Riyadus Salihin Die Gärten der Rechtschaffenen

für Kinder und Jugendliche

Im Namen Allahs des Allerbarmers

des Allbarmherzigen

Liebe Kinder und Jugendliche, liebe Eltern,

als Kind wünschte ich mir, ein einfaches Hadithbuch zu haben, um selber zu lesen, was unser geliebter Prophet Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – gesagt hat, und durch seine Sprüche viele schöne Dinge zu lernen. Riyadus Salihin ist ein einfaches und sehr bekanntes Hadithbuch für Erwachsene, aber für Kinder und Jugendliche nicht einfach genug und zu umfangreich. Deshalb dachte ich, es wäre gut, einige zum Lernen wichtige Hadithen des Propheten Muhammad zu wählen und sie für euch ins Deutsche zu übersetzen. Damit ihr diese aber auch gut versteht, erkläre ich sie euch. Ihr könnt sie allein lesen, in der Moschee oder zusammen mit euren Eltern. Glaubt mir es gibt kaum eine gebildete muslimische Familie, die nicht ein solches Hadith-Buch in ihrer Sprache besitzt.

Aber auch Nichtmuslimen solltet ihr dieses Buch schenken, damit sie es lesen und die Schönheit und die Nächstenliebe in den Worten unseres geliebten Prophetenerkennen und dadurch ihre Vorurteile ablegen können.

Wisst ihr, wie ich alle diese Hadithen verstanden und begriffen habe, was der Prophet meint? Ich habe viele Erklärungen der Gelehrten zu diesen Hadithen gelesen, um sie euch in einfacher Sprache erklären zu können, damit ihr sie nicht nur versteht, sondern sie auswendig lernen könnt Das Wichtigste ist aber, dass ihr danach handelt.

Und vergesst nicht: Einen Hadith auf Arabisch zu lesen und damit euer Arabisch zu verbessern, kann tausendmal schöner sein, als eine Übersetzung. Denn eine Übersetzung bleibt immer nur wie eine Rückseite eines wunderschönen Teppichs.

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen und

السلام عليكم ورحمة الله وبركاته

Assalamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuh

Euer Bruder

Jotiar


 Das Leben des Imam An-Nawawi

Imam An-Nawawi hat diese Hadithen des Propheten [1]sowie viele andere schöne in einem Buch gesammelt und es „Riyadus Salihin“ genannt. Im Deutschen heißt das „Gärten der Rechtschaffenen“.

Eigentlich hieß er Muhyid-din Abu Zakariya Jahya. Er ist ein sehr bekannter Gelehrter, der durch seine zahlreichen klugen Bücher viel Wissen verbreitet hat. „Riyadus Salihin“ wurde auf Arabisch millionenfach gedruckt und in viele andere Sprachen übersetzt.

Imam An-Nawawi wurde im Jahre 1233 in Nawa (deshalb An-Nawawi), einem Dorf südlich von Damaskus, geboren. Dort erhielt er in seinem islamisch geprägten Elternhaus eine vorbildliche Erziehung. Bereits als Kind lernte er den ganzen Koran auswendig und lernte dort bei einigen gelehrten Fiqh. In dieses Dorf kam eines Tages ein Scheich, der zufällig sah, dass einige Kinder Jahya zum Spielen zwingen wollten. Der aber lief vor ihnen weinend davon und rezitierte dabei den Koran. Daraufhin ging dieser Scheich zum Vater des Jungen und sagte zu ihm: „Du solltest deinen Sohn studieren lassen.“

Auch seine Eltern hatten frühzeitig erkannt, dass der junge Jahya sehr begabt war und das Wissen sehr liebte. Deshalb brachte ihn sein Vater nach Damaskus, um im Darul Hadith an der Rawahiya-Madrassa (eine Universität) zu studieren. Er hat jeden Tag begeistert mit wertvollen, dicken Büchern studiert. Er verschwendete keine Zeit mit belanglose Dingen, wie es viele junge Leute heutzutage tun. Er hat nachts kaum geschlafen, viel gebetet, gefastet, gelernt und Menschen geholfen.

Er reiste auch mit seinem Vater nach Mekka, vollzog die Hadsch und kehrte anschließend nach Damaskus zurück, um sich dort weiter dem Studium zu widmen. Schnell erlangte er die Achtung und Bewunderung seines Lehrers Abu Ibrahim Ishaaq Bin Ahmad Al-Magribi und vieler anderer großer Lehrer.

Er studierte die meisten Standardwerke sehr gründlich und lernte bei verschiedenen, angesehensten Lehrern seiner Zeit täglich in zwölf verschiedenen Fächern. Dabei lag sein Schwerpunkt auf allen großen Hadith-Werken, der arabischen Sprache – insbesondere der Grammatik – und den Grundlagen des Fiqh. Die Liste seiner namhaften Scheichs und die seiner zahlreichen Schüler in vielen Fachgebieten ist sehr lang. Nebenbei studierte er auch Medizin, um kranken Menschen kostenlos helfen zu können.

Imam An-Nawawi war außerdem ein gerechter Qadi (Richter), ein Beispiel für einen Menschen von starkem Iman (Glauben) und vorbildlichem Charakter. Er heiratete nicht, um sich dem Wissen, den Gebeten und vielen guten Taten zu widmen, obwohl nicht zu heiraten für einen Muslim – anders als im Christentum bei den Mönchen – eher selten ist, da der Islam zum Heiraten auffordert. Doch er hatte dafür einfach keine Zeit. Er führte ein bescheidenes Leben, aß, trank und schlief wenig und trug bescheidene Kleidung. Geld von den Herrschenden lehnte er ab. Er fürchtete keinen Herrscher und verteidigte immer furchtlos das Recht der schwachen Menschen.

Sehr früh wurde er Scheich und Lehrer derselben Schule, in der er studierte.

Sein Einkommen als Scheich (bzw. Professor) war sehr hoch, jedoch gab er davon nichts für sich aus, sondern hinterließ es bei einem Verantwortlichen in der Universität. Nach einem Jahr übergab er diese Ersparnisse einer Stiftung für Darul Hadith, kaufte Bücher für die Bibliothek der Schule oder gab das Geld armen Leuten.

Mit 30 Jahren begann er neben seinen Studien der arabischen Grammatik, des Rechts und der Ahadith mit dem Verfassen seiner eigenen Werke. Dazu gehört unter anderem auch ein großes Buch mit Erläuterungen zu „Sahih Muslim“.

Imam An-Nawawi lebte nicht länger als 45 Jahre, dennoch legte Allah sehr viel Segen in seine Arbeit. Seine Bücher strahlen wie die Sonne über die gesamte Erde, als hätte er hunderte von Jahren gelebt.

Die Hadithen des Propheten Muhammad, die er in seinem Buch gesammelt hat, erzählen von guten Charaktereigenschaften, guten Absichten, Aufrichtigkeit, vom Friedenstiften, von Geduld, Wohltätigkeit, davon, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu untersagen, dem Halten von Versprechen, dem sozialen Umgang innerhalb und außerhalb der Familie und vielen anderen Themen.

Wir sollen von diesen guten Eigenschaften und dem guten Verhalten lernen, um jeden Tag ein Stück mehr bessere Menschen zu werden.

Imam An-Nawawi starb im Jahre 1277. Möge Allah ihn mit Firdaws belohnen und wir ihn als Vorbild betrachten. Wegen seine guten Taten hoffen wir sehr, dass er inschallah ins Paradies kommt. Wir wollen auch so sein wie er und so wie Allah und unser Prophet es von uns wünschen, nämlich vorbildlich zur Familie und zu den Mitmenschen zu sein.

 Aufrichtigkeit und gute Absicht

قالَ تَعَالَى: )قُلْ إِنْ تُخْفُوا مَا فِي صُدُورِكُمْ أَوْ تُبْدُوهُ يَعْلَمْهُ اللَّهُ( [آل عمران: 29] [2]

Allah, der Erhabene, sagt:

„Sag: Ob ihr verbergt, was in euren Brüsten ist oder es offenlegt, Allah weiß es.“ (Al Imran: 29)

Das heißt: Allah kennt alles, was du denkst oder beabsichtigst oder vorhast und wenn du nur etwas Gutes vorhast, wird Allah dich dafür belohnen.

قالَ رَسُولَ اللهِ ﷺ: إنّمَا الأَعْمَالُ بالنِّيّاتِ، وَإِنَّمَا لِكُلِّ امرِىءٍ مَا نَوَى، فَمَنْ كَانَتْ هجرته إلى الله ورسوله، فهجرته إلى الله ورسوله، ومن كانت هِجْرَتُهُ لِدُنْيَا يُصيبُهَا، أَوْ امْرَأَةٍ يَنْكَحُهَا، فَهِجْرَتُهُ إِلى مَا هَاجَرَ إِلَيْه

Der Gesandte Allahshat gesagt:

„Die Taten sind entsprechend den Absichten, und jedem Menschen gebührt, was er beabsichtigt hat. Wer seine Auswanderung für Allah und Seinen Gesandten unternahm, dessen Auswanderung war für Allah und dessen Gesandten, und wer seine Auswanderung unternahm, um im Diesseits etwas zu erlangen oder um eine Frau zu heiraten, dann war seine Auswanderung für das, dessentwillen er auswanderte.“

Von diesem Hadith lernen wir, dass alles was wir tun, von unserer Absicht abhängt und ob wir von Allah belohnt werden oder nicht.

Wenn wir aufrichtig alles für Allah tun, bekommen wir die große Belohnung von Ihm. Allah weiß, was wir denken, was wir in unserem Herzen oder in unserem Gedanken tragen. Wenn man aber etwas Gutes tut, jedoch nicht die Absicht hat, es alleine für Allah zu tun, dann wird Er es nicht annehmen. Wir müssen also lernen, wie man Dinge beabsichtigt. Wenn man zum Beispiel betet oder fastet oder armen Menschen hilft und dabei die Absicht hat, gesehen zu werden, damit die Leute sagen, wie gut man ist, dann bringt das bei Allah nichts.

Außerdem ist der Platz für die Absicht nicht die Zunge, sondern das Herz. Wenn du die Gebetswaschung machst, betest oder fastest, brauchst du nicht auszusprechen, was du da gerade tust, denn du hast ja die Absicht, deswegen machst du das und Allah weiß Bescheid, was du vorhast. Manchmal hast du vor, etwas Gutes zu tun, doch es klappt nicht. Trotzdem bekommst du die Belohnung von Allah für deine gute Absicht.

Sogar für ganz gewöhnliche Dinge wie zum Beispiel essen, schlafen und sich waschen, kann man von Allah belohnt werden. Wenn du also die Absicht hast, gesund zu essen, damit du Kraft für gute Taten hast oder dich am Nachmittag ausruhst, um in der Nacht freiwillig Gebete zu verrichten, wirst du dafür belohnt.

Wenn du die arabische Sprache mit der Absicht lernst, den Koran und die Sunna besser durch die Originalquellen zu verstehen, wirst du dafür belohnt.

Wenn du aber betest, weil dein Vater das will, oder du ordentliche Kleidung und den Hijab trägst, weil dein Vater oder deine Mutter es verlangen, dann bringt es dir nichts, weil du es nicht für Allah getan hast und es nicht deine eigene Entscheidung war.

قَالَ رَسُولُ اللهﷺ: "إنَّ الله لا ينْظُرُ إِلى أجْسَامِكُمْ، ولا إِلى صُوَرِكمْ، وَلَكن ينْظُرُ إلى قُلُوبِكمْ وأعمالكم."

Der Gesandte Allahs sagte:

„Allah sieht nicht auf euren Körper oder euer Äußeres, sondern in eure Herzen und eure Taten.“

Das heißt, Allah ist es egal, wie du aussiehst oder ob du schöne Kleider trägst. Die Tat mit der Absicht zählt, also was du im Herzen hast und tust. Es reicht nicht, wenn du sagst, du hast ein gutes Herz und gehst ins Paradies. Du musst es im Herzen glauben und auch Gutes tun.

قَالَ النَّبيَّ ﷺ: „إِذَا التَقَى المُسلِمَان بسَيْفَيهِمَا فالقَاتِلُ وَالمَقْتُولُ في النّارِ.“ قُلتُ: يا رَسُولَ اللهِ، هذا القَاتِلُ فَمَا بَالُ المقْتُولِ؟ قَالَ: „إنَّهُ كَانَ حَريصاً عَلَى قتلِ صَاحِبهِ.“

Der Prophetsagte:

„Wenn zwei Muslime ihre Schwerter gegeneinander richten, dann kommen alle beide, der Mörder und der Ermordete, ins Höllenfeuer.“ Daraufhin fragte man: „O Gesandter Allahs, das war der Mörder, aber was ist mit dem Ermordeten?“ Er antwortete: „Er war auch bestrebt, seinen Gefährten zu töten.“

Auch dieser Hadith hat mit einer Absicht zu tun. Wenn zwei Muslime sich gegenseitig bekämpfen, sind beide Mörder, auch einer von ihnen getötet wurde. Wisst ihr warum? Weil auch er versucht hat, den anderen zu töten. Er hatte diese Absicht, aber es gelang ihm nicht, deshalb gehen beide ins Höllenfeuer.


قالَ رَسُول الله : "صَلاةُ الرَّجلِ في جمَاعَةٍ تَزيدُ عَلَى صَلاتهِ في سُوقِهِ وبيتهِ بضْعاً وعِشرِينَ دَرَجَةً، وَذَلِكَ أنَّ أَحدَهُمْ إِذَا تَوَضَّأَ فَأَحْسَنَ الوُضوءَ، ثُمَّ أَتَى المَسْجِدَ لا يُرِيدُ إلاَّ الصَّلاةَ، لاَ يَنْهَزُهُ إِلاَّ الصَلاةُ: لَمْ يَخْطُ خُطْوَةً إِلاَّ رُفِعَ لَهُ بِهَا دَرجَةٌ، وَحُطَّ عَنْهُ بها خَطِيئَةٌ حَتَّى يَدْخُلَ المَسْجِدَ، فإِذا دَخَلَ المَسْجِدَ كَانَ في الصَّلاةِ مَا كَانَتِ الصَّلاةُ هِي تَحْبِسُهُ، وَالمَلائِكَةُ يُصَلُّونَ عَلَى أَحَدِكُمْ مَا دَامَ في مَجْلِسِهِ الَّذِي صَلَّى فِيهِ، يَقُولُونَ: اللَّهُمَّ ارْحَمْهُ، اللَّهُمَّ اغْفِرْ لَهُ، اللَّهُمَّ تُبْ عَلَيهِ، مَا لَم يُؤْذِ فيه، مَا لَمْ يُحْدِثْ فِيهِ.“.

Der Gesandte Allahssagte:

„Das Gebet eines Mannes in der Dschamaa (Gemeinschaftsgebet) hat zwanzig Rangstufen mehr als sein Gebet in seinem Geschäft oder in seinem Zuhause.

Und es ist so, wenn jemand Wudu’ (Gebetswaschung) verrichtet und dies gründlich macht, dann zur Moschee geht und dabei nichts anderes vorhat als das Gebet – nichts als das Gebet bewegt ihm zum Aufbrechen dorthin –, der wird für jeden Schritt um ein Rangstufe erhöht und ihm wird eine Sünde vergeben, bis er die Moschee betreten hat. Sobald er die Moschee betritt, ist es so, als ob er sich im Gebet befindet,* solange das Gebet ihn aufhält.

Und die Engel sprechen Bittgebete für ihn, solange er sich an seinem Gebetsplatz befindet, an dem er betete, und sagen:

‚O Allah, erbarme Dich seiner,

o Allah, vergib ihm,

o Allah, nimm seine Reue an!‘,

solange er dort niemanden schadet, nichts Schlechtes tut und sein Wudu’ nicht gebrochen ist.“

*Das heißt, er wird von Allah, dem Erhabenen, so belohnt, als würde er die gesamte Zeit, die er auf das Gebet wartet, sich im Gebet befinden.

In vielen anderen authentischen Hadithen habe ich gelernt, wie wertvoll das Gemeinschaftsgebet ist. Außerdem trifft man dort viele Freunde, begrüßt sie und man erfährt jeden Tag, ob es allen gutgeht.

عن رَسُول الله ، فيما يروي عن ربهِ، تباركَ وتعالى، قَالَ: (إنَّ اللهَ كَتَبَ الحَسَنَاتِ والسَّيِّئَاتِ ثُمَّ بَيَّنَ ذلِكَ، فَمَنْ هَمَّ بحَسَنَةٍ فَلَمْ يَعْمَلْهَا كَتَبَها اللهُ تَبَارَكَ وتَعَالى عِنْدَهُ حَسَنَةً كامِلَةً،وَإنْ هَمَّ بهَا فَعَمِلَهَا كَتَبَهَا اللهُ عَشْرَ حَسَناتٍ إِلى سَبْعمئةِ ضِعْفٍ إِلى أَضعَافٍ كَثيرةٍ، وإنْ هَمَّ بِسَيِّئَةٍ فَلَمْ يَعْمَلْهَا كَتَبَهَا اللهُ تَعَالَى عِنْدَهُ حَسَنَةً كَامِلةً، وَإنْ هَمَّ بِهَا فَعَمِلَهَا كَتَبَهَا اللهُ سَيِّئَةً وَاحِدَةً)

Der Gesandte Allahsvon seinem Herrn, dem Gesegneten und Erhabenen, berichtete:

„Allah hat die guten und die schlechten Taten niedergeschrieben.“

Dann erklärte er :

„Wer etwas Gutes beabsichtigt und es nicht durchführt, dem rechnet Allah, der Gesegnete und Erhabene, dies bei Sich als eine volle gute Tat an. Wenn er es beabsichtigt und durchführt, dann rechnet Allah ihm dies bei Sich als zehn gute Taten, bis zum Siebenhundertfachen und bis zum Vielfachen davon an. Und wer etwas Schlechtes beabsichtigt, es aber nicht durchführt, dem wird Allah dies als eine volle gute Tat anrechnen. Hat er diese schlechte Tat jedoch durchgeführt, so rechnet Allah ihm nur eine schlechte Tat an.“

Seht ihr, wie barmherzig Allah ist? Er schreibt die guten Taten zuerst und dann die schlechten Taten auf. Wer Gutes beabsichtigt und es aus irgendeinem Grund nicht machen kann, dem schreibt Allah trotzdem eine volle gute Tat an. Wenn er es aber beabsichtigt und auch macht, dann schreibt Allah ihm dies bei Sich als zehn gute Taten auf und noch mehr bis zum siebenhundertfachen und bis zum Vielfachen davon an. Er ist sehr großzügig.

Wenn aber jemand etwas Schlechtes beabsichtigt, es aber nicht tut, dem wird Allah dies als eine volle gute Tat anrechnen, denn er hat diese schlechte Tat nicht durchgeführt. Wenn er aber diese schlechte Tat begangen hat, wird Allah ihm nur eine einzige schlechte Tat aufschreiben. Hier seht ihr, wie wichtig es ist, immer Gutes zu beabsichtigen.

Hattest du schon einmal vor, etwas Gutes zu tun, jedoch nicht die Fähigkeit dazu?

قَالَ رسولَ الله : (انطَلَقَ ثَلاثَةُ نَفَرٍ مِمَّنْ كَانَ قَبْلَكُمْ حَتَّى آوَاهُمُ المَبيتُ إِلى غَارٍ فَدَخلُوهُ، فانْحَدرَتْ صَخْرَةٌ مِنَ الجَبَلِ فَسَدَّتْ عَلَيْهِمُ الغَارَ، فَقالُوا: إِنَّهُ لاَ يُنْجِيكُمْ مِنْ هذِهِ الصَّخْرَةِ إِلاَّ أنْ تَدْعُوا اللهَ بصَالِحِ أعْمَالِكُمْ.

قَالَ رجلٌ مِنْهُمْ: اللَّهُمَّ كَانَ لِي أَبَوانِ شَيْخَانِ كبيرانِ، وكُنْتُ لا أغْبِقُ قَبْلَهُمَا أهْلاً ولاَ مالاً، فَنَأَى بِي طَلَب الشَّجَرِ يَوْماً فلم أَرِحْ عَلَيْهمَا حَتَّى نَامَا، فَحَلَبْتُ لَهُمَا غَبُوقَهُمَا فَوَجَدْتُهُما نَائِمَينِ، فَكَرِهْتُ أنْ أُوقِظَهُمَا وَأَنْ أغْبِقَ قَبْلَهُمَا أهْلاً أو مالاً، فَلَبَثْتُ - والْقَدَحُ عَلَى يَدِي - أنتَظِرُ اسْتِيقَاظَهُما حَتَّى بَرِقَ الفَجْرُ والصِّبْيَةُ يَتَضَاغَوْنَ([3]) عِنْدَ قَدَميَّ، فاسْتَيْقَظَا فَشَرِبا غَبُوقَهُما. اللَّهُمَّ إنْ كُنْتُ فَعَلْتُ ذلِكَ ابِتِغَاء وَجْهِكَ فَفَرِّجْ عَنّا مَا نَحْنُ فِيهِ مِنْ هذِهِ الصَّخْرَةِ، فانْفَرَجَتْ شَيْئاً لا يَسْتَطيعُونَ الخُروجَ مِنْهُ.

قَالَ الآخر: اللَّهُمَّ إنَّهُ كانَتْ لِيَ ابْنَةُ عَمّ، كَانَتْ أَحَبَّ النّاسِ إليَّ -وفي رواية: كُنْتُ أُحِبُّها كأَشَدِّ مَا يُحِبُّ الرِّجَالُ النساءَ - فأَرَدْتُهَا عَلَى نَفْسِهَا([4]) فامْتَنَعَتْ منِّي حَتَّى أَلَمَّتْ بها سَنَةٌ مِنَ السِّنِينَ فَجَاءتْنِي فَأَعْطَيْتُهَا عِشْرِينَ وَمئةَ دينَارٍ عَلَى أنْ تُخَلِّيَ بَيْني وَبَيْنَ نَفْسِهَا فَفعَلَتْ، حَتَّى إِذَا قَدَرْتُ عَلَيْهَا - وفي رواية: فَلَمَّا قَعَدْتُ بَينَ رِجْلَيْهَا، قالتْ: اتَّقِ اللهَ وَلاَ تَفُضَّ الخَاتَمَ إلاّ بِحَقِّهِ([5])، فَانصَرَفْتُ عَنْهَا وَهيَ أَحَبُّ النَّاسِ إليَّ وَتَرَكْتُ الذَّهَبَ الَّذِي أعْطَيتُها. اللَّهُمَّ إنْ كُنْتُ فَعَلْتُ ذلِكَ ابْتِغاءَ وَجْهِكَ فافْرُجْ عَنَّا مَا نَحْنُ فيهِ، فانْفَرَجَتِ الصَّخْرَةُ، غَيْرَ أَنَّهُمْ لا يَسْتَطِيعُونَ الخُرُوجَ مِنْهَا.

وَقَالَ الثَّالِثُ: اللَّهُمَّ اسْتَأْجَرْتُ أُجَرَاءَ وأَعْطَيْتُهُمْ أجْرَهُمْ غيرَ رَجُل واحدٍ تَرَكَ الَّذِي لَهُ وَذَهبَ، فَثمَّرْتُ أجْرَهُ حَتَّى كَثُرَتْ مِنهُ الأمْوَالُ، فَجَاءنِي بَعدَ حِينٍ، فَقالَ: يَا عبدَ اللهِ، أَدِّ إِلَيَّ أجْرِي، فَقُلْتُ: كُلُّ مَا تَرَى مِنْ أجْرِكَ: مِنَ الإبلِ وَالبَقَرِ والْغَنَمِ والرَّقيقِ، فقالَ: يَا عبدَ اللهِ، لاَ تَسْتَهْزِىءْ بي! فَقُلْتُ: لاَ أسْتَهْزِئ بِكَ، فَأَخَذَهُ كُلَّهُ فاسْتَاقَهُ فَلَمْ يتْرُكْ مِنهُ شَيئاً. الَّلهُمَّ إنْ كُنتُ فَعَلْتُ ذلِكَ ابِتِغَاءَ وَجْهِكَ فافْرُجْ عَنَّا مَا نَحنُ فِيهِ، فانْفَرَجَتِ الصَّخْرَةُ فَخَرَجُوا يَمْشُونَ)

Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Einst mussten drei Männer die Nacht in einer Höhle verbringen. Ein Fels fiel vom Berg herunter und blockierte den Höhlenausgang. Sie sagten zu sich, der einzige Weg, der sie befreien könnte, sei, im Namen ihrer guten Taten zu Allah zu beten.

Der erste Mann sagte: ‚O Allah! Meine Eltern waren alt. Vor ihnen gab ich weder meinen Kindern noch meinen Verwandten Milch zu trinken. Eines Tages, als ich mich während der Suche nach Bäumen entfernte, kehrte ich erst spät zurück. Als ich die Tiere gemolken hatte und den Eltern ihren Trunk bringen wollte, waren sie schon eingeschlafen. Ich wollte sie nicht stören, aber von dem Getränk auch nicht meinen Kindern geben, bevor nicht meine Eltern getrunken hatten. Also wartete ich mit dem Gefäß in der Hand bis zum Anbruch der Morgenröte darauf, dass meine Eltern aufwachten, während die Kinder zu meinen Füßen weinten und jammerten. Als die Eltern erwachten, bekamen sie ihr Getränk. O Allah! Wenn ich dies tat, um Dein Wohlgefallen zu erlangen, dann rette uns aus der Lage, in die uns dieser Fels gebracht hat.‘ Da löste sich der Fels etwas, doch sie gelangen noch nicht hinaus.

Der zweite Mann sagte: ‚O Allah! Ich hatte eine Cousine, die ich mehr liebte, als je ein Mann eine Frau geliebt hat. Ich wollte sie, sie aber mied mich. Als sie in einem der Jahre in Not geriet, kam sie zu mir, um meine Hilfe zu erbitten). Ich bot ihr einhundertzwanzig Dinar unter der Bedingung, ihr beischlafen zu dürfen. Als ich gerade im Begriff war, mit ihr zu verkehren, bat sie mich: ‚Fürchte Allah und brich das Siegel nicht, es sei denn rechtmäßig!‘[6] Ich ließ von ihr ab, obwohl sie mir der liebste Mensch war. Ich ließ ihr auch das Geld, was ich ihr gegeben hatte. O Allah! Wenn ich dies tat, um Dein Wohlgefallen zu erlangen, dann rette uns aus dieser Lage!‘

Da löste sich der Fels ein wenig mehr, doch sie gelangen noch nicht hinaus.

Der dritte sagte: ‚O Allah! Ich beschäftigte Arbeiter und bezahlte ihnen ihren Tageslohn, doch einer von ihnen ließ seinen Lohn zurück und ging. Ich investierte seinen Lohn, so dass er sich vermehrte. Nach einiger Zeit kam der Arbeiter zu mir zurück und sagte: ‚O Diener Allahs, gib mir meinen Lohn!‘ Ich sagte zu ihm: ‚Alles, was du siehst, ist dein Lohn: Kamele, Rinder, Schafe und Sklaven.‘ Er sagte: ‚O Diener Allahs, mache dich nicht lustig über mich!‘ Ich sagte: ‚Ich mache mich nicht lustig über dich.‘

Dann nahm er alles und ließ nichts zurück. O Allah! Wenn ich dies tat, um Dein Wohlgefallen zu erlangen, dann rette uns aus dieser Lage!‘

Da löste sich der Fels, und sie gelangen hinaus.“

Dieser Hadith ist auch ein Beweis, dass man über gute Taten Du’a (Bettgebete) sprechen kann, indem man Allah gegenüber diese Taten erwähnt und zum Beispiel sagt: „O Allah, ich habe an dem und dem Tag diese oder jene gute Tat allein für Dich gemacht und Du weißt, was in meinem Herzen war, deswegen bitte ich dich, dass du meiner Bitte entsprichst oder mir verzeihst oder mich aus dieser Situation rettest, wenn ich Probleme habe.“

Diese drei Männer, die der Prophet in diesem Hadith erwähnt, mussten eine Nacht in einer Höhle verbringen. Plötzlich war ein Fels heruntergefallen und versperrte den Höhlenausgang. Sie fürchteten, nun sei es vorbei mit ihnen, denn niemand war in der Nähe, der sie hätte retten können. Sie schrien laut, doch niemand hörte sie. So sagten sie zu einander, dass der einzige Weg, der sie aus ihrer Lage befreien könnte, sei, ihre guten Taten Allah vorzustellen und zu Ihm zu beten.

Der erste Mann war sehr lieb zu seinen Eltern. Er erwähnte diese Tat in seinem Bittgebet und sagte: „O Allah! Meine Eltern waren alt. Vor ihnen gab ich weder meinen Kindern noch meinen Verwandten Milch zu trinken.“ Seine Eltern waren für ihn alles.

Eines Tages kam er spät von der Arbeit zurück und seine Eltern waren schon hungrig ins Bett gegangen.

Er wollte sie nicht stören und ist die ganze Nacht wach geblieben, bis sie aufwachten und die Milch tranken. Dann sagte er: „O Allah! Wenn ich das für dich getan habe, damit du mit mir zufrieden bist, dann hilf uns.“ Denn Allah weiß, was damals in seinem Herzen war und weshalb er das getan hatte. Da der Mann ehrlich war, löste Allah den großen Stein etwas, aber nicht ganz, sodass sie hinaus kamen.

Der zweite Mann war auch ehrlich, als er keine Unzucht mit seiner Cousine trieb und noch dazu gegen ihre Willen. Denn er hat Angst vor Allah bekommen, nachdem sie ihn gewarnt hatte, und er wollte, dass Allah mit ihm zufrieden war, deshalb hat er diese Sünde nicht begangen, obwohl er es gekonnt hätte und er wollte es ja auch tun. Aber als diese Frau ihn an Allah und an diese Sünde erinnerte, wurde er wach und hat es bereut, so etwas versucht zu haben.

Außerdem darf man nicht jemanden in Not ausnutzen.

Deshalb hat Allah auch sein Bittgebet erhört und den Fels noch ein Stück zur Seite geschoben. Es reichte aber immer noch nicht, dass sie durch die Öffnung hinaus und sich retten konnten.

Dann kam der dritte Mann an die Reihe, der treu war und den Besitz eines anderen Menschen aufbewahrte und sogar für ihn investierte, damit er mehr wurde.

Als dieser Arbeiter viele Jahre später zurückkehrte und nach seinem Arbeitslohn fragte, wurde er mit viel mehr Besitz überrascht. Da kann man sich gut vorstellen, wie glücklich dieser arme Arbeiter war.

Der dritte Mann sagte: „O Allah! Wenn ich das für Dich gemacht habe, dann rette uns!“ Da verschwand der Fels und Allah hat sie gerettet.

Dieses Wunder geschah, weil sie aufrichtig Gutes getan haben und die Absicht hatten, dass das nur für Allah war und für niemanden anderes. Auch nicht, damit die Leute sagten, wie großzügig sie waren. Ihre Bittgebete haben Sie nur an Allah gerichtet, nicht an irgendwelche Toten in ihren Gräbern, wie manche unwissende Menschen es tun, und sie haben ihre eigenen guten Taten erwähnt.


 Reue (Tauba)

Die Gelehrten (Ulama) sagen: Die Reue ist bei jeder Sünde Pflicht. Wenn die Sünde zwischen einem Menschen und Allah, dem Erhabenen, besteht, und nicht mit dem Recht eines anderen Menschen zu tun hat, gibt es drei Bedingungen, um sie wieder gut zu machen:

1. Dass er diese Sünde unterlässt;

2. dass er bereut, es getan zu haben und

3. dass er sich entschließt, diese Sünde nicht mehr zu begehen.

Wenn einer dieser drei Punkte nicht gegeben ist, wird seine Reue nicht angenommen.

Wenn die Sünde mit einem anderen Menschen zu tun hat, dann gibt es vier Bedingungen: die drei oben genannten und

4. dass er dem Geschädigten sein Recht zurückgibt, ob es sich nun sein Geld oder etwas anderes handelt. Wenn es sich um Verleumdung oder Ähnliches handelt, muss er dafür Sorge tragen, dass der Geschädigte sein Recht zurückerlangt und/oder ihn um Verzeihung bitten. Handelt es sich um üble Nachrede, muss er diese zurücknehmen.

Außerdem muss er alle Sünden bereuen. Bereut er jedoch nicht alle, gilt seine Reue nur für die Sünden, die er bereut, die restlichen Sünden bleiben bestehen.

Wenn man mit Allah ehrlich ist und die Sünden vom ganzen Herzen bereut und die obengenannten Voraussetzungen erfüllt sind, dann wird Allah alle deine Sünden vergeben. Dann bist du wie ein Baby, das ohne Sünden zur Welt kommt.

Allah der Barmherzige, wird nicht nur alle deine Sünden vergeben, sondern auch diese für dich in gute Taten verwandeln, weil du diese ja bereut hast. Du meinst es ehrlich, wenn du diese Sünden rückgängig machen könntest, würdest du es sofort tun.

Kennst du jemanden, der in einer schwierigen Lage ist und zum Beispiel Alkohol, Drogen oder Zigaretten zu sich nimmt? Könntest du ihm diese Dinge erklären und ihm Ratschläge geben?

قَالَ رسولَ الله : "والله إنِّي لأَسْتَغْفِرُ الله وأَتُوبُ إِلَيْه في اليَوْمِ أَكْثَرَ مِنْ سَبْعِينَ مَرَّةً.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Bei Allah, ich bitte Allah um Vergebung und wende mich Ihm mehr als siebzig Mal am Tag reuevoll zu.“

Das sagte der Prophet, obwohl er keine Sünden begangen hatte. Daher müssen wir immer wieder Allah um Verzeihung bitten, damit er unsere großen und kleinen Sünden vergibt und immer wieder sagen: „Astaghfirullah wa atubu ilayh!“

Wir sind ja Menschen und keine Engel und so kann es vorkommen, dass wir Fehler machen. Aber wir sollten uns bessern, es wiedergutmachen und die Fehler bereuen.

Und deshalb ist es unsere Aufgabe, unseren Freunden Ratschläge geben. Zum Beispiel, wenn jemand nicht freundlich zu seinen Eltern ist oder die Gefühle anderer Menschen verletzt oder anderen Menschen Dinge wegnimmt oder sie betrügt, dann müssen wir ihnen die Hoffnung geben, dass sie ihr Leben ändern und ihre Sünden tilgen können und dass Allah diejenigen, die es bereuen, liebt.

قَالَ رَسُول الله : "يَا أَيُّهَا النَّاسُ، تُوبُوا إِلى اللهِ واسْتَغْفِرُوهُ، فإنِّي أتُوبُ في اليَومِ مئةَ مَرَّةٍ"

Der Gesandte Allahs sagte:

„O ihr Menschen, bittet Allah um Vergebung und wendet euch Ihm reumütig zu, auch ich bitte Ihn hundertmal am Tag um Vergebung.“

Wenn du ständig an Allah denkst und jeden Tag und jede Nacht immer wieder „Astaghfirullah“ sagst, dann wirst du dich Allah gegenüber schämen, über andere Menschen schlecht zu reden, oder zu lügen oder Unzucht zu begehen oder den Besitz anderer Menschen zu stehlen oder Gebete zu unterlassen und vieles mehr. Du weißt ja, dass Allah dich überall und immer sieht und du möchtest, dass Allah dich sieht, während du nur Gutes tuest. Wir müssen deshalb auch immer wieder lernen, was Sünden sind, um sie zu meiden, und was gute Taten sind für die wir von Allah belohnt werden, um viele davon zu tun.

قَالَ رَسُولُ الله : "للهُ أفْرَحُ بِتَوْبَةِ عَبْدِهِ مِنْ أَحَدِكُمْ سَقَطَ عَلَى بَعِيرهِ وقد أضلَّهُ في أرضٍ فَلاةٍ([7])"

وفي رواية لمُسْلمٍ: „للهُ أَشَدُّ فَرَحاً بِتَوبَةِ عَبْدِهِ حِينَ يتوبُ إِلَيْهِ مِنْ أَحَدِكُمْ كَانَ عَلَى رَاحِلَتهِ بأرضٍ فَلاةٍ، فَانْفَلَتَتْ مِنْهُ وَعَلَيْهَا طَعَامُهُ وَشَرَابهُ فأَيِسَ مِنْهَا، فَأَتى شَجَرَةً فاضطَجَعَ في ظِلِّهَا وقد أيِسَ مِنْ رَاحلَتهِ، فَبَينَما هُوَ كَذَلِكَ إِذْ هُوَ بِها قائِمَةً عِندَهُ، فَأَخَذَ بِخِطامِهَا([8] ثُمَّ قَالَ مِنْ شِدَّةِ الفَرَحِ: اللَّهُمَّ أنْتَ عَبدِي وأنا رَبُّكَ! أَخْطَأَ مِنْ شِدَّةِ الفَرَحِ"

Der Gesandte Allahs sagte:

„Allah freut sich mehr über die Tawba (Reue) Seines Dieners, als einer von euch sich freut, der sein Reitkamel plötzlich wiederfindet, nachdem es in der Wüste verloren gegangen war.“

Und in einer Überlieferung von Imam Muslim heißt es:

„Allah freut sich über die Tawba (Reue) Seines Dieners mehr als einer von euch sich freut, dessen Reittier mit seinem Essen und Trinken in der Wüste davongelaufen war und der keine Hoffnung mehr hatte, es wiederzufinden und sich in den Schatten eines Baumes legte. Da stand sein Tier plötzlich bei ihm. Er nahm seine Zügel und sagte überglücklich: ‚O Allah, Du bist mein Diener und ich bin Dein Herr!‘ Vor lauter Freude versprach er sich.“

In diesem Hadith lernst du, wie sehr Allah sich freut, dass du bereust. Er freut sich so sehr wie zum Beispiel, wenn jemand in der Wüste sein Reittier verliert und fürchtet, er würde vor Hunger und Durst sterben und dann taucht sein Reittier mit dem Essen und Trinken plötzlich wieder auf und er ist gerettet. Stell dir das vor, wie groß deine Freude sein würde, wenn du in einer lebensgefährlichen Situation bist und doch plötzlich gerettet wirst!

Außerdem liebt Allah diejenigen, die Ihn um Verzeihung und Vergebung bitten und versuchen, nie wieder solche Sünden zu begehen.

In diesem Hadith heißt es auch, dass sich der Mann vor lauter Freude versprochen hat und sagte: „O Allah, Du bist mein Diener und ich bin Dein Herr!“ Er hatte es also umgekehrt gesagt. Doch Allah nimmt es einem nicht übel, wenn man etwas versehentlich sagt oder tut.

قَالَ النَّبيّ : „إنَّ الله تَعَالَى يَبْسُطُ يَدَهُ بالليلِ لِيَتُوبَ مُسِيءُ النَّهَارِ، ويَبْسُطُ يَدَهُ بالنَّهَارِ لِيَتُوبَ مُسِيءُ اللَّيلِ، حَتَّى تَطْلُعَ الشَّمْسُ مِنْ مَغْرِبِها.“

Der Prophet sagte:

„Allah reicht Seine Hand in der Nacht, um dem Sünder des Tages zu vergeben und reicht Seine Hand am Tag, um dem Sünder der Nacht zu vergeben, solange bis die Sonne im Westen aufgeht (Tag der Auferstehung).“

Das heißt, jeden Tag und jede Nacht sind die Türen der Reue für einen Muslim und eine Muslima offen, und niemand kann sagen, Allah wird dir nicht vergeben, solange die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Erinnerst du noch an die Voraussetzungen? Kannst du sie aufzählen?

عن النَبِيِّ : „كَانَ فِيمَنْ كَانَ قَبْلَكمْ رَجُلٌ قَتَلَ تِسْعَةً وتِسْعينَ نَفْساً، فَسَأَلَ عَنْ أعْلَمِ أَهْلِ الأرضِ، فَدُلَّ عَلَى رَاهِبٍ، فَأَتَاهُ. فقال: إنَّهُ قَتَلَ تِسعَةً وتِسْعِينَ نَفْساً فَهَلْ لَهُ مِنْ تَوبَةٍ؟ فقالَ: لا، فَقَتَلهُ فَكَمَّلَ بهِ مئَةً، ثُمَّ سَأَلَ عَنْ أَعْلَمِ أَهْلِ الأَرضِ، فَدُلَّ عَلَى رَجُلٍ عَالِمٍ. فقَالَ: إِنَّهُ قَتَلَ مِئَةَ نَفْسٍ فَهَلْ لَهُ مِنْ تَوْبَةٍ؟ فقالَ: نَعَمْ، ومَنْ يَحُولُ بَيْنَهُ وبَيْنَ التَّوْبَةِ؟ انْطَلِقْ إِلى أرضِ كَذَا وكَذَا فإِنَّ بِهَا أُناساً يَعْبُدُونَ الله تَعَالَى فاعْبُدِ الله مَعَهُمْ، ولاَ تَرْجِعْ إِلى أَرْضِكَ فَإِنَّهَا أرضُ سُوءٍ، فانْطَلَقَ حَتَّى إِذَا نَصَفَ الطَّرِيقَ أَتَاهُ الْمَوْتُ، فاخْتَصَمَتْ فِيهِ مَلائِكَةُ الرَّحْمَةِ ومَلائِكَةُ العَذَابِ. فَقَالتْ مَلائِكَةُ الرَّحْمَةِ: جَاءَ تَائِباً، مُقْبِلاً بِقَلبِهِ إِلى اللهِ تَعَالَى، وقالتْ مَلائِكَةُ العَذَابِ: إنَّهُ لمْ يَعْمَلْ خَيراً قَطُّ، فَأَتَاهُمْ مَلَكٌ في صورَةِ آدَمِيٍّ فَجَعَلُوهُ بَيْنَهُمْ - أيْ حَكَماً - فقالَ: قِيسُوا ما بينَ الأرضَينِ فَإلَى أيّتهما كَانَ أدنَى فَهُوَ لَهُ. فَقَاسُوا فَوَجَدُوهُ أدْنى إِلى الأرْضِ التي أرَادَ، فَقَبَضَتْهُ مَلائِكَةُ الرَّحمةِ.“

وفي رواية في الصحيح: „فَكَانَ إلى القَريَةِ الصَّالِحَةِ أقْرَبَ بِشِبْرٍ فَجُعِلَ مِنْ أهلِهَا.“

وفي رواية في الصحيح: „فَأَوحَى الله تَعَالَى إِلى هذِهِ أَنْ تَبَاعَدِي، وإِلَى هذِهِ أَنْ تَقَرَّبِي، وقَالَ: قِيسُوا مَا بيْنَهُما، فَوَجَدُوهُ إِلى هذِهِ أَقْرَبَ بِشِبْرٍ فَغُفِرَ لَهُ.“ وفي رواية: „فَنَأى بصَدْرِهِ نَحْوَهَا.“

Der Gesandte Allahs – sagte:

„In der Vergangenheit gab es in einem Volk einen Mann, der 99 Menschen getötet hatte. Er fragte nach dem gelehrtesten Menschen der Welt. Man zeigte ihm einen Mönch, zu dem er ging und fragte: ‚Ich habe 99 Menschen getötet. Gibt es Vergebung für mich?‘ Er antwortete: ‚Nein!‘ Da tötete er auch den Mönch und brachte es damit auf 100 Opfer.

Er fragte weiter nach dem gelehrtesten Menschen der Welt, bis man ihm einen gelehrten Menschen zeigte. Er sagte diesem, dass er 100 Menschen getötet habe, und fragte, ob es Vergebung für ihn gebe. Der Gelehrte sagte: ‚Ja, denn wer sollte zwischen dir und der Reue stehen? Begib dich in jenes Land, in dem es Leute gibt, die Allah, den Erhabenen, anbeten. Diene Allah mit ihnen und kehre nicht in dein Land zurück, denn es ist ein schlechtes Land.‘ Der Mann brach auf und hatte bereits die Hälfte des Weges hinter sich gelassen, als der Tod zu ihm kam.

Da begann ein Streit zwischen dem Engel der Gnade und dem Engel der Strafe darüber, wer seine Seele übernehmen dürfe.

Der Engel der Gnade sprach: ‚Er hat sich von ganzem Herzen reumütig Allah, dem Erhabenen, zugewandt.‘ Der Engel der Strafe sagte: ‚Er hat nie etwas Gutes getan.‘ Da kam ein Engel in Menschengestalt hinzu, und sie setzten ihn als Schiedsrichter zwischen sich ein.

Dieser Engel in Menschengestalt sagte: ‚Messt die Entfernung zwischen den beiden Ländern aus. Welchem Land er näher ist, zu dem gehört er.‘ Sie maßen die Strecke aus und stellten fest, dass er dem Land, in das er gehen wollte, näher war. Da übernahm ihn der Engel der Gnade.“

In einer anderen Sahih-Überlieferung heißt es: „Er war dem rechtschaffenen Land eine Handbreit näher, so wurde er zu diesem gezählt.“

Und in einer weiteren Überlieferung heißt es: „Allah, der Erhabene, befahl der einen Seite, sich zu entfernen, und der anderen, sich zu nähern, und sagte dann: ‚Messt zwischen den beiden!‘ Sie sahen, dass er eine Handbreit näher an dem Land der Rechtschaffenen war. Da wurde ihm vergeben.“

Seht ihr, wie wichtig es ist, dass ein Mensch, der etwas Böses getan hat, es bald und aufrichtig bereut, bevor es jeden Tag schlimmer wird und bevor es zu spät ist, bevor er stirbt und dann dafür bestraft wird?

Es ist sehr schlimm, einen unschuldigen Menschen zu töten, doch dieser Mann, der 100 Menschen getötet hatte, wollte nicht glauben, dass Allah ihm nicht vergibt, wenn er es bitter bereut.

Das ließ ihm keine Ruhe, auch nachdem er 100 Menschen getötet hatte. Er hatte die Hoffnung, dass Allah ihm verzeiht. Der erste Mönch, den er gefragt hatte, war nicht klug genug und sagte ihm etwas Falsches. Denn es stimmt nicht, dass Allah jemanden nicht vergibt, auch wenn er noch so große Sünden begangen hat. Auch diese vergibt Allah, wenn man sie bereut, damit aufhört und beginnt, ab sofort nur gute Taten zu tun. Ein Mensch darf seine Reue nicht aufschieben. Denn man weiß ja nie, wann man stirbt, und man mit solchen Sünden stirbt, dann wird man danach gefragt und dafür bestraft.

Allah erkannte die aufrichtige Reue dieses Mannes, deshalb hat Er ihm verziehen. Allah war anwesend und machte es möglich, dass der Weg zum nächsten Land näher war.

Außerdem es ist nicht das Recht eines Mönchs oder Scheichs, zu jemandem zu sagen, Allah würde ihm nicht vergeben, weil derjenige, der vergibt, allein Allah ist.

Schaytan (Teufel) oder auch Menschen, die Schayatin sind, werden versuchen, dich davon abzuhalten, dir einflüstern und dir sagen, du hast noch Zeit, du bist noch jung, solange, bis es mit jedem Tag schlimmer wird.

Viele Menschen sagen: Ich habe doch sehr viel Schlimmes getan, für mich gibt es keine Vergebung mehr. Das ist nicht richtig, denn die Hoffnung ist immer da.


 Geduld (Sabr)

عن أبي سَعيد الخدري رضي الله عنهما: أَنَّ نَاساً مِنَ الأَنْصَارِ سَألوا رسولَ الله ﷺ فَأعْطَاهُمْ، ثُمَّ سَألوهُ فَأعْطَاهُمْ، حَتَّى نَفِدَ مَا عِندَهُ، فَقَالَ لَهُمْ حِينَ أنْفْقَ كُلَّ شَيءٍ بِيَدِهِ: „مَا يَكُنْ عِنْدي مِنْ خَيْر فَلَنْ أدَّخِرَهُ عَنْكُمْ، وَمَنْ يَسْتَعْفِفْ يُعِفهُ اللهُ، وَمَنْ يَسْتَغْنِ يُغْنِهِ اللهُ، وَمَنْ يَتَصَبَّرْ يُصَبِّرْهُ اللهُ. وَمَا أُعْطِيَ أَحَدٌ عَطَاءً خَيْراً وَأوْسَعَ مِنَ الصَّبْر.“

Abu Sa’id Sa’d Bin Malik Bin Sinan Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass Leute der Ansar (Helfer aus Medina) den Gesandten Allahs baten, ihnen etwas zu geben und er gab es ihnen. Sie baten erneut, und er gab ihnen, bis er nichts mehr bei sich hatte. Als seine Hände leer waren, sagte er zu ihnen:

„Was ich habe, werde ich euch nicht vorenthalten und werde euch davon geben. Wer sich aber beherrscht, so wird Allah ihm genügend geben; wer zufrieden ist, der wird von Allah beschenkt; und wer sich geduldet oder standhaft ist, dem wird Allah Geduld (Standhaftigkeit) geben. Keinem von euch ist ein Geschenk gegeben worden, das besser ist als die Geduld.“

Hier lernen wir, wie wichtig Geduld, Standhaftigkeit und Zufriedenheit in unserer Religion sind. Wenn man wenig Besitz hat, soll man geduldig sein, dann man sich nicht ständig beklagen oder daran denken, jemandem etwas wegzunehmen.

Wenn man arbeitet oder lernt, muss man Geduld haben, um sein Ziel zu erreichen. Geduld ist bei Allah sehr beliebt, ist man also geduldig, wird man dafür von ihm sehr großzügig belohnt.

Geduld und Standhaftigkeit sind für alles wichtig. Wenn man zum Beispiel Hunger hat oder gerne etwas haben möchte, das jedoch verboten ist, dann sollte man sich in Geduld üben, bis man es halal bekommen kann.

قَالَ رسولُ اللهﷺ: عَجَباً لأمْرِ المُؤمنِ إنَّ أمْرَهُ كُلَّهُ لَهُ خيرٌ ولَيسَ ذلِكَ لأَحَدٍ إلاَّ للمُؤْمِن: إنْ أَصَابَتْهُ سَرَّاءُ شَكَرَ فَكانَ خَيراً لَهُ، وإنْ أصَابَتْهُ ضرَاءُ صَبَرَ فَكانَ خَيْراً لَهُ."

Der Gesandte Allahs sagte:

„Die Angelegenheit des Gläubigen ist zu bewundern, denn alle seine Angelegenheiten sind gut, und dies ist bei niemandem so, außer bei einem Gläubigen. Wenn ihm also etwas Erfreuliches widerfährt und er Allah dankt, ist das gut für ihn, und wenn er einen Schaden erleidet und sich in Geduld übt, so ist auch das gut für ihn.“

Wenn du geduldig bist und dir etwas passiert oder jemand von deinen geliebten Menschen stirbt oder du unter einer Krankheit leidest, dann hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du hast Geduld und du wirst dafür belohnt oder du hast keine Geduld und es ändert sich nichts an deiner Lage, du bekommst keine Belohnung von Allah und es wird dir schlecht gehen. Wenn es dir als Mu’min etwas Gutes passiert, dann dankst du Allah und das wird für dich gut sein. Die Geduld wird dich auch für dein Leben stärken. Manchmal ist es gut, dass uns auch schlimme Dinge passieren, damit wir stärker für das Leben werden.

عن أُسَامَةَ بنِ زيدِ بنِ حارثةَ مَوْلَى رسولِ الله ﷺ وحِبِّه وابنِ حبِّه رضي اللهُ عنهما، قَالَ: أرْسَلَتْ بنْتُ النَّبيِّ ﷺ إنَّ ابْني قَد احْتُضِرَ فَاشْهَدنَا، فَأَرْسَلَ يُقْرىءُ السَّلامَ، ويقُولُ: (إنَّ لله مَا أخَذَ وَلَهُ مَا أعطَى وَكُلُّ شَيءٍ عِندَهُ بِأجَلٍ مُسَمًّى فَلتَصْبِرْ وَلْتَحْتَسِبْ) فَأَرسَلَتْ إِلَيْهِ تُقْسِمُ عَلَيهِ لَيَأتِينَّهَا. فقامَ وَمَعَهُ سَعْدُ بْنُ عُبَادَةَ، وَمُعَاذُ بْنُ جَبَلٍ، وَأُبَيُّ بْنُ كَعْبٍ، وَزَيْدُ بْنُ ثَابتٍ، وَرجَالٌ، فَرُفعَ إِلَى رَسُول الله ﷺ الصَّبيُّ، فَأقْعَدَهُ في حِجْرِهِ وَنَفْسُهُ تَقَعْقَعُ، فَفَاضَتْ عَينَاهُ فَقالَ سَعدٌ: يَا رسولَ الله، مَا هَذَا؟ فَقالَ: „هذِهِ رَحمَةٌ جَعَلَها اللهُ تَعَالَى في قُلُوبِ عِبَادِهِ.“ وفي رواية: „فِي قُلُوبِ مَنْ شَاءَ مِنْ عِبَادِهِ، وَإِنَّما يَرْحَمُ اللهُ مِنْ عِبادِهِ الرُّحَماءَ"

Usama Bin Zaid – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben –, der Mawla* des Gesandten Allahs der der Liebling des Gesandten war, wie auch sein Vater der Liebling des Gesandten war, berichtete, dass die Tochter des Gesandten nach ihm schickte, mit der Nachricht, ihr Sohn liege im Sterben.

Usama Bin Zaid – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete:

„Wir waren beim Propheten , als eine seiner Töchter nach ihm schickte, mit der Nachricht, ihr Kind oder ihr Sohn sterbe und er solle zu ihr kommen.“

Er sagte zu dem Boten: „Geh zu ihr zurück und sag ihr: ‚Gewiss, Allah gehört, was Er genommen hat, und Ihm gehört, was er gegeben hat, und alles hat bei Ihm eine vorbestimmte Frist.‘ Richte ihr aus, dass sie sich in Geduld üben und die Belohnung (von Allah) erwarten soll.“

Der Bote kam erneut und sagte: „Sie hat gesagt: ‚Bei Allah, er soll kommen.‘ Da stand der Prophet auf, und mit ihm standen auch Sa’d Bin Ubada und Mu’adh Bin Dschabal (andere Überlieferung: Ubay Bin Ka’b, Zaid Bin Thabit und andere Männer) auf. Und ich ging auch mit. Der Junge wurde dem Gesandten Allahs gereicht. Seine Seele kämpfte mit dem Tode. Er nahm ihn auf seinen Schoß. Da flossen Tränen aus seinen Augen (des Propheten ). Da sagte Sa’d zu ihm: ‚Was ist das, o Gesandter Allahs?‘ Er sagte: ‚Das ist eine Barmherzigkeit, die Allah in die Herzen Seiner Diener gelegt hat. Und Allah erbarmt Sich derjenigen von Seinen Dienern, die barmherzig sind.‘“

*Für Mawla ist mir kein deutsches Wort bekannt. Der in diesem Hadith erwähnte Mawla wurde einst vom Gesandten Allahs aus der Sklaverei befreit. Der Gesandte Allas – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – und seine Gefährten befreiten im Laufe ihres Lebens viele Sklaven. Einen aus der Sklaverei Befreiten nennt man Mawla (von Soundso). Hier handelt es sich um Usama, den Sohn des einst aus der Sklaverei befreiten Zaid, den der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – wie sein eigenes Kind behandelte. Als sein Vater ihn abholen wollte, zog er es vor, beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – zu bleiben.

Ansonsten lernen wir hier vom Propheten, dass es in Ordnung ist zu weinen, wenn jemand stirbt, dennoch üben wir Geduld und sagen nichts Schlechtes. Hier sieht man auch die Barmherzigkeit des Propheten mit Menschen. Er und seine Freunde haben viele Menschen aus der Sklaverei befreit.

قَالَ النَّبيِّ ﷺ: „مَا يُصيبُ المُسْلِمَ مِنْ نَصَبٍ، وَلاَ وَصَبٍ، وَلاَ هَمٍّ، وَلاَ حَزَنٍ، وَلاَ أذَىً، وَلاَ غَمٍّ، حَتَّى الشَّوكَةُ يُشَاكُهَا إلاَّ كَفَّرَ اللهُ بِهَا مِنْ خَطَاياهُ “

Der Gesandte Allahs sagte:

„Für jede Anstrengung, jede Krankheit, jede Sorge, jedes Leid, jeden Schmerz und jeden Kummer, die einen Muslim treffen, sogar für den Stich eines Dorns, löscht Allah etwas von seinen Sünden.“

Subhanallah, wir lernen in diesem Hadith, dass man sogar wenn man leidet oder traurig ist, von Allah belohnt wird, wenn man für Ihn Geduld und Standhaftigkeit übt.

Deine Sünden wird Er dir vergeben, wenn du Geduld hast und diese Geduld für Allah übst.

قَالَ رسولُ الله ﷺ: „لا يَتَمَنَّيَنَّ أَحَدُكُمُ المَوتَ لضُرٍّ أَصَابَهُ

Der Gesandte Allahs sagte:

„Niemand von euch soll sich den Tod wünschen, weil ihn ein Leid getroffen hat …“

Es gibt Menschen, die daran denken sich selbst zu verletzen oder sogar sich umzubringen, wenn sie im Leben nicht glücklich sind. Das darf man jedoch auf keinen Fall machen.

Es gibt Jugendliche, die sich mit ihren Eltern nicht verstehen, aber wenn sie Geduld haben, wird eine Zeit kommen, wo das gewiss wieder besser wird. Auch wenn man eine schlimme Krankheit hat, muss man immer die Hoffnung haben, dass Leid oder Trauer nicht lange dauern werden.

قَالَ رسولَ الله ﷺ: „لَيْسَ الشَّدِيدُ بالصُّرَعَةِ، إنَّمَا الشَدِيدُ الَّذِي يَملكُ نَفْسَهُ عِنْدَ الغَضَبِ.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Stark ist nicht derjenige, der ringt; vielmehr ist stark, wer sich nicht gehen lässt, wenn er erzürnt wird.“

Hier hat Rasulullah uns klar gemacht, dass man stark ist, wenn man sich beherrschen kann und nicht gleich böse wird, wenn jemand etwas sagt oder etwas passiert.

Die echte Stärke liegt also darin, dass du, wenn du geärgert wirst, trotzdem geduldig bleibst.

Wenn man geärgert wird, soll man Zuflucht bei Allah vor den verdammten Teufel suchen, in dem man sagt: „A’udhu billahi minasch Schaytanir Raschim“ und wenn man steht, sollte man sich setzen, wenn man sitzt, sollte man sich hinlegen und wenn die Gefahr besteht, dass man keine Geduld haben wird, dann sollte man woanders hingehen oder eine Gebetswaschung machen und beten.

Was machst du, wenn du dich über etwas ärgerst?

عن أبي هريرةَ رضي الله عنه: أنَّ رَجُلاً قَالَ للنبي ﷺ: أوصِني. قَالَ: „لا تَغْضَبْ.“ فَرَدَّدَ مِراراً، قَالَ: „لاَ تَغْضَبْ.“

Abu Hureira berichtete, dass ein Mann zum Propheten kam und sagte: „Gib mir einen Rat!“ Er sagte: „Sei nicht zornig!“ Und er wiederholte dies mehrere Male, und er gab ihm immer wieder den gleichen Rat und sagte: „Sei nicht zornig!“

Wir müssen jeden Tag aufpassen, dass wir nicht zornig werden und unseren guten Charakter pflegen, vor allem dann, wenn jemand uns verärgert. Wir leben in einer Welt, in der die Menschen nicht immer auf einen respektvollen Umgang miteinander Wert legen. Das soll aber uns auch nicht zornig machen, sondern egal wie die Leute um uns herum sind, müssen wir immer freundlich und milde sein, wie unser Prophet es uns geraten hat.

Hast du schon einmal einen zornigen Menschen gesehen?

Kann es sein, dass es, wenn man zornig auf andere ist, die Sache noch schlimmer macht?

Bist du, wenn du einen Streit verschiebst, später ruhiger?

 Aufrichtigkeit

قَالَ الله تَعَالَى: )يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اتَّقُوا اللهَ وَكُونُوا مَعَ الصَّادِقِينَ(

Allah, der Erhabene, sagt:

„O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen.“ (At-Tawba 9:119)

قَالَ النَّبيّ ﷺ،: "إنَّ الصِّدقَ يَهْدِي إِلَى البرِّ، وإنَّ البر يَهدِي إِلَى الجَنَّةِ، وإنَّ الرَّجُلَ لَيَصدُقُ حَتَّى يُكْتَبَ عِنْدَ اللهِ صِدِّيقاً. وَإِنَّ الكَذِبَ يَهْدِي إِلَى الفُجُورِ، وَإِنَّ الفُجُورَ يَهدِي إِلَى النَّارِ، وَإِنَّ الرَّجُلَ لَيَكْذِبُ حَتَّى يُكتَبَ عِنْدَ الله كَذَّاباً.“

Der Gesandte Allahs sagt:

„Aufrichtigkeit führt auf den Weg der Tugend, und die Tugend führt zum Paradies. Ein Mensch, der nur die Wahrheit sagt, wird von Allah als siddiq (Aufrichtiger) bezeichnet. Und das Lügen führt zum Übel, und Übel führt ins Höllenfeuer; und ein Mensch, der immer wieder lügt, wird von Allah als Lügner bezeichnet.“

In der Biografie unseres geliebten Propheten können wir leicht feststellen, dass er der ehrlichste Mensch war und deswegen auch in seiner Ehrlichkeit unser Vorbild.

Er lehrt uns, dass Ehrlichkeit zu den guten Taten führt und gute Taten bringen uns ins Paradies.

Man wird also durch Aufrichtigkeit gerettet und umgekehrt führt die Lüge im Laufe der Zeit zu schlechten Taten, bis man irgendwann ein schlechter Muslim ist und dann in die Hölle kommt. Möge Allah, der Barmherzige, uns ins Paradies bringen, und schon unser Grab zu einem Garten des Paradieses machen, denn Er ist in der Lage, das zu tun.

Warst du mal in einer Situation, wo du mit der Aufrichtigkeit Probleme hattest? Aber hast du dich dann nicht besser gefühlt und warst beruhigt?

عن الحسن بنِ عليِّ بن أبي طالب رضي الله عنهما، قَالَ: حَفظْتُ مِنْ رَسُول الله ﷺ: „دَعْ مَا يَرِيبُكَ إِلَى مَا لاَ يَرِيبُكَ؛ فإنَّ الصِّدقَ طُمَأنِينَةٌ، وَالكَذِبَ رِيبَةٌ.“

Al-Hassan Bin Ali Bin Abi Talib (der Enkel des Propheten) berichtet:

„Ich habe von dem Gesandten Allahs Folgendes auswendig gelernt: ‚Lass das, was dich zweifeln lässt, für das, was dich nicht zweifeln lässt. Denn die Aufrichtigkeit ist das Gefühl der Sicherheit, und das Lügen ist das Zweifeln.‘“

Kommt es manchmal vor, dass du dir nicht sicher bist, ob etwas gut oder schlecht, ob etwas halal oder haram ist?

Wenn du das Gefühl hast, es ist wahrscheinlich haram, dann lasse es sein oder erkundige dich lieber und frage nach dem Grund und dem Beweis.

Denn wenn man aufrichtig ist, dann hat man ein Gefühl der Sicherheit.

Doch eine Lüge bringt einen immer in Zweifel und man hat keine Ruhe.

Immer und überall ist es das Beste, was man machen kann, ehrlich zu sein, auch wenn es manchen Menschen nicht gefällt. Auch wenn es dich mal in Verlegenheit bringt, bleib immer ehrlich, dafür kennt Allah deine Absicht und lässt deine Ehrlichkeit nicht verlorengehen. Ehrlichkeit ist auch Tapferkeit.


 Beobachtung (Almuraqaba)

قَالَ الله تَعَالَى: )إِنَّ اللهَ لا يَخْفَى عَلَيْهِ شَيْءٌ فِي الأَرْضِ وَلا فِي السَّمَاءِ( [آل عمران: 5]

Allah, der Erhabene, sagt: „Vor Allah ist wahrlich nichts verborgen, weder in der Erde noch im Himmel.“ (Al-Imran 3:5)

Durch diese Koranverse lernen wir, dass Allah alles unter Seiner Kontrolle hat. Nichts geschieht, ohne dass Er es sieht. Er kennt auch alles, was wir in unseren Herzen verbergen.

عن عمر بن الخطاب رضي الله عنه، قَالَ: بَيْنَما نَحْنُ جُلُوسٌ عِنْدَ رَسُول الله ﷺ ذَاتَ يَومٍ، إِذْ طَلَعَ عَلَيْنَا رَجُلٌ شَدِيدُ بَيَاضِ الثِّيَابِ، شَدِيدُ سَوَادِ الشَّعَرِ، لاَ يُرَى عَلَيْهِ أَثَرُ السَّفَرِ، وَلاَ يَعْرِفُهُ مِنَّا أَحَدٌ، حَتَّى جَلَسَ إِلَى النَّبِيِّ. فَأَسْنَدَ رُكْبَتَيْهِ إِلَى رُكْبَتَيْهِ، وَوَضَعَ كَفَّيْهِ عَلَى فَخِذَيْهِ، وَقَالَ: يَا مُحَمَّدُ! أَخْبِرْنِي عَنِ الإِسْلاَمِ!

فَقَالَ رَسُولُ اللّهِ صلى الله عليه وسلم:

„الإِسْلاَمُ أَنْ تَشْهَدَ أَنْ لاَ إِلهَ إِلاَّ الله([9]) وَأَنَّ مُحَمَّدا رَسُولُ اللّهِ، وَتُقِيمَ الصَّلاَةَ، وَتُؤْتِي الزَّكَاةَ، وَتَصُومَ رَمَضَانَ، وَتَحُجَّ الْبَيْتَ، إِنِ اسْتَطَعْتَ إِلَيْهِ سَبِيلاً“ قَالَ: صَدَقْتَ. قَالَ فَعَجِبْنَا لَهُ، يَسْأَلُهُ وَيُصَدِّقُهُ.

قَالَ: فَأَخْبِرْنِي عَنِ الإِيمَانِ!

قَالَ: „أَنْ تُؤْمِنَ بِالله، وَمَلاَئِكَتِهِ، وَكُتُبِهِ، وَرُسُلِهِ، وَالْيَوْمِ الآخِرِ، وَتُؤْمنَ بِالْقَدَرِ خَيْرِهِ وَشَرِّهِ“ قَالَ: صَدَقْتَ.

قَالَ: فَأَخْبِرْنِي عَنِ الإِحْسَانِ!

قَالَ: „أَنْ تَعْبُدَ الله كَأَنَّكَ تَرَاهُ، فَإِنْ لَمْ تَكُنْ تَرَاهُ، فَإِنَّهُ يَرَاكَ“

قَالَ: فَأَخْبِرْنِي عَنِ السَّاعَةِ؟

قَالَ: „مَا الْمَسْؤُولُ عَنْهَا بِأَعْلَمَ مِنَ السَّائِلِ“ قَالَ: فَأَخْبِرْنِي عَنْ أَمَارَتِهَا. قَالَ: „أَنْ تَلِدَ الأَمَةُ رَبَّتَهَا. وَأَنْ تَرَى الْحُفَاةَ الْعُرَاةَ، الْعَالَةَ، رِعاءَ الشَّاءِ، يَتَطَاوَلُونَ فِي الْبُنْيَانِ.“ قَالَ ثُمَّ انْطَلَقَ، فَلَبِثْتُ مَلِيّا. ثُمَّ قَالَ لِي: „يَا عُمَرُ! أَتَدْرِي مَنِ السَّائِلُ؟“ قُلْتُ: الله وَرَسُولُهُ أَعْلَمُ. قَالَ: „فَإِنَّهُ جِبْرِيلُ، أَتَاكُمْ يُعَلِّمُكُمْ دِينَكُمْ“

ومعنى „تَلِدُ الأَمَةُ رَبَّتَهَا.“ أيْ سَيِّدَتَهَا؛ ومعناهُ: أنْ تَكْثُرَ السَّراري حَتَّى تَلِدَ الأَمَةُ السُّرِّيَّةُ بِنْتاً لِسَيِّدِهَا وبنْتُ السَّيِّدِ في مَعنَى السَّيِّدِ وَقيلَ غَيْرُ ذلِكَ. وَ "العَالَةُ": الفُقَراءُ. وقولُهُ: "مَلِيّاً" أَيْ زَمَناً طَويلاً وَكانَ ذلِكَ ثَلاثاً.

Passt gut auf, in diesem Hadith lernen wir die fünf Säulen des Islams und die sechs Säulen des Imans:

’Umar Bin Al-Chattab – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Als wir eines Tages beim Gesandten Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – saßen, erschien bei uns ein Mann in vollkommen weißer Kleidung mit tiefschwarzem Haar. An ihm waren keine Reisespuren zu sehen, und niemand von uns kannte ihn. Er setzte sich zum Propheten, seine Knie berührten die des Propheten, er legte seine Hände auf seinen Oberschenkel und fragte: „O Muhammad! Erzähl mir, was Islam bedeutet.“

Der Prophet sagte: „Islam bedeutet, dass du:

1. bezeugst, dass es keinen Anbetungswürdigen außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist,

2. dass du das Gebet verrichtest,

3. die Zakat entrichtest,

4. im Monat Ramadan fastest

5. und die Wallfahrt zum Hause Allahs unternimmst, sofern du dazu in der Lage bist.“

Der Mann sagte: „Das ist richtig!“

Wir waren erstaunt, dass er fragte und gleichzeitig die Antwort als Wahrheit bestätigte. Dann fragte er: „Erzähle mir, was Iman[10] bedeutet!“ Der Prophet sagte: „Iman bedeutet an:

1. Allah,

2. Seine Engel,

3. Seine Bücher,

4. Seine Gesandten,

5. den Jüngsten Tag und

6. an die Vorherbestimmung zu glauben, (welche Allah bestimmt hat), sei sie gut oder schlecht.“

Er sagte: „Das ist richtig! Jetzt erzähle mir vom Ihsan (die höchste Stufe der Güte, des Wohltuns, des rechten Tuns).“

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Du sollst Allah so anbeten, als sähest du Ihn, denn auch wenn du Ihn nicht siehst, so sieht Er dich doch.“ Der Mann sagte: „Erzähle mir von der Stunde (dem Jüngsten Tag).“ Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Darüber weiß der Befragte nicht mehr als der Fragende.“

Der Mann sagte dann: „So erzähle mir von den Vorzeichen der Stunde (des Jüngsten Tages).“ Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Zu ihnen gehört, dass die Dienerin ihre Herrin gebiert und dass barfüßige, nackte und mittellose Schafhirten hohe Gebäude errichten.“ Schließlich ging der Mann fort, und ich blieb noch eine Weile.

Dann fragte der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „O ’Umar, weißt du, wer dieser Mann war, der diese Fragen stellte?“ Ich sagte: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten!“ Er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte: „Es war Dschibril (Gabriel), der gekommen ist, um euch eure Religion zu lehren.“

In diesem Hadith lernt man vieles. Deshalb wäre es gut, wenn deine Eltern oder ein Scheich dir diesen Hadith noch ausführlicher erklären. Es ist sehr wichtig für dich als Muslim zu verstehen, warum du an etwas glaubst. Deshalb solltest du immer viel fragen.

Der Islam legt großen Wert auf das Wissen und alle Fragen. Wenn jemand dir sagt, lass uns zu einem Grab gehen und diesen oder jenen anbeten, dann frage ihn, wo ist dein Beweis, dass das richtig ist und was bringt mir dieser tote Mensch. Frag immer danach, ob es einen Beweis dafür im Koran oder in der Sunna gibt.

Erstens lernst du hier die fünf Säulen des Islam, dann, als Dschibril (Gabriel) die zweite Frage stellt, lehrt uns der Prophet die sechs Säulen des Imans, ohne die unser Iman nicht vollständig ist. Dann erklärt der Prophet, was Ihsan ist und die Zeichen des Tages der Auferstehung.

Das Ganze ist aber wichtig, und damit viele deiner Fragen beantwortet werden, würde ich vorschlagen, du lernest mit einem Erwachsenen oder mit dem Imam die Erläuterung von diesem Hadith, das ich im großen Buch des Riyadus Salihin oder in Sahih Muslim Band 1 erläutert habe.

قَالَ رسولِ الله ﷺ: „اتَّقِ الله حَيْثُمَا كُنْتَ وَأتْبعِ السَّيِّئَةَ الحَسَنَةَ تَمْحُهَا، وَخَالِقِ النَّاسَ بِخُلُقٍ حَسَنٍ.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Fürchte Allah, wo immer du bist, und lass der bösen Tat eine gute folgen, so wird sie ausgelöscht, und behandele die Menschen mit gutem Charakter!“

Hier lernen wir, dass die guten Taten die schlechte auslöschen, deshalb sollten wir immer und überall ständig Gutes tun, damit unser Konto bei Allah voll von Hassanat ist und unsere Sünden weniger sind und sie vergeben werden. Außerdem, wenn wir ständig Gutes tun, dann gewöhnen wir uns daran und unterlassen böse Taten.

Wir lernen in diesem Hadith von unserem geliebten Prophetenauch, dass wir alle Menschen mit vorzüglichem Charakter behandeln müssen, auch wenn diese nicht nett sein sollen.

Kannst du aufzählen, was zum guten Charakter gehört?

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „مِنْ حُسْنِ إسْلامِ المَرْءِ تَرْكُهُ مَا لا يَعْنِيهِ.“

Allahs Gesandter sagte:

„Zum guten Muslim-Sein gehört es, das zu lassen (sich aus dem herauszuhalten), was einen nichts angeht.“

Das heißt, es gehört zu den guten Eigenschaften eines Muslims oder einer Muslima, sich nicht in die Angelegenheiten der anderen Menschen einzumischen oder übermäßig über Dinge zu diskutieren, von denen man keine Ahnung hat.

 Gewissheit und Vertrauen in Allah

قالَ تَعَالَى: ) وَمَنْ يَتَوَكَّلْ عَلَى اللهِ فَهُوَ حَسْبُهُ( [الطلاق: 3]:

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und wer auf Allah vertraut – für den ist Er seine Genüge.“ (Koran 65:3)

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „لَوْ أَنَّكُمْ تَتَوَكَّلُونَ عَلَى اللهِ حَقَّ تَوَكُّلِهِ لَرَزَقَكُمْ كَمَا يَرْزُقُ الطَّيْرَ، تَغْدُو خِمَاصاً وَتَرُوحُ بِطَاناً.“

Der Gesandte Allahs sagen: ‚Wenn ihr auf Allah vertraut mit einem aufrichtigen Vertrauen, wird Er für euren Lebensunterhalt sorgen, wie Er für die Vögel sorgt. Morgens fliegen sie mit leerem Magen aus, und abends kehren sie mit vollem Magen zurück.‘“

Ihr müsst handeln und nicht faul sein und dann wenn ihr auf Allah vertraut, wird Er für euren Lebensunterhalt sorgen, wie Er für die Vögel sorgt. Die Vögel bleiben ja nicht in ihrem Nest, sie fliegen morgens, wenn sie einen leeren Magen haben, doch weil sie sich bewegen und sich auf Allah verlassen, kehren sie abends mit vollem Magen zurück.

Muslime mit starkem Iman vertrauen auf Allah und machen sich keine großen Sorgen.


 Anstrengung (für Allah)

عن النَّبيّ ﷺ فيما يروي، عن اللهِ تَبَاركَ وتعالى، أنَّهُ قَالَ: „يَا عِبَادي، إنِّي حَرَّمْتُ الظُلْمَ عَلَى نَفْسي وَجَعَلْتُهُ بيْنَكم مُحَرَّماً فَلا تَظَالَمُوا. يَا عِبَادي، كُلُّكُمْ ضَالّ إلاَّ مَنْ هَدَيْتُهُ فَاستَهدُوني أهْدِكُمْ. يَا عِبَادي، كُلُّكُمْ جَائِعٌ إلاَّ مَنْ أطْعَمْتُهُ فَاستَطعِمُوني أُطْعِمْكُمْ. يَا عِبَادي، كُلُّكُمْ عَارٍ إلاَّ مَنْ كَسَوْتُهُ فاسْتَكْسُونِي أكْسُكُمْ. يَا عِبَادي، إنَّكُمْ تُخْطِئُونَ باللَّيلِ وَالنَّهارِ وَأَنَا أغْفِرُ الذُّنُوبَ جَمِيعاً فَاسْتَغْفِرُوني أغْفِرْ لَكُمْ. يَا عِبَادي، إنَّكُمْ لَنْ تَبْلُغوا ضُرِّي فَتَضُرُّوني، وَلَنْ تَبْلُغُوا نَفعِي فَتَنْفَعُوني. يَا عِبَادي، لَوْ أنَّ أوَّلَكُمْ وَآخِرَكُمْ وَإِنْسَكُمْ وَجنَّكُمْ كَانُوا عَلَى أتْقَى قَلْبِ رَجُلٍ وَاحِدٍ مِنْكُمْ مَا زَادَ ذلِكَ في مُلكي شيئاً. يَا عِبَادي، لَوْ أنَّ أوَّلَكُمْ وَآخِرَكُمْ وَإِنْسَكُمْ وَجنَّكُمْ كَانُوا عَلَى أفْجَرِ قَلْبِ رَجُلٍ وَاحِدٍ مِنْكُمْ مَا نَقَصَ ذلِكَ من مُلكي شيئاً. يَا عِبَادي، لَوْ أنَّ أوَّلَكُمْ وَآخِرَكُمْ وَإِنْسَكُمْ وَجنَّكُمْ قَامُوا في صَعِيدٍ وَاحِدٍ فَسَألُوني فَأعْطَيتُ كُلَّ إنْسَانٍ مَسْألَتَهُ مَا نَقَصَ ذلِكَ مِمَّا عِنْدِي إلاَّ كما يَنْقصُ المِخْيَطُ إِذَا أُدْخِلَ البَحْرَ. يَا عِبَادي، إِنَّمَا هِيَ أعْمَالُكُمْ أُحْصِيهَا لَكُمْ ثُمَّ أوَفِّيكُمْ إِيَّاهَا، فَمَنْ وَجَدَ خَيراً فَلْيَحْمَدِ الله وَمَنْ وَجَدَ غَيْرَ ذلِكَ فَلا يَلُومَنَّ إلاَّ نَفْسَهُ.“.

Der Prophet berichtete, dass sein Herr, der Mächtige und Erhabene sagte:*

„O Meine Diener, Ich habe Mir die Ungerechtigkeit verboten und habe sie auch unter euch auch verboten, deshalb seid nicht ungerecht gegeneinander.

O Meine Diener, ihr seid alle irregeleitet, außer dem, den Ich rechtgeleitet habe, deshalb bittet Mich um die Rechtleitung, so leite Ich euch recht.

O Meine Diener, ihr seid alle hungrig, außer dem, den Ich speise, deshalb bittet Mich um Speise, so speise Ich euch.

O Meine Diener, ihr seid alle nackt, außer dem, den Ich kleide, deshalb bittet Mich um Kleidung, so kleide Ich euch.

O Meine Diener, ihr begeht nachts und tagsüber Sünden, und Ich vergebe alle Sünden, deshalb bittet Mich um Vergebung, so vergebe Ich euch.

O Meine Diener, ihr könnt Mir nicht schaden, so dass ihr Mir schadet, und ihr könnt Mir nicht nutzen, so dass ihr Mir nutzt.

O Meine Diener, wenn der Erste unter euch und der Letzte unter euch, die Menschen unter euch und die Dschinn unter euch das tugendhafte Herz des Tugendhaftesten von euch hätten, würde das Meine Herrschaft nicht vermehren.

O Meine Diener, wenn der Erste unter euch und der Letzte unter euch, die Menschen unter euch und die Dschinn unter euch das sündhafte Herz des Sündhaftesten von euch hätten, würde das Meine Herrschaft nicht vermindern.

O Meine Diener, wenn der Erste unter euch und der Letzte unter euch, die Menschen unter euch und die Dschinn unter euch auf einer Ebene stehen und Mich bitten würden und Ich dann jedem seine Bitte erfülle, würde dies das, was bei Mir ist, um nicht mehr vermindern als eine Nadel, die ins Meer eingetaucht wird.

O Meine Diener, es sind eure Taten, die Ich euch berechne, dann lasse Ich sie euch zukommen. Wer dann Gutes vorfindet, der soll Allah dafür loben, und wer etwas anderes vorfindet, der soll niemanden außer sich selbst tadeln.“

*Hadith-Qudsi – ein heiliger Hadith, in dem der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – etwas mitteilt, was ihm von Allah offenbart wurde, was jedoch nicht Teil des Korans ist.

Allah der Erhabene ist der absolut Gerechte und verbietet Ungerechtigkeit unter den Menschen.

Die Rechtleitung kommt nur von Allah und deshalb müssen wir Ihn allein um die Rechtleitung bitten.

Wenn uns der richtige Weg nicht klar ist oder wir unsicher sind, welche Religion die richtige ist, dann ist der einzige, der es verdient hat, danach gefragt zu werden, Allah.

Ich kennen Menschen, die sehr unsicher waren, sie haben solange Allah darum gebeten, geweint wie kleine Kinder und schließlich haben sie begonnen, den Islam zu praktizieren, nachdem sie seine Vorzüge entdeckt haben.

Die Versorgung kommt von Allah, deshalb müssen wir Ihn um Speise und alles, was wir brauchen, bitten, damit Er es uns leicht macht.

Allah allein kann die Sünden vergeben und nicht irgendwelche Scheichs oder begrabene Rechtschaffe. Deshalb hat Allah allein es verdient, um Vergebung gebeten zu werden.

Auch wenn sich die ganze Menschheit zusammenschließen würde, um Allah zu schaden oder Ihm zu nutzen – es wäre nicht möglich. Er braucht niemanden, aber alle Geschöpfe brauchen Ihn.

Niemand kann seine Herrschaft verringern. Wenn alle Menschen ihn gleichzeitig bitten würden, und Er dann jedem Einzelnen seine Bitte erfüllte, würde dies nichts von seinem Reichtum vermindern.

Er ist gerecht und wird uns unsere Taten anrechnen und uns dafür belohnen.

 Die vielen Wege der Wohltätigkeit

قالَ تَعَالَى: ) فَمَنْ يَعْمَلْ مِثْقَالَ ذَرَّةٍ خَيْراً يَرَهُ ( [الزلزلة: 7]

„Und wer Gutes im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen.“ (99:7)

قَالَ النَّبيّ ﷺ: „لا تَحْقِرنَّ مِنَ المَعرُوفِ شَيئاً وَلَوْ أنْ تَلقَى أخَاكَ بِوَجْهٍ طَليقٍ.“

Der Gesandte Allahs sagte mir:

„Schätze eine gute Tat nicht gering, und sei es nur, deinem Bruder (Mitmenschen) mit einem fröhlichen Gesicht zu begegnen (auch dies zählt als gute Tat, die belohnt wird).“

Jeden Tag begegnest du vielen Menschen. Wenn du jedem ein Lächeln schenkst, dann wird dir klar, wieviel Freude du damit verbreiten kannst und wieviel Lohn du dadurch bei Allah, dem Großzügigen, findest.

Bist du eher ein Mensch, der freundlich ist und gern lächelt, oder ist dir das bisher egal gewesen?

Möchtest du versuchen, besser zu werden?

Wer ist der freundlichste Mensch, der dir je begegnet ist?

Wie fühlst du dich, wenn du lächelst?

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „كُلُّ سُلامَى مِنَ النَّاسِ عَلَيهِ صَدَقَةٌ، كُلَّ يَومٍ تَطلُعُ فِيهِ الشَّمْسُ: تَعْدِلُ بَينَ الاثْنَينِ صَدَقةٌ، وتُعِينُ الرَّجُلَ في دَابَّتِهِ، فَتَحْمِلُهُ عَلَيْهَا أَوْ تَرفَعُ لَهُ عَلَيْهَا مَتَاعَهُ صَدَقَةٌ، وَالكَلِمَةُ الطَيِّبَةُ صَدَقَةٌ، وبكلِّ خَطْوَةٍ تَمشيهَا إِلَى الصَّلاةِ صَدَقَةٌ، وتُميطُ الأذَى عَنِ الطَّريقِ صَدَقَةٌ.“

Der Gesandte Allahs sagte: „An jedem Tag, an dem die Sonne aufgeht, ist auf jedes Glied des menschlichen Körpers eine Sadaqa (Almosen für bedürftige Menschen) zu geben. Gerechtigkeit zwischen zweien zu stiften, ist eine Sadaqa. Einem Menschen zu helfen, sein Reittier zu besteigen, ist eine Sadaqa, sein Tier zu beladen, ist eine Sadaqa; ein freundliches Wort ist eine Sadaqa, jeder Schritt, den du zum Gebet schreitest, ist eine Sadaqa; und ein Hindernis aus dem Weg zu räumen, ist eine Sadaqa.“

Unser geliebter Prophet zeigt uns an einigen Beispielen im täglichen Leben, wieviel Gutes man tun kann, um jeden Tag mehr Hassanat bei Allah zu sammeln.

Wann hast du das letzte Mal jemandem geholfen?

Wenn du aufschreibst, was du alles machen kannst, um andere Menschen das Leben zu erleichtern, dann wirst du ganz bestimmt eine lange Liste schreiben, mit Sicherheit nicht viel Zeit in Anspruch nehmen wird.

Hast du einmal zwischen zwei Menschen Frieden gestiftet?

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „يَا نِسَاءَ المُسْلِمَاتِ، لاَ تَحْقِرنَّ جَارَةٌ لِجَارَتِهَا وَلَوْ فِرْسِنَ شاةٍ.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„O ihr muslimischen Frauen! Schätzt (eine gute Tat) nicht gering, wenn euch eine Nachbarin etwas schenkt, auch wenn es nur der Fuß eines Schafes ist.“

Das heißt, wenn man nichts oder wenig hat, um es seiner Nachbarin zu schenken, dann schenkt man das, was man hat, denn das ist besser als nichts. Es geht nicht um den Wert, es geht eher darum, dass man freundlich und großzügig ist und Freude verbreitet.

Wenn du nur ein bisschen von deinem Taschengeld sparst und nach Afrika zu einer armen Familie schickst oder einige deiner Kleidungsstücke und Spielzeuge andere Kinder schenkst, ist auch das schon viel und du hast damit auch einen Beitrag geleistet, um der Menschlichkeit zu dienen.

Möchtest du auch gerne deine Nachbarn etwas schenken oder sie zum Essen einladen?

Wenn dein Nachbar dir ein kleines Stück Kuchen mit einem Lächeln schenkt, freust du dich da?

عن النَّبيّ ﷺ، قَالَ: „الإيمانُ بِضْعٌ وَسَبعُونَ أَوْ بِضعٌ وسِتُونَ شُعْبَةً: فَأفْضَلُهَا قَولُ: لا إلهَ إلاَّ اللهُ، وَأَدْنَاهَا إمَاطَةُ الأذَى عَنِ الطَّريقِ، والحياءُ شُعبَةٌ مِنَ الإيمان.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Der Iman (Glaube) besteht aus mehr als siebzig oder mehr als sechzig Teilen; der beste davon ist, La ilaha illa-llah zu sagen, und der geringste, etwas Schädliches oder ein Hindernis aus dem Weg zu räumen. Und die Scham ist ein Teil des Glaubens.“

Weißt du, warum La ilaha illa-llah zu sagen und daran zu glauben, das Beste ist?

Weiß du, was das bedeutet?

Allah braucht uns nicht, doch Er möchte, dass wir uns Wissen über Ihn aneignen und begreifen, dass Er alleine es verdient hat, angebetet zu werden. Wenn man zum Beispiel eine Gestalt, ein Grab, einen rechtschaffenen Menschen oder einen Propheten anbetet, wird dies ihnen nichts bringen, weil das ja Schirk (Beigesellung, Vielgötterei) ist und dies ist die größte von den großen Sünden. In diesem Hadith lernen wir auch, dass die Schamhaftigkeit ein Teil des Glaubens ist.

Hast du dir schon einmal überlegt, wenn du einen toten Menschen in seinem Grab um etwas bittest, ob er für dich etwas tun kann?

Du kannst für den Toten vielleicht ein Bittgebet sprechen, aber er ist tot und kann nichts mehr tun. Hast du dir das überlegt?

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „بَينَما رَجُلٌ يَمشي بِطَريقٍ اشْتَدَّ عَلَيهِ العَطَشُ، فَوَجَدَ بِئراً فَنَزَلَ فِيهَا فَشربَ، ثُمَّ خَرَجَ فإذَا كَلْبٌ يَلْهَثُ يأكُلُ الثَّرَى مِنَ العَطَشِ، فَقَالَ الرَّجُلُ: لَقَدْ بَلَغَ هَذَا الكَلْبُ مِنَ العَطَشِ مِثلُ الَّذِي كَانَ قَدْ بَلَغَ مِنِّي فَنَزَلَ البِئْرَ فَمَلأَ خُفَّهُ مَاءً ثُمَّ أمْسَكَهُ بفيهِ حَتَّى رَقِيَ، فَسَقَى الكَلْبَ، فَشَكَرَ الله لَهُ، فَغَفَرَ لَهُ.“ قالوا: يَا رَسُول اللهِ، إنَّ لَنَا في البَهَائِمِ أَجْراً؟ فقَالَ: „في كُلِّ كَبِدٍ رَطْبَةٍ أجْرٌ.“

Der Prophet erzählte folgendes Gleichnis: „Ein Mann verspürte großen Durst, als er des Weges zog. Beim Erreichen eines Brunnens stieg er in diesen hinab, trank genügend Wasser und stieg wieder hinauf. Da sah er einen Hund mit hängender Zunge, der vor lauter Durst Schlamm aufleckte.

Der Mann sagte zu sich, dass der Hund genauso einen Durst verspüren müsse, wie er selbst ihn kurz zuvor gehabt hatte. So stieg er nochmals in den Brunnen hinab, füllte seinen Lederstrumpf mit Wasser, stieg wieder hinauf – wobei er den Strumpf mit seinen Zähnen festhielt –, und gab dem Hund zu trinken. Allah schätzte die Tat dieses Mannes und vergab ihm seine Sünden.“

Der Prophet wurde gefragt: „O Gesandter Allahs, werden wir auch für Freundlichkeit gegenüber Tieren belohnt?“ Er antwortete: „Es gibt Lohn für Freundlichkeit gegenüber jedem Lebewesen.“

Mit diesem Gleichnis lehrt uns der Prophet, dass wir uns in die Lage eines Menschen oder eines Tieres hineinversetzen sollen und fühlen, dass andere Lebewesen auch wie wir Durst, Hunger, Kälte und Schmerz verspüren.

Der Mann sagte zu sich, dass der Hund genauso einen Durst verspüren müsse, wie er selbst ihn kurz zuvor gehabt hatte. Allah schätzt jede gute Tat und gibt dafür den Lohn und dankt den Menschen mit Vergebung und mit Rangstufen im Paradies. Nachdem du vom Gesandten Allahsgelesen hast: „Es gibt Lohn für Freundlichkeit gegenüber jedem Lebewesen.“ Würdest du so eine Gelegenheit verpassen?

Wann hast du das letzte Mal einem Tier geholfen?

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „مَا مِنْ مُسْلِمٍ يَغْرِسُ غَرْساً إلاَّ كَانَ مَا أُكِلَ مِنْهُ لَهُ صَدَقَةً، وَمَا سُرِقَ مِنهُ لَهُ صَدَقَةً، وَلاَ يَرْزَؤُهُ أَحَدٌ إلاَّ كَانَ لَهُ صَدَقَةً.“

وفي رواية لَهُ: „فَلاَ يَغْرِسُ المُسْلِمُ غَرْساً فَيَأْكُلَ مِنْهُ إنْسَانٌ وَلاَ دَابَّةٌ وَلاَ طَيْرٌ إلاَّ كَانَ لَهُ صَدَقة إِلَى يَومِ القِيَامةِ.“. وفي رواية لَهُ: „لاَ يَغرِسُ مُسْلِمٌ غَرساً، وَلاَ يَزرَعُ زَرعاً، فَيَأكُلَ مِنهُ إنْسَانٌ وَلاَ دَابَةٌ وَلاَ شَيءٌ، إلاَّ كَانَتْ لَهُ صَدَقَةً.“.

Der Gesandte Allahs sagte:

„Wenn ein Muslim einen Baum pflanzt, dann ist das, was davon gegessen wird, eine Sadaqa für ihn, und was davon gestohlen wird, ist auch eine Sadaqa für ihn, und auch was davon verloren geht.“

Imam Muslim überliefert ebenfalls:

„Ein Muslim pflanzt keinen Schössling, von dem ein Mensch oder ein Tier oder irgendetwas anderes isst, ohne dass ihm dies als Sadaqa angerechnet wird.“

Das heißt, egal, wo du etwas pflanzt, ob in deinem Garten, in einem Wald oder auf dem Weg in deine Schule – wird davon die Umwelt verschont und die Menschen und Tiere können davon etwas verzehren oder im Schatten eines Baumes sitzen, dann kannst du dafür hunderte Jahre von Allah, dem Großzügigen, belohnt werden, sogar nachdem du gestorben bist, so, als ob du jeden Tag Sadaqat gibst.

Wann hast du das letzte Mal etwas angepflanzt?

يقول النَّبيّ ﷺ: „اتَّقُوا النَّارَ وَلَوْ بشقِّ تَمْرَةٍ.“

Der Prophet sagte: „Fürchtet das Höllenfeuer, auch wenn es nur durch das Geben einer halben Dattel ist.“

Wir dienen Allah subhanah, weil:

-      wir daran interessiert sind, in seine Paradies einzutreten;

-      wir möchten, dass Er mit uns zufrieden ist und

-      wir uns vor der langen Zeit im Grab und vor dem Höllenfeuer fürchten.

Und deswegen wollen wir jede Gelegenheit nutzen, um Gutes zu tun, und sei es nur, einem Armen eine halbe Dattel zu geben.

Wann hast du das letzte Mal etwas gespendet?

عن النَّبيّ ﷺ، قَالَ: „عَلَى كلّ مُسْلِمٍ صَدَقَةٌ.“ قَالَ: أرأيتَ إنْ لَمْ يَجِدْ؟ قَالَ: „يَعْمَلُ بِيَدَيْهِ فَيَنْفَعُ نَفْسَهُ وَيَتَصَدَّقُ.“ قَالَ: أرأيتَ إن لَمْ يَسْتَطِعْ؟ قَالَ: „يُعِينُ ذَا الحَاجَةِ المَلْهُوفَ.“ قَالَ: أرأيتَ إنْ لَمْ يَسْتَطِعْ، قَالَ: „يَأمُرُ بِالمعْرُوفِ أوِ الخَيْرِ.“ قَالَ: أرَأيْتَ إنْ لَمْ يَفْعَلْ؟ قَالَ: „يُمْسِكُ عَنِ الشَّرِّ، فَإِنَّهَا صَدَقَةٌ.“

Der Prophet sagte:

„Jeder Muslim soll Sadaqa geben.“

Er wurde gefragt: „Und wenn er nichts hat?” Der Prophet antwortete: „Dann soll er mit seinen Händen zu seinem eigenen Nutzen arbeiten und davon etwas (an arme Menschen) abgeben.“

Er wurde gefragt: „Und was ist, wenn er dies nicht kann?“

Der Prophet antwortete: „Dann soll er bedürftigen Menschen helfen.“

Er wurde gefragt: „Und wie ist es, wenn er auch das nicht kann?“

Der Prophet sagte: „Dann soll er das Gute gebieten.“

Man fragte: „Und was ist, wenn er auch das nicht macht?“

Der Prophet sagte: „Dann soll er das Böse vermeiden, was auch eine Sadaqa ist.“

Sadaqa ist eine gute Tat oder Almosen für bedürftige Menschen, für die man belohnt wird, und wenn man keine dieser guten Taten, die der Prophet aufzählte, tun kann, dann kann man doch zumindest anderen Menschen nicht schaden, auch das ist eine Sadaqa.

Wenn die ganze Menschheit nach diesem Hadith handeln und zumindest das Böse vermeiden würde, dann könnte es auf der ganzen Welt Frieden geben.

كَانَ رَسُولُ الله ﷺ يَقُولُ: „أنَا أوْلَى بِكُلِّ مُؤمِنٍ مِنْ نَفسِهِ، مَنْ تَرَكَ مَالاً فَلأَهْلِهِ، وَمَنْ تَرَكَ دَيْناً أَوْ ضَيَاعاً([11]) فَإلَيَّ وَعَلَيَّ.“

Der Gesandte Allahssagte: „Ich habe mehr Anrecht auf einen jeden Gläubigen als er auf sich selbst, was die Sorgen um ihn angeht. Wer also Besitz hinterlässt, so ist dieser für seine Familie, wer aber Schulden oder wehrlose* Kinder hinterlässt, so ist dies mir überlassen.“

* Das bedeutet, dass der Gesandte Allahs die Schulden der Armen zahlt und die Fürsorge für die Kinder des Verstorbenen übernimmt.

In diesem und in vielen Hadithen, aber auch in der Biografie des Propheten lernen wir, wie großzügig Er war. Er fürchtete keine Armut und auch, wenn er immer wieder hungerte, so bewahrte er kein Besitz auf. Er gab am gleichen Tag alles, was er besaß, wieder weg, und deshalb haben viele seine Gefährten, wie zum Beispiel Abu Bakr, das Gleiche getan.

Abu Bakr hat tausende Sklaven freigekauft. Er bezahlte hohe Summen, um diese schwachen Menschen aus der Sklaverei zu befreien und half ihnen solange, bis sie sich selbständig ernähren konnten.

Weißt du, welche Stellung Schuldenübernahme der Bedürftigen im Islam hat? Das heißt, jemand kann seine Schulden nicht bezahlen und ein Muslim oder eine Muslima zahlt seine Schulden für ihn.


 Das Hinweisen auf das Gute und der

 Ruf zur Rechtleitung oder zum Irrtum

قالَ تَعَالَى: )ادْعُ إِلَى سَبِيلِ رَبِّكَ بِالْحِكْمَةِ وَالْمَوْعِظَةِ الْحَسَنَة( [النحل: 125 ]، وَقالَ تَعَالَى: )وَتَعَاوَنُوا عَلَى الْبِرِّ وَالتَّقْوَى( [المائدة:2 ]

Allah, der Erhabene, sagt:

„Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf ...“ (16:125)

„Und helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit.“ (5:2)

قَالَ رسولُ الله ﷺ: „مَنْ دَلَّ عَلَى خَيْرٍ فَلَهُ مِثْلُ أجْرِ فَاعِلِهِ.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Wer auf Gutes hinweist (wer veranlasst, dass andere Gutes tun), dem gibt Allah die gleiche Belohnung wie dem Wohltäter.“

Du kannst eine Liste von Wohltaten aufschreiben, die du anderen beibringen kannst. Du kannst nicht alles selbst machen, aber du kannst auch andere an menschlichen Aktivitäten beteiligen und sie ermutigen, mit dir gemeinsam zu handeln. Wenn dir das gelingt, bekommst du die gleiche Belohnung, als würdest du es allein tun.

عن النَّبيّ ﷺ، قَالَ: „لا يُؤمِنُ أحَدُكُمْ حَتَّى يُحِبَّ لأَخِيهِ مَا يُحبُّ لِنَفْسِهِ.“([12])

Der Gesandte Allahs sagte:

„Keiner von euch gilt als gläubig, solange er seinem Bruder* nicht wünscht, was er für sich selbst wünscht.“

In diesem Hadith wird die Nächstenliebe betont. Wenn man selber nichts kann, um andere Menschen zu helfen, dann sollte man ihnen zumindest, das Gleiche wünschen, was man für sich selbst wünscht.

*Bruder, Schwester oder Mitmensch


 Das Gute gebieten und das Üble verbieten

قَالَ الله تَعَالَى: ) وَلْتَكُنْ مِنْكُمْ أُمَّةٌ يَدْعُونَ إِلَى الْخَيْرِ وَيَأْمُرُونَ بِالْمَعْرُوفِ وَيَنْهَوْنَ عَنِ الْمُنْكَرِ وَأُولَئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ ( [آل عمران: 104 ]، وَقالَ تَعَالَى: ) خُذِ الْعَفْوَ وَأْمُرْ بِالْعُرْفِ وَأَعْرِضْ عَنِ الْجَاهِلِينَ ( [الأعراف: 199 ]

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.“ (3:104)

„Übe Nachsicht, gebiete das Rechte und wende dich von den Unwissenden ab.“ (7:199)

قَالَ النَّبيّ ﷺ: „مَثَلُ القَائِمِ في حُدُودِ اللهِ وَالوَاقعِ فِيهَا، كَمَثَلِ قَومٍ اسْتَهَمُوا عَلَى سَفِينَةٍ فَصَارَ بَعْضُهُمْ أعْلاها وَبَعْضُهُمْ أَسْفَلَهَا، وَكَانَ الَّذِينَ في أَسْفَلِهَا إِذَا اسْتَقَوا مِنَ المَاءِ مَرُّوا عَلَى مَنْ فَوْقهُمْ، فَقَالُوا: لَوْ أنَّا خَرَقْنَا في نَصِيبِنَا خَرْقاً وَلَمْ نُؤذِ مَنْ فَوقَنَا، فَإِنْ تَرَكُوهُمْ وَمَا أرَادُوا هَلَكُوا جَميعاً، وَإنْ أخَذُوا عَلَى أيدِيهِمْ نَجَوا وَنَجَوْا جَميعاً.“.

„القَائِمُ في حُدُودِ اللهِ تَعَالَى.“ معناه: المنكر لَهَا، القائم في دفعِها وإزالتِها، وَالمُرادُ بالحُدُودِ: مَا نَهَى الله عَنْهُ. „اسْتَهَمُوا.“: اقْتَرَعُوا. الخرق: الثقب

Der Prophetsagte: „Das Gleichnis dessen, der auf Allahs Grenzen achtet, und dessen, der sie überschreitet, ist wie das der Leute auf einem Schiff, die durch das Los entweder auf dem Oberdeck oder dem Unterdeck des Schiffes untergebracht werden. Die Unteren müssen nach oben, um Wasser zu holen, deshalb bitten sie um Erlaubnis, ein Loch in den Boden des Schiffes zu bohren, um an Wasser zu gelangen, ohne die Oberen zu stören. Wenn sie (die Oberen) dies zuließen, würden sie alle ums Leben kommen. Wenn aber diese sie davon abhielten, würden sie selbst und alle anderen gerettet.“

In einer Gesellschaft ist es so wie bei diesen Leuten auf dem Schiff: Eine Gruppe bekommt den oberen Anteil und die anderen den unteren. Wenn die, die oben sind, nichts dagegen haben, dass jene unten ein Loch in den unteren Teil des Schiffes bohren und sagen, es gehe sie nichts an, was dann passiere, dann wären alle Menschen auf dem Schiff verloren.

Wenn die, die unten sind, sagen würden, sie hätten die Freiheit zu tun, was sie wollten, dann würden alle zusammen ertrinken. Wenn jene, die oben sind, das verhindern und den anderen sagen, dass dies keine persönliche Freiheit sei, denn es schade allen, dann werden beide Gruppen gerettet.

عن النَّبيّ ﷺ، قَالَ: „أفْضَلُ الجِهَادِ كَلِمَةُ عَدْلٍ عِنْدَ سُلْطَانٍ جَائرٍ.“

Der Prophet sagte: „Der beste Dschihad ist ein gerechtes Wort bei einem ungerechten Herrscher.“

Hier lehrt uns der Prophet, dass Zivilcourage und Tapferkeit zu den besten Anstrengungen zählen. Denn wenn ein Herrscher Gewalt ausübt und Ungerechtigkeit zulässt und dadurch die friedliche Gemeinschaft bedroht ist, dann müssen einige mutige Menschen den Mund aufmachen, sich wehren und, wenn die Möglichkeit besteht, das dem Herrscher ins Gesicht sagen, und ihm Ratschläge geben, um die Situation zu verbessern.


Das anvertraute Gut (Amana) zurückgeben

قَالَ الله تَعَالَى: ) إِنَّ اللهَ يَأْمُرُكُمْ أَنْ تُؤَدُّوا الأَمَانَاتِ إِلَى أَهْلِهَا ( [النساء: 58]

Allah, der Erhabene, sagt:

„Allah befiehlt euch, die anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, nach Gerechtigkeit zu richten.“ (4:58)

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „آيةُ([13]) المُنافقِ ثلاثٌ: إِذَا حَدَّثَ كَذَبَ، وَإِذَا وَعدَ أخْلَفَ([14])، وَإِذَا اؤْتُمِنَ خَانَ.“.

وفي رواية: „وَإِنْ صَامَ وَصَلَّى وَزَعَمَ أنَّهُ مُسْلِمٌ.“.

Der Gesandte Allahs sagte:

„Die Merkmale eines Heuchlers sind drei: Wenn er spricht, lügt er, wenn er etwas verspricht, bricht er das Versprechen, und wenn ihm etwas anvertraut wird, betrügt er.“

In einer anderen Überlieferung heißt es: „Selbst wenn er fastet, betet und behauptet, ein Muslim zu sein.“

Niemand möchte ein Heuchler sein. Aber wenn man seinen Charakter vernachlässigt und immer wieder nicht die Wahrheit sagt, etwas verspricht und dann sein Versprechen nicht hält, und wenn einem etwas anvertraut wird, betrügt, dann ist man ein schlechter Muslim, selbst wenn man fastet, betet, für die Armen spendet, freundlich ist und behauptet, ein Muslim zu sein.


Das Verbot des Unrechts

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „اتَّقُوا الظُّلْمَ ؛ فَإنَّ الظُّلْمَ ظُلُمَاتٌ يَوْمَ القِيَامَةِ. وَاتَّقُوا الشُّحَّ؛ فَإِنَّ الشُّحَّ أهْلَكَ مَنْ كَانَ قَبْلَكُمْ. حَمَلَهُمْ عَلَى أنْ سَفَكُوا دِمَاءهُمْ، وَاسْتَحَلُّوا مَحَارِمَهُمْ.“

Der Gesandte Allahs sagte: „Hütet euch vor Unrecht, denn Unrecht bringt Finsternis am Tage der Auferstehung. Hütet euch vor Habgier, denn Habgier vernichtete die Völker vor euch, sie führte dazu, dass sie ihr Blut vergossen und ihre Verbote zum Erlaubten machten.“

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „لَتُؤَدُّنَّ الحُقُوقَ إِلَى أهْلِهَا يَومَ القِيَامَةِ، حَتَّى يُقَادَ للشَّاةِ الجَلْحَاءِ([15]) مِنَ الشَّاةِ القَرْنَاءِ.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Am Tage der Auferstehung wird jedem sein Recht gegeben, auch einem hornlosen Schaf, das von einem gehörnten Schaf verletzt wurde.“

In diesen beiden Hadithen warnt der Prophet die Menschen vor Unrecht, weil dieses die Strafe im Jenseits mit sich bringt. Allah, der Gerechte, wird jedem wegen seines Unrechts bestrafen.

Er warnt auch vor Habgier, denn diese führt zu Unrecht, Unberechenbarkeit und Krieg. Allah verabscheut deshalb die Habgierigen.

عبد الرحمان بن سعد السَّاعِدِي، قَالَ: اسْتَعْمَلَ النَّبيُّ ﷺ رَجُلاً مِنَ الأزْدِ([16]) يُقَالُ لَهُ: ابْنُ اللُّتْبِيَّةِ عَلَى الصَّدَقَةِ، فَلَمَّا قَدِمَ، قَالَ: هَذَا لَكُمْ، وَهَذَا أُهْدِيَ إِلَيَّ، فَقَامَ رسولُ الله ﷺ عَلَى المِنْبَرِ فَحَمِدَ الله وَأثْنَى عَلَيهِ، ثُمَّ قَالَ: „أمَّا بَعدُ، فَإِنِّي أسْتَعْمِلُ الرَّجُلَ منْكُمْ عَلَى العَمَلِ مِمَّا وَلاَّنِي اللهُ، فَيَأتِي فَيَقُولُ: هَذَا لَكُمْ وَهَذا هَدِيَّةٌ أُهْدِيتْ إلَيَّ، أفَلا جَلَسَ في بيت أبِيهِ أَوْ أُمِّهِ حَتَّى تَأتِيَهُ هَدِيَّتُهُ إنْ كَانَ صَادِقاً، واللهِ لا يَأخُذُ أحَدٌ مِنْكُمْ شَيئاً بِغَيرِ حَقِّهِ إلاَّ لَقِيَ الله تَعَالَى، يَحْمِلُهُ يَوْمَ القِيَامَةِ، فَلا أعْرِفَنَّ أحَداً مِنْكُمْ لَقِيَ اللهَ يَحْمِلُ بَعيراً لَهُ رُغَاءٌ([17])، أَوْ بَقَرَةً لَهَا خُوَارٌ، أَوْ شَاةً تَيْعَرُ.“ ثُمَّ رفع يديهِ حَتَّى رُؤِيَ بَيَاضُ إبْطَيْهِ، فَقَالَ: „اللَّهُمَّ هَلْ بَلَّغْتُ.“ ثلاثاً

Abdurrahman Bin Sa’d As-Sa’idi – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: Der Prophet beauftragte einen Mann von den Azd, den man Al-Lutbiyya nannte, die Sadaqa einzutreiben. Als dieser zurückkam, sagte er: „Das ist für euch, und das wurde mir geschenkt.“ Daraufhin stieg der Prophet auf das Minbar. Nachdem er Allah gelobpreist und gerühmt hatte, sagte er: „Wenn ich jemanden von euch in einer Sache beauftrage, die Allah mir auferlegte, und dann sagt er: ‚Das ist für euch, und dies wurde mir geschenkt.‘ Wäre er im Hause seines Vaters und seiner Mutter geblieben, bis dieses Geschenk zu ihm käme, wenn er die Wahrheit sagt! Bei Allah, keiner von euch nimmt etwas, ohne das Recht zu haben, es zu nehmen, ohne dass er am Tage der Auferstehung mit der Last vor Allah steht. Ich will niemanden von euch kennen, der Allah dann mit einem Kamel gegenübersteht oder einer Kuh, die muht, oder einem Schaf, das blökt.“ Dann erhob er seine Hand, sodass man seine Achselhöhlen sah und sagte: „O Allah! Habe ich übermittelt?“ (Das wiederholte er dreimal.)

Hier lernen wir, wenn wir eine Aufgabe bekommen, dürfen wir nichts für uns behalten oder etwas dafür verlangen. Den im Koran und auch den Aussagen des Propheten geht es darum, die Korruption zu bekämpfen, weil diese Ungerechtigkeit führt dazu, dass manche Menschen auf Kosten der anderen reich werden, während andere schwach und arm bleiben.

قَالَ النَّبيّ ﷺ: "المُسْلِمُ منْ سَلِمَ المُسْلِمُونَ مِنْ لِسَانِهِ وَيَدِهِ، وَالمُهَاجِرُ مَنْ هَجَرَ مَا نَهَى اللهُ عَنْهُ"

Der Prophet sagte:

„Ein Muslim ist derjenige, vor dessen Zunge und Hand die Muslime sicher sind, und ein Muhadschir ist derjenige, der sich von dem fernhält, was Allah verboten hat.“

Wenn es im Islam haram ist, anderen Menschen den Besitz wegzunehmen, so ist es auch absolut haram, andere zu verletzen, sei es körperlich oder mit Worten.

Für das Gegenteil, nämlich andere glücklich zu machen, wird man eine große Belohnung bekommen und somit wird man auch glücklich – in Diesseits und im Jenseits.

Wenn du redest, überlegst du dir, ob deine Worte vielleicht andere verletzen könnten und du dich besser freundlicher ausdrücken solltest?

Wenn jemand über einen Abwesenden schlecht redet, was machst du dann?

عن أبي هُريرةَ: أنَّ رسولَ الله ﷺ، قَالَ: „أتدرونَ مَنِ المُفْلِسُ؟.“ قالوا: المفْلسُ فِينَا مَنْ لا دِرهَمَ لَهُ ولا مَتَاع، فَقَالَ: „إنَّ المُفْلسَ مِنْ أُمَّتي مَنْ يأتي يَومَ القيامَةِ بصلاةٍ وصيامٍ وزَكاةٍ، ويأتي وقَدْ شَتَمَ هَذَا، وقَذَفَ([18]) هَذَا، وَأَكَلَ مالَ هَذَا، وسَفَكَ دَمَ هَذَا، وَضَرَبَ هَذَا، فيُعْطَى هَذَا مِنْ حَسَنَاتِهِ، وهَذَا مِنْ حَسناتهِ، فإنْ فَنِيَتْ حَسَناتُه قَبْل أنْ يُقضى مَا عَلَيهِ، أُخِذَ منْ خَطَاياهُم فَطُرِحَتْ عَلَيهِ، ثُمَّ طُرِحَ في النَّارِ.“

Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete, dass der Gesandte Allahs fragte: „Wisst ihr, wer bankrott ist?“ Sie antworteten: „Bankrott ist der, der kein Geld und keinen Besitz hat.“ Da sagte er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden –: „Bankrott ist in meiner Umma derjenige, der am Tage der Auferstehung mit seinen Gebeten, seinem Fasten und seiner Zakat kommen wird, der aber diesen beschimpft und jenen verleumdet hat, dem einen den Besitz genommen und des anderen Blut vergossen und jene geschlagen hat. Dann werden dem einen gute Taten gegeben und dem anderen von seinen guten Taten genommen. Wenn er keine guten Taten mehr hat, bevor er allen Opfern ihre Rechte gegeben hat, werden die Sünden seiner Opfer auf ihn übergehen, und er wird dann ins Feuer geworfen werden.“

In diesem Leben ist man bankrott, wenn man kein Geld hat. Aber wirklich bankrott ist derjenige, der am Tage der Auferstehung seine guten Taten, an andere verliert. Doch wie verliert man die?

Wenn man in der Dunya (in diesem Leben) andere Menschen verletzt hat mit Worten oder Taten, dann muss man diesen seine Hassanat geben. Wenn die Hassanat fertig sind und man ist immer noch schuldig, dann übernimmt man die Sünden der Opfer.

عن أم سلمة رضي الله عنها: أنَّ رَسُول الله ﷺ، قَالَ: „إنَّمَا أنا بَشَرٌ، وَإنَّكُمْ تَخْتَصِمُونَ إلَيَّ، وَلَعَلَّ بَعْضَكُمْ أنْ يَكُونَ ألْحَنَ بِحُجّتِهِ مِنْ بَعْضٍ، فأَقْضِيَ لَهُ بِنَحْوِ مَا أسْمعُ، فَمَنْ قَضَيتُ لَهُ بِحَقِّ أخِيهِ فَإِنَّما أقطَعُ لَهُ قِطعةً مِنَ النَّارِ.“

„ألْحَن.“ أي: أعلم.

Umm Salama – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete, dass der Gesandte Allahssagte: „Ich bin nur ein Mensch, und ihr bringt eure Streitereien zu mir. Es mag sein, dass manch einer von euch besser argumentieren kann als die anderen und ich entsprechend dem, was ich höre, zu seinen Gunsten urteile. Wem ich das Recht seines Bruders zuspreche, dem spreche ich ein Stück vom Höllenfeuer zu.“

Umm Salama ist die Frau des Gesandten Allahs sie hat diesen und viele andere Hadithen von ihm gehört und weitergegeben. Wir lernen in diesem Hadith, dass der Prophet ein Mensch ist, der über kein verborgenes Wissen verfügt, es sei denn, Allah offenbart ihm etwas. Außerdem lernen wir, wie schlimm es ist, wenn jemand vor einem Richter durch sein Geschick das Recht der anderen Menschen auf sich nimmt.


 Die Unantastbarkeit des Menschenlebens, der Würde und die Menschenrechtserklärungen

قالَ تَعَالَى: ) مَنْ قَتَلَ نَفْساً بِغَيْرِ نَفْسٍ أَوْ فَسَادٍ فِي الأَرْضِ فَكَأَنَّمَا قَتَلَ النَّاسَ جَمِيعاً وَمَنْ أَحْيَاهَا فَكَأَنَّمَا أَحْيَا النَّاسَ جَمِيعاً ( [المائدة: 32 ].

Allah, der Erhabene, sagt, dass:

„… wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“ (5:32)

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „مَثَلُ المُؤْمِنينَ في تَوَادِّهِمْ وتَرَاحُمهمْ وَتَعَاطُفِهمْ، مَثَلُ الجَسَدِ إِذَا اشْتَكَى مِنْهُ عُضْوٌ تَدَاعَى لَهُ سَائِرُ الجَسَدِ بِالسَّهَرِ والحُمَّى.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Das Gleichnis der Gläubigen in ihrer Freundschaft, Barmherzigkeit und Sympathie zueinander ist wie das eines Körpers: Wenn ein Teil davon leidet, leidet der ganze Körper an Schlaflosigkeit und Fieber.“

In diesem Hadith lernen wir, dass ein Muslim oder eine Muslima Mitleid und Barmherzigkeit mit anderen Menschen haben soll. Und wenn sie sich freuen, freuen wir uns für sie.

عن أَبي هريرة رضي الله عنه، قَالَ: قَبَّلَ النَّبيُّ ﷺ الحَسَنَ بْنَ عَليٍّ رضي الله عنهما، وَعِنْدَهُ الأَقْرَعُ بْنُ حَابِس، فَقَالَ الأقْرَعُ: إن لِي عَشرَةً مِنَ الوَلَدِ مَا قَبَّلْتُ مِنْهُمْ أحَداً.

فَنَظَرَ إِلَيْهِ رَسُول الله ﷺ، فَقَالَ: „مَنْ لا يَرْحَمْ لاَ يُرْحَمْ !.“

Abu Huraira – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – überliefert: Der Prophet küsste Al-Hassan bin Ali – möge Allah Wohlgefallen an ihm (seinem Enkel) haben –, während er sich bei Al-Aqra’ bin Habis befand. Da sagte Al-Aqra’: „Ich habe zehn Söhne und habe noch nie einen von ihnen geküsst.“ Der Gesandte Allahs sprach zu ihm: „Wer kein Erbarmen hat, der findet auch kein Erbarmen.“

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „مَنْ لاَ يَرْحَم النَّاسَ لاَ يَرْحَمْهُ الله.“.

Der Gesandte Allahs sagte:

„Wer sich der Menschen nicht erbarmt, dessen wird Sich Allah nicht erbarmen.“

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „إِذَا صَلَّى أحَدُكُمْ للنَّاسِ فَلْيُخَفِّفْ، فَإن فيهِم الضَّعِيفَ وَالسَّقِيمَ وَالكَبيرَ، وَإِذَا صَلَّى أحَدُكُمْ لِنَفْسِهِ فَلْيُطَوِّل مَا شَاءَ

Der Gesandte Allahssagte:

„Wenn einer von euch die Menschen im Gebet (Gemeinschaftsgebet) leitet, sollte er es kurz fassen, denn unter ihnen (den Betenden) sind Schwache, Kranke oder Alte. Wenn aber einer alleine betet, kann er (das Gebet) so verlängern, wie er möchte.“

In diesen drei Hadithen und vielen ähnlichen lernen wir, wie barmherzig der Prophet mit Kindern, Frauen und schwachen Menschen war. Solche Hadithen kommen sehr oft vor, in denen er uns lehrt, wie wichtig es im Islam ist, für andere zu sorgen, barmherzig zu sein und auf die Gefühle der anderen zu achten.

In einem Hadith sagt der Prophet, er würde gerne manchmal das Gebet verlängern, doch er hört, dass Kinder dabei sind und damit sich die Mütter wegen ihrer Kinder keine Sorgen machen, kürzt er das Gemeinschaftsgebet ab.

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „لا تَحَاسَدُوا، وَلاَ تَنَاجَشُوا، وَلاَ تَبَاغَضُوا، وَلاَ تَدَابَرُوا، وَلاَ يَبعْ بَعْضُكُمْ عَلَى بَيْع بَعْض، وَكُونُوا عِبَادَ الله إخْوَاناً، المُسْلِمُ أخُو المُسْلم: لاَ يَظْلِمُهُ، وَلا يَحْقِرُهُ، وَلاَ يَخْذُلُهُ، التَّقْوَى هاهُنَا - ويشير إِلَى صدره ثلاث مرات- بحَسْب امْرىءٍ مِنَ الشَّرِّ أنْ يَحقِرَ أخَاهُ المُسْلِمَ، كُلُّ المُسْلم عَلَى المُسْلم حَرَامٌ، دَمُهُ ومَالُهُ وعرْضُهُ.“

„النَّجْشُ.“: أنْ يزيدَ في ثَمَنِ سلْعَة يُنَادَى عَلَيْهَا في السُّوقِ وَنَحْوه، وَلاَ رَغْبَةَ لَهُ في شرَائهَا بَلْ يَقْصدُ أنْ يَغُرَّ غَيْرَهُ، وهَذَا حَرَامٌ.

وَ“التَّدَابُرُ.“: أنْ يُعْرضَ عَنِ الإنْسَان ويَهْجُرَهُ وَيَجْعَلهُ كَالشَيءِ الَّذِي وَرَاء الظَّهْر وَالدُّبُر.

Der Gesandte Allahs sagte:

„Ihr dürft euch gegenseitig nicht hassen und (einander beim Handel) nicht überbieten! Hasst einander nicht, beneidet einander nicht, kehrt euch nicht den Rücken zu, brecht den Kontakt zueinander nicht ab, unterbietet einander nicht (beim Kauf), und seid Diener Allahs, die einander Brüder sind! Ein Muslim ist der Bruder jedes Muslims, fügt ihm kein Unrecht zu, verachtet ihn nicht und lässt ihn nicht im Stich. Die Taqwa (Gottesfurcht) ist hier (im Herzen).“ Dabei zeigte er dreimal auf seine Brust. „Es ist schlimm genug, wenn jemand seinen muslimischen Bruder verächtlich behandelt. Blut, Besitz und Ehre eines jeden Muslims sind für einen anderen Muslim verboten (haram).“

Wenn man mit vielen Menschen in einer Stadt oder in einem Dorf wohnt oder mit anderen studiert oder arbeitet, wird es vorkommen, dass man nicht immer gleicher Meinung ist oder nicht jeder wird sich bestens verhalten. Das alles ist aber kein Grund, andere zu hassen, zu beneiden, ihnen den Rücken zu kehren oder den Kontakt zueinander abzubrechen.

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „انْصُرْ أخَاكَ ظَالماً أَوْ مَظْلُوماً.“ فَقَالَ رجل: يَا رَسُول اللهِ، أنْصُرُهُ إِذَا كَانَ مَظْلُوماً، أرَأيْتَ إنْ كَانَ ظَالِماً كَيْفَ أنْصُرُهُ؟ قَالَ: „تحْجُزُهُ – أَوْ تمْنَعُهُ – مِنَ الظُلْمِ فَإِنَّ ذلِكَ نَصرُهُ.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Hilf deinem Bruder, ob er ein Unterdrücker ist oder unterdrückt wird.“ Da fragte ein Mann: „O Gesandter Allahs, ich helfe ihm, wenn er unterdrückt wird; aber wie kann ich ihm denn helfen, wenn er ein Unterdrücker ist?“ Er sagte: „Indem du ihn daran hinderst, Unrecht zu tun. Das ist wahrlich eine Hilfe für ihn.“

Die Gefährten des Prophetenwaren zuerst überrascht und haben es nicht richtig verstanden, wie es sein kann, dass der Prophet sagt: „Hilf deinem Bruder, ob er ein Unterdrücker ist oder unterdrückt wird.“

Deswegen fragte ein Mann: „O Gesandter Allahs, ich helfe ihm, wenn er unterdrückt wird.“ Das ist ja klar, wenn jemand unterdrückt wird, ist die Aufgabe eines Muslims zu helfen. Aber wie kann es sein, dass jemand einem anderen hilft, der ein Unterdrücker ist? Hier sagt der Prophet der Barmherzigkeit: „Indem du ihn daran hinderst, Unrecht zu tun. Das ist wahrlich eine Hilfe für ihn.“

Das heißt, du solltest es nicht zulassen, dass jemand Unrecht tut, indem du ihn daran hinderst, ihm einen Ratschlag gibst oder ihn warnst, dass er einen Fehler macht.

Da gibt es viele Wege, das Unrecht nicht zuzulassen.

In diesem Fall hat man auch den Unterdrücker geholfen, damit er nicht die Sünde des Unrechts trägt.


 Die Güte und das Mitgefühl mit den Waisen, Schwachen und Armen

قَالَ الله تَعَالَى: ) وَاخْفِضْ جَنَاحَكَ لِلْمُؤْمِنِينَ ( [الحجر: 88 ] وَقالَ تَعَالَى: ) وَاصْبِرْ نَفْسَكَ مَعَ الَّذِينَ يَدْعُونَ رَبَّهُمْ بِالْغَدَاةِ وَالْعَشِيِّ يُرِيدُونَ وَجْهَهُ وَلا تَعْدُ عَيْنَاكَ عَنْهُمْ تُرِيدُ زِينَةَ الْحَيَاةِ الدُّنْيَا ( [الكهف: 28 ]، وَقالَ تَعَالَى: ) فَأَمَّا الْيَتِيمَ فَلا تَقْهَرْ وَأَمَّا السَّائِلَ فَلا تَنْهَرْ ( [الضحى: 9-10 ]

Allah, der Erhabene, sagt:

„… und senke deinen Flügel auf die Gläubigen …“ (15:88)

„… und gedulde dich zusammen mit denjenigen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen – im Trachten nach seinem Wohlgefallen; und lass deine Blicke nicht über sie hinauswandern, indem du nach dem Schmuck des irdischen Lebens trachtest …“ (18:28)

„… darum unterdrücke nicht die Waise, und fahre nicht den Bettler an …“ (93:9-10)

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „أَنَا وَكَافلُ اليَتِيمِ في الجَنَّةِ هَكَذا.“ وَأَشارَ بالسَّبَّابَةِ وَالوُسْطَى، وَفَرَّجَ بَيْنَهُمَا..

و“كَافلُ اليَتيم.“: القَ‍ائِمُ بِأمُوره.

Der Gesandte Allahs sagte:

„Ich und derjenige, der für Waisen (elternlose Kinder) sorgt, werden im Paradies so (nebeneinander) sein“, und er legte Zeige- und Mittelfinger zusammen.

Sich um die Waisen zu kümmern, ist Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Diese Kinder haben Vater oder Mutter, die wertvollsten Menschen in ihrem Leben, verloren, und sie brauchen nicht nur Nahrung oder Kleidung, sondern viel Liebe, Aufmerksamkeit und Zuneigung. Sie brauchen eine Zukunft …

عن النَّبيّ ﷺ، قَالَ: „مَنْ عَالَ([19]) جَارِيَتَيْن حَتَّى تَبْلُغَا جَاءَ يَوْمَ القِيَامَةِ أنَا وَهُوَ كَهَاتَيْنِ.“ وضَمَّ أصَابِعَهُ.

„جَارِيَتَيْنِ.“ أيْ: بنتين.

Der Prophet sagte:

„Wenn jemand zwei Mädchen großzieht, bis sie das Reifealter erreicht haben, so werden ich und er am Tage der Auferstehung wie diese beiden (Finger sein).“ Dabei legte er seine beiden Finger zusammen.

In der Jahiliyya-Zeit, jener Zeit vor dem Islam, haben die Völker in Arabien und im heutigen Europa die Frauen und Mädchen sehr brutal behandelt. Der Prophet hat den großen Lohn erwähnt, für diejenigen, die für Mädchen sorgen und als die Vollkommensten im Glauben und die Besten unter euch bezeichnet, die am besten zu ihren Ehefrauen sind.

عن عائشة رضي الله عنها، قَالَتْ: دَخَلَتْ عَلَيَّ امْرَأةٌ وَمَعَهَا ابنتان لَهَا، تَسْأَلُ فَلَمْ تَجِدْ عِنْدِي شَيئاً غَيْرَ تَمْرَةٍ وَاحدَةٍ، فَأعْطَيْتُهَا إيَّاهَا فَقَسَمَتْهَا بَيْنَ ابْنَتَيْها ولَمْ تَأكُلْ مِنْهَا، ثُمَّ قَامَتْ فَخَرجَتْ، فَدَخَلَ النَّبيُّ ﷺ عَلَينَا، فَأخْبَرْتُهُ فَقَالَ: „مَنِ ابْتُليَ مِنْ هذِهِ البَنَاتِ بِشَيءٍ فَأحْسَنَ إلَيْهِنَّ، كُنَّ لَهُ سِتراً مِنَ النَّارِ.“

Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben – berichtete: „Eine Frau kam zu mir. Bei ihr waren zwei ihrer Töchter, und sie bat mich um etwas. Ich besaß nichts außer einer einzigen Dattel, die ich ihr gab. Sie teilte sie unter ihren beiden Töchtern auf und aß selbst nichts davon. Danach stand sie auf und ging. Der Prophet kam, und ich erzählte ihm davon. Er sagte: ‚Wer mit diesen Töchtern geprüft wird und sie gut behandelt, für den werden sie ein Schutz vor dem Feuer sein.‘“

In diesem Hadith lernen, wir, dass wenig auch viel sein kann.

Es war nur eine Dattel, die Aischa dieser armen Frau gab. Doch das war alles, was sie besaß. Hier sieht man die Barmherzigkeit unserer Mütter und wir sollen nicht vergessen, was die Eltern alles für uns tun, damit wir glücklich sind.

Dann lernen wir die große Belohnung für diejenigen, die sich bestens um ihre Töchter kümmern …


 Die gute Behandlung der Frauen

قَالَ الله تَعَالَى: ) وَعَاشِرُوهُنَّ بِالْمَعْرُوف ( [النساء:19 ]

Allah, der Erhabene, sagt:

„… und lebt mit ihnen in gütlicher ehelicher Gemeinschaft.“ (4:19)

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „اسْتَوْصُوا بالنِّساءِ خَيْراً ...

Der Gesandte Allahs sagte:

„Behandelt die Frauen gut …“

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „لاَ يَفْرَكْ مُؤْمِنٌ مُؤْمِنَةً إنْ كَرِهَ مِنْهَا خُلُقاً رَضِيَ مِنْهَا آخَرَ)، أَوْ قَالَ: „غَيْرَهُ.“

وقولُهُ: „يَفْرَكْ.“: يُبْغِضُ، يقالُ: فَرِكَتِ المَرأةُ زَوْجَهَا، وَفَرِكَهَا زَوْجُهَا: أيْ أبْغَضَهَا

Der Gesandte Allahs sagte:

„Ein gläubiger Ehemann hasst nie seine gläubige Frau, denn auch wenn er eine Angewohnheit von ihr hasst, so wird ihm doch eine andere Angewohnheit von ihr gefallen.“

Der Prophet lehrt uns: Wenn die Ehefrau eine Eigenschaft hat, die ihrem Ehemann nicht gefällt, dann soll er ihre guten Eigenschaften aufzählen, und er wird sehen, dass diese zahlreich sind.

Wenn man in der Familie Frieden zwischen zwei Eheleuten stiften will, kann man sie darum bitten, an die vielen gute Eigenschaften voneinander zu denken. Da werden sie überrascht sein, wie gut der andere ist und so kann es viel mehr Toleranz geben und Streitigkeiten friedlich beendet werden.

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „أكْمَلُ المُؤمِنِينَ إيمَاناً أحْسَنُهُمْ خُلُقاً، وخِيَارُكُمْ خياركم لِنِسَائِهِمْ.“

Der Prophet sagte:

„Die Vollkommensten im Glauben sind die mit einem vorzüglichem Benehmen, und die Besten unter euch sind jene, die am besten zu ihren Ehefrauen sind.“

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „الدُّنْيَا مَتَاعٌ، وَخَيرُ مَتَاعِهَا المَرْأَةُ الصَّالِحَةُ.“

Der Gesandte Allahs sagte: „Das Diesseits ist ein (vorübergehender) Genuss. Der beste Genuss ist eine rechtschaffene Ehefrau.“

Der Prophetsagt, dass die Besten im Glauben die sind, die einen vorzüglichen Charakter haben und besonders jene Männer, die gut zu ihren Ehefrauen sind. Wie wir in zahlreichen authentischen Hadithen lesen, ist der Prophet der freundlichste Ehemann und damit das beste Vorbild gewesen. Er hat die Frauenfeindlichkeit in der Zeit der Unwissenheit bekämpft. Man sieht heute überall auf der Welt, wie vorbildlich die praktizierenden Muslime ihre Ehefrauen behandeln. Doch es gibt leider viele nicht praktizierende Muslime oder Traditionsmuslime, die nur dem Namen nach Muslime sind und vom Islam keine Ahnung haben, und ihre Frauen, Töchter, Schwestern und Mütter schlecht behandeln.

Eine rechtschaffene Ehefrau oder ein rechtschaffener Ehemann versüßt das Leben und es herrscht Ruhe und Harmonie für beide und für die Kinder, und die ganze Gesellschaft profitiert von so seiner stabilen Familie.

 Das Recht des Nachbarn und seine gute Behandlung

قَالَ الله تَعَالَى: ) وَاعْبُدُوا اللهَ وَلا تُشْرِكُوا بِهِ شَيْئاً وَبِالْوَالِدَيْنِ إِحْسَاناً وَبِذِي الْقُرْبَى وَالْيَتَامَى وَالْمَسَاكِينِ وَالْجَارِ ذِي الْقُرْبَى وَالْجَارِ الْجُنُبِ وَالصَّاحِبِ بِالْجَنْبِ وَابْنِ السَّبِيلِ وَمَا مَلَكَتْ أَيْمَانُكُمْ ( [النساء: 36 ].

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und dient Allah und setzt Ihm nichts zur Seite; und seid gut zu den Eltern und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, den Nachbarn, sei er verwandt oder aus der Fremde, dem Begleiter an der Seite, dem Sohn des Weges.“ (4:36)

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „مَا زَالَ جِبْريلُ يُوصِيني بِالجَارِ حَتَّى ظَنَنْتُ أنَّهُ سَيُورِّثُهُ.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Gabriel (der Engel) hat mir die gute Behandlung des Nachbarn so lange empfohlen, bis ich fast dachte, dass er ihn für erbberechtigt erklären würde.“

عن أَبي ذر رضي الله عنه، قَالَ: قَالَ رَسُول الله ﷺ: „يَا أَبَا ذَرٍّ، إِذَا طَبَخْتَ مَرَقَةً، فَأكثِرْ مَاءهَا، وَتَعَاهَدْ جيرَانَكَ.“

وفي رواية قَالَ: إنّ خليلي ﷺ أوْصَاني: „إِذَا طَبَخْتَ مَرَقَاً فَأكْثِرْ مَاءها، ثُمَّ انْظُرْ أهْلَ بَيْتٍ مِنْ جِيرَانِكَ، فَأصِبْهُمْ مِنْهَا بِمعرُوفٍ.“.

Abu Dharr – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Der Gesandte Allahs sagte:

‚O Abu Dharr! Wenn du eine Suppe kochst, nimm mehr Wasser und denke an deinen Nachbarn.‘“

Einer anderen Überlieferung von Abu Dharr zufolge heißt es: „Mein Freund (der Prophet ) hat mir empfohlen: ‚Wenn du eine Suppe kochst, gieß mehr Wasser hinein, dann schau, wie es der Familie deines Nachbarn geht, und gib ihnen etwas davon.‘“

عن أَبي هريرة رضي الله عنه: أن النَّبيّ ﷺ، قَالَ: „واللهِ لاَ يُؤْمِنُ، وَاللهِ لاَ يُؤْمِنُ، وَاللهِ لاَ يُؤْمِنُ !.“ قِيلَ: مَنْ يَا رَسُول الله؟ قَالَ: „الَّذِي لاَ يَأمَنُ جَارُهُ بَوَائِقَهُ !.“

وفي رواية لمسلم: „لا يَدْخُلُ الجَنَّةَ مَنْ لاَ يَأمَنُ جَارُهُ بَوَائِقَهُ.“.

„البَوَائِقُ.“: الغَوَائِلُ والشُّرُورُ.

Der Prophet sagte:

„Bei Allah, er glaubt nicht! Bei Allah, er glaubt nicht! Bei Allah, er glaubt nicht.“ Man fragte: „Wer, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Der, vor dessen Bosheit sein Nachbar keine Ruhe hat.“

Und in Muslims Überlieferung heißt es: „Derjenige wird nicht ins Paradies gehen, dessen Nachbar vor seiner Bosheit keine Ruhe hat.“

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „مَنْ كَانَ يُؤْمِنُ بالله وَاليَومِ الآخرِ، فَلاَ يُؤْذِ جَارَهُ، وَمَنْ كَانَ يُؤْمِنُ باللهِ وَاليَومِ الآخِرِ، فَلْيُكْرِمْ ضَيْفَهُ، وَمَنْ كَانَ يُؤْمِنُ باللهِ وَاليَومِ الآخِرِ، فَلْيَقُلْ خَيْراً أَوْ لِيَسْكُتْ.“

Der Prophet sagte:

„Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Nachbarn nicht schaden, und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinem Gast Ehre (Gastfreundschaft, Großzügigkeit) erweisen. Und wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“

Nach dem der Engel Gabriel dem Propheten so eindrücklich die gute Behandlung des Nachbarn empfohlen hatte, dachte er beinahe, dieser wäre wie die Verwandten und könne einen auch beerben.

In vielen anderen Hadithen und auch im Koran lernen wir immer wieder, wie vorzüglich die Muslime einen Nachbarn zu behandeln haben. Die Freundlichkeit und das vorbildliche Benehmen gegenüber dem Nachbarn gehört zu den selbstverständlichen Eigenschaften der Muslime. Man hört heutzutage über die nicht praktizierenden Muslime oft, dass sie nicht auf dieses Benehmen achten und die Nachbarn ganz unterschiedlich behandeln.

Wir lernen in diesen Hadithen auch, dass die beste Behandlung der Nachbarn und der Gäste mit dem Glauben zu tun hat …


 Güte den Eltern gegenüber und das

 Bewahren der Verwandtschaftsbeziehungen

قَالَ الله تَعَالَى: ) وَاعْبُدُوا اللهَ وَلا تُشْرِكُوا بِهِ شَيْئاً وَبِالْوَالِدَيْنِ إِحْسَاناً وَبِذِي الْقُرْبَى وَالْيَتَامَى وَالْمَسَاكِينِ وَالْجَارِ ذِي الْقُرْبَى وَالْجَارِ الْجُنُبِ وَالصَّاحِبِ بِالْجَنْبِ وَابْنِ السَّبِيلِ وَمَا مَلَكَتْ أَيْمَانُكُمْ ( [النساء: 36 ]، وَقالَ تَعَالَى: ) وَاتَّقُوا اللهَ الَّذِي تَسَاءلُونَ بِهِ وَالأَرْحَام ( [النساء: 1 ]، وَقالَ تَعَالَى: )وَالَّذِينَ يَصِلُونَ مَا أَمَرَ اللهُ بِهِ أَنْ يُوصَلَ ( [الرعد: 21 ]، وَقالَ تَعَالَى: ) وَوَصَّيْنَا الأِنْسَانَ بِوَالِدَيْهِ حُسْناً ( [العنكبوت: 8 ]، وَقالَ تَعَالَى: ) وَقَضَى رَبُّكَ أَلاَّ تَعْبُدُوا إِلاَّ إِيَّاهُ وَبِالْوَالِدَيْنِ إِحْسَاناً إِمَّا يَبْلُغَنَّ عِنْدَكَ الْكِبَرَ أَحَدُهُمَا أَوْ كِلاهُمَا فَلا تَقُلْ لَهُمَا أُفٍّ وَلا تَنْهَرْهُمَا وَقُلْ لَهُمَا قَوْلاً كَرِيماً وَاخْفِضْ لَهُمَا جَنَاحَ الذُّلِّ مِنَ الرَّحْمَةِ وَقُلْ رَبِّ ارْحَمْهُمَا كَمَا رَبَّيَانِي صَغِيراً ( [الإسراء: 23 - 24 ]، وَقالَ تَعَالَى: ) وَوَصَّيْنَا الأِنْسَانَ بِوَالِدَيْهِ حَمَلَتْهُ أُمُّهُ وَهْناً عَلَى وَهْنٍ وَفِصَالُهُ فِي عَامَيْنِ أَنِ اشْكُرْ لِي وَلِوَالِدَيْك ( [لقمان: 14 ].

Allah, der Erhabene sagt:

„… und fürchtet Allah, in dessen Namen ihr einander bittet, sowie (im Namen eurer) Blutsverwandtschaft …“ (4:1)

„… und es sind jene, welche verbinden, was Allah zu verbinden geboten hat …“ (13: 21)

„… und wir haben dem Menschen anbefohlen, seinen Eltern Gutes zu tun …“ (29:8)

„… und dein Herr hat befohlen: „Verehrt keinen außer Ihm, und (erweist) den Eltern Güte. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dann nicht ‚Pfui!‘ zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise. Und senke für sie in Barmherzigkeit den Flügel der Demut und Sprich: ‚Mein Herr, erbarme dich ihrer (ebenso mitleidig), wie sie mich als Kleines aufgezogen haben.‘“ (17:23-24)

„… und wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen – seine Mutter trug ihn in Schwäche über Schwäche, und seine Entwöhnung erfordert zwei Jahre –: ‚Sei mir und deinen Eltern dankbar ...‘“ (31:14)


عن ابي هريرة قَالَ: جاء رجل إِلَى رَسُول الله ﷺ، فَقَالَ: يَا رَسُول الله، مَنْ أحَقُّ النَّاسِ بِحُسْنِ صَحَابَتِي؟ قَالَ: „أُمُّكَ.“ قَالَ: ثُمَّ مَنْ؟ قَالَ: „أُمُّكَ.“، قَالَ: ثُمَّ مَنْ؟ قَالَ: „أُمُّكَ.“، قَالَ: ثُمَّ مَنْ؟ قَالَ: „أبُوكَ.“

Abu Huraira berichtete: Ein Mann kam zum Gesandten Allahsund fragte: „O Gesandter Allahs, wer von den Leuten hat das Recht, von mir gut behandelt zu werden?“ Er antwortete: „Deine Mutter.“

Der Mann fragte: „Und wer dann?“ Er sagte: „Deine Mutter.“

Der Mann fragte: „Und wer dann?“

Er antwortete: „Deine Mutter.“

Der Mann fragte: „Und wer dann?“ Er sagte: „Dein Vater.“

Dreimal fragte der Mann, wer am meisten die gute Behandlung verdient, dreimal hintereinander sagte der Gesandte Allahs: „Deine Mutter“, und erst dann nannte er den Vater.

Die vorzügliche Behandlung der Mutter hat besonderen Platz im Islam und die Eltern sind einer der vielen Wege, um Rangstufen im Paradies zu erhalten.

Aber diejenigen, die ihre Eltern schlecht behandeln, haben schlechte Chancen und müssen es bereuen und wiedergutmachen.

قَالَ النَّبيّ ﷺ: „لَيْسَ الوَاصِلُ بِالمُكَافِىء، وَلكِنَّ الوَاصِلَ الَّذِي إِذَا قَطَعَتْ رَحِمُهُ وَصَلَهَا.“.

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Nicht derjenige, der das Gleiche zurückerhält, pflegt die Verwandtschaftsbeziehung, sondern derjenige, der seine Verwandtschaftsbeziehung pflegt, obwohl die Verwandten nicht das Gleiche tun.“

Das heißt, die meisten würden die Verwandtschaftsbeziehungen pflegen, wenn die Verwandten das Gleiche tun. Das ist aber nichts Besonderes. Das Besondere ist, wenn man auch solche Verwandtschaftsbeziehungen pflegt, wo das nicht so einfach ist.

Wenn deine Geschwister oder Tanten weit weg wohnen und dich nicht besuchen, du aber die Möglichkeit hast oder aber der oder die Freundlichere bist und die Belohnung von Allah möchtest, dann wirst du nicht kleinlich sein und sagen, weil sie dich nicht besuchen, wirst du das auch nicht tun.

قَالَ رَسُول الله ﷺ: „جَعَلَ الله الرَّحْمَةَ مِئَةَ جُزْءٍ، فَأمْسَكَ عِنْدَهُ تِسْعَةً وَتِسْعِينَ، وَأنْزَلَ في الأرْضِ جُزْءاً وَاحِداً، فَمِنْ ذلِكَ الجُزءِ يَتَرَاحَمُ الخَلائِقُ، حَتَّى تَرْفَعَ الدَّابّةُ حَافِرهَا عَنْ وَلَدِهَا خَشْيَةَ أنْ تُصِيبَهُ.“.

Der Gesandte Allahs sagte:

„Allah hat die Barmherzigkeit in hundert Teile geteilt und davon neunundneunzig bei Sich aufbewahrt. Zur Erde hat Er (nur) einen Teil hinabgesandt. Mit dem Teil erbarmt sich die Schöpfung einander, sodass sogar das Reittier seinen Huf über sein Junges hält, aus Furcht, es könnte ihm etwas passieren.“

Der Prophetlehrt uns, wie sehr Allah barmherzig ist.

In einem andere Hadith, als er von einer Mutter erzählte, die ihr vermisstes Kind wiedergefunden hatte und es umarmte, erwähnte der Prophet, dass Allah viel barmherziger ist als diese Frau.

 Verbindung zwischen Gottesfurcht und Hoffnung (auf Allah)

قَالَ رسول الله ﷺ: (الجَنَّةُ أقْرَبُ إِلى أحَدِكُمْ مِنْ شِرَاكِ نَعْلِهِ، وَالنَّارُ مِثْلُ ذلك)

Der Gesandte Allahs sagte:

„Das Paradies ist jedem von euch näher als sein Schnürsenkel, und die Hölle ebenso.“

In diesem Hadith lernen wir, wie nah wir dem Paradies sein können und auch, wenn wir nicht das tun, was uns ins Paradies bringt, wie nah wir dann der Hölle sind.

 قَالَ رسول الله ﷺ: (مَنْ أصْبَحَ مِنْكُمْ آمِناً في سربِهِ، مُعَافَىً في جَسَدِهِ، عِنْدَهُ قُوتُ يَوْمِهِ، فَكَأنَّمَا حِيزَتْ لَهُ الدُّنْيَا بِحَذَافِيرِهَا)

Der Gesandte Allahs sagte:

„Wer von euch aufsteht, in seinem Leben sicher ist, körperlich gesund ist und den Lebensunterhalt für seinen Tag hat, für den ist es, als gehöre ihm die ganze Welt.“

Hier geht es um Zufriedenheit. Wenn man in Frieden leben kann, gesund ist und das Essen für den Tag hat, dann ist es so, als ob man ein König wäre.

قَالَ رسولَ الله ﷺ: „مَا مَلأَ آدَمِيٌّ وِعَاء شَرّاً مِنْ بَطْنٍ، بِحَسْبِ ابنِ آدَمَ أُكُلاَتٌ يُقِمْنَ صُلْبَهُ، فإنْ كانَ لا مَحالةَ فثُلُثٌ لِطَعَامِهِ، وَثُلُثٌ لِشَرابِهِ، وَثُلُثٌ لِنَفَسه“.

„أكُلاَتٌ.“ أيْ: لُقَمٌ.

Der Gesandte Allahs sagte:

„Der Mensch füllt keinen schlimmeren Behälter als seinen Bauch. Einige Bissen reichen dem Sohn Adams, um sein Rückgrat gerade zu halten. Wenn es aber unbedingt sein muss, dann: ein Drittel (des Platzes im Magen) für sein Essen, ein Drittel für sein Trinken und ein Drittel für seinen Atem.“

In diesem Hadith geht es vor allem um die Gesundheit.

Ein Arzt sagte: „Wenn die Menschen diese Worte befolgen, würden sie zahlreiche Krankheiten vermeiden und dann brauchte man kaum Krankenhäuser und Apotheken.“

Im Hadith heißt es: Einige Bissen genügen dem Menschen für seine Ernährung, seine Stärke und Gesundheit. Es reicht also höchstens ein Drittel des Magens, um es mit Essen zu füllen, ein Drittel für das Trinken und ein Drittel sollte leer gelassen werden, um atmen und denken zu können. Sonst ist der Körper schwer, man möchte viel schlafen und denkt nicht viel.

Wer sich beherrscht und weniger isst, der wird in vielen Situationen der Stärkere sein.

Im Deutschen sagt man: „Ein voller Bauch studiert nicht gern. Im Arabischen sagt man: „Weisheit ist nicht bei jemandem, dessen Magen voll ist.“

قَالَ رسول الله ﷺ: „ مَا نَقَصَتْ صَدَقَةٌ مِنْ مَال، وَمَا زَادَ اللهُ عَبْداً بِعَفْوٍ إِلاَّ عِزّاً، وَمَا تَواضَعَ أحَدٌ لله إِلاَّ رَفَعَهُ اللهُ.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Sadaqa hat noch keinen Besitz verringert. Wenn der Diener verzeiht, wird Allah sein Ansehen steigern, und wer um Allahs willen bescheiden ist, den wird Allah, der Allmächtige und Erhabene, erheben.“

Die meisten Menschen haben Angst, sie würden arm, wenn sie bedürftigen Menschen helfen, doch Allah legt gerade Segen in den Besitz, wenn man viel davon abgibt.

Wenn man verzeiht, ist keine Erniedrigung oder Schwäche, wie manche denken – im Gegenteil, denn das Ansehen wird mehr und derjenige, der vergibt, verdient mehr Respekt. Auch die Bescheidenheit liebt Allah.

سُئِلَتْ عائشةُ رضي الله عنها مَا كَانَ النَّبيُّ ﷺ يَصْنَعُ فِي بَيْتِهِ؟ قالت: كَانَ يَكُون في مِهْنَةِ أهْلِهِ – يعني: خِدمَة أهلِه – فإذا حَضَرَتِ الصَّلاَةُ، خَرَجَ إِلَى الصَّلاَةِ

Man fragte Aischa – möge Allah Wohlgefallen an ihr haben –: „Was hat der Prophet in seinem Zuhause eigentlich gemacht?“ Sie sagte. „Er half stets seiner Familie, und wenn die Zeit zum Gebet kam, ging er hinaus.“


 Gutes Benehmen

Allah, der Erhabene, sagt:

„Und du verfügst wahrlich über großartige Tugendeigenschaften.“ (68:4) „Die da spenden in Freud und Leid und den Groll unterdrücken und den Menschen vergeben. […](3:134)

عن عبد الله بن عمرو بن العاص رضي الله عنهما، قَالَ: لَمْ يكن رسولُ الله ﷺ فَاحِشاً وَلاَ مُتَفَحِّشاً، وكان يَقُولُ: „إنَّ مِنْ خِيَارِكُمْ أحْسَنَكُمْ أخْلاَقاً.“

Abdullah Bin ’Amr Bin Al-’As – möge Allah Wohlgefallen an ihm und seinem Vater haben – sagte: „Der Gesandte Allahs – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – war nie unanständig oder unverschämt. Und er – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte stets: ‚Wahrlich, die Besten von euch sind die mit dem besten Benehmen.‘“

قَالَ النبي ﷺ: „مَا مِنْ شَيْءٍ أثْقَلُ في مِيزَانِ العبدِ المُؤْمِنِ يَوْمَ القِيَامَةِ مِنْ حُسْنِ الخُلُقِ، وَإنَّ الله يُبْغِضُ الفَاحِشَ البَذِيَّ.“

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Am Tage der Auferstehung wiegt nichts schwerer in der Waagschale des Gläubigen als gutes Benehmen. Allah verabscheut den Unverschämten und Schamlosen.“

Das ist eine gute Nachricht, dass nichts schwerer in der Waagschale des Gläubigen wiegt als gutes Benehmen. Der Prophet erwähnt dies auch in einem anderen Hadith, in dem er sagt, dass vor allem gutes Benehmen die Menschen ins Paradies bringt.


 Der gerechte Machthaber

قَالَ الله تَعَالَى: ] إنَّ اللهَ يَأمُرُ بِالعَدْلِ وَالإِحْسَانِ [ [النحل: 90 ] الآية، وقال تَعَالَى: ] وَأَقْسِطُوا إنَّ اللهَ يُحِبُّ الْمُقْسِطِينَ [ [الحجرات: 9 ].

Allah, der Erhabene, sagt:

„Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun …“ (16:90)

„… so stiftet in Gerechtigkeit Frieden zwischen ihnen und seid gerecht. Wahrlich, Allah liebt die Gerechten.“ (49:9)

قَالَ النبيِّ ﷺ: „سَبْعَةٌ يُظِلُّهُمُ الله في ظِلِّهِ يَوْمَ لاَ ظِلَّ إِلاَّ ظِلُّهُ: إِمَامٌ عادِلٌ، وَشَابٌ نَشَأ في عِبادة الله تَعَالَى، وَرَجُلٌ قَلْبُهُ مُعَلَّقٌ في المَسَاجِدِ، وَرَجُلانِ تَحَابَّا في اللهِ اجتَمَعَا عَلَيْهِ، وَتَفَرَّقَا عَلَيْهِ، وَرَجُلٌ دَعَتْهُ امْرَأةٌ ذاتُ مَنْصِبٍ وجَمالٍ، فَقَالَ: إنّي أخافُ اللهَ، وَرَجُلٌ تَصَدَّقَ بِصَدَقَةٍ فَأخْفَاهَا حَتَّى لاَ تَعْلَمَ شِمَالُهُ مَا تُنْفِقُ يَمِينُهُ، وَرَجُلٌ ذَكَرَ الله خَالِياً فَفَاضَتْ عَيْنَاهُ.“

Der Prophet – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte:

„Sieben wird Allah am Tag, an dem es keinen Schatten gibt außer Seinem Schutzschatten unter seinen Schutzschatten stellen: einen gerechten Herrscher; einen jungen Mann (bzw. eine junge Frau), der seine Jugend mit der Anbetung Allahs, des Erhabenen, verbrachte; jemanden, dessen Herz mit der Moschee verbunden ist; zwei Menschen, die sich um Allahs willen lieben, deswegen zusammenkamen und wieder auseinandergingen; einen Mann, der von einer hochrangigen und schönen Frau zur Sünde gerufen wird (dem aber nicht Folge leistet) und sagt: ‚Ich fürchte Allah‘; jemanden, der die Sadaqa (den Armen) im Verborgenen gibt, auf eine Weise, dass seine linke Hand nicht weiß, was seine Rechte gibt, und einen Menschen, der alleine ist und sich an Allah erinnert, so dass aus seinen Augen Tränen fließen.“

 Sadaqa für den Verstorbenen zu geben und Bittgebete für ihn zu sprechen

قَالَ رسول الله ﷺ: „إِذَا مَاتَ الإنْسَانُ انْقَطَعَ عَمَلُهُ إِلاَّ مِنْ ثَلاثٍ: صَدَقةٍ جَاريَةٍ، أَوْ عِلْمٍ يُنْتَفَعُ بِهِ، أَوْ وَلَدٍ صَالِحٍ يَدْعُو لَهُ.“

Der Gesandte Allahs sagte:

„Wenn der Mensch gestorben ist, hören seine Werke auf, außer drei: andauernde Wohltätigkeit, Wissen, das anderen Nutzen bringt und rechtschaffene Nachkommen, die Bittgebete für ihn sprechen.“

Das heißt, solange man am Leben ist, kann man für seine Akhira (Jenseits) vieles tun, doch wenn man gestorben ist, dann ist es vorbei.

Jedoch ist das nicht so, wenn man sich langjährig für wohltätige Projekte eingesetzt hat, zum Beispiel ein Waisenhaus gebaut hat, eine Schule oder ein Krankenhaus für Bedürftige, wovon die Leute nach deinem Tod immer noch profitieren. Dann bekommst du Hassanat nachträglich.

Oder wenn du nützliches Wissen verbreitet hast, zum Beispiel jemandem dieses oder ein anderes Buch geschenkt hast oder sein Studium finanziert. Nachdem du gestorben bist, kann sich jemand also weiter Wissen aneignen und du bekommst Hassanat.

Oder du gibst dir Mühe, mit deinen Kindern und hast rechtschaffene Nachkommen, die Bittgebete für dich sprechen. Das alles kann dir helfen, obwohl du selber gestorben bist, und nichts für dich selbst tun kannst.

عن أَبي سعيد الخدري، قَالَ: بَيْنَمَا نَحْنُ في سَفَرٍ إذْ جَاءَ رَجُلٌ عَلَى رَاحِلَةٍ لَهُ، فَجَعَلَ يَصْرِفُ بَصَرَهُ يَمِيناً وَشِمَالاً، فَقَالَ رسولُ الله ﷺ: „ مَنْ كَانَ مَعَهُ فَضْلُ ظَهْرٍ فَلْيَعُدْ بِهِ عَلَى مَنْ لاَ ظَهْرَ لَهُ، وَمَنْ كَانَ لَهُ فَضْلُ زَادٍ فَلْيَعُدْ بِهِ عَلَى مَنْ لاَ زَادَ لَهُ.“، فَذَكَرَ مِنْ أصْنَافِ المَالِ مَا ذَكَرَهُ، حَتَّى رَأيْنَا، أنَّهُ لاَ حَقَّ لأَحَدٍ مِنَّا فِي فَضْلٍ.

Abu Sa’id Al-Chudri – möge Allah Wohlgefallen an ihm haben – berichtete: „Als wir auf einer Reise waren, begegneten wir einem Mann auf seinem Reittier, der nach links und rechts schaute. Da sagte der Gesandte Allahs : ‚Wenn jemand einen Rücken (ein Reittier, heute auch ein Auto oder ähnliches) übrig hat, soll er ihn dem geben, der keinen hat, und wer von euch Essen übrig hat, soll es dem geben, der keins hat.‘“

Abu Sa’id Al-Chudri sagte weiter: „Der Prophet erwähnte noch verschiedene weitere Arten von Vermögen, bis wir erkannten, dass niemand von uns das Recht auf Überfluss besitzt.“

In diesem Hadith lernt ein Muslim, wie kurz er mit anderen Menschen gekommen ist, wenn er Gegenstände hat, die er nicht braucht und diese aufbewahrt und nicht spendet …

قَالَ رسول الله ﷺ: „مَنْ يُرِدِ اللهُ بِهِ خَيْراً يُفَقِّهْهُ في الدِّينِ.“.

Der Gesandte Allahs sagte: „Wem Allah Gutes will, den lässt er in der Religion Fiqh gewinnen.“[20]

قَالَ رسول الله ﷺ: „وَمَنْ سَلَكَ طَرِيقاً يَلْتَمِسُ فِيهِ عِلْماً، سَهَّلَ اللهُ لَهُ طَرِيقاً إِلَى الجَنَّةِ.“.

Der Gesandte Allahs sagte:

„Wer einen Weg einschlägt, um nach Wissen zu suchen, dem wird Allah dafür einen Weg zum Paradies ebnen.“

Sich Wissen anzueignen, gehört zum Ibada (Gottesdienst) in Islam. Daher ist die Stellung der Gelehrten sehr hoch, sodass sogar die Engel für einen, der Wissen anstrebt, Bittgebete sprechen.




[1] das heißt: Sallallahu ´alaihi wassalam = Allah segne ihn und schenke ihm Frieden.

[2] Am Anfang jedes Kapitels werden Verse aus dem Koran zitiert, die mit den Hadithen zu tun haben.

([3]) أي: يتصايحون ويبكون.

([4]) كناية عن الجماع.

([5]) الفض: الخاتم كناية عن الفرج وعذرة البكارة، وحقه التزويج المشروع.

[6] Das heißt, er sollte keine Zina begehen, sondern eine rechtmäßige Heirat vollziehen (vgl. Dalil Al-Falihin 1/84).

([7]) الفلاة: الصحراء الواسعة.

([8]) الخطام: الحبل الذي يقاد به البعير

([9]) أي: لا معبود بحق إلا الله.

[10] Iman besteht aus Aussage und Handlung sowie der Überzeugung des Herzens. Dein Iman nimmt ab und nimmt zu, wird stark und schwach. Dein Iman nimmt zu wenn du Gutes tust und nimmt wieder ab, wenn du Schlechtes tust.

([11]) الضياع: العيال.

([12]) قال المصنف في شرح صحيح مسلم 1/230 (45): „معناه لا يؤمن الإيمان التام.“.

([13]) أي علامته.

([14]) أي جعل الوعد خلافاً بأن لا يفي به، لكن لو كان عازماً على الوفاء فعرض مانع فلا إثم عليه.

([15]) الجلحاء: التي لا قرن لها

([16]) الأزد: تجمع قبائل وعمائر كثيرة في اليمن.

([17]) الرغاء: صوت الإبل. والخوار: صوت البقر. وتيعر: تصيح وصوتها اليعار.

([18]) القذف: رمي المرأة بالزنا أو ما كان في معناه

([19])أي قام عليها بالمؤنة والتربية.“.

[20] Fiqh in der Religion ist hier laut Erläuterung der Gelehrten nicht nur das Wissen allein, sondern das Wissen und dieses zu praktizieren. Deshalb warnten die Nachfolger vor zu vielen Lesern und wenigen Fuqaha’ (die sich Wissen aneignen und danach handeln).