er es mit seiner Zunge verändern, und wenn er auch dies nicht kann, dann mit seinem Herzen, und das ist das Schwächste des Glaubens.”

(Muslim 49)

187. An-Nu’ man Bin Baschir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Gleichnis dessen, der auf Allahs Grenzen achtet, und dessen, der sie überschreitet, ist wie das der Leute auf einem Schiff, die durch das Los entweder auf dem Oberdeck oder dem Unterdeck des Schiffes untergebracht werden. Die Unteren müssen nach oben, um Wasser zu holen, deshalb bitten sie um Erlaubnis, ein Loch in den Boden des Schiffes zu bohren, um an Wasser zu gelangen, ohne die Oberen zu stören. Wenn sie (die Oberen) dies zuließen, würden sie alle ums Leben kommen. Wenn aber diese sie davon abhielten, würden sie selbst und alle anderen gerettet.”

(Buchari 2493)

190. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hütet euch davor, an den Wegen zu sitzen!” Es wurde gesagt: „O Gesandter Allahs, wir brauchen diese Sitzungen, um (Dinge) zu besprechen.“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn ihr diese Sitzungen unbedingt halten müsst, dann gebt dem Weg sein Recht!” Es wurde gefragt: „Was ist das Recht des Weges, o Gesandter Allahs?“ Er antwortete: „Das Senken der Blicke, das Beheben von Schäden, das Erwidern des Grußes, das Gebieten des Guten und das Verbieten des Schlechten.”

(Buchari 2465, 6229; Muslim 2121)

193. Hudhaifa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Bei Dem, in dessen Hand meine Seele liegt, ihr gebietet das Gute und verbietet das Üble, oder Allah wird eine Strafe über euch senden und dannach werdet ihr zu Ihm beten, ohne dass eure Gebete erhört werden.”

(Al-Dschami’ 7070, Sahih At-Tirmidhi von Albani 1762)

194. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der beste Dschihad ist ein gerechtes Wort bei einem ungerechten Herrscher.”

(Al-Dschami’ 1100, As-Silsila As-Sahiha von Albani 491, bei Abu Dawud und Tirmidhi)

 Die Strafe für den, der das Gute gebietet und das Schlechte verbietet, während sein Tun das Gegenteil dessen ist, was er sagt

Allah, der Erhabene, sagt:

„Wollt ihr den Menschen Aufrichtigkeit gebieten und euch selbst vergessen, wo ihr doch das Buch lest! Habt ihr denn keinen Verstand?“ (Qur’an 2:44)

„O ihr, die ihr glaubt, warum sagt ihr, was ihr nicht tut? Höchst hassenswert ist es vor Allah, dass ihr sagt, was ihr nicht tut.“ (61:2-3).

[…] Und ich will gegen euch nicht so handeln, wie ich es euch zu unterlassen bitte. […](11:88)

198. Abu Zaid Usama Bin Haritha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Ein Mann wird am Tage der Auferstehung gebracht und in das Feuer geworfen. Die Gedärme seines Bauches brechen heraus und er wird damit im Kreis herumlaufen wie ein Esel an der Mühle. Um ihn werden sich die Bewohner des Feuers versammeln und sagen: ‚O du Soundso! Was ist mit dir? Warst du nicht derjenige, der das Gute geboten und das Üble verboten hat?’ Er wird sagen: ‚Doch. Ich habe das Gute geboten und es selbst nicht gemacht, und das Üble verboten, es jedoch selbst getan.”

(Buchari 3267, Muslim 2989)

 Das anvertraute Gut (Amana) zurückgeben

Allah, der Erhabene, sagt:

„Allah befiehlt euch, die anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, nach Gerechtigkeit zu richten. […](Qur’an 4:58)

„Wahrlich, Wir boten das Treuhänderamt den Himmeln und der Erde und den Bergen an; doch sie weigerten sich, es zu tragen, und schreckten davor zurück. Aber der Mensch nahm es auf sich. Wahrlich, er ist sehr ungerecht, unwissend.“ (33:72)

199. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Merkmale eines Heuchlers sind drei: Wenn er spricht, lügt er, wenn er etwas verspricht, bricht er es, und wenn ihm etwas anvertraut wird, betrügt er.”

In einer anderen Überlieferung heißt es: „Selbst wenn er fastet, betet und behauptet, ein Muslim zu sein.”

(Buchari 33, Muslim 59)

200. Hudhaifa berichtete: Allahs Gesandter – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – teilte uns zwei Hadithe mit, von denen ich einen habe wahr werden sehen, und auf den anderen warte ich noch.

Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu uns: „Die Treue (Amana) ist in die Herzen der Menschen herabgesandt worden, dann wurde der Qur’an herabgesandt, so lernten sie vom Qur’an, und sie lernten von der Sunna.“

Dann sprach er zu uns über die Aufhebung der Treue und sagte: „Ein Mensch schläft, während (etwas) von dem anvertrauten Gut (Treue) aus seinem Herzen genommen wird, sodass (an dessen Stelle) eine Spur gleich einem (dunklen) Pünktchen zurückbleibt. Dann, wenn er schläft, wird (etwas) von dem anvertrauten Gut aus seinem Herzen genommen, sodass (an dessen Stelle) eine Spur gleich einer Schwiele in seinem Herzen bleibt, gleich einem Stück glühender Kohle, das über seinen Fuß rollt und eine Brandblase hinterlässt, in der aber nichts ist.“

Dabei nahm er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – einen Kieselstein und ließ ihn über seinen Fuß rollen. „Dann werden die Leute ihren Geschäften nachgehen, während kaum jemand wahrhaftig ist, sodass man sagen wird: ‚Unter den und den Einwohnern gibt es einen Vertrauenswürdigen’. Es wird so weiter gehen, bis man über einen Mann sagt: ‚Wie charaktervoll er ist, wie nett er ist, wie klug er ist’, während in seinem Herzen nicht einmal im Gewicht eines Senfkorns Glauben ist.“

Ich habe eine Zeit erlebt, in der ich mir keine Sorgen machte, mit wem von euch ich Geschäfte machte. Wenn er ein Muslim war, so sicherte mir seine Religion (, dass ich zu meinem  Recht kommen würde), und wenn er ein Christ oder ein Jude war, so sicherte mir der Schutzbeauftragte (muslimischer Wali) zu (, dass ich zu meinem  Recht kommen würde). Aber heute mache ich mit keinem von euch Geschäfte, außer mit dem und dem.[11]

(Muslim 143; Buchari 6497, 7086, 7276; Tirmidhi 2179; Ibn Madschah 4053)

 Das Verbot des Unrechts und der Befehl, das Unrecht abzuwehren

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] die Ungerechten werden weder einen Vertrauten Freund noch einen Fürsprecher haben, auf den gehört werden könnte.“ (Qur’an 40:18)

[…] und für die Ungerechten gibt es keinen Helfer.“ (22:71)

203. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hütet euch vor Unrecht, denn Unrecht bringt Finsternis am Tage der Auferstehung. Hütet euch vor Habgier, denn Habgier vernichtete die Völker vor euch, sie führte dazu, dass sie ihr Blut vergossen und ihre Verbote zum Erlaubten machten.”

(Muslim 2578)

204. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Am Tage der Auferstehung wird jedem sein Recht gegeben, (auch) einem hornlosen Schaf, (das) von einem gehörnten Schaf (verletzt wurde).”

(Muslim 2582)

205. Dschurair berichtete: […] Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte während der Abschiedspilgerfahrt zu mir: „Lass die Menschen zuhören.“ Dann sagte er: „Kehrt nach mir nicht zum Unglauben zurück, sodass die einen von euch die Nacken von den anderen abschlagen.“ *

* indem ihr einander tötet

(Muslim 65; Buchari 121, 4405, 6869, 7080; Nasa’i 4142; Ibn Madschah 3942)

207. Abu Musa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah gewährt dem, der Unrecht tut, eine Frist, und wenn Er ihn nimmt, lässt Er ihn nicht entkommen.” Dann rezitierte er: „Und wie dein Herr mit den (früheren) Städten verfahren ist, ergreift Er auch (andere), wenn sie Unrecht begehen. Wahrlich, Seine Bestrafung ist schmerzlich, streng.” (11:102)

(Buchari 4686, Muslim 2583)

208. Mu’adh – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – entsandte mich (in den Jemen) und sagte mir: „Du kommst zu den Leuten der Schrift (Juden und Christen), so lade sie ein, zu bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass ich der Gesandte Allahs bin. Wenn sie das befolgen, dann erkläre ihnen, dass Allah ihnen fünf Gebete am Tag und in der Nacht zur Pflicht gemacht hat. Wenn sie das befolgen, dann teile ihnen mit, dass Allah ihnen eine Sadaqa als Pflicht auferlegt hat, die von ihren Reichen genommen wird, um sie unter ihren Armen zu verteilen. Wenn sie das befolgen, dann nimm ihnen ja nicht ihren besten Besitz. Und fürchte die Klage des ungerecht Behandelten, denn zwischen ihr und Allah ist keine Trennwand.”

(Buchari 1395, 1458; Muslim 19)

209. Abu Humaid Abdurrahman Bin Sa’d As-Sa’idi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – beauftragte einen Mann von den Azd, den man Al-Lutbiyya nannte, die Sadaqa einzutreiben. Als dieser zurückkam, sagte er: „Das ist für euch, und das wurde mir geschenkt.” Daraufhin stieg der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf das Minbar. Nachdem er Allah gelobpreist und gerühmt hatte, sagte er: „Wenn ich jemanden von euch in einer Sache beauftrage, die Allah mir auferlegte, und dann sagt er: ‚Das ist für euch, und dies wurde mir geschenkt.’ Wäre er im Hause seines Vaters und seiner Mutter geblieben, bis dieses Geschenk zu ihm käme, wenn er die Wahrheit sagt! Bei Allah, keiner von euch nimmt etwas, ohne das Recht zu haben, es zu nehmen, ohne dass er am Tage der Auferstehung mit der Last vor Allah steht. Ich will niemanden von euch kennen, der Allah dann mit einem Kamel gegenübersteht oder einer Kuh, die muht, oder einem Schaf, das blökt.”

Dann erhob er seine Hand, sodass man seine Achselhöhlen sah und sagte: „O Allah! Habe ich übermittelt?” (Das wiederholte er dreimal)

(Buchari 2597, 7197; Muslim 1832)

210. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn jemand seinem Bruder (Mitmenschen) Unrecht zugefügt hat (ob er ihn beschimpft hat oder seinen Besitz genommen hat), soll er es heute begleichen, bevor Dirham und Dinar (das Geld) nichts mehr bringen. Wenn er gute Taten hat, wird man ihm (sein begangenes Unrecht) von seinen guten Taten nehmen, und wenn er keine gute Taten hat, wird man die schlechten Taten des anderen zu seinen Taten hinzufügen.”

(Buchari 2449, 6534)

211. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Muslim ist derjenige, vor dessen Zunge und Hand die Muslime sicher sind, und ein Muhadschir ist derjenige, der sich von dem fernhält, was Allah verboten hat.”[12]

(Muslim 40, 41, 42; Buchari 10, 11; Tirmidhi 2504; Nasa’i 5014)

214. Abu Umama berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer das Vermögen eines Muslims durch einen falschen Eid (zu Unrecht) wegnimmt, dem hat Allah das Feuer bestimmt und ihm das Paradies verwehrt.” Ein Mann fragte: Auch wenn es etwas Geringes ist, o Gesandter Allahs? Er sagte: „Auch wenn es ein Stück Arak-Holz* ist.“

* Siwak oder Miswak, wird zur Zahnreinigung verwendet.

(Muslim 137, Nasa’i 5434, Ibn Madschah 2324)

218. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Wisst ihr, wer bankrott ist?” Sie antworteten: Bankrott ist der, der kein Geld und keinen Besitz hat. Da sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Bankrott ist in meiner Umma derjenige, der am Tage der Auferstehung mit seinen Gebeten, seinem Fasten und seiner Zakat kommen wird, der aber diesen beschimpft und jenen verleumdet hat, dem einen den Besitz genommen und des anderen Blut vergossen hat und jene geschlagen hat. Dann werden dem einen gute Taten gegeben und dem anderen von seinen guten Taten genommen. Wenn er keine guten Taten mehr hat, bevor er allen Opfern ihre Rechte gegeben hat, werden die Sünden seiner Opfer auf ihn übergehen, und er wird dann ins Feuer geworfen werden.”

(Muslim 2581)

219. Umm Salama – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ich bin nur ein Mensch, und ihr bringt eure Streitereien zu mir. Es mag sein, dass manch einer von euch besser argumentieren kann als die anderen und ich entsprechend dem, was ich höre, zu seinen Gunsten urteile. Wem ich das Recht seines Bruders zuspreche, dem spreche ich ein Stück vom Höllenfeuer zu.”

(Buchari 7169, Muslim 1713)

220. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –

sagte: „Ein Gläubiger ist immer noch in seiner Religion, wenn er kein Blut zu Unrecht vergossen hat.”

(Buchari 6862)

 Die Unantastbarkeit der Würde der Muslime, ihre Menschenrechtserklärungen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Somit rührt das wahrlich von der Gottesfürchtigkeit der Herzen her, wenn einer die Gebote Allahs ehrt.“ (Qur’an 22:32)

[…] und senke deinen Flügel auf die Gläubigen.“ (15:88)

[…] wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. […](5:32)

222. Abu Musa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –sagte: „Ein Gläubiger ist dem Gläubigen wie (die Steine) eines Bauwerks, die sich gegenseitig stärken.” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – verschränkte dabei die Finger seiner Hände miteinander.

(Buchari 2446, Muslim 2585)

224. An-Nu’man Bin Baschir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Gleichnis der Gläubigen in ihrer Freundschaft, Barmherzigkeit und Sympathie zueinander ist wie das eines Körpers: Wenn ein Teil davon leidet, leidet der ganze Körper an Schlaflosigkeit und Fieber.”

(Buchari 6011, Muslim 2586)

225. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – küsste Al-Hassan bin Ali – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – (seinen Enkel), während er sich bei Al-Aqra’ bin Habis befand. Da sagte Al-Aqra’: „Ich habe zehn Söhne und habe noch nie einen von ihnen geküsst.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sprach zu ihm: „Wer kein Erbarmen hat, der findet auch kein Erbarmen.”

(Buchari 6011, Muslim 2586)

226. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Einige Beduinen besuchten den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Sie fragten ihn: „Ihr küsst eure Kinder?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Ja!” Sie sagten: „Aber, bei Allah, wir küssen sie nie!“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – erwiderte: „Was soll ich tun, wenn Allah die Barmherzigkeit aus euren Herzen genommen hat?”

(Buchari 5998, Muslim 2317)

227. Dscharir bin Abdullah – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer sich der Menschen nicht erbarmt, dessen wird Sich Allah nicht erbarmen.”

(Buchari 7376, Muslim 2319)

228. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn einer von euch die Menschen im Gebet (Gemeinschaftsgebet) leitet, sollte er es kurz fassen, denn unter ihnen (den Betenden) sind Schwache, Kranke oder Alte. Wenn aber einer alleine betet, kann er (das Gebet) so verlängern, wie er möchte.”

(Buchari 703, Muslim 468)

230. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – es verbot, durchgehend zu fasten (ohne zwischendurch nach Sonnenuntergang zu essen). Es wurde gesagt: „Du fastest aber durchgehend!“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Ich bin aber nicht wie ihr, ich werde von meinem Herrn ernährt*, und Er stillt mein Durst!”

* Das heißt, Er gibt mir die Kraft von jemandem, der gegessen und getrunken hat.

(Buchari 1962, Muslim 1102)

231. Abu Qatada Al-Harith Bin Rabi’i – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ich verlängere das (Gemeinschafts-) Gebet gerne, doch ich höre währenddessen das Weinen eines Babys, weshalb ich mein Gebet kürze, um es seiner Mutter nicht schwer zu  machen.”

(Buchari 707)

232. Dschundub Bin Abdullah berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer das Morgengebet verrichtet, steht unter dem Schutz Allahs. Deshalb wird Allah euch seinetwegen* nicht zur Verantwortung ziehen. Denn wenn jemand dann etwas zu verantworten hat und Allah ihn deswegen zur Rechenschaft zieht, wird er ihn ins Höllenfeuer werfen.“

* wegen eines Mannes, der das Morgengebet verrichtet hat

(Muslim 657)

235. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Ihr dürft euch gegenseitig nicht hassen und (einander beim Handel) nicht überbieten! Hasst einander nicht, beneidet einander nicht, kehrt euch nicht den Rücken zu, brecht den Kontakt zueinander nicht ab, unterbietet einander nicht (beim Kauf), und seid Diener Allahs, die einander Brüder sind! Ein Muslim ist der Bruder jedes Muslims, fügt ihm kein Unrecht zu, verachtet ihn nicht und lässt ihn nicht im Stich. Die Taqwa (Gottesfurcht) ist hier (im Herzen).“ Währenddessen zeigte er dreimal auf seine Brust. „Es ist schlimm genug, wenn jemand seinen muslimischen Bruder verächtlich behandelt. Blut, Besitz und Ehre eines jeden Muslims sind für einen anderen Muslim verboten (haram).“

(Buchari 6065, 6076; Muslim 2559)

236. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Keiner von euch gilt als gläubig, bis er seinem Bruder[13] das wünscht, was er sich selbst wünscht.”

 (Muslim 45, Buchari 13, Nasa’i 5032)

237. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Hilf deinem Bruder, ob er ein Unterdrücker ist oder unterdrückt wird.“ Da fragte ein Mann: „O Gesandter Allahs, ich helfe ihm, wenn er unterdrückt wird; aber wie kann ich ihm denn helfen, wenn er ein Unterdrücker ist?“ Er sagte: „Indem du ihn daran hinderst, Unrecht zu tun. Das ist wahrlich eine Hilfe für ihn.“

(Buchari)

238. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Muslim hat einem anderen Muslim gegenüber fünf Rechte: den Gruß zu erwidern, den Kranken zu besuchen, sich an der Beisetzung des Toten zu beteiligen, der Einladung des Einladenden zu folgen und dem Niesenden Allahs Erbarmen zu wünschen.“

(Buchari 1240; Muslim 2162)

Und in Muslims Überieferung heißt es: „Ein Muslim hat dem Muslim gegenüber sechs Pflichten: Wenn du ihn triffst, sollst du ihn grüßen, wenn er dich einlädt, sollst du seine Einladung annehmen, wenn er dich um einen Rat bittet, rate ihm, wenn er niest und dabei Allah lobt (indem er Al-hamdu li.llah sagt), dann wünsche ihm Allahs Erbarmen (indem du Yarhamuk-Allah sagst), wenn er krank ist, besuche ihn, und wenn er gestorben ist, beteilige dich an seinem Begräbnis.“

Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – trug uns auf, den Kranken zu besuchen, uns an der Beisetzung von Toten zu beteiligen, dem Niesenden Allahs Erbarmen zu wünschen, dem Schwörer bei der Umsetzung seines Eides zu helfen, dem Unterdrückten zum Sieg zu verhelfen, der Einladung des Einladenden zu folgen und den Friedensgruß (As-Salamu ’alaikum) zu verbreiten.

(Buchari und Muslim)


 Bedecken der Schwächen der Muslime und das Verbot, diese grundlos bekannt zu machen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Wahrlich, jenen, die wünschen, dass sich Unzucht unter den Gläubigen verbreite, wird im Diesseits und im Jenseits eine schmerzliche Strafe zuteil sein. […](Qur’an 24:19)

240. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer die Mängel eines anderen im Diesseits verdeckt, dessen Mängel wird Allah am Tage der Auferstehung verdecken.”

(Muslim 2590)

241. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Jeder aus meiner Umma kann mit Vergebung rechnen, außer demjenigen, der seine Sünden öffentlich macht. Zum Öffentlichmachen der Sünden gehört, dass jemand in der Nacht eine Tat begeht und dann am nächsten Morgen, während Allah sie doch verborgen hat, sagt: ‚O Soundso, gestern habe ich dieses und jenes gemacht.’ Er verbrachte die Nacht, während sein Herr es verbarg, doch er selbst steht auf und gibt preis, was Allah beschützte.“

(Buchari und Muslim)

 Ausführung der Angelegenheiten der Muslime

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und tut das Gute, auf dass ihr Erfolg haben möget!“ (Qur’an 22:77)

245. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer einem Mu’min ein Leid von den Leiden der Welt erleichtert, dem wird Allah ein Leid von den Leiden des Tages der Auferstehung erleichtern. Und wer einem Menschen in einer (finanziellen) Not hilft und seine Lage erleichtert, dem wird Allah im Diesseits und im Jenseits helfen. Und wer einen Muslim schützt und seine Schwächen bedeckt, den wird Allah im Diesseits und im Jenseits decken. Allah ist dem Diener Unterstützer, solange der Diener seinem Bruder Unterstützer ist. Wer einen Weg einschlägt, um nach Wissen zu suchen, wird Allah dafür einen Weg zum Paradies ebnen. Keine Schar versammelt sich in einem der Häuser Allahs, um das Buch Allahs zu rezitieren und es miteinander zu studieren, ohne dass auf sie die innere Ruhe herabkommt, das Erbarmen sie umschließt, die Engel sie umgeben und Allah sie bei denen erwähnt, die bei Ihm sind. Und wessen Taten langsam werden, dem wird seine Abstammung nichts bringen.“

(Dies berichtet Muslim in diesem Wortlaut.)

 Fürsprache

Allah, der Erhabene, sagt:

„Wer eine gute Fürsprache einlegt, dem soll ein Anteil daran zukommen [...](Qur’an 4:85)

247. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, was der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in der Geschichte von Barira und ihrem Gatten sagte: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu ihr: „(Es wäre besser,) wenn du zu ihm zurückgehen würdest.” Sie sagte: „O Gesandter Allahs, befiehlst du es mir?“ Er sagte: „Ich lege nur Fürsprache ein.” Sie sagte: „Ich bin nicht an ihm interessiert.”

(Muslim 5283)

 Frieden unter den Menschen verbreiten

Allah, der Erhabene, sagt:

„Nichts Gutes ist in vielen ihrer Besprechungen, es sei denn in solchen, die zur Mildtätigkeit oder zur Güte oder zum Friedenstiften unter den Menschen ermahnen [...](Qur’an 4:114)

[…] Denn Versöhnung ist gut […](4:128)

[…] Darum fürchtet Allah und ordnet die Dinge in Eintracht unter euch. […](8:1)

„Die Gläubigen sind ja Brüder, so stiftet Frieden zwischen euren Brüdern und fürchtet Allah, auf dass euch Barmherzigkeit erwiesen werde.“ (49:10)

248. Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs erklärte: „An jedem Tag, an dem die Sonne aufgeht, ist auf jedes Glied des menschlichen Körpers eine Sadaqa (Almosen für die Bedürftigen) zu geben. Gerechtigkeit zwischen zweien zu stiften ist eine Sadaqa. Einem Menschen zu helfen, sein Reittier zu besteigen oder sein Tier zu beladen, ist eine Sadaqa, ein freundliches Wort ist eine Sadaqa, jeder Schritt, den du zum Gebet schreitest, ist eine Sadaqa, und ein Hindernis aus dem Weg zu räumen ist eine Sadaqa.“

(Buchari 2989, Muslim 1009)

249. Umm Kulthum Bint (Tochter von) Uqba Bin Abi Mu’ait – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass sie den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Jener ist kein Lügner, der Frieden unter den Menschen verbreitet und Gutes sät oder Gutes sagt.”

(Buchari 2692, Muslim 2605)

 Bevorzugung der Schwachen, Armen und Unbekannten unter den Muslimen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und gedulde dich zusammen mit denjenigen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen – im Trachten nach seinem Wohlgefallen; und laß deine Blicke nicht über sie hinauswandern […](Qur’an 18:28)

252. Haritha Bin Wahb – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Soll ich euch von den Bewohnern des Paradieses erzählen? Jeder Schwache und Bescheidene (oder als gering Eingeschätzte) – wenn er Allah bittet, wird seine Bitte erfüllt. Soll ich euch von den Bewohnern des Feuers erzählen? Es ist jeder, der unverschämt, hochnäsig und arrogant ist.”

(Buchari 2692, Muslim 2605)

253. Abu ’Abbas Sahl Bin Sa’d As-Sa’idi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ein Mann ging am Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – vorbei. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte einen Mann, der bei ihm saß: „Wie ist deine Meinung zu diesem Mann?” Er sagte: „Ich glaube, er ist ein edler Mann unter den Leuten. Bei Allah, er kann ohne Weiteres um die Hand einer Frau bitten und wenn er Fürsprache einlegt, wird seine Fürsprache angenommen.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – schwieg. Dann ging ein anderer Mann vorbei. Der Gesandte Allahs– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte ihn wieder: „Wie ist deine Meinung zu diesem Mann?” Er sagte: „O Gesandter Allahs! Das ist ein armer Mann unter den Muslimen! Wenn er um die Hand einer Braut bittet, wird er zurückgewiesen, und wenn er (für einen Menschen) Fürsprache einlegt, wird niemand sie annehmen, und wenn er spricht, wird man ihm nicht zuhören.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dieser (arme Mensch ist bei Allah) besser als alle auf der Erde von der anderen Sorte.”

(Buchari 6447, Muslim 4720 in Tuhfatu-l-Aschraf)

254. Abu Said Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Hölle und das Paradies stritten sich. Die Hölle sagte: ‚Die Gewalttätigen und die Hochmütigen sind in mir.’ Und das Paradies sagte: ‚Die Schwachen unter den Menschen und die Bedürftigen sind in mir.’ Allah fällte zwischen ihnen das Urteil: ‚Du bist das Paradies, Meine Barmherzigkeit, mit der Ich Mich mich erbarme, wessen Ich will. Und du bist das Höllenfeuer, Meine Strafe, mit dir bestrafe Ich, wen Ich will, und es obliegt Mir, euch beide zu füllen.’“

(Muslim)

255. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Am Tage der Auferstehung wird ein dicker, großer Mann kommen, der vor Allah nicht einmal so viel wiegen wird wie der Flügel einer Mücke.”

(Buchari 4729, Muslim 2785)

257. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – erklärte: „Es gibt welche, deren Haare zerzaust und staubig sind und die an der Tür zurückgewiesen werden; wenn solche Allah bitten, wird Er sie erhören.”

(Muslim 2854)

259. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „In der Wiege haben nur drei gesprochen: Jesus, der Sohn der Maria, Sahib Dschuraidsch (dem das Baby untergeschoben wurde); und Dschuraidsch war ein Mann, der sich dem Gottesdienst widmete und sich in ein Kloster zurückgezogen hatte, das er gebaut hatte. Einst kam seine Mutter zu ihm, während er betete und rief: ‚O Dschuraidsch!’ Er sagte: ‚O Herr, meine Mutter und mein Gebet.’ Er verichtete sein Gebet weiter, und seine Mutter ging weg. Am nächsten Tag kam seine Mutter erneut, während er betete, und rief: ‚O Dschuraidsch!’ Er sagte: ‚O Herr, meine Mutter und mein Gebet.’ Er verichtete sein Gebet weiter, und seine Mutter ging wieder.

Am dritten Tag kam seine Mutter erneut zu ihm, während er betete, und rief: ‚O Dschuraidsch!’ Er sagte: ‚O Herr, meine Mutter und mein Gebet.’ Er verrichtete sein Gebet weiter. Hierauf betete seine Mutter: ‚O Allah! Lass ihn nicht sterben, bevor er die Gesichter der Dirnen gesehen hat!’

Das Volk Israel erwähnte die Hingabe Dschuraidschs, und sein Gottesdienst (war in aller Munde). Es gab eine Dirne, die ein Beispiel an Schönheit war. Sie sagte: ‚Wenn ihr wollt, werde ich ihn verführen.’ Sie versuchte es, aber er wandte sich ihr nicht zu. Dann bot sie sich einem Schäfer an, der in der Nähe der Klause lebte. Dies gelang ihr, und sie wurde schwanger. Als sie entbunden hatte, sagte sie, es (das Kind) sei von Dschuraidsch. Sie kamen zu Dschuraidsch, schleppten ihn aus seiner Klause, zerstörten sie und schlugen ihn. Er fragte: ‚Was ist mit euch los?’ Sie sagten: ‚Du hast mit dieser Dirne Ehebruch begangen, und sie hat von dir ein Kind bekommen.’ Er fragte: ‚Wo ist das Kind?’ Sie brachten es ihm. Er sagte: ‚Lasst mich beten!’ Dann betete er, und als er sein Gebet beendet hatte, ging er zu dem Kind, tippte auf seinen Bauch und fragte: ‚O Kind! Wer ist dein Vater?’ Das Kind antwortete: ‚Soundso, der Schäfer.’ Da wandten sich alle Dschuraidsch zu, küssten ihn und strichen über ihn (um seinen Segen zu bekommen). Sie sagten: ‚Wir bauen dir eine Klause aus Gold.’ Dschuraidsch sagte: ‚Nein! Baut sie aus Lehm, wie sie vorher war.’ Dies taten sie dann.

Die dritte Person wurde einst von ihrer Mutter gestillt, als ein gutaussehender Mann auf einem schnellen und schönen Pferd vorbeiritt. Die Mutter betete: ‚O Allah, lass meinen Sohn wie diesen werden.’ Das Kind ließ die Brust los, schaute zu ihm und sagte: ‚O Allah, mach mich nicht wie diesen.’ Dann wandte es sich wieder der Brust zu.“

Als sähe ich jetzt den Gesandten Allahs, wie er, während er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – erzählte, seinen Zeigefinger in den Mund nahm und daran saugte. Dann sagte er weiter:

„Dann kamen Leute vorbei, die eine Sklavin schlugen und sie beschuldigten: ‚Du hast Ehebruch begangen, du hast gestohlen!’ Sie rief dabei: ‚Allah ist mir Genüge, und welch ein vorzüglicher Beschützer ist Er!’ Seine Mutter betete: ‚O Allah, mach meinen Sohn nicht wie diese.’ Da ließ das Baby wieder die Brust los, schaute sie sich an und sagte: ‚O Allah, mach mich wie sie.’ Nun kam es zu einem Gespräch. Sie (die Mutter) sagte: ‚Ein gutaussehender Mann kam vorbei, und ich betete: »O Allah, mache meinen Sohn wie ihn.« Und du sagtest: »O Allah, mache mich nicht wie ihn.« Danach kamen diese mit der Sklavin, schlugen sie und bezichtigten sie des Ehebruchs und des Diebstahls. Ich betete: »O Allah, mach meinen Sohn nicht wie sie.« Du aber sagtest: »O Allah, mach mich wie sie.«’ Er (das Baby) sagte: ‚Er war ein Tyrann, deshalb sagte ich: »O Allah, mach mich nicht wie ihn.« Und diese sagten: »Du hast Ehebruch begangen.« In Wirklichkeit hatte sie weder Ehebruch noch Diebstahl begangen. Deshalb sagte ich: »O Allah, mache mich wie sie (wie die Sklavin)«.’”

(Buchari 3436, Muslim 2550)

  

 Die Güte und das Mitgefühl gegenüber den Waisen, den Mädchen, den übrigen Schwachen, den Armen [...]

Allah, der Erhabene, sagt:

[...] Und senke deinen Flügel auf die Gläubigen.“ (Qur’an 15:88)

 „Und gedulde dich zusammen mit denjenigen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen – im Trachten nach seinem Wohlgefallen; und laß deine Blicke nicht über sie hinauswandern, indem du nach dem Schmuck des irdischen Lebens trachtest […](18:28)

[…] Darum unterdrücke nicht die Waise, * und fahre nicht den Bettler an…“ (93:9-10)

„Hast du den gesehen, der das Gericht leugnet? * Das ist der, der die Waise wegstößt * und nicht zur Speisung des Armen anspornt.“ (107:1-3)

260. Sa’d Bin Abi Waqqas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Wir saßen mit sechs Personen beim Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Da sagten die Götzendiener (denen er den Islam erklärte) zum Propheten: „Weise diese ab, damit sie nicht wagen, (uns etwas anzutun oder uns zu stören).” Diese waren ich, Ibn Mas’ud, ein Mann vom Stamm Hudhail, Bilal und zwei andere Männer, deren Namen ich nicht weiß. Das war dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – nicht ganz recht, und er fühlte sich unwohl. Er dachte nach, und Allah, Der Erhabene offenbarte: „Und weise nicht diejenigen ab, die vom Morgen bis zum Abend ihren Herrn anrufen, im Wunsch nach Seinem Angesicht. Du bist in keiner Weise verantwortlich für sie und sie sind in keiner Weise verantwortlich für dich. Würdest du sie also abweisen, dann würdest du Unrecht tun.” (Sure 6:52)

(Muslim 2413)

262. Sahl Bin Sa’d – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ich und derjenige, der für Waisen (elternlose Kinder) sorgt werden im Paradies so (nebeneinander) sein”, und er legte Zeige- und Mittelfinger zusammen.

(Buchari 5304)

263. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer für Waisen sorgt, seien es seine (Verwandten) oder andere, wird mit mir wie diese im Paradies sein.“ Malik Bin Anas, der diesen Hadith überlieferte, hob dabei seinen Zeigefinger und seinen Mittelfinger.

(Muslim 2983)

264. Und er, Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Bedürftiger ist nicht der, der um ein oder zwei Datteln bittet oder um ein, zwei Bissen, vielmehr ist bedürftig, wer sich zurückhält (und nicht bettelt, obwohl er in Not ist).”

In einer anderen Überlieferung in den beiden Sahih-Werken (von Buchari und Muslim) heißt es: „Ein Bedürftiger ist nicht der, der um ein oder zwei Datteln bittet oder um ein, zwei Bissen. Ein Bedürftiger ist vielmehr der, der nichts besitzt und nicht bittet, denn man würde ihm geben, wenn er darum bitten würde, doch er geht nicht zu den Leuten.”

(Buchari 4539, Muslim 1039)

265. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer für Witwen und Bedürftige sorgt, den belohnt Allah wie den Mudschahid auf dem Wege Allahs (der um Allahs willen kämpft).”

Er (Abu Huraira) sagte: Ich denke, er hat noch gesagt:[…] wie einen der zum Gebet Stehenden und nicht müde Werdenden und einen ständig Fastenden, der sein Fasten nicht bricht.”

(Buchari 6007, Muslim 2982)

267. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn jemand zwei Mädchen großzieht, bis sie das Reifealter erreicht haben, so werden ich und er am Tage der Auferstehung wie diese beiden (Finger sein).” Dabei legte er seine beiden Finger zusammen.

(Muslim 2631)

268. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Eine Frau kam zu mir. Bei ihr waren zwei ihrer Töchter, und sie bat (mich um etwas). Ich besaß nichts außer einer einzigen Dattel, die ich ihr gab. Sie teilte sie unter ihren beiden Töchtern auf und aß selbst nichts davon. Danach stand sie auf und ging. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kam, und ich erzählte ihm davon. Er sagte: „Wer mit diesen Töchtern geprüft wird und sie gut behandelt, für den werden sie ein Schutz vor dem Feuer sein.“

(Buchari 1418, Muslim 2629)

269.[A3]  Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Eine Frau kam zu mir. Bei ihr waren zwei ihrer Töchter, und sie bat (mich um etwas). Ich besaß nichts außer einer einzigen Dattel, die ich ihr gab. Sie teilte sie unter ihren beiden Töchtern auf und aß selbst nichts davon. Danach stand sie auf und ging. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kam, und ich erzählte ihm davon. Er sagte: „Wer mit diesen Töchtern geprüft wird und sie gut behandelt, für den werden sie ein Schutz vor dem Feuer sein.“

(Buchari 1418, Muslim 2629)

270. Abu Schuraih Chuwailid Bin Amr Al-Chuza’i – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „O Allah! Ich erkläre die Verletzung der Rechte der beiden Schwachen – der Waisen und der Frauen – als unantastbar.”

(Authentisch: As-Silsila As-Sahiha 1015 und Sahih Ibn Madschah 2967 von Albani, ein guter Hadith [hassan], überliefert bei An-Nasa’i, Al-Kubra 9150)

 Die gute Behandlung der Frauen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und lebt mit ihnen in gütlicher ehelicher Gemeinschaft.“ (Qur’an 4:19)

„Und ihr könnt zwischen den Frauen keine Gerechtigkeit üben, so sehr ihr es auch wünschen möget[14]. Aber neigt euch nicht gänzlich (einer) zu, so dass ihr die andere gleichsam in der Schwebe[15] lasst. Und wenn ihr es wiedergutmacht und gottesfürchtig seid, so ist Allah Allverzeihend, Barmherzig.” (4:129)

273. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Behandelt die Frauen gut; denn die Frau ist aus einer Rippe erschaffen worden, und der am stärksten gekrümmte Teil ist oben. Wenn du sie gerade biegen willst, wirst du sie brechen, und wenn du sie lässt, wie sie ist, wird sie verbogen bleiben. Behandelt die Frauen also gut.”

In einer Überlieferung in den beiden Sahih-Werken von Buchari und Muslim heißt es: „Die Frau ist wie eine (krumme) Rippe. Wenn du versuchst, sie geradezubiegen, wird sie zerbrechen, und wenn du mit ihr glücklich sein möchtest, wirst du glücklich, auch wenn sie krumm ist.”

Und in einer Überlieferung von Muslim heißt es:

„Die Frau wurde aus einer Rippe erschaffen, und du wirst sie nicht geradebiegen können, und wenn du mit ihr glücklich sein möchtest, wirst du glücklich, auch wenn sie krumm ist. Wenn du aber versuchst, sie geradezubiegen, wirst du sie brechen, und sie zu brechen bedeutet,  sich von ihr scheiden zu lassen.”

(Buchari 3331, Muslim 1468)

275. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Ein gläubiger Ehemann hasst nie seine gläubige Frau, denn auch wenn er eine Angewohnheit von ihr hasst, so wird ihm doch eine andere Angewohnheit von ihr gefallen.”

(Muslim 1469)

278. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Vollkommenste im Glauben sind die mit einem vorzüglichem Benehmen, und die Besten unter euch sind jene, die am besten zu ihren Ehefrauen sind.”

(Authentisch, Abu Dawud 4682, Tirmidhi 1162. Abu Dawuds Überlieferung beinhaltet nur den ersten Teil des Hadithes. Sahih Al-Dschami’ As-Saghir 1232, As-Silsila As-Sahiha 284, Sahih Tirmidhi von Albani 928 und in Mischkat Al-Masabih 3264)

280. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As  – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Diesseits ist ein (vorübergehender) Genuss. Der beste Genuss ist eine rechtschaffene Ehefrau.”

(Muslim 1467)

 Das Recht des Ehemannes gegenüber der Ehefrau

Allah, der Erhabene, sagt:

„Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren. […](Qur’an 4:34)

Darüber gibt es Ahadith, z.B. den Hadith Nr. 276, der von Amr Bin Al-Ahwad überliefert wurde.

283. Ibn ’Umar berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Jeder von euch ist ein Hirte, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde. Der Herrscher ist ein Hirte, der Mann ist für seine Familienangehörigen ein Hirte, und die Frau ist für den Haushalt ihres Mannes und für seine Kinder eine Hirtin. So ist jeder ein Hirte, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde.“

(Buchari 5200, Muslim 1829, Tirmidhi 1705)

 Der Lebensunterhalt für die Familie

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und es obliegt dem, dem das Kind geboren wurde[16], für (die Mütter) ihre Nahrung und Kleidung auf gütige Weise Sorge zu tragen [...](Qur’an 2:233)

„Jeder soll aus seiner Fülle ausgeben, wenn er die Fülle hat; und der, dessen Mittel beschränkt sind, soll gemäß dem ausgeben, was ihm Allah gegeben hat. Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was Er ihr gegeben hat. […](65:7)

[…] Und was immer ihr spendet, Er wird es ersetzen. […](34:39)

289. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Dinar, den du auf dem Weg Allahs ausgegeben hast, ein Dinar, den du für einen Nacken (d.h. für die Befreiung eines Sklaven) ausgegeben hast, ein Dinar, den du für einen (armen) Menschen ausgegeben hast und ein Dinar, den du für deine Familie ausgegeben hast –  der, welcher die größte Belohnung (bei Allah) einbringt, ist der, den du für deine Familie ausgegeben hast.“

290. Abu Abdullah, der auch Abu Abdurrahman Thawban Bin Budschdud gennant wird – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, welcher einst Sklave war und von dem Gesandten Allas befreit wurde, berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der beste Dinar (der die größte Belohnung bei Allah einbringt), den ein Mann ausgibt, ist der Dinar, der er für seine Familie ausgibt, und ein Dinar, den ein Mann für sein Reittier auf dem Wege Allahs ausgibt, und ein Dinar, den er für seine Gefährten auf dem Wege Allahs ausgibt.“

292. Sa‘d Bin Abi Waqqas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Für alles, was du auf dem Wege Allahs ausgibst, sogar für das, was du deiner Frau in den Mund steckst, wirst du belohnt.“

(Buchari 55, Muslim 1002)

293. Abu Mas‘ud Al-Badri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer etwas für seine Familie ausgibt und dabei auf die Belohnung von Allah hofft, für den ist dies eine Sadaqa.”

(Buchari 1442, Muslim 1010 und die zweite Überlieferung von Buchari unter der Nr. 1428)

294. Abdullah Bin Amr Bin Al-‘As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es ist für den Menschen Sünde genug, dass er die Menschen verloren gehen lässt, die er zu ernähren hat.”

Von Muslim wird in seinem Sahih-Werk überliefert:

„Es ist für den Menschen Sünde genug, dass er den Unterhalt von jemandem kontrolliert und ihn zurückhält.”

(Authentisch: Abu Dawud und andere: Ein gesunder Hadith [sahih]. Abu Dawud 1692, An-Nasa’i in Al-Kubra 9176, Sahih Al-Dschami’ 4481, Irwa’ Al-Ghalil 894, Muslim 996)

295. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es gibt keinen Tag, an dem die Diener morgens aufstehen, ohne dass zwei Engel heruntersteigen. Der eine betet: ‚O Allah, gib dem Spender Nachschub!’, und der andere betet: ‚O Allah! Lass den Geizigen (seinen Besitz) verschwenden!’

296. Hakim Bin Hizam berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die obere Hand ist besser als die untere. Beginne mit demjenigen, für den du unterhaltspflichtig* bist. Die beste Sadaqa (für Arme und Bedürftige) ist die, (die man gibt,) nachdem man sich selbst ausreichend versorgt hat. Und wer Reichtum anstrebt, dem wird Allah geben, und wer enthaltsam ist, den wird Allah reich machen.“

(Buchari 1429, Muslim 1033)

* oder die, deren Versorgung von dir abhängt

** oder: Die beste Sadaqa ist die, die gegeben wird, nachdem die eigenen Bedürfnisse erfüllt sind.

 Spenden von dem Guten und dem, was man selbst liebt

Allah, der Erhabene, sagt:

„Ihr werdet das Gütigsein nicht erlangen, solange ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt. […](Qur’an 3:92)

„O ihr, die ihr glaubt, spendet von dem Guten, das ihr erwarbt, und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorkommen lassen, und sucht darunter zum Spenden nicht das Schlechte aus. […](2:267)

297. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Abu Talha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – besaß unter den Ansar in Medina die meisten Dattelgärten. Am meisten liebte er seinen Besitz in Bairaha’, welcher gegenüber der Moschee lag. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte seinen Garten oft zu besuchen und von dem süßen Wasser dort zu trinken.

Anas sagte weiter: Als dieser Koranvers herabgesandt wurde: „Niemals werdet ihr Frömmigkeit erlangen, ehe ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt” (Sure 3:92), ging Abu Talha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagte zu ihm: „O Gesandter Allahs! Allah hat dir diesen Koranvers herabgesandt: ‚Niemals werdet ihr Frömmigkeit erlangen, ehe ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt’, und wahrlich, der von mir am meisten geliebte Besitz ist Bairaha’. Und er ist eine Sadaqa für Allah, den Erhabenen, und ich erhoffe mir dadurch Güte und Belohnung bei Allah, dem Erhabenen. Investiere also, o Gesandter Allahs, so wie Allah es dich machen lässt.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Bravo! Das ist aber ein Gewinn, das ist aber ein Gewinn! Ich habe gehört, was du gesagt hast, und ich finde, dass du ihn unter deinen Verwandten aufteilen solltest.” Abu Talha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: „Dann mache ich das, o Gesandter Allahs!” Und er teilte ihn unter seinen Verwandten und Cousins väterlicherseits auf.

(Buchari 1461, Muslim 998)


 Die Pflicht, seine Familie, die Kinder und alle Familienangehörigen anzuweisen, Allah, dem Erhabenen, zu gehorchen, und ihnen zu verbieten, ungehorsam zu sein, und sie daran zu hindern, etwas Verbotenes zu tun

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und fordere die Deinen zum Gebet auf und sei (selbst) darin aus-dauernd. […](Qur’an 20:132)

„O ihr, die ihr glaubt, rettet euch und die Euren vor einem Feuer. […](66:6)

298. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Al-Hassan Bin Ali (Enkel des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –) nahm eine Dattel von den Datteln der Sadaqa und steckte sie in den Mund. Da sagte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Pfui, pfui! Ausspucken! Wusstest du nicht, dass wir Sadaqa nicht essen dürfen?”

Und in einer anderen Überlieferung steht: „Sadaqa ist uns nicht erlaubt.”

(Buchari 1491, Muslim 1069)

299. Abu Hafs ’Umar Bin Abu Salama Bin Abdul-Assad – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, der Stiefsohn des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – berichtete: Ich war ein kleiner Junge in der Obhut des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und beim Essen wanderte meine Hand auf der Platte herum. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu mir: „O Junge, beginne mit Allahs Namen, iss mit deiner Rechten und iss, was vor dir ist.“ Danach wurde dies (dieser Rat) stets zu meiner Essgewohnheit.

(Buchari und Muslim)

300. Ibn ’Umar berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Jeder von euch ist ein Hirte, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde. Der Herrscher ist ein Hirte, der Mann ist für seine Familienangehörigen ein Hirte, und die Frau ist für den Haushalt ihres Mannes und für seine Kinder eine Hirtin. So ist jeder ein Hirte, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde.“

(Buchari 5200, Muslim 1829, Tirmidhi 1705)

 Das Recht des Nachbarn und seine gute Behandlung

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und dient Allah und setzt Ihm nichts zur Seite; und seid gut zu den Eltern und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbar, sei er verwandt oder aus der Fremde, dem Begleiter an der Seite, dem Sohn des Weges. […](Qur’an 4:36)

303. Ibn ’Umar und Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichteten: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Gabriel (der Engel) hat mir die gute Behandlung des Nachbarn so lange empfohlen, bis ich fast dachte, dass er ihn für erbberechtigt erklären würde.”

(Buchari 6014, 6015, Muslim 2624, 2625)

304. Abu Dharr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„O Abu Dharr! Wenn du eine Suppe kochst, nimm mehr Wasser und denke an deinen Nachbarn.”

Einer anderen Überlieferung von Abu Dharr zufolge heißt es: Mein Freund (der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –) hat mir empfohlen: „Wenn du eine Suppe kochst, gieß mehr Wasser hinein, dann schau, wie es der Familie deines Nachbarn geht, und gib ihnen etwas davon.”

(Muslim 2625)

305. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Bei Allah, er glaubt nicht! Bei Allah, er glaubt nicht! Bei Allah, er glaubt nicht.” Man fragte: „Wer, o Gesandter Allahs?” Er sagte: „Der, vor dessen Bosheit sein Nachbar keine Ruhe hat.”

Und in Muslims Überlieferung heißt es: „Derjenige wird nicht ins Paradies gehen, dessen Nachbar vor seiner Bosheit keine Ruhe hat.”

(Buchari 6016, Muslim 46)

306. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„O ihr muslimischen Frauen, schätzt (eine gute Tat) nicht gering, wenn es um das Geschenk einer Nachbarin geht, selbst wenn es nur der Fuß eines Schafes sein sollte.“

(Buchari 6017, Muslim 1030)

308. Abu Schuraih Al-Chuza’i berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Nachbarn nicht schaden, und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Gast Ehre (Gastfreundschaft, Großzügigkeit) erweisen. Und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“

(Muslim 47, 48, 4488, 4489, 4490; Buchari 6019, 6135, 6475; Tirmidhi 1967, 1968; Ibn Madschah 3672)

309.[A4]  Abu Schuraih Al-Chuza’i berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll zu seinem Nachbarn gütig sein, und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Gast Ehre (Gastfreundschaft) erweisen. Und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“

(Muslim 47, 48, 4488, 4489, 4490; Buchari 6019, 6135, 6475; Tirmidhi 1967, 1968; Ibn Madschah 3672)

310. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Ich fragte: „O Gesandter Allahs! Ich habe zwei Nachbarn; wem soll ich etwas schenken?” Er antwortete: „Dem, dessen Tür dir am nächsten ist.”

(Buchari 2259)

 Güte den Eltern gegenüber und das Bewahren der Verwandtschaftsbande

Allah, der Erhabene sagt:

[…] Und fürchtet Allah, in dessen Namen ihr einander bittet, sowie (im Namen eurer) Blutsverwandtschaft […](Qur’an 4:1)

„Und es sind jene, welche verbinden, was Allah zu verbinden geboten hat [...](13:21)

„Und wir haben dem Menschen anbefohlen, seinen Eltern Gutes zu tun [...](29:8)

„Und dein Herr hat befohlen: ‚Verehrt keinen außer Ihm, und (erweist) den Eltern Güte. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dann nicht »Pfui!« zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise. * Und senke für sie in Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sprich: »Mein Herr, erbarme dich ihrer (ebenso mitleidig), wie sie Mich als Kleines aufgezogen haben.’“ (17:23-24)

„Und wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen – seine Mutter trug ihn in Schwäche über Schwäche, und seine Entwöhnung erfordert zwei Jahre: ‚Sei mir und deinen Eltern dankbar [...]’“ (31:14)

312. Abu Abdurrahman Abdullah Bin Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass er den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Welche Tat ist Allah am liebsten?” Er sagte: „Das Verrichten des Gebets zur richtigen Zeit.” Ich fragte: „Und welche dann?” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Güte den Eltern gegenüber.” Ich fragte: „Und welche dann?” Er sagte: „Dschihad (die Anstrengung) auf dem Wege Allahs.”

(Buchari 2782; Muslim 85, 137)

314. [A5] Abu Schuraih Al-Chuza’i berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll zu seinem Nachbarn gütig sein, und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Gast Ehre (Gastfreundschaft) erweisen. Und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“

(Muslim 47, 48, 4488, 4489, 4490; Buchari 6019, 6135, 6475; Tirmidhi 1967, 1968; Ibn Madschah 3672)

316. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ein Mann kam zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und fragte: „O Gesandter Allahs, wer von den Leuten hat das Recht, von mir gut behandelt zu werden?” Er antwortete: „Deine Mutter.” Er (der Mann) fragte: „Und wer dann?” Er sagte: „Deine Mutter.” Er fragte: „Und wer dann?” Er antwortete: „Deine Mutter.” Er fragte: „Und wer dann?” Er sagte: „Dein Vater.”

Einer anderen Überlieferung zufolge fragte der Mann: „O Gesandter Allahs, wer hat das größte Anrecht auf meine gute Freundschaft?” Er sagte: „Deine Mutter, dann deine Mutter, und dann deine Mutter, dann dein Vater, und dann deine nächsten Verwandten.”

(Buchari 5971, Muslim 2548)

318. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ein Mann kam zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagte: „O Gesandter Allahs, ich habe Verwandte, ich pflege die Verwandschaftsbeziehung zu ihnen und sie zu mir nicht. Ich behandle sie mit Güte, und sie behandeln mich schlecht. Ich bin milde zu ihnen, doch sie ignorieren mich.” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn es so ist, wie du erwähnst, dann ist es so, als ob du sie heiße Asche trinken lässt. Solange du darauf (auf deiner Güte und Freundlichkeit) beharrst, wird Allah dir helfen und dich vor ihnen schützen.”

 (Muslim 2558)

319. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer möchte, dass sein Lebensunterhalt und sein Alter gesegnet werden, der pflegt seine Verwandtschaftsbeziehungen.”

(Buchari 2067, 5986; Muslim 2557)

320. [A6] Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Abu Talha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – besaß unter den Ansar in Medina die meisten Dattelgärten. Am meisten liebte er seinen Besitz in Bairaha’, welcher gegenüber der Moschee lag. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte seinen Garten oft zu besuchen und von dem süßen Wasser dort zu trinken.

Anas sagte weiter: Als dieser Koranvers herabgesandt wurde: „Niemals werdet ihr Frömmigkeit erlangen, ehe ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt.” (Sure 3:92), ging Abu Talha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagte zu ihm: „O Gesandter Allahs! Allah hat dir diesen Koranvers herabgesandt: ‚Niemals werdet ihr Frömmigkeit erlangen, ehe ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt’, und wahrlich der von mir am meisten geliebte Besitz ist Bairaha’. Und er ist eine Sadaqa für Allah, den Erhabenen, und ich erhoffe mir dadurch Güte und Belohnung bei Allah, dem Erhabenen. Investiere also, o Gesandter Allahs, so wie Allah es dich machen lässt.” Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Bravo! Das ist aber ein Gewinn, das ist aber ein Gewinn! Ich habe gehört, was du gesagt hast, und ich finde, dass du ihn unter deinen Verwandten aufteilen solltest.” Abu Talha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: „Dann mache ich das, o Gesandter Allahs!” Und er teilte ihn unter seinen Verwandten und Cousins väterlicherseits auf.

(Buchari 1461, Muslim 998)

321. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Ein Mann stellte sich dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – vor und sagte: „Ich leiste den Treueid, auszuwandern und um Allahs willen zu kämpfen, um den Lohn Allahs, des Erhabenen, zu erhalten.”

Er (der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Lebt eines deiner Elternteile noch?” Er sagte: „Ja, sogar beide.” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte ihn: „Du suchst also die Belohnung Allahs, des Erhabenen?” Er sagte: „Ja.” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dann kehre zu deinen Eltern zurück und sei gut zu ihnen.”

(Diese Überlieferung ist von Muslim.)

In der anderen Überlieferung von beiden – Buchari und Muslim – heißt es:

Ein Mann kam und bat um Erlaubnis für den Dschihad. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Leben denn deine Eltern noch?” Er sagte: „Ja.” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dann mache Dschihad bei ihnen“ (indem er seine Eltern gut behandelt, was bei Allah so wertvoll ist wie Dschihad).

(Buchari 3004, Muslim 2549)

322. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Nicht derjenige, der das Gleiche zurückerhält, pflegt die Verwandtschaftsbeziehung, sondern derjenige, der seine Verwandtschaftsbeziehung pflegt, obwohl die Verwandten nicht das Gleiche tun.”

(Buchari 5991)

323. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Verwandschaftsbeziehung ist am Thron festgebunden und sagt: ‚Wer mich pflegt, den wird Allah pflegen; wer mich bricht, mit dem wird Allah abrechnen’.”

(Buchari 5978, 5989; Muslim 2555)

325. Asma’ Bint Abi Bakr As-Siddiq – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Meine Mutter, die damals noch Götzendienerin war, besuchte mich, während der Gesandte Allahs noch lebte. Ich ging zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und bat um Rat: „Meine Mutter ist zu mir gekommen und braucht etwas von mir. Soll ich die Verwandtschaftsbeziehung pflegen?” Er sagte: „Ja. pflege die Verwandtschaftsbeziehung zu deiner Mutter.”

(Buchari 2620, Muslim 1003)

326. Zainab Ath-Thaqafia – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –, die Frau von Abdullah Bin Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Gebt (den Armen) Sadaqa, o ihr Frauen, und wenn es von eurem Schmuck sein sollte!” Daraufhin ging ich zu Abdullah Bin Mas’ud (ihr Ehemann) und sagte zu ihm: „Du bist ein bedürftiger Mann, und der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hat uns empfohlen, Sadaqa zu geben. Gehe zu ihm und frage ihn, ob ich dafür belohnt werde (wenn ich dir etwas gebe), sonst gebe ich es anderen.” Abdullah sagte: „Gehe lieber du zu ihm.” Ich ging los und fand eine Frau von den Ansar vor der Tür des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, die das gleiche Anliegen wie ich hatte. Aus Ehrfurcht gegenüber dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – gingen wir nicht zu ihm, sondern baten Bilal – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, der herauskam: „Gehe zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sage ihm, dass zwei Frauen vor der Tür sind und fragen, ob sie dafür belohnt werden, wenn sie ihren Ehemännern und den Waisen, die bei ihnen leben, Sadaqa geben. Erzähle ihm aber nicht, wer wir sind.” Bilal – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – trat beim Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ein und fragte ihn. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Wer sind sie?” Bilal – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – antwortete: „Eine Frau von den Ansar und Zainab.” Er fragte: „Welche Zainab ist es?” Er antwortete: „Abdullahs Ehefrau.” Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sie bekommen zweimal soviel Belohnung (von Allah): Die Belohnung für die Verwandtschaft und die Belohnung für die Sadaqa.”

(Buchari 1466, Muslim 1000)

327. Abu Sufyan Sachr Bin Harb – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete in seiner langen Aussage über Herakleios, als dieser ihn unter anderem fragte:

„Was befiehlt er euch?” Er sagte: „Er befiehlt uns, ‚nur Allah alleine zu dienen und Ihm nichts beizugesellen; hört mit dem auf, was eure Vorfahren euch sagten.’ Er trägt uns auf, das Gebet zu verrichten, die Wahrheit zu sprechen; die Anständigkeit und die Pflege der Verwandschaftsbeziehung.“

(Buchari 7, Muslim 1773)

329. Abu Huraira berichtete: Als dieser Vers: „Und warne die Nächsten deiner Sippe“ (Qur’an 26:214) hinabgesandt wurde, rief der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – die Quraisch, die sich versammelten.

Er sprach über Allgemeines und Bestimmtes und sagte: „O ihr Banu* Ka‘b Bin Lu’ay, rettet eure Seelen vor dem Feuer!

O ihr Banu Murra Bin Ka‘b, rettet eure Seelen vor dem Feuer!

O ihr Banu ‘Abd Schams, rettet eure Seelen vor dem Feuer!

O ihr Banu ‘Abd Manaaf, rettet eure Seelen vor dem Feuer!

O ihr Banu Haschim, rettet eure Seelen vor dem Feuer!

O ihr Banu ‘Abdul-Muttalib, rettet eure Seelen vor dem Feuer!

O Fatima, rette deine Seele vor dem Feuer! Denn vor Allah kann ich nichts für euch tun, außer ihr habt meine Verwandtschaftsbeziehung, die ich pflegen werde.“

(Muslim 204: Tirmidhi 3185; Nasai 3646, 3647)

* Banu heißt: die Kinder von Soundso und die Kinder der Sippe Soundso.

 Tahrim (Verbot) der Misshandlung der Eltern und das Abbrechen der Beziehung zu den Verwandten

Allah, der Erhabene, sagt:

(Wollt) ihr denn, indem ihr euch (vom Glauben) abwendet, Verderben im Lande anrichten und die Bande eurer Blutsverwandtschaft zerreißen? * Diese sind es, die von Allah verflucht sind, so dass Er sie taub macht und ihre Augen erblinden lässt.“ (Qur’an 47:22-23)

„Diejenigen aber, die den Bund Allahs brechen, nachdem (sie) ihn geschlossen haben, und zerreißen, was Allah zu verbinden geboten hat, und Unheil auf Erden stiften – auf ihnen lastet der Fluch, und sie haben eine schlimme Wohnstatt.“ (13:25)

„Und dein Herr hat befohlen: ‚Verehrt keinen außer Ihm, und (erweist) den Eltern Güte. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dann nicht »Pfui!« zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise! * Und senke für sie in Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sprich: »Mein Herr, erbarme Dich ihrer (ebenso mitleidig), wie sie mich als Kleines aufgezogen haben.«’“ (17:23-24)

336. Abu Bakra berichtete von seinem Vater: Wir waren beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und er sagte: „Soll ich euch nicht über die größten Sünden aufklären?“, und wiederholte Folgendes dreimal: „Allah Mitgötter beigesellen, die Grobheit den Eltern gegenüber und das falsche Zeugnis oder die falsche Aussage.“ Während der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, dies sagte, setzte er sich aufrecht auf den Boden und wiederholte es so lange, bis wir sagten: „Wenn er doch nur aufhören würde.“

337. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die großten Sünden sind: Allah etwas beizugesellen, den Eltern nicht zu gehorchen, sich zu töten und der falsche Eid.“

(Buchari)

338. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Zu den großen Sünden gehört das Beschimpfen der eigenen Eltern.” Die Leute fragten: „O Gesandter Allahs! Beschimpft überhaupt jemand seine eigenen Eltern?” Er sagte: „Ja, wenn jemand den Vater eines anderen beschimpft, der dann dessen Vater beschimpft, und wenn jemand die Mutter eines anderen beschimpft und der andere dann dessen Mutter beschimpft.”

(Buchari 5973, Muslim 90)

339. Abu Muhammad Dschubair Bin Mut’im – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Kein Brecher der Verwandtschaftsbande wird ins Paradies eintreten.“

340. Abu ‘Isa Al-Mughira Bin Schu’ba – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, Allah, der Erhabene, hat euch Folgendes verboten: Die schlechte Behandlung der Mütter; nicht abzugeben, was anderen zusteht; einen Besitz zu verlangen, der einem nicht zusteht, und Mord an den Töchtern. Ferner hat Er das nutzlose Geschwätz, die nutzlose Fragerei und die Verschwendung verboten.”

(Buchari 2408, 5975; Muslim 593)

 Der Vorzug der Güte gegenüber den Freunden der Eltern, den Verwandten, der Ehefrau und allen anderen, die großzügig behandelt werden sollten

341. Ibn Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Prophet– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die vorzüglichste Güte ist, dass man den Freund des (verstorbenen) Vaters gütig behandelt.“

(Muslim)

344. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Ich war auf keine der Frauen des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – so eifersüchtig wie auf (die verstorbene) Chadidscha – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –, obwohl ich sie nie gesehen habe. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – erwähnte sie sehr oft. Wenn er ein Schaf schlachtete und in Stücke schnitt, verteilte er diese an Freundinnen von Chadidscha. Ich sagte ihm: „Als ob es auf der Welt keine andere Frau gäbe als Chadidscha!” Er sagte: „Wahrlich, sie war so und so, und ich habe Kinder von ihr.”

Eine andere Überlieferung besagt: Wenn er ein Schaf schlachtete, verschenkte er davon an ihre Freundinnen so viel, dass es ihnen reichte.

Noch eine andere Überlieferung besagt: Wenn er ein Schaf schlachtete, sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Schickt Chadidschas Freundinnen etwas davon.”

In einer anderen Überlieferung berichtet Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –: Hala Bint Chuwailid, die Schwester von Chadidscha – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – bat den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – um Erlaubnis, einzutreten. Er erinnerte sich an Chadidscha und freute sich sehr. Er sagte: „O Allah, es ist Hala Bint Chuwailid!”

(Buchari 3818, 3816, 3820; Muslim 2435, 2437)

345. Anas Bin Malik – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich war mit Dschurair Bin Abdullah Al-Badschali – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – unterwegs, als er mich während der Reise bediente. Ich sagte zu ihm: „Mach das nicht!” Er sagte: „Ich habe gesehen, wie die Ansar den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – bedienten, weshalb ich schwor, jedes Mal, wenn ich jemanden von ihnen (den Ansar) begleiten würde, ihnen zu dienen.”

(Buchari 2888, Muslim 2513)

  

 Ahlu Baiti Rasuli-llah (die Familie des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –) zu ehren und ihren Vorzug anzuerkennen

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Allah will nur jegliches Übel von euch verschwinden lassen, ihr Leute des Hauses, und euch stets in vollkommener Weise rein halten.“ (Qur’an 33:33)

„Somit rührt das wahrlich von der Gottesfürchtigkeit der Herzen her, wenn einer die Gebote Allahs ehrt.“ (22:32).

347. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass Abu Bakr As-Siddiq – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: „Bringt der Familie Muhammads – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – Achtung entgegen!“

(Buchari)


 Die gute Behandlung der Gelehrten, der Alten und der Wohltäter

Ihre Bevorzugung, gebührender Respekt und Anerkennung ihrer Stellung

Allah, der Erhabene sagt:

[…] Sprich: ‚Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?’ Allein nur diejenigen lassen sich warnen, die verständig sind." (Qur’an 39:9)

348. Abu Mas’ud Uqba Bin Amr Al-Badri Al-Ansari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Vorbeter soll der sein, der am besten das Buch Allahs rezitieren kann. Wenn sie in der Rezitation gleich gut sind, dann der, der in der Sunna am meisten Wissen hat; wenn sie in der Sunna gleich sind, dann der, der am frühesten ausgewandert ist; wenn sie gleichzeitig ausgewandert sind, dann der Älteste. Keiner darf das Gebet im Bereich des anderen leiten, und keiner darf auf dem Platz des Hausherrn sitzen, es sei denn mit seiner Erlaubnis.”

In einer anderen Überlieferung von Muslim heißt es: „[...] der am längsten im Islam ist” statt: „[...]der Älteste.” Und in noch einer anderen Überlieferung heißt es: „Vorbeter soll der sein, der am besten und am längsten das Buch Allahs rezitieren kann. Wenn sie im Lesen gleich sind, dann der, der am frühesten ausgewandert ist; wenn sie gleichzeitig ausgewandert sind, dann der Älteste.”

(Buchari 2888, Muslim 2513)

349. Abu Mas’ud berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Steht gerade und seid nicht uneinig, sodass eure Herzen uneinig werden. Es sollen sich hinter mich die stellen, die Reife und Verstandesgabe erreicht haben (erwachsen sind), dann die, die ihnen folgen und dann die, die ihnen folgen.“

(Muslim 432; Abu Dawud 674; Nasa’i 806, 811; Ibn Madschah 976)

350. Abdullah Bin Mas’ud berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte dreimal: „Es sollen sich hinter mich die stellen, die Reife und Verstandesgabe erreicht haben (erwachsen sind), dann die, die ihnen folgen und dann die, die ihnen folgen.“ Ferner sagte er: „Und hütet euch vor dem Getöse der Märkte.“

(Muslim 432; Abu Dawud 674; Nasa’i 806, 811; Ibn Madschah 976)

Wohltäter zu besuchen, bei ihnen zu sitzen, Freundschaften mit ihnen zu pflegen, sie zu lieben […]

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und Moses sagte zu seinem jungen Diener: ‚Ich will nicht eher rasten, als bis ich den Zusammenfluss der beiden Meere erreicht habe, und sollte ich jahrhundertelang wandern’, doch als sie den Zusammenfluss der beiden (Meere) erreicht hatte,[…]“ bis: „[…] Moses sagte zu ihm: „Darf ich dir folgen, auf dass du mich über das rechte Handeln belehrest, wie du gelehrt worden bist?“ (Qur’an 18:60-66)

„Und gedulde dich zusammen mit denjenigen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen – im Trachten nach Seinem Wohlgefallen. […](18:28)

360. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Nachdem der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – verstorben war, sagte Abu Bakr zu ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –: „Führe uns, um Umm Aiman – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – zu besuchen, so wie der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sie stets besuchte.” Als sie bei ihr ankamen, weinte sie. Sie fragten: „Was lässt dich weinen? Weißt du denn nicht, dass das, was bei Allah ist, viel besser für den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ist?” Sie sagte: „Ich weine nicht, weil ich nicht weiß, dass das, was bei Allah, dem Erhabenen, ist, viel besser für den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ist. Ich weine, weil die himmlische Offenbarung aufgehört hat.” Damit berührte sie die beiden so, dass sie mit ihr weinten.

Umm Aiman – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – hieß Baraka und war eine Sklavin. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – befreite sie aus der Sklaverei und gab ihr Zaid Bin Haritha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – zum Mann. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte immer „Mutter“ zu ihr.

(Muslim 2454)

361. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Mann besuchte einen (Glaubens-)Bruder in einem anderen Dorf. Allah, der Erhabene, stellte ihm einen Engel auf den Weg. Als er ihn traf, fragte er ihn: ‚Wohin willst du?’ Er antwortete: ‚Ich will zu einem Bruder in diesem Dorf.’ Er fragte: ‚Hast du bei ihm Geschäftliches zu erledigen?’ Der Mann sagte: ‚Nein, weil ich ihn um Allahs, des Erhabenen, willen liebe.’ Er sagte: ‚Ich bin ein Bote Allahs, der zu dir gesandt wurde, um dir mitzuteilen, dass Allah dich liebt, wie du ihn um Allahs willen liebst.’”

(Muslim 2567)

362. Derselbe (Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –) berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer einen Kranken oder einen Bruder um Allahs willen besucht, dem ruft ein Rufer (ein Engel, der für ihn Du’a spricht) zu: ‚Gut gemacht, und möge dein Weg gut sein und dir eine hohe Wohnstätte im Paradies gewährt werden!’”

(Al-Dschami’ As-Saghir 6378, Sahih At-Tirmidhi von Albani 1633 und in Mischkatu-l-Masabih 5015)

363. Abu Musa Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Beispiel dessen, der sich rechtschaffene Freunde nimmt, und dessen, der sich schlechte Freunde nimmt, ist wie das desjenigen, der Moschus besitzt, und des Schmiedes, der einen Schmelztiegel anzündet. Der Besitzer von Moschus würde dir entweder etwas davon schenken oder du würdest von ihm kaufen, oder du würdest seinen Duft riechen. Der Schmied würde entweder deine Kleidung verbrennen oder du atmetest den Gestank bei ihm ein.“

(Buchari 2104, 5534; Muslim 2628)

364. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Eine Frau heiratet man aus vier Gründen: wegen ihres Besitzes, wegen ihrer Abstammung, wegen ihrer Schönheit oder wegen ihres Glaubens. Wähle sie wegen ihres Glaubens, so wirst du Erfolg haben.”

(Buchari 5090, Muslim 1466)

365. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Prophet – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – fragte Gabriel: „Was hindert dich daran, uns öfter zu besuchen?” Da wurde (von Allah) herabgesandt: „[…] Wir kommen nur auf Beschluss deines Herrn herab. Ihm gehört, was vor uns und was hinter uns und was dazwischen liegt. […](Sure 19:64).

(Buchari 4731)

366. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Nimm nur Gläubige zu Freunden, und dein Essen soll nur von einem Gottesfürchtigen gegessen werden.”

(Al-Dschami’ 7441, Sahih Abu Dawud von Albani 4045, als hassan eingestuft, in Mischkatu-l-Masabih 5018)

367. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Jeder ist in seiner Religion und seinen Gewohnheiten wie sein Freund, jeder von euch soll darauf achten, wer sein Freund ist.”

(Al-Dschami’ 3545, As-Silsila As-Sahiha von Albani 927, als hassan eingestuft, in Mischkatu-l-Masabih 5019, Tirmidhi)

368. Abu Musa Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  überliefert: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Mensch wird (am Tag der Auferstehung) mit dem sein, den er liebt.”

(Buchari 6170, Muslim 2641)

369. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ein Beduine fragte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wann kommt die Stunde (der Tag der Auferstehung)?” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte ihn: „Was hast du dafür vorbereitet?” Er sagte: „Die Liebe zu Allah und Seinem Gesandten.” Er (der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –) sagte: „Du bist mit denen, die du liebst.”

(Buchari 3688, Muslim 2639)

370. Abu Musa Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  überliefert: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –sagte: „Der Mensch wird (am Tag der Auferstehung) mit dem sein, den er liebt.”

(Buchari 6170, Muslim 2641)

371. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Menschen sind Metalle wie Gold und Silber. Die besten in der Dschahiliya (vor dem Islam) sind auch die besten im Islam, wenn sie sich (das islamische Wissen) aneignen, und die Seelen sind wie Soldaten, die, wenn sie sich gleichen, sich anfreunden, und wenn sie verschieden sind, dann sind sie anders.”

(Buchari überliefert diesen Hadith von Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – [3336], und Albani stuft ihn in seinem Sahihu-l-Adab Al-Mufrad mit der Hadith-Nr. 691 als sahih ein.)

374. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – jeden Samstag nach Quba* ging. Er pflegte sich reitend oder gehend dorthin zu begeben und verrichtete dort zwei Raka’at.

In einer anderen Überlieferung heißt es: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ging jeden Samstag nach Quba. Er pflegte sich reitend oder gehend dorthin zu begeben, und Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – tat das Gleiche.

* Die Quba-Moschee befindet sich in einem Ort außerhalb Medinas. Sie wurde von den Muslimen als erste Moschee gebaut.

 Der Vorzug der Liebe um Allahs willen und der Ansporn dazu

Und den Menschen mitzuteilen, wen man liebt, dass man ihn liebt und was man ihm sagt

Allah, der Erhabene, sagt:

„Muhammad ist der Gesandte Allahs. Und die, die mit ihm sind, sind hart gegen die Ungläubigen, doch barmherzig zueinander. […](Qur’an 48:29)

„Und jene[17], die vor ihnen in der Behausung (des Islam) wohnten und im Glauben heimisch geworden sind, lieben jene, die bei ihnen Zuflucht suchten. […](59:9)

375. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Drei (Eigenschaften) gibt es, in denen man die Süße des Iman (Glaubens) schmecken wird: Allah und Seinen Gesandten über alles zu lieben; einen anderen nur um Allahs willen zu lieben; und es zu verabscheuen, zum Unglauben zurückzukehren, nachdem Allah einen gerettet hat, wie man es verabscheut, ins Feuer geworfen zu werden.”

(Buchari 16, Muslim 43)

376. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sieben wird Allah unter seinen Schutzschatten stellen an dem Tag, an dem es keinen Schatten gibt außer Seinem Schutzschatten: Einen gerechten Herrscher; einen junger Mann (bzw. eine junge Frau), der seine Jugend mit der Anbetung Allahs, des Erhabenen, verbrachte; jemanden, dessen Herz mit der Moschee verbunden ist; zwei Menschen, die sich um Allahs willen lieben, deswegen zusammengekommen und wieder auseinandergegangen sind; einen Mann, der von einer hochrangigen und schönen Frau zur Sünde gerufen wird, (sich aber nicht darauf einlässt und) sagt: ‚Ich fürchte Allah’; einen, der Sadaqa (den Armen) im Verborgenen gibt, auf eine Weise, dass seine linke Hand nicht weiß, was seine Rechte gibt; einen Menschen, der alleine ist und sich an Allah erinnert, sodass aus seinen Augen Tränen fließen.”

 (Buchari 660, Muslim 1031)

377. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Erhabene, wird am Tag der Auferstehung sagen: ‚Wo sind die, die sich um Meiner Erhabenheit willen lieben? Heute werde Ich sie unter Meinen Schutzschatten stellen, an dem Tag, an dem es keinen Schatten gibt außer Meinem.”

(Muslim 2566)

378. Abu Huraira überliefert, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Bei Dem, in Dessen Händen meine Seele liegt, ihr werdet das Paradies nicht betreten, wenn ihr nicht glaubt, und ihr werdet nicht glauben, bis ihr euch liebt. Soll ich euch zeigen, wie ihr euch lieben werdet? Verbreitet den Friedensgruß unter euch.”

(Muslim 54)

Wiederholung des Hadithes Nr. 361.

380. Al-Bara’ berichtete vom Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, dass er über die Ansar sagte: „Niemand liebt sie, außer den Gläubigen, und niemand hasst sie, außer einem Heuchler. Wer sie liebt, den liebt Allah, und wer sie hasst, den hasst Allah.“

(Muslim 75, Buchari 3783, Tirmidhi 3899, Ibn Madschah 163)

381. Mu’adh – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Allah, der Erhabene, sagt: ‚Jene, die sich um Meiner Erhabenheit willen lieben, sind auf dem Minbar aus Licht (im Paradies), Propheten und Märtyrer werden sie beneiden.”

(Al-Dschami’ von Albani 4312, Tirmidhi)

382. Abu Idris Al-Chawlani – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Als ich die Moschee in Damaskus betrat, sah ich einen fröhlichen jungen Mann mit strahlend schönen Zähnen, der mit Menschen zusammen war. Wenn sie sich in einer Sache nicht einig waren, zogen sie ihn zu Rate und nahmen an, was er sagte.

Ich fragte, wer dies sei, und man sagte mir, er sei Mu’adh Bin Dschabal – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben. Am nächsten Tag kam ich früher zur Moschee, sah aber, dass er schon im Gebet war. Ich wartete, bis er mit seinem Gebet fertig war, dann trat ich vor ihn und grüßte ihn. Ich sagte ihm: „Bei Allah, ich liebe dich um Allahs willen.” Er fragte: „Um Allahs willen?” Ich antwortete: „Um Allahs willen.” Er sagte erneut: „Um Allahs willen?” Ich antwortete wieder: „Um Allahs willen.” Da hielt er mein Hemd fest, zog mich zu sich und sagte: „Dann (teile ich mit dir) die frohe Botschaft mit, dass ich den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: ‚Allah, der Erhabene, hat gesagt: »Meine Liebe haben die verdient, die sich um Meinetwillen lieben, sich um Meinetwillen treffen, sich um Meinetwillen besuchen und sich um Meinetwillen opfern.«’”

(Authentisch: Ein Sahih-Hadith, den Imam Malik in seinem Muwatta’ mit einem Sahih-Isnad überliefert, Sahih Al-Dschami’ von Albani 4331, Mischkatu-l-Masabih 5011)

383. Abu Karima Al-Miqdad (richtig Al-Miqdam) Bin Ma’d Yakrab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn jemand seinen (Glaubens-)Bruder (oder seine Glaubensschwester) liebt, sollte er es ihm mitteilen.”

(Authentisch: As-Silsila As-Sahiha 417, Sahihu-l-Adab Al-Mufrad 421 und in Mischkatu-l-Masabih von Albani unter der Nr. 5016 für sahih erklärt, auch laut Abu Dawud und Tirmidhi ist dies ein Sahih-Hadith.)

384. Mu’adh – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – nahm seine Hand und sagte: „O Mu’adh, bei Allah, ich liebe dich und empfehle dir, o Mu’adh, nicht zu unterlassen, am Ende jedes Gebets zu bitten: Allahumma a’inni ’ala dhikrika wa schukrika wa husni ’ibadatika – o Allah, unterstütze mich, dass ich Deiner gedenke, Dir danke und Dich auf beste Weise verehre.”

(Authentisch: Sahihu-l-Dschami’ 7969, Scharh At-Tahawiya 335, Sahih Abu Dawud 1362 Sahih An-Nasa’i von Albani 1236)

385. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Als ein Mann beim Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – war, ging ein anderer Mann vorbei. (Der anwesende Mann) sagte: „O Gesandter Allahs, ich liebe diesen.” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Hast du es ihm gesagt?” Er sagte: „Nein.” Er (der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sag es ihm!” Er ging dem Mann hinterher und sagte ihm: „Ich liebe dich um Allahs willen.” Er (der andere) sagte: „Möge dich Der lieben, um Dessentwillen du mich liebst.”

(Sahih Abu Dawud von Albani 4274, und in Mischkatu-l-Masabih von Albani unter der Nr. 5017 für hassan erklärt, Abu Dawud 333, Imam Ahmad 12022)

 Die Zeichen der Liebe Allahs, des Erhabenen, Seinem Diener gegenüber und die Bemühung, sich diese Zeichen anzueignen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Sprich: ‚Wenn ihr Allah liebt, so folgt mir, lieben wird euch Allah und euch eure Sünden vergeben; denn Allah ist Allvergebend, Barmherzig.’“ (Qur’an 3:31)

„O ihr, die ihr glaubt, wer sich von euch von seinem Glauben abkehrt, wisset, Allah wird bald ein anderes Volk bringen, das Er liebt und das Ihn liebt, (das) demütig gegen die Gläubigen und hart gegen die Ungläubigen (ist); sie werden auf Allahs Weg kämpfen und werden den Vorwurf des Tadelnden nicht fürchten. Das ist Allahs Huld; Er gewährt sie, wem Er will; denn Allah ist Allumfassend, Allwissend.“ (5:54)

386. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Erhabene, sagt: ‚Wer sich mit einem Mir Nahestehenden verfeindet, dem habe Ich den Krieg erklärt. Mein Diener nähert sich Mir nicht mit etwas, was Ich mehr liebe als das, was Ich ihm zur Pflicht gemacht habe. Mein Diener wird sich Mir so lange mit freiwilligem Gottesdienst nähern, bis Ich ihn liebe. Und wenn Ich ihn liebe, bin Ich sein Gehör, mit dem er hört, sein Sehvermögen, mit dem er sieht, seine Hand, mit der er zufasst, und sein Fuß, mit dem er geht. Wenn er Mich bittet, werde Ich ihm geben, und wenn er Mich um Zuflucht bittet, werde Ich sie ihm gewähren.’“

(Sahih Buchari 6502)

387. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn Allah, der Erhabene, einen Diener liebt, ruft Er Gabriel und sagt ihm, dass Allah, der Erhabene, den Soundso liebt, und dass er ihn auch lieben solle. Dann liebt ihn Gabriel und ruft unter den Bewohnern der Himmel: ‚Allah liebt den Soundso, ihr sollt ihn also auch lieben.’ Dann lieben ihn die Bewohner der Himmel auch, und demjenigen wird schließlich Akzeptanz auf Erden verliehen.”

In Muslims Überlieferung heißt es: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn Allah, der Erhabene, einen Diener liebt, sagt Er Gabriel: ‚Ich liebe den Soundso’, und dass er ihn auch lieben solle. Dann liebt ihn Gabriel und ruft im Himmel: ‚Allah liebt den Soundso, ihr sollt ihn also auch lieben.’ Dann lieben ihn die Bewohner der Himmel auch, und demjenigen wird schließlich Akzeptanz auf Erden verliehen. Wenn Er (Allah) aber einen Diener verabscheut, ruft Er den Engel Gabriel und sagt zu ihm: ‚Ich verabscheue den Soundso, du sollst ihn auch verabscheuen!’ Dann wird Gabriel ihn verabscheuen und den Bewohnern des Himmels zurufen, dass Allah den Soundso verabscheut. Danach werden ihn die Bewohner des Himmels verabscheuen, und demjenigen wird Hass auf Erden gesät.”

(Buchari 3209, Muslim 2637)

388. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – schickte einen Mann mit einer Truppe. Er führte sie im Gebet und beendete seine Rezitation jedes Mal mit der Sure Qul huwa Allahu ahad (Al-Ichlas). Als die Truppe nach Medina zurückkehrte, erwähnten sie dies gegenüber dem  Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Er sagte: „Fragt ihn, weswegen er das macht.” Man fragte ihn, und er sagte: „Weil sie die Eigenschaften des Erbarmers beinhaltet, und ich liebe es, sie zu rezitieren.” Darauf sagte der Gesandte Allahs: „Informiert ihn, dass Allah, der Erhabene, ihn liebt.”

(Buchari 7375, Muslim 813)

 Warnung vor der Kränkung der Rechtschaffenen, der Schwachen und der Armen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und diejenigen, die gläubigen Männern und gläubigen Frauen un-gerechterweise Ungemach zufügen, laden gewiss (die Schuld) der Verleumdung und eine offenkundige Sünde auf sich.“ (Qur’an 33:58)

„Was die Waise angeht, so unterdrücke sie nicht. * Und was den Bittenden angeht, so fahre ihn nicht an.“ (93:9-10)

Darüber gibt es viele Ahadith, darunter den Hadith Nr. 95:

„Wer sich mit einem Mir Nahestehenden verfeindet, dem habe Ich den Krieg erklärt […].“

(Sahih Buchari 6502)

389. [A7] Dschundub Bin Abdullah berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer das Morgengebet verrichtet, steht unter dem Schutz Allahs. Deshalb sollte Allah euch seinetwegen* nicht zu Verantwortung ziehen. Denn wenn jemand dann etwas zu verantworten hat und Allah ihn deswegen zur Rechenschaft zieht, wird Er ihn ins Höllenfeuer werfen.“

(Muslim 657)

*wegen eines Mannes, der das Morgengebet verrichtet hat

 Das Wiegen der Menschen entsprechend dem Offensichtlichen und dem was sie geheim halten, Allah, dem Erhabenen, überlassen

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei! […](Qur’an 9:5)

391. Abu Abdullah Tariq Bin Uschaim – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer bezeugt, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt außer Allah und alles andere ablehnt, was außer Allah angebetet wird, dessen Besitz und dessen Leben werden sicher und unversehrt sein, und seine Rechenschaft ist bei Allah, Erhaben ist Er.“

(Muslim 23)

392. Abu Ma’bad Al-Miqdad Bin Al-Aswad berichtete: Ich fragte: O Gesandter Allahs, wenn ich einem Ungläubigen (im Kampf) begegne, der mit dem Schwert eine meiner Hände abschlägt, dann vor mir zu einem Baum flieht und sagt: Ich bin Allah ergeben (also ein Muslim geworden) –, soll ich ihn töten, o Gesandter Allahs, nachdem er das gesagt hat?

Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Töte ihn nicht!“ Ich wiederholte: O Gesandter Allahs, er hat aber zuvor meine Hand abgehackt und es erst danach ausgesprochen. Soll ich ihn töten?

Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Töte ihn nicht! Denn wenn du ihn tötest, so ist er auf deiner Stufe, (auf der du warst,) bevor du ihn getötet hast, und du bist auf seiner Stufe, (auf der er war,) bevor er diese Worte ausgesprochen hat.“

393. Usama Bin Zaid Bin Haritha berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – schickte uns nach Hurqa bei Dschuhaina. Am folgenden Morgen besiegten wir dessen Einwohner.

Mit einem der Ansar verfolgte ich einen Mann, der, als wir ihn erreicht hatten, sagte: La ilaha illa-llah – es gibt keinen Gott außer Allah. Da ließ der Mann von den Ansar von ihm ab, während ich ihn mit meiner Lanze erstach. Nach unserer Rückkehr erfuhr der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – davon und sagte zu mir: „O Usama, hast du ihn umgebracht, nachdem er sagte: La ilaha illa-llah?“

Ich sagte: O Gesandter Allahs, er (sagte es) nur aus Zufluchtsuche (nicht, weil er es ernst meinte). Er fragte wieder: „Hast du ihn umgebracht, nachdem er sagte: La ilaha illa-llah?“ Er wiederholte die Frage immer wieder, bis ich mir wünschte, ich hätte den Islam vor diesem Tag* noch nicht angenommen.“

Saad sagte: Und ich, bei Allah, werde keinen Muslim umbringen, ehe Dhu-l-Butain (Usama) es getan hat. Ein Mann fragte: Hat denn Allah nicht gesagt: „Und kämpft gegen sie, bis es keine Verfolgung mehr gibt und (bis) die Religion gänzlich Allahs ist […](Sure 8:39)?

Saad sagte: Wir haben gekämpft, damit es keine Verfolgung mehr gibt. Du und deine Gefährten aber wollt kämpfen, damit es Verfolgung gibt.

(Muslim 96; Buchari, 4269, 6872; Abu Dawud 2643)

* Denn an dem Tag, an dem ein Mensch den Islam annimmt, werden ihm all seine vorangegangenen Sünden vergeben.

 Furcht

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und Mich allein sollt ihr fürchten.“ (Qur’an 2:40)

 „Wahrlich, die Rache deines Herrn ist enorm.“ (85:12)

 „Und so ist der Griff deines Herrn, wenn Er die Städte erfasst, weil sie freveln. Wahrlich, Sein Griff ist schmerzhaft, streng. * Darin liegt gewiss ein Zeichen für den, der die Strafe des Jenseits fürchtet. Das ist ein Tag, an dem die Menschen versammelt werden, und das ist ein Tag, den jeder erleben wird. * Und Wir verschieben ihn nur bis zu einem berechneten Termin. * Wenn jener (Tag) kommt, dann wird keine Seele sprechen, es sei denn mit Seiner Erlaubnis; unter ihnen gibt es dann welche, die unselig, und welche, die selig sind. * Was nun diejenigen angeht, die unselig sind, so werden sie ins Feuer gelangen, worin sie seufzen und schluchzen werden.“ (11:102-106)

[…] Und Allah ermahnt euch vor sich selbst. […](3:28)

„Am Tage, da der Mensch seinen Bruder fluchtartig verlässt * sowie seine Mutter und seinen Vater * und seine Frau und seine Söhne *, an jenem Tage wird jeder eigene Sorgen genug haben, die ihn beschäftigen.“ (80:34-37)

„O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn; denn das Beben der Stunde ist wahrlich etwas Gewaltiges! * An dem Tage, da ihr es seht, wird jede Stillende ihren Säugling vergessen und jede Schwangere ihre Bürde abwerfen; und du wirst die Menschen trunken sehen, obwohl sie nicht trunken sind; aber die Strafe Allahs ist gewaltig.“ (22:1-2).

„Und dem aber, der sich vor der Gegenwart seines Herrn fürchtet, werden zwei Gärten zuteil sein.“ (55:46)

(Und) sie sagen: ‚Wahrlich, früher bei unseren Angehörigen waren wir ängstlich *, doch Allah ist uns Gnädig gewesen und hat uns vor der Pein des sengenden Windes bewahrt. * Wir pflegten vormals zu Ihm zu beten. Er ist der Gütige, der Barmherzige.“ (52:25-28)

396. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und er ist der Wahrheitsprechende und Glaubwürdige – sagte: „Jeder von euch bleibt vierzig Tage als Samentropfen im Bauch seiner Mutter, dann genau so viele Tage als Blutklumpen, und dann noch einmal so viele als Fleischklumpen. Dann wird der Engel gesandt, der die Seele einhaucht. Ihm (dem Engel) ist befohlen worden, vier Worte niederzuschreiben: Seinen Unterhalt, seine Lebensdauer, seine Taten und ob er unglücklich oder glücklich sein wird. Bei Dem, außer Dem es keinen Gott gibt, manch einer von euch volbringt die Taten der Bewohner des Paradieses, bis zwischen ihm und dem Paradies nicht mehr ist als eine Handbreit, doch dann eilt ihm das Buch (in dem seine Taten aufgezeichnet werden), voraus, und er volbringt Taten der Bewohner des Höllenfeuers und gelangt dorthin.

Und manch einer von euch vollbringt die Taten der Bewohner des Feuers, bis zwischen ihm und dem Höllenfeuer nicht mehr ist als eine Handbreit, doch dann eilt ihm das Buch (in dem seine Taten stehen), voraus, und er vollbringt Taten der Bewohner des Paradieses und gelangt dorthin.”

(Buchari 3208, Muslim 2643)

397. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „An jenem Tag (am Jüngsten Tag) wird die Hölle gebracht, sie hat siebzigtausend Zügel,  und jeder Zügel wird von siebzigtausend Engeln gezogen.”

(Muslim 2842)

398. An-Nu’man Bin Baschir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Derjenige unter den Einwohnern des Feuers, der die leichteste Qual erhält, ist ein Mann, der zwei Stücke glühender Kohle unter die Füße gelegt bekommt, wodurch sein Gehirn zum Kochen gebracht wird. Er denkt, dass niemand so hart bestraft wird, obwohl er die leichteste Qual erhält.”

(Buchari 6561, 6562; Muslim 213)

400. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Leute werden (am Tage des Gerichts) vor dem Herrn der Welten stehen, und manche von ihnen sind bis zum Hals in Schweiß gebadet.”

(Buchari 4938, Muslim 2862)

401. Anas berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hielt uns eine Chutba – so eine Chutba hatte ich noch nie zuvor gehört –, und er sagte: „Wenn ihr gesehen hättet, was ich gesehen habe, würdet ihr wenig lachen und viel weinen.“ […]

(Muslim 426, Nasa’i 1362)

402. Al-Miqdad – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Am Tage der Auferstehung wird die Sonne den Menschen so nah sein wie ein Miel.” Sulaim Bin Amir, der diesen Hadith von Al-Miqdad überlieferte, sagte: Bei Allah, ich weiß nicht, was mit diesem Miel gemeint war.

„Die Menschen werden gemäß ihren Taten im Schweiß stehen. Manche stehen bis zu ihren Knöcheln darin, manche bis zu ihren Knien, manche bis zu ihrer Hüfte, und manche von ihnen bis zum Mund.” Und der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zeigte dabei mit seiner Hand auf seinen Mund.

(Muslim 2864)

403. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Menschen schwitzen am Tage der Auferstehung, sodass ihr Schweiß siebzig Ellen in die Erde fließt, und die Menschen stehen bis zu ihren Ohren darin.”

(Buchari 6532, Muslim 2863)

404. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Während wir beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – waren, hörten wir das Geräusch eines fallenden Steins. Er fragte: „Wisst ihr, was das war?” Wir sagten: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.” Er sagte: „Das war ein Stein, der vor siebzig Jahren ins Höllenfeuer geworfen wurde, fiel und erst jetzt unten ankam. Ihr habt das Geräusch seines Fallens gehört.”

(Muslim 844)

405. ‘Adi Bin Hatim – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Fürchtet das Höllenfeuer, auch wenn es nur durch das Geben einer halben Dattel ist.”

Nach einer anderen Überlieferung berichtete ’Adi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es gibt keinen von euch, mit dem sein Herr nicht sprechen wird, ohne dass es zwischen ihnen einen Dolmetscher gibt. Dann wird jeder zu seiner Rechten schauen und nur seine Taten sehen; und er wird zu seiner Linken schauen und nur seine Taten sehen. Er wird vor sich schauen und nur das Höllenfeuer sehen. Deshalb fürchtet das Höllenfeuer, wenn es auch nur durch das Spenden einer halben Dattel ist, und wer auch das nicht kann, durch das Sprechen eines freundlichen Wortes.”

(Buchari Nr. 6023, Muslim Nr. 1016)

407. Abu Barza Nadhla Bin Ubaid Al-Aslami – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Beine eines Dieners werden sich am Tage der Auferstehung nicht bewegen, ehe er zu seinem Leben befragt wird, womit er es verbrachte; und über sein Wissen, was er damit machte; und über seinen Besitz, womit er ihn erwarb und wofür er ihn ausgab; und über seinen Körper, wofür er ihn nutzte.”

(Al-Dschami’ 7300, As-Silsila As-Sahiha von Albani 946, Tirmidhi)

411. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Die Menschen werden am Tage der Auferstehung barfuß, unbekleidet und unbeschnitten auferstehen.” Ich sagte: „O Gesandter Allahs, alle, Männer und Frauen, werden sich anschauen?” Er sagte: „Aischa, die Angelegenheit ist viel schwerer, als dass sie sich anschauen könnten.”

In einer anderen Überlieferung heißt es: „[...] Diese Angelegenheit ist viel wichtiger, als dass jemand den anderen anschauen könnte.”

(Buchari 6527, Muslim 2859)

 Die Hoffnung

Allah, der Erhabene, sagt:

„Sprich: ‚O Meine Diener, die ihr euch gegen eure eigenen Seelen vergangen habt, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit; denn Allah vergibt alle Sünden; er ist der Allverzeihende, der Barmherzige.“ (Qur’an 39:53)

„Es ist uns offenbart worden, dass die Strafe über den kommen wird, der (den Glauben) verwirft und sich (von Ihm) abwendet.“ (20:48)

[…] Doch Meine Barmherzigkeit umfasst alle Dinge [...](7:156)

412. Ubada Bin As-Samit – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer bezeugt, dass es keinen Gott außer Allah gibt, dem Einen, der keinen Teilhaber hat, und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, und dass Jesus Allahs Diener und Gesandter ist und Sein Wort, das Er Maria übermittelte und ihm von Seinem Geist gab; und dass das Paradies wahr ist, und dass das Höllenfeuer wahr ist, den wird Allah ins Paradies eintreten lassen, je nach seinen Taten.”

In Muslims Überlieferung heißt es:

„Wer bezeugt, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, den hat Allah vor dem Höllenfeuer bewahrt.”

(Buchari 3435, Muslim 28)

413. Abu Dharr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Allmächtige und Erhabene, sagt: ‚Wer mit einer guten Tat kommt, der wird zehnfach oder mehr belohnt, und wer mit einer bösen Tat kommt, der wird nur für eine Tat bestraft, oder es wird ihm vergeben. Und wer Mir eine Spanne näher kommt, dem nähere Ich Mich um eine Elle, und Wer Mir eine Elle näher kommt, dem komme Ich einen (ganzen) Arm näher. Und wenn er laufend zu Mir kommt, werde Ich ihm rennend entgegenkommen; und wer Mich mit Sünden, so viel wie die ganze Welt, trifft, Mir dabei aber niemanden beigesellt, dem begegne Ich mit genauso viel Vergebung.”

(Muslim 2687)

414. Dschabir berichtete vom Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wer stirbt und Allah nichts beigesellt, wird ins Paradies eintreten. Und wer stirbt und Allah etwas beigesellt, wird ins Feuer gehen.“

(Muslim 93)

417. […] Mahmud Bin Rabi’ Al-Ansari berichtete: Itban Bin Malik, der ein Gefährte des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – war und zu jenen Ansar (Helfer) gehörte, die an der Schlacht von Badr teilnahmen, kam zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagte: „O Gesandter Allahs, ich habe mein Augenlicht verloren, und ich pflege das Gebet für meine Leute zu leiten (als Imam). Wenn aber durch Regen das Tal zwischen mir und ihnen überflutet ist, kann ich nicht zu ihrer Moschee gelangen, um das Gebet für sie zu leiten. Ich hätte den Wunsch, o Gesandter Allahs, dass du kommst und an einer Gebetsstelle betest, damit ich diese Stelle zu einer Gebetsstelle machen kann.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ich mache es, in scha Allah.“

Itban sagte: Am nächsten Tag kam der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – mit Abu Bakr As-Siddiq. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – bat um Erlaubnis, einzutreten, und ich erlaubte es ihm. Er setzte sich nicht, ehe er hineinkam und fragte: „Wo in deinem Haus wünschst du, dass ich bete?“ Ich zeigte auf einen Bereich des Hauses. Da stellte sich der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zum Gebet hin und sprach den Takbir (indem er die Größe Allahs pries und Allahu akhbar sagte), und wir standen hinter ihm. Er betete zwei Raka’at und sprach den Taslim (Schlussgruß: As-Salamu ’alaikum).

Dann hielten wir ihn zum Essen der Chazira* auf, die wir für ihn gekocht hatten. Da versammelten sich die Männer des Stadtteils um uns herum, bis eine große Zahl Männer sich versammelt hatte. Ein Sprecher von ihnen fragte, wo Malik Bin Ad-Duchschun sei. Einige von ihnen sagten: „Er ist ein Heuchler und liebt Allah und Seinen Gesandten nicht.“ Da sagte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Sage so etwas über ihn nicht. Siehst du nicht, dass er gesagt hat: ‚La ilaha illa-llah – Es gibt keinen Gott außer Allah’, womit er Allahs Wohlgefallen erlangen möchte?“ Man sagte: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Man sagte: „Wir sehen nur, dass seine Miene und seine Beratung den Heuchlern gilt.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich Allah hat das Feuer dem verboten, der sagt ‚La ilaha illa-llah – Es gibt keinen Gott außer Allah’, womit er Allahs Wohlgefallen erlangen möchte.“

(Buchari 424, 425, 667, 686, 838, 840, 1186, 4009, 5401, 6422, 6938; Muslim 657 [… 1496, 1497, 1498]; Nasa’i 787, 1326; Ibn Madschah 754)

*Chazirah ist ein Gericht, bei dem kleingeschnittenes Fleisch mit viel Wasser gekocht und mit Mehl gebunden wird. Wenn kein Fleisch darin ist, nennt man es Asida.

Aus diesem Hadith geht die Erlaubnis hervor, Nafl in der Dschama’a (freiwillige Gebete gemeinschaftlich) zu verrichten, und dass es besser ist, auch am Tag die Nafl-Gebete jeweils mit zwei Raka’at zu beten, genau wie nachts.

Ferner ist es gut, dass wenn ein rechtschaffener Mensch in einem Haus erscheint, die Menschen der Umgebung sich um ihn versammeln und mit ihm zusammensitzen, um ihn zu besuchen, ihn zu ehren und von ihm zu lernen.

419. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Als Allah die Geschöpfe erschuf, schrieb Er in ein Buch, was über Seinem Thron ist: ‚Meine Barmherzigkeit überwältigt Meinen Zorn.’”

In einer anderen Überlieferung heißt es: „Meine Barmherzigkeit überwältigte Meinen Zorn.”

Und in einer Überlieferung steht: „Meine Barmherzigkeit hat Meinen Zorn überholt.”

(Buchari 7404, 7553, 7554; Muslim 2751)

420. Und von ihm (Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –) wurde berichtet: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Allah hat die Barmherzigkeit in hundert Teile geteilt und davon neunundneunzig bei Sich aufbewahrt. Zur Erde hat Er (nur) einen Teil hinabgesandt. Mit dem Teil erbarmt sich die Schöpfung einander, sodass sogar das Reittier seinen Huf über sein Junges hält, aus Furcht, es könnte ihm etwas passieren.”

Und in einer anderen Überlieferung heißt es: „Allah, der Erhabene, besitzt einhundert Barmherzigkeiten, davon hat Er eine Barmherzigkeit hinabgesandt, womit die Menschen, die Dschinn, die Tiere und das Ungeziefer einander lieben und barmherzig miteinander sind, und damit lieben die wilden Tiere ihre Jungen. Und Allah hat neunundneunzig Barmherzigkeiten zurückgehalten, um Sich damit am Tage der Auferstehung Seiner Diener zu erbarmen.”

Und Muslim überliefert: Salman Al-Farisi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Erhabene, besitzt einhundert Barmherzigkeiten; mit einer davon verhalten sich die Geschöpfe untereinander barmherzig, und neunundneunzig sind für den Tag der Auferstehung.”

In einer anderen Überlieferung heißt es: „Allah, der Erhabene, schuf an dem Tag, an dem Er die Himmel und die Erde schuf, einhundert Barmherzigkeiten; jede Barmherzigkeit füllt (den Raum) zwischen Himmel und Erde. Auf die Erde ließ Er eine Barmherzigkeit, mit der eine Mutter sich ihres Kindes erbarmt und Tiere und Vögel untereinander. Und wenn der Tag der Auferstehung ist, vollendet Er die Barmherzigkeit.”

(Buchari 6000, Muslim 2752)

425. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – sagte: Der Prophet Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – rezitierte die Worte Allahs, des Erhabenen, über Abraham (Ibrahim):

„‚Mein Herr, sie haben viele von den Menschen in die Irre geführt. Wer mir nun folgt, der gehört zu mir, und wer sich mir widersetzt, so bist Du ja Allvergebend und Barmherzig.’ (Qur’an 14:36) Und Jesus (‘Isa) – Allah schenke ihm Frieden – sagte: ‚Wenn Du sie strafst, so sind sie Deine Diener, und wenn Du ihnen vergibst, so bist Du ja der Allmächtige und Allweise.’ (Qur’an 5:118).“

Dann erhob er (der Prophet) seine Hände und sagte: „O Allah, meine Umma, meine Umma“ und weinte.

Da sagte Allah, der Erhabene: „O Gabriel, geh zu Muhammad – und dein Herr weiß Bescheid –, und frage ihn, was ihn zum Weinen bringt.“

Gabriel – Allah schenke ihm Frieden – ging zu ihm und fragte ihn. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte, was ihn bedrückte, und Er weiß es am besten.

Allah sagte: „O Gabriel, geh zu Muhammad und sage: ‚Wir werden dich in deiner Umma zufriedenstellen und dich nicht bloßstellen.’“ (Muslim)

426. Muadh Bin Dschabal berichtete: Ich saß hinter dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf dem Esel. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „O Muadh, weißt du, welches Recht Allah den Menschen gegenüber besitzt?“ Ich antwortete: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Er sagte: „Das Recht Allahs den Menschen gegenüber ist, dass sie Ihm nichts beigesellen (keinen Schirk begehen), und das Recht der Menschen Allah gegenüber, wenn sie Seines befolgen, ist , dass Er sie (die keinen Schirk begehen) nicht bestraft.“

Ich fragte: „O Gesandter Allahs, soll ich den Leuten die frohe Botschaft ausrichten?“ Er sagte: „Richte ihnen dies nicht aus, damit sie sich nicht darauf verlassen (und nichts für sich tun).“

(Muslim 30; Buchari 5967, 6267, 6500)

427. Al-Bara’ Bin Azib – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn der Muslim im Grab befragt wird und er bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und dass Muhammad Sein Gesandter ist, dann sagt Der Erhabene: „Allah festigt diejenigen, die glauben, durch Sein Wort, in dieser Welt und im Jenseits […](Sure 14:27).

(Buchari 4669, Muslim 2871)

429. Dschabir Bin Abdullah berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Gleichnis der fünf Gebete ist wie das eines Flusses vor der (Haus-)Tür von einem von euch, in dem er sich jeden Tag fünfmal wäscht.“

Es wurde gesagt, dass Hassan fragte: Und was wird von dem Schmutz bleiben?

[…] Vor der Tür von einem von euch […]“ zeigt die Einfachheit dessen, das Wasser (zum Reinigen) zu nehmen.

430. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Kein Muslim stirbt und es beten über ihn vierzig Männer (das Totengebet), die Allah nichts beigesellen, ohne dass Allah ihre Fürsprache akzeptieren wird.“

431. Abdullah Bin Mas‘ud berichtete: Wir waren etwa vierzig Menschen, die beim Propheten in einem kleinen Raum saßen. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte uns: „Seid ihr nicht damit zufrieden, ein Viertel der Paradiesbewohner zu sein?“

Wir sagten: „Doch!“ Dann sagte er: „Seid ihr nicht damit zufrieden, ein Drittel der Paradiesbewohner zu sein?“

Wir sagten: „Doch!“ Er sagte dann: „Ich hoffe jedoch, dass ihr die Hälfte der Paradiesbewohner sein werdet, und ich teile euch auch mit, wie dies sein kann: Die Muslime sind (im Vergleich) zu den Götzendienern (zahlenmäßig) nicht mehr als ein weißes Haar eines schwarzen Stiers, oder wie ein schwarzes Haar eines weißen Stiers.“

(Muslim 221; Buchari 6528, 6642; Tirmidhi 4547; Ibn Madschah 4283)

433. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Der Gläubige wird seinem Herrn (Allah) am Tage der Auferstehung nahe gebracht, wo Er ihn mit Seinem Schutz und Seiner Gnade bedecken wird. Seine Sünden werden ihm vorgeführt, und er wird befragt werden: ‚Erinnerst du dich an diese Sünde und an jene Sünde?’ Er wird antworten: ‚O mein Herr, ich gestehe das.’ Dann wird Er sagen: ‚Ich habe sie für dich im Diesseits verdeckt, und verzeihe sie dir heute.’ Danach werden ihm die Seiten mit seinen guten Taten unterbreitet werden.”

(Buchari 2441, 4685; Muslim 2768)

436. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:  „Wahrlich, Allah ist mit dem Diener zufrieden, der einen Bissen isst und (Allah) dafür lobpreist und einen Schluck trinkt und (Ihn) dafür lobpreist.“

(Muslim)

437. Abu Musa Abdullah Bin Qays Al-Asch‘ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah reicht Seine Hand in der Nacht, um dem Sünder des Tages zu vergeben, und reicht Seine Hand am Tag, um dem Sünder der Nacht zu vergeben, solange bis die Sonne im Westen aufgeht (Auferstehungstag).“

(Muslim)


 Der Vorzug der Hoffnung (auf Allah)

Allah, der Erhabene, sagt:

„‚[…] Und ich lege meine Sache Allah zur Entscheidung vor; denn Allah durchschaut die Menschen.’ * So schützte ihn Allah vor den Übeln dessen, was sie planten. […](Qur’an 40:44-45)

440. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Allah, Der Erhabene, sagt: Ich bin so, wie Mein Diener es von Mir vermutet, und Ich bin bei ihm, wenn er an Mich denkt. Wenn er Meiner in sich gedenkt, gedenke Ich seiner in Mir. Wenn er Meiner in einer Gesellschaft gedenkt, so gedenke Ich seiner in einer Gesellschaft, die besser ist als seine.“

(Buchari 7405, Muslim 2675)

441. Dschabir berichtete: Ich hörte den Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – drei (Tage) vor seinem Tode sagen: „Keiner von euch soll sterben, ohne dass er Gutes von Allah – Erhaben ist Er – denkt.“

(Muslim)

 Gottesfurcht und Hoffnung (auf Allah) miteinander verbinden

Wisse, dass ein ’Abd, während er gesund ist, Allah gleichermaßen fürchten und auf Ihn hoffen soll …

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Aber niemand kann sich vor dem Plan Allahs sicher fühlen, außer dem Volk der Verlierenden.“ (Qur’an 7:99)

[…] Zweifelt nicht an Allahs Erbarmen; denn an Allahs Erbarmen zweifelt nur das ungläubige Volk.“ (12:87)

„An dem Tag, da (die einen) Gesichter weiß und (die anderen) Gesichter schwarz sein werden. Was nun diejenigen angeht, deren Gesichter schwarz sein werden (,so wird zu ihnen gesagt werden): ‚Seid ihr ungläubig geworden, nachdem ihr den Glauben (angenommen) hattet? So kostet die Strafe dafür, dass ihr wieder ungläubig geworden seid.’“ (3:106)

[…] Wahrlich, dein Herr ist schnell im Strafen. Und wahrlich, Er ist Allvergebend, Barmherzig.“ (7:167)

„Wahrlich, die Rechtschaffenen werden in der Wonne sein *, und wahrlich, die Frevler werden im Höllenfeuer sein.“ (82:13-14)

„Dann wird der, dessen Waage schwer ist, * ein Wohlleben genießen; * dem aber, dessen Waage leicht ist, * wird die Hawiya[18] seine Mutter (Aufenthaltsort) sein.“ (101:6-9)

444. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete folgende Aussage vom Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wenn der Sarg (des Toten) vorbereitet ist und ihn die Menschen auf ihren Schultern tragen, wird er, wenn er ein rechtschaffener Mensch war, sagen: ‚Bringt mich weiter, bringt mich weiter!’ Und wenn er kein Rechtschaffener war, dann wird er sagen: ‚Wehe mir, wohin bringt ihr mich?’ Alle hören seine Stimme, außer den Menschen. Der Mensch würde tot umfallen, wenn er diese Stimme hören würde.”

(Buchari Nr. 6488)

445. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Das Paradies ist jedem von euch näher als sein Schnürsenkel, und die Hölle ebenso.“

(Laut Tirmidhi ist der Hadith hassan sahih. Al-Dschami’ 7778, Sahih At-Tirmidhi von Albani 1333)

 Das Weinen aus Furcht vor Allah und die Sehnsucht nach Ihm

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und weinend fallen sie anbetend auf ihr Angesicht nieder, und ihre Demut nimmt zu.“ (Qur’an 17:109)

„Wundert ihr euch über diese Verkündigung? * Und ihr lacht; aber weinen tut ihr nicht?“ (53:59-60)

446. Abu Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – bat mich: „Rezitiere mir aus dem Qur’an.” Ich fragte: „O Gesandter Allahs, ich soll dir aus dem Qur’an rezitieren, obwohl er doch dir offenbart wurde?” Er antwortete: „Ich höre gerne von einem anderen.” Ich rezitierte ihm die Sure An-Nisa’ bis zu diesem Vers: „Und wie wenn wir aus jeder Gemeinschaft einen Zeugen herbeibringen und dich als Zeugen gegen jene herbeibringen?” (4:41) Da sagte er: „Jetzt ist es genug!” Als ich mich zu ihm wandte, sah ich, dass Tränen aus seinen Augen traten.

(Buchari 4582, Muslim 800)

Hadith Nr. 447 ist eine Wiederholung von Hadith Nr. 401.

448. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Wer aus Furcht vor Allah geweint hat, gelangt nicht ins Höllenfeuer, bis die Milch in die Euter zurückkehrt, und der Staub auf dem Wege Allahs wird nicht mit dem Rauch der Hölle zusammentreffen.”[19][A8] 

449. [A9] Und derselbe (Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –) berichtete Folgendes vom Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Sieben wird Allah unter Seinen Schutzschatten stellen am Tag, an dem es keinen Schatten gibt außer Seinem Schutzschatten: Einen gerechten Herrscher; einen jungen Mann, der seine Jugend mit der Anbetung Allahs, des Erhabenen, verbrachte; jemanden, dessen Herz mit der Moschee verbunden ist; zwei Menschen, die sich um Allahs willen lieben und deswegen zusammenkamen und auch deswegen wieder auseinandergingen; einen Mann, der von einer hochrangigen und schönen Frau zur Sünde gerufen wird, (diesem Ruf aber nicht folgt und) sagt: ‚Ich fürchte Allah’; einen, der die Sadaqa (den Armen) im Verborgenen gibt, auf eine Weise, dass seine linke Hand nicht weiß, was seine Rechte gibt; und einen Mensch, der alleine ist und Allahs gedenkt, so dass aus seinen Augen Tränen fließen.”

(Buchari 660, Muslim 1031)

450. Abdullah Bin Asch-Schachair – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich kam zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, während er betete, und hörte das Weinen aus seiner Brust, wie der kochende Inhalt eines Topfes.

(Abu Dawud 839 und sahih in Muchtasaru-l-Schama’il Al-Muhammadiya, Abu Dawud und Tirmidhi: sahih)

452.[A10]  Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Nachdem der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – verstorben war, sagte Abu Bakr zu ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –: „Führe uns, um Umm Aiman – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – zu besuchen, so wie der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sie stets besuchte.” Als sie bei ihr ankamen, weinte sie. Sie fragten: „Was lässt dich weinen? Weißt du denn nicht, dass das, was bei Allah ist, viel besser für den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ist?” Sie sagte: „Ich weine nicht, weil ich nicht weiß, dass das, was bei Allah, dem Erhabenen, ist, viel besser für den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ist. Ich weine, weil die himmlische Offenbarung aufgehört hat.” Damit berührte sie die beiden so, dass sie mit ihr weinten.

Umm Aiman – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – hieß Baraka und war eine Sklavin. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – befreite sie aus der Sklaverei und gab ihr Zaid Bin Haritha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – zum Mann. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte immer „Mutter“ zu ihr.

(Muslim 2454)

453. Ibn ’Umar  – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: „Als die Schmerzen des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – (während seiner Krankheit) sehr stark wurden, fragte man ihn wegen des Gebets. Er sagte: „Lasst Abu Bakr die Leute im Gebet leiten.” Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –  sagte zu ihm – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Abu Bakr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – ist ein sanfter Mann, und wenn er den Qur’an rezitiert, überwältigen ihn die Tränen.” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sagt ihm, er solle das Gebet leiten!”

In Aischas – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – Überlieferung heißt es: „Wenn Abu Bakr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – an deiner Stelle steht, werden ihn die Leute wegen seines Weinens nicht hören.”

(Buchari 682 [Ibn ’Umar] und Aischas Überlieferung in Sahih Buchari 713; Muslim 94, 95)

456.[A11]  Abu Nadschih Al-Irbadh Bin Saria – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hielt eine wirkungsvolle Ansprache, die unsere Herzen sehr berührt und unsere Augen mit Tränen füllte. Wir sagten: „O Gesandter Allahs, als sei dies die letzte Ermahnung. Gib uns Ratschläge!” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ich ermahne euch, Allah zu fürchten und dem Anführer zu gehorchen, auch wenn er ein äthiopischer Sklave ist, der euch befiehlt. Wer unter euch (lange) lebt, wird viele Meinungsverschiedenheiten sehen. Deshalb ist euch auferlegt, meiner Sunna und der Sunna meiner rechtgeleiteten Kalifen zu folgen, und beißt mit euren Backenzähnen darauf. Hütet euch vor Neuerungen in der Religion, denn jede Neuerung ist ein Irrtum.”

(Abu Dawud und At-Tirmidhi, As-Silsila As-Sahiha von Albani 937, Sahih Al-Dschami’  2549, Irwa’ Al-Ghalil 2455)

 Der Vorzug der Askese in der Dunya, der Ansporn zur Genügsamkeit und der Vorzug der Armut

Allah, der Erhabene, sagt:

„Das Gleichnis des irdischen Lebens ist nur wie das Wasser, das Wir aus den Wolken herabsenden; damit vermischen sich dann die Gewächse der Erde, wovon Mensch und Vieh sich nähren, bis zu ihr – wenn die Erde ihren Prunk angelegt und sich schön geschmückt hat und ihre Bewohner glauben, sie hätten Macht über sie – Unser Befehl in der Nacht oder am Tage kommt und Wir sie zu einem niedergemähten Acker machen, als wäre sie nicht am Tage zuvor gediehen. Also machen Wir die Zeichen für die Leute klar, die nachdenken.“ (Qur’an 10:24)

„Und präge ihnen das Gleichnis vom irdischen Leben: Es ist wie das Wasser, das Wir vom Himmel herniedersenden, mit dem die Pflanzen der Erde sich sättigen, und welche dann dürre Spreu werden, die der Wind verweht. Und Allah hat Macht über alle Dinge. * Vermögen und Kinder sind Schmuck des irdischen Lebens. Die bleibenden guten Werke aber sind lohnender bei deinem Herrn und hoffnungsvoller.“ (18:45-46)

„Wisst, dass wahrlich das diesseitige Leben nur ein Spiel und ein Zeitvertreib ist und ein Prunk und Geprahle unter euch und ein Wettrennen um Vermehrung von Gut und Kindern. Es gleicht dem reichlichen Regen, dessen Pflanzenwuchs den Säern gefällt. Dann verdorrt er, und du siehst ihn vergilben; hierauf wird er brüchig. Und im Jenseits gibt es eine strenge Strafe, aber auch Vergebung von Allah und Wohlgefallen. Und das diesseitige Leben ist nichts anderes als eine Nutznießung, durch die man sich betören lässt.“ (57:20)

„Zum Genuss wird den Menschen die Freude gemacht an ihrem Trieb zu Frauen und Kindern und aufgespeicherten Mengen von Gold und Silber und Rassepferden und Vieh und Saatfeldern. Dies ist der Genuss des irdischen Lebens; doch bei Allah ist die schönste Heimkehr.“ (3:14)

„O ihr Menschen, wahrlich, die Verheißung Allahs ist wahr, darum lasst euch nicht vom diesseitigen Leben betören, und lasst euch nicht vom Betörer über Allah betören.“ (35:5)

„Das Streben nach Mehr lenkt euch solange ab *, bis ihr die Gräber besucht. * Aber nein! Ihr werdet es bald erfahren. * Wiederum: Aber nein! Ihr werdet es bald erfahren. * Aber nein! Wenn ihr es nur mit Gewissheit wüsstet!“ (102:1-5)

„Dieses irdische Leben ist nichts als ein Zeitvertreib und ein Spiel; die Wohnstatt des Jenseits aber – das ist das eigentliche Leben, wenn sie es nur wüssten!“ (29:64)

Es gibt noch etliche weitere Qur’an-Ayat darüber. Was Ahadith darüber angeht, so werden hier einige verzeichnet.

461.[A12]  Anas Bin Malik – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Drei (Dinge) begleiten den Verstorbenen (zum Grab): seine Familie, sein Vermögen und seine Taten. Zwei davon kehren zurück, und ihm bleibt (nur) eines: Seine Familie und sein Vermögen kehren zurück. Seine Taten bleiben bei ihm.“

(Buchari 6514, Muslim 2960)

463. Al-Mustawrid Bin Schaddad – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Dunya (das Diesseits) ist im Vergleich zum Jenseits nicht mehr, als würde einer von euch seinen Finger in das Meer hineintauchen und, wenn er ihn wieder hinauszieht, sehen, was daranbleibt.”

(Muslim 2858)

466. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Wenn ich (so viel) Gold wie den Berg Uhud hätte, würde ich mich freuen, wenn ich (es an die Armen verteilen würde und) nach drei Nächten nichts mehr davon hätte, außer etwas für die Rückzahlung einer Schuld.”

(Buchari 2389, Muslim 991)

470. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Dunya (das Diesseits) ist das Gefängnis des Gläubigen und das Paradies des Ungläubigen.“

(Muslim)

471. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fasste mich an der Schulter und sagte: „Sei in der Dunya (im Diesseits) wie ein Fremder oder ein Durchreisender.”

(Buchari 6416)

Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – sagte stets: „Wenn du schläfst, erwarte den Morgen nicht, und wenn du morgens aufstehst, erwarte den Abend nicht, und nimm von deiner Gesundheit für deine Krankheit, und von deinem Leben für deinen Tod.“

472. Abu-l-’Abbas Sahl Bin Sa’d Al-Sa’idi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass ein Mann zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kam und sagte: „O Gesandter Allahs, zeige mir eine Tat, für die mich Allah und die Leute lieben, wenn ich sie tue.” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Enthalte dich der Dunya (Diesseits), so wird Allah dich lieben; und enthalte dich dessen, was bei den Menschen ist, so werden die Leute dich lieben.”

(Al-Dschami’ 922, As-Silsila As-Sahiha 944 und Sahih Ibn Madschah von Albani 3310)

473. An-Nu’man Bin Baschir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  erinnerte die Menschen an jene Menschen, die mit dem Diesseits beschäftigt sind und sagte: „Ich habe gesehen, wie der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – eines Tages großen Hunger litt und nicht einmal schlechte Datteln fand, um seinen Bauch zu füllen.”

(Muslim 2978)

474. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: „Als der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – verstorben war, gab es bei mir zu Hause für kein Lebewesen etwas zu essen, außer einer geringen Menge Gerste, die auf dem Wandbrett lag. Davon musste ich mich lange Zeit ernähren, bis nichts mehr davon übrig war.“

(Buchari 3097, 6451; Muslim 2973)

478. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Verdammt ist die Dunya und alles, was darin ist, außer dem Gedenken an Allah, den Erhabenen, und wer Ihm beisteht, und einem Gelehrten, und einem, der nach Wissen strebt.”

(Al-Dschami’ 3414, Sahih At-Tirmidhi von Albani 1891 und als hassan eingestuft in Mischkatu-l-Masabih 2176)

490. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das ehrlichste Wort, was je ein Dichter gesagt hat, ist das, was Labid (großer Dichter Arabiens) sagte: ‚Wahrlich, außer Allah ist alles nichtig.”

(Buchari 3841, Muslim 2256)

 Der Vorzug des Hungers, der Enthaltsamkeit im Leben und der Genügsamkeit in Bezug auf Essen, Trinken, Kleidung und andere Begierden

Allah, der Erhabene, sagt:

„Dann aber kamen nach ihnen Nachfahren, die das Gebet vernachlässigten und ihren Leidenschaften folgten. So gehen sie nun sicher dem Untergang entgegen *; außer denen, die bereuen und glauben und rechtschaffen handeln. Diese werden ins Paradies eingehen, und sie werden kein Unrecht erleiden.“ (Qur’an 19:59-60)

„So ging er denn in seinem Schmuck hinaus zu seinem Volk. Jene nun, die nach dem Leben in dieser Welt begierig waren, sagten: ‚O wenn wir doch das Gleiche besäßen wie das, was Korah gegeben wurde! Er hat wahrlich großes Glück.’ * Die aber, denen Wissen zuteil geworden war, sagten: ‚Wehe euch, Allahs Lohn ist besser für den, der glaubt und gute Werke tut; und keiner wird ihn erlangen außer den Geduldigen.’“ (28:79-80)

„Dann werdet ihr, an jenem Tage, nach dem Wohlstand befragt.“ (102:8)

„Wenn einer das Irdische begehrt, bereiten Wir ihm schnell das, was Wir wollen – dem, der Uns beliebt; danach haben Wir Dschahannam für ihn bestimmt, in der er brennt, verdammt und verstoßen.“ (17:18)

Dazu gibt es noch viele weitere Qur’an-Ayat.

495. [A13] An-Nu’man Bin Baschir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – erinnerte die Menschen an jene Menschen, die mit dem Diesseits beschäftigt sind und sagte: „Ich habe gesehen, wie der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – eines Tages großen Hunger litt und nicht einmal schlechte Datteln fand, um seinen Bauch zu füllen.”

(Muslim 2978)

510. Abu Umama berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „O Sohn Adams, dass du eine Wohltat ausgibst, ist besser für dich und dass du sie behältst, ist schlechter für dich, und du wirst wegen deiner Bedürfnisse nicht getadelt (wenn du nicht ausgibst). Fange mit dem an, den du zu versorgen hast, und die obere Hand ist ja besser als die untere Hand.“

511. Ubaidullah Bin Mihsan Al-Ansari Al-Chatmi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer von euch aufsteht, in seinem Leben sicher ist, körperlich gesund ist und den Lebensunterhalt für seinen Tag hat, für den ist es, als gehöre ihm die ganze Welt.”

(Al-Dschami’ 6042, As-Silsila As-Sahiha 2318, Sahih At-Tirmidhi 1913 und Sahih Ibn Madschah von Albani 3340)

512. Abdullah Bin Amr Bin Al-‘As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, derjenige hat gesiegt, der den Islam angenommen hat, dessen Lebensunterhalt ausreichend ist und der mit dem zufrieden ist, was Allah ihm gegeben hat.”

(Muslim 1054)

516. Abu Karima Al-Miqdam Bin Ma‘d Yakarib – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Der Mensch füllt keinen schlimmeren Behälter als seinen Bauch. Einige Bissen reichen dem Sohn Adams, um sein Rückgrat geradezuhalten. Wenn es aber unbedingt sein muss, dann: ein Drittel (des Platzes im Magen) für sein Essen, ein Drittel für sein Trinken und ein Drittel für seinen Atem.”

(Al-Dschami’ 5674, As-Silsila As-Sahiha 2265, Sahih At-Tirmidhi 1939, Sahih Ibn Madschah 2704 von Albani; laut Tirmidhi ist dies ein guter [hassan] Hadith.)

 Zufriedenheit, Enthaltsamkeit und Sparsamkeit im Leben, Ausgeben (für Arme) und die Missbilligung des Bettelns, ohne in Not zu sein

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und es gibt kein Geschöpf auf der Erde, dessen Versorgung nicht Allah obläge. […](Qur’an 11:6)

(Dies ist) für die Armen, die auf dem Weg Allahs (daran) gehindert werden, sich frei im Land zu bewegen. Der Unwissende hält sie für reich wegen (ihrer) Zurückhaltung. Du aber erkennst sie an ihrem Auftreten. Sie betteln die Menschen nicht aufdringlich an. […](2:273)

„Und die, die, wenn sie spenden, weder verschwenderisch noch geizig sind; dazwischen gibt es einen Mittelweg.“ (25:67)

„Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen (sollen). * Ich will keine Versorgung von ihnen, noch will ich, dass sie Mir Speise geben.“ (51:56-57)

522. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Reich sein ist nicht, viel zu besitzen, vielmehr ist man im Herzen reich.”

(Buchari 6446, Muslim 1051)

Siehe Hadith Nr. 512.

524. Hakim Bin Hizam – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hatte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – um etwas gebeten, und er gab es mir; ich bat ihn erneut und er gab mir; ich bat noch einmal, und er gab mir und sagte: „O Hakim, dieser Besitz ist grün und süß. Wer ihn nimmt, ohne Verlangen danach zu haben, für den wird Segen darin sein; wer das Verlangen danach hat, für den wird kein Segen darin sein, und er wird wie der sein, der zwar isst, aber nie satt wird. Und die obere (gebende) Hand ist besser als die untere (nehmende) Hand.”

Hakim sagte: Ich sagte dann zu ihm: „O Gesandter Allahs! Bei Dem, Der dich mit der Wahrheit geschickt hat, ich werde nach dir nie wieder jemanden um etwas bitten, so lange ich lebe.”

Später (als Abu Bakr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – Kalif wurde) wollte er Hakim etwas geben, er aber lehnte es ab, irgendetwas von ihm zu nehmen. Dann, als ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – Kalif wurde, lud er ihn ein, um ihm etwas zu geben, auch von ’Umar lehnte er es ab. ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: „O ihr Muslime, ich mache euch zu Zeugen, dass ich Hakim seinen Anteil, den Allah ihm zugeteilt hat, gebe, er ihn jedoch ablehnt.” Nach dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – nahm Hakim – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – von niemandem etwas an, bis er starb.

(Buchari 1472, Muslim 1035)

526. Amr Bin Taghlib berichtete: Als der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – einmal etwas Besitz bekam, fing er an, es als (Almosen) zu verteilen. Der Gesandte Allahs verteilte. Manche erhielten etwas und andere nicht. Er erfuhr, dass manche sich beschwerten. Da sagte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Bei Allah, ich gebe (manchmal) einem Mann, obwohl mir ein anderer lieber ist als er. Jedoch gebe ich manchen Leuten, weil ich weiß, welch eine Furcht und Besorgtheit sie im Herzen haben, während ich manchen Leuten nichts gebe, weil ich weiß, welchen Reichtum und welche Güte Allah in ihre Herzen gelegt hat, und einer von ihnen ist Amr Bin Taghlib.“

Amr Bin Taghlib sagte: Bei Allah, rote Kamele[20] sind für mich nicht wertvoller als diese Worte des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden.

(Buchari)

* „Das Herz desjenigen gewinnen, um dessen Glauben man fürchtet, weil er schwach ist“ bedeutet Furcht zu haben, dass wenn man solchen nichts gäbe, diese noch schwächer würden, dadurch den Glauben verlassen und infolgedessen ins Höllenfeuer gelangen könnten.

527. [A14] Hakim Bin Hizam berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die obere Hand ist besser als die untere. Beginne mit demjenigen, für den du unterhaltspflichtig* bist. Die beste Sadaqa (für Arme und Bedürftige) ist die, die man gibt, nachdem man sich selbst ausreichend versorgt hat. Und wer Reichtum anstrebt, dem wird Allah geben, und wer enthaltsam ist, den wird Allah reich machen.“

(Buchari 1429, Muslim 103)

* oder: dessen Versorgung von dir abhängt.

** oder: Die beste Sadaqa ist die, die man gibt, nachdem die eigenen Bedürfnisse erfüllt wurden.

530. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – überliefert, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Derjenige von euch, der ständig bettelt, wird Allah gegenüberstehen, ohne dass ein Stück Fleisch an seinem Gesicht geblieben ist.”

(Buchari 1474, Muslim 1040)

531. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – erwähnte auf dem Minbar die Sadaqa und das Vermeiden von Betteln und sagte dazu: „Die obere Hand ist besser als die untere. Und die obere Hand ist die Gebende, und die untere Hand ist die, die bettelt.”

(Buchari 1429, Muslim 1033)

532. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer bei den Leuten bettelt, um viel zu besitzen, der bittet eigentlich um eine (Feuers-)Glut. Er soll also selbst sehen, ob er wenig oder viel davon verlangt.”

(Muslim 1041)

535. Thawban – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer mir versichert, dass er niemanden anbettelt, dem versichere ich das Paradies.” Ich sagte: „Ich!” Er bettelte nie jemanden an.

(Al-Dschami’ 6604, Sahih Abu Dawud von Albani 1446)

536. Qabisa Bin Muchariq Al-Hilali berichtete: Ich übernahm eine Last und ging deshalb zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kam, um um Hilfe zu bitten. Er sagte: „Bleibe, bis wir die Abgaben erhalten und Anweisung geben, dir davon zu geben.“ Dann sagte er: „O Qabisa, um Hilfe zu bitten, ist nur drei Leuten erlaubt: Einem Mann, der eine Last trägt, ist die Bitte erlaubt, bis er aus dieser Notlage befreit ist, dann soll er (mit dem Bitten) aufhören. Einem Mann, dessen Besitz ein Leid widerfährt, ist das Bitten auch erlaubt, bis er versorgt wird; und einem Mann, der in eine Notlage gerät, und drei Einsichtige aus seinem Volk bestätigen, dass der Mann in einer Notlage ist und unterstützt werden sollte, bis er sich selbst versorgen kann. Außer in diesen Fällen ist es nicht erlaubt, o Qabisa. Wer bittet, nimmt Unerlaubtes an sich.“

537. Und er, Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Bedürftiger ist nicht der, der um ein oder zwei Datteln bittet oder um ein oder zwei Bissen, vielmehr ist bedürftig, wer sich zurückhält (und nicht bettelt, obwohl er in Not ist).”

In einer anderen Überlieferung in den beiden Sahih-Werken (von Buchari und Muslim) heißt es:

„Ein Bedürftiger ist nicht der, der um ein oder zwei Datteln bittet oder um ein oder zwei Bissen. Ein Bedürftiger ist vielmehr der, der nichts besitzt und nicht bittet, denn man würde ihm geben, wenn er darum bitten würde, doch er geht nicht zu den Leuten.”

(Buchari 4539, Muslim 1039)

Die Erlaubnis, etwas anzunehmen, ohne darum gebeten oder es erwartet zu haben

537. Von Salim Bin Abdullah Bin ’Umar von seinem Vater Abdullah Bin ’Umar, von ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – wird berichtet: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte mir etwas zu geben, und ich sagte: „Gib es jemandem, der ärmer ist als ich.“ Er sagte: „Nimm es an. Wenn etwas von diesem Besitz zu dir kommt, während du es nicht erwartetest und nicht darum gebeten hast, kannst du es annehmen. Wenn du möchtest, kannst du es selbst benutzen oder als Sadaqa weitergeben. Ansonsten soll deine Seele nicht danach streben.“

Weiter sagte Salim: Abdullah hat niemanden gebeten, ihm etwas zu geben, während er auch nicht ablehnte, wenn man ihm etwas gab.

(Buchari und Muslim)

Ansporn dazu, von der eigenen Hände Arbeit zu leben […]

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und wenn das Gebet beendet ist, dann zerstreut euch im Land und trachtet nach Allahs Gnadenfülle. […](Qur’an 62:10)

539. Abu Abdullah Az-Zubair Bin Al-Awwam – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn einer von euch sein Seil nimmt, in die Berge geht und mit einem Bündel Holz auf seinem Rücken zurückkehrt und es verkauft, womit Allah (dann) sein Gesicht wahrt, ist dies besser, als dass er die Leute anbettelt, (ganz gleich,) ob sie ihm dann etwas geben oder nicht.”

(Buchari 1471, 2373)

540. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn jemand von euch Holz sammelt und ein Bündel davon auf seinem Rücken trägt, ist dies besser, als jemanden anzubetteln, (ganz gleich,) ob der ihm dann etwas gibt oder nicht.”

(Buchari 1470, 2374; Muslim 1042)

541. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „David – Allah schenke ihm Frieden – hat von nichts gegessen, außer von (dem, was er mit) der Arbeit seiner eigenen Hand (erworben hat).”

(Buchari 2073)

542. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Zacharias – Allah schenke ihm Frieden – war (von Beruf) Zimmermann.”

(Muslim 2379)

543. Al-Miqdam Bin Ma’d Yakrib – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Niemals hat jemand ein besseres Essen gegessen als durch die Arbeit seiner eigenen Hand. Der Prophet Allahs David – Allah schenke ihm Frieden – aß von (dem, was er mit) der Arbeit seiner eigenen Hand (erworben hat).”

(Buchari 2072)

Großzügigkeit, Freigebigkeit und das Ausgeben für wohltätige Zwecke, im Vertrauen auf Allah, den Erhabenen

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und was immer ihr spendet, Er wird es ersetzen; und Er ist der beste Versorger." (Qur’an 34:39)

[…] Was immer ihr an Gutem spendet, das ist für euch selbst, und ihr (sollt) nicht spenden, es sei denn aus Verlangen nach dem Angesicht Allahs. Und was immer ihr an Gutem spendet, das soll euch voll zurückerstattet werden, und es soll euch kein Unrecht zugefügt werden.“ (2:272)

[…] Und was immer ihr an Gutem spendet, wahrlich, Allah weiß es.“ (2:273)

544. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  überlieferte: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Man sollte nicht neidisch sein, außer auf zwei Personen: Auf jemanden, dem Allah Reichtum gegeben hat und der ihn in gerechter Weise verteilt, und auf jemanden, der von Allah Weisheit erhalten hat und danach urteilt und sie lehrt.”

(Buchari 73, Muslim 816)

Siehe Hadith Nr. 139.

547. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hat nie nein gesagt, wenn er von jemandem um etwas gebeten wurde.“

(Buchari 6034, Muslim 2311)

Abu Huraira [A15] – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es gibt keinen Tag, an dem die Diener morgens aufstehen, ohne dass zwei Engel heruntersteigen. Der eine betet: ‚O Allah, gib dem Spender Nachschub!’, und der andere betet: ‚O Allah! Lass den Geizigen (seinen Besitz) verschwenden!’”

(Buchari 1442, Muslim 1010 und die zweite Überlieferung von Buchari unter der Nr. 1428)

549. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Erhabene, sagt: ‚Gib aus, o Sohn Adams, damit auch für dich ausgegeben wird.’”

(Buchari 4684, Muslim 993)

550. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Ein Mann fragte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Welcher Islam ist am besten?“* Er antwortete: „Dass du von deinen Speisen gibst und jeden mit dem Salam (dem Friedensgruß) grüßt, ob du ihn kennst oder nicht.“

(Muslim 39; Buchari 12, 28, 6236; Abu Dawud 5193; Nasa’i 5015; Ibn Madschah 3253)

*D.h., welche Tat ist im Islam vorzüglich.

551. Abu Muhammad Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es gibt vierzig Arten von guten Taten. Davon ist die höchste, jemandem eine Ziege zu leihen, die Milch gibt. Wer in der Hoffnung auf Belohnung eine dieser Taten vollbringt, den wird Allah ins Paradies eintreten lassen.”

(Authentisch: Buchari 2631)

552. [A16] Abu Umama berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „O Sohn Adams, dass du eine Wohltat ausgibst, ist besser für dich, und dass du sie behältst, ist schlechter für dich, und du wirst wegen deiner Bedürfnisse nicht getadelt (, wenn du nicht ausgibst). Fange mit dem an, den du zu versorgen hast, und die obere Hand ist ja besser als die untere.“

555. Dschubair Bin Mut’im – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Als er mit dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf dem Rückweg von Hunain war, bettelten die Beduinen ihn (den Propheten) auf eine Art an, dass sie ihm zu einem Baum drängten, so dass sein Obergewand zerriss. Da stellte sich der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – aufrecht hin und sagte: „Gebt mir mein Gewand! Wahrlich, hätte ich so viel Besitz wie diese (Idhat-)Bäume*, würde ich ihn unter euch verteilen und ihr werdet mich nicht geizig, lügnerisch oder feige sehen.“

(Buchari)

* Baumart mit vielen Stacheln.

556. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Sadaqa hat noch keinen Besitz verringert. Wenn der Diener gibtverzeiht, wird Allah sein Ansehen steigern, und wer um Allahs willen bescheiden ist, den wird Allah, der Allmächtige und Erhabene, erheben.”

(Muslim 2588)

558. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass sie ein Schaf geschlachtet hatten und der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Was ist davon geblieben?” Sie sagte: „Nichts ist davon geblieben, außer seinen Schultern.” Er sagte: „Alles ist geblieben, außer seinen Schultern.”

Das heißt: Sie gaben das Schaf als Sadaqa, außer seinen Schultern, und er (der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –) sagte, dass das, was sie gegeben haben, im Jenseits für sie geblieben ist, außer seinen Schultern, die sie nicht gespendet haben.

(Tirmidhi von Albani 2009, laut Tirmidhi: Ein guter und gesunder [hassan] Hadith.)

559. Asma’ Bint Abi Bakr – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ihr sagte: „Lege nichts zurück, sonst wird Allah vor dir zurückhalten.”

(Buchari 1433, Muslim 1029)

In einer anderen Überlieferung heißt es: „Gib aus, verschenke und bewahre nichts auf, sonst wird Allah vor dir zurückhalten.“

(Buchari und Muslim)

561. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Wenn jemand nur den Wert einer Dattel, von dem was er rechtmäßig verdient hat, als Sadaqa ausgibt – und Allah nimmt nur von dem rechtmäßig Verdienten an – wird Allah davon mit Seiner rechten Hand annehmen, dann wird Er es demjenigen genauso vermehren, wie jemand, der ein Fohlen aufzieht, bis es so groß wie ein Berg wird.”

(Buchari 1410, Muslim 1014)

 Das Verbot von Geiz und Habgier

Allah, der Erhabene, sagt:

„Jener aber, der geizt und gleichgültig ist * und das Beste leugnet *, dem wollen Wir den Weg zur Drangsal leicht machen. * Und sein Vermögen soll ihm nichts nützen, wenn er zugrunde geht.“ (Qur’an 92:8-11)

[…] Und wer vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist – das sind die Erfolgreichen.“ (64:16)

563. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hütet euch vor Unrecht, denn Unrecht bringt Finsternis am Tage der Auferstehung. Hütet euch vor Habgier, denn Habgier vernichtete die Völker vor euch, sie führte dazu, dass sie gegenseitig ihr Blut vergossen und ihre Verbote zum Erlaubten machten.”

(Muslim 2578)

 Ithar* und Trost

* Anderen vor sich selbst den Vorzug gewähren, Selbstlosigkeit, Aufopferung, Edelmut

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und hegen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde, sondern sehen (die Flüchtlinge gern) vor ihnen selbst bevorzugt, auch wenn sie selbst in Dürftigkeit leben.“ (Qur’an 59:9)

„Und sie geben Speise – und mag sie ihnen (auch) noch so lieb sein – dem Armen, der Waise und dem Gefangenen.“ (76:8)

565. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Essen für zwei reicht für drei, und das Essen von dreien reicht für vier.“

(Buchari und Muslim)

Und in einer Überlieferung bei Muslim von Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – heißt es, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Essen von einem reicht für zwei, das Essen von zweien reicht für vier, und das Essen von vier reicht für acht.“

566. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Als wir auf einer Reise waren, begegneten wir einem Mann auf seinem Reittier, der nach links und rechts schaute. Da sagte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wenn jemand einen Rücken (d.h., ein Reittier, heute ein Auto o.ä.) übrig hat, soll er  ihn dem geben, der keinen hat, und wer von euch Essen übrig hat, soll es dem geben, der keins hat.“

Abu Said Al-Chudri sagte weiter: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – erwähnte noch verschiedene weitere Arten von Vermögen, bis wir erkannten, dass niemand von uns das Recht auf Überfluss besitzt.“

(Muslim)

 Das Wetteifern um der Akhira willen und viele Dinge verrichten, in denen Segen liegt

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und um dies mögen die Begehrenden wetteifern.“ (Qur’an 83:25-26)

569. Sahl Bin Saad As-Sa’idi berichtete: Man brachte dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, ein Getränk, und er trank davon. Zu seiner rechten Seite war ein Junge und zu seiner Linken Ältere. Er sagte zu dem Jungen: „Erlaubst du es mir, diesen (Älteren) (zuerst) zu geben?“ Der Junge sagte: „Nein, bei Allah, ich ziehe niemanden vor, was meinen Anteil an dir angeht.“* Da gab der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – es ihm (dem Jungen) in seine Hand.

* Gemeint ist: Was von dir kommt, werde ich für mich behalten und am liebsten niemand anderem geben, weil es aus deiner Hand kommt, weil es von dir kommt, o Gesandter Allahs. Der Junge soll Abdullah Bin ’Abbas gewesen sein.

 Der Vorzug des dankbaren Wohlhabenden, der sein Vermögen in legitimer Weise verdient hat und es in Bereichen ausgibt, wo es sich gehört

Allah, der Erhabene, sagt:

„Jener aber, der gibt und gottesfürchtig ist * und an das Beste glaubt *, dem wollen Wir den Weg zum Heil leicht machen.“ (Qur’an 92:5-7)

„Geschont von ihm wird derjenige sein, der gottesfürchtig ist *, der sein Vermögen hergibt, um sich zu reinigen *, und nicht als Gegenleistung für erhaltene Gabe *, sondern im Streben nach dem Wohlgefallen seines Herrn, des Allerhöchsten. * Und er wird wohlzufrieden sein.”(92:17-21)

„Wenn ihr Almosen offenkundig gebt, so ist es angenehm, und wenn ihr sie verbergt und sie den Armen gebt, so ist es besser für euch und sühnt eure Missetaten. Und Allah ist eures Tuns kundig!“ (2:271)

„Ihr werdet das Gütigsein nicht erlangen, solange ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt; und was immer ihr spendet, seht, Allah weiß es.“ (3:92)

Es gibt viele weitere Quran-Ayat über die Vorzüge des Ausgebens in Gehorsam gegenüber Allah.

571.[A17]  Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Man sollte nicht neidisch sein, außer auf zwei Personen: Auf jemanden, dem Allah Reichtum gegeben hat und der ihn in gerechter Weise verteilt, und auf jemanden, der von Allah Weisheit erhalten hat und danach urteilt und sie lehrt.”

(Sahih Buchari 73, Muslim 816)

572. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – überliefert, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Nur auf zwei darf man neidisch sein: Auf jemanden, der von Allah die Fähigkeit erhalten hat, den Qur’an auswendig zu lernen, und der während der Nacht und während des Tages im Gebet steht und ihn rezitiert; und auf jemanden, dem Allah Reichtum gegeben hat und der ihn während der Nacht und während des Tages spendet.“

(Buchari und Muslim)

573. Abu Huraira berichtete: Die Armen unter den Muhadschirun (Auswanderer) kamen zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagten: „Die Vermögenden erlangen die hohen Rangstufen und das ständige Wohlleben (im Paradies).“ Er fragte: „Und wie kommt das?“ Sie sagten: „Sie beten, wie wir beten; sie fasten, wie wir fasten, sie geben (den Armen) Almosen und wir nicht, und sie kaufen Sklaven frei, und wir tun es nicht.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Soll ich euch etwas zeigen, womit ihr jene einholt, die euch voraus sind, und mit dem ihr jenen vorausgeht, die hinter euch sind, und (was dazu führt, dass) keiner besser ist als ihr, außer jemand macht es noch besser als ihr?“ Sie sagten: „Ja, o Gesandter Allahs.“ Er sagte: „Lobpreist Allah (Subhan Allah), preist die Größe Allahs (Allahu akbar), lobt und dankt Allah (Al-hamdu li-llah) nach jedem (Pflicht-)Gebet je dreiunddreißigmal.“ Die armen Muhadschirun kamen erneut zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagten zu ihm: „Unsere wohlhabenden Brüder haben von dem erfahren, was wir machen, und sie tun das Gleiche.“ Der Gesandte Allahs sagte: „Dies ist Allahs Huld, Er gewährt sie, wem Er will. […] (62:4)[…]

(Buchari 843, 6329; Muslim 595)

Abu Dharr berichtete: Einige Gefährten des Propheten  – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagten zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Die Vermögenden erlangen die Belohnungen: Sie beten, wie wir beten; sie fasten, wie wir fasten; und sie geben (den Armen) reichlich von ihrem Vermögen.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hat Allah euch denn nicht auch (etwas) gegeben, sodass ihr Almosen geben könnt? Denn jede Lobpreisung (Subhan Allah) ist ein Almosen, jede Takbira (Allahu akbar – die Größe Allahs zu preisen) ist ein Almosen, jede Tahmida (Al-hamdu li-llah) ist ein Almosen, und jede Tahlila (la ilaha illa-llah – es gibt keinen Gott außer Allah) ist ein Almosen. Das Gute zu gebieten ist ein Almosen, und das Schlechte zu verbieten ist ein Almosen. Dass einer von euch mit seiner Frau schläft, ist ein Almosen.“ Sie fragten: „O Gesandter Allahs, wenn einer von uns seiner Begierde nachkommt, wird er dafür belohnt?“ Er sagte: „Seht ihr, wenn er sie auf verbotene Weise (haram) befriedigen würde, wäre es für ihn keine Sünde? So ist es auch, wenn er sie auf erlaubte Weise (halal) befriedigt, dann wird er dafür belohnt.“


 An den Tod denken und die Begrenzung der Hoffnungen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Jede Seele wird den Tod kosten, und euch wird euer Lohn am Tag der Auferstehung vollständig gegeben; und wer da vom Feuer ferngehalten und ins Paradies geführt wird, der soll glücklich sein. Und das irdische Leben ist nichts als ein trügerischer Nießbrauch.“ (Qur’an 3:185)

[…] Und niemand weiß, was er sich morgen zufügen wird, und niemand weiß, in welchem Lande er sterben wird. […](31:34)

„Und wenn Allah die Menschen für ihr Freveln bestrafen wollte, würde Er nicht ein einziges Lebewesen darauf (auf der Erde) bestehen lassen; doch Er gewährt ihnen Aufschub bis zu einer bestimmten Frist; und wenn ihre Frist um ist, dann können sie auch nicht eine Stunde dahinter zurückbleiben, noch können sie (ihr) vorauseilen.“ (16:61)

„O ihr, die ihr glaubt, lasst euch durch euer Vermögen und eure Kinder nicht vom Gedenken an Allah abhalten. Und wer das tut – das sind die Verlierenden. * Und spendet von dem, was Wir euch gegeben haben, bevor einen von euch der Tod ereilt und er sagt: ‚Mein Herr! Wenn Du mir nur Aufschub für eine kurze Frist gewähren würdest, dann würde ich Almosen geben und einer der Rechtschaffenen sein.’ * Und nie wird Allah jemandem Aufschub gewähren, wenn seine Frist um ist; und Allah ist dessen wohl kundig, was ihr tut.“ (63:9-11)

„Wenn dann der Tod an einen von ihnen herantritt, sagt er: ‚Mein Herr, bringe mich zurück *, auf dass ich Gutes tue von dem, was ich unterlassen habe.’ Keineswegs, es ist nur ein Wort, das er ausspricht. Und hinter ihnen steht eine Schranke bis zum Tage, an dem sie auf-erweckt werden. * Wenn dann der Stoß in den Sur[21] erfolgt ist, gibt es zwischen ihnen an jenem Tage keine Verwandtschaftsbande (mehr), und sie werden einander nicht befragen. * Dann werden die, deren Waagschalen schwer sind, die Erfolgreichen sein. * Jene aber, deren Waagschalen leicht sind, werden die sein, die ihrer selbst verlustig gegangen sind; in Dschahannam[22] werden sie auf ewig bleiben. * Das Feuer[23] wird ihre Gesichter verbrennen, und sie werden darin miss-gebildet sein. * ‚Wurden euch Meine Verse nicht verlesen, und habt ihr sie nicht (immer wieder) als Lüge verworfen?’ * Sie werden sagen: ‚Unser Herr, unsere Unseligkeit überkam uns, und wir waren ein irrendes Volk. * Unser Herr, führe uns aus ihr (der Hölle) heraus. Wenn wir (zum Ungehorsam) zurückkehren, dann werden wir wahrlich Frevler sein.’ * Er wird sprechen: ‚Hinab mit euch darein, und redet nicht mit Mir. * Wahrlich, es gab eine Anzahl unter Meinen Dienern, die zu sagen pflegte: »Unser Herr, wir glauben. Vergib uns darum und erbarme Dich unser, denn Du bist der beste Erbarmer.« * Ihr aber habt sie mit Spott behandelt, so sehr, dass sie euch Meine Ermahnung vergessen ließen, während ihr sie auslachtet. * Ich habe sie heute belohnt; denn sie waren geduldig. Wahrlich, sie sind es, die den Sieg erreicht haben.’ * Er wird sprechen: ‚Wie viele Jahre verweiltet ihr auf Erden?’ *  Sie sagen: ‚Wir verweilten einen Tag oder den Teil eines Tages; doch frage diejenigen, die rechnen können.’ * Er spricht: ‚Ihr verweiltet nur kurze Zeit, wenn ihr es nur wüsstet! * Glaubtet ihr denn, Wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?’“ (23:99-115)

„Ist nicht für die Gläubigen die Zeit gekommen, ihre Herzen zu demütigen vor der Ermahnung Allahs und vor der Wahrheit, die herabkam, und nicht so zu werden wie jene, denen zuvor die Schrift gegeben wurde und denen es zu lange dauerte, so dass ihre Herzen verstockt und viele von ihnen zu Frevlern wurden?“ (57:16)

Darüber gibt es zahlreiche Qur’an-Verse.

574. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fasste mich an der Schulter und sagte: „Sei in der Dunya (im Diesseits) wie ein Fremder oder ein Durchreisender.”

(Buchari 6416)

Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – sagte stets: Wenn du schläfst, erwarte den Morgen nicht, und wenn du morgens aufstehst, erwarte den Abend nicht, und nimm von deiner Gesundheit für deine Krankheit und von deinem Leben für deinen Tod.

575. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Muslim, der etwas als Erbe hinterlässt, hat kein Recht, zwei Nächte zu übernachten, ohne dass sein schriftliches Testament bei ihm ist.“

(Buchari und Muslim, dies ist Bucharis Version)

Und in Muslims Überlieferung steht: „[...] drei Nächte zu übernachten [...]“.

Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – sagte: „Keine Nacht vergeht, ohne dass ich mein Testament bei mir habe, seitdem ich dies vom Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hörte.“

Hoffnungen

   الأجل

  

                الأعراض was einem zustoßen wird

[A18] 577. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zeichnete ein viereckiges Zeichen (auf dem Boden), dann zog er in der Mitte des Vierecks eine Linie, die hinausging. Dann zog er weitere kleine Striche in Richtung dieser Linie in der Mitte. Er sagte dazu: „Das ist der Mensch (die Linie in der Mitte) und das ist sein Tod, um ihn herum (das Viereck). Und hier, was (aus dem Viereck) hinausgeht, ist seine Hoffnung. Diese kleinen Striche sind Dinge, die ihm passieren können. Wenn das eine an ihm vorbeigeht, trifft ihn das Nächste, und wenn das an ihm vorbeigeht, dann trifft ihn das andere.“

(Buchari)

579. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Denkt häufig an den Zerstörer der Genüsse!“ Er meinte: an den Tod.

(Tirmidhi 2307, Sahih Tirmidhi von Albani 1877, Sahih Al-Dschami’ 1210)

 Der Vorzug des Besuches der Gräber für die Männer[24] und was der Besucher sagen sollte

581. Buraida berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ich hatte euch verboten, die Gräber zu besuchen, so besucht sie.“

(Muslim)

Und in einer anderen Überlieferung heißt es: „Wer die Gräber besuchen möchte, soll sie besuchen, denn wahrlich, sie erinnern uns an die Akhira (den Jüngsten Tag).“

582. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass wenn ihre Nacht war und der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – bei ihr übernachtete, er im dritten Teil der Nacht die Gräber von Al-Baqi‘ zu besuchen und Bittgebete für sie (die Toten) zu sprechen pflegte: „As-Salamu ’alaikum, Dara Qawmi Mu’minin, wa atakum ma tu’aduna ghadan mu‘dschalun, wa in scha Allahi bikum lahiqun, Allahumma-ghfir li Ahli Baqi’ al-Gharqadi – Friede sei mit euch, o Behausung der Gläubigen! Morgen (am Jüngsten Tag) bekommt ihr, was euch versprochen wurde, und wir werden – in scha Allah – wenn Allah will – euch folgen. O Allah, vergib den Leuten von Baqi‘ al-Gharqad.“

(Muslim)

583. Buraida – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – lehrte die Leute, wenn sie zu einem Friedhof gingen, zu sagen: „As-Salamu ’alaikum ahla-d-Diari min al-Mu’minina wa-l-Muslimin, wa inna in scha Allahu bikum la lahiqun, as’alu-Llaha lana wa lakumu-l-’Afiya – Friede sei mit euch, o ihr Bewohner (des Friedhofes) unter den Gläubigen und den Muslimen. Wahrlich, in scha Allah werden wir euch folgen. Ich bitte Allah um Wohlbefinden für uns und für euch.“

(Muslim)

584. Ibn ’Abbas  – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – lief an den Gräbern von Medina vorbei. Er wandte sein Gesicht in ihre Richtung und sagte: „As-Salamu ’alaikum, ihr Bewohner der Gräber, möge Allah uns und euch vergeben. Ihr seid uns vorausgegangen, und wir werden euch hinterherkommen.“

Laut Tirmidhi ist dies ein hassan Hadith.

So ist der Hadith schwach. Der Hadith ist authentisch ohne: „Er wandte sein Gesicht in ihre Richtung.“

Es ist unerwünscht, sich den Tod zu wünschen, weil einem etwas Schlechtes widerfahren ist, während es nicht schlimm ist, sich dies aus Furcht vor Versuchung in der Religion zu wünschen

585. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Niemand von euch soll sich den Tod wünschen. Denn entweder ist er ein Wohltäter und würde eventuell noch mehr Gutes tun, oder er ist ein Sünder, der sich eventuell von Sünden fernhält und Allah um Vergebung bittet.“

(Buchari und Muslim, dies ist Bucharis Version)

Muslims Überlieferung lautet: Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Niemand von euch soll sich den Tod wünschen und nicht dafür beten, bevor er (der Tod) kommt. Wahrlich, wenn er gestorben ist, hören seine Taten auf. Wahrlich, einem Gläubigen bringt sein Leben nur Gutes.“

586. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Niemand von euch soll sich den Tod wünschen, weil ihn ein Leid getroffen hat. Wenn es unbedingt sein muss, soll er sagen: ‚O Allah mein Herr, lass mich am Leben, solange das Leben besser für mich ist, und lass mich sterben, wenn der Tod besser für mich ist!‘“

(Buchari und Muslim)

 Die Frömmigkeit und das Sich-Fernhalten von Zweifelhaftem

Allah, der Erhabene, sagt:

 „[…] Da hieltet ihr es für eine geringe Sache, während es vor Allah eine große war.“ (Qur’an 24:15)

„Wahrlich, dein Herr ist ständig auf der Wacht.“ (89:14)

588. An-Nu’man Bin Baschir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Ich hörte* den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen:

„Wahrlich, das Erlaubte (halal) ist offenkundig, und das Verbotene (haram) ist offenkundig. Und dazwischen gibt es Zweifelhaftes, was viele Leute nicht wissen. Wer das, was zweifelhaft ist, meidet, dessen Glaube und Ehre sind sicher. Wer aber in Dingen landet, die zweifelhaft sind, der landet im Verbotenen, wie ein Schafhirte, der (seine Tiere) um eine umzäunte Weide herum grasen lässt, während er ständig in Furcht ist (dass seine Tiere) dort hineingelangen. Wahrlich, jeder König (jeder Besitzer) hat sein Schutzgebiet, und das Schutzgebiet Allahs sind Seine Verbote. Im menschlichen Körper ist ein Stück Fleisch; wenn es gesund ist, ist der ganze Körper gesund; und wenn es schlecht ist, ist der ganze Körper schlecht. Wahrlich, dieses (Stück Fleisch) ist das Herz.”

(Buchari 52, Muslim 1599)

* Dabei zeigte An-Nu‘man mit zwei Fingern auf seine beiden Ohren.

589. Anas Bin Malik – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fand einmal eine Dattel auf dem Weg. Dazu sagte er: „Hätte ich keine Bedenken, dass sie (diese Dattel) zur Sadaqa (zum Almosen) gehört, würde ich sie essen!“

(Buchari und Muslim)

590. An-Nawwas Bin Sam’an – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Frömmigkeit ist der vorzügliche Charakter, und Sünde ist das, was auf deiner Seele lastet und von dem du nicht möchtest, dass die Leute davon erfahren.”

(Muslim 2553)

591. Wabisa Bin Ma‘bad – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich kam zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Er fragte mich: „Bist du gekommen, um nach Frömmigkeit zu fragen?“ Ich sagte: „Ja.“ Er sagte: „Horche dein Herz aus. Frömmigkeit ist, wenn deine Seele (bei einer Sache) beruhigt ist und damit dein Herz beruhigt ist. Und Sünde ist, was auf deiner Seele lastet und Ungewissheiten in deiner Brust erweckt, selbst wenn die Menschen dich aufklären und es dir als legal erklären (oder dir Fatawa geben).“

(Ein hassan Hadith, Ahmad Ibn Hanbal und Ad-Darimi überliefern ihn in ihrem jeweiligen Musnad.)

592. Abu Sirwa’a ’Uqba Bin Al-Harith – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – erzählte, dass er eine Tochter von Abu Ihab Bin ’Aziz heiratete. Dann kam eine Frau zu ihm und sagte: „Ich habe ’Uqba und die Frau, die er geheiratet hat, gestillt.“ ’Uqba sagte: „Ich wusste nicht, dass du mich gestillt hast, und du hast es mir nie gesagt.“ Danach ritt er zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in Medina und erkundigte sich (, was er machen solle). Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wie kannst du es (immer noch mit ihr leben), obwohl es dir gesagt wurde?“ ’Uqba ließ sich gleich von ihr scheiden, und sie heiratete einen anderen Mann.

(Buchari)

593. AI-Hassan Bin ’Ali – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: Ich habe vom Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – folgenden Hadith auswendig gelernt: „Lass das, woran du Zweifel hast, zugunsten dessen, woran du keine Zweifel hast.“

(Tirmidhi, ein guter und authentischer Hadith. Sahih Al-Dschami‘ von Albani 3377)

595. Nafi‘ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – ordnete an, jedem der ersten Muhadschirun (Auswanderer) viertausend zu geben, seinem Sohn jedoch nur dreitausendfünfhundert. Man fragte ihn: Er ist doch einer der Muhadschirun, warum hast du ihm weniger zugeteilt? Er sagte: „Er ist mit seinem Vater ausgewandert.“ Er meinte: Es ist nicht das Gleiche, wie wenn er allein ausgewandert wäre.

(Buchari)

Der Vorzug dessen, dass man sich zurückzieht, wenn die Menschen verdorben sind oder man sich davor fürchtet, bezüglich der Religion in Versuchung zu geraten und die Gefahr besteht, dass man etwas Verbotenes (haram) oder Zweifelhaftes begeht

Allah, der Erhabene, sagt:

„Flieht darum zu Allah. Ich bin zu euch als deutlicher Warner von Ihm (gesandt worden).“ (Qur’an 51:50)

597. Sa‘d Bin Abi Waqqas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wahrlich Allah liebt den frommen, enthaltsamen (in seiner Seele reichen) und zurückhaltenden Diener.“

(Muslim)

Der Vorzug dessen, Umgang mit den Menschen zu haben, sich an ihren Freitagen, Veranstaltungen, Frömmigkeiten und Dhikr-Versammlungen (Allahs zu gedenken) zu beteiligen sowie ihre Kranken zu besuchen, bei ihren Begräbnissen anwesend zu sein, ihre Bedürftigen zu trösten, den Unwissenden zu lehren und an weiteren Angelegenheiten der Menschen teilnehmen. Dies gilt für denjenigen, der in der Lage ist, das Gute zu gebieten, das Schlechte zu verbieten, sich zu beherrschen, anderen kein Unrecht zuzufügen sowie geduldig mit anderen umzugehen, wenn ihm Unrecht angetan wird.

Wisse, dass der Umgang mit den Menschen in der Art, wie er erklärt wurde, der gewählte Umgang ist, den der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – angewendet hat, auch sämtliche Propheten – Allah schenke ihnen Frieden –, die rechtgeleiteten Kalifen nach ihnen, ebenso die Gefährten und die Nachfolger, die muslimischen Gelehrten und Edlen. Das ist die Ansicht der meisten Nachfolger und derjenigen, die danach kamen. Es ist die Ansicht von Asch-Schafi‘i, Ahmad Bin Hanbal und der meisten Fuqaha’ (Rechtsgelehrten) – möge Allah an ihnen allen Wohngefallen haben.

Allah, der Erhabene, sagt

[…] Und helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit [...](5:2). Diesbezüglich gibt es viele Ayat.

 Gegenüber den Mu’minun (den Gläubigen) bescheiden und demütig zu sein

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und senke deinen Flügel über die Gläubigen, die dir folgen.“ (Qur’an 26:215)

„O ihr, die ihr glaubt, wer sich von euch von seinem Glauben abkehrt, wisst, Allah wird bald ein anderes Volk bringen, das Er liebt und das Ihn liebt, (das) demütig gegen die Gläubigen und hart gegen die Ungläubigen (ist) [...](5:54)

„O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.“ (49:13)

[…] Darum erklärt euch nicht selber als rein. Er kennt diejenigen am besten, die (Ihn) fürchten.“ (53:32)

„Und die (Leute) in den Höhen rufen den Leuten, die sie an ihren Merkmalen erkennen, zu (und) sagen: ‚Nichts hat euch das gefruchtet, was ihr zusammengebracht habt, und auch euer Hochmut (hat euch nichts gefruchtet). *  Sind das jene, von denen ihr (einst) geschworen habt, Allah würde ihnen keine Barmherzigkeit erweisen?’ Geht ein in das Paradies; keine Furcht soll über euch kommen, noch sollt ihr traurig sein.“ (7:48-49)

602. Iyad Bin Himar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, Allah offenbarte mir: ‚Seid bescheiden, damit niemand gegenüber dem anderen stolz ist und niemand dem anderen Unrecht tut.”

(Buchari 2865)

603. [A19] Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Sadaqa hat noch keinen Besitz verringert. Wenn der Diener gibt, wird Allah sein Ansehen mehren, und wer um Allahs willen bescheiden ist, den wird Allah, der Allmächtige und Erhabene, erheben.”

(Muslim 2588)

604. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – ging einmal an Kindern vorbei, grüßte sie und sagte: „Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hat es auch immer so gemacht.”

(Buchari 6247, Muslim 2168)

605. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Auch ein Sklavenkind aus Medina nahm die Hand des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und ging mit ihm, wohin es wollte.“

(Buchari 6072)

606. Aswad Bin Yazid – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass man Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –  fragte: „Was hat der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in seinem Zuhause eigentlich gemacht?” Sie sagte. „Er half stets seiner Familie, und wenn die Zeit zum Gebet kam, ging er hinaus.”

(Buchari 676)

607. Abu Rifa‘a Tamim Bin Usaid – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich erschien einmal vor dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, als er gerade einen Vortrag hielt. Ich bat ihn: „O Gesandter Allahs, ein fremder Mann (er meinte sich selbst) ist gekommen und erkundigt sich nach seiner Religion, er kennt sie nicht.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kümmerte sich um mich, er unterbrach seinen Vortrag und ging, bis er bei mir war. Man brachte ihm einen Stuhl, auf den er sich setzte, und begann, mir beizubringen, was ihn Allah gelehrt hatte. Erst danach fuhr er mit seiner Rede fort und hielt sie zu Ende.

(Muslim)

608. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – gegessen hatte, er die Finger abzulecken pflegt. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn einem von euch ein Bissen herunterfällt, soll er ihn nehmen, reinigen und essen und ihn nicht für den Satan zurücklassen.“ Ferner empfahl er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – den Teller abzulecken und sagte: „Ihr wisst nicht, wo in eurem Essen der Segen liegt.”

 Das Verbot (Tahrim) von Prahlerei und Selbstgefälligkeit

Allah, der Erhabene, sagt:

„Jene Wohnstatt im Jenseits! Wir geben sie denen, die weder Selbst-erhöhung auf Erden noch irgendein (anderes) Verderbnis begehren. Und der Ausgang ist für die Gottesfürchtigen.“ (Qur’an 28:83)

„Und weise den Menschen nicht verächtlich deine Wange und schreite nicht ausgelassen (in Übermut) auf Erden; denn Allah liebt keine eingebildeten Prahler.” (31:18)

„Wahrlich, Korah gehörte zum Volke Moses', und doch unterdrückte er es. Und wir gaben ihm so viele Schätze, dass ihre Schlüssel sicher eine Bürde für eine Schar von Starken gewesen wären. Da sagte sein Volk zu ihm: ‚Freue dich nicht; denn Allah liebt diejenigen nicht, die frohlocken.’ bis zur Aya: „Dann ließen Wir ihn von der Erde verschlingen.“ (28:76-81)

612. Abdullah Bin Mas’ud überliefert vom Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wer nur das Gewicht eines Stäubchens Hochmut in seinem Herzen trägt, wird nicht ins Paradies eingehen.“ Ein Mann sagte: „Ein Mann hat es aber gerne, dass seine Kleidung und seine Schuhe schön sind.“ Er sagte: „Wahrlich, Allah ist schön, und Er liebt die Schönheit. (Doch) Hochmut ignoriert das Recht und ist (eine) Missachtung der Menschen.“

613. [A20] Abu Muslim, auch Abu Iyas genannt, Salama Bin Amr Bin Al-Akwa’ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: In Gegenwart des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – aß ein Mann mit der linken Hand. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Iss mit deiner rechten Hand!“ Er (der Mann) sagte: „Ich kann das nicht.“ Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Du sollst auch nicht können!“ Nichts hinderte den Mann daran, mit der rechten Hand zu essen, außer Hochmut. Und tatsächlich geschah es, dass er sie nicht wieder zu seinem Mund heben konnte.

(Muslim und Buchari)

614. Haritha Bin Wahb – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  sagte: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Soll ich euch von den Bewohnern des Feuers erzählen? Es ist jeder, der unverschämt, hochnäsig und arrogant ist.”

(Sahih Buchari 2692, Muslim 2605)

615. [A21] Abu Said Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Hölle und das Paradies stritten sich. Die Hölle sagte: ‚Die Gewalttätigen und die Hochmütigen sind in mir.’ Und das Paradies sagte: ‚Die Schwachen unter den Menschen und die Bedürftigen sind in mir.’ Allah fällte zwischen ihnen das Urteil: ‚Du bist das Paradies, Meine Barmherzigkeit, mit der Ich Mich erbarme, wessen Ich will. Und du bist das Höllenfeuer, Meine Strafe, mit dir bestrafe Ich, wen Ich will, und es obliegt Mir, euch beide zu füllen.“

(Muslim)

616. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah wird am Yawmu-l-Qiyama (am Tag der Auferstehung) diejenigen nicht anschauen, die ihre Kleidung aus Überheblichkeit hinter sich (über den Boden) schleifen lassen.“

(Buchari und Muslim)

617. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „(Es gibt) drei, mit denen Allah am Tage der Auferstehung nicht sprechen, ihre Rechtfertigung nicht annehmen und sie nicht ansehen wird, und für sie wird es eine schmerzliche Strafe geben: Ein alter Mann, der Ehebruch begeht, ein König (Staatsoberhaupt), der ein Lügner ist und ein hochmütiger Bedürftiger.“

618. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Allmächtige und Erhabene, sagt: ‚Macht ist Mein Kleid, und Stolz ist Mein Mantel. Wer mit Mir in einem der beiden konkurriert, den bestrafe Ich.“

(Muslim)

619. Abu Huraira berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Während ein Mann in seinem luxuriösen Gewand, sein (schulterlanges) Haar gekämmt, arrogant und hochmütig umherläuft, lässt Allah ihn unerwartet im Erdboden versinken, bis zum Tag der Auferstehung.”

(Buchari und Muslim)

620. Salama Bin Al-Akwa’ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Mann wird mit seiner Prahlerei so weit gehen, bis er (bei Allah) zu den Tyrannen gezählt wird und dann das Gleiche (an Strafe) abbekommt wie diese.“

(Tirmidhi: ein hassan Hadith)

In der Überlieferungskette dieses Hadithes ist ’Umar Bin Raschid Al-Yamami, der als da’if (schwach) gilt.

 Gutes Benehmen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und du verfügst wahrlich über großartige Tugendeigenschaften.“ (68:4)

„Die da spenden in Freud und Leid und den Groll unterdrücken und den Menschen vergeben. […](3:134)

621. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – war unter den Menschen derjenige mit dem bestem Charakter.“

(Buchari 6203, Muslim 2150)

622. Und derselbe (Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –) sagte: „Ich habe weder Seide noch Samt berührt, die weicher waren als die Hand des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Und ich habe noch nie einen Duft gerochen, der angenehmer war als der Geruch des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Zehn Jahre diente ich dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und er hat nie Uff gesagt. Wenn ich etwas gemacht habe, sagte er niemals: ‚Warum hast du das gemacht?’, und wenn ich etwas nicht gemacht habe, sagte er niemals: ‚Hättest du doch das gemacht!’”

(Buchari 3561, Muslim 2330)

623. As-Sa‘b Bin Dschathama – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich schenkte dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – einen Wildesel, doch er gab ihn mir wieder zurück. Als er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – jedoch sah, wie mein Gesichtsausdruck sich veränderte, sagte er: „Wir gaben ihn dir nur wieder, weil wir hurum sind (uns im Weihezustand befinden).“

(Buchari und Muslim)

624.[A22]  An-Nawwas Bin Sam‘an – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Frömmigkeit ist der vorzügliche Charakter, und Sünde ist das, was auf deiner Seele lastet und von dem du nicht möchtest, dass die Leute davon erfahren.”

(Muslim 2553)

625. Abdullah Bin ‘Amr Bin Al-‘As – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – war nie unanständig oder unverschämt. Und er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte stets: „Wahrlich, die Besten von euch sind die mit dem besten Benehmen.”

(Buchari 3559, 6035; Muslim 2321)

626. Abu ad-Darda’ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Am Tage der Auferstehung wiegt nichts schwerer in der Waagschale des Gläubigen als gutes Benehmen. Allah verabscheut den Unverschämten und Schamlosen.”

(Al-Dschami’ 5721, As-Silsila As-Sahiha 876 und Sahih At-Tirmidhi von Albani 1628, laut Tirmidhi ein hassan sahih [guter und gesunder] Hadith)

627. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – wurde gefragt, was die Menschen am ehesten ins Paradies bringt. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Gottesfurcht und gutes Benehmen.” Und er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –  wurde gefragt, was die Menschen am ehesten ins Feuer bringt. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Der Mund und die Geschlechtsteile.”

(Authentisch: As-Silsila As-Sahiha 977, Sahih Ibn Madschah 3424 von Albani, laut Tirmidhi ein hassan sahih [guter und gesunder] Hadith)

628. Und er (Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der vollkommenste im Glauben ist der mit dem besten Benehmen, und die Besten unter euch sind die, die am besten zu ihren Frauen sind.”

(Authentisch: Sahihu-l-Dschami’-as-saghir 1232, Sahih At-Tirmidhi 928 von Albani und als hassan eingestuft in Mischkatu-l-Masabih 3264. Laut Tirmidhi ein hassan sahih [guter und gesunder] Hadith.)

629. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass sie den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Wahrlich, der Gläubige wird durch seinen vorzüglichen Charakter den Rang eines Fastenden und eines in der Nacht zum Gebet Aufstehenden erreichen.“

(Abu Dawud)

631. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Diejenigen von euch, die ich am meisten liebe und die am Tage der Auferstehung mir am nächsten sitzen, sind die, die den vorzüglichsten Charakter haben. Und diejenigen von euch, die ich am meisten verabscheue und die am Tage der Auferstehung am weitesten von mir entfernt sind, sind die Schwätzer, Wichtigtuer und die, die süffisant sind.“ Man fragte: „O Gesandter Allahs, wir verstehen, wer Schwätzer und Wichtigtuer sind, aber wer sind die, die süffisant sind?“ Er antwortete: „Die Hochmütigen.“

(Tirmidhi: hasan Hadith. Tirmidhi sagt, dass Abdullah Bin Al-Mubarak – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – Husnu-l-Chuluq – „den besten Charakter“ – wie folgt erläutert: ein strahlendes Gesicht, rechtschaffenes Tun und sich von unrechtem Handeln fernhalten.)

 Sanftmut, Gelassenheit und Liebenswürdigkeit (Milde)

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Die den Groll unterdrücken und den Menschen vergeben. Und Allah liebt die Rechtschaffenen.” (Qur’an 3:134)

„Übe Nachsicht, gebiete das Rechte und wende dich von den Unwissenden ab.“ (7:199)

„Und nimmer sind das Gute und das Böse gleich. Wehre (das Böse) in bester Art ab, und siehe da, der, zwischen dem und dir Feindschaft herrschte, wird wie ein treuer Freund sein. * Aber dies wird nur denen gewährt, die geduldig sind; und dies wird nur denen gewährt, die großes Glück haben.“ (41:34-35)

„Und wahrlich, wer geduldig ist und vergibt – das ist gewiss eine Tugend der Entschlossenheit in allen Dingen.“ (42:43)

632. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu Aschadsch Abdul-Qais – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –: „In dir sind zwei Eigenschaften, die Allah liebt: Sanftmut und Gelassenheit.”

(Muslim 17)

633. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich ist Allah milde und liebt die Milde in allen Dingen.”

(Buchari 6927, Muslim 2165)

634. Aischa, die Frau des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, Allah ist milde und liebt die Milde. Wie Er die Milde belohnt, so belohnt Er nicht die Schärfe oder Ähnliches.“

(Muslim)

635. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wo auch immer Milde ist, da ist Wertvolles, und wenn sie von einer Sache genommen wird, ist dort ein Makel oder Mangel.“

(Muslim)

636. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass ein Beduine in der Moschee urinierte. Die Leute ärgerten sich über ihn. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Lasst ihn, und gießt über seinen Urin einen Eimer Wasser; denn ihr seid als Erleichterer und nicht als Erschwerer geschickt worden!”

(Buchari 220)

637. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Macht alles leicht und erschwert es nicht. Verbreitet gute Botschaften und erschreckt die Leute nicht.”

(Buchari 69, Muslim 1734)

638. [A23] Dscharir Bin Abdullah – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  sagte: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer der Liebenswürdigkeit entbehrt, der entbehrt der gesamten Güte.“

(Muslim)

639. Abu Huraira  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass ein Mann zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kam und sagte: „Gib mir einen Rat!“ Er sagte: „Sei nicht zornig!“ Und er wiederholte dies mehrere Male, und er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sei nicht zornig!“

(Buchari 6116)

641. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: „Jedes Mal wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zwischen zwei Dingen wählen konnte, nahm er das Leichtere, solange es keine Sünde war. Wenn es sich aber um eine Sünde handelte, dann war er am weitesten davon entfernt. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – rächte sich nie um seiner selbst willen, außer wenn ein Verbot Allahs verletzt wurde und er um Allahs willen handelte.“

(Buchari 3560, Muslim 2327)

 Nachsicht und sich von Unwissenden abwenden

Allah, der Erhabene, sagt:

„Übe Verzeihung, gebiete das Rechte und wende dich von den Unwissenden ab.” (Qur’an 7:199)

[…] Übe Vergebung in schöner Weise.“ (15:85)

[…] Vielmehr sollen sie vergeben und verzeihen. Wünscht ihr nicht, dass Allah euch vergebe? […](24:22)

[…] Die den Menschen vergeben. Und Allah liebt die Rechtschaffenen.“ (3:134)

[…] Und wahrlich, wer geduldig ist und vergibt – das ist gewiss eine Tugend der Entschlossenheit in allen Dingen.“ (42:43)

Es gibt viele Verse über die Vergebung.

643. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass sie den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – einmal fragte: „Hast du einen Tag erlebt, der schlimmer war als der Tag von Uhud?” Er sagte: „Mit deinem Volk habe ich (einiges) erlebt, und das Schlimmste, was ich mit ihnen erlebte, war am Tag von ’Aqaba, während ich mich (bzw. den Islam) Ibn Abd Yalail Bin Abd Kullal vorstellte. Er lehnte ab, was ich ihm vorstellte. Dann ging ich traurig davon, ohne etwas zu merken, bis ich den Gipfel (des Berges) Tha’alib erreichte. Als ich meinen Kopf hob, sah ich plötzlich eine Wolke, die mich überschattete. Ich schaute, was es war und sah Gabriel – Allah schenke ihm Frieden. Er rief mir zu: ‚Wahrlich, Allah, der Erhabene, hat gehört, was dein Volk zu dir gesagt hat und wie sie dir geantwortet haben. Und Er (Allah) hat den Engel der Berge zu dir gesandt, damit du ihm befiehlst, was du mit ihnen machen möchtest.’ Der Engel der Berge rief mich, grüßte mich und sagte: ‚O Muhammad! Allah hat gehört, was dein Volk zu dir gesagt hat. Ich bin der Engel der Berge, von meinem Herrn zu dir geschickt, damit du mir befiehlst. Was möchtest du? Wenn du willst, werde ich die beiden Berge auf sie niederwerfen.’“ Da sagte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Im Gegenteil, ich hoffe, dass Allah aus ihnen Nachkommen hervorbringt, die Allah allein dienen, ohne Ihm etwas beizugesellen.”

(Buchari 3231, Muslim 1795)

644. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hat nie eine Frau oder einen Sklaven mit der Hand geschlagen, außer wenn er auf dem Wege Allahs kämpfte. Er rächte sich nie, wenn man ihm Schaden zufügte, außer wenn die Gebote Allahs, des Erhabenen, verletzt wurden und er um Allahs, des Erhabenen, willen handelte.”

(Buchari 3231, Muslim 1795)

645. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass er einst neben dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ging, während er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ein Gewand aus Nadschran trug, mit einem harten Saum. Ein Beduine näherte sich ihm und zog heftig an seinem Gewand. Ich sah eine der Schultern des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und konnte die Spuren des Saumes sehen. Dann sagte er: „O Muhammad! Lass mir etwas von dem Besitz Allahs geben, der bei dir ist!” Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – drehte sich zu ihm und lächelte. Dann ließ er ihm etwas geben.

(Buchari 3149, Muslim 1057)

646. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Als sähe ich den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – vor mir, während er von einem der Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sprach, der von seinem Volk geschlagen wurde, blutete, sich das Blut aus dem Gesicht wischte und sagte: „O Allah, vergib meinem Volk, denn sie sind unwissend.”

(Buchari 3477, Muslim 1792)

646.[A24]  Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Stark ist nicht derjenige, der ringt, stark ist vielmehr, wer sich nicht gehen lässt, wenn er erzürnt wird.“

(Buchari Nr. 6114, Muslim Nr. 2609)


 Leid aushalten

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Die den Groll unterdrücken und den Menschen vergeben. Und Allah liebt die Rechtschaffenen.” (Qur’an 3:134)

[…] Und wahrlich, wer geduldig ist und vergibt – das ist gewiss eine Tugend der Entschlossenheit in allen Dingen.“ (42:43)

Ahadith hierüber finden sich im vorigen Kapitel.

647.[A25]  Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ein Mann kam zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagte: „O Gesandter Allahs, ich habe Verwandte, ich pflege die Verwandschaftsbeziehung zu ihnen und sie zu mir nicht. Ich behandle sie mit Güte, und sie behandeln mich schlecht. Ich bin milde zu ihnen, doch sie ignorieren mich.” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn es so ist, wie du erwähnst, dann ist es so, als ob du sie heiße Asche trinken lässt. Solange du darauf (auf deiner Güte und Freundlichkeit) beharrst, wird Allah dir helfen und dich vor ihnen schützen.”

(Muslim 2558)

  

Der Zorn, wenn religiöse Verbote übertreten werden; und der Religion Allahs zum Sieg verhelfen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Somit wird es für den, der die Gebote Allahs ehrt, gut vor seinem Herrn sein. […](Qur’an 22:30)

„O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr Allahs (Sache) helft, so wird Er euch helfen und euren Füßen festen Halt geben.“ (47:7)

648. Abu Mas‘ud Al-Ansari berichtete: Ein Mann kam zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagte: Ich bleibe vom Morgengebet fern, weil der Soundso das Gebet zu lange verrichtet. Ich habe den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in einer Ansprache nie so verärgert gesehen wie an jenem Tag. Er sagte: „O ihr Menschen, wahrlich, es gibt unter euch welche, die (die Menschen) abstoßen! Daher soll, wer unter euch den Menschen als Imam das Gebet leitet, es kurz fassen, weil es hinter ihm Alte, Schwache und in Not Geratene gibt.“

(Muslim 466; Buchari 90, 702, 704, 6110, 7159; Ibn Madschah 984)

651. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –  berichtete, dass die Quraisch in Sorge waren wegen der Angelegenheit einer machsumitischen Frau, die einen Diebstahl begangen hatte. Sie sagten: „Wer legt beim Gesandten Allahs Fürsprache für sie ein?” Sie sagten: „Wer würde sich trauen, außer Usama Bin Zaid, dem Liebling des Gesandten Allahs?” Usama sprach ihn diesbezüglich an. Der Gesandte Allahs sagte: „Du legst Fürsprache wegen einer Strafe Allahs ein?” Er stand auf und hielt eine Ansprache: „Wahrlich, Menschen vor euch gingen zu Grunde, weil sie, wenn die Edlen unter ihnen einen Diebstahl begingen, davon absahen, sie zu bestrafen, und wenn die Schwachen unter ihnen einen Diebstahl begingen, sie bestraften! Bei Allah! Wenn Fatima, die Tochter Muhammads, einen Diebstahl beginge, würde ich ihre Hand abschlagen!”

In einer anderen Überlieferung heißt es: Das Gesicht des Gesandten Allahs wurde blass, und er sagte: „Du legst Fürsprache wegen einer Strafe Allahs ein, o Usama?” Usama sagte: „Bitte (Allah) um Vergebung für mich, o Gesandter Allahs!” Dann befahl er, die Hand der Frau abzuschlagen.

(Buchari 3475, Muslim 1688)

Die Befehlshaber aufzufordern, ihren Untergebenen gegenüber gütig zu sein, ihnen Ratschläge zu geben und ihnen gegenüber Mitgefühl zu zeigen; und das Verbot, sie zu betrügen, sie streng zu behandeln oder ihre Wünsche und Interessen zu ignorieren

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und senke deinen Flügel über die Gläubigen, die dir folgen.” (Qur’an 26:215)

„Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” (16:90)

652. [A26] Ibn ’Umar berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Jeder von euch ist ein Hirte, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde. Der Herrscher ist ein Hirte, der Mann ist für seine Familienangehörigen ein Hirte, und die Frau ist für den Haushalt ihres Mannes und für seine Kinder eine Hirtin. So ist jeder ein Hirte, und jeder von euch ist verantwortlich für seine Herde.“

(Buchari 5200, Muslim 1829, Tirmidhi 1705)

653. Ma’qil Bin Yasaar Al-Mazni berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs sagen: „Es gibt keinen Diener, den Allah zum Herrscher bestimmt, der dann seinen Untertanen gegenüber korrupt ist und stirbt, ohne dass Allah ihm das Paradies verbietet.“

(Muslim 142, 4729, 4730; Buchari 7150, 7151)

Und in einer anderen Überlieferung heißt es: „Und wenn er ihnen keinen Rat gibt, wird er den Geruch des Paradieses nicht riechen.“

Und in einer anderen Überlieferung von Muslim heißt es:

„Es gibt keinen Emir, den Allah über die Muslime eingesetzt hat, der sich dann nicht anstrengt, nicht den aufrichtigen Rat erteilt und dann ins Paradies eingeht.“

(Muslim 142, 4731)

655. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – sagte: Ich habe den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in meinem Haus dies sagen hören: „O Allah, wer in meiner Umma (Gemeinde) eine Verantwortung bekommt und es dann ihnen (den Menschen) erschwert, dem erschwere es, und wer in meiner Umma eine Verantwortung bekommt und dann milde mit ihnen ist, zu dem sei mild.“

(Muslim)

 Der gerechte Machthaber

Allah, der Erhabene, sagt:

„Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun…”(Qur’an 16:90)

[…] So stiftet in Gerechtigkeit Frieden zwischen ihnen und seid gerecht. Wahrlich, Allah liebt die Gerechten.“ (49:9)

659. [A27] Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sieben wird Allah am Tag, an dem es keinen Schatten gibt außer Seinem Schutzschatten unter seinen Schutzschatten stellen: einen gerechten Herrscher; einen jungen Mann (bzw. eine junge Frau), der seine Jugend mit der Anbetung Allahs, des Erhabenen, verbrachte; jemanden, dessen Herz mit der Moschee verbunden ist; zwei Menschen, die sich um Allahs willen lieben, deswegen zusammenkamen und wieder auseinandergingen; einen Mann, der von einer hochrangigen und schönen Frau zur Sünde gerufen wird (, dem aber nicht Folge leistet) und sagt: ‚Ich fürchte Allah’; jemanden, der die Sadaqa (den Armen) im Verborgenen gibt, auf eine Weise, dass seine linke Hand nicht weiß, was seine Rechte gibt, und einen Menschen, der alleine ist und sich an Allah erinnert, so dass aus seinen Augen Tränen fließen.”

(Buchari 660, Muslim 1031)

660. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Gerechten werden bei Allah auf Thronen aus Licht sein: Diejenigen, die in ihrer Herrschaft und in ihrer Familie und bei den Aufgaben, mit denen sie beauftragt wurden, gerecht handeln.“

(Muslim)

Die Verpflichtung, den Befehlshabern Folge zu leisten, vorausgesetzt, es ist keine Sünde, und das Verbot, ihnen bei Sünden zu folgen

Allah, der Erhabene, sagt:

„O ihr, die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und denen, die unter euch Befehlsgewalt besitzen. […](Qur’an 4:59)

663. Ibn ’Umar berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dem Muslim obliegt es, zu hören und zu gehorchen, ob er es liebt oder verabscheut, es sei denn, es wird von ihm verlangt, eine Sünde zu begehen. In diesem Fall darf er nicht gehorchen.“

664. Abdullah Bin ’Umar berichtete: Wenn wir dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – den Treueid leisteten, auf ihn zu hören und ihm zu gehorchen, pflegte er uns zu sagen: „Soweit ihr könnt.“

(Buchari und Muslim)

667. Abdullah Bin Amr berichtete, dass der Gesandte Allahs sagte: „Jeder Gesandte Allahs hatte die Aufgabe, seine Gemeinde auf das Beste hinzuweisen, was er kennt, und vor dem Schlechten zu warnen, welches er kennt. Das Gute eurer Gemeinde wurde an ihren Anfang gestellt, und an ihrem Ende stehen eure Nachfahren, die viele Dinge ereilen wird, welche ihr verabscheut. Es werden Versuchungen erscheinen, die sich gegenseitig verharmlosen. Wenn eine Versuchung erscheint, sagt der Gläubige: ‚Diese Versuchung wird mich vernichten.’ Dann kommt eine weitere Versuchung, und der Gläubige sagt: ‚Doche diese, diese wird mich vernichten.’ Wer also möchte, dass er von der Hölle ins Paradies gerückt wird, der soll, wenn der Tod ihn einholt, an Allah und den letzten Tag glauben und die Menschen so behandeln, wie er selbst behandelt werden möchte. Und wenn jemand einem Anführer huldigt, mit dem er einen Handschlag macht bzw. eine Abmachung trifft, so soll er ihm gehorchen. Kommt jemand anderes, der ihm die Herrschaft des Anführeres (des islamischen Staates) streitig machen will, so tötet ihn.“

Das Verbot, nach Herrschaft zu streben und lieber die Ablehnung der Herrschaft zu wählen, wenn man nicht verpflichtet ist oder es erforderlich ist

Allah, der Erhabene, sagt:

„Jene Wohnstatt im Jenseits! Wir geben sie denen, die weder Selbst-erhöhung auf Erden noch irgendein (anderes) Verderbnis begehren. Und der Ausgang ist für die Gottesfürchtigen.” (Qur’an 28:83)

674. Abdurrahman Bin Samura berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu mir: „O Abdurrahman Bin Samura, strebe nicht nach der Führungsrolle, denn wenn du sie bekommst, ohne dass du danach strebst, wird dir dabei geholfen. Wenn du aber danach strebst, wirst du ihr ausgesetzt sein. Und wenn du schwörst, etwas zu tun, jedoch siehst, dass etwas anderes zu tun besser ist, dann mache das Bessere und leiste Sühne für deinen Schwur.“

(Buchari und Muslim)

676. Abu Dharr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich fragte den Gesandten Allahs, ob er mich zu einem Befehlshaber machen würde. Er schlug mir auf die Schulter und sagte: „O Abu Dharr, du bist schwach, und es handelt sich um eine Amana*, und am Tage des Gerichts ist es Beschämung und Reue, außer für den, der dieser Verantwortung gerecht wird und erledigt, was ihm auferlegt wurde.“ (Muslim)

* eine Angelegenheit des Vertrauens und der Verantwortung

677. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ihr werdet nach Macht streben, und ihr werdet es am Tage des Gerichts bereuen.“

(Buchari)

An Herrscher, Richter und andere Verantwortliche zu appellieren, sich rechtschaffene Berater zu nehmen und sie vor dem Schlechten […] zu warnen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Die Freunde werden an jenem Tage einer des anderen Feind sein, außer den Gottesfürchtigen.” (Qur’an 43:67)

679. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Wenn Allah für einen Emir (Machthaber, Politiker) Gutes will, wird Er ihm einen aufrichtigen Ratgeber zur Seite stellen, der ihn (an das Gute) erinnert, wenn er vergisst, und wenn er sich daran erinnert, hilft er ihm. Und wenn Er (Allah) für ihn etwas anderes will, gibt Er ihm einen schlechten Ratgeber, der ihn daran (an das Gute) nicht erinnert, wenn er es vergessen hat, und wenn er sich daran (an das Gute) erinnert, wird er ihm nicht helfen.“

(Abu Dawud: Mit einer guten Überlieferungskette [isnad dschayyid]; unter den Voraussetzungen des Imams Muslim)

Das Verbot, eine politische Verantwortung oder einen Richterstuhl an jemanden zu vergeben, der darum bittet oder danach strebt

680. Abu Musa Al-Ash’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Mit zwei von meinen Cousins trat ich beim Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ein. Der eine von ihnen bat: „O Gesandter Allahs, beauftrage uns mit einem der Posten, die Allah, der Erhabene, dir gegeben hat!“ Der andere sagte das Gleiche. Er (der Prophet) sagte: „Bei Allah, wir beauftragen mit dieser Aufgabe niemanden, der darum ersucht oder danach strebt.“

(Buchari und Muslim)

 Das Buch des Benehmens

Die Scham und ihre Vorzüge […]

681. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ging an einem Mann von den Ansar vorbei, während dieser seinen Bruder über die Schamhaftigkeit unterrichtete. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Lass ihn, denn Schamhaftigkeit gehört zum Glauben.”

(Buchari 24, Muslim 36)

682. Imran Bin Hussain  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Schamhaftigkeit kommt mit nichts anderem als mit Gutem (bringt nur Gutes).”

(Buchari 6117, Muslim 37)

683. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Glaube besteht aus mehr als siebzig oder mehr als sechzig Teilen; der beste davon ist, La ilaha illa-llah zu sagen und der Geringste, etwas Schädliches oder ein Hindernis aus dem Weg zu räumen. Und die Scham ist ein Teil des Glaubens.”

(Buchari 9, Muslim 35)

684. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – war schamhafter als eine Jungfrau in ihrem Gemach. Man konnte von seinem Gesicht ablesen, wenn ihm etwas nicht gefiel.”

(Buchari 3562, Muslim 6102)

 Das Bewahren der Geheimnisse

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und haltet die Verpflichtung ein; denn über die Verpflichtung muss Rechenschaft abgelegt werden.“ (17:34)

685. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, wer mit seiner Frau schläft und dann ihre Geheimnisse verbreitet, erhält am Tage der Auferstehung den schlechtesten Rang bei Allah.“

(Muslim 1437)

687. Aischa  berichtete: Als die Frauen des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – bei ihm waren, kam auch seine Tochter Fatima – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –, die genauso ging wie der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Als er sie sah, freute er sich und sagte: „Willkommen, meine Tochter.” Dann ließ er sie an seiner rechten oder linken Seite sitzen. Dann flüsterte er ihr etwas zu, woraufhin sie sehr weinte. Als der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ihre Traurigkeit sah, flüsterte er ihr wieder etwas zu, worauf sie lachte. Ich sagte dann zu ihr: „Vor seinen Frauen bevorzugte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – es, dir seine Geheimnisse anzuvertrauen. Weshalb aber hast du geweint?” Als der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – wegging, fragte ich sie: „Was hat dir der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – gesagt?” Sie antwortete: „Ich würde nie das Geheimnis des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – verbreiten.” Als der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – starb, fragte ich sie: „Ich bitte dich wegen des Anrechts, das ich auf dich habe, mir zu sagen, was dir der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – damals sagte.” Sie sagte: „Nun kann ich es dir sagen: Das erste Mal, als er mir etwas zuflüsterte, sagte er mir, dass der Engel Gabriel ihm eigentlich jedes Jahr ein- oder zweimal den Qur’an vorlas, und jetzt habe er ihn zweimal vorgetragen. ‚Ich sehe darin nichts anderes, als dass die Zeit (des Todes) gekommen ist. Also fürchte Allah und sei geduldig, denn ich bin wahrlich ein guter Vorgänger für dich.’ Deshalb weinte ich so sehr. Als er meine Trauer sah, flüsterte er mir noch einmal etwas zu und sagte: ‚O Fatima, freust du dich nicht, die Herrin der Frauen aller Gläubigen oder die Herrin aller Frauen dieser Umma zu sein?’ Deswegen lachte ich, das Lachen, das du gesehen hast.“

(Buchari 3624, 6285, 6286; Muslim 2450)

Treue den Verpflichtungen gegenüber und deren Einhaltung

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und haltet die Verpflichtung ein; denn über die Verpflichtung muss Rechenschaft abgelegt werden.” (Qur’an (17:34))

„Und haltet den Bund mit Allah ein, wenn ihr einen Bund geschlossen habt. […](16:91)

„O ihr, die ihr glaubt, erfüllt die Verträge. […](5:1)

„O ihr, die ihr glaubt, warum sagt ihr, was ihr nicht tut? * Höchst hassenswert ist es vor Allah, dass ihr sagt, was ihr nicht tut.“ (61:2-3)

689. [A28] Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Merkmale eines Heuchlers sind drei: Wenn er spricht, lügt er, wenn er etwas verspricht, bricht er es, und wenn ihm etwas anvertraut wird, betrügt er.”

In einer anderen Überlieferung heißt es: „Selbst wenn er fastet, betet und behauptet, ein Muslim zu sein.”

(Buchari 33, Muslim 59)

690. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer vier (Eigenschaften) besitzt, ist ein vollständiger Heuchler, und wer eine von diesen Eigenschaften besitzt, der hat eine Eigenschaft der Heuchelei, bis er damit aufhört: Wenn ihm etwas anvertraut wird, wird er untreu, wenn er spricht, lügt er, wenn er verspricht, bricht er es, und wenn er streitet, überschreitet er das Maß.“

(Muslim 58; Buchari 34, 2459, 3178; Tirmidhi 2632; Abu Dawud 4688)


 An gewohnten Wohltaten festhalten

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Gewiss, Allah ändert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie (die Leute) nicht selbst das ändern, was in ihren Herzen ist. […](Qur’an 13:11)

„Und seid nicht wie jene (Frau), die ihre Strickarbeiten auflöste, nachdem sie diese angefertigt hatte. […](16:92)

„Ist nicht für die Gläubigen die Zeit gekommen, ihre Herzen zu demütigen vor der Ermahnung Allahs und vor der Wahrheit, die herabkam, und nicht so zu werden wie jene, denen zuvor die Schrift gegeben wurde und denen es zu lange dauerte, so dass ihre Herzen ver-stockt und viele von ihnen zu Frevlern wurden?” (57:16).

[…] Und doch befolgten sie es nicht auf die richtige Art. […](57:27)

692. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu mir: „O Abdullah, sei nicht wie der Soundso, der nachts zum Qiyam aufstand (um freiwillige Gebete zu verrichten), dann aber mit Qiyamu-l-Layl wieder aufhörte.“

(Buchari und Muslim)

Es ist wünschenswert, wenn man andere trifft, ihnen mit liebenswürdigen Worten und freundlichem Gesicht zu begegnen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und lass deine Augen nicht auf das abschweifen, was Wir manchen von ihnen zu kurzer Nutznießung verliehen haben, und sei auch nicht traurig ihretwegen; und senke deinen Flügel auf die Gläubigen.” (Qur’an 15:88)

[…] Wärst du aber rau und harten Herzens gewesen, so wären sie dir davongelaufen. […](3:159)

693.[A29]  Adi Bin Hatim – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Fürchtet das Höllenfeuer, wenn es auch nur durch das Spenden einer halben Dattel ist, und wer auch das nicht kann, durch das Sprechen eines freundlichen Wortes.”

(Buchari 6023, Muslim 1016)

694. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Auch ein freundliches Wort ist eine Sadaqa (ein Almosen).“

(Buchari 2989, Muslim 1009)

695. Abu Dharr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte mir: „Schätze (eine gute Tat) nicht gering ein, und wenn du nur dein Gegenüber mit einem freundlichen Gesicht anschaust.“

(Buchari 6017, Muslim 1030)

  

Es ist wünschenswert, deutlich zu sprechen, dem Zuhörer zu erklären und zu wiederholen, wenn er nicht versteht

696. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Wenn der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sprach, wiederholte er seine Worte dreimal, damit man sie verstünde, und wenn er an Menschen vorbeikam und sie grüßte, tat er dies dreimal.

(Buchari)

697. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sprach, er dies in einer klaren Sprache tat, so dass jeder, der sie hörte, verstand.

(Abu Dawud)

Das Zuhören eines Teilnehmers in einer Sitzung, deren Gespräch nicht haram (verboten) ist,

und einem Gelehrten oder Prediger zuhören, der an seiner Sitzung teilgenommen hat

698. Dschurair Bin Abdullah berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte (während der Abschiedspilgerfahrt zu mir): „Lass die Menschen zuhören.“ Dann sagte er: „Kehrt nach mir nicht zum Unglauben zurück, sodass die einen von euch die Nacken der anderen abschlagen*.“

*indem ihr einander tötet

(Muslim 65; Buchari 121, 4405, 6869, 7080; Nasa’i 4142; Ibn Madschah 3942)

 Das Predigen und die Mäßigung darin

Allah, der Erhabene, sagt:

„Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf. […](Qur’an 16:125)

699. Abdullah Bin Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Abu Wa’il Schaqiq Bin Salama berichtete: Ibn Mas’ud pflegte uns jeden Donnerstag einen Vortrag zu halten. Ein Mann sagte: „O Abu Abdurrahman, wenn du uns doch nur jeden Tag (durch diese Vorträge) ermahnen würdest!“ Er erwiderte: „Mich hindert daran lediglich die Furcht, euch zu langweilen. Ich nehme Rücksicht auf euch, denn auch der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte den Zeitraum für seine Belehrung behutsam auszusuchen, damit uns nicht langweilig wurde.“

(Buchari und Muslim)

700. Abu Wa’il berichtete: Ammar hielt uns einen Vortrag (Chutba-Vortrag), den er kurz und mit einer schönen Rhetorik votrug. Als er (beendete und vom Minbar) herunterkam, fragten wir: „O Abu-l-Yaqadhan, du hast mit einer schönen Rhetorik vorgetragen und dich kurz gehalten. Wenn du doch nur länger bliebest!“ Da antwortete er: „Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: ‚Die Länge des Gebets des Mannes und die Kürze seiner Chutba (Vortrag, Predigt) sind ein Zeichen für sein Wissen. Daher verlängert das Gebet und verkürzt die Chutba, (denn wahrlich,) in der Deutlichkeit liegt der Zauber.’“

701. Mu’awiya Bin Al-Hakam As-Sulami – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – erzählte: Während ich einmal mit dem Gesandten Allahs– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – das (Gemeinschafts-)Gebet verrichtete, nieste einer der Männer, und ich sagte zu ihm: Yarhamuka-llah. Daraufhin richteten die Männer ihre Blicke auf mich. Da sagte ich: „Was habe ich angerichtet, dass ihr mich so anschaut?“ Sie schlugen mit den Händen auf ihre Schenkel. Da fiel mir auf, dass ich schweigen sollte. Als der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, der mir lieber ist als Vater und Mutter*,  mit dem Gebet fertig war, sah ich weder vor ihm noch nach ihm einen Lehrer, der besser war als er in der Erziehung. Bei Allah, er hat mich nicht unterjocht**, mich nicht geschlagen und mich nicht beschimpft. Er sagte (nur): „In diesem Gebet kommen keine Gespräche der Leute vor. Doch es ist Tasbih (das Lobpreisen Allahs) und Takbir (Allahs Größe zu verherrlichen) und den Qur’an zu rezitieren.“

Ich sagte: „O Gesandter Allahs, es ist nicht lange her, dass ich mich von der Dschahiliya (Zeit der Unwissenheit) befreit habe***, und Allah hat uns den Islam gebracht, jedoch gibt es immer noch Männer unter uns, die zu den Wahrsagern gehen.“ Er erwiderte: „Geh nicht zu ihnen!“

Ich fragte weiter: „Und unter uns gibt es immer noch welche, die sich abergläubisch verhalten.“ Er sagte: „Das ist eine Sache, die sie in der Brust (im Herzen) finden, und ihr könnt es nicht verhindern.“

(Muslim 537, 5813; Abu Dawud 930, 3282, 3909)

* Wörtlich: Mögen mein Vater und meine Mutter dir geopfert werden.

** Wörtlich: bezwungen.

*** Wörtlich: Ich bin erst kürzlich von der Dschahiliya (Zeit der Unwissenheit vor dem Islam) weggekommen.

702.[A30]  Abu Nadschih Al-Irbadh Bin Saria – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hielt eine wirkungsvolle Ansprache, die unsere Herzen sehr berührte und unsere Augen mit Tränen füllte. Wir sagten: „O Gesandter Allahs, als sei dies die letzte Ermahnung. Gib uns Ratschläge!” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ich ermahne euch, Allah zu fürchten und dem Anführer zu gehorchen, auch wenn er ein äthiopischer Sklave ist, der euch befiehlt. Wer unter euch (lange) lebt, wird viele Meinungsverschiedenheiten sehen. Deshalb ist euch auferlegt, meiner Sunna und der Sunna meiner rechtgeleiteten Kalifen zu folgen, und beißt mit euren Backenzähnen darauf. Hütet euch vor Neuerungen in der Religion, denn jede Neuerung ist ein Irrtum.”

(Abu Dawud und At-Tirmidhi, As-Silsila As-Sahiha von Albani 937, Sahih Al-Dschami’  2549, Irwa’ Al-Ghalil 2455)

 Edelmut und Ruhe

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und die Diener des Allerbarmers sind diejenigen, die sanftmütig auf der Erde schreiten; und wenn die Unwissenden sie anreden, sprechen sie friedlich (zu ihnen).“ (Qur’an 25:63)

703. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: „Ich habe den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – nie sehr laut lachen sehen, so dass man sein Gaumenzäpfchen hätte sehen können. Er pflegte jedoch zu lächeln.“

(Buchari und Muslim)

Es ist wünschenswert, in Ruhe und mit Edelmut zum Gebet, zu ’Ilm (sich Wissen aneignen) und zu anderen ’Ibadat (Gottesdienste) zu kommen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Somit rührt das wahrlich von der Gottesfürchtigkeit der Herzen her, wenn einer die Gebote Allahs ehrt.” (Qur’an 22:32)

704. Abu Huraira berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wenn die Iqama* gerufen wird, dann rennt nicht zum Gebet, sondern geht ruhig, und so verrichtet auch, was ihr erreicht (vom Gebet), und was ihr versäumt habt, holt ihr nach.“

* Iqama: Der zweite Gebetsruf, meist etwa 20 Minuten (oder weniger) nach dem Adhan, der den Beginn des Gebets verkündet.

(Muslim 602, Tirmidhi 329, Abu Dawud 572, Nasa’i 860)

In Muslims Fassung heißt es: „Denn wenn jemand von euch beabsichtigt, zum Gebet zu kommen, befindet er sich (in dieser Zeit) bereits im Gebet.“

705. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass er am Yawm ’Arafa (am Tag von ’Arafa) mit dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – aufbrach. Da hörte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hinter sich viel Rügen, Schläge und Kamelstimmen. Er zeigte mit seiner Reitpeitsche auf sie und sagte: „O ihr Menschen, ihr sollt Ruhe bewahren! Denn Güte liegt nicht darin, dass man sich beeilt.“

(Buchari und Muslim)

 Den Gast ehren

Allah, der Erhabene, sagt:

„Ist die Geschichte von Abrahams geehrten Gästen nicht zu dir gekommen? * Als sie bei ihm eintraten und sprachen: ‚Frieden!’, sagte er: ‚Frieden, unbekannte Leute.’ * Und er ging unauffällig zu seinen Angehörigen und brachte ein gemästetes Kalb. * Und er setzte es ihnen vor. Er sagte: ‚Wollt ihr nicht essen?’“ (Qur’an 51:24-27)

„Und sein Volk kam eilends zu ihm gelaufen; und schon zuvor hatten sie Schlechtigkeiten verübt. Er sagte: ‚O mein Volk, dies hier sind meine Töchter; sie sind reiner für euch (als meine Gäste). So fürchtet Allah und bringt keine Schande hinsichtlich meiner Gäste über mich. Ist denn kein redlicher Mann unter euch?’“ (11:78)

706. Abu Schuraih Al-Chuza’i berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll zu seinem Nachbarn gütig sein*, und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Gast Ehre (Gastfreundschaft) erweisen. Und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“

(Muslim 47, 48, 4488, 4489, 4490; Buchari 6019, 6135, 6475; Tirmidhi 1967, 1968; Ibn Madschah 3672)

* oder: seinen Gast ehren

707. Abu Schurayh Chuwaylid Bin Amr Al-Chuza‘i – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer an Allah und den Tag der Auferstehung glaubt, der soll seinem Gast die ihm zustehende Ehre (Gastfreundschaft) erweisen.“ Man fragte ihn: „O Gesandter Allahs, was ist die ihm zustehende Ehre?“ Er antwortete: „Seinen Tag und seine Nacht, und die Gastfreundschaft ist drei Tage. Darüber hinaus ist es Sadaqa.“

(Buchari und Muslim)

Und in einer einer Überlieferung bei Muslim heißt es: „Ein Muslim darf sich bei seinem Bruder nicht so lange aufhalten, dass er ihn in Sünde bringt.“ Es wurde gefragt: „O Gesandter Allahs, wie kann er in Sünde gebracht werden?“ Er sagte: „Indem er sich so lange bei ihm aufhält, dass er (der Gastgeber) es sich nicht mehr leisten kann (gastfreundlich zu sein).“

Es ist wünschenswert, eine frohe Botschaft zu verbreiten und einander bei guten Anlässen zu gratulieren

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Gib denn die frohe Botschaft Meinen Dienern; * es sind jene, die auf das Wort hören und dem besten von ihm folgen. […](Qur’an 39:17-18)

„Ihr Herr verheißt ihnen Seine Barmherzigkeit und Sein Wohlgefallen und Gärten, in deren ewiger Wonne sie sein werden.“ (9:21)

[…] Und erfreut euch des Paradieses, das euch verheißen wurde.“ (41:30)

„Dann gaben Wir ihm die frohe Botschaft von einem sanftmütigen Sohn.“ (37:101)

„Und es kamen Unsere Gesandten mit froher Botschaft zu Abraham. […](11:69)

„Und seine Frau stand dabei und lachte, worauf Wir ihr die frohe Botschaft von (ihrem künftigen Sohn) Isaak und von (dessen künftigem Sohn) Jakob nach Isaak verkündeten.“(11:71)

„Und da riefen ihm die Engel zu, während er zum Gebet in dem Tempel stand: ‚Siehe, Allah verheißt dir Yahya[25]. […](3:39)

„Damals sprachen die Engel: ‚O Maria, siehe, Allah verkündet dir ein Wort von Ihm; sein Name ist der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen im Diesseits und im Jenseits, und einer von denen, die (Allah) nahe stehen. * Und reden wird er in der Wiege zu den Menschen und auch als Erwachsener, und er wird einer der Rechtschaffenen sein.’ * Sie sagte: ‚Mein Herr, soll mir ein Sohn (geboren) werden, wo mich doch kein Mann berührte?’[26] Er sprach: Allah schafft ebenso, was Er will. Wenn Er etwas beschlossen hat, spricht Er nur zu ihm: ‚Sei!’, und es ist.“ (3:45-47)

Darüber gibt es noch zahlreiche bekannte Ayat.

Auch viele Ahadith aus den authentischen Werken sind vorhanden, davon hier einige:

710. Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:[…] Verkünde jedem, dem du hinter dieser Mauer La ilaha illa-llah bezeugend begegnest und dessen Herz darüber volle Gewissheit besitzt, die frohe Botschaft vom Paradies.“

711. Ibn Schamasa Al-Muhri berichtete: Wir waren bei Amr Bin Al-’As, als er auf dem Sterbebett lag. Er weinte lange und drehte sein Gesicht zur Wand. Sein Sohn (Abdullah) sagte zu ihm: „O Vater, hat der Gesandte Allahs dir nicht dieses und jenes (frohe Botschaft) verheißen?“ Er wandte sich uns mit seinem Gesicht zu und sagte: „Wahrlich das Wertvollste, was wir vorbereiten können, ist die Schahada (Zeugnis): La ilaha illa-llah, Muhammadan Rasulu-llah – dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt, und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Drei Phasen habe ich durchgemacht:

1. Niemand hat den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – mehr gehasst als ich, und es wäre mir nichts lieber gewesen als ihn zu besiegen und zu töten.

Wäre ich in jener Lage gestorben, wäre ich ein Bewohner des Feuers.

2. Als Allah den Islam in mein Herz legte, kam ich zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagte: ‚Strecke deine Hand aus, damit ich dir den Treueeid leiste!’ Als er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – seine Hand ausstreckte, zog ich meine Hand zurück. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: ‚Was ist mit dir, Amr?’ Ich sagte: ‚Ich hätte eine Bedingung.’ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: ‚Bedingung? Was für eine Bedingung?’ ‚Dass mir verziehen wird.’ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wusstest du denn nicht, dass der Islam tilgt, was vorher war? Und dass die Auswanderung ebenfalls tilgt, was vorher war? Und dass die Pilgerfahrt tilgt, was vorher war?“

Niemand war mir lieber als der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und niemand war für mich ehrenvoller als er, und aus Ehrfurcht konnte ich meine Augen kaum zum Antlitz des Propheten heben. Wenn man mich bitten würde, ihn zu beschreiben, könnte ich dies nicht tun, weil ich ihn (aus Ehrfurcht) mit meinen Augen nicht genug ansehen konnte. Wenn ich in jener Situation gestorben wäre, hätte ich die Hoffnung, zu den Bewohnern des Paradieses zu gehören.

3. Dann ist uns Wilaya (politische Verantwortung, Sachwalten) anvertraut wurden, wobei ich nicht weiß, in welcher Lage ich bin (d.h., wie Allah es sieht). Wenn ich gestorben bin, dürfen mich kein Klagegeschrei oder Feuer zum Grab begleiten. Wenn ich begraben wurde, werft langsam Erde über mich und bleibt so lange bei meinem Grab wie es dauert, ein Kamel zu schlachten und sein Fleisch zu verteilen, um mich (durch eure Anwesenheit) zu unterhalten, damit ich sehe, was ich den Boten (Engeln) meines Herrn antworte.“

(Muslim)

Sich von einem Gefährten verabschieden und ihm Rat geben, wenn er auf Reisen ist usw. und Du’a (Bittgebete) für ihn sprechen und ihn bitten, dass er für einen selbst auch Du’a spricht

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und Abraham befahl es seinen Söhnen an und ebenso Jakob: ‚Meine Söhne! Allah hat für euch die Religion auserwählt, deshalb sterbt nicht anders als (Allah) ergeben zu sein.’ * Wart ihr etwa Zeugen, als Jakob im Sterben lag. Als er zu seinen Söhnen sagte: ‚Wem werdet ihr dienen, wenn ich weg bin?’, sagten sie: ‚Wir dienen deinem Gott, dem Gott deiner Väter Abraham, Ismael und Isaak, dem Einzigen Gott, und Ihm sind wir ergeben.’“  (Qur’an 2:132-133)

Siehe Hadith Nr. 350.

713. Malik Bin Al-Huwairith berichtete: Einige von uns jungen und gleichaltrigen Leuten gingen zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und verbrachten zwanzig Nächte bei ihm. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – war barmherzig und weichherzig und merkte, dass wir uns nach unseren Familien sehnten. Er erkundigte sich nach unseren Familien, die wir zurückgelassen hatten. Wir erzählten ihm von ihnen. Er sagte: „Geht zu euren Familien zurück, ihr sollt bei ihnen bleiben und sie lehren. Und wenn die Zeit des Gebets eintritt, soll einer von euch den Adhan (zum Gebet) rufen. Dann soll der Älteste von euch das Gebet leiten.“

(Buchari 628, 630, 631, 658, 685, 819, 2848, 6008, 7246; Muslim 674, Tirmidhi 205; Abu Dawud 589; Nasa’i 633, 634, 668; Ibn Madschah 979)

Bucharis Überlieferung geht weiter: „[...] Und betet so, wie ihr mich  habt beten sehen.“

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Malik Bin Al-Huwairith berichtete: Ein Freund und ich besuchten den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Als wir wieder aufbrechen wollten, sagte er zu uns: „Wenn die Zeit des Gebets eingetreten ist, dann ruft den Adhan (Gebetsruf), anschließend die Iqama (der zweite Ruf, um sich zum Gebet aufzustellen), und der Älteste von euch soll als Imam vorbeten.“

An-Nawawis Kommentar:

In seinem Hadith – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden: „Wenn die Zeit des Gebets eingetreten ist, dann ruft den Adhan (Gebetsruf), anschließend die Iqama, und der Älteste von euch soll als Imam vorbeten“ liegt der Beweis, dass der Gebetsruf und das Gemeinschaftsgebet für den Reisenden empfehlenswert sind, und darin steckt ein Ansporn, den Gebetsruf sowohl für die Ansässigen als auch für die Reisenden zu verrichten. Außerdem sagt er aus, dass das Dschama’a-Gebet (auch nur) mit einem Imam und einem Ma’mum* korrekt ist. Darin sind sich die Gelehrten einig. Darüber hinaus liegt hierin der Vorzug, dass das Gebet frühzeitig verrichtet werden soll.

* Vorbeter und ein zweiter Betender (steht rechts neben dem Imam). Wenn es nur zwei Personen sind, beten sie nebeneinander; ab drei und mehr Personen stehen sie (als Ma’mum) hinter dem Imam.

715. Salim Bin Abdullah Bin ’Umar berichtete: (Sein Vater) Abdullah Bin ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – pflegte zu jedem Mann, der verreisen wollte, zu sagen: „Nähere dich mir, damit ich mich von dir so verabschieden kann, wie sich der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – von uns zu verabschieden pflegte. Er sagte: ‚Deine Religion, dein anvertrautes Gut und den Ausgang deiner Tat vertraue ich Allah an.’“

(Laut Tirmidhi ein guter und authentischer Hadith.)

716. Abdullah Bin Yazid Al-Chatmi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, ein Gefährte des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, berichtete: „Wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sich von der Armee verabschiedete, sagte er ihnen: ‚Eure Religion, euer anvertrautes Gut und den Ausgang eurer Taten vertraue ich Allah an.’“

(Abu Dawud und weitere stufen diesen Hadith als authentisch ein.)

 Istikhara (Allah um Hilfe bei einer Entscheidung bitten) und Beratung

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und ziehe sie in der Sache zu Rate. […](Qur’an 3:159)

[...] Und deren Handlungsweise (eine Sache) gegenseitiger Beratung ist [...](42:38)

718. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte uns Istikhara in jeder Sache zu lehren, wie er uns eine Sure aus dem Qur’an beibrachte. Er pflegte zu sagen: „Wenn jemand die Absicht fasst, etwas zu tun, soll er zwei Raka‘at verrichten, nicht als Fard-Gebet, und sagen: ‚Allahumma inni astakhiruka bi ‘ilmika wa astaqdiruka bi qudratika, wa as’aluka min fadlika al-adhim, fa innaka taqdir wa la aqdir, wa ta‘lam wa la a‘lam, wa anta allamu-l-ghuyub. Allahumma in kunta ta‘lam anna hadha al-amra chayrun li fi dini wa ma‘aschi wa ’aqibati amri – oder noch: ’adschiili amri wa adschiilih, faqdirhu li wa yassirhu li, thumma barik li fih. Wa in kunta ta‘lam anna hadha al-amr scharrun li fi dini wa ma‘aschi wa ’aqibati amri – oder noch: ’adschili amri wa adschilih; fasrifhu anni, wasrifni anhu, waqdir li al-chayra haithu kan, thumma ardini bih – O Allah,  wegen Deines Wissens flehe ich Dich um Deinen Rat an, ich bitte Dich um Dein Können, denn Du hast die Fähigkeit, und ich bitte Dich um Deiner großartigen Güte willen, denn Du hast die Fähigkeit, ich aber nicht, Du weißt alles, aber ich nicht. Du bist der, der das Verborgene kennt. O Allah, wenn Du weißt (nach Deinem Vorauswissen), dass diese Angelegenheit gut für mich ist – für meine Religion, für mein Leben und für mein Jenseits, dann bestimme sie für mich und mache sie mir leicht. Wenn Du aber weißt (nach Deinem Vorauswissen), dass diese Angelegenheit schlecht für mich ist – für meine Religion, für mein Leben und für mein Jenseits, dann halte sie von mir fern und halte mich davon fern. Worin auch immer das Gute ist, bestimme es mir, und dann mache mich damit zufrieden.’“ Er sagte weiter: „Dann soll er seine Sache (Bittgebet) vortragen.“

(Buchari)

Es ist wünschenswert, zum Id zu gehen, Kranke zu besuchen, die Pilgerfahrt zu verrichten, sich an Befreiungskriegen zu beteiligen, sich an Begräbnissen und anderen Angelegenheiten zu beteiligen, einen Weg einzuschlagen und für die Rückkehr einen anderen Weg zu nehmen, um die Orte der ’Ibadat (Gottesdienste) zu vermehren

719. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Am Id-Tag pflegte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – den Weg zu wechseln.“

(Buchari)

Es ist wünschenswert, ehrenvolle Dinge mit rechts anzufangen, wie bei der rituellen Teil- oder Ganzwaschung, beim Tayammum (der rituellen Waschung mit Erde), beim Anziehen von Kleidung, Schuhen oder Strümpfen und Hosen, beim Betreten der Moschee, beim Zähneputzen mit dem Siwak, bei der Anwendung von Iktihal (Antimon), beim Nägelschneiden, beim Kürzen des Schnurrbarts, beim Entfernen der Haare unter den Achseln, beim Haareschneiden, beim Taslim (Friedensgruß am Ende des Gebetes), beim Essen, beim Trinken, beim Händeschütteln, beim Begrüßen des Schwarzen Steins, beim Verlassen der Toilette, beim Nehmen, beim Geben usw.

Ferner ist es wünschenswert, links zu beginnen bei Dingen, die umgekehrt sind, wie:

Beim Naseputzen, beim Ausspucken, beim Betreten der Toilette, beim Verlassen der Moschee, beim Ausziehen von Strümpfen, Schuhen, Hose und Gewand, beim Reinigen der Schamteile usw.

Allah, der Erhabene, sagt:

„Was dann den anbelangt, dem sein Buch in die Rechte gegeben wird, so wird er sagen: ‚Kommt, lest mein Buch.’“ (69:19)

[…] Was (wisst ihr) von denen, die zur Rechten sein werden? * Und (in) die zur Linken – was (wisst ihr) von denen, die zur Linken sein werden?“  (56:8-9)

721. (…) Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – liebte es, in allen Dingen mit rechts zu beginnen; ob er sich die Schuhe anzog, sich kämmte oder die Gebetswaschung vollzog (etc.).“

(Buchari und Muslim)

723. Umm Atia – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – als er ihr befahl, seine Tochter (die verstorbene Zainab – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –) zu waschen, sagte: „Beginnt bei ihren rechten (Seiten der Körperteile) und ihren Wudu’-Stellen.“

(Buchari und Muslim)


 Das Buch der Essetikette

At-Tasmiya (die Erwähnung von Allahs Namen) am Anfang und Al-Hamd (Allah danken) am Ende des Essen

728. [A31] Abu Hafs ’Umar Bin Abu Salama Bin Abdul-Assad – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, der Stiefsohn des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – berichtete: „Ich war ein kleiner Junge in der Obhut des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und beim Essen wanderte meine Hand in der Schüssel herum. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte mir: ‚O Junge, beginne mit Allahs Namen, iss mit deiner Rechten und iss, was vor dir ist.’ Danach wurde dies (dieser Rat) stets zu meiner Essgewohnheit.“

(Buchari und Muslim)

729. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn jemand von euch isst, soll er den Namen Allahs, des Erhabenen erwähnen. Wenn er es am Anfang vergessen hat, soll er sagen: ‚Bismi-llahi awwalahu wa achiruh – Im Namen Allahs zu Beginn und am Ende.’“

(Authentisch: Sahihu-l-Dschami’ 380, Irwa’u-l-Ghalil 1965, Sahih Abu Dawud von Albani 3202. Laut Abu Dawud und Tirmidhi ein hassan sahih Hadith.)

730. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Wenn jemand sein Haus betritt und den Namen Allahs, des Erhabenen, erwähnt, und auch wenn er isst, wird Schaitan seinen Gefährten sagen: ‚Ihr habt hier keinen Unterschlupf und auch kein Abendessen.’ Wenn er aber sein Haus betritt und Allah, den Erhabenen, nicht erwähnt, sagt Schaitan: ‚Ihr habt Unterschlupf bekommen.’ Wenn er beim Essen ebenfalls den Namen Allahs nicht erwähnt, sagt er (Schaitan): ‚Ihr habt sowohl Unterschlupf als auch Abendessen bekommen.’”

(Muslim 2018)

735. Mu’adh Bin Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer beim Essen sagt: ‚Al-hamdu-li-llahi alladhi at’amani hadha wa razaqanihu min ghayri hawlin minni wa la quwwa – Gelobt sei Allah, Der mir dies zu essen gegeben und mich versorgt hat, ohne mein Tun und meine Kraft’, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.”

(Authentisch: Sahihu-l-Dschami’ 6086, Irwa’u-l-Ghalil 1989, Sahih Abu Dawud von Albani 1514. Laut Abu Dawud und Tirmidhi ein hassan [guter] Hadith.)

Das Essen nicht bemängeln; es ist wünschenswert, es zu loben

736. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hat nie an einem Essen etwas bemängelt. Wenn es ihm schmeckte, aß er. Wenn er es nicht mochte, ließ er es stehen.

(Buchari 5409, Muslim 2064)

Was man sagt, wenn man zum Essen eingeladen wird, während man fastet

738. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn jemand von euch (zum Essen) eingeladen wird, so soll er die Einladung annehmen. Wenn er fastet, soll er ein Bittgebet (für die Anwesenden) sprechen, und wenn er nicht fastet, soll er essen.“

(Muslim)

Was jemand sagt, wenn er zum Essen eingeladen wird und ein anderer ihm folgt

739. Abu Mas’ud Al-Badri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und vier weitere Männer von jemandem zum Essen eingeladen wurden. Das Essen war eigentlich für fünf Leute vorbereitet, aber ein anderer, der nicht eingeladen war, begleitete sie. Als sie vor der Tür ankamen, sagte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Dieser hat uns begleitet, und wenn du es ihm erlauben möchtest (kommt er), ansonsten geht er zurück.” Er sagte: „Ich erlaube es ihm, o Gesandter Allahs!”

(Buchari 2081, Muslim 2036)

Das zu essen, was vor einem steht, und jemanden zu belehren und zu erziehen, der nicht ordentlich isst

740.[A32]  Abu Hafs ’Umar Bin Abu Salama Bin Abdul-Assad – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, der Stiefsohn des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – berichtete: „Ich war ein kleiner Junge in der Obhut des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und beim Essen wanderte meine Hand in der Schüssel herum. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte mir: ‚O Junge, beginne mit Allahs Namen, iss mit deiner Rechten und iss, was vor dir ist.’ Danach wurde dies (dieser Rat) stets zu meiner Essgewohnheit.“

(Buchari und Muslim)

741. [A33] Abu Muslim, oder auch Abu Iyas genannt, Salama Bin Amr Bin Al-Akwa’ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: In Gegenwart des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – aß ein Mann mit der linken Hand. Er  – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Iss mit deiner rechten Hand!“ Er (der Mann) sagte: „Ich kann das nicht.“ Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Du sollst auch nicht können!“ Nichts hinderte den Mann daran, mit der rechten Hand zu essen, außer Hochmut, und tatsächlich geschah es, dass er sie nicht wieder zu seinem Mund heben konnte.

(Muslim und Buchari)

Wenn viele Meschen zusammen essen

755. [A34] Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Essen für zwei reicht für drei, und das Essen von dreien reicht für vier.“

(Buchari und Muslim)

756. [A35] Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Das Essen von einem reicht für zwei, das Essen von zweien reicht für vier, und das Essen von vier reicht für acht.“

Es ist verpönt, das Wasser unmittelbar aus dem Wasserschlauch oder aus einem anderen Behälter zu trinken und die Bemerkung, dass dies verpönt, aber nicht verboten ist

763. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – es verbot, Wasser (direkt) aus der Öffnung des Wasserschlauches oder des Kruges zu trinken.

(Buchari 5628, Muslim)


 Das Buch der Bekleidung

Der Vorzug der weißen Kleidung

und die Erlaubnis, rote, grüne, gelbe oder schwarze Kleidung zu tragen, sei sie aus Baumwolle, Tierwolle oder anderen Materialien außer Seide

Allah, der Erhabene, sagt:

„O Kinder Adams, Wir gaben euch Kleidung, um eure Scham zu bedecken und zum Schmuck[27]; doch das Kleid der Frömmigkeit – das ist das beste. Dies ist eins der Zeichen Allahs, auf dass sie (dessen) eingedenk sein mögen.“ (Qur’an 7:26)

[...] Er euch Schutzwinkel gemacht, und Er hat euch Gewänder gemacht, die euch vor Hitze schützen, und Panzerhemden, die euch im Kampfe schützen. […](16:81)

779. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Kleidet euch mit weißer Kleidung, das ist die beste Kleidung für euch, und nehmt sie auch als Leichentuch für eure Toten.”

(Authentisch: Sahihu-l-Dschami’ 1236, Sahih Abu Dawud von Albani 3426. Laut Abu Dawud und Tirmidhi ein hassan sahih [guter und gesunder] Hadith.)

782. Abu Dschuhaifa Wahb Bin Abdullah – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: In Mekka sah ich den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – bei Abtah, als er in einem Zelt aus rotem Leder war. Bilal kam mit Wasser für die Gebetswaschung des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. [...] Da kam der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in einen roten Mantel gekleidet heraus. Ich erinnere mich sehr gut daran, wie weiß seine Beine waren. Er verrichtete die rituelle Waschung. Dann machte Bilal – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – den Adhan (Gebetsruf). Ich beobachtete seinen Mund, den er nach da und dort richtete – (er meinte rechts und links), und er rief: „Hayya ’ala-s-salah, hayya ’ala-l-falah.“ Dann wurde ein Stock in den Boden gestochen. Anschließend kam er nach vorne und leitete das Gebet. In dieser Zeit gingen an ihm Hunde und Esel vorbei, ohne dass jemand sie daran hinderte.”

(Buchari 187, Muslim 633 )

Aus Bescheidenheit keine gute oder teure Kleidung tragen

802. Mu’adh Bin Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer (gute oder teure) Kleidung aus Bescheidenheit Allah gegenüber meidet, obwohl er sie sich leisten könnte, der wird von Allah am Tage der Auferstehung vor allen Geschöpfen gerufen, um von den schönsten Gewändern des Glaubens, die er wünscht, auszuwählen.”

(Authentisch: Sahihu-l-Dschami’ 6145, As-Silsila As-Sahiha 718, von Albani 2017. Laut Tirmidhi ein hassan [guter] Hadith.)

Verbot des Tragens von Seide und des Daraufsitzens für Männer und die Erlaubnis, sie zu tragen, für Frauen

804. ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Kleidet euch nicht in Seide, denn wer sie in der Dunya (in diesem Leben) trägt, der wird sie im Jenseits nicht tragen.”

(Buchari 5834, Muslim 2069)

808. Abu Musa Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Verboten ist dem Männlichen meiner Umma das Tragen von Seide und Gold,  dem Weiblichen jedoch ist es erlaubt.”

(Authentisch: Sahihu-l-Dschami’ 3137, As-Silsila As-Sahiha Ghayatu-l-Maram 77, Adabu-z-Zafaf 150 und Sahih At-Tirmidhi von Albani 1404. Laut Tirmidhi ein hassan sahih [guter und gesunder] Hadith.)

809. Hudhaifa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – uns verbot, Geschirr aus Gold oder Silber zu verwenden sowie Kleidung aus Seide oder Seidenbrokat zu tragen oder darauf zu sitzen.

(Buchari 5837)

Wer unter einer Allergie leidet, darf Seide tragen

810. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – erlaubte Az-Zubair – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – und Abdurrahman Bin Awf – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, Seide zu tragen, da sie an Allergien litten.“

(Buchari 5839, Muslim 2076 )

Sitten beim Schlafen, Liegen, Sitzen und in Versammlungen und die Träume

Was man beim Schlafengehen sagt

816. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: „Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – betete nachts elf Raka’at (Nafila – freiwillige Gebete). Wenn die Morgendämmerung anbrach, betete er zwei kurze Raka’at (Nafila – freiwillige Gebete). Danach legte er sich auf die rechte Seite, bis der Gebetsrufer ihn zum Gebet rief.“

(Buchari 6310, Muslim 736)

 Die Träume

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und zu seinen Zeichen zählt euer Schlafen bei Nacht und euer Trachten nach Seiner Gnadenfülle bei Tage. […](Qur’an 30:23)

838. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Er hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Nichts wird vom Prophetentum übrigbleiben, außer frohen Botschaften.” Einer fragte: „Was sind frohe Botschaften?” Er sagte: „Fromme Träume.”

(Buchari 6990)

839. Und er (Abu Huraira) – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –sagte: „Wenn die Zeit (der Tag der Auferstehung) näherrückt, wird der Traum des Gläubigen nicht lügen, und der Traum des Gläubigen ist ein Teil von sechsundvierzig Teilen des Prophetentums.”

In einer anderen Überlieferung heißt es: „Die wahrsten Träume werden von den ehrlichsten von euch geträumt.”

(Buchari 7017, Muslim 2263)

840. Und er (Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –) berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer mich im Traum sieht, wird mich wach sehen, oder als ob er mich im Wachzustand gesehen hätte, denn Schaitan kann nicht meine Gestalt annehmen.”

(Buchari 6993, Muslim 2266, 2267)

841. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass er den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Wenn einer von euch einen Traum hat, den er gerne hat, ist dieser von Allah, dem Erhabenen, und er soll Ihn dafür lobpreisen und davon erzählen.“

In einer anderen Überlieferung heißt es: „Er soll es nur denen erzählen, die er liebt. Und wenn er etwas sieht, was er verabscheut, ist dies vom Schaitan, so soll er vor dem Bösen (des Traums) bei Allah Zuflucht suchen und niemandem davon erzählen, dann wird er ihm nicht schaden.”

(Buchari 6985, Muslim 2069)

843. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn einer von euch im Traum etwas sieht, das er verabscheut, soll er dreimal auf seine linke Seite (symbolisch, ohne Speichel) spucken, dreimal bei Allah Zuflucht vor dem Schaitan suchen und sich auf die andere Seite legen.”

(Muslim 2262)


 Das Buch des Grüßens

Der Vorzug des Grüßens mit dem Friedensgruß und dessen Verbreitung

Allah, der Erhabene, sagt:

 „O ihr, die ihr glaubt, betretet keine anderen Wohnungen als die euren, bevor ihr nicht um Erlaubnis gebeten und ihre Bewohner gegrüßt habt [...](Qur’an 24:27)

 „[…] Doch wenn ihr in Häuser eintretet, so begrüßt einander mit einem gesegneten, lauteren Gruß von Allah [...](24:61),

 „Und wenn ihr mit einem Gruß gegrüßt werdet, so grüßt mit einem schöneren wieder oder erwidert ihn (zumindest). […](4:86)

845.[A36]  Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Ein Mann fragte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: Welcher Islam ist vorzüglich?* Er antwortete: „Dass du von deinen Speisen gibst und jeden mit dem Salam (dem Friedensgruß) grüßt, ob du ihn kennst oder nicht.“

(Muslim 39; Buchari 12, 28, 6236; Abu Dawud 5193; Nasa’i 5015; Ibn Madschah 3253)

*D.h., welche Tat ist im Islam vorzüglich.

846. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Als Allah Adam erschaffen hatte, sagte Er zu ihm: ‚Geh und grüße die Engel, die dort Sitzenden, und höre, wie sie den Gruß erwidern, das wird dann dein Gruß und der deiner Nachkommen sein.’ Er sagte: ‚As-Salamu ’alaikum!’, und sie antworteten: ‚As-Salamu ’alaika wa rahmatu-llah. Sie fügten wa rahmatu-llah hinzu.”

(Buchari 3326, 6227; Muslim 2841)

Die Etikette des Grüßens

857. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Reiter grüßt den Fußgänger, der Fußgänger den Sitzenden, und die Wenigen die Vielen.”

In Bucharis Überlieferung heißt es: „[…] Und die Jungen (grüßen) die Alten.“

(Buchari 6231, Muslim 2160)

Die Etikette beim Betreten eines Hauses

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und wenn die Kinder unter euch den Zustand der Pubertät erreicht haben, dann sollen (auch) sie um Erlaubnis bitten, gerade so wie die, die vor ihnen um Erlaubnis gebeten haben [...](Qur’an 24:59)

870. Abu Musa Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Bitte um die Erlaubnis, einzutreten ist drei (d.h. man sollte dreimal klopfen, klingeln o.ä. Wenn Erlaubnis gegeben wird (darf man eintreten), ansonsten musst du zurückkehren.”

(Buchari 6245, Muslim 2153 )

871. Sahl Bin Sa’d – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Um Erlaubnis zu bitten ist wegen des Blickes.”

(Buchari 6242, 6901; Muslim 2156)

Der Krankenbesuch

894. Al-Bara’ Bin Azib – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – trug uns auf, den Kranken zu besuchen, sich an der Beisetzung des Toten zu beteiligen, dem Niesenden Allahs Erbarmen zu wünschen, dem Schwörenden bei der Umsetzung seines Eides zu helfen, dem Unterdrückten zum Sieg zu verhelfen, der Einladung des Einladenden zu folgen und den Friedensgruß (As-Salamu ’alaikum) zu verbreiten.“

(Buchari 1239; 5635, Muslim 2066)

895. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Muslim hat gegenüber einem anderen Muslim fünf Rechte: den Gruß zu erwidern, den Kranken zu besuchen, sich an der Beisetzung des Toten zu beteiligen, der Einladung des Einladenden zu folgen und dem Niesenden Allahs Erbarmen zu wünschen.“

(Buchari 1240, Muslim 2162)

896. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Am Tag der Auferstehung sagt Allah der Erhabene: ‚O Sohn Adams (o Mensch)! Ich wurde krank, und du besuchtest mich nicht.’ (Der Mensch) wird sagen: ‚O Herr, wie kann ich Dich besuchen, denn Du bist der Herr der Welten?’ Er sagt: ‚Wusstest du denn nicht, dass Mein Diener Soundso krank wurde, und du besuchtest ihn nicht? Wusstest du nicht, dass wenn du ihn besucht hättest, du Mich bei ihm gefunden hättest? O Sohn Adams! Ich habe dich um Essen gebeten, und du gabst Mir nichts zu essen.’ Er wird sagen: ‚O Herr, wie kann ich Dich speisen, wo Du doch der Herr der Welten bist?’ Allah sagt: ‚Wusstest du nicht, dass Mein Diener Soundso dich um Essen bat, und du gabst ihm nichts zu essen? Wenn du ihm etwas zu essen gegeben hättest, hättest du es bei Mir (als Belohnung) gefunden! O Sohn Adams, Ich bat dich um etwas (Wasser) zu trinken und du gabst Mir nichts zu trinken!’ Er wird sagen: ‚O Herr, wie kann ich Dir zu trinken geben, wo Du doch der Herr der Welten bist?’ Allah sagt: ‚Mein Diener Soundso bat dich um etwas zu trinken, und du gabst ihm nichts zu trinken. Wusstest du nicht, dass wenn du ihm etwas zu trinken gegeben hättest, du es bei Mir (als Belohnung) gefunden hättest?’“

(Muslim 2569)

897. Abu Musa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Besucht den Kranken, speist den Hungrigen und befreit den Gefangenen.“

(Buchari 3046 und 5649)

898. Thauban – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet sagte: „Solange der Muslim sich bei seinem kranken muslimischen Bruder aufhält, befindet er sich in der Churfa des Paradieses, bis er zurückkehrt.“ Man fragte: „O Gesandter Allahs, was ist die Churfa des Paradieses?“

Er antwortete: „Seine reifen Früchte.“

(Muslim 2568)

899. Ali – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich habe den Gesandten Allahs sagen hören: „Es gibt keinen Muslim, der morgens einen Muslim besucht, ohne dass siebzigtausend Engel für ihn bis zum Abend um Segenswünsche bitten. Wenn er ihn abends besucht, dann beten siebzigtausend Engel bis zum Morgen für ihn (zu Allah) um Segenswünsche. Für ihn gibt es Charif (zu erntende Früchte) im Paradies.

(Authentisch: Tirmidhi überliefert als Hadith hassan, und Albani stuft ihn in seinem Sahih Al-Dschami’ als sahih ein.)

 Das Gebet für den Kranken

902. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass wenn der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – seine kranken Angehörigen besuchte, er mit seiner rechten Hand über sie strich und sagte: „O Allah, Herr der Menschen! Lass die Schmerzen weggehen. Heile, denn Du (alleine) bist der Heiler. Es gibt keine Heilung außer Deiner, eine Heilung, die keine Krankheit zurücklässt.“

(Buchari 5743, Muslim 1291)

905. Abu Abdullah ’Uthman Bin Abu-l-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass er wegen Schmerzen, die er hatte, beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – klagte. Da sagte er: „Lege deine Hand auf die Stelle, die dir wehtut und sprich dreimal: ‚Bismi-llah’ und siebenmal: ‚A’udhu bi ’Izzati-llahi wa Qudratihi min Scharri ma adschidu wa uhadhiru – Im Namen Allahs, ich suche Zuflucht in der Macht und Mächtigkeit Allahs vor dem Bösen, das ich empfinde und vor dem ich mich fürchte.’“

(Muslim)

906. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn jemand einen Kranken besucht, dessen (Todes-)Zeit noch nicht gekommen ist, und siebenmal bei ihm sagt: ‚As’alu-llaha-l-’adhim Rabba-l-‘Arshi-l-’adhim an yaschfiyak – Ich bitte Allah, Den Allmächtigen, Den Herrn des mächtigen Throns, dass Er dich heilt’, so wird Allah den Kranken von der Krankheit heilen.“


Dem Sterbenden die Worte La Ilaha illa-llah vorzusprechen

917. Mu‘adh – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wessen letzten Worte La ilaha illa-llah sind, der geht ins Paradies.“

(Abu Dawud und Al-Hakim: authentisch)

918. Abu Sa’id Al-Chudri berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Lehrt eure Sterbenden (die auf dem Sterbebett liegen): La ilaha illa-llah – Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah.“

Was nach dem Schließen der Augen des Toten zu sagen ist

919. Umm Salama, die Ehefrau des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – suchte Abu Salama auf, während seine Augen noch offen waren  Er schloss sie und sagte: „Wenn die Seele (aus dem Leib) genommen wurde, folgt ihr der Blick.“ Da begannen seine Familienangehörigen mit den Wehrufen. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sprecht keine Bittegebete für euch selbst, außer um Gutes. Denn die Engel sagen: Amin!“ Dann sagte er: „O Allah, unser Herr, vergib Abu Salama und erhöhe sein Stufe unter den Rechtgeleiteten, und werde sein Nachfolger für seine Hinterbliebenen, und vergib uns und ihm, o Herr aller Welten, und weite ihm sein Grab und leuchte ihm darin.“

Was beim Toten gesagt wird und was die Hinterbliebenen des Gestorbenen sagen

921. Umm Salama – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –, die Ehefrau des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Es gibt keinen Diener, dem ein Unglück geschieht und der spricht: ‚Wir gehören Allah und zu Ihm ist unsere Rückkehr, o Allah mein Herr, belohne mich für mein Unglück und schenke mir nach ihm einen Besseren’, ohne dass Allah ihn für sein Unglück belohnen und ihm etwas Besseres schenken wird.“ Sie sagte weiter: Als Abu Salama (ihr erster Ehemann) starb, habe ich es (dieses Bittgebet) gesprochen, wie es der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – mir befohlen hatte, und Allah schenkte mir einen Besseren als ihn: den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden.

Es ist erlaubt, um den Toten zu weinen, aber ohne Totenklage

Was die Totenklage angeht, so ist dies verboten und im Kapitel der Verbote wird in scha Allah darauf hingewiesen. Über das Weinen für den Sterbenden sind Ahadith bezüglich des Verbotes vorhanden. Was das Bestrafen des Toten angeht, wegen seiner Hinterbliebenen, die ihn beweinen, so handelt es sich um solche, die dies den Hinterbliebenen befohlen haben. Das Verbot ist bezüglich des Wehklagens. Viele Ahadith belegen die Erlaubnis des Weinens ohne Wehklagen, unter ihnen folgende:

925. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete Folgendes vom Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: Saad Bin Ubada – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  war krank. Begleitet von Abdurrahman Bin Awf, Saad Bin Abi Waqqas und Abdullah Bin Mas’ud besuchte ihn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Als er bei ihm eintrat, war er bewusstlos. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Ist er aus dem Leben geschieden?” Man antwortete: „Nein, o Gesandter Allahs.” Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – weinte. Als die Leute den Propheten weinen sahen, weinten sie ebenfalls. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hört genau zu! Gewiss, Allah bestraft nicht wegen der Tränen der Augen und auch nicht wegen des Trauerns des Herzens, aber wegen dieser (er zeigte auf seine Zunge), oder Er erbarmt sich.”

(Buchari 1304, Muslim 924)

Der Hadith in seiner ausführlichen Fassung

926.[A37]  Usama Bin Zaid [A38] – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Wir waren beim Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, als eine seiner Töchter nach ihm – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – schickte, mit der Nachricht, ihr Kind oder ihr Sohn sterbe und er solle zu ihr kommen. Er sagte zu dem Boten: „Gehe zu ihr zurück und sage ihr: ‚Gewiss, Allah gehört, was Er genommen hat, und Ihm gehört, was er gegeben hat, und alles hat bei Ihm eine vorbestimmte Frist.’ Richte ihr aus, dass sie sich in Geduld üben und die Belohung (von Allah) erwarten soll.“ Der Bote kam erneut und sagte: „Sie hat gesagt: ‚Bei Allah, er soll kommen.’“ Da stand der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf, und mit ihm standen auch Saad Bin Ubada und Mu’adh Bin Dschabal (andere Überlieferung: Ubay Bin Kaab, Zaid Bin Thabit und andere Männer) auf. Und ich ging auch mit. Der Junge wurde dem Gesandten Allahs – Allah segen ihn und schenke ihm Frieden – gereicht. Seine Seele kämpfte mit dem Tode, als wäre sie in einem Wasserbehälter. Da flossen die Tränen aus seinen Augen (denen des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –). Da sagte Saad zu ihm: „Was ist das, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Das ist eine Barmherzigkeit, die Allah in die Herzen Seiner Diener legte. Und Allah erbarmt Sich derjenigen von Seinen Dienern, die barmherzig sind.“

927. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zu seinem Sohn Ibrahim kam, als dieser seine letzten Atemzüge tat. Aus den Augen des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –flossen Tränen. Da sagte Abdurrahman Bin Awf: „O Gesandter Allahs, auch du?“ Er sagte: „O Ibn Awf, das ist die Barmherzigkeit.” Dann sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – weiter: „Das Auge weint, das Herz trauert. Wir sagen aber nichts, außer dem, womit unser Herr zufrieden ist, und wir sind, o Ibrahim, wegen deines Verscheidens traurig.”

(Buchari 1303, Muslim 2315)

Es ist wünschenswert, dass viele das Totengebet verrichten, und es sollen drei oder mehr Reihen sein

932. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn über einen Verstorbenen eine Gruppe von Muslimen das (Toten-)Gebet verrichtet und (ihre Zahl) einhundert erreicht und alle für ihn Fürsprache einlegen, wird ihre Fürsprache gewiss akzeptiert.“

933. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Kein Muslim stirbt und es beten über ihn vierzig Männer, die Allah nichts beigesellen (das Totengebet,) ohne dass Allah ihre Fürsprache akzeptieren wird.“

935. Awf Bin Malik Al-Aschdscha’i berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – über einen Toten folgendes Bittgebet – das ich mir gemerkt habe – sprechen: „O Allah unser Herr, vergib ihm, sei barmherzig mit ihm, behüte ihn, verzeihe ihm, ehre seine Ankunft, weite ihm seinen Eingang, wasche ihn mit Wasser, Schnee und Hagel. Reinige ihn von den Sünden, so wie du  ein weißes Kleid vom Schmutz reinigst und ersetze ihm seine Wohnstätte durch eine bessere Wohnstätte, seine Angehörigen durch Angehörige, die besser sind als sie, seine Frau durch eine Frau, die besser ist als sie, und lass ihn in das Paradies eintreten und schütze ihn vor der Qual des Grabes oder vor der Qual des Feuers“ sodass ich (d.h., Awf) mir wünschte, ich wäre jener Verstorbene.

Sich mit der Beerdigung des Verstorbenen beeilen

941. Abu Huraira berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Beeilt euch mit dem Leichenzug (um den Verstorbenen schnell zu begraben). Denn wenn es sich um einen Rechtschaffenen handelt, so bringt ihr ihn voran. Und wenn dies nicht der Fall ist, so werdet ihr ein Übel von euren Nacken los.“

942. [A39] Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hat stets gesagt: „Wenn das Totengeleit vorbereitet ist und die Männer den Sarg auf ihren Schultern tragen, dann sagt er (der/die Verstorbene), wenn er gut ist: ‚Bringt es voran!’ Und wenn er nicht gut ist, dann sagt er ihnen: ‚Wehe mir, wohin geht ihr mit mir?’ Jeder (jedes Geschöpf) hört es, außer den Menschen. Wenn die Menschen es hörten, würden sie tot umfallen.“

(Buchari 1314)

121. [A40] Ibn Schamasa Al-Muhri berichtete: Wir waren bei Amr Bin Al-’As, als er auf dem Sterbebett lag. Er weinte lange und drehte sein Gesicht zur Wand. Sein Sohn (Abdullah) sagte zu ihm: „O Vater, hat der Gesandte Allahs dir nicht dies und jenes (frohe Botschaft) verheißen?“ Er wandte sich uns mit seinem Gesicht zu und sagte: „Wahrlich das Wertvollste, was wir vorbereiten können, ist die Schahada (Zeugnis): La ilaha illa-llah, Muhammadan Rasulu-llah – dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt, und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Drei Phasen habe ich durchgemacht:

1. Niemand hat den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – mehr gehasst als ich, und es wäre mir nichts lieber gewesen als ihn zu besiegen und zu töten.

Wäre ich in jener Lage gestorben, wäre ich ein Bewohner des Feuers.

2. Als Allah den Islam in mein Herz legte, kam ich zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagte: ‚Strecke deine Hand aus, damit ich dir den Treueeid leiste!’ Als er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – seine Hand ausstreckte, zog ich meine Hand zurück. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: ‚Was ist mit dir, Amr?’ Ich sagte: ‚Ich hätte eine Bedingung.’ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: ‚Bedingung? Was für eine Bedingung?’ ‚Dass mir verziehen wird.’

Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: ‚Wusstest du denn nicht, dass der Islam tilgt, was vorher war? Und dass die Auswanderung ebenfalls tilgt, was vorher war? Und dass die Pilgerfahrt tilgt, was vorher war?’

Niemand war mir lieber als der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und niemand war für mich ehrenvoller als er, und aus Ehrfurcht konnte ich meine Augen kaum zum Antlitz des Propheten heben. Wenn man mich bitten würde, ihn zu beschreiben, könnte ich dies nicht tun, weil ich ihn (aus Ehrfurcht) mit meinen Augen nicht genug ansehen konnte. […]

Sadaqa für den Verstorbenen zu geben und Bittgebete für ihn zu sprechen

Allah, der Erhabene sagt:

„Und diejenigen, die nach ihnen gekommen sind, sagen: ‚Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorausgegangen sind. […]’“ (Qur’an 59:10)

949. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Wenn der Mensch gestorben ist, hören seine Werke auf, außer drei: andauernde Wohltätigkeit, Wissen, das anderen Nutzen bringt und rechtschaffene Nachkommen, die Bittgebete für ihn sprechen.“

(Muslim 1631)

Wenn die Menschen den Verstorbenen loben

950. Anas Bin Malik berichtete: Ein Leichenzug kam vorbei, während über ihn (den Toten) Gutes gesprochen wurde. Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es ist erreicht*, es ist erreicht, es ist erreicht.“ Ein anderer Leichenzug kam vorbei, während über ihn (den Toten) negativ gesprochen wurde. Der Prophet Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte dazu: „Es ist erreicht*, es ist erreicht, es ist erreicht.“ ’Umar sagte: „Mögen mein Vater und meine Mutter für dich geopfert werden! Ein Leichenzug kam vorbei, während über ihn (den Toten) Gutes gesprochen wurde, und du sagtest: ‚Es ist erreicht*, es ist erreicht, es ist erreicht.’ Ein anderer Leichenzug kam vorbei, während über ihn (den Toten) negativ gesprochen wurde, da sagtest du: ‚Es ist erreicht*, es ist erreicht, es ist erreicht.’“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wen ihr lobt, für den ist das Paradies bestimmt, und wen ihr negativ erwähnt, für den ist das (Höllen)feuer bestimmt. Denn ihr seid die Zeugen Allahs auf Erden. Ihr seid die Zeugen Allahs auf Erden. Ihr seid die Zeugen Allahs auf Erden.“

*Oder: So wurde es für ihn bestimmt, so wird es sein.

966. Sahl Bin Amr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – oder Sahl Bin Rabi’ Bin Amr Al-Ansari, der als Ibn Handaliya bekannt war und zu denen gehörte, die beim Ridwan-Treueid dabei waren, berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ging an einem Kamel vorbei, dessen Rücken mit dem Bauch verbunden war (also abgemagert). Er sagte: „Fürchtet Allah und (achtet auf oder kümmert euch um die Rechte) dieser wehrlosen Tiere, damit ihr auf ihnen reiten und sie essen könnt.“

(Al-Dschami’ 104, As-Silsila As-Sahiha von Albani Nr. 33, Abu Dawud überliefert mit einer guten Überlieferungskette, Nr. 2548.)

DenWeggefährten helfen

969.[A41]  Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Als wir auf einer Reise waren, begegneten wir einem Mann auf seinem Reittier, der nach links und rechts schaute. Da sagte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wenn jemand einen Rücken (d.h., ein Reittier, heute ein Auto o.ä.) übrig hat, soll er ihn dem geben, der keinen hat, und wer von euch Essen übrig hat, soll es dem geben, der keins hat.“ Abu Sa’id Al-Chudri sagte weiter: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – erwähnte noch verschiedene weitere Arten von Vermögen, bis wir erkannten, dass niemand von uns das Recht auf Überfluss besitzt.“

(Muslim 1728)


 Das Buch der Vorzüge

Der Vorzug des Koranlesens

991. Abu Umama – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs sagen: „Lest den Qur’an, denn er tritt am Tage der Auferstehung als Fürsprecher für seinen Gefährten auf.“

(Muslim 804)

993. ’Uthman Bin ’Affan – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Der Beste unter euch ist derjenige, der (oder diejenige, der oder die) den Qur’an gelernt und weitergelehrt hat.“

(Buchari 5027)

996. ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, Allah wird mit diesem Buch Völker erhöhen und andere erniedrigen.“

(Muslim 817)

997. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – überlieferte, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Nur auf zwei darf man neidisch sein: Auf jemanden, der von Allah die Fähigkeit bekommen hat, den Qur’an auswendig zu lernen, und der während der Nacht und während des Tages im Gebet steht und ihn rezitiert, und auf jemanden, dem Allah Reichtum gegeben hat, und der ihn nachts und am Tage spendet.“

(Buchari und Muslim)

999. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer einen Buchstaben aus dem Buch Allahs liest, für den gilt dies als gute Tat (Hassana), und eine gute Tat wird um das Zehnfache (belohnt). Ich sage nicht, Alif-Lam-Mim ist ein Buchstabe, sondern Alif ist ein Buchstabe, Lam ist ein Buchstabe, Mim ist ein Buchstabe.“

(Authentisch: Überliefert von Tirmidhi als guter, starker Hadith; Sahih al-Dschami’ 6469, und Albani hat ihn in Mischkatu-l-Masabih mit der Hadith-Nr. 2135 als sahih eingestuft.)

Das schöne Rezitieren des Qur’an

1006. Al-Bara’ Bin ’Azib – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Ich habe den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – im ’Ischa’-Gebet die Sure Wa-t-tini wa-z-Zaitun rezitieren hören. Ich habe nie jemanden gehört, der eine schönere Stimme hatte als er.”

(Buchari 7547, Muslim 464)

Vorzüge bestimmter Suren ud Ayat

1012. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – über die Sure Al-Ikhlas Folgendes sagte: „Qul huwa Allahu ahad kommt einem Drittel des Qur’an gleich.”

(Muslim 812)

Vorzüge der Gebetswaschung

 „O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr euch zum Gebet begebt, so wascht[28] euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellenbogen und streicht über euren Kopf und (wascht) eure Füße bis zu den Knöcheln. Und wenn ihr im Zustande der Unreinheit[29] seid, so reinigt euch. Und wenn ihr krank seid oder euch auf einer Reise befindet oder einer von euch von der Notdurft zurückkommt oder wenn ihr Frauen berührt[30] habt und kein Wasser findet, so sucht reinen[31] Sand und reibt euch damit Gesicht und Hände ab. Allah will euch nicht mit Schwierigkeiten bedrängen, sondern Er will euch nur reinigen und Seine Gnade an euch erfüllen, auf dass ihr dankbar sein möget.“ (Qur’an 5:6)

1024. Abu Huraira berichtete, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Meine Umma wird am Tage der Auferstehung mit den Spuren der sorgfältigen Gebetswaschung auf der Stirn und an den Hand- und Fußgelenken gerufen. Deshalb soll, wer von euch es kann, seine Spuren auf der Stirn und an den Hand- und Fußgelenken ausdehnen (oder vergrößern).“

(Muslim 246, Buchari 136)

1028. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: „Wenn der Gläubige* sein Wudu’ (Gebetswaschung) vornimmt und dabei

- sein Gesicht wäscht, verschwindet mit dem Wasser (oder dem letzten Tropfen Wasser) jede Sünde aus seinem Gesicht, die er mit seinen Augen begangen hat;

- seine Hände wäscht, verschwindet mit dem Wasser (oder dem letzten Tropfen Wasser) jede Sünde von seinen Händen, die er mit ihnen begangen hat, und

- seine Füße wäscht, verschwindet mit dem Wasser (oder dem letzten Tropfen Wasser) jede Sünde von seinen Füßen, zu der er hingelaufen ist, bis er von den Sünden rein ist.“

(Muslim 244, Tirmidhi 2)

* Auch: Diener.

1029. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kam zum Friedhof und sagte: „Friede sei mit euch, dem Haus der gläubigen Leute. Wir werden euch, in scha Allah  – wenn Allah es will, folgen. Ich wünschte, wir hätten unsere Brüder gesehen.“

Sie (die Gefährten) fragten: „Sind wir denn nicht deine Brüder, o Gesandter Allahs?“

Er antwortete: „Ihr seid meine Gefährten. Unsere Brüder aber sind noch nicht gekommen (noch nicht geboren).“

Sie fragten: „Wie erkennst du jemanden von deiner Umma, wenn sie noch gar nicht gekommen sind, o Gesandter Allahs?“

Er antwortete: „Seht, wenn ein Mann schwarze Pferde besitzt, die weiße Zeichen auf der Stirn und das Ringzeichen an den Hand- und Fußgelenken haben – würde er seine Pferde nicht erkennen können?“ Sie antworteten: „Doch, Gesandter Allahs!“ Er sagte: „Sie werden mit den Spuren der Gebetswaschung, dem Zeichen auf der Stirn und dem Zeichen an den Hand- und Fußgelenken, erscheinen. Und ich werde vor ihnen am Wasserbecken stehen, und es wird Männer geben, die von meinem Wasserbecken vertrieben werden, wie herumstreunende Kamele vertrieben werden. Ich werde sie rufen:(Kommt) zu mir geeilt!’ Es wird jedoch zu mir gesagt: ‚Sie haben nach dir Änderungen (in der Glaubenslehre) eingeführt.’ Dann werde ich sagen: ‚Weg mit ihnen! Weg mit ihnen!’“

(Muslim 249, Abu Dawud 23237, Nasa’i 150)

1030. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Soll ich euch nicht sagen, womit Allah Sünden vergibt und um Rangstufen erhöht?“

Man sagte: „Doch, o Gesandter Allahs!“

Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sorgfältiges Vollziehen des Wudu’ (Gebetswaschung) bei Verfehlungen, viele Schritte in die Moschee und nach einem Gebet auf das nächste Gebet warten: Dies ist euer Ribat, dies ist euer Ribat*.“

(Muslim 251, Tirmidhi 51)

* Ribat bedeutet ‚Verteidigung der Grenzen’. Siehe dazu das Kapitel „Ribat und die große Belohnung dafür“.

1031. Abu Malik Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Reinheit ist die Hälfte des Iman (des Glaubens).”

(Muslim 223)

Die Vorzüge des Adhan

1033. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn die Menschen den Gebetsruf und die erste Reihe schätzen würden und keinen Weg (dorhin) finden würden außer durch eine Verlosung, würden sie (um das Verkünden des Gebetsrufs und das Stehen in der ersten Reihe) losen. Und wüssten sie, was (für eine Belohnung) bei frühzeitigem Erscheinen zum Gebet zu erwarten ist, würden sie einen Wettlauf machen, und wüssten sie, was (für eine Belohnung) dafür zu erwarten ist, zum Nachtgebet und zum Morgengebet zu erscheinen, würden sie kommen, auch wenn sie kriechen müssten.“

(Muslim 437; Buchari 615, 654, 721, 2689; Tirmidhi 225; Nasa’i 539, 670)

1034. [A42] Mu’awiya sagte: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Die Muadhin (Gebetsrufer) werden am Tage der Auferstehung die längsten Hälse haben.“[32]

(Muslim 387, Ibn Madschah 725)

1036. Abu Huraira berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn zum Gebet gerufen wird, verschwindet der Teufel mit einem Windstoß, damit er den Gebetsruf nicht hört. Nach dem Gebetsruf kommt er wieder. Wenn dann erneut (die Iqama*) gerufen wird, verschwindet er erneut, und nach dem Iqama-Ruf kommt er wieder, um einem Menschen einzuflüstern und sagt: ‚Erinnere dich an dieses und jenes’ – woran er sich eigentlich nicht mehr erinnerte –, bis er nicht mehr weiß, wieviel er gebetet hat.“

* An dieser Stelle wird der Begriff Tathwib verwendet – eine andere Bezeichnung für Iqama –, der zweite Gebetsruf, der den Beginn eines Gebets ankündigt.

(Buchari 1231; Muslim 83, [1267]; Nasa’i 1252)

1037. Abdullah Bin ’Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Wenn ihr den Ruf (Gebetsruf) hört, dann sprecht das, was er (der Gebetsrufer) sagt, und dann sprecht die Segnung über mich aus, denn wer die Segnung über mich spricht, den wird Allah zehnfach segnen. Danach bittet Allah, mir die Wassila[33] zu gewähren, denn dies ist ein Rang im Paradies, der niemandem außer einem Diener von den Dienern Allahs zukommen wird. Ich hoffe, dieser (Diener) zu sein. Wer (Allah) für mich um diesen Rang bittet, der hat meine Fürbitte verdient.”

(Muslim 384)

1040. Sa‘d Bin Abi Waqqas berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer nach dem Hören des Muadhin (Gebetsrufer) sagt: ‚Aschhadu alla illaha illa-llah, wahdahu la scharika lah, wa anna Muhammadan ‘abduhu wa rasuluh, raditu bi-llahi rabban wa bi Muhammadin rasulan wa bi-l-islami dina – Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, dem Einen, der keinen Teilhaber hat, und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist. Ich bin zufrieden damit, dass Allah mein Herr ist, Muhammad mein Gesandter und der Islam meine Religion’, dem werden seine Sünden vergeben.“

(Muslim 386, Tirmidhi 210, Abu Dawud 525, Nasa’i 678, Ibn Madschah 721)

1041. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Das Bittgebet zwischen Adhan und Iqama (Gebetsruf und Gebetsbeginn) wird nicht abgewiesen.”

(Al-Dschami’ 3408, Irwa’ Al-Ghalil von Albani Nr. 224)

Vorzüge des Morgen- und des Nachmittagsgebetes

1047. Abu Bakr berichtete von seinem Vater: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer beide Gebete der kühlen Zeit (Fadschr- und Asr-Gebet) verrichtet hat, der wird ins Paradies eintreten.“

 (Buchari 574, Muslim 635)

1049.[A43]  Dschundub Bin Abdullah berichtete: Der Gesandte Allahs – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte: „Wer das Morgengebet verrichtet, steht unter dem Schutz Allahs. Deshalb sollte Allah euch seinetwegen* nicht zu Verantwortung ziehen. Denn wenn jemand dann etwas zu verantworten hat und Allah ihn deswegen zur Rechenschaft zieht, wird er ins Höllenfeuer geworfen.“

(Muslim 657)

*wegen eines Mannes, der das Morgengebet verrichtet hat

1050. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Engel des Tages und die Engel der Nacht wechseln sich bei euch ab; sie treffen sich zwischen der Zeit des Fadschr-Gebets und der des Asr-Gebets. Dann werden diejenigen, die bei euch waren, (zum Himmel) emporsteigen, und ihr Herr (Allah), Der es Selbst am besten weiß, wird sie fragen: ‚Wie (in welcher Lage) habt ihr meine Diener zurückgelassen?’ Sie werden antworten: ‚Als wir sie verließen, haben sie gebetet, und als wir zu ihnen kamen, beteten sie auch.’“

(Buchari 555, 7429, 7486; Muslim 632; Nasa’i 484)

1051. Dscharir Bin Abdullah berichtete: Wir waren beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, als er den Mond betrachtete. Es war eine Nacht, in der Vollmond war. Dabei sagte er: „Wahrlich, ihr werdet euren Herrn sehen, so wie ihr jetzt diesen Mond seht, ohne dass die Sicht behindert wird (oder: ohne, dass ihr dabei zweifelt). Wenn ihr könnt, lasst euch von dem Gebet vor dem Sonnenaufgang und von dem vor ihrem Untergang nicht abhalten.“ (D.h., man soll sich das Fadschr-Gebet und das Asr-Gebet nicht entgehen lassen). Danach rezitierte Dscharir:[…] Und lobpreise deinen Herrn vor dem Aufgang der Sonne und vor ihrem Untergang. […](Sure 20:130).

(Buchari 554, 573, 4851, 7434, 7435, 7436; Muslim 182, 633; Tirmidhi 2551; Ibn Madschah 177)

Die Vorzüge des Laufens zur Moschee

1053. Abu Huraira berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer am Morgen oder Abend zur Moschee geht, dem wird Allah ein Nuzul* im Paradies vorbereiten, und dies jedes Mal, wenn er hingeht – am Morgen oder am Abend.“

(Buchari 662, Muslim 669)

* Nuzul ist die Vorbereitung einer Audienz, eines Empfangs und alles Dazugehörigen zu Ehren eines hohen Gastes.

1054. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer bei sich zuhause Wudu’ vollzieht und anschließend zu einem der Häuser Allahs geht, um eine Pflicht von den Pflichten gegenüber Allah zu verrichten, dem wird jeder (einzelne) Schritt eine Sünde tilgen, und jeder Schritt wird ihn um eine Rangstufe erhöhen.“

1055. [A44] Ubay Bin Ka’b berichtete: Es gab da einen Mann, und ich kannte keinen, der weiter entfernt von der Moschee wohnte als er. Dennoch verpasste er kein (Dschama’a-)Gebet. Ich oder jemand anders sagte ihm:

„Wenn du doch nur einen Esel kaufen würdest, den du bei Hitze und Dunkelheit zu Hilfe nehmen könntest!“ Er erwiderte: „Ich würde mich nicht freuen, wenn mein Haus neben der Moschee wäre. Ich möchte, dass meine Schritte zur Moschee für mich niedergeschrieben werden, und ebenso, wenn ich zu meiner Familie zurückkehre.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah hat dir beides gewährt.“

(Muslim 663, Abu Dawud 557, Ibn Madschah 783)

An-Nawawi schreibt: Die Überlieferung: „[…] Ich möchte, dass meine Schritte zur Moschee für mich (als Belohnung) niedergeschrieben werden, und ebenso, wenn ich zu meiner Familie zurückkehre.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah hat dir beides gewährt“ oder „[…] alles niedergeschrieben, was du beabsichtigst“ oder „[…] hat dir beides niedergeschrieben“ oder „[…] hat dir beide Absichten niedergechrieben“ oder „[…] hat dir deine Absichten niedergeschrieben“.

Darin enthalten ist auch die Belohnung für die Schritte von der Moschee zurück nach Hause, so wie es der Fall auf dem Hinweg ist.

1056.[A45]  Dschabir Bin Abdullah berichtete, dass die Banu Salama in die Nähe der Moschee ziehen wollten. Diese (Nachricht) erreichte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und er sagte: „Ich habe erfahren, dass ihr in die Nähe der Moschee ziehen wollt.“ Sie sagten: „Ja, o Gesandter Allahs, wir wollen es gerne.“ Er sagte: „O Banu Salama, eure Häuser werden euch angeschrieben, eure Spuren sind eure Häuser, eure Spuren werden euch angeschrieben.“

Dschabir Bin Abdullah berichtete: Unsere Häuser waren von der Moschee weit weg, deshalb wollten wir unsere Häuser verkaufen, um in in die Nähe der Moschee zu ziehen. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – verbot uns dies und sagte: „Für euch ist mit jedem Schritt eine Rangstufe.“

1057. Abu Musa berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Von den Menschen erhält derjenige für das Gebet die größte Belohnung, der am weitesten entfernt ist – je weiter, desto besser (d.h. desto mehr Belohnung). Und derjenige, der so lange wartet, bis er es mit dem Imam betet, der übertrifft in der Belohnung denjenigen, der es (zuhause) betet und dann gleich schläft.“ Und in Abu Kuraibs Überlieferung heißt es:[…] bis er es mit dem Imam in der Dschama’a betet.“

(Buchari 651. Muslim 662)

1059. [A46] Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Soll ich euch nicht sagen, womit Allah Sünden vergibt und um Rangstufen erhöht?“ Man sagte: „Doch, o Gesandter Allahs!“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sorgfältiges Vollziehen des Wudu’ (Gebetswaschung) bei Verfehlungen, viele Schritte in die Moschee und nach einem Gebet auf das nächste Gebet warten: Dies ist euer Ribat, dies ist euer Ribat*.“

(Muslim 251, Tirmidhi 51)

* Ribat bedeutet ‚Verteidigung der Grenzen’. Siehe dazu das Kapitel „Ribat […] und die große Belohnung dafür“.

Vorzüge des Wartens auf das Gebet

1061. Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Belohnung ist wie die einer Person, die sich immer noch im Gebet befindet und die nichts davon abhält, zu ihrer Familie zu gehen, außer dem Gebet.“

(Buchari 659, Muslim 649 […], Abu Dawud 470)

Die Vorzüge des Gemeinschaftsgebets

1064. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Das Gebet in der Gemeinschaft ist siebenundzwanzigmal besser als das Gebet allein.”

(Buchari 645, Muslim. 650)

1065. [A47] Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Gebet eines Mannes in der Dschama’a ist mehr als fünfundzwanzig Rangstufen höher als das Gebet in seinem Geschäft oder bei sich zuhause. Wenn jemand Wudu’ vornimmt und ihn sehr gründlich vornimmt, dann zur Moschee geht und ihn nichts anderes zum Aufbruch zur Moschee bewegt als das Ziel, das Gebet zu verrichten, so wird er für jeden Schritt um eine Rangstufe erhöht und eine seiner Sünden getilgt, bis er die Moschee betreten hat. Sobald er die Moschee betritt, ist es so, als befände er sich im Gebet*, solange das Gebet ihn aufhält.

Und die Engel sprechen solange Bittgebte für ihn, wie er sich an seinem Gebetsplatz befindet (an dem er gebetet hat), und sie sagen: ‚O Allah, sei barmherzig mit ihm, o Allah, vergib ihm, o Allah, nimm seine Reue an!’, solange er dort niemandem schadet, nichts Schlechtes tut und sein Wudu’ nicht gebrochen ist. Und solange er er auf das Gebet wartet, ist es (bezüglich der Belohnung) so, als ob er sich im Gebet befindet.“

(Buchari 477, Muslim 649, Abu Dawud 559, Ibn Madschah 786)

* Die Person wird von Allah, dem Erhabenen, so belohnt, als würde sie sich die gesamte Zeit, in der sie auf das Gebet wartet, im Gebet befinden.

1068. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, ich spielte mit dem Gedanken*, zu befehlen, dass Holz gesammelt wird und dann einen Mann anzuweisen, die Leute im Gebet zu leiten, damit ich zu den Männern gehe, (die vom Gebet ferngeblieben sind) und ihre Häuser abbrenne.“

(Muslim 651)

* Oder er sagte: „Fast spielte ich mit dem Gedanken […].“

1069. […] Abdullah (Bin Mas’ud) berichtete: „Wer glücklich sein und Allah (am Yawmu-l-Qiyama) als Muslim begegnen möchte, der soll diese Gebete dort verrichten, wo sie ausgerufen werden. Allah hat Seinem Gesandten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – wahrlich die Sunan Al-Huda* auferlegt, und dies (die Gebete gemeinschaftlich zu verrichten) gehört zu den Sunan Al-Huda. Wenn ihr sie (grundlos) in euren Häusern verrichtet, wie der zuhause Gebliebene, dann werdet ihr von der Sunna eures Propheten abkommen, und wenn ihr die Sunna eures Propheten verlassen habt, werdet ihr irregeleitet. Niemand von euch vollzieht die Waschung und geht dann zur Moschee, ohne dass Allah ihm für jeden (einzelnen) seiner Schritte eine gute Tat niederschreibt und ihn so um eine Stufe erhöht und damit eine seiner Sünden tilgt. Es gab niemanden, der fernblieb, außer einem Heuchler, dessen Heuchelei bereits bekannt war. Man brachte den einen oder anderen Mann zwischen zwei Männern (die ihn stützten) geführt bis zu den Gebetsreihen (, um solchen kranken Männern zu helfen, bis zu den Reihen zu gelangen).“

(Muslim 654, Abu Dawud 550, Nasa’i 848, Ibn Madschah 777)

Abdullah Bin Mas’uds Aussage „Man brachte den einen oder anderen Mann zwischen zwei Männern geführt bis zu den Gebetsreihen“ heißt, dass zwei Männer einen Kranken rechts und links stützten, was Abdullah auch im vorangegangenen Hadith sagte:[…] während ein Kranker von zwei Männern gestützt wurde, um zum Gebet zu erscheinen.“ Dies zeigt die Wichtigkeit des Gemeinschaftsgebets und dass man Hindernisse in Kauf nehmen soll, um zu erscheinen; und wenn der Kranke dorthin gebracht werden kann, ist es vorzüglich für ihn, zu erscheinen.

Männer, die damals nicht zum Gemeinschaftsgebet kamen, waren meist Heuchler.

* Wege der Rechtleitung

1070. Abu ad-Darda’ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Es gibt keine drei (Männer) in einem Dorf oder in einer Wüste, unter denen das Gebet nicht verrichtet wird, ohne dass der Schaitan Einfluss auf sie hat. Ihr müsst an der Dschama’a (der Gemeinschaft) festhalten, denn der Wolf frisst das Schaf, das zurückgeblieben ist.“

As–Sa’ib (ein Überlieferer dieses Hadithes) sagte: „Mit Dschama’a ist hier das Gemeinschaftsgebet gemeint.“ (Dieser Hadith wurde von Scheich Albani in Sahih Abi Dawud 547 als hassan eingestuft.)

(Überliefert von Abu Dawud mit einer hassan Überlieferungskette.)

Der Ansporn dazu, das Morgen- und das Abendgebet in der Gemeinschaft zu verrichten

1071. ’Uthman Bin ’Affan berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer das ’Ischa’-Gebet in der Dschama’a verrichtet, für den ist es, als habe er die halbe Nacht im Gebet gestanden, und für den, der das Fadschr-Gebet in der Dschama’a verrichtet, ist es, als habe er die ganze Nacht gebetet.“

(Muslim 656, Tirmidhi 221, Abu Dawud 555)

656. [A48] Abdurrahman Bin Abu Amra berichtete: Nach dem Maghrib-Gebet betrat ’Uthman Bin ’Affan die Moschee, setzte sich alleine (an einen Platz), und ich setzte mich zu ihm. Da sagte er mir: „O mein Neffe, ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: ‚Wer das ’Ischa’-Gebet in der Dschama’a verrichtet, für den ist es, als habe er die halbe Nacht im Gebet gestanden, und für den, der das Fadschr-Gebet in der Dschama’a verrichtet, ist es, als habe er die ganze Nacht gebetet.’“

(Muslim 656, Tirmidhi 221, Abu Dawud 555)

Tirmidhi überliefert von ’Uthman Bin ’Affan – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, dass er berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer das ’Ischa’-Gebet in der Dschama’a verrichtet, für den ist es, als habe er die halbe Nacht in Qiyamu-l-Layl (im Gebet) gestanden. Wer das ’Ischa’- und das Fadschr-Gebet in der Dschama’a verrichtet, für den ist es, als habe er die ganze Nacht lang Qiyamu-l-Layl gemacht.“

(Tirmidhi: Ein hassan sahih Hadith)

1072. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn sie wüssten, was (für eine Belohnung) dafür zu erwarten ist, zum Nachtgebet und zum Morgengebet zu erscheinen, würden sie kommen, auch wenn sie kriechen müssten.“

(Muslim 437; Buchari 615, 654, 721, 2689; Tirmidhi 225; Nasa’i 539, 670)

1073. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die schwersten Gebete für die Heuchler sind das ’Ischa’- und das Fadschr-Gebet. Wüssten sie, was in beiden steckt (als Belohnung), würden sie kommen, selbst, wenn sie kriechen müssten. “[34]

(Buchari 657; Muslim 651 […]; Tirmidhi 217; Abu Dawud 548; Ibn Madschah 791, 797)

Der Befehl, die Pflichtgebete zu bewahren, und das eindeutige Verbot, diese zu unterlassen

 „[…] Haltet die Gebete ein, sowie das mittlere Gebet [...].“ (Qur’an 2:238)

„Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig.”( 9:5)

1074. Abdullah Bin Mas‘ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Welche Tat ist die vorzüglichste (d.h. Allah am liebsten)?” Er antwortete: „Das Verrichten des Gebets zur richtigen Zeit.” Ich fragte: Und welche dann? Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Den Eltern Güte erweisen.” Ich fragte: „Und welche dann?“ Er antwortete: „Der Dschihad (Einsatz) auf dem Wege Allahs.”

(Muslim 85; Buchari 527, 2782, 5970, 7534; Tirmidhi 173; Nasa’i 609, 610)

1075. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Islam ist auf fünf (Säulen) errichtet: der Glaube an die Einzigkeit Allahs, das Verrichten des Gebets, das Entrichten der Zakat, das Fasten im Ramadan und das Vollziehen der Hadsch.“

(Muslim 16, Buchari 8, Tirmidhi 2609)

1077. Mu’adh – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Als der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – mich in den Jemen entsandte, sagte er– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Du gelangst zu einem Volk der Schrift (Juden und Christen, die Gott auch Allah nennen. In der Muttersprache Jesu’, in Aramäisch, wird Gott Allaha genannt, also rufe sie auf, zu bezeugen, dass es keine Gottheit gibt außer Allah und dass ich der Gesandte Allahs bin. Wenn sie (dem) folgen, dann lehre sie, dass Allah ihnen als Pflicht fünf Gebete am Tag auferlegt hat. Wenn sie dem folgen, dann lehre sie, dass Allah ihnen eine Abgabe vorschreibt, die von den Reichen genommen und unter ihren Armen verteilt wird. Wenn sie dem folgen, hüte dich vor dem Wertvollen ihres Vermögens. (Erläuterungen von Ibn Uthaimin: hier heißt Kara’imu Amwalihim, dass er ein Mittelmaß finden solle, indem er nicht das Wertvollste von dem Vermögen ihrer Reichen nimmt, aber auch nicht das Schlechteste, um dies unter ihren Bedürftigen zu verteilen.) Und fürchte die Bittgebete des ungerecht Behandelten. Denn zwischen ihm und Allah gibt es keinen Vorhang.“

(Buchari 1496, Muslim 19)

1078. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Zwischen dem Menschen und der Götzendienerei und dem Unglauben ist das Unterlassen des Gebetes.”

(Muslim 82)

1080. Schaqiq Bin Abdullah – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – der Tabi’i, über dessen Würde sich (die Gelehrten) einig waren, sagte: „Die Gefährten des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – betrachteten das Unterlassen keiner Tat als Kufr (Unglaube), außer dem Unterlassen des Gebets.“

(Tirmidhi überliefert dies im Kapitel über den Iman mit einer authentischen Überlieferungskette.)

1081. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das erste, wonach ein Diener am Tage des Gerichts zu seinen Taten befragt wird, ist sein Gebet. Wenn seine Gebete vollständig sind, dann ist er erfolgreich. Wenn sie nicht vollständig sind, dann hat er verloren. Wenn von seinen Pflichtgebeten etwas fehlt, wird der Herr – erhaben und mächtig ist Er – sagen: ‚Schaut, ob mein Diener freiwillige Gebete hat, womit die fehlenden Pflichtgebete ersetzt werden können.’ Und so werden alle seine Taten behandelt.“

(Laut Tirmidhi ein hassan Hadith)


Die Vorzüge der ersten Gebetsreihe

 und der Befehl, die ersten Reihen zu vervollständigen, sie gerade auszurichten und die Lücken zu füllen

1082. Dschabir Bin Samura – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – trat zu uns heraus (um das Gebet zu verrichten) und sagte: „[…] Wollt ihr nicht so in Reihen stehen, wie die Engel bei Ihrem Herrn stehen?“ Wir fragten: „O Gesandter Allahs, und wie stehen die Engel bei Ihrem Herrn?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –antwortete: „Sie vervollständigen die vorderen Reihen und stellen sich dicht nebeneinander.“

(Muslim 430, Abu Dawud 661, Nasa’i 815, Ibn Madschah 992)

1083. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn die Menschen den Gebetsruf und die erste Reihe schätzen würden und keinen anderen Weg (dorthin) finden würden als eine Verlosung, würden sie (das Verkünden des Gebetsrufs und das Stehen in der ersten Reihe) auslosen.“

(Muslim 437; Buchari 615, 654, 721, 2689; Tirmidhi 225; Nasa’i 539, 670)

1084. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die besten (Gebets-)Reihen der Männer sind die ersten und die schlechtesten die letzten. Die besten (Gebets-)Reihen der Frauen sind die letzten und die schlechtesten die ersten.”

(Muslim 440)

349. Abu Mas’ud berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Steht gerade und seid nicht uneinig, sodass eure Herzen uneinig werden. Es sollen sich hinter mich die stellen, die Reife und Verstandesgabe erreicht haben (erwachsen sind), dann die, die ihnen folgen und dann die, die ihnen folgen.“

(Muslim 432; Abu Dawud 674; Nasa’i 806, 811; Ibn Madschah 976)

1087. Anas Bin Malik – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Stellt euch in gerade Reihen, denn gerade Reihen gehören zur Vollständigkeit des Gebets.“

(Muslim 433, Buchari 723, Abu Dawud 668, Ibn Madschah 993)

1088. Er (Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –) berichtete: Es wurde (einmal) zum Gebet gerufen und der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – wandte sich mit seinem Gesicht zu uns und sagte: „Vervollständigt die Reihen, denn wahrlich, ich sehe euch hinter meinem Rücken.“

(Dies ist Bucharis wörtliche Überlieferung, und bei Muslim kommt sie sinngemäß vor.)

Und in einer anderen Überlieferung von Buchari heißt es: „Der eine von ihnen klebte seinen Schulter an die Schulter seines Gefährten und seinen Fuß an dessen Fuß.“

(Muslim 434, Buchari 718)

Die Vorzüge dessen, freiwillige (Ratiba-)Gebete neben den Pflichtgebeten zu verrichten, und die Erklärung, wieviel das Mindeste und wieviel das Vollständigste und was dazwischen ist

1097. Die Mutter der Gläubigen Umm Habiba Ramla Bint Abi Sufyan – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Es gibt keinen muslimischen Diener, der für Allah, den Erhabenen, täglich neben den vorgeschriebenen (Pflicht-)Gebeten zwölf Raka’at freiwillig verrichtet, dem Allah kein Haus im Paradies baut“ oder: „[…] dem nicht ein Haus im Paradies gebaut wird.”

(Muslim 728)

1098. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete:

Ich betete mit dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zwei Raka’at vor und zwei nach dem Mittagsgebet, zwei Raka’at nach dem Freitagsgebet, zwei Raka’at nach dem Maghrib-Gebet und zwei Raka’at nach dem ’Ischa’-Gebet.”

(Buchari 937, Muslim 729)

1099. Abdullah Bin Mughaffal Al-Muzani berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Zwischen den beiden Gebetsrufen (Adhan und Iqama) gibt es ein (freiwilliges) Gebet (von zwei Raka’at)“ – dies wiederholte er dreimal, und beim dritten Mal sagte er: „Wer es will.“

Das Sicherstellen der zwei Raka’at vor dem Morgengebet

1100. Aischa berichtete: „Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ließ nie die vier Raka’at vor dem Mittagsgebet und die zwei Raka’at vor dem Morgengebet aus.“

(Buchari)

1101. Und sie (Aischa) berichtete: „Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – strebte nach keinem der freiwilligen (Gebete) mehr als nach den zwei Raka’at des Fadschr (vor dem Morgengebet).“

(Buchari und Muslim)

1102. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die zwei Fadscr-Raka’at (vor dem Morgengebet) sind besser als die Welt und was darin ist.“ In einer anderen Überlieferung heißt es:[…] Sie sind mir lieber als die ganze Welt.“

(Muslim 725)

Leichte, kurze Fadschr-Raka’at

1104. Aischa berichtete: „Wenn das Morgengebet fällig war, verrichtete der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zwei leichte Fadschr-Raka’at, sodass ich mich fragte, ob er in ihnen (überhaupt) die Eröffnungssure rezitierte.“

1125. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Als wir in Medina waren und der Gebetsrufer zum Maghrib-Gebet rief, eilten sie (die Betenden) zu den Säulen und beteten zwei Raka’at. Wäre ein Fremder hereingekommen, hätte er gedacht, dass das (Maghrib-)Gebet schon gebetet wurde, wegen der vielen Betenden.“

(Muslim 837)


 Die Vorzüge des Duha-Gebets (Vormittagsgebet)

Die Anzahl der Raka’at und die Ermutigung, diese zu verrichten

1139. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete:

„Mein Freund – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hat mir empfohlen, drei Tage in jedem Monat zu fasten, die zwei Raka’at des Duha-Gebets* und das Witr(-Gebet) vor dem Schlafengehen zu verrichten.“

(Buchari 1981, Muslim 721)

* ca. eine Viertelstunde nach dem Sonnenaufgang bis ca. eine Viertelstunde vor der Zeit des Mittagsgebets; siehe Erläuterung von Ibn Uthaimin Seite 3/369

1140. [A49] Abu Dharr berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „An jedem Tag ist auf jedes eurer Gelenke eine Sadaqa (Almosen für die Bedürftigen) zu geben. So ist jede Lobpreisung (Subhan Allah) eine Sadaqa, jede Tahmida (Al-hamdu li-llah) ist eine Sadaqa, jede Tahlila (la ilaha illa-llah – es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah) ist eine Sadaqa, und jede Takbira (Allahu akbar) ist eine Sadaqa. Das Gute zu gebieten ist eine Sadaqa, und das Schlechte zu verbieten ist eine Sadaqa. All dies ersetzen (nur) die zwei Raka’at des Duha-Gebets*.“

* Zwei freiwillige Gebetseinheiten, die man nach dem Sonnenaufgang, bis kurz vor dem Mittagsgebet, beten kann.

1141. Aischa berichtete: „Der Gesandte pflegte beim Duha (Vormittagsgebet) vier Raka’at zu verrichten, und er betete so viel mehr, wie Allah es wollte.“

(Muslim)

1142. Umm Hani Fachita – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –, die Tochter Abu Talibs, berichtete: „Als ich im Jahr des Sieges zum Propheten ging, nahm er gerade ein Bad. Als er mit seinem Bad fertig war, verrichtete er acht Raka’at. Das war Duha (am Vormittag).“

(Dies ist die Zusammenfassung einer der Versionen von Imam Muslim.

Buchari 357, Muslim 336.)

  

Zwei Raka’at als Begrüßung der Moschee beim Betreten der Moschee zu verrichten

1144. Abu Qatada – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Wenn jemand von euch die Moschee betritt, soll er sich nicht setzen, bevor er zwei Raka’at gebetet hat.“

(Buchari 444, Muslim 714)

Die Vorzüge des Freitags

„Und wenn das Gebet beendet ist, dann zerstreut euch im Lande und trachtet nach Allahs Gnadenfülle und gedenkt Allahs häufig, auf dass ihr Erfolg haben möget.“ (Qur’an 62:10)

1147. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Der beste Tag, an dem die Sonne aufgeht, ist der Freitag: An ihm wurde Adam erschaffen, an ihm trat er in das Paradies ein, und an ihm wurde er aus dem Paradies vertrieben.“

(Muslim 854)

1148. [A50] Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Wer die Gebetswaschung gründlich verrichtet, zum Freitagsgebet kommt und (der Freitagspredigt) aufmerksam zuhört, dem wird vergeben, (was) zwischen diesem und dem (nächsten) Freitag (passiert) und noch dazu drei weitere Tage. Wenn jemand Kieselsteine (Steinchen) berührt, ist das wie das unsinniges Gerede.“

(Muslim 857)

1149. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte zu sagen: „Die fünf Gebete, Dschum‘a zu Dschum‘a und (das Fasten) Ramadan zu Ramadan sind eine Tilgung der Sünden, (die) zwischen ihnen (zwischen den beiden Freitagen begangen wurden), wenn große Sünden vermieden werden.“

(Muslim 233, Tirmidhi 214)

Vorzüge des Qiyamu-l-Layl (das freiwillige Beten in der Nacht)

„Und unterbrich deswegen (für die Lesung) in der Nacht deinen Schlaf – (vollbringe) diese (Leistung) freiwillig. Es mag sein, dass dich dein Herr (dafür) zu einem löblichen Rang erweckt.“ (Qur’an 17:79)

„Ihre Seiten halten sich fern von (ihren) Betten. […](32:16)

„Sie schliefen nur einen kleinen Teil der Nacht.“ (51:17)

1160. Aischa berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – nachts zum Gebet aufstand und so lange betete, bis seine Füße anschwollen. Ich fragte ihn: „Warum tust du das, o Gesandter Allahs, obwohl dir doch bereits deine vergangenen und deine künftigen Sünden vergeben wurden?“ Er sagte: „Soll ich denn kein dankbarer Diener sein?“

(Buchari und Muslim)

Auch Mughira Bin Schu‘ba überliefert Ähnliches.

(Buchari und Muslim)

1163. [A51] Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu mir: „O Abdullah, sei nicht wie der Soundso, der nachts zum Qiyam aufstand (um freiwillige Gebete zu verrichten), dann aber mit dem Qiyamu-l-Layl wieder aufhörte.“

(Buchari und Muslim)

Die Vorzüge des Siwak* und die Merkmale der Fitra**

* Siwak: spezielles Hölzchen zum Reinigen der Zähne, auch Miswak genannt

** die natürliche, angeborene Veranlagung

1196. Abu Huraira berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn ich nicht die Gläubigen (in Zuhairs Hadith: meine Umma) damit belasten würde, hätte ich ihnen befohlen, zu jedem Gebet den Siwak zu benutzen.“

(Muslim 252, Abu Dawud 46, Nasa’i 533, Ibn Madschah 287)

1197. Hudhayfa berichtete: Wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in der Nacht zum Gebet aufstand, reinigte er seinen Mund mit dem Siwak.

(Muslim 255; Buchari 245, 889, 1136; Abu Dawud 55; Nasa’i 1620; 1621, 1622, 1623; Ibn Madschah 286)

1200. Schuraih berichtete: Ich fragte Aischa: „Womit pflegte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zu beginnen, wenn er sich in sein Haus begab?“ Sie sagte: „Mit dem Siwak.“

(Muslim 253, Ibn Madschah 290, Nasa’i 8)

1201. Abu Musa berichtete: „Ich trat beim Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ein, während sich ein Ende des Siwak in seinem Mund befand.“

(Muslim 254, Buchari 244, Abu Dawud 49, Nasa’i 3)

1203. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Zu der Fitra (natürliche Veranlagung des Menschen) gehören fünf: Die Beschneidung, das Rasieren des Schambereichs, das Schneiden der Nägel, das Zupfen der Achselhöhlen(haare) und das Schneiden des Schnurrbartes.“

(Buchari 5889, Muslim 257)

1204. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Zehn (Dinge) gehören zu der Fitra (natürliche Veranlagung des Menschen): Das Schneiden des Schnurrbartes, das Wachsenlassen des Bartes, Siwak (Zähneputzen), die Nase mit Wasser spülen, das Schneiden der Nägel, das Waschen der Fingerknöchel, das Auszupfen der Achselhöhlen(haare), das Rasieren des Intimbereichs und das Verwenden von Wasser (für die Reinigung nach der Notdurft).“ Der Überlieferer sagte: „Ich habe das zehnte vergessen, wenn es nicht das Ausspülen des Mundes ist.“

(Muslim 261)

1205. Ibn ‘Umar berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Kürzt den Schnurrbart und lasst den Bart.“

(Muslim 259; Nasa’i 15, 5241)

 Die Vorzüge des Fastens und anderer rechtschaffener Taten in den ersten zehn Tagen des Monats Dhu-l-Hidscha

1249. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Es gibt keine Tage, an denen gute Taten Allah lieber sind als diese.“ (D.h. die Ayyam Al-’Aschr – die ersten zehn Tage des Monats Muharram). Man fragte: „O Gesandter Allahs, nicht einmal der Einsatz auf dem Wege Allahs?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Nicht einmal der Einsatz auf dem Wege Allahs, außer einem Mann, der mit seinem Leben und seinem Vermögen (in den Kampf) zieht und mit keinem von beiden zurückkehrt.“

(Buchari 969)

Vorzüge des Fastens am Arafa-Tag und an Aschura bzw. Tasu’a (9. und 10. Muharram)

1250. Abu Qatada – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Man befragte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zum Fasten am Arafa-Tag. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es sühnt das vergangene und das laufende Jahr.“

(Muslim 1162)

1252. Abu Qatada – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –zum Fasten am Aschura-Tag befragt wurde. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es sühnt das vergangene Jahr.“

(Muslim 1162)


Das Buch der Hadsch (Pilgerfahrt)

Die Pflicht zur Hadsch und deren Vorzüge

[…] Und der Menschen Pflicht gegenüber Allah ist die Pilgerfahrt zum Hause, wer da den Weg zu ihm machen kann. Wer aber ungläubig ist - wahrlich, Allah ist nicht auf die Welten[35] angewiesen.“ (Qur’an 3:97)

1271. Ibn ’Umar berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Islam ist auf fünf (Säulen) gebaut: die Schahada ‚Es gibt keinen Gott außer Allah und Muhammad ist Sein Diener und Gesandter’ zu sprechen, das Gebet zu verrichten, die Zakat (Abgabe) entrichten, die Hadsch zum Hause (Allahs) vollziehen und im Ramadan zu fasten.“

(Muslim 16, Buchari 8, Tirmidhi 2609)

1273. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – gefragt wurde: „Welche Tat ist die beste?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Glaube an Allah und Seinen Gesandten.” Man fragte: „Was noch?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Einsatz auf dem Wege Allahs.“ Man fragte: „Was noch?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die pflichtgemäß verrichtete Hadsch.“

(Buchari 26,Muslim 83)

Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Von Umra zu Umra werden die Sünden der Zeit dazwischen getilgt, und für die vollständig vollzogene Hadsch (Pilgerfahrt) gibt es keinen anderen Lohn als das Paradies.“


Das Buch des Dschihads (Verteidigungskampf, der Einsatz auf dem Wege Allahs)

Die Pflicht zum Dschihad und seine Vorzüge

1286. Abdullah Bin Mas‘ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich fragte: „O Gesandter Allahs, welche Tat ist die vorzüglichste (d.h. Allah am liebsten)?” Er antwortete: „Das Verrichten des Gebets zur richtigen Zeit.” Ich fragte: „Und welche dann?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Den Eltern Güte erweisen.” Ich fragte: „Und welche dann?“ Er antwortete: „Der Dschihad (Einsatz) auf dem Wege Allahs.”[36]

(Muslim 85; Buchari 527, 2782, 5970, 7534; Tirmidhi 173; Nasa’i 609, 610)

1342.[A52]  Abu Abdullah Dschabir Bin Abdullah Al-Ansari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: (Eines Tages) waren wir mit dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf einem Feldzug, als er sagte: „In Medina gibt es Männer, die bei euch sind, ganz gleich wohin ihr marschiert und ganz gleich welches Tal ihr passiert. Aber Krankheit hat sie verhindert (davon abgehalten, mit euch zusammen zu sein).“

Und in einer anderen Überlieferung heißt es: „Sie haben einen Anteil an eurer Belohnung.“

(Muslim)

Buchari überliefert es ebenfalls von Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, der berichtete: Wir kamen mit dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – von der Ghazwat Tabuk (dem Feldzug von Tabuk) zurück, als er sagte: „In Medina sind Leute zurückgeblieben, die mit uns sind, ganz gleich welches Gebirge und welches Tal wir passieren. Aber ein Grund verhinderte sie.“

(Buchari 2839, Muslim 1911, Ibn Madschah 2765)

1343. Abu Musa Abdullah Bin Qays Al-Asch’ari  – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Man fragte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – über einen Mann, der kämpft, um mit seiner Tapferkeit anzugeben, einen anderen, der aus Stolz kämpft und einen weiteren, der aus Wichtigtuerei kämpft – wer von ihnen kämpft auf dem Wege Allahs? Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer kämpft, damit das Wort Allahs das höchste ist, ist auf dem Wege Allahs.“

(Buchari und Muslim)

1352. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – und Abu Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichteten, dass der Prophet sagte: „Der Krieg ist eine Täuschung.“

(Buchari 3030, Muslim 1739)

Vorzüge der Befreiung von Sklaven

„Doch er bezwang das Hindernis nicht. * Und was lehrt dich wissen, was das Hindernis ist? * (Es sind:) das Befreien eines Nackens.” (Qur’an 90:11-12)

1358. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer einen muslimischen Sklaven befreit, dem befreit Allah für jedes Glied (des Befreiten) eines seiner Glieder aus dem Höllenfeuer, einschließlich der Geschlechtsteile.“

(Buchari 6715, Muslim 1509)

Die Vorzüge des Großmuts beim Verkaufen, beim Kaufen, beim Fragen nach einer Schuld, beim Zurückzahlen einer Schuld und der Aufrichtigkeit beim Messen und Wiegen

Das Verbot zu betrügen und der Vorzug dessen, dem bedürftigen Schuldner Aufschub zu gewähren und/oder (seine Schulden) zu erlassen

[…] Und was immer ihr an Gutem tut, wahrlich, Allah weiß es wohl.“ (Qur’an 2:215)

„O mein Volk, gebt volles Maß und Gewicht nach Richtigkeit und betrügt die Menschen nicht um ihr Eigentum. […](11:85)

„Wehe denjenigen, die das Maß verkürzen *, die, wenn sie sich von den Leuten zumessen lassen, volles Maß verlangen. * Und dann jedoch, wenn sie es ihnen ausmessen oder auswägen, verkürzen sie es. * Glauben diese nicht, dass sie auferweckt werden * an einem großen Tag *, an dem die Menschen vor dem Herrn der Welten stehen werden?“ (83:1-6)

1367. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ein Mann kam zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und verlangte auf eine grobe Weise eine Schuld. Die Gefährten (des Propheten) näherten sich dem Mann. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Lasst ihn. Wer Anspruch auf etwas hat, der hat das Recht, sich zu äußern.“ Dann sagte er: „Gebt ihm ein Kamel, dass wie sein Kamel ist!“ Sie sagten: „O Gesandter Allahs, wir finden keines wie seins, sondern (nur) eines, das wertvoller ist als sein Kamel.“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dann gebt es ihm, denn die Vorzüglichsten unter euch sind die, die am besten (ihre Schuld) begleichen.“[37]

(Buchari 6715, Muslim 1509)

1368. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Möge Allah barmherzig sein mit dem Menschen, der großmütig ist, wenn er verkauft oder kauft oder wenn er nach seinem Recht fragt.“

(Buchari 2076)

1369. Abu Qatada – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer sich darüber freuen möchte, dass Allah ihn vor der Trauer des Tages der Auferstehung rettet, der soll mit dem Bedürftigen (der seine Schuld nicht bezahlen kann) Nachsicht haben oder sie (die Schuld) erlassen.“

(Muslim 1563)

1370. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Mann gab den Menschen Kredite und pflegte seinen Angestellten zu sagen: ‚Wenn ein Bedürftiger (der seine Schuld nicht bezahlen kann) kommt, habe Nachsicht mit ihm, vielleicht wird Allah auch Nachsicht mit uns haben.’ Allah hatte Nachsicht mit ihm, als er starb.“

(Buchari 3480, Muslim 1562)

1371. Abu Mas’ud Al-Badri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Als ein Mann von einem Volk vor euch zur Rechenschaft gezogen wurde (nachdem er gestorben war), hatte er keine guten Taten, außer dass er mit Menschen verkehrte, während er reich war und seinen Angestellten befahl, Nachsicht mit den Bedürftigen zu haben (die ihre Schulden nicht bezahlen konnten). Da sagte Allah, der Erhabene: ‚Wir sind dessen würdiger als er! Habt Nachsicht mit ihm!’“

(Muslim 1561)

 Das Buch des Wissens

Die Vorzüge des Wissens, um Allahs willen zu lernen und zu lehren

[…]  Sprich: ‚O mein Herr, mehre mein Wissen.’“ (Qur’an 20:114)

[…] Sprich: ‚Sind solche, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?’ […](39:9)

[…] Allah wird die unter euch, die gläubig sind, und die, denen Wissen gegeben wurde, um Rangstufen erhöhen. […](58:11)

[…] Wahrlich, nur die Wissenden unter Seinen Dienern fürchten Allah. […](35:28)

1376. Mu’awiya – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wem Allah Gutes will, den lässt er in der Religion Fiqh gewinnen.“[38]

(Buchari 3116, Muslim 1037)

1377. Ibn Mas’ ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Man sollte nicht neidisch sein, außer auf zwei Personen: Auf jemanden, dem Allah Reichtum gegeben hat, welchen er in gerechter Weise verteilt, und auf jemanden, der von Allah Weisheit erhalten hat und danach urteilt und sie lehrt.”

(Buchari 73, Muslim 816)

1379. Sahl Bin Sa’d – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu Ali: „Bei Allah, wenn Allah durch dich einen einzigen Mensch rechtleitet, ist das besser für dich als rote Kamele[A53] .“

(Buchari 79, Muslim 2282)

1380. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Verbreitet (Nachrichten) von mir, und sei es nur ein einziger Vers!“

(Buchari 3461)

1381. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer einen Weg einschlägt, um nach Wissen zu suchen, dem wird Allah dafür einen Weg zum Paradies ebnen.“

(Muslim)

1382. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer zur Rechtleitung aufruft, erhält genauso viel Lohn wie jeder, der ihr folgt, ohne dass dessen Lohn vermindert wird.“

(Muslim 2674)

1383. [A54] Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn der Mensch gestorben ist, hören seine Werke auf, außer drei: andauernde Wohltätigkeit, Wissen, das anderen Nutzen bringt und rechtschaffene Nachkommen, die Bittgebete für ihn sprechen.“

(Muslim 1631)

1388. Abu ad-Darda’ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer einen Weg beschreitet, um sich Wissen anzueignen, dem wird Allah einen Weg zum Paradies erleichtern. Aus Zufriedenheit senken die Engel ihre Flügel über den, der nach Wissen strebt. Die Bewohner des Himmels und der Erde, ja sogar die Fische im Wasser bitten (Allah) für den ’Alim (den Wissenden, Gelehrten) um Vergebung. Der Vorzug (seine Stufe, sein Rang) eines Gelehrten einem Betenden gegenüber ist wie der Rang des Mondes allen anderen Sternen gegenüber. Die Gelehrten sind wahrlich die Erben der Propheten, und die Propheten haben weder Dinar noch Dirham hinterlassen. Sie haben vielmehr das Wissen hinterlassen. Wer es (das Wissen) annimmt, der hat sehr großes Glück.”

(Authentisch: Abu Dawud 3641, 3642; Tirmidhi 2684; Sahih Al-Dschami’ 6298; Sahih Abu Dawud von Albani 3096)

1389. Ibn Mas‘ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Möge Allah das Aussehen eines Menschen blühen lassen, der etwas von mir hört und davon berichtet, wie er es gehört hat. Denn es kommt vor, dass jemand, dem etwas berichtet wurde, bewusster ist als der Berichterstatter.“

(Tirmidhi: ein guter, gesunder Hadith. Ein Sahih-Hadith, überliefert von Tirmidhi, Nr. 2657; Ibn Madschah 232, 3506; Abu Dawud überliefert von Zaid ibn Thabit Nr. 3660; Al-Dschami’ 6764 und in Mischkatu-l-Masabih von Albani als sahih eingestuft mit der Nr. 230.)

1390. [A55] Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hat gesagt: „Wer nach Wissen gefragt wird und es verschweigt, dem (dessen Mund) wird am Tag der Auferstehung ein Zügel aus Feuer angelegt.“

(Abu Dawud und Tirmidhi: ein guter Hadith. Ein guter Sahih-Hadith laut Abu Dawud Nr. 3658 und Tirmidhi Nr. 2649; Sahih Al-Dschami’ 6284; Sahih Abu Dawud von Albani 3106.)

1391. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer sich Wissen von dem Wissem aneignet, was man (normalerweise) um Allahs – des Mächtigen und Erhabenen – willen lernt, nur um dadurch Interessen des diesseitigen Lebens zu verfolgen, der wird am Tage der Auferstehung den Wohlgeruch des Paradieses nicht einmal riechen.“

(Al-Dschami’ 6159, Sahih-Hadith von Abu Dawud mit der Nr. 3664, der von Albani in Mischkatu-l-Masabih ebenfalls als sahih eingestuft wird. Ibn Madschah 252.)

Erläuterungen zu Riyadus Salihin von Ibn Uthaimin 3/555: D.h., das Wissen für das diesseitige Leben, wie z.B. Ingenieurwesen, Bauwesen, Mechanik usw. Auch wenn die Absicht ist, ein erfolgreicher Ingenieur zu werden und ein gutes Gehalt zu bekommen, ist nichts daran auszusetzen. Wenn man aber beabsichtigt, den Muslimen Nutzen zu bringen, so ist das besser und man wird dafür belohnt und profitiert sowohl im Diesseits als auch im Jenseits davon. Wenn man es aber nur für das Diesseits tut, ist nichts daran auszusetzen. Aber wenn jemand sich religiöses Wissen und alles, was damit zu tun hat, aneignet, darf dieses Wissen kein anderes Ziel haben außer Allah. Wer dies also für das diesseitige Leben erlangen möchte, der wird nicht einmal den Wohlgeruch des Paradieses riechen. Das ist eine harte Bedrohung, die zeigt, dass wenn sich jemand religiöses Wissen aneignet, um etwas vom Diesseits zu erlangen, er eine der großen Sünden begangen hat und sein Wissen nicht gesegnet wird.

1392. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Allah wird den Menschen das Wissen nicht nehmen, indem Er es ihnen entreißt, vielmehr wird Er ihnen das Wissen nehmen, indem Er die Gelehrten nimmt, bis es keinen Gelehrten mehr gibt. Dann werden die Menschen Unwissende zu ihren Führern nehmen, die befragt werden und ohne zu wissen antworten. Diese irren und führen auch die anderen in die Irre!“

(Buchari 100, Muslim 2673)


 Das Buch der Lobpreisung Allahs, des Erhabenen, und des Dankes Ihm gegenüber

Die Pflicht zum Dank

 „So gedenkt also Meiner, damit Ich eurer gedenke; und seid Mir dankbar und verleugnet Mich nicht.“ (Qur’an 2:152)

[…] Wenn ihr dankbar seid, so will Ich euch wahrlich mehr geben. […](14:7)

„Und sprich: ‚Alles Lob gebührt Allah. […]’“ (17:111)

„Ihr Ruf dort wird sein: ‚Preis Dir, o Allah!’ Und ihr Gruß dort wird ‚Frieden!’ sein. Und zuletzt werden sie rufen: ‚Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten[39].’“ (10:10)

1393. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete:

„Als dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in der Nacht seiner Himmelfahrt zwei Becher, einer mit Wein und der andere mit Milch, angeboten wurden, sah er sie sich an und nahm die Milch. Daraufhin sagte Gabriel (a): „Gepriesen sei Allah, Der dich zur Fitra (natürliche Veranlagung) rechtgeleitet hat! Wenn du den Wein genommen hättest, wäre deine Gemeinde irregegangen.“

(Buchari 4709, Muslim 168)

1396. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, Allah ist mit dem Diener zufrieden, der einen Bissen isst und (Allah) dafür lobpreist und einen Schluck trinkt und (Ihn) dafür lobpreist.“

(Muslim 2734)

Das Buch der Segnungen auf dem Gesandten Allahs  – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden

Die Segnungen auf dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, ihre Vorzüge und wie man dies macht

„Wahrlich, Allah sendet Segnungen auf den Propheten, und Seine Engel bitten darum für ihn. O ihr, die ihr glaubt, bittet (auch) ihr für ihn und wünscht ihm Frieden in aller Ehrerbietung.“ (Qur’an 33:56)

1397. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer über mich den Segenswunsch spricht, über den spricht Allah zehnmal (soviel Segen).“

(Muslim 384, 408)

1401. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Macht aus meinem Grab kein Fest (zum Feiern), sondern sprecht den Segenswunsch über mich, wahrlich euer Segenswunsch wird mir übermittelt, wo auch immer ihr seid.“

(Al-Dschami’ 7226 und Sahih Abu Dawud 2042, von Albani [als sahih eingestuft] Nr. 1796 und in Mischkatu-l-Masabih [als hassan eingestuft] Nr. 926.)

1403. Ali – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Geizige ist jener, in dessen Beisein ich erwähnt werde und der keinen Segenswunsch über mich spricht.“

(Al-Dschami’ 2878 und Sahih At-Tirmidhi 3546, von Albani [als sahih eingestuft] mit der Hadith-Nr. 2811.)

1404. ‘Abdullah Bin Abi Layla sagte: Ich begegnete Ka‘b Bin ‘Udschra. Er fragte: „Soll ich dir nicht ein Geschenk* machen? Als der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zu uns herauskam, fragten wir: ‚Wir wissen, wie wir dich begrüßen (nämlich mit Salam, dem Friedensgruß). Doch wie sprechen wir Salawat über dich?’ Er sagte: ‚Sprecht: Allahumma salli ’ala Muhammadin wa ‘ala ali Muhammad, kama sallayta ‘ala ali Ibrahim, innakka hamidun madschid, Allahumma barik ’ala Muhammadin wa ‘ala ali Muhammad, kama barakta ‘ala ali Ibrahim, innakka hamidun madschid – O Allah, schenke Muhammad Frieden und den Angehörigen Muhammads, wie Du Abrahams Angehörigen Frieden geschenkt hast. Wahrlich, Du bist des Preises und des Ruhmes würdig! O Allah, segne Muhammad und die Angehörigen Muhammads, wie Du die Angehörigen Abrahams gesegnet hast. Du bist des Preises und des Ruhmes würdig!’“

(Muslim 406; Buchari 3370, 4797, 6357; Tirmidhi 483; Abu Dawud 976, 977; Nasa’i 1286, 1287, 1288; Ibn Madschah 904)

* D.h., indem er ihm einen Hadith überliefert.

1406. Nu’aym Bin ‘Abdullah Al-Mudschmir berichtete, dass Muhammad Bin ‘Abdullah Bin Zaid Al-Ansari – ‘Abdullah Bin Zaid war derjenige, dem (im Traum) der Gebetsruf gezeigt wurde – ihm von Abu Mas’ud Al-Ansari berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – kam zu uns, während wir in Sa’d Bin ‘Ubadas Gesellschaft saßen. Da fragte ihn Baschir Bin Sa’d:

„Allah – Erhaben ist Er – hat uns befohlen, Salawat über dich zu sprechen, o Gesandter Allahs. Wie sprechen wir Salawat über dich?“

Abu Mas’ud sagte, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – schwieg und wir uns wünschten, er hätte ihn nicht gefragt.

Dann sagte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Sprecht: ‚Allahumma salli ’ala Muhammadin wa ‘ala ali Muhammad, kama sallayta ‘ala Ibrahim, innaka hamidun madschid, Allahumma barik ’ala Muhammadin wa ‘ala ali Muhammad, kama barakta ‘ala ali Ibrahim, fi-l-’alamin, innaka hamidun madschid – O Allah, schenke Muhammad Frieden und den Angehörigen Muhammads, wie Du Abraham Frieden geschenkt hast. Wahrlich, Du bist des Preises und des Ruhmes würdig! Und segne Muhammad und die Angehörigen Muhammads, wie Du die Angehörigen Abrahams unter den Weltbewohnern gesegnet hast. Du bist des Preises und des Ruhmes würdig!’ Beendet das Gebet dann mit dem Taslim, wie ihr es gelernt habt.“

(Muslim 405; Tirmidhi 3220; Abu Dawud 980, 981; Nasa’i 1284)

1407. Abu Humayd As-Sa‘idi berichtete: Sie fragten: „O Gesandter Allahs, wie sprechen wir Salawat über dich?“ Er sagte: „Sprecht: ‚Allahumma salli ’ala Muhammadin wa ‘ala ali Muhammad, kama sallayta ‘ala Ibrahim, innaka hamidun madschid, Allahumma barik ’ala Muhammadin wa ‘ala ali Muhammad, kama barakta ‘ala ali Ibrahim, innaka hamidun madschid – O Allah, schenke Muhammad Frieden und seinen Angehörigen, wie Du Abraham Frieden geschenkt hast. Du bist des Preises und des Ruhmes würdig! Und segne Muhammad und seine Angehörigen, so wie Du die Angehörigen Abrahams gesegnet hast. Du bist des Preises und des Ruhmes würdig!’“

(Muslim 407; Buchari 3369, 6360; Abu Dawud 979, Nasa’i 1288; Ibn Madschah 905)


 Das Buch der Adhkar (des Gedenkens an Allah)

Die Vorzüge des Gedenkens an Allah und der Ansporn dazu

[…] Und Allahs zu gedenken, ist gewiss das Höchste. […](Qur’an 29:45)

„So gedenkt also Meiner, damit Ich eurer gedenke. […](2:152)

„Und gedenke deines Herrn in deinem Herzen in Demut und Furcht, und mit Worten – jedoch nicht zu laut – des Morgens und des Abends; und sei nicht einer der Unachtsamen.” (7:205)

[…] Und gedenkt Allahs häufig, auf dass ihr Erfolg haben möget.“ (62:10)

„Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die geduldigen Männer und die geduldigen Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Männer, die Almosen geben, und die Frauen, die Almosen geben, die Männer, die fasten, und die Frauen, die fasten, die Männer, die ihre Keuschheit wahren, und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren, die Männer, die Allahs häufig gedenken, und die Frauen, die (Allahs häufig) gedenken – Allah hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet.“ (33:35)

„O ihr, die ihr glaubt! Gedenkt Allahs in häufigem Gedenken * und lobpreist Ihn morgens und abends.“ (33:41-42)

1408. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Zwei Worte, die auf der Zunge leicht (auszusprechen) sind, auf der Waage aber schwer und vom Allerbarmer geliebt sind: Subhan Allah wa bi-hamdihi (Preis und Lob seien Allah), Subhan Allahi-l-’adhim (Preis sei Allah, dem Gewaltigen.)

(Buchari 6406, Muslim 2694)

1410. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Wer an einem Tag einhundertmal sagt: ‚La ilaha illa-llah wahdahu la scharika lah, lahu-l-mulku, wa lahu-l-hamdu wa huwa ’ala kulli schai’in qadir – Es gibt keinen Gott außer Allah, Dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat. Sein ist die Herrschaft und Sein ist alles Lob, und Er ist über alle Dinge Mächtig’ – für den ist es (in Bezug auf die Belohnung von Allah), als hätte er zehn Sklaven befreit, ihm werden einhundert gute Taten gutgeschrieben und einhundert von seinen Missetaten vergeben werden. Das wird ihn vor dem Schaitan bis zum Abend schützen, und keiner kommt mit etwas Besserem, außer jemandem, der mehr davon vollbracht hat.“

Laut einer anderen Überlieferung sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –:

„Wer am Tag einhundertmal sagt: ‚Subhan Allah wa bi-hamdihi – Gepriesen sei Allah und Ihm gebührt der Lobpreis’, dem werden seine Fehltritte vergeben, selbst wenn sie (so viele) wie der Schaum des Meeres sind.”

(Buchari 3293, 6403; Muslim 2691)

1412. Abu Dharr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu mir: „Soll ich erzählen, welche Worte Allah am liebsten sind? Wahrlich, die von Allah am meisten geliebten Worte sind: Subhan Allah wa bi-hamdihi – Gepriesen sei Allah, und Ihm gebührt der Lobpreis.“

(Muslim 2731)

1413. Abu Malik Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Reinheit ist die Hälfte des Iman (des Glaubens), ‚Al-hamdu li-llah – Preis gebührt Allah’ – füllt die Waagschale (am Tag der Auferstehung), und ‚Subhan Allah wa-l-hamdu li-llah – Gepriesen sei Allah und Preis gebührt Allah’ – füllt, was zwischen Himmeln und Erde ist.“

(Muslim 223)

1415. Thawban berichtete: Wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sein Gebet (mit dem Taslim) beendet hatte, bat er Allah dreimal um Vergebung (Istighfar), und dann sagte er: „Allahumma anta-s-Salam, wa minka-s-Salam, tabarakta ya dha-l-Dschalali wa-l-ikram – O Allah! Du bist der Friede, und von Dir kommt der Friede, Segensreich bis Du, o Herr der Majestät und der Ehre!“

Al-Awza’i (einer der Hadith-Überlieferer) wurde gefragt, wie man um Vergebung bittet. Dieser sagte:

„Indem du sagst: Astaghfiru-llah! Astaghfiru-llah! – Ich bitte Allah um Vergebung! Ich bitte Allah um Vergebung!“

(Muslim 591, Tirmidhi 300, Abu Dawud 1513, Nasa’i 1336, Ibn Madschah 928)

1416. Al-Mughira Bin Schu’ba schrieb an Mu’awiya: „Wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sein Gebet mit dem Taslim (Friedensgruß rechts und links) abschloss, sagte er: „La ilaha illa-llah wahdahu la scharika lah, lahu-l-mulku wa lahu-l-hamdu, wa huwa ’ala kulli schai’in qadir. Allahumma la mani’a lamma ’atayt, wa la mu’tiya li-ma mana’t, wa la yanfa’u dha-l-Dschaddi minka-l-Dschadd – Es gibt keinen Gott außer Allah, Dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat. Sein ist die Herrschaft (oder das Königreich) und Sein ist alles Lob, und Er ist über alle Dinge mächtig. O Allah! Niemand kann vorenthalten, was Du gegeben hast, und niemand kann geben, was Du vorenthalten hast und es nutzt dem Wohlhabenden sein Vermögen nicht. Von Dir kommt das Vermögen!“

(Buchari 844, 6330, 6473, 6615, 7292; Muslim 593; Abu Dawud 1505; Nasa’i 1340, 1341)

Erläuterungen von Scheich ’Uthaimin 4/10: Al-Dschadd: Glück und Reichtum, der glückliche Mensch, der Glück hat und Reichtum besitzt, Kinder und eine Frau hat und alles, wonach er sich in der Dunya sehnt. Allah gegenüber kann dies nutzen, wenn es darum geht, sich Seinem Willen zu unterwerfen, das heißt, sich dem Willen Allahs zu übergeben. Wir sollten also nach der Beendigung des Gebets mit dem Taslim (Friedensgruß rechts und links) sagen:

„Allahumma anta-s-Salam, wa minka-s-Salam, tabarakta ya dha-l-Dschalali wa-l-Ikram – o Allah! Du bist der Friede, und von Dir kommt der Friede, Segensreich bist Du, o Herr der Majestät und der Ehre!“

Ferner sagt Schaich Ibn ’Uthamin:

Die Reihenfolge zwischen den Adhkar ist nicht verpflichtend. Es ist aber besser mit Allahumma anta-s-Salam, wa minka-s-Salam, tabarakta ya dha-l-Dschalali wa-l-Ikram zu beginnen und danach mit den authentischen Adhkar fortzufahren.

1417. Abdullah Bin Az-Zubayr pflegte nach jedem Gebet, nachdem er es mit dem Taslim beendet hatte, Folgendes zu sagen:

„La ilaha illa-llah wahdahu la scharika lah, lahu-l-mulku wa lahu-l-hamdu, wa huwa ’ala kulli schai’in qadir. La hawla wa la quwwata illa bi-llah, la ilaha illa-llah, wa la na’budu illa iyah, lahu-n-ni’matu wa lahu-l-fadl, wa lahu-th-thana’u-l-hassan, la ilaha illa-llah, muchlisina lahu-d-dina wa law kariha-l-kafirun – Es gibt keinen Gott außer Allah, Dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat. Sein ist die Herrschaft (oder das Königreich) und Sein ist alles Lob, und Er ist über alle Dinge mächtig. Es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Allah, es gibt keinen Gott (dem aufrichtig gedient werden soll) außer Allah, und wir dienen niemandem außer Ihm. Ihm gehört die Gnade, und Ihm gehören die Güte und das schöne Lob. Es gibt keinen Gott (nichts gibt es, dem aufrichtig gedient werden soll oder das es verdient hat, dass ihm gedient wird) außer Allah, aufrichtig sind wir Ihm gegenüber in der Religion, auch wenn die Kafirun (Glaubensverweigerer) dies hassen.“

Abdullah Bin Az-Zubayr sagte: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte dies nach jedem Gebet zu sprechen.“

1418.[A56]  Abu Huraira berichtete: Die Armen unter den Muhadschirun (Auswanderern) kamen zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagten: „Die Vermögenden erlangen die hohen Rangstufen und das ständige Wohlleben (im Paradies).“ Er fragte: „Und wie kommt das?“ Sie sagten: „Sie beten, wie wir beten; sie fasten, wie wir fasten, sie geben (den Armen) Almosen und wir nicht, und sie kaufen Sklaven frei, und wir nicht.“ Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Soll ich euch etwas zeigen, womit ihr jene einholt, die euch voraus sind, und mit dem ihr jenen vorausgeht, die hinter euch sind, und (was dazu führt, dass) keiner besser ist als ihr, außer jemand macht es noch besser als ihr?“ Sie sagten: „Ja, o Gesandter Allahs.“ Er sagte: „Lobpreist Allah (Subhan Allah), preist die Größe Allahs (Allahu akbar), lobt und dankt Allah (Al-hamdu li-llah) nach jedem (Pflicht-)Gebet je dreiunddreißigmal.“ Die armen Muhadschirun kamen erneut zum Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und sagten zu ihm: „Unsere wohlhabenden Brüder haben von dem erfahren, was wir machen, und sie tun das Gleiche.“ Der Gesandte Allahs sagte: „Dies ist Allahs Huld, Er gewährt sie, wem Er will. […](62:4) […].

(Buchari 843, 6329; Muslim 595)

1419. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Wer nach jedem Gebet dreiunddreißig Tasbiha (subhan Allah – Gepriesen sei Allah), dreiunddreißig Tahmida (Al-hamdu li-llah – Gelobt sei Allah) und dreiunddreißig Takbira (Allahu akhbar – Allah ist am größten) spricht – das sind neunundneunzig – und dazu noch einhundertmal sagt: ‚La ilaha illa-llah wahdahu la scharika lah, lahu-l-mulku, wa lahu-l-hamdu, wa huwa ’ala kulli schai’in qadir“ – Es gibt keinen Gott außer Allah, Dem Einzigen, Der keinen Teilhaber hat. Sein ist die Herrschaft und Sein ist alles Lob, und Er ist über alle Dinge Mächtig’ – dem werden (als Belohnung von Allah) seine Missetaten, selbst wenn sie (so viel) wie der Schaum des Meeres sind, vergeben.”

(Buchari 3293, 6403; Muslim 2691)

1420. Kaab Bin ’Udschra berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Worte, die, wenn sie gesprochen werden, denjenigen, der sie spricht – oder tut – nicht entäuschen werden, sind: Nach jedem Pflichtgebet dreiunddreißig Tasbiha (subhan Allah – Gepriesen sei Allah), dreiunddreißig Tahmida (Al-hamdu li-llah – Gelobt sei Allah) und vierunddreißig Takbira (Allahu akhbar – Allah ist am größten).“

(Muslim 596, Tirmidhi 3412, Nasa’i 1348)

1422. Mu’adh – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – nahm seine Hand und sagte: „O Muadh, bei Allah, ich liebe dich und empfehle dir, o Muadh, nicht zu unterlassen, am Ende jedes Gebets zu bitten: ‚Allahumma a’inni ’ala dhikrika wa schukrika wa husni ’ibadatika – O Allah, unterstütze mich, dass ich Deiner gedenke, Dir danke und Dich auf die beste Weise verehre.”

(Authentisch: Sahihu-l-Dschami’ 7969, Scharh At-Tahawiya 335, Sahih Abu Dawud 1362, Sahih An-Nasa’i von Albani 1236)

1423. Von Abu Huraira: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Nachdem ihr den (letzten) Taschahhud gesprochen habt, sollt ihr bei Allah Zuflucht vor vier (Dingen) suchen. Man sagt: ‚Allahumma inni a’udhu bika min ’adhabi dschahannam, wa min ’adhabi-l-qabr, wa min fitnati-l-mahya wa-l-mamat, wa min scharri fitnati-l-masihi-d-dadschal – O Allah, mein Herr, ich suche Zuflucht bei Dir vor der Strafe der Hölle, vor der Strafe des Grabes, vor der Versuchung (Fitna) des Lebens und des Todes und vor den Wirren des Al-Masih Ad-Dadschal (des Antichristen/des falschen Messias)’.“

(Muslim 588, Abu Dawud 983, Nasa’i 1309, Ibn Madschah 909)

1425. Aischa berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte im Ruku‘  und im Sudschud (Verbeugung und Niederwerfung) zu sagen: „Subhanaka-llahumma rabbana wa bihamdika, Allahumma-gh-fir li – Gepriesen seiest Du, o Allah, unser Herr, und alles Lob gebührt Dir, o Allah vergib mir.“ Damit praktizierte er den Qur’an.

(Muslim 484; Buchari 794, 718, 4293, 4967, 4968; Abu Dawud 887; Nasa’i 1046, 1121, 1122; Ibn Madschah 889)

1426. Aischa berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte in seiner Verbeugung und seiner Niederwerfung zu sagen: „Subbuhun Quddusun, Rabbu-l-Mala’ikati wa-ﷺ‬-Ruh – Gepriesen und Heilig, Der Herr der Engel und des Geistes (Gabriel).“

(Muslim 487; Abu Dawud 872; Nasa’i 1047, 1133)

1427. Ibn ’Abbas berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „[...] Was den Ruku‘ angeht, so lobpreist die Macht des Herrn – Erhaben ist Er –, und was den Sudschud angeht, so strengt euch mit Du’a (Ad’iya, Bittegebeten) an, denn (in der Niederwerfung) ist es würdig, dass sie erhört werden.“

(Muslim 479; Abu Dawud 876; Nasa’i 1044, 1119; Ibn Madschah 3899)

1428. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Am nächsten ist der Diener seinem Herrn in der Niederwerfung. Verrichtet dann viel Du’a (Bittgebete)!“

(Muslim 482)

1429. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte während der Niederwerfung zu sagen: „Allahummah-ghfir li dhanbi kullahu, diqqahu wa dschillahu, wa awwalahu wa achirahu, wa ‘alaniyatahu wa sirrahu – O Allah, vergib mir all meine Sünden, die kleinen und die großen, die ersten und die letzten, die sichtbaren und die verborgenen.“

(Muslim 483, Abu Dawud 878)

1430. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Ich vermisste in einer Nacht den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Während ich (suchend mit der Hand) nach ihm tastete, sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, sich verbeugend oder niederwerfend: „Subhanaka wa bi-hamdika, la ilaha illa ant! – Gepriesen bist Du und Preis sei Dir. Es gibt keinen Gott außer Dir!“

In einer anderen Überlieferung heißt es: Meine Hand berührte seine Fußsohle, während seine Füße in aufrechter Stellung waren und er an seiner Gebetsstelle sagte:

„Allahumma inni a’udhu bi ridaka min sachatika, wa bi mu’afatika min ’uqubatika, wa a’udhu bika minka, la uhsi thanaan ’alaika, anta kama athnaita ’ala nafsika! – O Allah! Ich suche Zuflucht bei Deinem Wohlgefallen vor Deinem Zorn und bei Deiner Befreiung vor Deiner Bestrafung, und ich suche Zuflucht bei Dir vor Dir. Deine Herrlichkeit kann ich nicht genug aufzählen, wie Du Deine Herrlichkeit gepriesen hast!“

(Muslim 486)

1432. [A57] Abu Dharr berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „An jedem Tag ist auf jedes eurer Gelenke eine Sadaqa (Almosen für die Bedürftigen) zu geben. So ist jede Lobpreisung (Subhan Allah) eine Sadaqa, jede Tahmida (Al-hamdu li-llah) ist eine Sadaqa, jede Tahlila (la ilaha illa-llah – es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah) ist eine Sadaqa, und jede Takbira (Allahu akbar) ist eine Sadaqa. Das Gute zu gebieten ist eine Sadaqa, und das Schlechte zu verbieten ist eine Sadaqa. All dies ersetzen (nur) die zwei Raka’at des Duha-Gebets*.“

* Zwei freiwillige Gebetseinheiten, die man nach dem Sonnenaufgang, bis kurz vor dem Mittagsgebet, beten kann.

1434. Abu Musa Al-Asch’ari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Gleichnis dessen, der Seines Herrn gedenkt und dessen, der Seiner nicht gedenkt, ist das Gleichnis eines Lebendigen und eines Toten!“

(Buchari 6407)

Muslim überliefert:

„Das Gleichnis des Hauses, in dem Allahs gedacht wird und des Hauses, in dem Allahs nicht gedacht wird, ist das Gleichnis eines Lebendigen und eines Toten!“

(Muslim 779)

1435. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, Der Erhabene, sagt: Ich bin so, wie Mein Diener es von Mir vermutet, und Ich bin bei ihm, wenn er an Mich denkt. Wenn er Meiner in sich gedenkt, gedenke Ich seiner in Mir. Wenn er Meiner in einer Gesellschaft gedenkt, so gedenke Ich seiner in einer Gesellschaft, die besser ist als seine.“

(Buchari 7405, Muslim 2675)

1437. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Der beste Dhikr (das Gedenken an Allah) ist: La ilaha illa-llah – Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah.“

(Authentisch: Tirmidhi hat diesen als „guten” Hadith eingestuft. Sahih al- Dschami’ 1104, und Albani stuft ihn in seinem As-Silsila As-Sahiha als hassan ein, Nr. 1497.)

1439. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer sagt: ‚Subhan Allah wa bi-hamdihi – Gepriesen und gelobt sei Allah’, für den wird eine Palme im Paradies angepflanzt.“

(Tirmidhi: ein hassan Hadith)

1443. Abu Musa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu mir: „Soll ich dir nicht einen Schatz von den Schätzen des Paradieses zeigen?“ Ich sagte: „Doch, o Gesandter Allahs!“ Er sagte: „La hawla wa la quwwata illa bi-llah! – Es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Allah!”

(Buchari 4205, 6409; Muslim 2704)

Dhikr-Allah ta’ala, (Gedenken an Allah) stehend, sitzend, liegend, sei es ohne Wudu‘, im Dschanaba*- oder Haid**-Zustand. Lediglich der Qur’an darf nicht berührt werden, wenn jemand sich im Dschanaba*- oder Haid**-Zustand befindet

* Dschunub, Substantiv Dschanaba, ist der Zustand nach dem Geschlechtsverkehr oder nach einem Samenerguss, der einen Ghusl (rituelle Gesamtwaschung) erforderlich macht.

** Monatsregel, Menstruation einer Frau.

Allah, Erhaben ist Er, sagt:

„Wahrlich, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Wechsel der Nacht und des Tages liegen wahre Zeichen für die Verständigen *, die Allahs gedenken im Stehen und im Sitzen und (im Liegen) auf ihren Seiten.[…](Qur’an 3:190-191)

1444. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – gedachte Allahs zu jeder Gelegenheit.“

(Muslim 373)

1445. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn jemand von euch mit seinem Ehepartner verkehrt (d.h. Beischlaf hat) und sagt: ‚Bismillah! Allahumma, dschanibna-sch-Schaitana wa dschanibi-sch-Schaitana ma razaqtana – Im Namen Allahs! O Allah, halte den Satan von uns fern und halte den Satan von dem fern, was Du uns (an Nachkommen) bestimmt hast!’, und sie dann ein Kind bekommen, dann kann er (Satan) ihm nicht schaden.”

(Buchari 141, 5165; Muslim 1434)

Der Vorzug der Teilnahme an Dhikr-Sitzungen

„Und gedulde dich zusammen mit denjenigen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen – im Trachten nach Seinem Wohlgefallen; und wende deine Blicke nicht von ihnen ab. […](Qur’an 18:28)

1447. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, Allah hat Engel, die auf den Wegen umhergehen und die Leute suchen, die Allahs gedenken. Wenn sie Leute finden, die Allahs – erhaben ist Er – gedenken, rufen sie (einander) zu: ‚Kommt her zu eurem Anliegen!’” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dann überschatten sie sie mit ihren Flügeln im Dunya-Himmel (dem untersten Himmel). Ihr Herr wird sie fragen – und Er weiß es am besten: ‚Was sagen Meine Diener?’” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sie sagen: ‚Sie preisen Dich, rühmen Deine Größe, loben Dich und verherrlichen Dich.’ Er fragt dann: ‚Haben sie Mich gesehen?’ Sie antworten: ‚Nein! Bei Allah, sie haben Dich nicht gesehen!’ Er sagt: ‚Wie wäre es, wenn sie Mich gesehen hätten?’ Sie sagen: ‚Wenn sie Dich gesehen hätten, würden sie Dir viel intensiver dienen, Dich noch stärker verherrlichen und Dich noch mehr lobpreisen.’ Er fragt: ‚Und worum bitten sie Mich?’ Sie sagen: ‚Sie bitten Dich um das Paradies.’ Er fragt dann: ‚Und haben sie es gesehen?’ Sie sagen: ‚Nein! Bei Allah, o Herr, sie haben es nicht gesehen.’ Er fragt: ‚Wie wäre es, wenn sie es gesehen hätten?’ Sie sagen: ‚Wenn sie es gesehen hätten, würden sie noch stärker danach streben, ihr Verlangen und ihr Wunsch danach wäre viel größer.’ Er fragt: ‚Und wovor suchen sie Zuflucht (bei Allah)?’ Sie antworten: ‚Sie suchen Zuflucht (bei Dir) vor dem Höllenfeuer.’ Er fragt dann: ‚Und haben sie es gesehen?’ Sie sagen: ‚Nein! Bei Allah, sie haben es nicht gesehen.’ Er fragt: ‚Wie wäre es, wenn sie es gesehen hätten?’ Sie sagen: ‚Wenn sie es gesehen hätten, würden sie es noch stärker vermeiden und noch größere Angst davor haben.’ Er sagt: ‚So mache Ich euch zu Zeugen, dass Ich ihre Sünden vergeben habe.’ Da sagt einer der Engel: ‚Unter ihnen ist jedoch der Soundso, der nicht zu ihnen gehört, der (nur) wegen einer (anderen) Sache gekommen ist.’ Er (Allah) sagt: ‚Sie sind Sitzungsgenossen, und wer mit ihnen zusammensitzt, dem soll kein Unglück geschehen!’“

(Buchari 6408, Muslim 2689)


 Das Buch der Bittgebete

Bittgebete und ihre Vorzüge […]

„Und euer Herr sprach: ‚Bittet Mich; Ich will eure Bitte erhören. […]’“ (Qur’an 40:60)

„Ruft euren Herrn in Demut und im Verborgenen an. Wahrlich, Er liebt die Übertreter nicht.“ (7:55)

„Und wenn dich Meine Diener über Mich befragen, so bin Ich nahe; Ich höre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich ruft.“ (2:186)

„Wer antwortet denn dem Bedrängten, wenn er Ihn anruft, und nimmt das Übel hinweg? […](27:62)

1465. An-Nu’man Bin Baschir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Bittgebet ist Gottesdienst.“

(Abu Dawud und Tirmidhi: Ein guter, starker Hadith. Sahih Al-Dschami’ 3407, Sahih Abu Dawud 1479, Tirmidhi 2969, und Scheich Albani stuft ihn in seinem Al-Adab Al-Mufrad mit der Nr. 550 als sahih ein. Die ’Ulama’ (die Gelehrten) sagen, dass Aya 60 in der Sure Ghafir beweise, dass das Bittgebet Gottesdienst ist. Seite 57[A58] )

1467. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Das  Bittgebet, welches der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – am meisten sprach, war das Folgende: „Allahumma atina fi-d-dunya hassanatan wa fi-l-achirati hassanatan, wa qina ’adhaba-n-nar – o Allah, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes und beschütze uns vor der Strafe des Feuers!“ (Qur’an 2:201)

(Buchari 6389, Muslim 2690)

1472. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte zu sagen: „Allahumma aslih li dini-lladhi huwa ’ismatu amri, wa-slih li dunyaya-llati fiha ma’aschi, wa-slih li achirati-llati fiha ma’adi, wa-dsch’ali-l-hayata ziyadatan li fi kulli chayr, wa-dsch’ali-l-mawta rahatan li min kuli scharr – O Allah! Stärke meinen Glauben, der die Bewahrung meiner Angelegenheit ist, verbessere mir mein Diesseits, in dem mein Lebensunterhalt ist, verbessere mir mein Jenseits, in das meine Rückkehr ist! Mache mir das Leben zu einer Vermehrung aller guten Taten, und mache mir den Tod zu einer Ruhe vor allem Unheil!“

(Muslim 2720)

Der Vorzug dessen, dass man für die Abwesenden Du’a spricht

„Und diejenigen, die nach ihnen kamen, sagen: ‚Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorangingen. […]’“ (Qur’an 59:10)

[…] Und bitte um Vergebung für deine Schuld und für die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen. […](47:19)

„Unser Herr, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen an dem Tage, an dem die Abrechnung stattfinden wird.“ (14:41)

1494. Abu ad-Darda’ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte zu sagen: „Das Bittgebet eines Muslims für seinen (muslimischen) Bruder oder seine (muslimische) Schwester in deren Abwesenheit wird angenommen. Jedes Mal, wenn er für seinen Bruder oder Schwester um etwas Gutes bittet, erwidert der bei seinem Kopf stehende Engel: ‚Amin, und für dich sei das Gleiche!’“

(Muslim 2733)

Einiges über Du’a (Bittgebete)

1496. Usama Bin Zaid – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn jemandem eine Gefälligkeit erwiesen wurde und er zu dem, der diese gute Tat erbrachte, sagt: ‚Dschazak Allahu chayra – möge Allah dich belohnen’, hat er ihn wahrlich gelobt.“

(Al-Dschami’ 6368, Sahih At-Tirmidhi von Albani 1657)

1498. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Am nächsten ist der Diener seinem Herrn während der Niederwerfung (in seinem Gebet), deshalb bittet dann viel!“

(Muslim 482)

1502. Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte bei Karb (Kummer, Bedrängnis): „Es gibt keinen Gott außer Allah, dem Allmächtigen, dem Sanftmütigen! Es gibt keinen Gott außer Allah, dem Herrn des mächtigen Throns! Es gibt keinen Gott außer Allah, dem Herrn der Himmel, dem Herrn der Erde und dem Herrn des erhabenen Thrones.“

(Buchari 6346, Muslim 2730)

 Verbotenes

Das Verbot der üblen Nachrede und das Gebot, die Zunge zu hüten

Allah, der Erhabene, sagt:

[…] Und führt keine üble Nachrede übereinander. Würde wohl einer von euch gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Sicher würdet ihr es verabscheuen. So fürchtet Allah. Wahrlich, Allah ist Gnädig, Barmherzig.“ (Qur’an 49:12)

„Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast. Wahrlich, das Ohr und das Auge und das Herz – sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden.“ (17:36)

Wisse (dies sagt Imam An-Nawawi), dass jeder Erwachsene verpflichtet ist, seine Zunge vor allem Geschwätz zu hüten, außer dem Guten.

1511. Abu Schuraih Al-Chuza’i berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll zu seinem Nachbarn gütig sein, und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Gast Ehre (Gastfreundschaft) erweisen. Und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“

(Muslim 47, 48, 4488, 4489, 4490; Buchari 6019, 6135, 6475; Tirmidhi 1967, 1968; Ibn Madschah 3672)

1512. Abu Musa – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Ich fragte: „O Gesandter Allahs, wer ist unter den Muslimen der Vortrefflichste?“ Er sagte: „Jener, vor dessen Zunge und dessen Hand die Muslime sicher sind.“

(Muslim 40, 41, 42; Buchari 10, 11; Tirmidhi 2504; Nasa’i 5014)

(Sahih Buchari, Version 10: Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Muslim ist derjenige, vor dessen Zunge und dessen Hand die Muslime sicher sind, und ein Muhadschir ist derjenige, der sich von dem fernhält, was Allah verboten hat.”)

1520. Abu Musa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich fragte: „O Gesandter Allahs, wer von den Muslimen ist am besten?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Der, vor dessen Zunge und dessen Hand die Muslime sicher sind!“

(Buchari 11, Muslim 42)

1523. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte:

„Kennt ihr die üble Nachrede?“ Es wurde geantwortet: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:(Die üble Nachrede) ist, deinen Bruder auf eine Weise zu erwähnen, die ihm nicht recht ist.” Man fragte: „Wie ist es, wenn das, was ich über meinen Bruder sage, stimmt?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn das, was du über ihn sagst, wahr ist, hast du üble Nachrede begangen, und wenn das, was du über ihn sagst, nicht wahr ist, dann hast du ihn verleumdet!“

(Muslim 2589)

1524. Abu Bakra – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte am Tag der Opferung in Mina bei der Abschiedspilgerfahrt in seiner Predigt: „Wahrlich, euer Blut, euer Besitz, eure Ehre sind euch unantastbar (unverletzlich, heilig), wie die Unantastbarkeit dieses eures Tages in diesem euren Monat in dieser euren Stadt. Habe ich (die Botschaft) verkündet?“

(Buchari 67, 4662, 8078; Muslim 1679)

1535. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Hind, die Frau Abu Sufyans sagte zum Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden: „Abu Sufyan ist ein geiziger Mann, der mir nicht gibt, was mir und meinen Kindern reicht (d.h. Lebensunterhalt), es sei denn, ich nehme es, ohne dass er davon weiß.“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Nimm dir, was dir und euren Kindern reicht, aber in Güte!“

(Buchari 2211, 5364; Muslim 1714)

Das Verbot der üblen Nachrede

„Verleumder, einem, der umhergeht, um üble Nachrede zu verbreiten.“ (Qur’an 68:11)

„Spricht er kein Wort aus, ohne dass neben ihm ein Aufpasser wäre, der stets bereit (ist, es aufzuzeichnen).“ (50:18)

1536. Hudhaifa – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ins Paradies wird nicht eintreten, wer namam ist (wer üble Nachrede verbreitet)!“

(Buchari 6056, Muslim 105)

1537. Ibn ’Abbas berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ging an zwei Gräbern vorbei und sagte: „Diese (die in den Gräbern liegen) werden gepeinigt, und sie werden nicht wegen großer (Sünden) gepeinigt. Was den einen von ihnen angeht, so verbreitete er üble Nachrede, und der andere schützte sich nicht vor seinem Urin.“

(Muslim 292; Buchari 218, 1361, 1387, 6052; Tirmidhi 70; Abu Dawud 20; Nasa’i 31, 2067, 2068; Ibn Madschah 347)

Das Verbot, falsch Zeugnis abzulegen

[…] Und meidet das Wort der Lüge.“ (Qur’an 22:30)

1550. [A59] Abu Bakra berichtete von seinem Vater: Wir waren beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und er sagte: „Soll ich euch nicht über die größten Sünden aufklären?“ und wiederholte Folgendes dreimal: „Allah Mitgötter beigesellen, die Grobheit den Eltern gegenüber und das falsche Zeugnis oder die falsche Aussage.“ Während der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – dies sagte, setzte er sich aufrecht auf den Boden und wiederholte es so lange, bis wir sagten: „Wenn er doch nur aufhören würde.“

Das Verbot, einen bestimmten Menschen oder ein bestimmtes Tier zu verfluchen

1551. Abu Ziyad Thabit Bin Ad-Dahhak Al-Ansari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, der an der Ar-Ridwan-Huldigung teilgenommen hatte, berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer bei einem anderen Volk (bzw. Glauben) als dem (Volk des) Islam einen falschen Eid schwört, ist gleich dem, was er gesagt hat (nämlich ein Lügner). Wer sich mit einem Gegenstand umbringt, wird mit dem (gleichen Gegenstand) am Tage der Auferstehung bestraft. Ein Mensch darf nicht etwas opfern, was ihm nicht gehört. Das Verfluchen eines Gläubigen ist wie seine Ermordung.“

(Buchari 6047, Muslim 110)

1552. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Rechtschaffener soll kein Verflucher sein.“

(Muslim 2597)

Das Verbot, einander wehzutun

„Und diejenigen, die gläubigen Männern und gläubigen Frauen ungerechterweise Ungemach zufügen, laden gewiss (die Schuld) der Verleumdung und eine offenkundige Sünde auf sich.“ (Qur’an 33:58)

1565.[A60]  Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Muslim ist derjenige, vor dessen Zunge und dessen Hand die Muslime sicher sind, und ein Muhadschir ist derjenige, der sich von dem fernhält, was Allah verboten hat.”

(Buchari 10, Muslim 40)

1566. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer möchte, dass er von der Hölle ins Paradies gerückt wird, der soll, wenn der Tod ihn einholt, an Allah und den letzten Tag glauben und die Menschen so behandeln wie er selbst behandelt werden möchte.“

Das Verbot, sich zu hassen, sich zu ignorieren und sich den Rücken zuzukehren

„Die Gläubigen sind ja Brüder. […](Qur’an 49:10)

1567. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ihr dürft euch nicht gegenseitig hassen, nicht beneiden, einander nicht den Rücken kehren, den Kontakt zueinander nicht abbrechen, und seid Diener Allahs, die einander Brüder sind! Einem Muslim ist es nicht erlaubt, seinen (Glaubens-)bruder länger als drei Tage zu meiden.“

(Sahih Buchari 6065, 6076; Muslim 2559)

Das Verbot, zu spionieren und die Gespräche anderer gegen ihren Willen abzuhören

[…] Und spioniert nicht. […](Qur’an 49:12)

„Und diejenigen, die gläubigen Männern und gläubigen Frauen ungerechterweise Ungemach zufügen, laden gewiss (die Schuld) der Verleumdung und eine offenkundige Sünde auf sich.“ (33:58)

1570. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hütet euch vor Vorurteilen (oder verdächtigt euch nicht), denn Vorurteile sind die verlogensten aller Reden! (Wa la tahassasu) Sucht  nicht nach den Fehlern der anderen suchen, spioniert euch nicht gegenseitig aus, (wa la tanafasu) seid einander nicht missgünstig und beneidet einander nicht. Hasst euch nicht gegenseitig, kehrt einander nicht den Rücken und seid Diener Allahs, die einander Brüder sind, so wie Allah es euch befohlen hat! Der Muslim ist der Bruder des Muslims. Er darf ihm kein Unrecht antun, ihn nicht im Stich lassen und nicht erniedrigen. Die Furcht vor Allah ist hier, die Furcht vor Allah ist hier!” Dabei zeigte er auf seine Brust. „Es ist schon boshaft, wenn der Muslim seinen (Glaubens-)Bruder hasst. Das Blut des Muslims, seine Würde und sein Besitz sind unantastbar. Wahrlich, Allah sieht nicht auf eure Körper oder eure Bilder, sondern Er schaut auf eure Herzen und eure Taten.“

(Buchari 6064, Muslim 2563, 2564)

Das Verbot, Muslime zu verabscheuen

„O ihr, die ihr glaubt! Lasst nicht eine Schar über die andere spotten, vielleicht ist diese besser als jene; noch (lasst) Frauen über (andere) Frauen (spotten), vielleicht sind diese besser als jene. Und verleumdet einander nicht und gebt einander keine Schimpfnamen. Schlimm ist die Bezeichnung der Sündhaftigkeit, nachdem man den Glauben (angenommen) hat, und jene, die nicht umkehren - das sind die Ungerechten.“ (Qur’an 49:11)

„Wehe jedem Stichler, Verleumder.” (104:1)

1575.[A61]  Abdullah Bin Mas‘ud überliefert vom Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wer nur das Gewicht eines Stäubchens Hochmut in seinem Herzen trägt, wird nicht ins Paradies eingehen.“ Ein Mann sagte: „Ein Mann hat es aber gerne, dass seine Kleidung und seine Schuhe schön sind.“ Er sagte: „Wahrlich, Allah ist schön, und Er liebt die Schönheit. (Doch) Hochmut ignoriert das Recht und ist (eine) Missachtung der Menschen.“

Das Verbot des Betrugs

Allah – Erhaben ist er – sagt:

„Und diejenigen, die gläubigen Männern und gläubigen Frauen ungerechterweise Ungemach zufügen, laden gewiss (die Schuld) der Verleumdung und eine offenkundige Sünde auf sich.“ (Qur’an 33:58)

1579. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer gegen uns die Waffen richtet, gehört nicht zu uns, und wer uns betrügt, gehört nicht zu uns.“

Und in einer anderen Überlieferung berichtete Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ging an einem Getreidehaufen vorbei. Als er seine Hand hineinsteckte, wurden seine Finger nass. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Was ist das, o Besitzer des Essens?“ Dieser antwortete: „Der Himmel hat es getroffen (der Regen war es), o Gesandter Allahs.“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hättest du es nicht obenauf legen können, damit die Leute es sehen! Wer uns betrügt, gehört nicht zu uns.”

(Muslim 101, 102)

1580. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ihr dürft euch nicht gegenseitig überbieten.“

(Sahih Buchari 2140, 2150; Muslim 1515)

Das Verbot der Veruntreuung

Allah – Erhaben ist Er – sagt:

„O ihr, die ihr glaubt, erfüllt die Verträge. […](Qur’an 5:1)

[…] Und haltet die Verpflichtung ein; denn über die Verpflichtung muss Rechenschaft abgelegt werden.“ (17:34)

1584. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer vier (Eigenschaften) besitzt, ist ein vollständiger Heuchler, und wer eine von diesen Eigenschaften besitzt, der hat eine Eigenschaft der Heuchelei, bis er damit aufhört: Wenn ihm etwas anvertraut wird, wird er untreu, wenn er spricht, lügt er. Wenn er verspricht, bricht er es, und wenn er streitet, überschreitet er das Maß.“

(Buchari 34; Muslim 58)

1587. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Erhabene, sagt: ‚Ich bin der Widersacher von drei Menschen am Tage der Auferstehung: Ein Mann, der Meinen Namen angibt*, dann aber betrügt, ein Mann, der einen freien Menschen verkauft und sein Geld ausgibt, und ein Mann, der jemanden beschäftigt und ihn für die von ihm geleistete Arbeit nicht bezahlt.“ (Buchari)

* D.h., dass er bei Allah verspricht, schwört usw.

Verbot zu flüstern (ohne Zustimmung) oder in einer anderen Sprache zu sprechen (die ein Anwesender nicht versteht)

Allah – Erhaben ist Er – sagt:

„Die geheime Verschwörung rührt allein von Satan her. […](Qur’an 58:10)

1598. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn (die Leute) zu dritt sind, sollen nicht zwei von ihnen ohne den Dritten flüstern.“

(Buchari 6288, Muslim 2183)

Abu Dawud überliefert (diesen Hadith) ebenfalls und fügt hinzu: Abu Salih sagte: Ich fragte Ibn ’Umar: „Und was ist, wenn sie zu viert sind?“ Er antwortete: „Dann schadet es nicht.“

1599. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Wenn ihr zu dritt seid, sollen nicht zwei von euch ohne den Dritten flüstern, bis ihr unter den Menschen seid, weil ihn (den Dritten) dies traurig macht.“

(Buchari 6290, Muslim 2184)

Das Verbot von Gewalt

„Und seid gut zu den Eltern und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbarn, sei er verwandt oder aus der Fremde, dem Begleiter an der Seite, dem Sohn des Weges und zu dem (Sklaven), den ihr von Rechts wegen besitzt. Seht, Allah liebt nicht den Hochmütigen, den Prahler.“ (Qur’an 4:36)

1600. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Eine Frau wurde bestraft, die eine Katze eingesperrt hatte, bis diese starb. Sie kam (deswegen) in das Feuer. Sie hatte ihr weder zu essen noch zu trinken gegeben. Laufen lassen hat sie sie auch nicht, sodass sie hätte von den Tierchen der Erde fressen können.“

(Buchari 2365, 3482; Muslim 2242)

1601. Derselbe – Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben –berichtete, dass er einmal an einigen Jungen der Quraisch vorbeiging, die einen Vogel als Zielscheibe nahmen und mit Pfeilen auf ihn schossen. Jeden verfehlte Pfeil ließen sie dem Vogelbesitzer. Als sie Ibn ’Umar sahen, verstreuten sie sich. Ibn ’Umar sagte zu ihnen: „Wer hat das getan? Möge Allah den verfluchen, der dies getan hat! Wahrlich, der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – hat solche verflucht, die Lebewesen als Zielscheibe benutzen.“

(Buchari 5515, Muslim 1958)

1602. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – es verbot, Tiere einzusperren, um sie zu töten.“

(Buchari 5513, Muslim 1956)

1603. Abu Ali Suwaid Bin Muqarrin – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Ich war einer der sieben von der Familie der Banu Muqarrin. Wir hatten nur eine Dienerin, die von einem der jüngsten von uns geohrfeigt wurde. Deshalb befahl uns der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sie freizulassen.“

(Muslim 1658)

1604. Abu Mas’ud Al-Badri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Als ich einen Sklavenjungen mit der Peitsche schlug, hörte ich hinter mir eine Stimme: „Wisse, Abu Mas’ud!“ Vor Zorn hörte ich die Stimme nicht. Als er sich näherte, sah ich den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, der sagte: „Wisse, Abu Mas’ud, dass Allah mehr Macht über dich hat als du über diesen Sklaven!“ Da versprach ich, nie wieder einen Sklavenjungen zu schlagen.

In einer anderen Überlieferung heißt es: Aus Ehrfurcht vor ihm fiel mir die Peitsche aus der Hand.

Und in noch einer anderen Überlieferung heißt es: Dann sagte ich: „O Gesandter Allahs, er (der Sklave) ist jetzt um Allahs willen frei.“ Daraufhin sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wenn du dies nicht getan tätest, hätte das (Höllen-)Feuer dich verbrannt.“

(Muslim 1659)

Die nächsten vier Ahadith handeln ebenfalls von dem Verbot, Menschen oder Tiere zu quälen.

Das Verbot, Tiere mit Feuer zu quälen – kein Tier, auch keine Ameise oder Ähnliches

1610. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete:

Wir waren mit dem Gesandten Allahs auf einer Reise, und als er sich zum Verrichten der Notdurft entfernte, sahen wir einen Vogel mit zwei Küken. Wir nahmen ihm seine Küken. Daraufhin begann das Rothuhn über uns zu fliegen. Als der Prophet kam, sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Wer hat dieses mit seinen Kindern erschreckt? Bringt ihm seine Kinder zurück!“

Er sah ebenfalls einen Ameisenhaufen, den wir verbrannt hatten. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Wer hat ihn verbrannt?“ Wir sagten: „Wir!“ Er sagte: „Keinem ist es erlaubt, mit Feuer zu foltern, außer  dem Herrn des Feuers (Allah).“

(Al-Dschami’ 2425; As-Silsila As-Sahiha 25, 487 und Sahih Abu Dawud von Albani 2329.)

Das strikte Verbot, sich den Besitz von Waisen anzueignen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Wahrlich, diejenigen, die der Waisen Gut ungerecht aufzehren, die zehren (in Wirklichkeit) Feuer in ihre Bäuche auf und werden in einem Höllenfeuer brennen.“ (Qur’an 4:10)

„Und kommt dem Vermögen der Waise nicht nahe, es sei denn zu ihrem Besten. […](6:152)

[…] Sie befragen dich über die Waisen. Sprich: ‚Ihre Lage zu verbessern ist gut. Und wenn ihr ihre Angelegenheiten mit den euren zusammentut, so sind sie eure Geschwister.’ Und Allah weiß den Unheilstifter von dem zu unterscheiden, der Gutes tut. […](2:220)

1614. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hütet euch vor den sieben großen Sünden!“ Man fragte: „O Gesandter Allahs, welche sind das?“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Allah einen Partner zur Seite stellen; das Verzaubern; das Töten einer Seele, die Allah unantastbar gemacht hat, außer zu Recht; das Nehmen von Zinsen und das Nehmen des Besitzes von Waisen; die Flucht an der Front vor dem Feind und die Verleumdung der Unschuldigen, Gläubigen und Unwissenden.“

(Buchari 2766, Muslim 89)

Das Verbot des Wuchers

Allah, der Erhabene, sagt:

„Diejenigen, die Zinsen verschlingen, sollen nicht anders dastehen wie einer, der vom Satan[40] erfasst und zum Wahnsinn getrieben wird. Dies (soll so sein) weil sie sagen: ‚Handel ist dasselbe wie Zinsnehmen.’ Doch Allah hat den Handel erlaubt und das Zinsnehmen verboten. Und wenn zu jemandem eine Ermahnung von seinem Herrn kommt und er dann aufhört – dem soll verbleiben, was bereits geschehen ist. Und seine Sache ist bei Allah. Wer es aber von neuem tut – die werden Bewohner des Feuers sein, darin werden sie ewig bleiben. * Allah wird den Zins dahinschwinden lassen und die Mildtätigkeit vermehren. Und Allah liebt keinen, der ein hartnäckiger Ungläubiger und Übeltäter ist. * Wahrlich, denjenigen, die gläubig sind und gute Werke tun und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, ist ihr Lohn von ihrem Herrn (gewiss) und sie brauchen keine Angst haben noch werden sie traurig sein. * O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und verzichtet auf das, was noch übrig ist an Zinsen, wenn ihr Gläubige seid.“ (Qur’an 2:275-278)

1615. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –verfluchte die, die Wucher nehmen und geben.“

(Muslim 1597)

Tirmidhi und andere fügen hinzu: „[…] Die Zeugen und Schreiber (des Wuchers sind ebenfalls verflucht).“

Das Verbot der Augendienerei

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und doch war ihnen nichts anderes befohlen worden, als Allah treu in lauterem Glauben zu dienen […].“ (Qur’an 98:5)

„O ihr, die ihr glaubt, vereitelt nicht eure Almosen durch Vorhaltungen und Ungemach, gleich dem, der sein Gut ausgibt, um von den Leuten gesehen zu werden. […](2:264)

[…] (Sie tun dies nur), um von den Menschen gesehen zu werden, und sie gedenken Allahs nur selten.“ (4:142)

1616. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Allah, der Erhabene, sagt: ‚Ich benötige keine Teilhaber. Wer eine Tat vollbringt und Mir jemanden beigesellt, den lasse Ich mit seiner Beigesellung (allein).’“

(Muslim 2985)

1617. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Der erste Mensch, der am Tag der Auferstehung verurteilt wird, ist ein Märtyrer. Er wird gebracht, und seine Wohltaten, die er wiedererkennt, werden ihm vorgelegt. Er wird gefragt werden: ‚Was hast du damit gemacht?’ Er wird sagen: ‚Ich habe um Deinetwegen gekämpft, bis ich als Märtyrer fiel.’ Er wird sagen: ‚Du hast gelogen, du kämpftest, damit man sagt, dass du tapfer bist. Das wurde ja gesagt.’ Es wird dann befohlen, ihn auf dem Gesicht zum Feuer zu ziehen und hineinzuwerfen.

Es wird ein Mann gebracht werden, der sich Wissen aneignete, es andere lehrte und den Qur’an las. Dieser wird gebracht, und seine Wohltaten, welche er wiedererkennt, werden ihm vorgelegt. Er wird gefragt werden: ‚Was hast du damit gemacht?’ Er wird sagen: ‚Ich habe um Deinetwillen gelernt und gelehrt und um Deinetwillen den Qur’an gelesen.’ Es wird gesagt: ‚Du hast gelogen, du erwarbst Wissen, damit man sagt, dass du ein Gelehrter bist, und du hast den Qur’an gelesen, damit man sagt, du seiest ein Qur’an-Leser. Das wurde ja gesagt.’ Es wird dann befohlen, ihn auf dem Gesicht zum Feuer zu ziehen und hineinzuwerfen.

Des Weiteren wird ein Mann gebracht werden, den Allah zu einem wohlhabenden Menschen gemacht und dem Er viele Reichtümer gegeben hatte. Er wird gebracht, seine Wohltaten werden ihm vorgelegt, und er wird sie wiedererkennen. Er wird gefragt werden: ‚Was hast du damit gemacht?’ Er wird sagen: ‚Ich habe keinen Weg unterlassen, den Du gerne hast und auf dem man spendet, ohne dass ich um Deinetwillen gespendet habe.’ Er wird sagen: ‚Du hast gelogen, du tatest dies, damit man sagt, dass du großzügig bist. Das wurde ja gesagt.’ Es wird dann befohlen, ihn auf dem Gesicht zum Feuer zu ziehen und hineinzuwerfen.“

(Muslim 1905)

1618. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass Leute zu ihm sagten: „Wenn wir bei unseren Herrschern sind, sagen wir das Gegenteil von dem, was wir sagen, wenn wir sie verlassen haben.“ Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – sagte dazu: „In der Zeit des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – galt so etwas als Heuchelei.“

(Buchari 7178)

Was man für Augendienerei hält, die jedoch keine ist

1621. Abu Dharr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs wurde gefragt: „Wie ist es mit dem Menschen, der Gutes tut und den die Leute dafür loben?” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Das ist die vorausgeschickte frohe Botschaft des Gläubigen.”

(Muslim 2642)

Das Verbot, eine fremde Frau oder einen schönen kleinen Jungen zu betrachten, ohne einen legitimen Grund dafür zu haben

Allah, der Erhabene, sagt: 

„Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen […].“ (Qur’an 24:30)

[…] Wahrlich, das Ohr und das Auge und das Herz – sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden.“ (17:36)

„Er kennt die Verräterei der Blicke und alles, was die Herzen verbergen.“ (40:19)

1622. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dem Sohn Adams ist sein Anteil an Zina (Unzucht) vorgeschrieben, der ihn treffen wird, ohne dass es dies vermeiden kann. Die Unzucht der Augen ist Nazhar (Betrachtung mit Lust), die Unzucht der Ohren ist das Zuhören, die Unzucht der Zunge ist das Sprechen, die Unzucht der Hand ist das Anfassen, die Unzucht der Füße sind die Schritte; das Herz verlangt und begehrt, und die Geschlechtsteile bestätigen es oder vermeiden es.”

(Buchari 6343, 6612; Muslim 2657)

Dies ist die Überlieferung von Imam Muslim. Die von Buchari ist kürzer.

1623. [A62] Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hütet euch davor, an den Wegen zu sitzen!” Es wurde gesagt: „O Gesandter Allahs, wir brauchen diese Sitzungen, um (Dinge) zu besprechen.“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn ihr diese Sitzungen unbedingt halten müsst, dann gebt dem Weg sein Recht!” Es wurde gefragt: „Was ist das Recht des Weges, o Gesandter Allahs?“ Er antwortete: „Das Senken der Blicke, das Beheben von Schäden, das Erwidern des Grußes, das Gebieten des Guten und das Verbieten des Schlechten.”

(Buchari 2465, 6229; Muslim 2121)

338. Abu Sa’id Al-Chudri berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Mann darf nicht die Schamteile eines anderen Mannes sehen, und eine Frau darf auch nicht die Schamteile einer anderen Frau sehen. Ebenso schläft ein Mann nicht mit einem anderen Mann unter der gleichen Decke, und auch nicht eine Frau mit einer anderen Frau unter der gleichen Decke.“

(Muslim 338, Tirmidhi 2793, Abu Dawud 4018, Ibn Madschah 661)

Das Verbot der Nachahmung der Männer durch Frauen und der Nachahmung der Frauen durch Männer in Bezug auf Kleidung, Bewegung und Ähnliches

1633. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es gibt zwei Arten von Bewohnern des Feuers, die ich (noch) nicht gesehen habe. Es sind Männer mit Peitschen wie Kuhschwänze, mit denen sie Menschen schlagen; und Frauen, die zwar bekleidet, aber dennoch nackt sind (die enge oder durchsichtige Kleider tragen). Ihre Köpfe sind wie schräge Höcker eines Dromedars[41]. Sie werden das Paradies nicht betreten und nicht einmal seinen Duft riechen, obwohl sein Duft von Weitem zu riechen ist.”

(Muslim 2128)

Das Verbot der Nachahmung des Satans und der Ungläubigen

1635. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Esst und trinkt nicht mit der linken Hand, denn der Satan isst und trinkt mit seiner Linken.”

(Muslim 2020)

Das Verbot, die Haare durch andere Haare zu verlängern und die Zähne abzufeilen

„Wahrlich, sie rufen statt Seiner nur weibliche Wesen an; dabei rufen sie nur einen rebellischen Satan, * den Allah verflucht hat und der dies erwiderte: ‚Ich werde von Deinen Dienern einen bestimmten Teil nehmen; *und ich werde sie irreleiten und ihre Hoffnungen anregen und ihnen Befehle erteilen, dem Vieh die Ohren aufzuschlitzen, und ich werde ihnen befehlen, und sie werden Allahs Schöpfung verändern.’ Und wer sich Satan statt Allah zum Beschützer nimmt, der hat sicherlich einen offenkundigen Verlust erlitten.“ (Qur’an 4:117-119)

1645. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah verflucht die (Frauen), die sich tätowieren lassen und die, die tätowieren; die, die ihre Augenbrauen zupfen, die ihre Zähne um der Schönheit willen feilen und die Schöpfung Allahs verändern.” Eine Frau fragte nach dem Grund. Er sagte: „Und wie kann ich die nicht verfluchen, die der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – verflucht hat, wo doch in dem Buch Allahs steht:[…] Und was euch der Gesandte gibt, das nehmt an; und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch’ […]? (Qur’an 59:7)

(Buchari 4886, 5943; Muslim 2125)

Das Verbot, die grauen Haare aus Bart- und Kopfhaar auszuzupfen und (das Verbot), dass ein junger Mann seinen Bart auszupft, wenn er gerade erst erscheint

1646. Amr Bin Schu’aib berichtete von seinem Vater, (und dieser) von dessen Großvater – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –: Der Gesandte Allahs– Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Zupft nicht das graue Haar, denn es ist das Licht des Muslims am Tage der Auferstehung.“

(Al-Dschami’ 7464, Sahih Abu Dawud von Albani Nr. 3539 und als sahih eingestuft in Mischkatu-l-Masabih Nr. 4458)

Die Totenklage ist verboten, auch sich ins Gesicht zu schlagen oder sich die Kleider und Haare auszupfen und zu rasieren (als Wehklagen) und gegen sich selbst Bittgebete zu sprechen

1658. Ibn Mas‘ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer sich auf die Wange schlägt, seine Kleider zerreißt und die Sitten der Dschahiliya herbeiruft, gehört nicht zu uns.”

(Buchari 1294, Muslim 103)

1663. [A63] Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete Folgendes vom Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: Saad Ibn Ubada – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  war krank. Begleitet von Abdurrahman Bin Awf, Saad Bin Abi Waqqas und Abdullah Bin Mas’ud besuchte ihn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Als er bei ihm eintrat, war er bewusstlos. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Ist er aus dem Leben geschieden?” Man antwortete: „Nein, o Gesandter Allahs.” Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – weinte. Als die Leute den Propheten weinen sahen, weinten sie ebenfalls. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hört genau zu! Gewiss, Allah bestraft nicht wegen der Tränen der Augen und auch nicht wegen des Trauerns des Herzens, aber wegen dieser (er zeigte auf seine Zunge), oder Er erbarmt sich.”

(Buchari 1304, Muslim 924)

1684. Abu Talha – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Engel betreten kein Haus, in dem es einen Hund oder ein Bild gibt.”

(Buchari 3225, 5949; Muslim 2016)

Das Verbot, bei einem Geschöpf zu schwören (wie beim Propheten, der Kaaba, den Engeln, den Eltern, dem Leben, der Seele, dem Kopf, den Gaben des Sultans, dem Grab von Soundso) oder bei Anvertrautem, und beim Anvertrauten zu schwören ist am strengsten verboten

1707. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Allah, der Erhabene, verbietet euch, bei euren Eltern zu schwören. Wenn jemand überhaupt schwören will, dann bei Allah, oder er soll schweigen!”

(Buchari 6108, 6646; Muslim 1646)

Die Schwere eines absichtlich geleisteten Meineides

1712. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer zu Unrecht auf das Vermögen eines Muslims schwört, wird Allah begegnen, Der zornig auf ihn ist.” Danach rezitierte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – uns die Bestätigung dessen, was er sagte, aus dem Buch Allahs, des Mächtigen: „Wahrlich, diejenigen, welche ihren Bund mit Allah und ihre Eide um einen geringen Preis verkaufen, haben keinen Anteil am Jenseits, und Allah spricht nicht zu ihnen, und er schaut sie nicht an am Tag der Auferstehung, und er reinigt sie nicht, und ihnen wird eine schmerzliche Strafe zuteil sein. (Qur’an 3:77)

(Buchari 2356, Muslim 138)

1713. Abu Umama berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wer das Vermögen eines Muslims durch einen falschen Eid (zu Unrecht) wegnimmt, dem hat Allah das Feuer bestimmt und das Paradies verwehrt.” Ein Mann fragte: „Auch wenn es etwas Geringes ist, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Auch wenn es ein Stück Arak-Holz* ist.“

* Siwak oder Miswak, wird zur Zahnreinigung verwendet.

(Muslim 137, Nasa’i 5434, Ibn Madschah 2324)

1714. Abdullah Bin Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die größten Sünden sind: Allah etwas beizugesellen, den Eltern nicht zu gehorchen, sich zu töten und der falsche Eid.“ (Buchari)

Es ist unerwünscht, beim Verkaufen zu schwören, selbst wenn es der Wahrheit entspricht

 1720. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Das Schwören lässt zwar den Handel blühen, verdirbt jedoch den Segen.”

(Buchari 2087, Muslim 16069)

1721. Abu Qatada – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Er hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Vermeidet das viele Schwören beim Verkaufen, denn es mehrt zwar, vernichtet dann aber.“

(Muslim)

Das Verbot, den Wind zu beschimpfen

1728. Abu Mundhir Ubay Bin Kaab berichtete, dass der Gesandte Allahs  – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Beschimpft nicht den Wind. Wenn ihr etwas seht, was ihr verabscheut, dann sagt: ‚Allahumma inna nas’aluka min chairi hadhihi-ﷺ‬-rih, wa chaira ma fiha wa chaira ma umirat bihi, wa ad’u bika min scharri hadhihi-ﷺ‬-rih, wa scharri ma fiha wa scharri ma umirat bihi – O Allah, mein Herr, wir bitten Dich um das Gute in diesem Wind und um das Gute darin und um das Gute, was ihm (von Dir) befohlen wurde, und wir suchen Zuflucht bei Dir vor dem Bösen dieses Windes und dem Bösen darin und vor dem Bösen, was ihm befohlen wurde’.“

1230. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –  berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – pflegte folgendes Bittgebet zu sprechen, wenn der Wind stark blies: „Allahumma inni as’aluka chairaha wa chaira ma fiha wa chaira ma ursilat bihi, wa ad’u bika min scharriha wa scharri ma fiha wa scharri ma ursilat bihi – O Allah, mein Herr, ich bitte Dich um sein Gutes und um das Gute darin und um das Gute, womit er geschickt wurde, und ich suche bei Zuflucht bei Dir vor seinem Bösen und dem Bösen darin und vor dem Bösen, mit dem er geschickt wurde.“

Die Unanständigkeit und das Übel der Zunge

1734. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete vom Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Ein Gläubiger ist kein Verleumder, kein Verflucher, kein Unanständiger und kein Unzüchtiger mit seiner Zunge.”

(Al-Dschami’ 5381, As-Silsila As-Sahiha 320 und Sahih At-Tirmidhi von Albani 1743)

1735. Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es gibt keine Sache, in der Unzüchtigkeit steckt, ohne dass sie unehrenhaft wird, und es gibt keine Sache, in der Schamhaftigkeit steckt, ohne dass sie ehrenhaft wird.”

(Al-Dschami’ Nr. 5655 und Sahih At-Tirmidhi von Albani 1607)

 Die Schönheit einer Frau oder eines Mannes grundlos zu beschreiben, es sei denn es gibt einen erlaubten Grund, wie Heirat usw.

1742. Ibn Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Eine Frau soll nicht eine andere Frau anschauen und diese dann ihrem Mann beschreiben, so als ob er sie sehen würde.”

(Buchari 5240)

1753. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Das Gebet soll nicht verrichtet werden, wenn das Essen fertig ist, und auch nicht, wenn man die Notdurft verrichten muss.”

(Muslim 560)

Das Verbot, vor dem Betenden vorbeizugehen

1758. Abu-l-Dschuhaim Abdullah Bin Al-Harith Bin As-Samma Al-Ansari – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Hätte derjenige, der vor dem Betenden vorbeiläuft, gewusst, was er tut, hätte er lieber vierzig gewartet, als vor ihm zu laufen.”

Der Überlieferer des Hadith sagte: Ich weiß nicht, ob er sagte: „Vierzig Tage, vierzig Monate oder vierzig Jahre.”

(Buchari 510; Muslim 507)

Freiwilliges Fasten bzw. freiwillige Nachtgebete auf Freitag zu verlegen ist unerwünscht

1760. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Seht unter den Nächten nicht die Nacht zum Freitag für lange Nachtgebete vor, seht unter den Tagen nicht den Freitag für das freiwillige Fasten vor, es sei denn, er liegt (zufällig) in den Tagen, an denen ihr fastet.”

(Muslim 1144)

1761. Und derselbe (Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –) berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ihr sollt nicht am Freitag fasten, es sei denn, ihr fastet dazu noch einen Tag davor oder danach!”

(Buchari 1985, Muslim 1144)

1763. Die Mutter der Gläubigen Dschuwairiya Bint Al-Harith – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – am Freitag zu ihr kam, während sie fastete. Er fragte: „Hast du gestern gefastet?“ Sie sagte: „Nein!“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte: „Wirst du morgen fasten?“ Sie sagte: „Nein!“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Dann bricht dein Fasten!“

(Buchari 1986)

Das Verbot, (hintereinander) zu fasten ohne dazwischen zu essen*

* Es handelt sich um Nafila (freiwilliges Fasten) und nicht Fard (Ramadan).

1763. Abu Huraira und Aischa berichteten, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – es verbot, hintereinander zu fasten (ohne dazwischen zu essen).

(Buchari, Hadith von Abu Huraira 1965 und Muslim 1103. Aischas Überlieferung: Sahih Buchari 1964 und Muslim 1105)

1765. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – es verbot, hintereinander zu fasten (ohne zwischendurch zu essen). Man sagte: „Du fastest aber hintereinander!” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete: „Ich bin aber nicht wie ihr, ich werde ernährt!”

(Buchari 1962, Muslim 1102)

Das Verbot der Fürbitte für Verurteilte

„Peitscht die Unzüchtige und den Unzüchtigen gegebenenfalls jeweils mit hundert Peitschenhieben aus; und lasst euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen, wenn ihr an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen.“ (Qur’an 24:2)

1770. [A64] Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –  berichtete, dass die Quraisch in Sorge waren wegen der Angelegenheit einer machsumitischen Frau, die einen Diebstahl begangen hatte. Sie sagten: „Wer legt beim Gesandten Allahs Fürsprache für sie ein?” Sie sagten: „Wer würde sich trauen, außer Usama Bin Zaid, dem Liebling des Gesandten Allahs?” Usama sprach ihn diesbezüglich an. Der Gesandte Allahs sagte: „Du legst Fürsprache wegen einer Strafe Allahs ein?” Er stand auf und hielt eine Ansprache: „Wahrlich, Menschen vor euch gingen zu Grunde, weil sie, wenn die Edlen unter ihnen einen Diebstahl begingen, davon absahen, sie zu bestrafen, und wenn die Schwachen unter ihnen einen Diebstahl begingen, sie bestraften! Bei Allah! Wenn Fatima, die Tochter Muhammads, einen Diebstahl beginge, würde ich ihre Hand abschlagen!”

In einer anderen Überlieferung heißt es: Das Gesicht des Gesandten Allahs wurde blass, und er sagte: „Du legst Fürsprache wegen einer Strafe Allahs ein, o Usama?” Usama sagte: „Bitte (Allah) um Vergebung für mich, o Gesandter Allahs!” Dann befahl er, die Hand der Frau abzuschlagen.

(Buchari 3475, Muslim 1688)

Das Verbot, mehr als drei Tage zu trauern, außer um den Ehemann (vier Monate und zehn Tage)

1774. Zainab Bint Abi Salama – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –  berichtete: Ich besuchte Umm Habiba, die Frau des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, als ihr Vater Abu Sufyan Bin Harb – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – gestorben war. Sie bat um etwas Parfüm, womit sie zuerst eine Dienerin und dann ihre Wangen einrieb. Dabei sagte sie: „Bei Allah, ich habe nicht das Bedürfnis nach Parfüm, es ist nur, weil ich den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf der Kanzel sagen hörte: ‚Es ist einer Frau, die an Allah und an den Tag der Auferstehung glaubt, nicht erlaubt, mehr als drei Nächte um einen Toten zu trauern, außer um den Ehemann, (bei ihm sind es) vier Monate und zehn Tage.’“

Zainab – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – sagte dann: „Ich besuchte Zainab Bint Dschahsch – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –, als ihr Bruder gestorben war. Auch sie bat um Parfüm, nahm etwas davon und sagte dabei: „Bei Allah, ich habe nicht das Bedürfnis nach Parfüm, es ist nur, weil ich den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – auf der Kanzel sagen hörte: ‚Es ist einer Frau, die an Allah und an den Tag der Auferstehung glaubt, nicht erlaubt, mehr als drei Nächte um einen Toten zu trauern, außer um den Ehemann, (bei ihm sind es) vier Monate und zehn Tage.’”

(Buchari 1280, 1281, 3534; Muslim 1486)

1779. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Überbietet einander in den Geschäften nicht, und niemand soll um die Hand einer Frau bitten, die bereits mit einem anderen (Glaubens-)Bruder verlobt ist, außer, er erlaubt es ihm.”

(Buchari 2139, 5142; Muslim 1412)

 Epidemien

„Wo auch immer ihr seid, der Tod ereilt euch doch, und wäret ihr in hohen Burgen. […](Qur’an 4:78)

„Und stürzt euch nicht mit eigenen Händen ins Verderben […].“ (2:195)

1792. Usama Bin Zaid – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn ihr von der Pest in einem Land hört, dann geht nicht dorthin! Und wenn sie (die Pest) in einem Land, in dem ihr euch befindet, schon ausgebrochen ist, dann verlasst es (das Land) nicht!”

(Buchari 3473, 5728; Muslim 2218)

Prosa und schöne authentische Erzählungen

Der Dadschal (der falsche Messias) und die Zeichen der Stunde […]

1825. Abu Musa Al-Asch’ari berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es wird für die Menschen eine Zeit kommen, in der der Mensch mit seiner Zakat (Armenabgabe) aus Gold hin und herläuft und niemanden findet, der sie von ihm annimmt. Es werden einem Mann vierzig Frauen folgen, aus Mangel an Männern und aufgrund der Vielzahl von Frauen.”

(Muslim 1012)

1826. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Mann kaufte von einem anderen ein Grundstück, auf dem er dann einen Krug Gold fand. Der, der das Grundstück gekauft hatte, sagte zum Verkäufer: ‚Nimm dein Gold, denn ich habe von dir das Grundstück und nicht das Gold gekauft!’ Der Grundstücksverkäufer sagte: ‚Ich habe dir aber das Grundstück und was darauf ist verkauft!’ Sie ließen von einem Mann richten, der dann fragte: ‚Habt ihr Kinder?’ Der eine sagte: ‚Ich habe einen Sohn.’ Und der andere sagte: ‚Ich habe eine Tochter.’ Er sagte: ‚Der Junge soll das Mädchen heiraten, nehmt euch davon und gebt davon (den Armen) Almosen!’”

(Buchari 3472, Muslim 1721)

1827. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass er den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen hörte: „Zwei Frauen, bei denen ihre zwei Söhne waren, wurde eines dieser Kinder von einem Wolf weggenommen. (Die eine) sagte zu ihrer Freundin: ‚Er (der Wolf) hat deinen Sohn genommen.’ Und die andere sagte: ‚Nein, er (der Wolf) hat deinen Sohn genommen.’ Sie gingen zu David – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, der zwischen ihnen (um den verbliebenen Sohn) richten sollte. Dieser richtete und entschied, er solle der Älteren von beiden gegeben werden. Sie gingen dann zu Salomon, dem Sohn Davids – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und erzählten ihm davon. Er sagte: ‚Bringt mir das Messer, damit ich ihn zwischen euch beiden aufteile!’ Da sagte die Jüngere: ‚Tu das nicht, Allah erbarme Sich! Er ist ihr Sohn!’ Da entschied er, dass er der Jüngeren gehöre.”

(Buchari 3427, 6769; Muslim 1720)

1834. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Der Gläubige wird nicht zweimal von einer Schlange gebissen!”

(Buchari 4935, 4814; Muslim 2955)

1835. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „(Es gibt) drei, mit denen Allah am Tage der Auferstehung nicht sprechen, sie nicht ansehen und ihre Rechtfertigung nicht annehmen (und sie nicht von Sünden reinigen wird) wird, und für sie wird es eine schmerzliche Strafe geben:

1. Ein Mann, der sich in der Wüste befindet und reichlich Wasser hat, es aber dem Reisenden (zum Durststillen) verweigert.

2. Ein Mann, der einem anderen nach dem Asr-Gebet eine Ware verkauft und bei Allah schwört, er habe sie für einen bestimmten Betrag erworben, was (dieser Betrag) jedoch nicht stimmt.

3. Ein Mann, der einem Imam (Herrscher o.ä.) den Treueid leistet, jedoch nur um Interessen der Dunya (des Diesseits) willen. Wenn er (der Imam) ihm davon gibt, bleibt er ihm treu, und wenn er ihm nichts davon gibt, wird er untreu.“

(Muslim 108; Ibn Madschah 2207, 2870)

1836. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Zwischen den beiden Posaunenstößen liegen vierzig.” Man fragte: „O Abu Huraira, vierzig Tage?“ Er sagte: „Ich weiß es nicht!“ Man fragte: „O Abu Huraira, vierzig Jahre?“ Er sagte: „Ich weiß es nicht!“ Man fragte: „O Abu Huraira, vierzig Monate?“ Er sagte: „Ich weiß es nicht!“

„Und aus dem Menschen wird Staub, außer dem Steißbein, denn aus ihm (dem Steißbein) wird der Mensch wieder zusammengesetzt. Dann lässt Allah einen Regen vom Himmel herabfallen, und sie werden wachsen wie die Pflanzen.”

(Buchari 4935, 4814; Muslim 2955)

1841. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die von Allah am meisten geliebten Orte sind Moscheen, und die von Allah am meisten gehassten Orte sind die Märkte.”

(Muslim 671)

1844. Abu Mas’ud Al-Ansari berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Was von den Worten der früheren Propheten den Menschen erreicht hat, ist: Wenn du keine Schamhaftigkeit hast, dann tu, was du möchtest!”

(Buchari 3483)

1845. Ibn Mas’ud berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Das Erste, worüber am Tag der Auferstehung zwischen den Menschen gerichtet wird, ist das Blut(vergießen).”

(Buchari 3484, 6533; Muslim 1687)

1846. Aischa berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte „Die Engel sind aus Licht geschaffen, die Dschann* aus unruhiger Feuerflamme und Adam aus dem, was euch beschrieben wurde (Qur’an: aus trockenem Ton**).”

*Auch Dschinn. So wird es auch im Qur’an erwähnt: „Und Er hat die Dschann aus einer unruhigen Feuerflamme erschaffen.“ (55:15)

** „Er hat den Menschen aus trockenem Ton wie Töpferware erschaffen.“ (55:14)

1851. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „O ihr Leute! Allah ist gut und nimmt nur das Gute an. Und Allah hat den Gläubigen das befohlen, was Er auch den Propheten befohlen hat. So sagt Allah – erhaben ist Er: ‚O ihr Gesandten! Esst von den guten Dingen und volbringt rechtschaffene Werke.’ Und Er – erhaben ist Er, sagt: ‚O ihr Gläubigen! Esst von den guten Dingen, die Wir euch gegeben haben.’ Dann erwähnte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – einen Mann, der sich auf einer langen Reise befand und mit ungepflegten Kleidern und staubigem Haar seine Hände gen Himmel richtete: „‚O Herr! O Herr!’ während sein Essen von Verbotenem war, sein Getränk von Verbotenem und seine Kleider von Verbotenem, und von dem Verbotenen wurde er ernährt. Wie kann (das Bittgebet) von so einem erhört werden?”

(Muslim 1015)

1852. Abu Huraira berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „(Es gibt) drei, mit denen Allah am Tage der Auferstehung nicht sprechen, deren Rechtfertigung Er nicht annehmen und die Er nicht ansehen wird, und für sie wird es eine schmerzliche Strafe geben: Ein alter Mann, der Ehebruch begeht, ein König (Staatsoberhaupt), der ein Lügner ist, und ein hochmütiger Bedürftiger.“

1855. Abu Sulaiman Chalid Bin Al-Walid berichtete: „In meiner Hand zerbrachen am Tag (der Schlacht) von Mu’ta neun Schwerter. Nichts blieb in meiner Hand außer einem kleinen jemenitischen Schwert.“

(Buchari 4265)

1866. Abu Huraira berichtete: Wir waren mit dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – bei jemandem zu Gast, als man ihm (Fleisch) von der Schulter eines Schafes anbot und er etwas davon aß, was er gerne mochte. (Bei dieser Gelegenheit) sagte er: „Ich bin der Beste unter den Menschen am Tag der Auferstehung. Wisst ihr, warum? Allah wird die ersten und die letzten Menschen an einem Platz versammeln […]. Die Sonne wird ihnen nah sein. Die Menschen erleben soviel Kummer und Bedrängnis, dass sie es nicht verkraften und nicht ertragen können. Die Menschen werden sagen: ‚Seht ihr nicht, wie weit es mit euch gekommen ist und was euch heimgesucht hat? Wollt ihr nicht nach jemandem schauen, der für euch bei eurem Herrn Fürsprache einlegt?’ Manche Menschen werden zu den anderen sagen: ‚Zu eurem Vater Adam!’

Sie gehen zu ihm und sagen zu ihm: ‚O Adam! Du bist der Vater der Menschheit, den Allah mit Seiner Hand schuf und dem Er von Seinem Geist einhauchte. Und Er befahl den Engeln, sich vor dir niederzuwerfen, und Er hat dich im Paradies leben lassen. Würdest du nicht bei deinem Herrn Fürsprache für uns einlegen? Siehst du denn nicht, in welcher Lage wir uns befinden und wie weit es mit uns gekommen ist?’ Er sagt: ‚Heute zürnt Allah so sehr, wie Er nie zuvor gezürnt hat und danach nie wieder zürnen wird. Er hatte mir verboten, von dem Baum zu essen, und ich gehorchte nicht. Meine Seele! Meine Seele! Meine Seele (will ich retten)! Geht zu einem anderen, geht zu Noah!’

Sie gehen zu Noah und sagen zu ihm: ‚O Noah! Du bist der erste Gesandte zu den Bewohnern der Erde, und dich hat Allah den dankbaren Diener genannt. Siehst du denn nicht, in welcher Lage wir uns befinden und wie weit es mit uns gekommen ist? Würdest du nicht bei deinem Herrn Fürsprache für uns einlegen?’ Er sagt: ‚Heute ist Allah so zornig, wie Er es nie zuvor war, und Er wird danach nie wieder so zornig sein. Ich hatte mein Volk verwünscht (weshalb ich dafür nicht geeignet bin und es mir nicht zutraue, ich muss mich heute um meine Seele kümmern). Meine Seele! Meine Seele! Meine Seele (will ich retten)! Geht zu einem anderen, geht zu Abraham!’

Sie gehen zu Abraham und sagen zu ihm: ‚O Abraham! Du bist der Prophet Allahs und sein Chalil (guter Freund) von den Bewohnern der Erde. Würdest du nicht bei deinem Herrn Fürsprache für uns einlegen? Siehst du denn nicht, in welcher Lage wir uns befinden?’ Er sagt: ‚Heute ist Allah so zornig, wie Er es nie zuvor war, und Er wird danach nie wieder so zornig sein. Ich habe dreimal (aus Not) gelogen (weshalb ich dafür nicht geeignet bin und es mir nicht zutraue, ich muss mich heute um meine Seele kümmern). Meine Seele! Meine Seele! Meine Seele (will ich retten)! Geht zu einem anderen, geht zu Moses!’

Sie gehen zu Moses und sagen zu ihm: ‚O Moses (Musa)! Du bist der Gesandte Allahs, und unter den Menschen hat Er dir durch Seine Botschaften und Sein Sprechen zu dir einen Vorzug gewährt. Lege doch bei deinem Herrn Fürsprache für uns ein! Siehst du denn nicht, in welcher Lage wir uns befinden?’ Er sagt: ‚Heute ist Allah so zornig, wie Er es nie zuvor war, und Er wird danach nie wieder so zornig sein. Ich habe einen Menschen getötet, ohne dass mir befohlen wurde, ihn zu töten (weshalb ich dafür nicht geeignet bin und es mir nicht zutraue, ich muss mich heute um meine Seele kümmern). Meine Seele! Meine Seele! Meine Seele (will ich retten)! Geht zu einem anderen, geht zu Jesus (’Isa)!’

Sie gehen zu Jesus und sagen zu ihm: ‚O Jesus (’Isa)! Du bist der Gesandte Allahs und Sein Wort, das Er zu Mariam sandte, ein eingehauchter Geist von Ihm, und du hast zu den Menschen gesprochen, als du noch in der Wiege lagst. Lege bei deinem Herrn Fürsprache für uns ein! Siehst du denn nicht, in welcher Lage wir uns befinden?’ Er sagt: ‚Heute ist Allah so zornig, wie Er es nie zuvor war, und Er wird danach nie wieder so zornig sein.’ Und er erwähnt keine Sünde. ‚Meine Seele! Meine Seele! Meine Seele (will ich retten)! Geht zu einem anderen, geht zu Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –!’

Sie gehen zu Muhammad – und in einer anderen Überlieferung: Sie kommen zu mir und sagen: ‚O Muhammad! Du bist der Gesandte Allahs und der letzte Prophet. Allah hat dir deine vorausgegangenen und kommenden Sünden vergeben. Lege für uns bei deinem Herrn Fürsprache ein! Siehst du denn nicht, in welcher Lage wir uns befinden?’ Da gelange ich unter Seinen Thron und werfe mich für meinen Herrn nieder. Dann lässt mich Allah Ihn so lobpreisen und Seine Herrlichkeit in bester Weise loben, wie er es keinem vor mir ermöglichte. Danach wird gesagt: ‚O Muhammad! Erhebe deinen Kopf! Bitte, und es wird dir gegeben, lege Fürsprache ein, und es wird erfüllt!’ Dann werde ich meinen Kopf heben und bitten: ‚Ummati, ya rabb! Ummati, ya rabb! Ummati, ya rabb! – Meine Umma, o Herr! Meine Umma, o Herr! Meine Umma, o Herr!’ Es wird dann gesagt: ‚O Muhammad! Von deiner Umma lass diejenigen durch das rechte Tor des Paradieses eintreten, die nicht zur Rechenschaft gezogen werden, und außerdem sind sie berechtigt, mit den Menschen (auch) durch andere Tore einzutreten.’ Dann sage ich: ‚Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist (bei Allah)! Die Entfernung zwischen einem Türflügel eines Paradiestores und dem anderen ist wie die Entfernung zwischen Mekka und Hadschar oder Mekka und Busra!’”

(Buchari 1421; Muslim 194, 1022)


 Das Buch der Istighfar (Bitte um Vergebung)

Der Befehl zur Bitte um Vergebung und deren Vorzüge

Allah, Der Erhabene sagt:

[…] Und bitte um Vergebung für deine Schuld und für die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen. […](Qur’an 47:19)

„Und bitte Allah um Vergebung. Wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig.“ (4:106)

[…] Die um Vergebung bitten in der Morgendämmerung.“ (3:17)

„Und wer Böses tut oder sich gegen sich selbst vergeht und dann Allah um Vergebung bittet, der findet Allah Allvergebend, Barmherzig.“ (4:110)

„Allah aber wollte sie nicht bestrafen, solange du unter ihnen weiltest, noch wollte Allah sie bestrafen, während sie um Vergebung baten.“ (8:33)

„Und diejenigen, die – wenn sie etwas Schändliches getan oder gegen sich gesündigt haben – Allahs gedenken und für ihre Sünden um Vergebung flehen; und wer vergibt die Sünden außer Allah? – und diejenigen, die nicht auf dem beharren, was sie wissentlich taten.“ (3:135)

1870. Abu Huraira berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Bei Allah! Ich bitte Allah um Vergebung und wende mich Ihm am Tag mehr als siebzigmal bereuend zu.”

(Buchari 6307)

1872. Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete: Wir haben gezählt, dass der Gesandte Allahs in einer Sitzung einhundertmal (folgendes Vergebungsbittgebet gesprochen) hat:

„O mein Herr! Vergib mir und nimm meine Reue an, denn Du bist der Reueannehmende und Barmherzige.”

(Al-Dschami’ 3486, As-Silsila As-Sahiha von Albani 556 und Sahih Abu Dawud 1342)

1875. Schaddad Bin Aws – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Sayyidu-l-Istighfar (das höchste der Bittgebete um Vergebung) ist, dass der Diener sagt:

‚Allahumma anta Rabbi, la ilaha illa ant, chalaqtani wa ana ’abduk, wa ana ’ala ’ahdika wa wa’dika ma-stata’t, a’udhu bika min scharri ma sana’t, abuu laka bi-ni’matika ’alay, wa abuu bi dhanbi, fa-ghfir li, fa innahu la yaghfiru-dh-dhunuba illa ant – O Allah, Du bist mein Herr. Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Dir. Du hast mich erschaffen, und ich bin Dein Diener. Ich bin an meinen Bund mit Dir und mein Versprechen an Dich gebunden, so gut ich kann. Ich nehme Zuflucht bei Dir vor dem Übel, das ich getan habe, und ich erkenne Deine Huld mir gegenüber an, und ich gebe Dir gegenüber meine Schuld zu. So vergib mir; denn keiner kann die Sünden vergeben außer Dir.’

Wer dies voller Überzeugung am Tage spricht und dann an diesem Tag vor dem Abend stirbt, der wird zu den Bewohnern des Paradieses gehören. Und wer es in der Nacht spricht, fest daran glaubt und dann stirbt, bevor es Morgen wird, der wird zu den Bewohnern des Paradieses gehören.“

(Buchari 6306)

1876. Thawban berichtete: Wenn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sein Gebet (mit dem Taslim) beendet hatte, bat er Allah dreimal um Vergebung (Istighfar), und dann sagte er: „Allahumma anta-s-Salam, wa minka-s-Salam, tabarakta ya dha-l-Dschalali wa-l-Ikram – O Allah! Du bist der Friede, und von Dir kommt der Friede, Segensreich bis Du, o Herr der Majestät und der Ehre!“

Al-Awza’i (einer der Hadith-Überlieferer) wurde gefragt, wie man um Vergebung bittet. Er sagte:

„Indem du sagst: Astaghfiru-llah! Astaghfiru-llah! – Ich bitte Allah um Vergebung! Ich bitte Allah um Vergebung!“

(Muslim 591, Tirmidhi 300, Abu Dawud 1513, Nasa’i 1336, Ibn Madschah 928)

1877. Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: Der Gesandte Allahs hat vor seinem Tod oft gesagt: „Subhan Allah wa bi-hamdihi, astaghfiru-llah wa atubu ilayh – Alles Lob und aller Preis gebühren Allah, ich bitte Allah um Vergebung und wende mich Ihm reuig zu.”

(Buchari 4968, Muslim 484)


 Was Allah für die Gläubigen im Paradies vorbereitet hat

Allah, der Erhabene, sagt:

„Wahrlich, die Gottesfürchtigen werden sich in Gärten und an Quellen befinden. * ‚Tretet hinein in Frieden und Sicherheit!’ * Und Wir wollen hinwegnehmen, was an Groll in ihren Herzen sein mag; brüderlich (sollen sie) auf Ruhesitzen einander gegenüber sitzen. * Müdigkeit wird sie darin nicht berühren, noch sollen sie jemals von dort vertrieben werden.“ (Qur’an 15:45-48)

„‚O Meine Diener, keine Furcht soll euch an diesem Tage bedrücken, noch sollt ihr traurig sein *; ihr, die ihr an Unsere Zeichen glaubtet und (Uns) ergeben wart. * Tretet in das Paradies ein, ihr und eure Gattinnen, (und seid) glückselig!’ * Schüsseln aus Gold und Becher werden unter ihnen kreisen, und darin wird alles sein, was die Herzen begehren und (woran) die Augen sich ergötzen – und ewig werdet ihr darin verweilen. * Und dies ist das Paradies, zu dessen Erben ihr berufen wurdet um dessentwillen, was ihr zu tun pflegtet. * Darin gibt es für euch Früchte in Mengen, von denen ihr essen könnt.“ (Qur’an 43:68-73)

„Wahrlich, die Gottesfürchtigen sind an einer Stätte der Sicherheit. * In Gärten mit Quellen; * gekleidet in Seide und Brokat sitzen (sie) einander gegenüber. * So (wird es sein). und Wir werden sie mit Huris vermählen. * Sie werden dort Früchte jeder Art verlangen (und) in Sicherheit (leben). * Den Tod werden sie dort nicht kosten, außer dem ersten Tod. Und Er wird sie vor der Strafe der Dschahim bewahren, * als eine Gnade von deinem Herrn. Das ist das höchste Glück.“ (Qur’an 44:51-57)

„Wahrlich, die Rechtschaffenen werden in Wonne sein. * Auf Ruhesitzen werden sie zuschauen. * Erkennen wirst du auf ihren Gesichtern den Glanz der Seligkeit. * Ihnen wird ein reiner, versiegelter Trank gegeben, * dessen Siegel Moschus ist – und um dies mögen die Begehrenden wetteifern. * Und es wird ihm von Tasnim beigemischt sein:* von einer Quelle, aus der die Erwählten trinken werden.“ (Qur’an 83:22-28)

1880. Dschabir – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Die Bewohner des Paradieses essen und trinken darin und sie verrichten keine Notdurft, doch ihre Speise hinterlässt einen Duft wie Moschus. Ihre Lobpreisung geschieht so natürlich, wie sie natürlich atmen.”

(Muslim)

1881. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs sagte: „Allah, Der Erhabene, sagt: ‚Ich habe für Meine rechtschaffenen Diener das vorbereitet, was kein Auge je gesehen und kein Ohr je gehört hat und was dem Herzen eines Menschen nie in den Sinn gekommen ist!’ Lest, wenn ihr wollt: ‚Doch niemand weiß, welche Augenweide für sie als Lohn für ihre Taten verborgen ist.’ (Qur’an 32:17)

(Buchari 3244, Muslim 2824)

1884. Abdullah Bin Mas’ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, ich weiß, wer als letzter unter den Bewohnern der Hölle aus ihr herauskommen wird und der letzte Paradiesbewohner sein wird, der das Paradies betritt: Ein Mann verlässt die Hölle kriechend, zu dem Allah – Segensreich und Erhaben ist Er – sagen wird: ‚Geh und tritt in das Paradies ein!’

Er geht und denkt, es sei überfüllt, deshalb kehrt er zurück und sagt: ‚O Herr! Ich habe es überfüllt vorgefunden!’

Allah – Segensreich und Erhaben ist Er – wird sagen: ‚Geh und tritt in das Paradies ein!’ Er geht und denkt, es sei überfüllt, deshalb kehrt er zurück und sagt: ‚O Herr! Ich habe es überfüllt vorgefunden!’

Allah – Segensreich und Erhaben ist Er – wird sagen: ‚Geh und tritt in das Paradies ein! Für dich soll es so viel wie die ganze Welt und dazu noch zehnmal so viel sein!’ Er (der Mann) wird sagen: ‚Lachst Du über mich (oder: machst Du dich lustig über mich), obwohl Du der König bist?’”

Er (der Überlieferer Ibn Mas’ud) sagte: Dabei habe ich den Gesandten Allahs lachen sehen, sodass seine Backenzähne zu sehen waren.

Dann sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –:

„Dies ist die niedrigste Stellung unter den Paradiesbewohnern.”

(Muslim 186; Buchari 6571, 7511; Tirmidhi 2595; Ibn Madschah 4339)

1886. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Im Paradies gibt es einen Baum, unter dem ein Reiter auf einem schnellen Pferd in einhundert Jahren nicht durchreiten kann.”

In den beiden Sahih-Werken von Buchari und Muslim wird auch überliefert: „Ein Reiter würde einhundert Jahre reiten, ohne seinen Schatten zu durchqueren.”

(Buchari 6553, Muslim 2828)

1887. Und derselbe (Abu Sa’ id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Die Paradiesbewohner werden die Bewohner der Gemächer über sich so sehen, wie sie die weit entfernten Sterne im Osten oder Westen am Horizont sehen, die glänzen; dies wegen der Stellungsunterschiede zwischen ihnen!” Man fragte: „O Gesandter Allahs! Das ist doch die Stellung der Propheten, die keiner außer ihnen erreichen wird?” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Doch, bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist! Es sind Menschen, die an Allah glaubten und die Wahrheit, die die Gesandten gebracht haben, bestätigten.”

(Buchari 3256, Muslim 2831)

1888. Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, die Spanne eines Bogens im Paradies ist besser als alles, worüber die Sonne auf- oder untergeht.”

(Buchari 2793)

1892. Abu Sa’id und Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichteten: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn die Paradiesbewohner in das Paradies gelangen, wird ein Rufer verkünden: ‚Für euch ist (festgelegt), dass ihr leben und niemals sterben werdet; dass ihr gesund sein und niemals krank sein werdet; dass ihr jung bleibt und niemals alt werdet, und dass es euch gut ergehen und ihr es niemals schwer haben werdet!”

(Muslim 2837)

1894. Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, Allah, Der Erhabene, wird zu den Einwohnern des Paradieses sagen: ‚Ihr Einwohner des Paradieses!’ Sie werden sagen: ‚Hier sind wir, o unser Herr! Deine Diener und die Güte sind in Deiner Hand!’ Er wird fragen: ‚Seid ihr zufrieden?’ Sie werden sagen: ‚Wie sollen wir nicht zufrieden sein, o unser Herr, und Du hast uns so viel gegeben wie Du keinem Deiner Geschöpfe gegeben hast!’ Er wird fragen: ‚Soll Ich euch nicht Besseres als das geben?’ Sie werden sagen: ‚Und was könnte besser sein als das?’ Er wird sagen: ‚Euch erreicht Mein Wohlgefallen, sodass Ich eurer nie zürnen werde!’”

(Buchari 6549, Muslim 2829)

1895. Dscharir Bin Abdullah – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Wir waren beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, als er den Mond betrachtete. Es war eine Nacht, in der Vollmond war. Er sagte dabei: „Wahrlich, ihr werdet euren Herrn sehen, so wie ihr jetzt diesen Mond seht, ohne dass die Sicht behindert wird.”

(Buchari 554, 7435; Muslim 633)

1896. Suhaib – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn die Paradiesbewohner in das Paradies eintreten, wird Allah – erhaben ist Er – sagen: ‚Wollt ihr noch mehr, was Ich euch geben sollte?’ Sie werden sagen: ‚Hast Du nicht unsere Gesichter weiß gemacht? Hast Du uns nicht ins Paradies gebracht und uns vor dem Höllenfeuer bewahrt?!’ Dann wird der Schleier gelüftet werden, sodass ihnen (bis) dahin nichts gegeben wurde, was ihnen lieber war, als ihren Herrn zu sehen.”

(Buchari 554, 7435; Muslim 633)

Allah, Der Erhabene, sagt:

„Jene jedoch, die da glauben und gute Werke tun, wird ihr Herr um ihres Glaubens Willen leiten. Bäche werden unter ihnen in den Gärten der Wonne fließen. * Ihr Ruf dort wird sein: ‚Preis dir, o Allah!’, und ihr Gruß dort wird ‚Frieden!’ sein. Und zuletzt werden sie rufen: ‚Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten.’“ (Qur’an 10:9-10)

Gepriesen sei Allah, Der uns zu diesem rechtleitete, wir wären ja nicht rechtgeleitet, wenn Allah uns nicht rechtgeleitet hätte. O Allah, schenke Muhammad, Deinem Diener und Gesandten, Heil […]

Der Autor sagte: (In) Damaskus, am Montag, den 14. Ramadan des Jahres 670 n.H. schrieb ich es zu Ende.


Erläuterung des Hadithes Nummer 60

Dieser Hadith beinhaltet viele Bereiche des Wissens. Er stellt sogar ein Fundament des Islams dar, wie Qadi Iyad erwähnte. Das Thema Aqida und sich das Wissen darüber anzueignen, um seine Religion zu verstehen, gehört zur Pflicht der Muslime, welche sie nicht vernachlässigen oder aufschieben sollten. Viele nützliche Aspekte werden hier angeführt. Dennoch ist das Thema Aqida so umfangreich, dass es noch vieles zu erläutern gäbe, was hier in dieser Form leider nicht ausführlich erfolgen kann.

Zuerst hier die vollständige Version des Hadithes in Sahih Muslim:

Yahya Bin Ya’mar berichtete: Der erste, der Al-Qadar erwähnte, war Ma’bad Al-Dschuhani in Basra. Ich brach mit Humaid Bin Abdurrahman Al-Himyari als Pilger (zur Umra) auf. Wir sagten uns: Wenn wir einen Gefährten des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – träfen, würden wir ihn fragen, was er über Al-Qadar weiß. Da wurden wir (von Allah) zum Erfolg geleitet und trafen in der (Al-Haram-) Moschee auf Abdullah Bin ’Umar Bin Al-Chattab. Mein Gefährte und ich gingen auf ihn zu und begaben uns an seine Seite, einer von uns zu seiner Rechten, der andere zu seiner Linken. Ich ging davon aus, dass mein Gefährte mir das Sprechen überlassen würde. (So) sprach ich ihn an und fragte: „O Abu Abdurrahman! Bei uns sind Leute erschienen, die den Qur’an rezitieren und sich Wissen aneignen – und sie sprachen weiter über ihre Lage – und sie behaupten, dass es kein Qadar (Vorherbestimmung) gebe und Allah von der Angelegenheit erst erfahre, wenn sie eingetreten ist.“

Er (Abdullah Bin ’Umar) erwiderte: „Wenn du sie triffst, teile ihnen mit, dass ich nichts mit ihnen zu schaffen habe und sie nichts mit mir zu schaffen haben.“ Abdullah Bin ’Umar schwor, dass wenn einer von ihnen Gold von der Größe des Berges Uhud (auf dem Wege Allahs) ausgäbe, Allah es von ihm nicht annehmen würde, bis er an Al-Qadar glaubt. Anschließend sagte er: „Mein Vater ’Umar Bin Al-Chattab erzählte mir: ‚Als wir eines Tages beim Gesandten Allahs saßen, erschien bei uns ein Mann in vollkommen weißer Kleidung mit tiefschwarzem Haar. An ihm waren keine Reisespuren zu sehen, und niemand von uns kannte ihn. Er setzte sich zum Propheten, seine Knie berührten die des Propheten, und er legte seine Hände auf seine Oberschenkel und fragte:

»O Muhammad! Erzähl mir, was Islam bedeutet.«

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: »Islam bedeutet, dass du

1. bezeugst, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist,

2. dass du das Gebet verrichtest,

3. die Zakat entrichtest,

4. im Monat Ramadan fastest und

5. die Wallfahrt zum Hause Allahs unternimmst, sofern du dazu in der Lage bist.«

Der Mann sagte: »Das ist richtig!«

Wir waren erstaunt, dass er fragte und gleichzeitig die Antwort als Wahrheit bestätigte.

Dann fragte er: »Erzähle mir, was Iman bedeutet![42]« Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: »Iman bedeutet, an

1. Allah,

2. Seine Engel,

3. Seine Bücher,

4. Seine Gesandten,

5. den Jüngsten Tag und

6. die Vorherbestimmung zu glauben, (welche Allah bestimmt hat), sei sie gut oder schlecht.«

Der Mann sagte: »Das ist richtig! Jetzt erzähle mir vom Ihsan (die höchste Stufe der Güte, des Wohltuns, des rechten Tuns)

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: »Du sollst Allah so anbeten, als sähest du Ihn, denn auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich doch.« Der Mann sagte: »Erzähle mir von der Stunde (dem Jüngsten Tag).« Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: »Darüber weiß der Befragte nicht mehr als der Fragende.«

Der Mann sagte dann: »So erzähle mir von den Vorzeichen der Stunde (des Jüngsten Tages).« Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: »(Zu ihnen gehört), dass die Dienerin ihren Herrn gebiert und dass barfüßige, nackte und mittellose Schafhirten hohe Gebäude errichten.« Schließlich ging der Mann fort, und ich blieb noch eine Weile.

Dann fragte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: »O ’Umar, weißt du, wer dieser (Mann) war, der diese Fragen stellte?« Ich sagte: »Allah und Sein Gesandter wissen es am besten!« Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: »Es war Dschibril (Gabriel – Allah schenke ihm Frieden –), der gekommen ist, um euch eure Religion zu lehren.«’“

(Muslim 8, Tirmidhi 261, Nasa’i 4990, Ibn Madschah 63)

Erläuterung:

Hätten die Begriffe Islam, Iman und Ihsan die gleiche Bedeutung, hätte Dschibril nicht einzeln nach ihnen gefragt.

Diesem Hadith entnehmen wir also die drei Stufen des Islams, nach denen der Engel Dschibril fragte: 1. Islam, 2. Iman und 3. Ihsan.

Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zählt die fünf Säulen auf, ohne die man kein Muslim ist. Als er zur Bedeutung des Iman befragt wird, also der zweiten Stufe des Islams, zählt er die sechs Säulen des Iman auf. Dann wird er zur Bedeutung der dritten Stufe des Islam befragt, und zwar der höchsten, welche nicht jeder Mensch erreichen kann, nämlich in Bezug auf Güte so weit zu kommen, „dass du Allah so anbetest, als ob du Ihn sähest; denn auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich doch.“

An-Nawawi sagt: „Wisse, dass rechtgeleitete Menschen mit dem richtigen Madhhab an Al-Qadar glauben, das heißt an die Existenz der Vorherbestimmung und dass Allah – Erhaben ist Er – alle Dinge vorherbestimmt hat und dass Er – Erhaben ist Er – weiß, wann und auf welche Art und Weise diese Dinge sich ereignen. Die Qadariya (eine Sekte) leugnet dies und behauptet, dass Allah – Erhaben ist Er – nichts vorherbestimmt hätte, nicht voraussehen könne und keine Kenntnis über die Zukunft besäße, sondern die Geschehnisse (wie der Mensch) erst erfährt, wenn sie sich ereignen. Damit haben sie (die Qadariya) Allah – Erhaben ist Er – gegenüber eine gewaltige Lüge und Sünde ersonnen. Der Name der Sekte hat seinen Ursprung eben darin, dass sie Al-Qadar leugnen. Man sagt, sie sei ausgestorben und dass von den Leuten der Qibla (d.h., den Muslimen) keiner zurückgeblieben sei, der diese Ansicht noch vertritt.“

Zu der Aussage von Abdullah Bin ’Umar: „Wenn du sie triffst, teile ihnen mit, dass ich nichts mit ihnen zu schaffen habe und sie nichts mit mir zu schaffen haben.“ Abdullah Bin ’Umar schwor, dass wenn einer von ihnen Gold von der Größe des Berges Uhud (auf dem Wege Allahs) ausgäbe, Allah es von ihm nicht annehmen würde, bis er an Al-Qadar glaubt.

Es ist offenkundig, dass Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – die Qadariya als Kuffar betrachtete.

Anhand der Überschrift dieses Kapitels von Imam An-Nawawi ist ebenfalls ersichtlich, dass auch er der gleichen Ansicht ist:[...] Und die Unerlässlichkeit des Glaubens an Al-Qadar (die Vorherbestimmung) Allahs – Erhaben ist Er.“

[...] Wir waren erstaunt, dass er fragte und gleichzeitig die Antwort als Wahrheit bestätigte.“

Der Grund für ihr Erstaunen war, dass – im Gegensatz zu einem Unwissenden – der Fragende die Antworten bereits kannte, und zu dieser Zeit wusste niemand etwas darüber außer dem Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden.

Die Antwort des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Du sollst Allah so anbeten, als sähest du Ihn, denn auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich doch“ bestätigt die Knappheit und Genauigkeit seiner Ausdrucksweise; eine Eigenschaft, die ihm von Allah – Erhaben ist Er – gegeben wurde. Denn könnte man seinen Rabb – Erhaben ist Er – sehen, wenn man eine ’Ibada vollziehen möchte, würde man nichts unversucht lassen, Allah – Erhaben ist Er – so vollständig wie möglich, demütig und in bester Weise sowohl innerlich als auch äußerlich zu dienen. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Diene Allah in all deinen Angelegenheiten so, als würdest du Ihn sehen.“ Diese Vollständigkeit der ’Ibada – oder jeder guten Tat – ist daher wie ein Zustand, in dem man etwas mit seinen Augen erblickt. Weil dem Diener bewusst ist, dass Allah – Erhaben ist Er – ihn beobachtet, wird er sich in diesem Zustand nicht unangemessen verhalten [...].

Ist der Diener dabei, eine Sünde zu begehen, zum Beispiel einem Menschen Schaden zuzufügen, und ihm wird dabei bewusst, dass Allah ihn sieht – denn auch wenn er Ihn nicht sieht, so sieht Er ihn doch – wird er in solch einer Situation mehr als einmal überlegen, ob er diese Sache tun möchte.

So liegt der Antrieb darin, die Aufrichtigkeit in der ’Ibada zu erreichen, um wiederum die höchsten Stufen von Demut und Ergebenheit zu erlangen.

Demnach ist es auch wünschenswert, sich in Gesellschaft rechtschaffener Menschen aufzuhalten, um ihnen gegenüber aus Respekt falsches Handeln zu vermeiden. Wenn man sich also vor ihnen schämen würde, wie ist es dann erst, wenn einer Person bewusst ist, dass sie ständig von Allah – Erhaben ist Er – beobachtet wird, sei sie allein oder in der Öffentlichkeit, sei es im Verborgenen oder Offenkundigen?

Die drei Maratib (Stufen) des Islams

Jeder Mu’min und jede Mu’mina ist Muslim/in. Doch nicht jeder Muslim und jede Muslima ist ein Mu’min/eine Mu’mina. Hat eine Person die Stufe des Ihsan erreicht, ist sie ein Mu’min und ein Muslim, jedoch nicht umgekehrt, da die Stufe des Mu’min-Seins über der des Muslimseins steht.

Imam Abu Muhammad Al-Hussain Bin Mas’ud Al-Baghawi Al-Schafii – Allah erbarme sich seiner – sagte über den Hadith, in dem Dschibril – Allah schenke ihm Frieden –  nach Iman und Islam fragte, Folgendes:

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – beschreibt den Ausdruck Islam als offenkundige Taten und den Ausdruck Iman als innere Überzeugung. Dies heißt nicht, dass Taten nicht Teil des Iman sind und die Überzeugung des Herzens nicht zum Islam gehört. Vielmehr geht das eine in das andere über, so dass alles die Religion des Islams ist. Deshalb sagte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Er war Dschibril (Gabriel – Allah schenke ihm Frieden –), der gekommen ist, um euch eure Religion zu lehren.“ Und die Religion hat, wie dieser Hadith beweist, drei Rangstufen. Die erste Rangstufe ist der Islam mit seinen fünf Säulen:

1.        Das Sprechen der Schahada; das heißt, die Bezeugung, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt (auf Arabisch: La ilaha illa-llah) und dass Muhammad Sein Gesandter ist.

2.        Das Gebet verrichten.

3.        Das Fasten im Monat Ramadan.

4.        Die Zakah entrichten.

5.        Die Pilgerfahrt nach Mekka; verpflichtend für diejenigen, die finanziell und gesundheitlich dazu in der Lage sind.

Die Schahada (das Glaubensbekenntnis):

Der Beweis des Glaubensbekenntnisses im Qur’an ist die Aya: „Allah bezeugt, la ilaha illa-llah – dass es keinen Anbetungswürdigen außer Ihm selbst gibt; und die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen; der Wahrer der Gerechtigkeit. Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Ihm, dem Allmächtigen und Allweisen.“ (3:18) Das bedeutet, dass niemand zu Recht angebetet wird außer Allah. La ilaha verneint alles, was außer Allah angebetet wird, und illa Allah besagt, dass die ’Ibada nur Allah gebührt, Der keinen Partner darin hat, wie Er keinen Partner in Seiner Herrschaft hat.

Darüber sagt Allah, der Erhabene: „Und als Ibrahim zu seinem Vater und seinem Volk sagte: ‚Gewiss, ich sage mich los von dem, dem ihr dient, * außer Demjenigen, Der mich erschaffen hat; denn Er wird mich gewiss rechtleiten.’“ (43:26-27)

Der Dalil (Beweis) dafür, dass Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – der Gesandte Allahs ist, findet sich unter anderem in dieser Aya: „Zu euch ist nunmehr ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Bedrückend ist es für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid, eifrig um euch bestrebt, zu den Mu’minin (Gläubigen) gnadenvoll und barmherzig.“ (9:128)

Der zweite Teil der Schahada besagt, dass Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, der Gesandte Allahs, und seine Sunna unser Vorbild sind, welchem wir folgen sollen, und dass wir uns Wissen über seine Gebote aneignen und ihn lieben sollen, um dafür auch von Allah geliebt zu werden; sowie Iman an alles zu haben, was er uns gebracht hat, und alles zu unterlassen, was er verboten hat. Die Anbetung Allahs – Erhaben ist Er – müssen wir nicht nach eigener Lust und Laune, sondern durch seine Sunna erlernen. Denn beispielsweise sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – bezüglich des Gebets: „Betet, wie ihr mich habt beten sehen“ (Buchari).

Weitere Beweise bezüglich des Folgens des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sind im Vorwort dieses und zu Beginn des zweiten Bandes zu finden, in dessen Rahmen ich in Bezug auf die Wichtigkeit der Sunna weitere Erläuterungen angeführt habe.

Die Schahada ohne Überzeugung auszusprechen, sei es durch Zwang oder aus Liebe zu einer Person wie zum Beispiel der Ehefrau oder dem Ehemann, ist nichtig, da solch eine Person noch kein Muslim ist. Es kommt vor, dass sich Medien mit der Behauptung lustig machen, dass Muslime andere zwingen würden, den Islam anzunehmen, was jedoch mit dem Islam in keiner Weise vereinbar ist. Ein erzwungener Übertritt zum Islam macht niemanden zum Muslim, und somit wäre es vergebliche Mühe.

Diese erste Säule des Islams hat sieben Voraussetzungen (bzw. bei manchen Gelehrten acht), die erfüllt werden müssen und eine enorme Bedeutung tragen. Denn La ilaha illa-llah ist Qawl und ’Amal (d.h., die Aussage mit der Zunge und die Taten) und keinesfalls, wie die Murdschi‘a behauptet, nur eine Aussage, die weder zu- noch abnehme, ungeachtet dessen, ob jemand Verderben auf der Erde verbreitet und/oder Menschen ermordet. Wäre es so, wie die Murdschi‘a und andere Sekten behaupten, gäbe es keinen großen Unterschied zur Ansicht des Schaitan, welcher ebenfalls weiß, dass es keinen Ilah außer Allah gibt. Die ’Ulama’ der klaren Aqida führen ihre starken Beweise unter anderem durch das Aufzählen der Bedingungen (Schurut) von La ilaha illa-llah an, welche erfüllt werden müssen und deren Beweise aus dem Qur’an und der Sunna stammen. Erst mit diesen hat man als Muslim die Bedingung der ersten Säule erfüllt.

In Buchari heißt es: Wahb Bin Al-Munabbih wurde einst von den Tabi’un gefragt:

„Ist denn der Schlüssel zum Paradies nicht La ilaha illa-llah?“ Er (Wahb) sagte: „Doch, aber es gibt keinen Schlüssel ohne Zacken. Wenn du einen Schlüssel hast, der (die richtigen) Zacken hat, wird er dir öffnen können, ansonsten wird er dir nicht öffnen können.“

Im Folgenden die sieben (bzw. acht) Bedingungen:

1. Al-’Ilm – das Wissen über die Bedeutung von La ilaha illa-llah. Dieses Wissen ist das Gegenteil von Unwissenheit, und der Beweis dafür ist die Aya: „Wisse also, dass es La ilaha illa Allah – keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt […](47:19) und: „[…] außer wer der Wahrheit entsprechend bezeugt, und sie wissen es“ (43:86). Dies bedeutet, dass man die Bedeutung von La ilaha illa-llah bezeugt, Wissen darüber besitzt, es mit der Zunge ausspricht und in Taten umsetzt. Denn la ilaha illa-llah ist Qawl und ’Amal. Der Beweis ist der Hadith des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, welcher sagte: „Wer stirbt, während er weiß, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt, der wird in das Paradies eintreten“ (Sahih Muslim 26).

2. Al-Yaqin (die Gewissheit) ist das Gegenteil von Schakk und Rayb (Zweifel). Allah, der Erhabene, sagt: „Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten Iman haben und hierauf nicht zweifeln und sich mit ihrem Besitz und mit ihrem eigenen Leben auf Allahs Weg abmühen. Das sind die Wahrhaftigen“ (49:15). Der Beweis aus der Sunna ist die Überlieferung des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Ich bezeuge, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt (La ilaha illa-llah) und dass ich der Gesandte Allahs bin. Kein Diener trifft mit diesen beiden (Schahadatayn) auf Allah, ohne dass er das Paradies betreten wird, wenn er nicht daran zweifelt“ und „Verkünde jedem, dem du hinter dieser Mauer La ilaha illa-llah bezeugend begegnest und dessen Herz darüber volle Gewissheit besitzt, die frohe Botschaft vom Paradies“ (Sahih Muslim 26, 27, 31).

3. Al-Ichlas (die Aufrichtigkeit) ist das Gegenteil von Schirk. Der Beweis dafür liegt unter anderem in der Aya:[…] So diene Allah und sei Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion“ (39:2) und in dieser: „Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen und Ihm gegenüber (dabei) aufrichtig in der Religion (zu sein) […](98:5).

Der Beweis aus der Sunna ist der Hadith: „Der glücklichste Mensch mit meiner Fürsprache am Tage der Auferstehung ist derjenige, der aus seinem Herzen heraus aufrichtig La ilaha illa-llah sagt“ (Buchari). In einem anderen Hadith heißt es: „Allah hat dem Feuer denjenigen verboten, der La ilaha illa-llah sagt und damit Allahs Wohlgefallen anstrebt“ (Buchari).

4. As-Sidq (die Wahrhaftigkeit) mit dem Herzen und der Zunge ist das Gegenteil von Unehrlichkeit und Heuchelei (Nifaq). Wer es (La illaha illa-llah) aus Heuchelei sagt, dem bringt es nichts. Der Beweis liegt in der Aya: „Alif-Lam-Mim. * Meinen die Menschen, dass sie in Ruhe gelassen werden, (nur) weil sie sagen: ‚Wir haben Iman’, ohne dass sie geprüft werden? * Wir haben bereits diejenigen vor ihnen geprüft. Allah wird ganz gewiss diejenigen kennen, die die Wahrheit sprechen, und Er wird ganz gewiss die Lügner kennen“ (29:1-3). „Unter den Menschen gibt es manche, die sagen: ‚Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag’, doch sind sie nicht gläubig. Sie möchten Allah und diejenigen, die glauben, betrügen. Aber sie betrügen nur sich selbst, ohne zu merken“ (2:8-9).

Folgender Hadith ist der Beweis dafür aus der Sunna:

„Niemand bezeugt wahrhaftig, von seinem Herzen kommend, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist, ohne das Allah ihn dem Feuer verbietet“ (Sahih Buchari 128).

5. Al-Mahabba (die Liebe) beinhaltet die Liebe zu diesem Bekenntnis und zu den Leuten von La ilaha illa-llah. Der Beweis liegt in der Aya: „Und doch gibt es unter den Menschen manche, die außer Allah andere als Seinesgleichen annehmen und ihnen dieselbe Liebe schenken wie Allah. Aber diejenigen, die (wirklich) glauben, sind stärker in ihrer Liebe zu Allah […](2:165). Und: „O, die ihr Iman habt, wer von euch sich von seinem Din abkehrt – so wird Allah Leute bringen, die Er liebt und die Ihn lieben, bescheiden gegenüber den Gläubigen, mächtig (auftretend) gegenüber den Ungläubigen, und die sich auf Allahs Weg abmühen und nicht den Tadel des Tadlers fürchten […]“  (5:54).

In der Sunna gibt es unter anderem diesen Hadith als Beweis:

Anas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Es gibt drei (Eigenschaften), in denen man die Süße des Iman (Freude am Glauben) schmecken wird: Allah und Seinen Gesandten mehr als alles andere zu lieben; einen Menschen nur um Allahs willen zu lieben und es zu verabscheuen, zum Unglauben zurückzukehren, nachdem Allah einen gerettet hat, so wie man es verabscheut, ins Feuer geworfen zu werden.”

(Muslim 43; Buchari 16, 21, 6041; Tirmidhi 2624; Nasa’i 5003)

6. Al-Inqiyad (die Ergebung/der Gehorsam) beinhaltet die Ergebung in diese Worte, indem man die verpflichtenden Taten mit Aufrichtigkeit nur für Allah und um Sein Wohlgefallen zu erlangen praktiziert. Der Beweis liegt in dieser Aya aus dem Qur’an: „Wer hätte eine bessere Religion als derjenige, der sein Angesicht Allah hingibt (d.h., sich Allah ergibt) und dabei Gutes tut […](4:125) und: „Und wendet euch eurem Herrn reuig zu und seid Ihm ergeben […](39:54). Weiter sagt Allah im Qur’an: „Wer sich Allah völlig hingibt und dabei Gutes tut, der hält sich an die festeste Handhabe […](31:22), und diese festeste Handhabe sind die Worte La ilaha illa-llah. Und: „Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast und sich in voller Ergebung fügen“ (4:65).

7. Al-Qabul (Akzeptanz) ist das Gegenteil von Ablehnung. Wer es ablehnt, die Worte auszusprechen und ihnen entsprechend zu handeln, sondern aus Hochmut und Neid nicht damit zufrieden ist – so wie es bei Schaitan der Fall ist –, derjenige ist ungläubig und wird aus seinem Wissen, dass diese Worte die Wahrheit von Allah sind, keinen Nutzen ziehen. Allah, der Erhabene, sagt im Qur’an:[…] Denn sie pflegten, wenn zu ihnen gesagt wurde: ‚Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Allah’, sich hochmütig zu verhalten, * und sagten: ‚Sollen wir denn wahrlich unsere Götter verlassen wegen eines besessenen Dichters?’“ (37:35-36).

Dies sind die sieben grundsätzlichen und bekannten Bedingungen der Schahada. Doch von einigen Gelehrten wird noch eine weitere Bedingung angeführt:

8. Al-Kufr Bi-t-Taghut (Die Ablehnung dessen, was neben Allah verehrt wird)

Dies beinhaltet die Distanzierung von allen ’Ibadat, die nicht Allah,  dem Erhabenen, gelten. Denn wer die Schahada ausspricht, ohne sich vom Schirk loszusagen, wird keinen Nutzen davon haben. Abu Abdullah Tariq Bin Uschaim – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –sagen: „Wer bezeugt, dass es keinen Anbetungswürdigen gibt außer Allah und alles andere ablehnt, was neben Allah angebetet wird, dessen Besitz und Leben wird unversehrt sein, und seine Rechenschaft liegt bei Allah – Erhaben ist Er“ (Muslim 23).

Allah, der Erhabene, sagt: „Es gibt keinen Zwang im Glauben. (Der Weg der Besonnenheit) ist nunmehr klar unterschieden von (dem der) Verirrung. Wer also falsche Götter verleugnet, jedoch an Allah glaubt, der hält sich an der festesten Handhabe, bei der es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend und Allwissend“ (2:256).

Und Allah weiß es am besten.

Das Gebet hat als zweite Säule des Islams ebenso seine Bedingungen, die da sind: Ein Muslim zu sein, im Besitz seiner vollen geistigen Kräfte zu sein[43] sowie vor dem Verrichten des Gebets eine richtige und vollständige Gebetswaschung vollzogen zu haben. Der Gesandte Allahs sagte:

 „Der Schlüssel des Gebets ist die Reinheit.“

(Tirmidhi 3, Abu Dawud 56, Ibn Madschah 271)

Das Gebet und die Zakah:

Die Beweise für die Pflicht, das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten, finden sich in vielen Ayat im Qur’an. In dieser Aya sagt Allah, der Erhabene: „Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als nur Allah zu dienen und (dabei) Ihm gegenüber aufrichtig in der Religion zu sein, als Anhänger des rechten Glaubens, und das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten; das ist die Religion des rechten Verhaltens“ (98:5).

Saum (das Fasten):

Der Dalil (Beweis) für das Fasten im Monat Ramadan liegt in folgender Aya: „O die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget“ (2:183).

Die Hadsch (Pilgerfahrt):

Dass die Hadsch verpflichtend (fard) ist, beweist die Aussage Allahs, des Erhabenen:[…] Und Allah steht es den Menschen gegenüber zu, dass sie die Pilgerfahrt zum Hause (in Mekka) unternehmen – (diejenigen,) die dazu die Möglichkeit haben. Wer aber ungläubig ist, so ist Allah der Weltenbewohner unbedürftig“ (3:97).

Wie genau all diese ’Ibadat verrichtet werden, entnimmt man der Sunna des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, das heißt, dem, was er gesagt, getan und stillschweigend gebilligt hat.

Die zweite Rangstufe des Islams: der Iman

Die Regel lautet: Nicht jeder Muslim ist ein Mu’min, jedoch ist jeder Mu’min gleichzeitig ein Muslim. Und ein Muhsin ist ein Mu’min und ein Muslim. Dies gilt aber nicht umgekehrt.

Die sechs Säulen des Iman, die der Gesandte Allahs aufzählte, sind ein Bestandteil des Iman.

1.    die Überzeugung im Herzen

2.     Worte, die mit der Zunge gesprochen werden

3.     Handlungen, die mit den Körperteilen ausgeführt werden

Der Iman ist die Überzeugung im Herzen (Tasdiq), Worte, die mit der Zunge gesprochen werden und Handlungen, die mit den Körperteilen ausgeführt werden. Der Iman kann in seiner Intensität stärker und schwächer werden, steigen und sinken, sodass sich der Grad des Glaubens zum einen bei einer Person selbst von Zeit zu Zeit ändern kann und zum anderen von einer Person zur anderen unterschiedlich ist.

Man kann Worte in zwei Kategorien einteilen: die Worte des Herzens, Al-I’tiqad (die Überzeugung) genannt, und die Worte der Zunge: Das Sprechen mit den Worten der Überzeugung.

Außerdem gibt es zwei Arten von Handlungen, die verrichtet werden: Die Handlungen des Herzens, Niyya (die Absicht) genannt, und die Handlungen des Körpers: Zum Beispiel das Gebet, die Hadsch und der Dschihad.

In Hadith 57 dieses Buches heißt es: „Ein Mu’min ist weder ein Mu’min, während er Zina begeht, noch ist er ein Mu’min, während er Alkohol trinkt [...]

Das bedeutet, dass er kein Mu’min mit vollständigem Iman sein kann, denn hier hat die Schwäche des Iman dazu geführt, dass er eine Sünde begeht. Wäre sein Iman stark genug, würde diese Stärke ihn daran hindern.

Abdurrazzaq sagte: Alle unsere Scheichs und Gefährten, die ich getroffen habe – unter ihnen Sufyan Ath-Thawri, Malik Bin Anas Ubaydullah Bin ’Umar, Al-Awza’i, Ma’mar Bin Raschid, Ibn Dschuraidsch, Sufyan Bin ’Uyayna – hörte ich sagen, dass Iman Qawl und ’Amal ist und dass er steigt und sinkt. Dieselbe Ansicht vertreten Ibn Mas‘ud, Hudhayfa, An-Nacha’i, Al-Hassan Al-Basri, Ata’, Tawus, Mudschahid, Abdullah Bin Mubarak [...]

Kein diesbezüglich aufgeklärter Mensch kann daran zweifeln, dass niemand die Stufe des Iman von Abu Bakr As-Siddiq – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – erreicht, welcher für die Stärke seines Iman bekannt war. Buchari schreibt in seinem Sahih-Werk: Ibn Abi Mulaika sagte: Ich traf dreißig von den Gefährten des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, und alle fürchteten, Nifaq (Heuchelei) in sich zu tragen, und niemand von ihnen behauptete, dass seine Iman-Stufe auf der gleichen Ebene sei wie die der Engel Dschibril und Mika’il.

Dass der Iman zu- und abnimmt, ist in vielen Ayat belegt, unter anderem an dieser Stelle:[...] Damit die, die Iman haben, noch an Iman zunehmen [...](48:4).

Die in diesem Hadith erwähnten sechs Säulen des Iman sind als Aussage Allahs, des Erhabenen, auch im Qur’an vorhanden: „Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten Iman hat […](2:177). Hier werden fünf Säulen angeführt, und der Beweis für die sechste Säule des Iman, die Vorherbestimmung, ist unter anderem in dieser Aya zu finden: „Gewiss, Wir haben alles in (bestimmtem) Maß und Plan geschaffen“ (54:49).

Dass der Iman eine höhere Rangstufe im Islam einnimmt, besagen weitere Beweise aus dem Qur’an, wie zum Beispiel: „Die Beduinen sagen: ‚Wir glauben.’ Sag: ‚Ihr glaubt nicht (wirklich)’, sondern sagt: ‚Wir haben den Islam angenommen’. Denn der Iman ist noch nicht in eure Herzen eingezogen […](49:14).

Woran man Iman haben soll

1. Allah, als der Schöpfer, Erhalter aller Menschen, Planeten und Pflanzen, als Erhalter des Universums, zu Dem alles zurückkehrt. Er, der Erhabene, ist Der, Der gibt, lebendig macht und sterben lässt, Der tut, was Er will. Es ist an der Zeit, dass die Menschheit, Muslime und Nichtmuslime, mehr von ihrem Schöpfer erfährt und begreift, dass Er die Menschen erschaffen hat, damit sie Ihm dienen und Seinen Geboten folgen. Er, Der alles Seinem Willen unterwerfen kann und unterwerfen wird; Er ist Der wahre Gott, Dem die herrlichsten Namen und die edelsten Eigenschaften gebühren, von Dem alles abhängt, Der selbst jedoch absolut unabhängig ist, Der Undurchdringliche. Die Anbetung alles anderen ist ungültig. Es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Ihm; nichts und niemand verdient es, angebetet zu werden außer Ihm.

Allah wird aus Liebe, aus Furcht und aus Hoffnung angebetet und nicht aus einem einzelnen dieser Gründe. Seine Namen und Eigenschaften sind uns zum einen aus dem Qur’an bekannt, und zum anderen haben wir sie von Seinem Gesandten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – gelernt, ohne Ihn mit Seiner Schöpfung zu vergleichen und ohne einen Namen oder eine Eigenschaft zu verleugnen. Die Regel ist hier die Aussage Allahs – Erhaben ist Er:[…] Nichts ist Ihm gleich […](42:11). Niemand besitzt Seine Eigenschaften: „Sag: Er ist Allah, ein Einer, * Allah der Überlegene. * Er hat nicht gezeugt und ist nicht gezeugt worden, * und niemand ist Ihm jemals gleich“ (112:1-4). Sein Wissen umfasst alles, sei es offenkundig oder verborgen. Er ist barmherziger als eine Mutter zu ihrem Baby. Er – Preis sei Ihm – bedarf keiner Vermittler, und alle Bittgebete werden direkt von Ihm gehört. Er ist nicht allein der Gott der Araber, sondern der Herr aller Menschen und von allem, was existiert. ‚Allah‘ ist nicht der eigentümliche Name eines Gottes für die Muslime, sondern auch die arabischen Christen bezeichnen Ihn seit jeher als ‚Allah‘. Desgleichen trägt er in der Sprache Jesu‘ – Allah schenke ihm Frieden –, dem Aramäischen, den Namen ‚Allah‘. Dass auch ‘Isa (Jesus – Allah schenke ihm Frieden –) sich als einen Gesandten Allahs und nicht als Gott sah, ist in vielen Ayat des Qur’an bewiesen, unter anderem in 5:72-75.

2. Iman an Seine Mala’ika (Engel)

Mala’ika sind aus Licht erschaffene Wesen. Der Gesandte sagte:

„Die Engel sind aus Licht erschaffen, die Dschann (auch Dschinn) aus einer unruhigen Feuerflamme und Adam aus jenem, was euch beschrieben wurde (im Qur’an: aus trockenem Ton, 55:14)(Sahih Muslim 2996).

Einige der Engel werden im Qur’an und in der Sunna namentlich erwähnt, und es wird von ihren Aufgaben berichtet. Da wir über die Anzahl der Engel nur wissen, dass sie unermesslich hoch ist, werden die meisten nicht genannt; als Muslime glauben wir jedoch auch an sie.

Im Folgenden einige Beispiele:

Der Engel Dschibril (Gabriel) – Allah schenke ihm Frieden

Die Aufgabe von Dschibril (Gabriel) – Allah schenke ihm Frieden – ist es, die Botschaft, das heißt die Offenbarungen Allahs, an die Gesandten der Menschen zu überbringen. Allah, der Erhabene, sagt:

„Und er (der Qur’an) ist ganz sicher eine Offenbarung des Herrn der Welten, * mit dem der vertrauenswürdige Geist (Dschibril) herabgekommen ist * auf dein Herz (o Muhammad), damit du zu den Überbringern von Warnung gehörst, * in deutlicher arabischer Sprache“ (Qur’an 26:192-195).

Dschibril wird auch mit den Namen Ar-Ruhu-l-amin (der treue Geist) und Ar-Ruhu-l-qudus (der reine Geist, in 16:102) erwähnt – als treuer Überbringer der Botschaft an alle Gesandten Allahs, wie Abraham, Jesus und Moses sowie auch an den letzten Gesandten Allahs, Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. Außerdem überbrachte er Maryam (Maria) – Allah schenke ihr Frieden –, die frohe Botschaft von der Geburt des Gesandten Allahs ‘Isa (Jesus) – Allah schenke ihm Frieden –, dessen Zeugung auf wundersame Weise ohne Vater erfolgte.[44]

Der Todesengel – Allah schenke ihm Frieden – wird im Qur’an Malaku-l-Mawt (Todesengel) genannt. Ob er tatsächlich Azrael heißt, wie in den Isra’iliyyat (Geschichten der Kinder Israels) erwähnt, wissen wir nicht; somit können wir es weder bestätigen noch abstreiten.

Malaku-l-Mawt (der Todesengel), der von Allah mit dem Tod beauftragt wird, wird im Qur’an wie folgt erwähnt:

„Sag: Abberufen wird euch der Engel des Todes, der mit euch betraut ist, hierauf werdet ihr zu eurem Herrn zurückgebracht“ (Qur’an 32:11).

Malik – Allah schenke ihm Frieden. Dieser Engel ist mit der Bewachung der Hölle beauftragt. Allah, der Erhabene,  sagt: „Und sie rufen: O Malik, dein Herr soll unserem Leben ein Ende setzen. Er sagt: Gewiss, ihr werdet (hier) bleiben“ (Qur’an 43:77).

Mika’il/Mikal (Michael) – Allah schenke ihm Frieden. Er ist der Beauftragte für Regen und Pflanzen.

Allah, der Erhabene, sagt: „Wer Allah und Seinen Engeln und Seinen Gesandten und Dschibril und Mikal feind ist, so ist Allah den Ungläubigen feind“ (2:98).

Der Engel Israfil – Allah schenke ihm Frieden

Dieser Engel wird in das Horn blasen.

Beim ersten Stoß in das Horn werden die verbliebenen Menschen erschrecken. Allah, der Erhabene, sagt: „Und (denke an) den Tag, da ins Horn geblasen wird und da (all) diejenigen erschrecken, die in den Himmeln und die auf der Erde sind, außer wer Allah will. Und alle kommen in Demut zu Ihm“ (27:87).

Wenn das zweite Mal in das Horn geblasen wird, werden alle sterben außer Dschibril, Mika’il, Israfil und den acht Trägern des Thrones (siehe Ibn Kathirs Erläuterung zu Sure 39:68). Allah sagt: „Und es wird ins Horn geblasen, und da bricht zusammen, wie vom Donnerschlag getroffen, wer in den Himmeln und wer auf der Erde ist, außer wem Allah will. Hierauf wird ein weiteres Mal hineingeblasen, da stehen sie sogleich auf und schauen hin“ ( 39:68).

Beim dritten Mal werden alle Geschöpfe wieder zum Leben erweckt, um von Allah zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Der Engel Ridwan – Allah schenke ihm Frieden

Er bewacht das Paradies.

Weitere Engel sind damit beauftragt, die Menschen zu beschützen und zu begleiten; wiederum andere Engel begleiten Muslime, die nach Wissen streben. Abud ad-Darda’ – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Wer einen Weg beschreitet, um sich Wissen anzueignen, dem wird Allah einen Weg zum Paradies erleichtern. Aus Zufriedenheit senken die Engel ihre Flügel über denjenigen, der nach Wissen strebt. Die Bewohner des Himmels und der Erde, ja sogar die Fische im Wasser, bitten (Allah) für den ‘Alim (den Wissenden, Gelehrten) um Vergebung. Der Vorzug eines Gelehrten (in Bezug auf seinen Rang) gegenüber einem Betenden ist wie der Rang des Mondes allen anderen Sternen gegenüber. Die Gelehrten sind wahrlich die Erben der Propheten, und die Propheten haben weder Dinar noch Dirham hinterlassen. Sie haben aber das Wissen hinterlassen. Wer es (das Wissen) annimmt, der hat sehr viel Glück gehabt.” (Authentisch: Abu Dawud 3641, 3642; Tirmidhi 2684; Sahih Al-Dschami’ 6298, Sahih Abu Dawud von Albani 3096)

Engel unterstützen diejenigen, die sich auf dem Weg Allahs anstrengen und beteiligen sich neben ’Ilm-Sitzungen auch an Dhikr (dem Gedenken Allahs) und Qur’an-Sitzungen.

Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wahrlich, Allah hat Engel, die umherstreifen und die Menschen suchen, die Allahs gedenken. Wenn sie Leute finden, die Allahs – Erhaben ist Er – gedenken, rufen sie (einander) zu: ‚Kommt her zu eurem Anliegen!’” Weiter sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Dann überschatten sie sie mit ihren Flügeln im Dunya-Himmel (im untersten Himmel). Ihr Herr wird sie fragen – und Er weiß es am besten: ‚Was sagen Meine Diener?’” Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fuhr fort: „Sie (die Engel) sagen: ‚Sie preisen Dich, rühmen Deine Größe, loben Dich und verherrlichen Dich.’ Er fragt dann: ‚Haben sie Mich gesehen?’ Sie antworten: ‚Nein! Bei Allah, sie haben Dich nicht gesehen!’ Er sagt: ‚Wie wäre es, wenn sie Mich gesehen hätten?’ Sie sagen: ‚Wenn sie Dich gesehen hätten, würden sie Dir viel intensiver dienen, Dich noch stärker verherrlichen und Dich noch mehr lobpreisen.’ Er fragt: ‚Und worum bitten sie Mich?’ Sie sagen: ‚Sie bitten Dich um das Paradies.’ Er fragt dann: ‚Und haben sie es gesehen?’ Sie sagen: ‚Nein! Bei Allah, o Herr, sie haben es nicht gesehen.’ Er fragt: ‚Wie wäre es, wenn sie es gesehen hätten?’ Sie sagen: ‚Wenn sie es gesehen hätten, würden sie noch stärker danach streben, ihr Verlangen und ihr Wunsch danach wäre viel größer.’ Er fragt: ‚Und wovor suchen sie Zuflucht (bei Allah)?’ Sie antworten: ‚Sie suchen Zuflucht (bei Dir) vor dem Höllenfeuer.’ Er fragt dann: ‚Und haben sie es gesehen?’ Sie sagen: ‚Nein! Bei Allah, sie haben es nicht gesehen.’ Er fragt: ‚Wie wäre es, wenn sie es gesehen hätten?’ Sie sagen: ‚Wenn sie es gesehen hätten, würden sie es noch stärker vermeiden und noch größere Angst davor haben.’ Er sagt: ‚So mache Ich euch zu Zeugen, dass Ich ihre Sünden vergeben habe.’ Da sagt einer der Engel: ‚Unter ihnen ist jedoch der Soundso, der nicht zu ihnen gehört, der (nur) wegen einer (anderen) Sache gekommen ist.’ Er (Allah) sagt: ‚Sie sind Sitzungsgenossen, und wer mit ihnen zusammensitzt, dem soll kein Unglück geschehen!’“ (Buchari 6408, Muslim 2689)

Ein Mensch wird ständig von zwei Engeln begleitet. Der eine schreibt seine guten und der andere seine schlechten Taten auf.

Alles, was der Mensch sagt, wird registriert. Allah, der Erhabene, sagt: „Über euch sind wahrlich Hüter (eingesetzt), * edle, die (alles) registrieren * und die wissen, was ihr tut“  (82:10-12).

Und „Wo die beiden Empfänger (der Taten) empfangen, zur Rechten und zur Linken sitzend. Kein Wort äußert er, ohne dass bei ihm ein Beobachter bereit wäre“  (50:17-18).

Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ich sehe, was ihr nicht seht. Der Himmel ächzt, und er ist berechtigt zu ächzen. Denn es ist nicht einmal Platz für vier Finger, auf dem nicht ein Engel seine Stirn vor Allah niedergeworfen hat [...](Tirmidhi 2312, Ibn Madschah 4190).

Engel sind zwar aus Licht erschaffen und unsichtbar für das menschliche Auge, doch mit der Erlaubnis Allahs können sie die Gestalt von Menschen annehmen, wie:

- in diesem Hadith erwähnt,

- der Engel Dschibril, der Maryam erschien (siehe Qur’an 19:17-19) und

- Dschibril – Allah schenke ihm Frieden –, der sich dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zweimal in seiner wahren Gestalt mit seinen sechshundert Flügeln zeigte, wobei er den gesamten Horizont bedeckte (Buchari 3060).

Wir haben Beweise, dass die Engel beten wie wir und dabei in Reihen stehen wie wir. Deshalb müssen wir wie die Engel im Gebet stehen und nicht wie die Schayatin. Laut einem Hadith sagten die Gefährten: Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – trat zu uns heraus (um das Gebet zu verrichten) und sagte: „Wollt ihr nicht so in Reihen stehen wie die Engel bei Ihrem Herrn stehen?“ Wir fragten: „O Gesandter Allahs, und wie stehen die Engel bei Ihrem Herrn?“ Er antwortete: „Sie vervollständigen die vorderen Reihen und stellen sich dicht nebeneinander.“ (Muslim 430, Abu Dawud 661, Nasa’i 815, Ibn Madschah 992)

Und sie vollziehen die Hadsch in jedem der sieben Himmel, wie wir die Hadsch vollziehen, und führen alle Befehle Allahs aus.

All diese Angaben über die Engel machen immun gegen Lügen von Sekten, falsche Legenden und Aberglauben.

3. Iman an die Kutub (die Bücher)

Iman an die Bücher Allahs, welche nicht verfälscht sind. Denn es gibt zahlreiche Beweise, dass die Thora und das Evangelium verfälscht sind, wie es im Qur’an heißt:[…] Verdrehen manche den Sinn der Worte […](4:46).

Und der Beweis ist, dass sie sagen, ‘Isa – Allah schenke ihm Frieden –  sei der Sohn Allahs und dass Allah arm und sie die Reichen seien und dass sie den Wucher erlauben. Und die Juden erklären Unzucht mit anderen Frauen neben der Ehefrau für erlaubt.[A65] 

Wir glauben an den Qur’an, als das offenbarte Wort von Allah, dem Erhabenen, das Dschibril hörte und dem Gesandten der Erde, Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – überbrachte; der Qur’an, welcher bis zum Ende der Zeit unverfälscht bleiben wird, hat alle anderen der zuvor niedergesandten Bücher abgelöst, womit sie ihre Gültigkeit verloren haben.

Der Iman an die herabgesandten Bücher beinhaltet den Iman an jene Bücher, die uns aus dem Qur’an bekannt sind: Die Schriften Abrahams, die Schriften (Sure 87:18-19) und die Thora (As-Suhuf und At-Tawra), die zu Moses herabgesandt wurden sowie das Evangelium (Indschil), dass zu Jesus herabgesandt wurde, die Psalmen (Az-Zabur), die zu David herabgesandt wurden, und den Qur’an, der zum letzten Gesandten, Muhammad herabgesandt wurde – Allahs Segen und Friede sei mit ihnen allen.

Der Muslim glaubt allgemein an diese offenbarten Bücher, jedoch in ihrer wahren und unverfälschten Form, so wie sie von Allah – gepriesen sei Er – herabgesandt wurden, und nicht an die gegenwärtigen, veränderten Bücher der Ahlu-l-Kitab (Leute der Schrift). Allah sagt:

„Und sag: ‚[…] Ich glaube an das, was Allah an Büchern herabgesandt hat […]’“ (Sure 42:15).

Und man (ein Muslim/eine Muslima) muss dem Letzten folgen und dementsprechend handeln – und das ist der edle Qur’an. Denn alles andere, wenn auch etwas davon unverfälscht geblieben ist (wobei es schwierig oder gar unmöglich ist, zu wissen, was noch authentisch ist), ist durch den Qur’an ersetzt worden.

Im Gegensatz zum Qur’an sind die beiden Schriften As-Suhuf und Az-Zabur verloren gegangen. Die Thora und das Evangelium unterliegen seit geraumer Zeit Verfälschungen, mittels derer die Worte Allahs von Menschen sowohl entfernt als auch durch andere ersetzt beziehungsweise erweitert worden und daher äußerst verzerrt und entfremdet sind, sodass sie letztlich nicht mehr die wahren Offenbarungen Allahs darstellen, sondern ihnen widersprechen.

Was den Qur’an als die letzte Offenbarung betrifft, so ist jedes seiner Worte, jeder seiner Buchstaben sowie seine Schreibweise, Betonung und seine Bedeutungen, die dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – offenbart wurden, vor jeglicher Verfälschung geschützt. Denn Allah – gepriesen sei Er – hat den Schutz des Qur’an nicht den Menschen überlassen, sondern Selbst übernommen, wobei Er – Erhaben ist Er – sagt: „Gewiss, Wir sind es, die Wir die Ermahnung offenbart haben, und Wir werden wahrlich ihr Hüter sein“  (Sure 15:9).

Allah – Erhaben ist Er – erwähnt nicht alle Namen der offenbarten Schriften, die Er an viele verschiedene Gesandten und Propheten sandte, sondern Er erwähnt, dass jeder dieser Gesandten die Botschaft Allahs seinem jeweiligen Volk übermittelte und ihnen den Weg der Rechtleitung zeigte, den Weg des Tauhid, den Glauben an Seine Herrschaft (Rububiyya), Seine Anbetung (Uluhiyya), Seine Namen und Attribute (Asma’ und Sifat). Allah ließ die Menschen nicht in Finsternissen zurück und ließ sie nicht verloren gehen; wahrlich, Allah ist gegenüber den Menschen mitleidig, und Er sandte ihnen Schriften und Gesandte.

Bezüglich anderer Schriften sind keine authentischen Überlieferungen mit zuverlässigen Überlieferungsketten vorhanden. Mündlich wurden sie ebensowenig authentisch und wahrheitsgemäß überliefert. Der Qur’an wurde bereits zu Lebzeiten des Propheten Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – von zahlreichen Gefährten Buchstabe für Buchstabe auswendig gelernt und sowohl mündlich als auch schriftlich in einer zuverlässigen Weise überliefert, wie sie die Menschheit kein zweites Mal kennt. Bis heute gibt es in jeder Generation Millionen Muslime, die den Qur’an auswendig lernen.

Die offenbarten Bücher und ihre Ahkam (Gesetze) vor der Offenbarung des Qur’an waren nur für ein bestimmtes Volk und für eine bestimmte Zeit gültig. Der Qur’an jedoch ist für das ganze Universum und bis zum Tage der Auferstehung gültig, nicht nur für die Araber oder für eine kleine Gemeinde. Nein, für alle Völker der Erde und für alle Lebensbereiche, also allumfassend für Politik, zwischenmenschliche Beziehungen, Beziehungen zwischen Staat und Volk, zwischen Mensch und Allah, für Moral, Kleidungsvorschriften, Vertragsrecht, Strafrecht usw.

Die Sprache des Qur’an ist die Quelle der arabischen Morphologie, Syntax und Phonologie; eine Hochsprache, auf welche keine gebildete Arabisch sprechende Person verzichten kann, wie es bei der Gesetzgebung der Fall ist. Der Qur’an stellt also die erste Quelle der Gesetzgebung, zumindest theoretisch, in der islamischen Welt dar, und die Sunna die zweite Quelle. So steht die Sunna ebenso als zweite Quelle für die arabische Sprache. Arabisch ist eine lebendige Sprache, welche auch von Millionen Nichtarabern gesprochen wird. Dies alles ist bei den ursprünglichen Sprachen anderer Schriften nicht der Fall, welche heute kaum noch jemand versteht.

Ferner enthält der Qur’an zahlreiche wissenschaftliche Wunder, die beweisen, dass es sich um eine Offenbarung durch höchste Kräfte handelt und kein Menschenwerk ist, und Wunder, die durch die moderne Wissenschaft nachvollziehbar sind.

4. Iman an Seine Rusul (Gesandten)

Hier geht es um den Iman an Seine Gesandten, von denen Allah zahlreiche an die Menschheit sandte, um sie rechtzuleiten. Namentlich sind uns 25 von ihnen aus dem Qur’an bekannt. Der letzte von ihnen war Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, dessen Botschaft die letzte an die Menschheit ist.

Folgend eine Erläuterung zum Unterschied zwischen den Rusul und den Anbiya’ (Gesandte und Propheten) Allahs:

Rasul (Gesandter)

Es gibt viele verschiedene Ansichten darüber. Allgemein kann man sagen, dass ein Rasul (Gesandter) ein Mensch ist, der von Allah mit einer neuen Gesetzgebung entsandt wurde. Er empfängt Offenbarungen, welche er verkündet, wie Ibrahim (Abraham), Nuh (Noah), Musa (Moses), ‘Isa (Jesus) und Muhammad – Allahs Segen und Frieden sei mit ihnen allen. Diese fünf Gesandten Allahs werden auch die Ulu Al-’Azm („die, die Entschlossenheit besaßen/die Standhaften“) genannt, deren Rolle im Qur’an und in der Sunna besonders hervorgehoben wird.

Vielen Christen und Juden ist nicht bewusst, welch hohe Stellung Moses und Jesus im Islam genießen. Ein Rasul ist gleichzeitig auch ein Nabi (Prophet), jedoch gilt dies nicht umgekehrt.

Nabi (Prophet)

Ein Prophet ist ein Mensch, der von Allah beauftragt wurde, eine bereits vorangegangene entsandte Botschaft weiter zu verkünden, also keine neue Botschaft von Allah, so wie es bei Idris und den Propheten der Juden, welche auf Moses folgten, der Fall war.

Allah, der Erhabene, ließ Seinen Gesandten und Propheten zahlreiche Wunder zuteilwerden: Noah die Sintflut und die Arche, Moses seinen Stab und viele andere Wunder, die er Pharao gegenüber erbrachte. Jesus machte mit der Erlaubnis Allahs einige Tote wieder lebendig, heilte Kranke und kam selbst durch ein Wunder zur Welt, nämlich ohne Vater. Und die Wunder des letzten Gesandten Allahs, Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, sind mehr als 1200 an der Zahl, wobei das wichtigste, größte und ewige Wunder der edle Qur’an darstellt.

Die besten Menschen sind die Rusul, nach ihnen die Anbiya’ und dann die Awliya’. Doch wer sind die Awliya’?

Imam Schafii sagte, er wüsste nicht, wer außer den ’Ulama’ die Awliya’ sein könnten.

Trotz unzähliger Veränderungen geht aus den Evangelien und der Thora die Tatsache hervor, dass alle Gesandten und Propheten von Adam über Noah, Abraham und Moses bis zu Jesus die gleiche Botschaft verkündeten: Dass es nur einen einzigen Gott gibt, den Herrn aller Dinge. Im Qur’an berichtet Allah, der Erhabene, dass es eine hohe Anzahl von Gesandten und Propheten gab, deren genaue Zahl und Namen jedoch nur Er, der Erhabene, kennt. Alle besaßen den vorzüglichsten Charakter.

Jesus wird im Islam als wertvoller und edler Prophet und Gesandter erwähnt und seine Mutter Maryam als aufrichtige und rechtschaffene Frau.

In der Zeit zwischen dem Erscheinen Jesu‘ und dem Erscheinen Muhammads kamen weder andere Propheten noch Gesandte.

Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – stellt das Siegel des Prophetentums dar und war somit der letzte Gesandte und Prophet, und der Qur’an ist das letzte zur Menschheit gesandte Buch, bis zum Tage der Auferstehung.

Allah nennt im Qur’an folgende Propheten und Gesandte:

Adam – Allah schenke ihm Frieden,

Idris (Henoch) – Allah schenke ihm Frieden,

Nuh (Noah) – Allah schenke ihm Frieden,

Hud – Allah schenke ihm Frieden,

Salih – Allah schenke ihm Frieden,

Ibrahim (Abraham) – Allah schenke ihm Frieden,

Lut (Lot) – Allah schenke ihm Frieden,

Isma’il (Ismael) – Allah schenke ihm Frieden,

Ishaq (Isaak) – Allah schenke ihm Frieden,

Ya’qub (Jakob) – Allah schenke ihm Frieden,

Yusuf (Josef) – Allah schenke ihm Frieden,

Ayyub (Hiob) – Allah schenke ihm Frieden,

Schu’aib – Allah schenke ihm Frieden,

Musa (Moses) – Allah schenke ihm Frieden,

Harun (Aaron)  – Allah schenke ihm Frieden,

Dawud (David)  – Allah schenke ihm Frieden,

Sulayman (Salomo)  – Allah schenke ihm Frieden,

Yunus (Jonas)  – Allah schenke ihm Frieden,

Ilyas (Elias)  – Allah schenke ihm Frieden,

Alyasa’ (Elisa)  – Allah schenke ihm Frieden,

Dhu-l-Kifl – Allah schenke ihm Frieden,

Zakariya (Zacharias)  – Allah schenke ihm Frieden,

Yahya (Johannes)  – Allah schenke ihm Frieden,

‘Isa (Jesus)  – Allah schenke ihm Frieden –  und

Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden.

Achtzehn der Propheten werden in den folgenden Suren genannt:

Ibrahim, Ishaq, Ya’qub, Dawud, Sulayman, Ayyub, Yusuf, Musa, Harun, Zakariyya, Yahya, ’Isa, Ilyas, Isma’il, Alyasa’, Yunus und Lut in der Sure 6:83-86, Hud in 11:50, Salih in 11:61, Schu’aib in 11:84, Isma’il, Idris und Dhu-l-Kifl in 21:85 und Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – in 48:29.

Zur Bestätigung ihrer Prophetenschaft und mit der Erlaubnis Allahs vollbrachten sie Wunder. Einige der Wunder werden in folgenden Ayat erwähnt: 2:60, 2:260, 3:49, 4:157-158, 5:110, 5:114-115, 7:117, 17:1, 21:6.

Die Botschaft und der Kern des Auftrages aller Gesandten und Propheten von Adam bis Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – dreht sich um einen zentralen Punkt: Allah alleine zu dienen und nichts und niemandem außer Ihm zu dienen. So ist ein Muslim ein Allah Ergebener, der sich Seinen Befehlen unterwirft. Es lohnt sich, die Aufgabe der Gesandten im Qur’an aufmerksam zu lesen. In folgender Aya wird beispielsweise das Urteil über den deutlich, der nur an einige Gesandte und Propheten glaubt und an andere nicht. Allah, der Erhabene, sagt: „Diejenigen, die Allah und Seine Gesandten verleugnen und zwischen (dem Iman an) Allah und Seinen Gesandten* einen Unterschied machen wollen und sagen: ‚Wir glauben an die einen und verleugnen die anderen’, und einen Weg dazwischen einschlagen wollen, * das sind die wahren Ungläubigen. Und für die Ungläubigen haben wir eine schmachvolle Strafe bereitet. * Diejenigen aber, die an Allah und Seine Gesandten glauben und keinen Unterschied zwischen jemandem von ihnen machen, denen wird Er ihren Lohn geben. Allah ist Allvergebend und Barmherzig“ (4:150-152).

* Das heißt, einen Unterschied zwischen dem Glauben an Allah und dem Glauben an Allahs Gesandte zu machen.

Allah schickte Gesandte aus den Reihen der Menschen und nicht der Engel, damit die Menschen ihrem Vorbild in realistischer Weise folgen können und nicht sagen: Sie sind doch Engel, und wir sind Menschen.

5. Iman an Yawmu-l-Qiyama (den Tag der Auferstehung)

Der Iman an den Tag der Auferstehung gehört ebenfalls zu den sechs Säulen des Iman und ist somit ein fester Bestandteil des islamischen Glaubens. Dieser Iman beinhaltet auch die Befragung im Grab, Al-Barzach (die Zwischenphase, trennendes Hindernis), die Wiedererweckung nach dem Tod, den Sirat, den Tag der Abrechnung und die Waage, Al-Dschanna (das Paradies) und Dschahannam (die Hölle).

Der Tod ist das Ende der Prüfung eines Menschen, jedoch nicht sein Ende. Allah, der Erhabene, sagt: „Jede Seele wird den Tod kosten. Und Wir prüfen euch mit Schlechtem und Gutem als Versuchung. Und zu Uns werdet ihr zurückgebracht“ (Sure 21:35) und: „Jede Seele wird den Tod kosten. Hierauf werdet ihr zu Uns zurückgebracht. * Denjenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, werden Wir im (Paradies)garten ganz gewiss Obergemächer zuweisen, unterhalb derer Flüsse strömen; ewig darin zu bleiben. Wie trefflich ist der Lohn, derjenigen, die (gut) handeln, * die standhaft sind und sich auf ihren Herrn verlassen“ (29:57-59).

Malaku-l-Mawt (der Todesengel) hat den Auftrag, die Seele aus dem Körper zu nehmen. Nach dem Tod folgt die Phase des Übergangs zwischen dem Tod und der Wiederauferstehung, Barzach genannt. Dies ist die Zwischenphase, die Zeit, in der die Seele nach dem Tod verweilt und auf den Jüngsten Tag wartet. Anschließend folgt das Jenseits, das Leben nach dem Tod, also die Auferstehung, deren Ausgang das Paradies oder die Hölle sein wird – das ewige Leben ohne Sterben. Allah, der Erhabene, sagt: „Wenn dann der Tod zu einem von ihnen kommt, sagt er: ‚Mein Herr, bringt mich zurück, * auf dass ich rechtschaffen handele in dem, was ich hinterlassen habe.’ Keineswegs! Es ist nur ein Wort, das er (so) sagt; hinter ihnen wird ein Barzach (trennendes Hindernis) sein bis zu dem Tag, da sie auferweckt werden. * Wenn dann ins Horn geblasen wird, dann wird es zwischen ihnen keine Verwandtschaft mehr geben an jenem Tag, und sie fragen sich nicht mehr gegenseitig. * Wessen Waagschalen schwer sein werden, das sind diejenigen, denen es wohl ergeht. * Wessen Waagschalen aber leicht sein werden, das sind diejenigen, die ihre Seelen verloren haben; in der Hölle werden sie ewig bleiben“ (23:99-103).

Da der Todestag der letzte Tag in diesem Leben ist und danach alles vorbei sein wird, wird er auch gerne als der Jüngste Tag des Einzelnen angesehen.

Die Konsequenzen beziehungsweise die Belohnung für seine Taten wird jeder alleine verantworten müssen. Und der Tag der Auferstehung wird zweifellos kommen, doch wann, das weiß allein Allah, der Erhabene. Er sagt: „Sie fragen dich nach der Stunde, für wann sie feststeht. Sag: Das Wissen darüber ist nur bei meinem Herrn. Nur Er wird sie zu ihrer Zeit erscheinen lassen. Schwer lastet sie in den Himmeln und auf der Erde. Sie wird nur plötzlich über euch kommen. Sie fragen dich, als ob du gut unterrichtet über sie seiest. Sag: Das Wissen darüber ist bei Allah. Aber die meisten Menschen wissen nicht“ (7:187).

Mehr zum Jüngsten Tag ist unter den Ahadith 180 bis 214 zu finden.

Weitere Informationen über die Zeichen der Stunde sind in Band II zu finden.

6. Iman an Al-Qadar (die Vorherbestimmung)

[...] und du sollst an die Vorherbestimmung glauben, (dass Allah alles bestimmt hat), sei es gut oder schlecht.“

Der Iman an Al-Qadar gehört zu den sechs Säulen des Iman und ist somit ein fester Bestandteil des islamischen Glaubens.

Im Hadith ist mit „Der erste, der Al-Qadar erwähnte [...]“ der erste gemeint, der Al-Qadar leugnete und vom rechten Weg abwich.

Ein Mann namens Ma’bad Al-Dschuhani aus Basra war der Gründer einer Sekte, die behauptete, dass es Al-Qadar nicht gebe, dass Allah, der Erhabene, die Angelegenheiten erst kenne, wenn sie eintreten und dass Allah nichts auf Al-Lawh Al-Mahfudh (der wohlbehüteten Tafel) niedergeschrieben habe. Deshalb distanzierte Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – sich von solchen Menschen und verkündete, dass ihnen keine gute Tat Nutzen bringe und er „nichts mit ihnen gemein habe und sie nichts mit ihm, denn sie sind keine Muslime, solange sie nicht an Al-Qadar glauben“.

Als Ibn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – das Urteil über diese Qadariya-Leute erklärte, tat er dies nicht ohne – wie es ein Gelehrter oder Talibu-l-’Ilm tun würde – den Beweis für sein Urteil zu erbringen. Hier folgte gleich sein Beweis aus diesem Hadith, dass Al-Qadar ein Bestandteil des Iman ist.

Ich räume ein, dass diese kurze Erläuterung für ein umfassendes Verständnis bei Weitem nicht ausreichend ist, da Al-Qadar ein sehr kompliziertes Thema ist, worüber man sich viele Vorträge anhören und viele Bücher lesen sollte. Eine Prüfung des Iman liegt auch darin, in welchem Maße man sich Allah fügt. Während ich diese Zeilen schreibe, zittere ich. Denn wenn brillante Gelehrte bei diesem Thema Fehler begehen können, wie kann dann erst ich der Sache gerecht werden? Ich bitte Allah, den Erhabenen, mich rechtzuleiten und aus meinen Zeilen etwas Verständliches hervorzubringen. Zu dieser Prüfung und der Stärke des Iman gab es zahlreiche Auseinandersetzungen, und viele ließen dem schwachen Menschenverstand freien Lauf und rissen die Verse bezüglich Al-Qadar aus dem Kontext. Da man Al-Qadar auf der Basis des menschlichen Verstandes nur sehr begrenzt erfassen kann, kam es dazu, dass sie in ihren Debatten darüber in dieser beschränkten Form zu philosophieren begannen und letztlich scheiterten. Imam Ibn Qayyim stellte die Frage: „Was ließ denn die Qadariya, die Murdschi‘a, die Chawaridsch, die Mu‘tazila und andere Bid‘a-Leute vom geraden Weg abweichen, außer ihrer Fehlinterpretation über Allah und Seinen Gesandten?“

Wer jedoch dem Qur’an und der Sunna folgt, wird auch hier, in dieser komplexen Thematik, nicht irregehen. Wer sich aber nur auf seinen Verstand verlässt, wird verlassen sein, obwohl der Islam den Verstand nicht geringschätzt, sondern ihm im Gegenteil einen hohen Stellenwert einräumt. Technologie und Ähnliches gehören zum fassbaren Bereich des menschlichen Verstandes, doch in Bezug auf den Glauben an die sechs Säulen des Iman müssen wir zu den Texten aus dem Qur’an und der Sunna zurückkehren. Der menschliche Verstand kann Al-Qadar nicht selbstständig begreifen und verstehen, weil dies zu den Verborgenheiten Allahs gehört. Wir glauben an das, was Allah uns in Seinem Buch und durch Seinen Gesandten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – mitteilte und ebenso an das Verborgene, über das Allah uns nicht in Kenntnis gesetzt hat. Wir besitzen Iman an Seine vollkommene Gerechtigkeit. Er, der Erhabene, wird nicht danach gefragt, was Er tut, doch die Menschen werden gefragt und zur Rechenschaft gezogen: „Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt“ (21:23).

Die Vollständigkeit des Iman an Al-Qadar hängt von den folgenden vier Maratib (Stufen des Al-Qadar) ab:

1. Das Wissen (bezüglich des Wissens Allahs): Ein Muslim, eine Muslima besitzt den Iman, dass Allah Allwissend und Sein Wissen allumfassend ist, gleichgültig, um welches noch so kleine Detail oder um welch noch so unvorstellbar große Sache es sich handelt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Er, der Erhabene, weiß im Voraus, was Er mit wem, wie und wo macht, und welches Geschöpf was, wann und wie tut.

2. Das Niederschreiben: Ein Muslim, eine Muslima besitzt den Iman, dass Allah alles bereits fünfzigtausend Jahre, bevor Er die Himmel und die Erde erschuf, auf Al-Lauh Al-Mahfudh niederschrieb und damit festlegte.

Allah, der Erhabene, sagt: „Weißt du denn nicht, dass Allah weiß, was im Himmel und auf der Erde ist? Gewiss, das steht in einem Buch; gewiss, das ist Allah ein Leichtes“ (22:70).

Amr Bin Al-’As berichtete: Ich hörte den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagen: „Allah schrieb Al-Maqadir (die Vorherbestimmung) der Schöpfung 50.000 Jahre, bevor Er die Himmel und die Erde erschuf, nieder" (Muslim und Tirmidhi). Und in einem anderen Hadith sagte der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Als erstes erschuf Allah den Stift und sagte zu ihm: ‚Schreib!’ Er fragte: ‚O Herr, was soll ich schreiben?’ Er sagte: ‚Schreib die Bestimmung aller Dinge bis zum Beginn der Stunde nieder’“ (Abu Dawud 4700, von Albani als sahih eingestuft). Das heißt, dass alles Glück, alles Leid, sämtliche Entwicklungen in dieser Welt oder auf einem anderen Planeten Allah in jedem Detail bereits bekannt sind, lange bevor sie sich ereignen. Allah, der Erhabene, sagt: „Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne dass es in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es erschaffen – gewiss, dies ist Allah ein Leichtes“ (57:22).

3. Der Wille Allahs: Ein Muslim, eine Muslima besitzt den Iman, dass Allahs Wille nicht aufzuhalten ist und keine Ereignisse, ob gute oder schlechte, ohne Seinen Willen eintreten. Allah sagt: „Er ist es, Der euch im Mutterleib gestaltet, wie Er will […](3:6). „Und dein Herr erschafft, was Er will, und wählt […](28:68) und: „[…] Allah tut, was Er will“ (14:27).

4. Die Schöpfung: Ein Muslim, eine Muslima besitzt den Iman, dass Allah das gesamte Universum und alle Lebewesen erschuf. Ebenso hat Er sämtliche ihrer Handlungen erschaffen, wie Er im Qur’an sagt: „Wo doch Allah euch und das, was ihr tut, erschaffen hat?“ (37:96).

Das heißt, alles, was geschieht, geschieht mit Seiner Erlaubnis, der des Schöpfers: „Allah ist der Schöpfer von allem, und Er ist Sachwalter über alles“ (39:62). Allah gibt dem Menschen die Fähigkeit, zwischen Gut und Schlecht zu unterscheiden und lässt ihn aus dieser Fähigkeit heraus entscheiden. Al-Qadar steht nicht im Widerspruch zum freien Willen des Menschen. Denn dieser kann frei entscheiden, ob und wie er etwas tun oder unterlassen möchte, ob er Allah gehorcht oder Sünden begeht, ob er Menschen freundlich oder unfreundlich behandelt usw. Wenn jemand jedoch beispielsweise zittert, so geschieht das ohne seinen Willen.

Über den freien Willen des Menschen sagt Allah: „Das ist der wahrhaftig (eintreffend)e Tag. Wer nun will, nimmt zu seinem Herrn eine Heimkehr“ (78:39) und „Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Ihr kommt (nur) zu, was sie verdient hat, und angelastet wird ihr (nur), was sie verdient hat […](2:286). Das heißt, die Menschen haben von Allah die Fähigkeit erhalten, eigenverantwortlich zu handeln.

Ein Muslim hat keinen Einwand gegen Al-Qadar, wenn er arm oder schwach ist, weil er weiß, dass Krankheit oder Gesundheit, Körpergröße, Armut oder Reichtum zum Al-Qadar Allahs gehören, und Er lässt jedem zukommen, was Er will. Der Iman an Al-Qadar verlangt, dass man sich um alles bemüht, und wenn man Erfolg hat, so ist das ein Teil der Vorherbestimmung Allahs. Und wenn jemand in einer Sache scheitert, resigniert er nicht, sondern übt sich in Geduld, weil er weiß, dass es sich um Al-Qadar handelt. Allah – Gepriesen und Erhaben ist Er – sagt: „Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne dass es in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es erschaffen – gewiss, dies ist Allah ein Leichtes –, * damit ihr nicht betrübt seid über das, was euch entgangen ist, und euch nicht (zu sehr) freut über das, was Er euch gegeben hat. Und Allah liebt niemanden, der eingebildet und prahlerisch ist“ (57:22-23).

Ein Muslim, eine Muslima weiß, dass alles, was für ihn oder sie als Al-Qadar feststeht, eintreten wird, und alles, was für ihn oder sie nicht feststeht, nicht eintreten wird. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:[...] Strebe nach dem, was dir nützt, bitte Allah um Beistand und sei nicht untätig! Sollte dir etwas passieren, dann sage nicht: ‚Wenn ich doch nur dies und jenes getan hätte!’ Sondern sage: ‚Allah hat es bestimmt, und was Er will, das tut Er.’ Denn ‚wenn’ öffnet dem Satan die Tür“ (Sahih Muslim 2664).

Ferner besitzen Muslime den Iman, dass alles, was durch die Vorherbestimmung festgelegt ist, genau in der bestimmten Menge und Art und Weise eintreten wird. Bezüglich der Frage Maryams (Marias) – Allah schenke ihr Frieden –, wie sie ein Kind bekommen konnte, sagt Allah, der Erhabene, im Qur’an: „Sie (Maryam) fragte: ‚Mein Herr, wie sollte ich ein Kind haben, wo mich (doch) kein menschliches Wesen berührt hat?’ Er (der Engel,) antwortete: ‚So (wird es sein); Allah erschafft, was Er will. Wenn Er eine Angelegenheit bestimmt (qada‘), so sagt Er zu ihr nur: »Sei!«, und so ist sie’“ (3:47).

Deswegen empfahl der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – Ibn ’Abbas:

[...] Wenn du jemanden bittest, dann bitte Allah. Wenn du Hilfe suchst, dann suche Hilfe bei Allah. Und wisse: Wenn die gesamte Menschheit beschließt, dir in einer Sache zu nutzen, wird sie dir nur in dem nutzen, was Allah bereits für dich niedergeschrieben hat, und wenn sie beschließt, dir in einer Sache zu schaden, wird sie dir nur in dem schaden, was Allah bereits für dich niedergeschrieben hat. Die Schreibfedern sind erhoben, und die Tinte ist getrocknet.“ (Authentisch: Sahih Al-Dschami’ 7957; Sahih At-Tirmidhi durch Albani 243; in Mishkat Al-Masabih 5302 als sahih eingestuft.)

In einer anderen Überlieferung, außer bei Tirmidhi (d.h., diese Überlieferung ist in allen fünf bekannten Hadithwerken außer bei Tirmidhi angeführt), heißt es:

„Bewahre Allah, dann findest du Ihn bei dir. Kenne Allah in Wohlstand, dann kennt Er dich in der Not. Wisse: Was dich verfehlte, sollte dich nicht treffen. Was dich aber trifft, hätte dich nicht verfehlt [...].“

Alle Ereignisse geschehen entsprechend dem Willen Allahs, ob die Menschen es wollen oder nicht; sie können sie nicht beeinflussen, wie zum Beispiel die Geburt eines Menschen, seinen Tod, sein Geschlecht, seine Eltern, ob er schön oder weniger schön, klug oder dumm, groß oder klein ist. Ein Muslim ist mit dem zufrieden, was Allah, der Erhabene, ihm bestimmt hat. Allah, der Erhabene, sagt: „Und dein Herr erschafft, was Er will, und wählt. Ihnen steht es aber nicht zu, zu wählen. Preis sei Allah! Erhaben ist Er über das, was sie (Ihm) beigesellen“ (28:68).

Ein Mu’min übt sich in allen Angelegenheiten in Geduld – wenn er beispielsweise krank wird oder jemand aus seinem Familienkreis verstirbt –, weil er weiß, dass seine Geduld ihn mittels Al-Qadar von seinen Sünden befreit. Allah sagt: „Wenn Allah dir Unheil widerfahren lässt, so kann es keiner hinwegnehmen außer Ihm. Und wenn Er für dich etwas Gutes will, so kann keiner Seine Huld zurückweisen. Er trifft damit, wen Er will von Seinen Dienern. Er ist der Allvergebende und Barmherzige“ (10:107).

Der Mensch muss sich erst dann vor Allah verantworten, wenn er sich ohne Zwang für etwas entschieden hat und seine geistigen Fähigkeiten nicht eingeschränkt sind.

Er zwingt ihnen keine Handlungen auf, um sie danach zu bestrafen. Das wäre der Gerechtigkeit Allahs nicht würdig. Vielmehr lässt Er sie mit ihrem begrenzten Wissen eigene Entscheidungen treffen. Aus diesem Grund tragen dann die Menschen am Tage der Auferstehung die Verantwortung für ihre freiwillig verrichteten Taten.

Allah hat zwei Wege geschaffen, den des Guten und den des Bösen. Er – Erhaben ist Er – sagt: „Und ihn (den Menschen) beide Hochebenen[45] geleitet?“ (90:10), und Er befiehlt den Menschen, den geraden Weg zu beschreiten und verspricht denjenigen, die Ihm gehorchen, eine große Belohnung. Und Er warnt die Menschen vor Kufr und davor, in die Irre zu gehen, wofür Er ihnen eine harte Strafe androht. Allah – Erhaben ist Er – will, dass Seine Diener den Weg des Guten, des Iman, wählen. Er – Erhaben ist Er – sagt: „Wenn ihr ungläubig seid, so ist Allah eurer unbedürftig, obgleich Er mit dem Unglauben für Seine Diener nicht zufrieden ist […](39:7) und „Und sag: (Es ist) die Wahrheit von eurem Herrn. Wer nun will, der soll glauben, und wer will, soll ungläubig sein […](18:29) und „Wir haben ihn (den Menschen) ja den (rechten) Weg geleitet, ob er nun dankbar oder undankbar sein mag“ (76:3).

Ein Muslim, eine Muslima weiß, dass Allah – Erhaben ist Er – die Versorgung und das Alter jedes Einzelnen bestimmt hat und keine Seele sterben wird, bevor sie ihre Versorgung vollständig verbraucht hat. Allah sagt: „Und im Himmel ist eure Versorgung und das, was euch versprochen wird. * Beim Herrn des Himmels und der Erde, das ist gewiss so wahr, gleichermaßen wie ihr reden könnt“ (51:22-23). Ein Muslim ist beruhigt, wenn er weiß, dass niemand seine Versorgung zurückhalten kann, und sagt, was Al-Hassan Al-Basri – Allah erbarme Sich seiner – sagte: „Als ich wusste, dass kein anderer meine Versorgung nehmen kann, war mein Herz beruhigt.“ Doch ein Muslim bleibt nicht untätig und wartet nicht, bis diese Versorgung kommt. Er darf die Asbab (Ursachen) nicht vernachlässigen, die die Versorgung mit sich bringen. Das gehört zu Allahs – Erhaben ist Er – Al-Qadar. Hätten die Sahaba (Gefährten) es nicht so verstanden, wären sie nicht so eifrig gewesen wie sie es stets waren und wären damit nicht solche Vorbilder geworden. Sie waren ununterbrochen für das Gute tätig, wie ein Bienenstock. Und was die Resultate ihrer Bemühungen anbelangte – dabei verließen sie sich stets auf Allah.

Wenn der Mensch sich bemüht, Tawakkul hat und sich dabei auf Allah verlässt, wird ihm Allah reichlich geben. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Wenn ihr auf Allah vertraut, mit aufrichtigem Vertrauen, wird Er für euren Lebensunterhalt sorgen, wie Er für die Vögel sorgt. Morgens fliegen sie mit leerem Magen aus, und abends kehren sie mit vollem Magen zurück.“ (Von Tirmidhi überliefert, er betrachtet ihn als hasan Hadith. As-Silsila As-Sahiha von Albani 310, und Sahih Al-Dschami’ 5254.)

Sie verlassen ihr Nest und fliegen aus, wie es in diesem Hadith heißt. Sie bleiben nicht untätig, sondern bemühen sich. So sollte man seinen Lebensunterhalt immer auf Halal-Wegen verdienen, während man darauf vertraut, dass Allah die Versorgung ermöglicht.

Ein Muslim, eine Muslima besitzt den Iman, dass die Vorherbestimmung Allahs und Seine Geheimnisse der Plan für Seine Schöpfung sind, worüber Er keinen Engel und keinen Gesandten etwas wissen ließ. Aus diesem Grund wäre es naiv, sich mit dem begrenzten menschlichen Verstand und Horizont darin zu vertiefen.

Zu den Eigenschaften Allahs – Erhaben ist Er – gehört, dass Er absolut gerecht ist und Seine allumfassende Gerechtigkeit keine Grenzen kennt. Daher geziemt es Allah – Erhaben ist Er – nicht, dem Menschen gegenüber ungerecht zu sein, ihm eine Tat aufzuzwingen und ihn dann dafür zu bestrafen. Wenn einem Menschen etwas anderes von Satan eingeflüstert wird, soll er sich daran erinnern, dass Allah ihm nicht einmal im Gewicht eines Stäubchens Unrecht zufügen würde; so wird sein Herz beruhigt. Denn Allah braucht absolut niemanden, keine Gottesdienste bringen Ihm etwas, und keine Sünden schaden Ihm – wie es in einem langen Hadith-Qudsi[46] in diesem Sahih-Werk schön erläutert wird.

Argumente von Menschen, die Schlechtes tun und dann behaupten, ihr Verbrechen sei von Allah gewollt, hört man immer wieder. Sie rechtfertigen sich damit, dass sie weder Kufr noch Sünden begehen würden, wenn Allah dies nicht wollte. Es ist richtig, dass Allah alles verhindern kann, jedoch hat Er jeden Menschen mit der Fähigkeit ausgestattet, sich für das Gute zu entscheiden und danach zu handeln. Das Absonderliche ist, dass sie mit Al-Qadar nur im Falle von Sünden argumentieren, aber nicht bei guten Taten, was das Manko in ihren Ansichten zeigt. Denn Allah hat diesen Menschen keinen Blick auf die wohlverwahrte Tafel gewährt, weshalb sie ja aufgrund ihrer freien Entscheidung Übles begehen, da sie nicht wissen können, was Allah für sie als Al-Qadar bestimmt hat. Wenn der gleichen Person aber etwas genommen wird, wird sie es beharrlich und mit ganzer Kraft zurückverlangen. Allah erwähnt solche Typen wie folgt: „Diejenigen, die (Ihm) beigesellen, werden sagen: ‚Wenn Allah es gewollt hätte, hätten wir (Ihm) nichts beigesellt, und (auch) nicht unsere Väter, und wir hätten nichts verboten.’ Ebenso haben diejenigen vor ihnen (ihre Gesandten) der Lüge bezichtigt, bis sie Unsere Gewalt kosteten. Sag: ‚Habt ihr (irgendein) Wissen, das ihr uns vorbringen könnt? Ihr folgt ja nur Mutmaßungen, und ihr stellt nur Schätzungen an.’ * Sag: ‚Allah hat das überzeugende (wörtlich: das durchdringende) Beweismittel. Wenn Er gewollt hätte, hätte Er euch fürwahr allesamt rechtgeleitet’“ (6:148-149) und: „Und sie sagen: Wenn Der Allerbarmer gewollt hätte, hätten wir ihnen nicht gedient. Sie haben kein Wissen davon; sie stellen nur Schätzungen an“ (43:20).

Ein Muslim rechtfertigt eine üble Tat nicht mit Al-Qadar.

Einst wurde dem Befehlshaber der Gläubigen, ’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, ein Dieb vorgeführt, welchen er fragte, warum er Diebstahl begangen habe. Dieser antwortete, dass es Allahs Al-Qadar sei. Da sagte ’Umar: „Schlagt ihn mit dreißig Peitschenhieben, dann schneidet ihm die Hand ab.“ Man fragte nach dem Grund für die Peitschenhiebe. Er antwortete: „Seine Hand soll wegen des Diebstahls abgeschnitten werden, und geschlagen werden soll er wegen seiner Lüge über Allah.“ Dieser Mann machte eine gefährliche Aussage, indem er Al-Qadar für seinen Diebstahl verantwortlich machte, was Allah – Erhaben ist Er – gegenüber eine große Lüge ist. Deshalb bestrafte ihn ’Umar – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –  nicht nur für den Diebstahl, sondern auch für seine ungeheuerliche Lüge.

Ein Muslim glaubt daran, dass alles, was ihm geschieht oder von ihm ausgeht, Allah – Erhaben ist Er – bekannt ist und bereits niedergeschrieben ist, dass es passieren wird. Somit ist Allahs Wissen das Wissen der Einsicht und keine zwanghafte Ausführung der Handlung eines Menschen. Weitere Erläuterungen dazu, wie ’Umar und andere Sahaba Al-Qadar verstanden, sind im Kapitel über Medizin zu finden, insbesondere unter den Ahadith 2218 und 2219.

Tirmidhi überliefert, dass der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – einen Beduinen, welcher die Moschee betrat und sein Kamel zuvor nicht angebunden hatte, darauf aufmerksam machte: „Binde erst dein Kamel an und mache dann Tawakkul (d.h., auf Allah vertrauen).“ Als man den Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – fragte, ob medizinische Behandlungen erlaubt seien, antwortete er: „Sie (die Medizin) ist ein Teil des Al-Qadar.“ Und in einem anderen Hadith, der ebenfalls von Tirmidhi überliefert wird, sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Lasst euch medizinisch behandeln, denn Allah, Der Erhabene und Majestätische, erschuf keine Krankheit, ohne dass Er dafür auch eine Medizin erschuf, außer einer Krankheit: Das Altern.“ Es gilt sogar als Sünde, wenn man gegen Krankheit oder Hunger nichts unternimmt.

Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –pflanzte das richtige Verständnis und den Iman an Al-Qadar, welcher viele Früchte birgt, in die Herzen seiner Gefährten, so dass sie verstanden, dass der Iman eines Muslims nicht vollständig ist, ehe er daran glaubt, dass das, was ihn trifft, ihn niemals hätte verfehlen können, und dass das, was ihn verfehlt, ihn niemals hätte treffen können. Durch Ibn ’Abbas lehrte er uns:

Ibn ’Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben – berichtete, dass er eines Tages (auf einer Reise) hinter dem Propheten saß, als dieser – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –sagte:

„O Junge! Ich lehre dich (einige) Worte: Bewahre[47] Allah, so wird Er dich bewahren. Bewahre Allah, so wirst du Ihn vor dir finden. Wenn du jemanden bittest, dann bitte Allah. Wenn du Hilfe suchst, dann suche Hilfe bei Allah. Und wisse: Wenn die gesamte Gemeinde beschließt, dir in einer Sache zu nutzen, wird sie dir nur in dem nutzen, was Allah bereits für dich niedergeschrieben hat, und wenn sie beschließt, dir in einer Sache zu schaden, wird sie dir nur in etwas schaden, was Allah bereits für dich niedergeschrieben hat. Die Schreibfedern sind abgesetzt, und die Tinte ist getrocknet.“

In einer anderen Überlieferung, außer bei Tirmidhi, heißt es:

„Wisse: Was dich verfehlte, sollte dich nicht treffen. Was dich aber trifft, hätte dich nicht verfehlt.“

Aus diesem Grund besitzt ein Muslim, eine Muslima in Bezug darauf stets innere Ruhe und lebt ein stressfreies Leben. Denn der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Die Angelegenheit des Gläubigen ist zu bewundern; denn alle seine Angelegenheiten sind gut, und dies ist bei niemandem so, außer bei einem Gläubigen. Wenn ihm also etwas Erfreuliches widerfährt und er (Allah) dankt, ist das gut für ihn, und wenn er einen Schaden erleidet und sich in Geduld übt, so ist auch das gut für ihn.“

(Authentisch: Sahih Al-Dschami’, 7957, Sahih At-Tirmidhi durch Albani 243, als sahih eingestuft in Mischkat Al-Masabih, 5302)

In einem Unglück sieht ein Muslim Allahs Al-Qadar, was mit Geduld zu ertragen ist, weil dahinter eine große Weisheit stehen kann und nur Allah weiß, was diese Weisheit und was die Zukunft bringt. Allah – Erhaben ist Er – sagt:[…] Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht ist euch etwas lieb, während es schlecht für euch ist. Allah weiß, ihr aber wißt nicht“ (2:216). Außerdem erhofft sich ein Muslim, eine Muslima, dass ein Unglück eine Tilgung für seine oder ihre Sünden ist.

Der Muslim, die Muslima mit dem Iman an Al-Qadar kennt keinen Neid und schaut nicht, mit welchen Gaben Allah andere Menschen versorgt hat, weil alles der Besitz Allahs ist, und Er – Erhaben ist Er – manchen gibt und manchen vorenthält: „Sag: O Allah, Herr der Herrschaft, Du gibst die Herrschaft, wem Du willst, und Du entziehst die Herrschaft, wem Du willst. Du machst mächtig, wen Du willst, und Du erniedrigst, wen Du willst. In Deiner Hand ist (all) das Gute. Gewiss, Du hast zu allem die Macht“ (3:26).

Die Dschabariya-Sekte

Von den irregeleiteten Sekten behauptet die Dschabariya, dass der Mensch keinen eigenen Willen besäße, keine Wahl hätte und somit für seine eigenen Taten nicht verantwortlich sei. Sie[48] unterlassen das Handeln, weil sie der Meinung sind, dass sie nichts zu unternehmen bräuchten, wenn sie sowieso gezwungen sind und Al-Qadar sie in der gleichen Form lenke wie sie gelenkt werden, wenn sie keine Kontrolle über ihr Zittern besitzen. Somit hätten sie keine Kontrolle über ihre Taten, gleich einem Baum, der durch den Wind hin und her bewegt wird.

Die Qadariya-Sekte

Sie leugnet die Voraussicht Allahs und behauptet, der Mensch sei vollkommen unabhängig und Allah wisse nicht im Voraus, was sich in der Zukunft ereignen wird. Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte über sie:

„Die Qadariya sind die Madschus (Magier, Feueranbeter) dieser Umma. Wenn sie krank werden, besucht sie nicht, und wenn sie sterben, beteiligt euch nicht an ihrem Begräbnis“ (Sahih Al-Dschami’). Damit meint der Gesandte Allas – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, dass die Qadariya ähnliche Ansichten wie die altpersischen Feueranbeter hat. Denn die Madschus dachten, dass alles Gute ein Werk des Lichtes sei und alles Schlechte ein Werk der Finsternis. Somit glaubten sie, es gebe zwei Kräfte und beide hätten die gleiche Stärke.

Die Ahlu-s-Sunna  

Sie haben eine klare Aqida, nämlich, dass der Mensch einen freien Willen besitzt, mit welchem er eine Wahl treffen kann. Und entsprechend diesem ihm verliehenen Willen wird er in gerechter Weise für seine guten Taten belohnt und für die schlechten bestraft beziehungsweise wird ihm verziehen, wenn Allah es will oder wenn er sie bereut, denn sonst wäre er nicht zum Ablegen der Rechenschaft verpflichtet. Allah sagt: „Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Ihr kommt (nur) zu, was sie verdient hat, und angelastet wird ihr (nur), was sie verdient hat [...](2:286).

Ohne Leistungen werden keine Erfolge erzielt.

Kein Ladenbesitzer würde je etwas verkaufen, wenn er zu Hause bleiben und sein Geschäft nicht öffnen würde. Doch Allah hat für ihn bestimmt, was und wieviel er verkaufen wird, welchen Gewinn er machen oder ob er überhaupt gut in seinem Geschäft ankommen wird und nicht unterwegs stirbt. Wer glaubt, er bekomme ein Kind ohne Frau, der irrt sich. Man braucht nur den Qur’an und die Sunna aufzuschlagen, welche mit Befehlen gefüllt sind, die die Aussagen der Dschabariya widerlegen. Zum Beispiel: Seid wahrhaftig, lügt nicht, tötet nicht, gebt den Armen, unterjocht die Waisen nicht, fahrt den Bettler nicht an, ermahnt, bereut, verzeiht einander, übt Geduld, bittet um Vergebung, lästert nicht, seid freundlich, betet, fastet, vollzieht die Pilgerfahrt, lernt, heiratet usw., und verlasst euch dabei auf Allah und wisset, dass das Vorauswissen eine Eigenschaft Allahs neben vielen anderen Seiner Eigenschaften ist, von denen die Menschen lernen müssen, damit sie Allah so dienen und ihn so verherrlichen können, wie Er es verdient hat. Es gibt leider viele Widersprüche zwischen den ’Ibadat und dem Verhalten vieler Menschen, unter anderem, weil sie unter Unwissenheit über die Eigenschaften Allas leiden, nicht um Seine Fähigkeiten über Seine Schöpfung wissen und weder Seine Barmherzigkeit kennen noch wissen, was Er – Erhaben ist Er – von uns will. Er will, dass wir rechtschaffene Taten verrichten, weil Er möchte, dass wir ins Paradies eingehen und die Hölle und die Taten, die dorthin führen, meiden.

Er bestimmt Dinge für uns, und Er will Dinge von uns. Was Er für uns bestimmt hat, wissen wir nicht. Weshalb also beschäftigen wir uns mit dem, was Er – Erhaben ist Er – vor uns verborgen hat und vernachlässigen, was Er uns gezeigt hat und von uns verlangt?

So zum Beispiel das Beten, Menschen gegenüber gütig sein, die Wahrheit sprechen, sein Wissen erweitern, niemandem Unrecht zufügen usw.

Alle Voraussetzungen der Hidaya (Rechtleitung) begegnen dem Menschen immer wieder, doch er lehnt sie ab, und seine Hartnäckigkeit lässt ihn nicht nach der Wahrheit suchen, um ihr dann zu folgen, wenn er sie gefunden hat. Er wird irgendeinen anderen Weg als den der Rechtleitung wählen. Doch zu Seinem unendlichen Wissen gehört auch die Kenntnis darüber, dass der Soundso zur Welt kommen und die Wahl haben wird, Gutes zu tun und infolgedessen ins Paradies zu gelangen oder Schlechtes zu tun und ins Höllenfeuer zu gelangen. Denn Er ist der Allwissende.

Es gibt Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben und Dinge, bei denen wir eine Wahl haben. Und weil Allah gerecht ist, wird Er uns nur für Dinge zur Rechenschaft ziehen, bei denen wir eine freie Wahl hatten. Deshalb wird ein Tier, ein unzurechnungsfähiger Mensch oder ein Kind nicht für seine Taten bestraft.

Dass unsere Taten bereits auf der Lawhu-l-Mahfudh niedergeschrieben sind, heißt jedoch nicht, dass wir zu unseren Taten gezwungen sind beziehungsweise ohne unser Zutun dazu gezwungen werden, gut oder schlecht zu sein. Ein gutes Beispiel für dieses Thema ist auch, dass ein Lehrer bereits vor der Prüfung, die sein Schüler schreiben wird, mindestens einschätzen kann oder gar weiß, ob er bestehen oder durchfallen wird. Und Allah, da Er der Allwissende ist, weiß aufgrund Seiner Allwissenheit noch besser, welcher Mensch wie handeln wird. Und dies hat Er vor Beginn unserer Existenz bereits niedergeschrieben. Er ist unser Schöpfer und weiß, wie wir funktionieren, so wie ein Ingenieur weiß, wie sein von ihm erschafftes Werk funktioniert und wo dessen Stärken und Schwächen liegen. Der Mensch ist mit der Fähigkeit erschaffen worden, eine Wahl zu treffen und dementsprechend zu handeln.

Es gibt jedoch auch Dinge und Ereignisse, bei denen der Mensch keine Wahl hat beziehungsweise kein Wissen über sie besitzt. Dies ist das Vorauswissen und die Bestimmung Allahs, bei der man innehalten sollte. Der Gesandte Allahs sagte:

 „[...] Und wenn Al-Qadar erwähnt wird, dann haltet inne!“, also diskutiert mit eurem begrenzten Horizont nicht über so eine gewaltige Sache; fügt euch vollkommen und haltet inne. Denn letztlich macht Allah möglich, was Er will, und deshalb liegen im Iman an Al-Qadar auch viele Früchte.

Die Früchte des Iman an Al-Qadar:

Zu den Früchten des Iman an Al-Qadar gehört, dass der wahrhaftige Mu’min frei ist und seine Freiheit genießt, weil er nicht demütig wird außer vor Allah. Er fügt sich niemandem außer Allah, er fürchtet nichts und niemanden außer Allah. Derjenige, bei dem dies der Fall ist, wird auch den geraden Weg wählen und daran festhalten. Und er ruft zum Weg seines Herrn mit Weisheit, schöner Ermahnung und Güte. Er übt sich in  Geduld, wenn Menschen ihn verletzen, ihm Gewalt antun und Lügen über ihn verbreiten. Denn gewalttätige Menschen haben das Leben und die Versorgung der Menschen nicht in ihrer Hand. Was auch immer sie entscheiden, so können sie ihre Taten doch nur mit der Erlaubnis Allahs ausführen, Der sie für all ihre Taten zur Rechenschaft ziehen wird; wobei wir, wie zuvor bereits angesprochen, wieder bei dem freien Willen und der Wahl zwischen Gut und Böse angelangt sind. Deswegen ist es unwahrscheinlich, dass sich im Herzen des Guttuenden auch nur im Gewicht eines Stäubchens Furcht befindet, während er an Al-Qadar Allahs glaubt.

Al-Qadar treibt die Krankheit und die Niedrigkeit des Neides, welcher Hass unter den Menschen schürt, aus dem Herzen des Menschen. Ein Muslim, eine Muslima neidet niemandem das, was Allah ihm an Versorgung und Vorzügen in dieser Dunya gewährt hat. Denn mit seinem Neid protestiert der Neider gegen Allah, dass Er den einen mehr als den anderen gibt. Ein Muslim will das Gute für jeden Menschen, so wie er das Gute für sich selbst wünscht, und seine Nächstenliebe ist in allen Bereichen des Lebens vertreten. Bekommt er, was er sich wünscht, dankt er Allah für Seine Huld. Bekommt er nicht, was er sich wünscht, dann übt er sich in Geduld, und wird nicht pessimistisch und neidisch.

Der Iman an Al-Qadar füllt und stärkt die Herzen mit dem Mut, sich schwersten Hindernissen zu stellen und den Tadel des Tadlers nicht zu fürchten. Außerdem gewinnt man an Intensität, Qualität und Weisheit in allem, was man macht und kennt in der Verteidigung und dem Erlangen von Rechten für Unterdrückte keine Angst. Den Tod fürchtet man mit dem Wissen, dass man nur dann sterben wird, wenn die Adschal (Frist) eintritt, nicht mehr; denn man wird keine Sekunde früher oder später sterben als es einem bestimmt ist.

Wer den Iman an Al-Qadar besitzt, trägt stets eine gewisse Ruhe in sich und lässt sich nicht so schnell aus der Reserve locken, wenn sich jemand einem anderen gegenüber falsch verhält. Wird man beispielsweise beschimpft oder wird einem die entgegengebrachte Güte mit Schlechtem gedankt, tut man umso mehr Gutes, weil man sich die Belohunng für seine Geduld von Allah erhofft. Man verzeiht rasch und vergisst den Schmerz darüber.

Der Iman an Al-Qadar bringt viele vorzügliche Eigenschaften mit sich, zum Beispiel, dass man stets Hilfe bei Allah sucht, jedem gegenüber bescheiden ist, sich immer bemüht und dann auf Allah vertraut. Man ist großzügig und hat keine Angst, arm zu werden, hilft den Mitmenschen und investiert viel von seiner Zeit und seinem Wissens auch für sie. Mit Freundlichkeit ist man stets bemüht, Freude in den Herzen anderer Menschen zu verbreiten. In Bezug auf das Verrichten guter Taten befindet man sich in einem Marathonlauf, der von dem Bewusstsein begleitet ist, dass der Tod einen in jedem Moment überraschen kann.

Der Iman an Al-Qadar ist die beste Medizin gegen Traurigkeit, Sorgen und sogar psychische Krankheiten. Denn „wisse: was dich verfehlte, sollte dich nicht treffen. Was dich aber trifft, hätte dich nicht verfehlt.“

Das Lesen weiterer Aqida-Werke, die sich mit Al-Qadar beziehungsweise allen sechs Säulen des Iman ausführlicher befassen, ist empfehlenswert.

Die dritte Rangstufe: Der Ihsan

Dschibril sagte: „Jetzt erzähle mir vom Ihsan (der höchsten Stufe der Güte, des Wohltuns, die Vervollkommnung).“

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Du sollst Allah so anbeten, als sähest du Ihn, denn auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich doch.“ Dies ist die höchste Stufe, und jeder Muslim und jede Muslima, jeder Mu’min und jede Mu’mina sollte sich dies als Ziel setzen und seinen Charakter stets verbessern; in der Weise, dass ihnen die Tatsache bewusst wird, dass Allah sie sieht. Denn jemand, der das Bewusstsein in sich trägt, dass Allah ihn immer und überall sieht, wird mehrmals überlegen, ob er etwas Schlechtes tut, und gleichzeitig schnell im Verrichten guter Taten gegenüber Menschen und Allah sein, um Sein Wohlgefallen zu erlangen.

Der Ihsan besteht aus einer einzigen Säule: Allah so zu dienen, als sähe man Ihn vor sich. Selbst wenn wir Ihn nicht sehen, denken wir daran, dass Er uns ununterbrochen sieht. Der Beweis ist diese Aya: „Gewiss, Allah ist mit denjenigen, die gottesfürchtig sind und Muhsin sind“ (16:128), und in einer anderen Aya heißt es: „Und verlasse dich auf den Allmächtigen und Barmherzigen, Der dich sieht, wenn du aufrecht stehst, und deine Stellungswechsel unter denjenigen, die sich niederwerfen. Er ist ja der Allhörende und Allwissende“ (26:217-220) sowie: „Und mit keiner Angelegenheit befasst Du dich, und nichts verliest du davon an Qur’an, und keine Tat vollbringt ihr, ohne dass Wir über euch Zeugen sind […](10:61).

„Nun berichte mir über die Stunde [...]“, worauf der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – antwortete:

„Darüber weiß der Befragte nicht mehr als der Fragende [...]“. Das heißt, der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –wusste nicht, wann es so weit ist und das Ende dieser Welt und der Jüngste Tag eintreffen werden. Allah sagt: „Sie fragen dich nach der Stunde, für wann sie feststeht. Sag: Das Wissen darüber ist nur bei meinem Herrn. Nur Er wird sie zu ihrer Zeit erscheinen lassen. Schwer lastet sie in den Himmeln und auf der Erde. Sie wird nur plötzlich über euch kommen. Sie fragen dich, als ob du gut unterrichtet über sie seiest. Sag: Das Wissen darüber ist nur bei Allah […](7:187).

Lediglich einige Vorzeichen sind dem Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – offenbart worden, welche er in diesem Hadith, aber auch in anderen, nannte.

 „Darüber weiß der Befragte nicht mehr als der Fragende.“ Daraus lernen wir auch, dass ein Gelehrter, ein Mufti oder eine ähnliche Person, die man in verschiedenen solcher Angelegenheiten zu Rate zieht, in einer Sache, zu welcher sie keine Antwort beziehungsweise kein Wissen hat, dies auch sagen sollte. Und das wird die Person nicht mindern, ganz im Gegenteil ist dies ein Zeichen ihrer Frömmigkeit, Gottesfurcht, Aufrichtigkeit und Wissensfülle.

Ferner ist nicht alles, was der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – uns an Zeichen über die Stunde mitteilte – den Zeichen des Tages der Auferstehung – haram oder tadelnswert. So ist das Errichten von Wolkenkratzern durch einst bedürftige Beduinen eines der Zeichen der Stunde und der Überfluss des Geldes ist auch ein Zeichen der Stunde. Und dass eine Zeit kommen wird, in der ein einziger Mann fünfzig Frauen versorgen muss, weil die Zahl der Männer abnehmen und die der Frauen zunehmen wird, ist ebenfalls ein Vorzeichen der Stunde. All diese Dinge sind nicht haram, sondern einfach Vorzeichen, bei denen es sich um etwas Gutes oder Schlechtes handeln kann; um Verbotenes oder Erlaubtes usw. Doch Allah weiß es am besten.

In der Aussage des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –, „[...] dass barfüßige, nackte und mittellose Schafhirten hohe Gebäude errichten“ liegt ein Beweis des Prophetentums, da es heutzutage tatsächlich so ist, dass die Beduinen auf der Arabischen Halbinsel und in der Golfregion die höchsten Wolkenkratzer der Welt errichten. Zu weiteren Zeichen der Stunde wird auf Band II verwiesen.

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es war Dschibril (Gabriel) – Allah schenke ihm Frieden –, der gekommen ist, um euch eure Religion zu lehren.“ Mit dieser Aussage ist auch festzustellen, dass alle drei, der Iman, der Islam und der Ihsan, als Religion bezeichnet werden können.

Hier lernen wir von Dschibril – Allah schenke ihm Frieden – außerdem, dass man als Lehrer während des Unterrichts oder eines Vortrags nach gewissen Dingen fragen sollte, wenn man weiß, dass die Zuhörer womöglich aus Scheu oder anderen Gründen nicht danach fragen, es für sie jedoch von Nutzen oder gar notwendig wäre.

Sinngemäße Erläuterung einiger arabischer Ausdrücke und Kalligrafien, die häufig vorkommen

Bei der Erwähnung Allahs:

Subhanahu wa ta’ala – Er ist frei von Unvollkommenheit, Erhaben ist Er

Ta’ala – Erhaben ist Er

Azza wa dschall – Er ist Der Mächtige und Majestätische

Dschalla Dschalaluh – Er ist Der überschwänglich Majestätische

Bei der Erwähnung bestimmter Personen:

Bei der Erwähnung des Gesandten Allahs:

Salla-llahu ‘alaihi wa sallam – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden  

Der Segensgruß für Gefährten/Gefährtinnen des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –:

Radiya-llahu ‘anhu (mask. Sing.) – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben

Radiya-llahu ‘anha (fem. Sing.) – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben

Radiya-llahu ‘anhum (Pl.) – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben

Radiya-llahu ‘anhunn (fem. Pl.) – möge Allah Wohlgefallen an ihnen haben

Radiya-llahu ‘anhuma (Dual) – möge Allah Wohlgefallen an ihnen (beiden) haben

Bei der Erwähnung von besonderen Gelehrten wie Imam Buchari, Imam Ahmad Bin Hanbal, Imam Muslim, Imam Abu Hanifa, Imam Schafii, Ibn Taymiya, Imam Malik usw.: Rahimahullah – Allah erbarme Sich seiner

Bei der Erwähnung aller Engel und Propheten von Adam bis Jesus:

‘Alaihi-s-Salam – Allah schenke ihm Frieden

Bei der Erwähnung von drei bekannten Frauen (Maryam/Maria, Sara, Hadschar/Hagar): ‘Alaiha-s-Salam – Allah schenke ihr Frieden

 Als sahih ‚authentisch’ (Adjektiv) bezeichnet man einen stark gesicherten, authentischen Hadith mit einer Überlieferungskette, die alle historisch belegten und enorm anspruchsvollen Voraussetzungen erfüllt.

Als da’if ‚schwach’ werden solche Ahadith eingestuft, deren Überlieferungskette nicht alle anspruchsvollen Voraussetzungen erfüllt, zum Beispiel keine ununterbrochene Überlieferungskette aufweist. In diesem Werk sind solche Ahadith nicht vorhanden.



[1] Als „schwach” werden solche Ahadith eingestuft, deren Überlieferungskette nicht alle Voraussetzungen erfüllt, also keine ununterbrochene Überlieferungskette aufweist oder einen unzuverlässigen Überlieferer in der Überlieferungskette hat.

[2] Als sahih („gesund“) bezeichnet man einen stark gesicherten, authentischen Hadith mit einer Überlieferungskette, die alle Voraussetzungen erfüllt.

[3] Als Hadith (Plural: Ahadith) bezeichnet man überlieferte Aussprüche, Handlungen, stillschweigende Billigung und Daten aus dem Leben des Gesandten Allahs Muhammad (salla-llahu ’alaihi wa sallam).

[4] Die Koranzitate stammen aus der Übersetzung von Frank Bubenheim und Dr. Nadeem Elyas. Manche stammen aus der Übersetzung von Muhammad Bin Ahmad Bin Rassoul.

[5] D.h., er sollte keine Zina begehen, sondern eine rechtmäßige Heirat vollziehen. (Dalil Al-Falihin 1/84).

Die Gelehrten sagen: Er (Gabriel) legte seine Hand auf seinen eigenen Oberschenkel und nicht auf den des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden. (Ibn Uthaimin 1/182).

[7] Iman besteht aus Aussage und Handlung sowie der Überzeugung des Herzens. Der Iman nimmt ab und nimmt zu, wird stark und schwach. Da der Iman auf Wissen aufgebaut ist und nicht auf Meinungen und Hypothesen, ist es nicht passend, den Begriff mit „Glaube“ zu übersetzen.

[8] D.h.: Befolge Seine Gebote und halte dich an Seine Verbote. (Erläuterungen zu Riyadus-Salihin von Ibn Uthaimin 1/258).

[9] Das Duha-Gebet, zwei freiwillige Gebetseinheiten, die man nach Sonnenaufgang, bis kurz vor dem Mittagsgebet, betet, sind ein Ersatz dafür. Siehe den Hadith von Abu Dharr, der berichtete: Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „An jedem Tag ist auf jedes eurer Gelenk eine Sadaqa (Almosen für die Bedürftigen) zu entrichten. Jede Lobpreisung (Subhan Allah) ist eine Sadaqa, jede Tahmida (Al-hamdu li-llah) ist eine Sadaqa, jede Tahlila (la ilaha illa-llah – es gibt keinen Gott außer Allah) ist eine Sadaqa, und jede Takbira (Allahu akbar) ist eine Sadaqa. Das Gute zu gebieten ist eine Sadaqa, und das Schlechte zu verbieten ist eine Sadaqa. All dies ersetzen (nur) die zwei Raka’at des Duha-Gebets.“

[10] Muhdathat bzw. Bid’a sind Erdichtungen; Neuerungen, die absichtlich oder unabsichtlich von manchen Irreführenden den Glaubenslehren hinzugefügt werden.

[11] Wörtlich: Amana – hier ist das anvertraute Gut gemeint, das laut Kommentatoren, die An-Nawawi zu Rate zieht, wie folgt interpretiert wird: Auferlegung einer Verantwortung, mit der Allah Seine Diener beauftragt hat und die Einhaltung des Bundes, den die Menschen Allah gegenüber einzuhalten haben. Imam Al-Hassan Al-Wahidi – Allah erbarme Sich seiner – sagte zu dem Vers: „Wir haben die Amana (das anvertraute Gut) den Himmeln und der Erde und den Bergen angeboten, aber sie weigerten sich, es zu tragen, sie scheuten sich davor. Der Mensch trug es – gewiss, er ist sehr oft ungerecht und sehr oft töricht.“ (33:72), dass Ibn Abbas – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – ihn wie folgt kommentierte: Es (Amana) sind die Pflichten, die Allah, der Erhabene, dem Diener auferlegt hat. Al-Hassan sagt, es handele sich um die Religion, und die ganze Religion sei Amana (ein anvertrautes Gut). Abu-l-Aliya sagt: Amana ist, was ihnen geboten und verboten wurde. Muqatil sagt: Amana ist, (Allah) zu gehorchen. Al-Wahidi sagt: Laut Meinung und Aussage aller Kommentatoren ist Amana: Den Pflichten zu gehorchen, deren Verrichtung die Belohnung (von Allah) mit sich bringt und deren Unterlassung Strafe mit sich bringt. Und Allah weiß es am besten.

Laut anderer Kommentatoren: Amana ist der Kern des Glaubens, und wenn Amana im Herzen eines Dieners verankert ist, wird dieser seine Pflichten verrichten […].

[12] Sahih Buchari ,Version 10: Abdullah Ibn Amr Ibn Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Ein Muslim ist derjenige, vor dessen Zunge und Hand die Muslime sicher sind, und ein Muhadschir ist derjenige, der sich von dem fernhält, was Allah verboten hat.”

[13] Bruder oder Schwester im Islam.

[14] D.h., selbst wenn ihr die materielle Versorgung gerecht verteilt, werdet ihr eure Zuneigung nicht gerecht verteilen können, wozu ihr auch nicht verpflichtet seid.

[15] D.h., weder geschieden noch in einem geordneten Eheleben.

[16] D.h., dem Vater.

[17] D.h., die Muslime von Medina.

[18] Einer von mehreren Namen des Höllenfeuers.

[20] Rote Kamele waren die Luxusklasse und gehörten bei den alten Arabern zum wertvollsten und teuersten Vermögen.

[21]  Sur: Koranischer Terminus, der im Zusammenhang mit dem Beginn des Weltuntergangs vorkommt. Kann hilfsweise und mit Vorbehalt mit „Horn“ oder „Posaune“ übersetzt werden, obwohl diese beiden Begriffe auf keinen Fall zu diesem gewaltigen Ereignis passen.

[22] Einer von mehreren im Qur’an erwähnten Namen des Höllenfeuers.

[23] Siehe Register, Nr. 0044 und 0238.

[24] Der Grund des Besuches der Gräber ist klar: „Sie erinnern uns an die Akhira (den Jüngsten Tag).“ Hier muss darauf hingewiesen werden, dass es viele Unwissende gibt, die Aberglaube folgen und Gräber besuchen, wobei sie Schirk und andere gewaltige Fehler begehen. Wenn jemand glaubt, dass der Tote etwas für ihn tun könne, ungeachtet dessen, ob der Tote rechtschaffen war oder nicht, so irrt er sich und folgt nicht der Sunna.

[25] Johannes (der Täufer).

[26] D.h.: wo ich doch mit keinem Mann geschlechtlich verkehrt habe.

[27] D.h.: schmückende Kleidung, in Anlehnung an die Federn der Vögel.

[28] Die beschriebene Waschung ist vor der Verrichtung des Gebetes vorzunehmen.

[29] Hier handelt es sich um die große rituelle Unreinheit nach Geschlechtsverkehr oder Samenerguss.

[30] D.h., mit ihnen geschlechtlich verkehrt habt.

[31] D.h.: (rituell) reinen.

[32] Es gibt verschiedene Meinungen über den Hadith mit der Aussage: „Die Muadhin (Gebetsrufer) werden am Tage der Auferstehung die längsten Hälse haben“ beziehungsweise über die Vorzüge der Muadhin und was mit den längsten Hälsen gemeint ist. So wird erwähnt, dass sie die Barmherzigkeit Allahs – Erhaben ist Er – am besten sehen werden. Denn wer etwas betrachtet, dessen Hals wird sich in die Richtung strecken oder verlängern, in die er schaut. Es heißt, dies sei aufgrund der vielen Belohnungen, die es für sie zu sehen gibt. An-Nadhr Ibn Schamil sagte: „Wenn die Menschen am Tage der Auferstehung bis zum Hals in ihrem Schweiß stehen, werden ihre Kehlen lang sein, sodass sie die Bedrücktheit und der Schweiß nicht erreichen werden.“ Es heißt auch, dass sie die ‚Herren’ und ‚Edlen’ sind, denn die Araber beschreiben ‚Edle’ als die mit den langen Kehlen. Ibn Al-‘Arabi sagte: „Es sind die Menschen mit den meisten guten Taten.“ Der Qadi (Richter) ‘Iyad und andere haben sie mit der Schnelligkeit definiert, nämlich, dass sie am schnellsten ins Paradies gelangen.

[33] Erläuterungen von Ibn Uthaimin, S. 302: Al-Wassila ist die höchste Stufe im Paradies. Wir hoffen, das diese Stufe für den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ist, weil wir wissen, dass das beste Geschöpf bei Allah Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ist und weil die Umma Muhammads – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – nach jedem Gebetsruf darum bittet und die Bittgebete zwischen Adhan und Iqama nicht abgewiesen werden (siehe Hadith-Nr. 1041).

[34] An-Nawawis Kommentar: In dem Hadith des Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „[…] würden sie kommen, selbst wenn sie kriechen müssten“ ist mit „kriechen“ das Krabbeln eines kleinen Kindes auf seinen Händen und Füßen gemeint. Wenn sie wüssten, welcher Vorzug und welcher Wert darin liegt, zum Gemeinschaftsgebet zu kommen, würden sie es nicht verpassen, diese beiden Gebete in der Moschee und damit in der Gemeinschaft zu verrichten, selbst wenn sie nicht anders in der Lage dazu wären als kriechend. Darin liegt der große Anreiz, zu kommen.

[35] Auch: die Weltenbewohner.

[36] Abdullah Bin Mas‘ud – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – sagte weiter: „Ich hätte nicht aufgehört, ihn zu fragen, wenn es nicht aus Rücksicht ihm gegenüber gewesen wäre.“

[37] Erläuterungen von Ibn Uthaimin 3/530: Ein Beduine hatte dem Propheten ein kleines Kamel gegeben und wollte nun sein Recht einfordern. Da die Beduinen etwas grob sind, fragte er in grober Weise danach, weshalb die Gefährten ihn daran hindern wollten. Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte zu ihnen: „Lasst ihn. Wer Anspruch auf etwas hat, der hat das Recht, sich zu äußern.“ Er befahl seinen Gefährten, dem Mann ein besseres Kamel zu geben und sagte: „Die Vorzüglichsten unter euch sind die, die am besten (ihre Schuld) begleichen.“ Ferner sollte ein Mensch den Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – als Vorbild nehmen und denjenigen, der Anspruch auf etwas hat, gut behandeln, seine Schuld auf die beste Art und Weise begleichen und mehr geben als die eigentliche Schuld.

[38] Fiqh in der Religion ist hier laut Erläuterung von Ibn Uthaimin (3/540) nicht nur das Wissen alleine, sondern das Wissen und dieses zu praktizieren. Deshalb warnten die Nachfolger vor vielen Lesern und wenigen Fuqaha’ (die sich Wissen aneignen und danach handeln).

[39] Auch: der Weltenbewohner.

[40] Siehe Register, Nr. 0408.

[41] Kamelart mit einem Höcker.

[42] Iman besteht aus Aussage und Handlung sowie der Überzeugung des Herzens. Der Iman nimmt ab und nimmt zu, wird stark und schwach. Da der Iman auf Wissen aufgebaut ist und nicht auf Meinungen und Hypothesen, ist es nicht passend, den Begriff mit „Glaube“ zu übersetzen.

[43] Bezüglich geistig kranken Menschen ist anzumerken, dass sie zum Gebet nicht verpflichtet sind.

[44] Scheichu-l-Islam Ibn Taymiya sagte: Die Dschamahir Al-’Ulama’ bestätigen, dass es sich beim Ruhu-l-amin bzw. Ruhu-l-qudus um Dschibril handelt (Daqa’iq At-Tafsir). Ibn Kathir sagte auch, dass Mudschahid, Ad-Dahhak, Qatada, Ibn Dschuraidsch, Wahb Bin Munnabih und As-Suddi sagten, es handele sich um Dschibril – Allah schenke ihm Frieden. Scheich Asch-Schinqiti und viele weitere ’Ulama’ sind bezüglich dieser Ayat der gleichen Ansicht:[…] Und ‘Isa, dem Sohn Maryams, gaben Wir die klaren Beweise und stärkten ihn mit dem Reinen Geist (wird auch mit dem ‚Heiligen Geist’ übersetzt) [...](2:253). „[…] Da sandten wir unseren Geist zu ihr. Er stellte sich ihr als wohlgestaltetes menschliches Wesen dar“ (19:17).

[45] D.h.: den breiten Weg des Guten und den des Bösen. Übersetzung des Edlen Qur’an von Elyas und Bubenheim.

[46] Sahih Muslim, 2577. Hadith-Qudsi: ein heiliger Hadith, in dem Allah, der Erhabene, etwas gesagt hat, was der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – mitteilt, was jedoch nicht Teil des Qur’an ist.

[47] D.h., befolge Seine Gebote und halte dich an Seine Verbote. Erläuterungen zu Riyadus-Salihin von Ibn Uthaimin 1/258.

[48] Ein weiterer Irrglaube der Dschabariya besteht darin zu leugnen, dass man Allah am Tage der Auferstehung sehen kann.


 [A1]Die Quellenangaben standen mal in Klammern hinter dem Hadith, mal in Fußnoten. Mal stand "Nr." dabei, mal nicht. Ich habe es vereinheitlicht, indem ich alle Quellenagaben in Klammern hinter den Hadith gesetzt habe, ohne "Nr.".

 [A2]Hier stand “keinen zu Recht Anbetungswürdigen”. Das ist redundant, denn das Wort “anbetungswürdig” impliziert bereits, dass er zu Recht angebetet wird, dass es der Anbetung also würdig ist. Daher habe ich das im gesamten Dokument gelöscht.

 [A3]Das ist genau der gleiche Hadith wie der vorige und könnte meines Erachtens gelöscht werden.

 [A4]Das ist der gleiche Hadith wie der vorige und kann meiner Meinung nach gelöscht werden.

 [A5]Der Hadith kam schon zweimal vor.

 [A6]Der Hadith kam schon mal vor.

 [A7]Der Hadith kam schon mal vor.

 [A8]Hier fehlt die Quellenangabe.

 [A9]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A10]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A11]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A12]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A13]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A14]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A15]Ist das Nr. 548? Der Hadith kam auch schon einmal vor.

 [A16]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A17]Dieser Hadith kam schon einmal vor.

 [A18]???

 [A19]Dieser Hadith kam schon einmal vor.

 [A20]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A21]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A22]Dieser Hadith kam schon einmal vor.

 [A23]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A24]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A25]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A26]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A27]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A28]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A29]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A30]Dieser Hadith kam schon mehrmals vor.

 [A31]Dieser Hadith kam schon einmal vor.

 [A32]Dieser Hadith kam schon mehrmals vor.

 [A33]Der Hadith kam schon mehrmals vor.

 [A34]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A35]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A36]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A37]Dieser Hadith kam schon einmal vor.

 [A38]Das Wort “Mawla” wurde zuvor bereits erklärt, darum habe ich die Erklärung hier gelöscht, zumal es in der Hadith-Übersetzung gar nicht auftaucht.

 [A39]Dieser Hadith kam schon einmal vor.

 [A40]Dieser Hadith kam schon einmal vor.

 [A41]Dieser Hadith kam schon einmal vor.

 [A42]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A43]Der Hadith kam schon mehrmals vor.

 [A44]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A45]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A46]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A47]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A48]Warum folgt auf Nr. 1071 Nr. 656? Das ist zudem genau der gleiche Hadith wie der vorige.

 [A49]Der Hadith kam unter der Nr. 118 schon einmal vor.

 [A50]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A51]Dieser Hadith kam schon einmal vor.

 [A52]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A53]Die Fußnote hierzu habe ich bei Hadith Nr. 526 eingefügt, wo die roten Kamele erstmals erwähnt werden.

 [A54]Der Hadith kam schon mehrmals vor.

 [A55]Der Hadith kam schon mal vor.

 [A56]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A57]Der Hadith kam schon mehrmals vor.

 [A58]Worauf bezieht sich das?

 [A59]Der Hadith kam schon mehrmals vor.

 [A60]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A61]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A62]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A63]Der Hadith kam schon einmal vor.

 [A64]Der Hadith kam schon einmal vor

 [A65]Ist das so gemeint? Der Satz war ganz verdreht und kaum verständlich.