Vom Kleriker zum Muslim Über christliche Geistliche, die den Islam angenommen haben ()

 

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           Vom Kleriker zum Muslim Über christliche Geistliche, die den Islam angenommen haben


                    1. Chaplain Yusuf Estes, ehemaliger christlicher Geschäftsmann und Prediger (USA)

Mein Name ist Yusuf Estes, früher nannten mich meine Freunde Skip. Ich habe das Christentum gepredigt und in der Unterhaltungs- und Musikindustrie gearbeitet seit ich ein Junge war in den 1950ern. Mein Vater und ich gründeten Musikgeschäfte, Fernseh- und Radioprogramme und Unterhaltungsprogramme im Freien aus Spaß und aus Profitgründen. Ich war ein ‚Musikpfarrer‘ und nutzte sogar das Ponyreiten und unterhielt die Kinder als „Skippy der Clown“.

Einst diente ich als Delegierter den religiösen Anführern der Vereinigten Nationalen Friedenskonferenz. Heute bin ich muslimischer Geistlicher (im Ruhestand) der Vereinigten Staatlichen Strafanstalten in Washington DC. Und gleichzeitig stehe ich vielen amerikanischen Muslimen bei, indem ich mit muslimischen Studenten- und Jugendorganisationen wie auch für islamische Schulen arbeite.

In dieser Funktion reise ich durch die ganze Welt um die Botschaft des Christus aus dem Quran zu unterrichten und zu verbreiten. Wir veranstalten Dialoge und führen Diskussionsgruppen mit allen Religionen und genießen die Möglichkeit überall an der Seite von Rabbinern, Pfarrern, Predigern und Priestern zu arbeiten. Manche unserer Veranstaltungen finden im Militär, andere an Universitäten und wieder andere in Gefängnissen statt. Unser primäres Ziel ist es, die korrekte Botschaft zu vermitteln und zu erziehen und den Menschen zu zeigen, wer die Muslime wirklich sind. Obwohl die Zahl der Muslime inzwischen schon so stark angewachsen ist, dass sie fast die der Christen eingeholt hat, der größten Religionsgemeinschaft der Welt, sehen wir wie viele der so genannten Muslime, die den Islam als ihre Religion angeben, den wahren Islam weder verstanden haben noch die Botschaft des Friedens, die Ergebenheit in den Willen Gottes und die Gehorsamkeit Ihm gegenüber vernünftig repräsentieren.

Wie es dazu kam: Das mag nun etwas fremd anmuten, weil wir vielleicht verschiedene Ansichten und Konzepte von Gott, Jesus, Prophetentum, der Sünde und der Erlösung vertreten. Aber sehen Sie, es gab eine Zeit, als ich im selben Boot saß, wie viele der Leute heutzutage. Tatsächlich, das tat ich. Lassen sie es mich erklären.

Ich wurde in eine sehr stark christlich geprägte Familie hineingeboren. Unsere Familie und ihre Vorfahren bauten nicht nur die Kirchen und Schulen im ganzen Land, sondern waren auch tatsächlich die Ersten, die dieses Land besiedelten. Während ich noch in der Grundschule war, zogen wir innerhalb Houston (Texas) um, das war 1949 (ich bin schon alt!). Wir gingen regelmäßig zur Kirche und ich wurde mit 12 Jahren in Pasadena (Texas) getauft. Als Teenager wollte ich dann andere Kirchen besuchen, um mehr von deren Lehren und Glauben zu lernen. Das waren unter anderem die Baptisten, die Methodisten, die Episkopalkirche, charismatische Bewegungen, die Nazarener, die Kirche von Christus, die Kirche von Gott, die Kirche von Gott in Christus, die Evangelikalen [„Good News“ / „Gospel“], die Katholiken und die Presbyterianer. Ich entwickelte eine ziemliche Leidenschaft für die Evangelikalen, oder wie wir sagen, „die frohe Botschaft“.

Meine Forschungen über Religion waren damit nicht abgeschlossen. Nicht im Geringsten. Der Hinduismus, das Judentum, der Buddhismus, die Metaphysik, oder auch der Glauben der Eingeborenen in Amerika waren alle Teil meiner Studien. Die einzige Religion, mit der ich mich nicht ernsthaft beschäftigte, war der Islam.

Musikpfarrer

Etwas anderes, wofür ich mich sehr interessierte, waren die verschiedenen Arten von Musik, besonders für Gospel und Klassische Musik. Da meine gesamte Familie religiös und musikalisch orientiert war, ergab es sich, dass auch ich meine Studien auf diesen beiden Gebieten begann. Dadurch wurde ich folglich zum Musikpfarrer in vielen der Kirchen, denen ich im Laufe der Jahre beitrat. 1960 begann ich damit, Unterricht für Tasteninstrumente zu geben und 1963 besaß ich bereits meine eigenen Studios mit dem Namen „Estes Music Studios“ in Laurel, Maryland.

Business in Texas, Oklahoma und Florida

Während der nächsten 30 Jahre arbeiteten mein Vater und ich gemeinsam an vielen Geschäftsprojekten. Wir hatten Unterhaltungsprogramme, Shows und Attraktionen. Wir eröffneten Klavier- und Orgelgeschäfte von Texas über Oklahoma bis nach Florida. Während dieser Jahre verdienten wir Millionen von Dollar, konnten jedoch nicht den inneren Frieden finden, der nur durch das Wissen über die Wahrheit entstehen kann und, indem man den wahren Plan zum Heil findet.

Ich bin sicher, Sie haben sich schon selbst eine der Fragen gestellt: „Warum hat Gott mich geschaffen?“ oder „Was erwartet Gott von mir?“ oder „Genau genommen, wer ist Gott überhaupt?“, „Warum glauben wir an die Erbsünde?“ und „Warum werden die Kinder Adams dazu gezwungen, seine Sünde zu akzeptieren und als Ergebnis davon für immer bestraft?“

Aber wenn du jemandem diese Fragen stellst, wird man dir wahrscheinlich antworten, dass du glauben sollst ohne zu fragen, oder, dass es ein „Mysterium“ ist und du nicht fragen sollst – „Habe einfach Glauben, Bruder.“

Dreifaltigkeitskonzept

Merkwürdigerweise kommt das Wort „Dreifaltigkeit“ in der Bibel nicht vor. Und für religiöse Gelehrte ist es auch erst 200 Jahre nachdem Jesus vom allmächtigen Gott zu Sich emporgehoben wurde, bedeutend geworden. Ich befragte Prediger und Pfarrer danach und bat sie, mir zu erläutern, wie man sich das vorstellen darf, das „einer“ zu „drei“ wird; oder zu Gott selbst wird, der allmächtig ist und tun kann, was ER will; und, dass dieser den Menschen nicht einfach ihre Sünden vergibt, sondern stattdessen als Mensch auf die Erde kommen musste, um dann die Sünden aller Menschen auf sich zu nehmen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass ER immer noch der Gott des gesamten Universums war und ist und das tut, was ER will, jeweils innerhalb und außerhalb des Universums, wie wir wissen. Doch sie waren niemals in der Lage diese Fragen zu beantworten, außer mit Meinungen vom Hörensagen oder mit fremdartigen Analogien.

Mein Vater – zum Pfarrer geweiht

Mein Vater war in der Unterstützung kirchlicher Aufgaben sehr aktiv, besonders in kirchlichen Schulprogrammen. Er wurde in den 1970ern zum Pfarrer geweiht. Er und seine Frau (meine Stiefmutter) kannten viele der Fernsehprediger, besuchten sogar Oral Roberts und halfen dabei, den „Gebetsturm“ in Tulsa, Oklahoma zu bauen. Sie waren außerdem starke Unterstützer von Jimmy Swaggart, Jim und Tammy Fae Bakker, Jerry Fallwell, John Haggi und Pat Robertson [die allesamt bekannte amerikanische Prediger sind].

 Das Treffen mit dem Ägypter

Anfang 1991 begann mein Vater Geschäfte mit einem Mann aus Ägypten abzuwickeln und teilte mir mit, dass er ihn mir gerne vorstellen würde. Dieser Gedanke gefiel mir, weil ich dadurch ein internationales Flair kennenlernen würde. Sie wissen schon, die Pyramiden, die Sphinx, der Nil und all das.

Ein „Muslim“: Flugzeugentführer, Kidnapper, Terrorist und wer weiß, was noch?

Dann erwähnte mein Vater, dass dieser Mann ein Muslim sei. Zuerst hasste ich die Vorstellung, einen „Ungläubigen, Flugzeugentführer, Kidnapper, Bombenleger, Terroristen“ zu treffen. Für jeden normalen Menschen wäre diese Vorstellung abstoßend. Ich konnte meinen Ohren nicht trauen. Ein „Muslim“? Niemals! Ich erinnerte meinen Vater an die Dinge, die wir über diese Leute gehört hatten.

Lügen über Muslime & den Islam

Was wir über sie wussten: Muslime glauben nicht an Gott, sie verehren eine schwarze Box in der Wüste, sie küssen den Boden fünfmal am Tag.

Ich wollte diesen Muslim nicht kennenlernen. Niemals! Mein Vater bestand darauf, dass ich ihn kennenlerne und versicherte mir, er sei ein sehr netter Mensch. Das war zu viel für mich. Besonders, da die Prediger, mit denen wir zu reisen pflegten, die Muslime und den Islam total hassten. Sie verbreiteten sogar Lügen, um bei den Menschen die Angst vor dem Islam zu schüren. Warum sollte ich dann irgendetwas mit diesen Menschen zu tun haben wollen?

Die Idee – „Bekehre ihn zum Christentum!“

Dann kam mir eine Idee: „Wir könnten diesen Mann zum Christentum bekehren.“ Also gab ich nach und erklärte mich damit einverstanden, ihn zu treffen. Jedoch auf meine Weise.

Treffen mit Bibel, Kreuz und einer Mütze mit der Aufschrift „Jesus ist Gott!“

Ich erklärte mich bereit, ihn an einem Sonntag nach der Kirche zu treffen, so dass wir alle nach unseren Gebeten in gutem Einvernehmen mit dem Herrn stünden. Ich würde meine Bibel wie immer unter meinem Arm tragen. Ich würde mit meinem großen glänzenden, um den Hals baumelnden Kreuz daher geschritten kommen, während ich eine Kappe mit der Aufschrift „Jesus ist Gott“ tragen würde.

Meine Frau und meine zwei Töchter begleiteten uns und wir waren bereit für unser erstes Zusammentreffen mit den „Muslimen“.

 Wer ist er?

Als ich das Geschäft betrat, in dem wir uns treffen wollten und meinen Vater fragte, wo der „Muslim“ sei, zeigte er auf ihn und sagte: „Er ist gleich dort drüben.“ Ich war verstört. Das konnte nicht der Muslim sein. Niemals.

 Turban und Bart?

Ich suchte nach einem großen Mann mit einer fließenden Robe, einem großen Turban auf dem Kopf, einem Bart, der die Hälfte seines Hemdes bedeckt und Augenbrauen, die über seine gesamte Stirn verlaufen, mit einem Schwert oder einer Bombe unter seinem Mantel.

 Kein Turban – Kein Bart – überhaupt keine Haare

Dieser Mann hatte keinen Bart. Tatsächlich hatte er nicht mal ein einziges Haar auf dem Kopf. Er war fast glatzköpfig. Das Beste von allem war, dass er sehr freundlich war, mit einem warmen Willkommensgruß und Händedruck. Das machte keinen Sinn. Ich dachte sie wären Terroristen und Bombenleger. Worum geht es hier denn überhaupt?

Er braucht Jesus

Macht nichts. Ich werde gleich mit diesem Mann anfangen zu arbeiten. Er muss im „Namen von Jesus“ gerettet werden, und ich und der Herr werden es tun.

 Einleitung und Befragung

Nach einer schnellen Vorrede fragte ich ihn: „Glaubst du an Gott?“

Er sagte: „Ja.“ (Gut!)

Dann sagte ich: „Glaubst du an Adam und Eva?“

Er sagte: „Ja.“ (Sehr gut!)

Ich sagte: „Was ist mit Abraham? Glaubst du an ihn und daran, dass er versuchte seinen Sohn Gott zu opfern?“

Er sagte: „Ja.“ (Noch besser!)

Dann fragte ich: „Was ist mit Moses?“, „Die zehn Gebote?“, „Die Teilung des roten Meeres?“

Abermals sagte er: „Ja.“ (Noch besser!)

Dann: „Was ist mit den anderen Propheten, David, Salomon und Johannes der Täufer?“

Er antwortete: „Ja.“ (Wunderbar!)

Ich fragte: „Glaubst du an die Bibel?“

Erneut antwortete er: „Ja.“ – (OK!)

So, nun war es an der Zeit, die große Frage zu stellen: „Glaubst du an Jesus? Dass er der Messias (Christus) von Gott war?“

Er antwortete noch einmal: „Ja.“(Fantastisch!)

Nun – das würde einfacher werden als ich geglaubt hatte. Er war gerade dabei, sich für die Taufe bereit zu erklären, nur, dass er es nicht wusste. Und ich war derjenige, der es tun würde.

 Schockierendes Wissen – Muslime glauben an die Bibel?

An einem Frühlingstag des Jahres 1991 erfuhr ich, dass Muslime an die Bibel glauben. Ich war schockiert. Wie konnte das sein? Aber das ist nicht alles, sie glauben an Jesus:

  • als einen wirklichen Gesandten und Propheten von Gott
  • an seine wundersame Geburt ohne menschliches Zutun und, dass er der Messias ist, wie in der Bibel vorausgesagt
  • der jetzt bei Gott ist und am wichtigsten:
  • dass er in den letzten Tagen zurückkommen wird, um die Gläubigen gegen den „Antichrist“ anzuführen.

Nach dem „gewinne Seelen für den Herrn Jesus“ Tag, wäre es eine große Leistung für mich, einen dieser „Muslime“ zu fangen und ihn zum Christentum zu bekehren.

Ich fragte ihn, ob er Tee wolle und er bejahte. Also zogen wir los zu einem kleinen Laden in der Fußgängerzone, um uns dort über mein Lieblingsthema zu unterhalten: den Glauben. Während wir in dem kleinen Café saßen und stundenlang redeten (die meiste Zeit redete ich), kam ich zu der Erkenntnis, dass er sehr nett, ruhig und etwas schüchtern war. Er lauschte aufmerksam jedem Wort, das ich sagte und unterbrach mich nicht ein einziges Mal. Ich mochte die Art dieses Mannes und dachte, dass er definitiv Potential besaß, ein guter Christ zu werden – Doch wenig wusste ich von dem Lauf der Dinge, die sich vor meinen Augen auftun sollten.

Aber der Reihe nach: Ich erklärte mich einverstanden, dass wir mit diesem Mann Geschäfte machen würden und unterstützte sogar die Idee meines Vaters, während meiner Geschäftsreise mit dem Muslim gemeinsam durch den nördlichen Teil von Texas zu fahren. Auf unserer Reise diskutierten wir dann Tag für Tag über Themen, die die verschiedenen Religionen und ihre Anhänger betreffen. Zwischendurch konnte ich auch ein paar Bemerkungen über meine Lieblingsradioprogramme, bei denen es um Gottesdienst ging, einwerfen und dabei helfen, diesem armen Individuum die Botschaft zu übermitteln. Wir sprachen über das Konzept von Gott; den Sinn des Lebens, den Zweck der Schöpfung, die Propheten und ihre Mission und wie Gott der Menschheit Seinen Willen offenbart. Ebenso tauschten wir viele persönliche Erfahrungen und Gedanken aus.

Eines Tages erfuhr ich, dass mein Freund Muhammad dabei war, aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen, die er sich bis dahin mit seinem Freund teilte, um eine Weile in der Moschee zu leben. Ich fragte meinen Vater, ob er Muhammad in unser großes Haus auf dem Land einladen könne, um dort mit uns zu wohnen. Er könne bei der Arbeit und den Kosten einen Anteil übernehmen und wäre gleich anwesend, wenn wir auf Reisen müssten. Mein Vater erklärte sich einverstanden, und Muhammad zog bei uns ein.

Natürlich fand ich immer noch Zeit, meine Predigerfreunde in Texas zu besuchen. Einer von ihnen lebte an der Grenze zu Mexiko und ein anderer in der Nähe der Grenze zu Oklahoma. Einer der Prediger mochte ein riesiges hölzernes Kreuz sehr; es war größer als ein Auto. Er trug es über seiner Schulter und ließ das Ende über den Boden schleifen, während er die Straße oder die Autobahn entlang lief und die zwei Balken, in der Form eines Kreuzes, hinter sich her zerrte. Die Menschen hielten an, liefen zu ihm und fragten ihn, was los sei, woraufhin er ihnen Broschüren und kleine Bücher über das Christentum gab.

Eines Tages hatte mein Freund mit dem Kreuz einen Herzanfall und kam in ein Veteranenkrankenhaus, wo er eine längere Zeit verbrachte. Ich besuchte ihn dort mehrmals die Woche und nahm Muhammad mit, in der Hoffnung, dass wir alle gemeinsam das Thema Glauben und Religion teilen konnten. Mein Freund war nicht sehr beeindruckt, und es war offensichtlich, dass er nichts über den Islam wissen wollte. Dann, eines Tages, kam der Bettnachbar meines Freundes in seinem Rollstuhl in das Zimmer gefahren. Ich ging zu ihm und fragte ihn nach seinem Namen. Dieser sagte, das spiele keine Rolle, und als ich ihn fragte, wo er herkomme, antwortete er, er komme vom Planeten Jupiter. Ich dachte darüber nach, was er sagte, und fragte mich, ob ich nun auf der Herzstation oder in der Abteilung für Geistesgestörte war.

Ich wusste, der Mann war einsam und deprimiert und brauchte jemanden in seinem Leben. Also begann ich Zeugnis abzulegen über den Herrn. Ich las ihm aus dem Buch des Jonas, aus dem alten Testament, vor. Das Thema war, dass wir vor unseren Problemen nicht davonlaufen können, da wir immer wissen, was wir getan haben. Mehr noch, Gott weiß immer, was wir getan haben.

 Katholischer Pfarrer

Nachdem ich diese Geschichte mit dem Mann im Rollstuhl geteilt hatte, schaute er zu mir auf und entschuldigte sich für sein grobes Benehmen. Er teilte mir mit, dass er in letzter Zeit ein paar ernsthafte Schwierigkeiten habe. Dann sagte er, er habe etwas zu beichten. Ich antwortete, dass ich kein katholischer Pfarrer sei und keine Beichten abnehme. Daraufhin erwiderte er, dass er dies wisse und sagte tatsächlich: „Ich bin ein katholischer Pfarrer.“

Ich war geschockt. Hier stand ich und hatte versucht, einem Pfarrer das Christentum zu predigen. Was in aller Welt passierte hier?

 Pfarrer in Lateinamerika

Der Pfarrer begann seine Geschichte zu erzählen. Er war mehr als 12 Jahre lang Missionar für die Kirche in Süd- und Zentralamerika sowie in Mexiko gewesen und sogar in New Yorks „Hell´s Kitchen“. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, brauchte er einen Ort, um sich zu erholen. Anstatt ihn zu einer katholischen Familie gehen zu lassen, schlug ich meinem Vater vor, ihn zu uns aufs Land einzuladen, gemeinsam mit unseren Familien und Muhammad. Da alle einverstanden waren, zog er daraufhin zu uns.

 Pfarrer müssen den Islam studieren? -  Ja!

Auf dem Weg zu uns nach Hause sprach ich mit dem Pfarrer über einige islamische Glaubenskonzepte, und zu meiner Überraschung stimmte er zu und erzählte mir noch mehr darüber. Ich war schockiert zu erfahren, dass katholische Pfarrer sich mit dem Islam beschäftigen und, dass manche sogar einen Doktortitel auf diesem Gebiet tragen. Das alles war für mich neu und sehr erhellend. Doch es sollte noch weiter gehen.

Verschiedene Versionen der Bibel

Nach dem Einzug versammelten wir uns jeden Abend nach dem Abendessen alle zusammen um den Küchentisch, um über Religion zu diskutieren. Mein Vater brachte seine King James Version der Bibel, ich brachte meine Revidierte Standardversion der Bibel, meine Frau hatte noch eine andere Version. Der Pfarrer hatte natürlich die katholische Bibel, die sieben Bücher mehr enthält als die Bibel der Protestanten. Wir verbrachten also mehr Zeit damit, zu diskutieren, welche Bibel die richtige sei bzw. am wenigsten Fehler habe, als mit dem Versuch, Muhammad dazu zu bewegen Christ zu werden.

 Bis heute gibt es nur eine arabische Version des Qurans

Ich erinnere mich daran, wie ich ihn eines Tages über den Qur’an befragte und wie viele Versionen es von ihm in den letzten 1400 Jahren gegeben hat. Er klärte mich darüber auf, dass es nur EINEN QUR’AN gibt und, dass dieser niemals verändert wurde. Außerdem ließ er mich auch wissen, dass der Qur’an von hunderttausenden von Menschen vollständig auswendig gelernt wurde. Seit der Offenbarung des Qur’an vor Jahrhunderten, haben ihn zigMillionen von Menschen auswendig gelernt, ihn anderen Menschen gelehrt, die ihn wiederum auswendig lernten, Seite für Seite, ohne Fehler. Heutzutage kennen über 9 Millionen Muslime den gesamten Qur’an auswendig.

Dies schien mir nicht möglich. Immerhin sind die Originalsprachen der Bibel seit Jahrhunderten allesamt tote Sprachen und die Originaldokumente sind seit vielen Jahrhunderten verloren. Wie konnte es also sein, dass so etwas so einfach von Anfang bis Ende erhalten bleibt und rezitiert wird.

Wie dem auch sei, eines Tages fragte der Pfarrer Muhammad, ob er ihn zur Moschee begleiten dürfe, um sich einen Eindruck von dort machen zu können. Sie kamen zurück, sprachen über ihr Erlebnis dort und wir konnten es nicht erwarten, den Pfarrer zu fragen, wie es war und welche Art von Zeremonien sie dort ausübten. Er sagte, dass sie nicht wirklich etwas taten. Sie kamen einfach, beteten und gingen wieder. Ich sagte: „Sie gingen? Ohne irgendwelche Ansprachen oder Lieder zu singen?“ Er bejahte.

Pfarrer nimmt den Islam an!

Nach einigen Tagen fragte der Pfarrer Muhammad, ob er ihn wieder bei einem Spaziergang zur Moschee begleiten dürfe. Sie gingen also wieder gemeinsam zur Moschee, doch dieses Mal war es anders. Sie blieben sehr lange weg. Als es bereits dunkel wurde, begannen wir uns Sorgen zu machen und fragten uns, ob ihnen womöglich etwas zugestoßen sei. Als sie schließlich wiederkamen, erkannte ich Muhammad, doch wer war der, der ihn begleitete? Er trug eine weiße Robe und eine weiße Kopfbedeckung. Moment mal! Das war ja der Pfarrer! Ich fragte ihn: „Peter – bist du Muslim geworden?“

Er antwortete, dass er an diesem Tag Muslim geworden ist.

DER PFARRER WURDE MUSLIM! Was kommt als nächstes?

 Meine Frau gibt ihre Konvertierung zum Islam bekannt!

Also ging ich die Treppe hoch zu meiner Frau, um über die Ereignisse nachzudenken und mit ihr über das ganze Thema zu sprechen. Da teilte sie mir daraufhin mit, dass sie nun auch dem Islam beitreten werde, da sie erkannt hatte, dass er die Wahrheit ist.

Jetzt war ich völlig schockiert. Ich ging wieder hinunter, weckte Muhammad auf und bat ihn mit mir hinaus zu gehen, um mich mit ihm zu unterhalten. Wir gingen spazieren und unterhielten uns die ganze Nacht hindurch.

Die Wahrheit ist gekommen

Inzwischen war die Zeit für das Morgengebet, das Fadjrgebet, eingetreten. Ich wusste, dass die Wahrheit sich mir klar gezeigt hatte und, dass es nun an mir lag, meinen Teil dazu beizutragen. Ich ging hinaus hinter das Haus meines Vaters und fand ein altes Stück Sperrholz, das unter einer Abdeckung lag, und legte genau dort meine Stirn auf den Boden, in die Richtung, in die die Muslime fünfmal am Tag beten.

Leite mich! Oh Gott! Leite mich!

Nun denn, in dieser Position, ausgestreckt auf dem Sperrholz und mit meinem Kopf auf dem Boden, bat ich: „Oh Gott. Wenn Du da bist, dann leite mich, leite mich.“

Und schließlich, nach einer Weile, erhob ich meinen Kopf und nahm etwas wahr. Nein, ich sah keine Vögel oder Engel vom Himmel geflogen kommen, weder hörte ich Stimmen oder Musik noch sah ich helle Lichter oder Blitze. Was ich bemerkte, war eine Wandlung in mir selbst. Ich war mir nun mehr denn je bewusst, dass es Zeit für mich war, mit jeder Art Lüge und Heimlichtuerei aufzuhören… Es wurde Zeit, dass ich wirklich daran arbeitete, ein ehrlicher und geradliniger Mann zu werden. Ich wusste nun, was ich zu tun hatte.

Also ging ich die Treppen hinauf und nahm eine Dusche mit der Absicht, die alte, sündenbeladene Person wegzuwaschen, zu der ich über die Jahre geworden war. Ich kam nun in ein neues frisches Leben. Ein Leben basierend auf Wahrheit und Beweis.

Um 11:00 Uhr des gleichen Morgens stand ich vor zwei Zeugen, einem ehemaligen Pfarrer, bekannt als Pater Peter Jacobs, und vor Muhammad Abdel Rahman, und sprach die „Schahada“ aus (das islamische Glaubensbekenntnis):

„Ich bezeuge, dass niemand das Recht hat, angebetet zu werden, außer der Allmächtige Gott allein, Der keine Partner hat, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.“

Einige Minuten später folgte meine Frau mir und sprach das gleiche Glaubensbekenntnis - in Anwesenheit von drei Zeugen (der dritte war ich).

Mein Vater war mit diesem Thema etwas reservierter und wartete noch einige Monate, bevor er seine Schahada aussprach. Schließlich jedoch, trat auch er zum Islam über und verrichtete seine Gebete neben mir, gemeinsam mit den anderen Muslimen in der örtlichen Moschee.

Die Kinder wurden aus der christlichen Schule genommen und besuchten fortan die muslimische Schule. Und nun, zehn Jahre später, können sie schon sehr viel vom Quran und der islamischen Lehre auswendig.

Die Ehefrau meines Vaters bestätigte schließlich noch vor ihrem Tod, dass Jesus nicht der Sohn Gottes sein konnte, und, dass er ein großer Prophet gewesen sein musste, aber nicht Gott. Sie starb einige Monate nach dieser Äußerung im Alter von 86 Jahren. Möge Allah ihr Glaubensbekenntnis annehmen, Amin.

Jetzt halte einen Augenblick inne und denke nach. Ein gesamter großer Haushalt von Personen mit verschiedenen Hintergründen und aus unterschiedlichen ethnischen Gruppen kommt zusammen, um die Wahrheit kennenzulernen und zu erfahren, wie man den Schöpfer und Erhalter des Universums anbetet. Da wäre ein katholischer Priester, ein Musik-Pfarrer und Prediger des Evangeliums, ein geweihter Pfarrer und Erbauer von christlichen Schulen und die Kinder, sogar eine Urgroßmutter – sie alle kommen zum Islam!

Nur durch Seine Gnade wurden wir alle rechtgeleitet, um die wirkliche Wahrheit des Islams zu erkennen, indem wir die Scheuklappen von unseren Augen entfernten, unsere Ohren öffneten und nicht länger das Siegel auf unseren Herzen hatten - Er hatte uns nun rechtgeleitet.

 Erstaunliche Geschichte – Familie und Freunde nehmen den Islam an – von einem Mann

Wenn ich die Geschichte hier beenden würde, bin ich sicher, Sie würden zugeben, dass dies zumindest eine erstaunliche Geschichte ist, oder? Immerhin, drei religiöse Führer drei verschiedener Gruppen treten alle zur gleichen Zeit zu einem äußerst oppositionellen Glauben über, und kurz danach schließt sich der Rest der Familie an.

Mehr? – Ja! Baptistenseminarstudent liest den Quran – und nimmt den Islam an!

Das ist noch nicht alles. Es geht noch weiter! Im gleichen Jahr, als ich in Grand Prairie in Texas (nähe Dallas) war, traf ich einen Baptistenseminarstudenten aus Tennessee namens Joe, der ebenfalls zum Islam übertrat, nachdem er den Quran gelesen hatte – während er das Baptistenseminar-College besuchte!

Noch mehr? – Ja. Katholischer Priester liebt Islam – braucht aber seinen Job!

Es gibt noch andere: Ich erinnere mich an den Fall des katholischen Priesters in einer Universitätsstadt, welcher so viel über die guten Dinge im Islam sprach, dass ich mich gezwungen sah, ihn zu fragen, warum er nicht zum Islam übertritt. Er antwortete: „Was? Damit ich meinen Job verliere?“ – Sein Name ist Vater John, und wir beten immer noch zu Allah, dass Er ihn rechtleiten möge.

Ein weiterer katholischer Priester spricht die Schahada

Ein Jahr darauf traf ich einen ehemaligen katholischen Priester, welcher 8 Jahre lang Missionar in Afrika gewesen war. Während er dort war, erfuhr er vom Islam und nahm ihn an. Er änderte seinen Namen in Omar und zog nach Dallas (Texas).

Weiter geht's! Orthodoxer Erzbischof verlässt Kirche wegen Islam

Zwei Jahre später, während ich in San Antonio (Texas) war, wurde ich einem ehemaligen Erzbischof der orthodoxen Kirche von Russland vorgestellt, der den Islam kennenlernte und seine Position aufgab, um zum Islam überzutreten.

Tochter eines Hindu Pundit (religiöser Lehrer) akzeptiert den Islam und hilft Tausenden, den Islam anzunehmen

In New York traf ich eine Frau, die unsere CD`s zu dem Thema „Was ist der Islam?“ vervielfältigen wollte. Nachdem ich ihr vor ein paar Jahren die Erlaubnis gegeben hatte, erfuhr ich, dass sie mehr als 600.000 Stück produziert und an Nichtmuslime in Amerika verteilt hat. Möge Allah sie belohnen und sie in ihren Bemühungen festigen, Amin!

Hunderte und Tausende kommen noch!

Seit meinem eigenen Übertritt zum Islam, und seitdem ich ein Geistlicher für die Muslime dieses Landes und auf der ganzen Welt geworden bin, bin ich noch vielen Individuen begegnet, die Führer, Lehrer und Schüler anderer Religionen waren, die vom Islam erfuhren und dann Muslime wurden. Sie waren Hindus, Juden, Katholiken, Protestanten, Zeugen Jehovas, griechisch- und russisch-Orthodoxe, koptische Christen aus Ägypten, Angehörige nicht konfessionsgebundener Kirchen und sogar Wissenschaftler, die zuvor Atheisten waren.

Die Kombination scheint immer die Gleiche zu sein; Menschen suchen aufrichtig nach der Wahrheit, sie sind gewillt, ihre verschiedenen Vorurteile und ihre Voreingenommenheit abzulegen und beginnen, Gott um die Rechtleitung in ihrem Leben zu bitten.

Also, nun kennen Sie die Einleitung meiner Geschichte, wie ich zum Islam fand und Muslim wurde. Mehr darüber und auch Fotos gibt es im Internet. Bitte nehmen Sie sich die Zeit, es sich anzuschauen und mir dann eine Email zu senden, damit wir zusammenkommen können, um alle Wahrheiten, die auf Beweisen basieren, zu teilen, und um unseren Ursprung, unseren Sinn und unser Ziel im diesseitigen und dem jenseitigen Leben zu verstehen.

Darf ich dem Wahrheitssuchenden vorschlagen folgende neun Schritte zur Reinigung seines Herzens zu gehen?

1.       Reinige deinen Verstand, dein Herz und deine Seele – entferne alle Vorurteile und entstellten Meinungen.

2.       Danke Gott für das, was du hast – jeden Tag und jeden Moment.

3.       Lies eine gute Übersetzung des edlen Qurans in deiner Muttersprache.

4.       Denke über die Bedeutung nach und mache dir die Großzügigkeit deines Herrn bewusst.

5.       Bitte Gott um Vergebung und lerne, anderen zu vergeben.

6.       Bitte in deinem Herzen um Rechtleitung.

7.       Öffne dein Herz und deinen Verstand.

8.       Mache dies für einige Monate und mache es regelmäßig.

9.       Vermeide das Gift des Schlechten und Bösen, während sich dein Herz öffnet und du eine Art „Wiedergeburt deiner Seele“ erfährst.

 Vergiss nicht – reinige, danke, lese und denke nach!

Dann „Suche, und du wirst finden. Wenn du bittest, wird dir gegeben. Klopfe, und es wird geöffnet.“

Der Rest liegt zwischen dir und dem Allmächtigen Gott des Universums. Wenn du Ihn wirklich liebst, dann weiß Er es bereits. Er wird mit jedem von uns nach dem Stand seines Herzens verfahren.

Antworten auf Fragen

Im Folgenden nun, wie versprochen, die Antworten auf die Fragen, die mir viele Menschen zu meiner Wahl des Islams gestellt haben:

 1.    „Wie konntest du dem perfekten Plan der Erlösung von Jesus Christus am Kreuz für deine Sünden den Rücken kehren?“

Antwort: Deine Frage zeigt, dass du nicht die Gemeinsamkeiten der Lehren aus Bibel und Quran in Betracht gezogen hast.

„ISLAM“ bedeutet: Gebe dich hin, unterwerfe dich und gehorche deinem Herrn in Wahrhaftigkeit und Frieden. Wer sich stets darum bemüht, ist ein „MUSLIM“. Wenn jemand an den Allmächtigen Gott als Einen Gott und Herrn glaubt und Ihm sein Leben anvertraut, indem er Ihm dient und Seine Gebote befolgt, dann wird diese Person auf dem richtigen Weg sein und durch Gottes Barmherzigkeit gerettet werden. Niemand kann die Sünden eines anderen tragen, der Schuldige muss die Anklage, für das, was er getan hat, annehmen. Es wird von Gott, dem Allmächtigen, abhängen, ob Er vergibt oder bestraft, nach Seinem Richten am Jüngsten Tag.

Gemäß dem, was von der Übersetzung der Bibel noch übrig ist, hat Jesus nicht die Botschaft der Erlösung gepredigt und dabei verlangt, dass wir ihn anbeten sollen. Dies war etwas, das später von Saulus hinzugefügt wurde (welcher dann zu Paulus wurde). Wir finden klare Aussagen, dass die Erlösung nur durch die Anerkennung des Allmächtigen Gottes als einen Gott kommt, und, indem wir Ihn mit ganzem Herzen, Verstand und Kraft anbeten. Jesus (Friede sei mit ihm) lehrte seine Anhänger, „meinen Gott und euren Gott, meinen Herrn und euren Herrn“ anzubeten.

Noch einmal, gemäß der Überreste der englischen Übersetzung der Bibel sehen wir denjenigen, der am Kreuz hängt, die blasphemische Aussage „Eli! Eli! Lama sabachthani?“ (Was übersetzt bedeutet, „Mein Gott! Mein Gott! Warum hast Du mich verlassen?“) ausrufen. Diese Aussage zeigt deutlich, dass derjenige am Kreuz diese Situation weder als gerecht noch fair empfand. Deshalb müsste man daraus schlussfolgern, dass dies nichts war, was Jesus gutgeheißen oder akzeptiert hätte, auch, wenn jemand anderes an seiner Stelle am Kreuz war. Aus welchem Winkel man es auch betrachtet, derjenige am Kreuz hat dies nicht als einen Plan der Erlösung angesehen.

Der Quran steht vollkommen in Übereinstimmung mit diesen Lehren, und Muslime beten den gleichen Gott und Herrn von Jesus, Abraham und Adam an, Friede sei mit ihnen allen. Der Quran bestätigt an vielen Stellen, dass weder irgendjemand für die Sünden anderer zur Rechenschaft gezogen wird, noch irgendjemand die Last eines anderen tragen muss. Und ich bitte Allah, dass Er Gnade und Vergebung für all jene erbringt, welche an Ihn glauben.

Ich bin der Meinung, dass ich nicht die Lehren Jesus´, Friede sei mit ihm, verlassen habe. Im Gegenteil, ich fühle mich Jesus nun viel näher, Friede sei mit ihm, und ich freue mich mehr denn je auf seine Wiederkunft auf Erden. Nun bete ich denselben Gott an, den er anbetet, und ich diene dem gleichen Herrn, dem er dient, auf die gleiche Weise, wie er es tat. Jesus betete zu dem Allmächtigen Gott und lehrte seine Anhänger, dasselbe zu tun. Ich tue nach meinem besten Gewissen ganz einfach das, was er befahl, und ich bitte den Allmächtigen Gott, dass Er dies akzeptiert.

 2.    „Ziehst du in Betracht, dass du wirklich gerettet wurdest und in der Tat „wiedergeboren“ wirst?“

Antwort: Die Baptisten haben folgende Aussage: „Einmal gerettet, immer gerettet.“ Ich befragte einen von ihnen darüber, welcher mir dies bestätigte. Dann erwähnte ich, dass ich in meiner Jugend Baptist war, nun aber Muslim sei. Ich wurde auch „gerettet“ und im Alter von 12 Jahren getauft. Ich akzeptierte die Aussage Jesus´, dass er der Weg, das Licht und die Wahrheit sei und, dass niemand zum Vater gelangen konnte außer durch ihn. Ich verstand diese Aussagen in dem Sinne, dass ich Jesus und seinen Lehren folgen müsse. Deshalb las ich die Bibel für mich selbst und ließ mir von niemand anderem sagen, was ich von dem, was ich las, zu halten hatte.

Die Bibel bestätigt, dass Jesus für seine eigene Rettung im Garten Gethsemane folgendermaßen betete: „Lass diesen Becher in andere Hände übergehen, und Dein Reich komme.“ Dieses Gebet wurde von Jesus mehrere Male wiederholt und es ist in mehr als einem Evangelium erwähnt. Trotzdem, gemäß biblischer Erklärung, wurde der Becher nicht in andere Hände übergeben und seine Gebete wurden NICHT ERHÖRT. Der Islam lehrt uns jedoch, dass seine Gebete erhört wurden und, dass er nicht die grausame Tortur und den Tod am Kreuz erleiden musste; vielmehr wurde er lebendigen Leibes zum Allmächtigen Herrn emporgehoben, und er ist noch immer bei Ihm und bereit, vor dem Ende der Zeit zurückzukehren, um die Gläubigen zum Sieg zu führen.

Zusätzlich erfahren wir, wie Jesus seinen Jüngern beibringt, das Vaterunser zu beten: „Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amin!“ Jeder Muslim, den ich bisher getroffen habe, akzeptiert jedes einzelne Wort dieses Gebets mit Ausnahme von „Vater“, was für sie stattdessen „Allah“ ist. Muslime erachten es für besser, den Allmächtigen Gott mit Seinen Namen anzurufen, welche für sie „geheiligt“ sind.

 3.    „Wie reagierte deine Familie auf deine Konvertierung?“

Antwort: Für Familien ist es ist meistens schwierig, sich darauf einzustellen und sie benötigen für gewöhnlich Zeit. Obwohl meine Frau und meine Kinder den Islam annahmen und schließlich auch mein Vater erklärte, dass der Islam für ihn der Weg der Rettung ist, verübelten uns diesen Schritt zunächst meine eigene Mutter und viele andere unserer Familienmitglieder. Schließlich normalisierten sich die Dinge, und wir stehen immer noch in Kontakt, obwohl sie dem Christentum stark verbunden sind.

Allah teilt denjenigen, die ihren Glauben an Ihn erklären, mit, sie mit vielen Arten von Schwierigkeiten zu prüfen, und die Familie ist eine dieser im Quran erwähnten Prüfungen. Ich bete für sie und bitte Allah, sie zum Allerbesten in diesem Leben und im nächsten Leben zu leiten. Aber es ist an Allah, ob Er ihnen gewährt, sich unter Ihn zu ergeben (Islam bedeutet die Ergebenheit unter Allah) oder nicht.

 4.       „Was sagte Ihre Kirchengemeinde dazu?“

Antwort: Ich hatte nie meine eigene Kirche. Ich war Musikpfarrer in der „Kirche Gottes“ in Texas (Anderson, Zweigstelle von Indiana) und hielt meine Predigten vor Geschäftsmännern und bei privaten Versammlungen. Diejenigen, die mich kannten, hatten größtenteils nichts dagegen einzuwenden, und einige traten sogar dem Islam bei. Doch es gab einige, die sehr aufgebracht waren und mich anklagten „Jesus den Rücken zu kehren“. Was auch immer ich versuchte zu sagen oder zu tun, diese einzelnen Individuen hörten mir weder zu noch wollten sie irgendetwas über den Islam wissen.

 5.       „Haben Sie bei dieser Veränderung viele Schwierigkeiten erfahren?“

Antwort: Sicherlich wird jeder, der in diesen Zeiten, wie auch in damaligen Zeiten, den Islam als seine Religion annimmt, erkennen müssen, dass ihm auf seinem Weg gewisse Schwierigkeiten und Prüfungen begegnen werden. Die Jünger von Jesus, Friede sei auf ihm, wurden enorm kritisiert und sogar bis zum Tode verfolgt (im Buch der Apostelgeschichte ist nachzulesen, was Paulus mit ihnen zu tun pflegte). Diejenigen, die Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, folgten, litten unter den Händen ihrer eigenen Sippenmitglieder, und trotzdem waren sie entschlossen, einzig den Erhabenen Gott anzubeten, ohne Ihm etwas beizugesellen, und sich Seinem Willen zu ergeben.

Das größte Problem mit Nichtmuslimen stellt ihr mangelndes Verständnis und mangelndes Wissen darüber dar, worum es im Islam überhaupt geht und wer die Muslime eigentlich sind. Ich bete für sie alle und bitte Allah den Muslimen zu vergeben, dass sie nicht jedermann ein besseres Bild vermitteln.

 6.       „Wer hat Sie bekehrt ?“

Antwort: Als Muslime glauben wir, dass es nur Allah ist, Der die Menschen rechtleitet, und wen immer Er rechtleitet, der wird nicht fehlgeleitet werden, und wen immer Er vom Weg abkommen lässt, den kann niemand rechtleiten. Das bedeutet, dass wir nicht glauben, dass irgendwer tatsächlich jemand anderen „bekehren“ kann.

Außerdem erkennen wir an, dass alle Kinder im natürlichen Zustand der Ergebenheit zum Allmächtigen Gott geboren werden, und so bedeutet dies, dass sie Muslime sind. Sollte ein Kind sterben, würde es in den Himmel kommen, da Kinder nicht für etwas verantwortlich sind, was sie nicht verstehen.

 7.       „Denken Sie jemals daran, wieder Christ zu werden?“

Antwort: „Christ“ bezeichnet einen Gefolgsmann Christus'. Wenn Jesus, Friede sei auf ihm, am Letzten Tag auf die Erde zurückkehrt, werden alle Muslime verpflichtet sein, ihm zu folgen. Doch wir würden uns genauso wenig als „Christen“ bezeichnen wie er. Er nannte sich selbst oder seine Gefolgsleute nie „Christen“, bis Paulus seine Botschaft in Antiochia predigte.

 8.       „Stört es Sie nicht, dass Sie den Weg des Friedens, der Gerechtigkeit und Liebe verlassen haben, für eine Religion des Hasses, der Gewalt und Unterdrückung von Frauen und anderen?“

Antwort: Alle Propheten, Friede sei auf ihnen allen, haben die Menschen dazu aufgerufen, den Allmächtigen Gott als Einen Gott anzubeten. So wurden sie von denjenigen bekämpft, die sich dem Erhabenen Gott nicht ergeben wollten. Sogar bis zum Tod waren sie ihren Anfeindungen ausgesetzt, wie auch durch Paulus, als er noch ein Pharisäer war. Die Propheten, Friede sei auf ihnen allen, ermutigten ihre Gefolgsleute in Frieden zu leben und die Menschen gerecht zu behandeln, und sicherlich ist Liebe die höchste Form von Gefühl, die ein Mensch für ein anderes menschliches Wesen haben kann.

Doch in der gleichen Zeit müssen Gläubige sich, ihre Familien und die Religion selbst verteidigen, damit diejenigen, die keine Gläubigen sind, den Glauben nicht auf der Erde auslöschen. Sowohl der Islam als auch das Christentum predigen eine Botschaft des Friedens und der Toleranz – bis zu einem bestimmten Punkt. Ab dem Punkt aber, ab dem dies nicht mehr möglich ist ohne seine Lebensweise und sein Glaubenssystem zu kompromittieren und zu verlieren, gibt es keine Alternative mehr als einen offenen Kampf gegen diejenigen zu führen, die gegen die Gläubigen kämpfen.

Jesus hat seine Gefolgsleute dazu aufgerufen, ihre Mäntel zu verkaufen und Schwerter zu kaufen. Er erklärte, dass er nicht mit Frieden gekommen sei, sondern vielmehr mit einem Schwert. Er und seine Gefährten waren in einen tödlichen Kampf gegen ihre Feinde, die Pharisäer, verwickelt, als einem der Sklaven der Priester mit dem Schwert sein Ohr abgeschlagen wurde. Dann befahl Jesus ihnen, ihre Schwerter niederzulegen. Das ist in der Bibel erwähnt.

Das Wort „Schwert“ erscheint über 200 Mal in der Bibel – doch obwohl die arabische Sprache mehr als ein Dutzend Wörter für das Schwert kennt, ist nicht ein einziges Mal auch nur irgend eines dieser Wörter im Quran zu finden.

Der Kampf ist im Quran nur unter ganz bestimmten und eingeschränkten Bedingungen vorgeschrieben, die nicht einmal so weit reichen, wie das, was wir heute als „Kampf gegen den Terrorismus“ bezeichnen. Es ist eine Pflicht für alle Gläubigen, gegen alle Handlungen organisierter Aggression, Unterdrückung, Verfolgung und Terrorismus zu kämpfen. Aber natürlich gibt es Grenzen; Frauen, Kinder, ältere Leute und jegliche Unschuldige dürfen während solcher Geschehnisse weder getötet noch verletzt werden. Der Umgang mit Gefangenen darf nicht erniedrigend sein oder irgendwelche Formen von Folter beinhalten. Sogar die Toten des Feindes müssen mit Würde und Respekt beerdigt werden.

Möge Allah euch auf eurer Reise zur ganzen Wahrheit leiten. Amen.

Und möge Er eure Herzen und euren Verstand für die Wirklichkeit dieser Welt und den Sinn dieses Lebens öffnen, Amen.

Frieden sei mit euch und die Rechtleitung von Allah, dem Einen Allmächtigen Gott, Schöpfer und Erhalter von allem was existiert.

                    2. Abdullah M. Al-Faruque, ehemals Kenneth L. Jenkins, ehemaliger Geistlicher und Kirchenältester der Pfingstgemeinde (USA)

Als ein früherer Pfarrer und Ältester der Christlichen Kirche ist es für mich zur Pflicht geworden, denjenigen Licht zu bringen, die weiterhin in der Dunkelheit gehen. Nachdem ich den Islam angenommen hatte, spürte ich das dringende Bedürfnis, denjenigen zu helfen, die noch nicht damit gesegnet waren, das Licht des Islams zu entdecken.

Ich danke dem Allmächtigen Gott, Allah, Sich meiner erbarmt und mich dazu veranlasst zu haben, die Schönheit des Islams kennenzulernen, wie er vom Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und seinen rechtgeleiteten Nachfolgern gelehrt wurde. Nur durch das Erbarmen von Allah erhalten wir die wahre Rechtleitung und die Fähigkeit, dem geraden Weg zu folgen, der zu Erfolg in diesem und im nächsten Leben führt.

Gelobt sei Allah, für die mir gezeigte Freundlichkeit von Scheich Abdullah ibn Abdul-Aziz ibn Baz bei meiner Annahme des Islams. Ich halte das Wissen hoch, welches ich bei jedem Treffen mit ihm dazu gewann und werde es weitergeben. Es gibt viele weitere Personen, die mir durch Ermutigungen und Wissen behilflich waren. Es ist ausreichend zu sagen, dass ich dem Allmächtigen Gott, Allah, für jeden einzelnen Bruder und jede einzelne Schwester danke, denen Er erlaubt hat, in meinem Wachstum und meiner Entwicklung als Muslim eine Rolle zu spielen.

Ich bete dafür, dass diese kurze Arbeit ein Gewinn für alle sein wird.

Die Lösung für die Probleme der Christen, können nicht bei den Christen selbst gefunden werden, denn sie sind in den meisten Fällen die Wurzel ihrer eigenen Probleme. Vielmehr ist der Islam sowohl die Lösung für die quälenden Probleme der Welt der Christenheit, als auch der Probleme, denen sich die sogenannte Welt der Religionen als Ganzes gegenübersieht. Möge Allah uns hinsichtlich unserer allerbesten Taten und Absichten leiten und uns belohnen.

Als kleiner Junge wurde ich mit einer großen Furcht vor Gott erzogen. Da ich teilweise von meiner Großmutter aufgezogen wurde, die eine Fundamentalistin der Pfingstgemeinde war, wurde die Kirche schon früh zu einem wesentlichen Bestandteil meines Lebens. Als ich das Alter von sechs Jahren erreicht hatte, kannte ich nur zu gut die Vorteile, die mich im Himmel dafür erwarteten, ein guter kleiner Junge zu sein und die Strafe, die in der Hölle auf kleine Jungen wartete, die unartig waren. Ich wurde von meiner Großmutter gelehrt, dass alle Lügner dazu verdammt seien, ins Höllenfeuer zu gehen, wo sie für immer und ewig brennen würden.

Meine Mutter hatte zwei Vollzeitstellen und fuhr damit fort, mich an die Lehren ihrer Mutter zu erinnern. Jeden Sonntag gingen wir in unserer allerfeinsten Kleidung zur Kirche. Mein Großvater brachte uns dorthin. Wir kamen etwa um elf Uhr morgens an und gingen manchmal nicht vor drei Uhr nachmittags. Unser Großvater war kein Kirchengänger, aber er sorgte dafür, dass es unsere Familie jeden Sonntag dort hin schaffte. Einige Zeit später erlitt er einen Schlaganfall, der ihn teilweise dauerhaft lähmte, und infolge dessen konnten wir nicht mehr regelmäßig in die Kirche gehen. Dieser Zeitraum war eines der entscheidensten Stadien meiner Entwicklung.

 Umwidmung

In gewisser Weise war ich erleichtert, dass ich nicht mehr in der Lage war, die Kirche zu besuchen, aber von Zeit zu Zeit verspürte ich auch den Drang, selber hinzugehen. Im Alter von 16 Jahren begann ich die Kirche eines Freundes zu besuchen, dessen Vater Pastor war. Es war ein kleines Gebäude mit Ladenfront, und Mitglieder waren nur die Familie meines Freundes, ich selbst und ein anderer Schulkamerad. Dies ging lediglich einige Monate so, bis die Kirche dann schloss. Nach Abschluss der Mittelschule und Eintritt in die Universität entdeckte ich mein religiöses Engagement wieder und vertiefte mich völlig in die Lehren der Pfingstgemeinde. Ich wurde getauft und „gefüllt mit dem heiligen Geist“, wie diese Erfahrung dann genannt wurde. Als Universitätsstudent wurde ich schnell zum Stolz der Kirche. Jedermann hegte große Hoffnungen für mich, und ich war glücklich, einmal mehr zurück auf der „Straße der Rettung“ zu sein.

Ich ging stets zur Kirche, wenn deren Türen sich öffneten. Für Stunden und Wochen studierte ich an einem Stück die Bibel, besuchte Vorlesungen von christlichen Gelehrten meiner Zeit und fühlte mich im Alter von 20 Jahren zum geistlichen Amt berufen. Als ich zu predigen begann, wurde ich sehr schnell bekannt. Ich war extrem dogmatisch und glaubte, dass niemand die Rettung erhalten könne, wenn er nicht meiner Kirchengemeinde angehörte. Ich verurteilte kategorisch jeden, der von Gott nicht auf dieselbe Art erfahren hatte, wie ich von Ihm erfahren hatte. Ich wurde gelehrt, dass Jesus, Friede sei auf ihm, und der Allmächtige Gott ein und dasselbe seien. Ich wurde gelehrt, dass unsere Kirche nicht an die Dreifaltigkeit glaubte, sondern dass Jesus, Friede sei auf ihm, tatsächlich Vater, Sohn und heiliger Geist war. Dies versuchte ich mir selbst begreiflich zu machen, obwohl ich mir eingestehen musste, dass ich es in Wahrheit nicht verstehen konnte. Was mich betraf, war es jedoch die einzige Doktrin, die Sinn machte. Ich bewunderte die heilige Kleidung der Frauen und das fromme Verhalten der Männer. Ich genoss es, eine Doktrin zu praktizieren, in der Frauen aufgefordert werden, Kleider zu tragen, die sie völlig bedecken, ihr Gesicht nicht mit Make-up zu bemalen und sich als wahre Botschafter von Jesus zu verstehen. Ohne jeglichen Zweifel war ich davon überzeugt, dass ich endlich den richtigen Weg zu ewiger Seligkeit gefunden hatte. Ich debattierte mit Anhängern von vielen anderen Kirchen mit verschiedenen Glaubensrichtungen und brachte sie mit meiner Bibelkenntnis völlig zum Schweigen. Ich kannte Hunderte von biblischen Passagen auswendig, was zum Markenzeichen meiner Predigten wurde.

Dennoch, auch wenn ich mich sicher fühlte, auf dem richtigen Weg zu sein, war ein Teil von mir noch immer auf der Suche. Ich spürte, dass es eine noch höhere Wahrheit zu erreichen gab.

Ich meditierte, wenn ich alleine war, und betete zu Gott, mich zur richtigen Religion zu leiten und mir zu vergeben, wenn das, was ich machte, falsch war. Ich hatte nie zuvor irgendeinen Kontakt zu Muslimen gehabt. Die einzig mir bekannten Leute, die den Islam ihre Religion nannten, waren die Anhänger von Elijah Muhammad, die von Vielen den „Black Muslims“ oder der „Lost-Found Nation“ zugeschrieben wurden. In den späten 70er Jahren, als der Prediger Louis Farrakhan dabei war, die sogenannte „Nation of Islam“ aufzubauen, nahm ich eine Einladung eines Mitarbeiters wahr, um den Prediger Farrakhan sprechen zu hören. Dies sollte eine Erfahrung werden, die mein Leben grundlegend verändern sollte. Nie zuvor hatte ich in meinem Leben einen schwarzen Mann so reden gehört, wie er redete. Ich wollte umgehend ein Treffen mit ihm vereinbaren, mit der Absicht, ihn zu meiner Religion zu bekehren. Ich genoss es, zu envangelisieren, in der Hoffnung, verlorene Seelen zu finden, um sie vor dem Höllenfeuer zu retten – ungeachtet dessen, wer sie waren.

Nachdem ich mein Studium abgeschlossen hatte, nahm ich eine Vollzeitstelle an. Als ich den Höhepunkt meines geistlichen Amtes erreichte, wurden die Anhänger von Elijah Muhammad sichtbarer, und ich schätzte die Anstrengungen, die sie unternahmen, um die schwarze Gemeinschaft von den Übeln, die sie von innen zerstörten, zu befreien. Ich begann sie zu unterstützen, indem ich ihre Literatur kaufte und mich sogar mit ihnen zum Dialog traf. Ich wohnte ihren Studienzirkeln bei, um genau herauszufinden, woran sie glaubten. So ernsthaft viele von ihnen waren, und das wusste ich, konnte ich ihnen dennoch nicht die Idee abkaufen, dass Gott ein schwarzer Mann sein sollte. Ich war nicht einverstanden damit wie sie die Bibel auffassten, um bei gewissen Themen ihre Position zu untermauern. Bezüglich eines Buches, das ich sehr gut kannte, war ich über ihre, meiner Meinung nach, Fehlinterpretation dessen zutiefst beunruhigt. Ich hatte lokal unterstützte Bibelschulen besucht, und ich wusste gut Bescheid über verschiedene Bereiche des Bibelstudiums.

Nach sechs Jahren zog ich nach Texas und schloss mich zwei Kirchen an. Die erste Kirche wurde von einem jungen Pfarrer geleitet, der unerfahren und nicht sehr gelehrt war. Meine Kenntnis der christlichen Schriften hatte sich zu diesem Zeitpunkt zu etwas Abnormalem entwickelt. Ich war besessen von biblischen Lehren. Ich begann tiefer in die Schriften zu schauen und realisierte, dass ich mehr wusste als der aktuelle Leiter. Als Zeichen des Respekts verließ ich die Kirche und schloss mich einer anderen Kirche in einer anderen Stadt an, wo ich das Gefühl hatte, mehr lernen zu können. Der Pfarrer dieser Kirche war sehr gelehrt. Er war ein ausgezeichneter Lehrer, hatte jedoch einige Vorstellungen, die nicht der Norm unserer Kirchenorganisation entsprachen. Er hatte etwas liberale Ansichten, dennoch bereiteten mir seine Unterrichte Freude. Bald hatte ich die wertvollste Lektion meines christlichen Lebens zu lernen, und zwar die, dass „nicht alles Gold ist, was glänzt“.

Trotz ihrer äußerlichen Erscheinung spielte sich dort Böses ab, was ich in der Kirche nie für möglich gehalten hätte. Dieses Böse veranlasste mich in mich zu gehen und intensiv nachzudenken. Ich begann die Lehren, denen ich so ergeben war, zu hinterfragen.

 Willkommen in der wirklichen Kirchenwelt

Bald entdeckte ich, dass in der kirchlichen Hierarchie große Eifersucht vorherrschte. Die Dinge hatten sich, anders als ich es gewohnt war, verändert. Die Frauen trugen Kleider, die ich beschämend fand. Die Leute kleideten sich, um Aufmerksamkeit zu erhalten – meist von dem anderen Geschlecht. Ich entdeckte, welch große Rolle Geld und Habgier im Ablauf der kirchlichen Aktivitäten spielten. Es gab viele kleine Kirchen, die sich abmühten und bei uns vorsprachen, damit wir ihnen bei der Geldbeschaffung behilflich waren. Wenn eine Kirche nicht eine gewisse Anzahl an Mitgliedern hatte, so wurde mir mitgeteilt, bräuchte ich meine Zeit dort nicht mit Predigen zu verschwenden, da ich keine ausreichende Entschädigung erhalten würde. Ich erklärte dann, dass ich nicht des Geldes wegen dabei war, und dass ich auch predigen würde, selbst wenn nur ein Mitglied anwesend wäre... und dass ich es kostenlos tun würde! Dies löste Aufregung aus. Ich begann jene zu befragen, die ich für weise hielt, nur um herauszufinden, dass sie ein Schauspiel getrieben hatten. Ich lernte, dass Geld, Macht und Stellung wichtiger waren, als die Wahrheit über die Bibel zu lehren.

Als Bibelstudent wusste ich ganz genau, dass es Fehler, Widersprüche und Fälschungen gab. Ich fand, dass die Menschen die Wahrheit über die Bibel erfahren sollten. Die Idee, die Leute gewissen Aspekten der Bibel auszusetzen, war ein Gedanke, der vermutlich dem Satan zuzuschreiben ist. Doch ich begann, meinen Lehrern öffentlich während dem Bibelunterricht Fragen zu stellen, welche keiner von ihnen beantworten konnte. Kein einziger konnte erklären, wie Jesus angeblich Gott sein soll, und wie er gleichzeitig der Vater, der Sohn und der heilige Geist zusammengefasst in einem, und dennoch nicht Teil der Dreifaltigkeit sein soll. Mehrere Prediger mussten letztlich eingestehen, dass sie es nicht verstanden, aber dass wir einfach aufgefordert seien, es zu glauben.

Fälle von Ehebruch und Unzucht blieben ungestraft. Einige Prediger waren drogenabhängig und hatten ihr Leben und das Leben ihrer Familien zerstört. Leiter einiger Kirchen wurden als Homosexuelle entlarvt. Es gab sogar Pfarrer, die schuldig waren, Ehebruch mit jungen Töchtern anderer Kirchenmitglieder begangen zu haben. All dies, gekoppelt mit dem Fehlen von Antworten auf, meines Erachtens, triftige Fragen, waren genug, mich eine Veränderung suchen zu lassen. Diese Veränderung fand statt, als ich eine Stelle im Königreich von Saudi-Arabien annahm.

 Ein Neubeginn

Nicht lange nach meiner Ankunft in Saudi-Arabien sah ich einen unmittelbaren Unterschied in der Lebensweise der Muslime. Sie unterschieden sich von den Anhängern von Elijah Muhammad und dem Geistlichen Louis Farrakhan darin, dass sie in allen Nationalitäten, Farben und Sprachen vertreten waren. Ich empfand sofort das Bedürfnis, mehr über diese sonderbare Art von Religion zu erfahren. Ich war verblüfft über das Leben des Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und wollte mehr wissen. Ich bat einen der Brüder, die beim Aufruf zum Islam aktiv waren, um Bücher. Ich wurde mit allen Büchern versorgt, die ich mir nur hätte wünschen können. Ich habe jedes einzelne gelesen. Mir wurde dann ein Heiliger Quran gegeben, und ich habe ihn in vier Monaten mehrmals vollständig durchgelesen. Ich stellte Frage um Frage und bekam zufriedenstellende Antworten. Was mir gefiel war, dass die Brüder nicht darauf erpicht waren, mich mit ihrem Wissen zu beeindrucken. Wenn ein Bruder nicht wusste, wie er die Frage beantworten soll, sagte er mir, dass er es einfach nicht wisse und das mit jemandem abklären müsse, der es wisse. Am nächsten Tag brachte er immer die Antwort. Ich bemerkte, welch eine große Rolle Demut im Leben dieser mysteriösen Menschen aus dem Vorderen Orient spielte.

Ich war verblüfft zu sehen, wie sich die Frauen von Kopf bis Fuß bedeckten. Ich sah keinerlei religiöse Hierarchie. Niemand wetteiferte um irgendeine religiöse Position. All dies war wunderbar, doch wie sollte ich den Gedanken tragen, eine Lehre zu verlassen, die mir seit der Kindheit gefolgt war? Und was war mit der Bibel? Ich wusste, dass eine gewisse Wahrheit darin ist, obwohl sie unzählige Male verändert und überarbeitet worden war.

Mir wurde dann ein Videoband mit einer Debatte zwischen Ahmed Deedat und Seiner Exzellenz Jimmy Swaggart gegeben.

Nachdem ich diese Debatte gesehen hatte, wurde ich umgehend Muslim.

Sie können die Debatte auf dieser Website hören oder sie bei Youtube anschauen [Stichwort: Ahmed Deedat Jimmy Swaggart]:

http://www.islam.org/audio/ra622_4.ram

Sie können die Bücher von Ahmed Deedat von dieser Website herunterladen:

www.ahmed-deedat.co.za

Ich erklärte offiziell meine Annahme des Islams. Mir wurden viele gute Ratschläge gegeben, wie ich mich auf die lange Reise, die vor mir lag, vorzubereiten habe. Es war wahrhaftig ein Entkommen von der Finsternis ins Licht. Ich fragte mich, was meinesgleichen in der Kirche denken würden, wenn sie erfuhren, dass ich den Islam angenommen hatte. Es dauerte nicht lange, bis ich es herausfand. Ich ging zurück in die Vereinigten Staaten und wurde für meinen „Mangel an Glauben“ schwer kritisiert. Ich wurde mit vielen Etiketten abgestempelt –vom Abtrünnigen bis zum Verdammten. Den Leuten wurde von sogenannten Kirchenführern gesagt, sich meiner nicht einmal im Gebet zu erinnern. So eigenartig dies auch erscheinen mag, es störte mich nicht im Geringsten. Ich war so glücklich, dass der Allmächtige Gott, Allah, entschieden hatte, mich zu leiten, dass es auf nichts anderes mehr ankam.

Jetzt wollte ich nur noch ein so hingebungsvoller Muslim werden, wie ich ein Christ gewesen war. Dies bedeutete natürlich Studium. Ich realisierte, dass eine Person im Islam so viel wachsen kann wie sie will. Es gibt kein Monopol des Wissens – es ist frei für alle, die die Gelegenheit zu lernen nutzen wollen. Mir wurde als Geschenk von meinem Quran-Lehrer ein Set von Sahih Muslim gegeben. Dann erkannte ich das Bedürfnis, über das Leben, die Reden und Handlungsweisen vom Propheten Muhammad (der Segen Allahs und Sein Frieden auf ihm) zu erfahren. Ich las und studierte so viele auf Englisch erhältliche Hadith-Sammlungen wie möglich.

Ich erkannte, dass meine Bibelkenntnis ein ganz nützlicher Vorzug war, im Umgang mit Menschen mit christlichem Hintergrund. Das Leben hatte für mich eine völlig neue Bedeutung erhalten. Eine der tiefgreifendsten Veränderungen in meiner Einstellung gründet auf dem Wissen, dass dieses Leben eigentlich als Vorbereitung auf das Leben im Jenseits betrachtet werden muss. Es war auch eine neue Erfahrung zu wissen, dass wir sogar für unsere Absichten belohnt werden. Wenn du beabsichtigst etwas Gutes zu tun, wirst du belohnt. Das war in der Kirche jedoch ziemlich anders. Die Haltung war, dass „der Weg zur Hölle gepflastert ist mit guten Absichten“. Da gab es keine Möglichkeit zu gewinnen. Wenn du gesündigt hattest, dann musstest du beim Pfarrer beichten, vor allem wenn die Sünde eine große Sünde war, wie zum Beispiel Ehebruch. Du wurdest streng nach deinen Taten beurteilt.

 Gegenwart und Zukunft

Nach einem Interview der Al-Madinah-Zeitung wurde ich nach meinen aktuellen Aktivitäten und meinen Plänen für die Zukunft gefragt.

Gegenwärtig ist es mein Ziel arabisch zu lernen und weiter zu studieren, um mehr Wissen über den Islam zu erlangen. Derzeit bin ich im Bereich der Einladung zum Islam tätig und erhalte Anfragen, Vorlesungen für Nichtmuslime zu halten, die einen christlichen Hintergrund haben. Wenn Allah, Der Allmächtige, mein Leben bewahrt, hoffe ich, mehr über das Thema „Religionen im Vergleich“ zu schreiben.

Es ist die Pflicht der Muslime überall in der Welt, daran zu arbeiten, das islamische Wissen zu verbreiten. Als einer, der so lange Zeit als Bibellehrer verbracht hat, verspüre ich ein besonderes Pflichtgefühl, die Menschen über dieses Buch mit seinen Irrtümern, Widersprüchen und konstruierten Geschichten aufzuklären. Eine der größten Freuden ist es, zu wissen, dass ich mich auf die vielen Diskussionen mit Christen nicht einlassen muss, weil ich ein Lehrer war, der die meisten Streittechniken lehrte, die sie benutzen. Dabei habe ich auch gelernt, wie man argumentiert, indem man die Bibel benutzt, um das Christentum zu verteidigen. Und gleichzeitig kenne ich die Gegenargumente zu jedem Argument – die wir als Kirchengeistliche weder enthüllen noch diskutieren durften.

In meinem Gebet bitte ich Allah darum, dass Er uns all unsere Unwissenheit vergebe und uns leite auf dem Weg, der ins Paradies führt.

Alles Lob gebührt Allah. Möge Allahs Segen und Frieden sein auf Seinem letzten Gesandten, dem Propheten Muhammad, seiner Familie, seinen Gefährten und denjenigen, die der wahren Rechtleitung folgen.

Abdullah Muhammad al-Faruque (Kenneth L. Jenkins)

At-Ta'if, Kingdom of Saudi Arabia


                    3. Abu Yahya, Dr. Jerald F. Dirks, ehemaliger Dekan der Vereinigten Methodistenkirche - Master in Theologie (Harvard) und Doktor in Psychologie (Universität von Denver, USA)

Eine meiner ersten Kindheitserinnerungen ist das Glockengeläut der Kirche zur sonntäglichen Morgenmesse in der kleinen, ländlichen Stadt, in der ich großgezogen wurde. Die methodistische Kirche war eine alte, hölzerne Konstruktion mit einem Kirchturm, zwei Sonntagsschulräumen für Kinder – winzige Räume hinter hölzernen Flügeltüren, um sie vom Heiligtum zu trennen – und eine Chorempore, wo die Sonntagsschulräume für die älteren Kinder untergebracht waren. Sie stand weniger als zwei Blöcke von meinem Zuhause entfernt. Wenn die Kirchenglocken läuteten, kamen wir als Familie zusammen und machten unsere wöchentliche Pilgerfahrt zur Kirche.

Vor dem ländlichen Hintergrund der 1950er Jahre waren die drei Kirchen in dem Ort mit 500 Einwohnern das Zentrum des Gemeindelebens. Einmal im Jahr spendierte die lokale methodistische Kirche, zu welcher meine Familie gehörte, handgerührtes, hausgemachtes Eis, Hühnerpasteten und geröstete Maiskolben. Meine Familie und ich waren immer an allen dreien beteiligt. Zusätzlich gab es jeden Juni eine zweiwöchige Bibelschule der Gemeinde, und bis zu meinem achten Schuljahr nahm ich regelmäßig daran teil. Indes waren die sonntägliche Morgenmesse und die Sonntagsschule wöchentliche Anlässe, bei denen ich bestrebt war, meine Sammlung der Anstecker für perfekte Anwesenheit und die Preise für das Auswendiglernen von Bibelversen zu erweitern.

In meinen jungen Mittelschuljahren wurde die methodistische Kirche geschlossen, und wir besuchten die methodistische Kirche in der Nachbarstadt, die nur etwas größer war als die Stadt in der ich lebte. Da begannen meine Gedanken sich erstmals auf das geistliche Amt als persönliche Berufung zu richten. Ich wurde in der methodistischen Jugendgruppe aktiv und diente schließlich im Bezirks- und Tagungsvorstand. Ich wurde auch ein regelmäßiger „Prediger“ beim jährlichen Jugendsonntagsdienst. Mein Predigen begann gemeindeweit Aufmerksamkeit zu erregen, und bald bestieg ich gelegentlich die Kanzel in anderen Kirchen, in einem Pflegeheim, und bei diversen kirchlichen Jugend- und Frauengruppen, wo ich üblicherweise Teilnehmerrekorde aufstellte.

Im Alter von 17 Jahren, als ich mein erstes Jahr am Harvard College begann, hatte meine Entscheidung, in ein geistliches Amt einzutreten, Form angenommen. Im ersten Jahr schrieb ich mich in einen zweisemestrigen Kurs für vergleichende Religionswissenschaften ein, welcher von Wilfred Cantwell Smith gelehrt wurde, dessen Fachbereich der Islam war. Während diesem Kurs schenkte ich dem Islam weit weniger Aufmerksamkeit als anderen Religionen, wie dem Hinduismus oder Buddhismus, da letztere mir sehr viel esoterischer und fremder erschienen. Im Gegensatz dazu schien der Islam meinem Christentum etwas ähnlich zu sein. Und so konzentrierte ich mich nicht so sehr darauf, wie ich es wahrscheinlich hätte tun sollen, obgleich ich mich erinnern kann, eine Semesterarbeit für den Kurs über das Konzept der Offenbarung im Quran geschrieben zu haben. Nichtsdestoweniger legte ich mir, da der Kurs rigorose akademische Standards und Anforderungen stellte, eine kleine Büchersammlung mit etwa einem halben Dutzend Büchern über den Islam an, die alle von Nichtmuslimen verfasst waren und die mir 25 Jahre später noch nützlich sein sollten. Ich erwarb auch zwei verschiedene englische Übersetzungen der Bedeutungen des Quran, welche ich zu dieser Zeit las.

In diesem Frühling ernannte mich Harvard zum Hollis-Wissenschaftler (benannt nach Thomas Hollis), was bedeutete, dass ich einer der besten Junior-Theologiestudenten des College war. Zwischen meinem ersten und zweiten Studienjahr an der Harvard Universität arbeitete ich im Sommer im Jugendvorstand einer ziemlich großen Kirche der Vereinigten Methodisten. Im folgenden Sommer erhielt ich von der Vereinigten Methodistenkirche meine Lizenz zum Predigen. 1971, nach meinem Abschluss am Harvard-College, schrieb ich mich an der Fakultät für Theologie der Universität ein und erlangte 1974 das Masterdiplom in Theologie. Während dieser Zeit wurde ich bereits 1972 von der Vereinigten Methodistischen Kirche zum Dekan ordiniert, und hatte auch das Stewart-Stipendium der Vereinigten Methodistischen Kirche zusätzlich zu meinem Stipendium der Theologischen Fakultät der Harvard-Universität erhalten. Während meiner Seminarausbildung schloss ich auch ein zweijähriges externes Programm als Krankenhaus-Kaplan am Peter Bent Brigham-Krankenhaus in Boston ab. Nach dem Abschluss an der Theologischen Fakultät in Harvard, verbrachte ich den Sommer als Vorsitzender von zwei Vereinigten Methodistischen Kirchen im ländlichen Kansas, wo die Teilnehmerzahl in eine Höhe stieg wie sie dort schon seit Jahren nicht mehr erreicht worden war.

Von außen betrachtet war ich ein vielversprechender junger Geistlicher, der eine ausgezeichnete Ausbildung erhalten hatte, große Menschenmengen zur sonntäglichen Morgenmesse anzog und auf jedem Abschnitt entlang des geistlichen Weges erfolgreich war. Dennoch, von innen gesehen war ich in einen dauernden Krieg verwickelt, um meine Integrität angesichts meiner geistlichen Verantwortungen zu wahren. Dieser Krieg war weit entfernt von dem, was einige Tele-Evangelisten auszufechten hatten, die erfolglos versuchten ihre persönliche sexuelle Sittlichkeit zu bewahren. Ebenso war es ein sich gänzlich unterscheidender Krieg von dem der Schlagzeilen machenden pädophilen Priester und Pfarrer der gegenwärtigen Zeit. Jedoch mag mein Kampf, die persönliche Integrität zu wahren, der häufigste sein, dem besser gebildete Mitglieder der Geistlichkeit ausgesetzt sind.

Es liegt etwas Ironie in der Tatsache, dass die vermutlich Besten, Klügsten und Idealistischsten der zukünftigen Geistlichen für die allerbeste Ausbildung ausgewählt werden, z.B. jene, die zu dieser Zeit an der Theologischen Fakultät der Harvard Universität angeboten wurde. Die Ironie liegt darin, dass der Seminarteilnehmer durch die Ausbildung so viel geschichtlicher Wahrheit ausgesetzt ist, wie über folgende Themen bekannt ist:

      1. die Bildung der frühen „Mainstream“-Kirche und wie sie durch geopolitische Überlegungen geformt wurde;

      2. die „ursprüngliche“ Lesung verschiedener biblischer Texte, von denen viele in scharfem Kontrast stehen zu dem, was die Christen lesen, wenn sie ihre Bibel in die Hand nehmen, obwohl stufenweise einige dieser Informationen in neuere und bessere Übersetzungen eingebracht werden;

      3. die Entwicklung von Konzepten wie der Dreieinigkeit und der „Sohnschaft“ von Jesus, Friede sei auf ihm;

      4. die eigentlich unreligiösen Überlegungen, die vielen christlichen Überzeugungen und Doktrinen zu Grunde liegen;

      5. die Existenz jener frühen Kirchen und christlichen Bewegungen, die das Konzept der Dreieinigkeit nie akzeptierten, und die das Konzept der Göttlichkeit von Jesus, Friede sei auf ihm, nie akzeptierten; und so weiter und so fort (Einige dieser Früchte meiner Seminarausbildung findet man in Einzelheiten in meinem Buch „The Cross and the Crescent: An Interfaith Dialogue between Christianity and Islam“, Amana Publications, 2001.)

Von daher ist es nicht sehr verwunderlich, dass fast eine Mehrheit der Seminarabsolventen das Seminar verlassen – nicht um „Kanzeln zu füllen“, wo sie aufgefordert würden das zu predigen, wovon sie wissen, dass es nicht wahr ist, sondern um in verschiedene beratende Berufe einzusteigen. Das war auch bei mir der Fall, da ich weitermachte um meinen Master und meinen Doktor in klinischer Psychologie abzuschließen. Ich fuhr fort, mich  als Christ zu bezeichnen, weil dies ein Stück benötigter Identität war und auch, weil ich immerhin ein ordinierter Geistlicher war, obwohl ich Berater für mentale Gesundheit auf Vollzeitbasis war. Aber meine Seminarausbildung hatte meinen Glauben an die Dreieinigkeit und die Göttlichkeit von Jesus, Friede sei mit ihm, erschüttert. (Umfragen decken regelmäßig auf, dass Geistliche weniger an diese oder andere Dogmen der Kirche glauben als die Laien, denen sie dienen; und dass Geistliche solche Begriffe wie „Sohn Gottes“ eher bildlich verstehen, während ihre Gemeindemitglieder es wörtlich verstehen.) So wurde ich zum „Weihnachten-und-Ostern-Christ“, der die Kirche nur vereinzelt besuchte, und dabei Zähne knirschend und auf die Zunge beißend Predigten ertrug, von denen er wusste, dass sie nicht richtig sind.

Man muss aus dem oben Erwähnten nicht schließen, dass ich weniger religiös oder spirituell ausgerichtet war als zuvor. Ich betete regelmäßig, mein Glaube an eine höchste Gottheit blieb fest und sicher, und ich führte mein persönliches Leben im Einklang mit der Sittenlehre, die ich einst in der Kirche und Sonntagsschule gelernt hatte. Ich wusste es einfach besser, als mich in von Menschen gemachte Dogmen und Glaubensartikel einer organisierten Kirche einzukaufen, die mit heidnischen Einflüssen, polytheistischen Vorstellungen, und geopolitischen Erwägungen eines vergangenen Zeitalters so schwer überfrachtet war.

Während die Jahre vergingen, war ich über den wachsenden allgemeinen Verlust an Religiosität in der amerikanischen Gesellschaft zunehmend besorgt. Religiosität ist eine lebende, atmende Spiritualität und Moral innerhalb des Individuums und sollte nicht mit Frömmelei verwechselt werden, die sich mit Riten, Ritualen und formalen Bekenntnissen einer organisierten Einheit beschäftigt, z.B. der Kirche. Die amerikanische Kultur schien ihren moralischen und religiösen Kompass zunehmend verloren zu haben. Zwei von drei Ehen endeten in der Scheidung; Gewalt wurde mehr und mehr fester Bestandteil von Schulen und Straßen; Eigenverantwortung schwand; Selbstdisziplin wurde von einer „wenn sich’s gut anfühlt, dann tu es“ - Moral verdrängt; verschiedene christliche Führer und Institutionen versanken in sexuellen und finanziellen Skandalen; die Gefühle rechtfertigten dieses Verhalten, so abscheulich es auch war.

Die amerikanische Kultur wurde zur korrupten Institution, und ich fühlte mich ziemlich alleine in meiner persönlichen religiösen Wachsamkeit.

Zu diesem Zeitpunkt begann ich dann mit der lokalen muslimischen Gemeinschaft in Kontakt zu treten.

Während einiger Jahre zuvor waren meine Frau und ich aktiv an der Forschung über das arabische Pferd beteiligt gewesen. Um an Übersetzungen verschiedener arabischer Dokumente zu gelangen, brachte uns diese Forschung schließlich in Kontakt mit arabischen Amerikanern, die nun einmal Muslime waren. Unser erster derartiger Kontakt fand im Sommer 1991 mit Jamal statt.

Nach einem ersten Telefongespräch besuchte uns Jamal zu Hause und bot uns an, einige Übersetzungen für uns zu erstellen und uns dabei behilflich zu sein, uns durch die Geschichte des arabischen Pferdes im Mittleren Osten zu geleiten. Bevor Jamal an diesem Nachmittag ging, fragte er, ob er unser Badezimmer benutzen könne, um das anstehende Gebet sprechen zu können, bevor er unser Haus verlasse, und ob wir ein Stück Zeitung hätten, um es anstelle eines Gebetsteppichs gebrauchen zu können. Wir folgten natürlich seiner Bitte, doch wir fragten uns, ob es etwas Geeigneteres als eine Zeitung gäbe, das wir ihm als Gebetsunterlage geben könnten. Ohne, dass wir es zu dieser Zeit je realisiert hätten, praktizierte Jamal eine sehr schöne Form der Daua ( Aufruf oder Einladung). Er verlor kein Wort darüber, dass wir keine Muslime waren, und er predigte uns nichts über seinen religiösen Glauben. Er beschenkte uns „lediglich“ mit seinem Vorbild; ein Vorbild, das Bände sprach, wenn man für die Lektion empfänglich war.

In den darauffolgenden 16 Monaten nahm der Kontakt zu Jamal allmählich zu, bis wir dann alle zwei bis vier Wochen Kontakt hatten. Während dieser Besuche versuchte Jamal nie, mir über den Islam zu predigen, befragte mich weder über meine eigenen religiösen Bekenntnisse und Überzeugungen noch schlug er mir vor Muslim zu werden. Dennoch begann ich viel zu lernen. Zunächst war da das vorbildliche Verhalten von Jamal, wie er seine Gebete einhielt beeindruckte mich sehr. Außerdem führte er sein Leben auf sehr moralische und ethisch einwandfreie Weise, sowohl in seinem geschäftlichen als auch in seinem sozialen Umfeld. Ebenfalls beispielhaft war der Umgang mit seinen Kindern. Für meine Frau war wiederum die Frau von Jamal ein ähnliches Vorbild. Ein anderer Punkt war, dass er mir im Rahmen des besseren Verständnisses der Geschichte der arabischen Pferde im Mittleren Osten half und schließlich auch Folgendes mit mir zu teilen begann: 1. Die arabische und islamische Geschichte; 2. Aussprüche des Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm; und 3. Quranverse und deren Bedeutung. Tatsächlich beinhaltete jedes unserer Treffen mindestens 30 Minuten Unterhaltung, die sich um einen gewissen Aspekt des Islams drehte, jedoch immer auch um mir den islamischen Rahmen der Geschichte der arabischen Pferde auf intellektueller Ebene zu erklären. Mir wurde nie gesagt „So ist es“, sondern vielmehr, „Dies ist, was Muslime glauben“. Weil mir nie eine „Predigt gehalten“ wurde, und weil Jamal sich nie nach meinem eigenen Glauben erkundigte, brauchte ich mich nicht darum zu sorgen, eine Rechtfertigung meiner eigenen Position vorzubringen. Alles fand wie eine intellektuelle Übung statt, aber nicht bekehrend.

Allmählich begann Jamal, uns anderen muslimischen Familien in der lokalen muslimischen Gemeinschaft vorzustellen. Da waren Wa’el und seine Familie, Khalid und seine Familie, und ein paar andere. Logischerweise beobachtete ich Individuen und Familien, die ihr Leben auf einer viel höheren ethischen Ebene lebten, als die amerikanische Gesellschaft, in der wir alle verwurzelt waren. Vielleicht war da etwas im Islam, was ich während meines Studiums und meiner Seminartage verpasst hatte...

Im Dezember 1992 begann ich, mir einige ernsthafte Fragen darüber zu stellen, wo ich stand und was ich tat. Folgende Erwägungen veranlassten mich dazu:

1. In den vergangenen 16 Monate hatte sich unser soziales Leben zunehmend auf die örtliche arabisch-islamische Gemeinschaft konzentriert. Bis Dezember verbrachten wir wahrscheinlich 75 % unseres gesellschaftlichen Lebens mit arabischen Muslimen;

2. Aufgrund meiner Seminarschulung und -ausbildung wusste ich, wie sehr die Bibel manipuliert worden war (und auch genau wann, wo und weshalb) und glaubte somit auch nicht mehr an irgendeinen dreieinigen Gott, und auch nicht an mehr als eine metaphorische „Sohnschaft“ von Jesus, Friede sei auf ihm. Kurzum, ich glaubte sicherlich an Gott, war aber ein ebenso strikter Monotheist geworden, wie es meine muslimischen Freunde waren.

3. Sowohl meine persönlichen Werte als auch mein Sinn für Moral waren viel mehr im Einklang mit meinen muslimischen Freunden als mit der „christlichen“ Gesellschaft um mich herum. Schließlich hatte ich Jamal, Khalid und Wa’el als Vorbild. Meine nostalgische Sehnsucht nach der Art von Gemeinschaft, in welcher ich aufgewachsen war, fand Befriedigung in der muslimischen Gemeinschaft. Die amerikanische Gesellschaft mag moralisch bankrott sein, doch dies schien für diesen Teil der muslimischen Gemeinschaft, mit welchem ich Kontakt hatte, nicht der Fall zu sein. Ehen waren stabil, Ehegatten waren einander verbunden, und Ehrlichkeit, Integrität, Selbstverantwortung und Familienwerte wurden Nachdruck verliehen. Meine Frau und ich hatten versucht unser Leben auf dieselbe Art und Weise zu leben, doch für einige Jahre hatte ich das Gefühl, dass wir dies in der Umgebung eines moralischen Vakuums taten. Die muslimische Gemeinschaft schien anders zu sein. Die verschiedenen Fäden wurden zu einem einzigen Strang verwoben. Arabische Pferde, meine Erziehung in der Kindheit, mein Ausflug in die christliche Geistlichkeit und meine Seminarausbildung, meine nostalgische Sehnsucht nach einer moralischen Gesellschaft und mein Kontakt mit der muslimischen Gemeinschaft wurden kompliziert verflochten. Meine „Selbsthinterfragung“ gipfelte, als ich der Sache endlich auf den Grund ging und mich fragte, was genau mich denn vom Glauben meiner muslimischen Freunde trennte. Ich nehme an, dass ich diese Frage mit Jamal oder mit Khalid hätte aufwerfen können, aber ich war nicht bereit diesen Schritt zu tun. Ich hatte meinen eigenen Glauben mit ihnen nie diskutiert, und dachte nicht, dass ich dieses Gesprächsthema in unsere Freundschaft einführen wollte. Deswegen begann ich, alle Bücher über den Islam, die ich in meiner Studienzeit und meinen Seminartagen erstanden hatte, aus dem Bücherregal zu zerren. Wie weit entfernt mein eigener Glaube von der traditionellen Stellung der Kirche auch war, und so selten ich die Kirche tatsächlich auch besuchte, so identifizierte ich mich noch immer mit den Christen, und wendete mich so den Arbeiten westlicher Gelehrter zu. In jenem Dezember las ich etwa ein halbes Dutzend Bücher über den Islam von westlichen Gelehrten, einschließlich einer Biographie vom Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm. Des Weiteren begann ich zwei verschiedene englische Übersetzungen der Bedeutung des Quran zu lesen. Ich habe nie mit meinen muslimischen Freunden über meine persönliche Suche nach Selbstentdeckung gesprochen. Ich erwähnte nie, welche Art von Büchern ich las, noch sprach ich je darüber, weshalb ich diese Bücher las. Jedoch stellte ich ihnen gelegentlich eine sehr indirekt formulierte Frage.

Während ich mit meinen muslimischen Freunden nie über diese Bücher sprach, hatten meine Frau und ich zahlreiche Unterhaltungen über das, was ich las. In der letzten Dezemberwoche 1992 war ich gezwungen, mir einzugestehen, dass ich keinen Bereich von wesentlicher Unstimmigkeit  zwischen meinem eigenen Glauben und den allgemeinen Grundsätzen des Islams finden konnte. Während ich bereit war, anzuerkennen, dass Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ein Prophet (einer der durch Inspiration von Gott sprach) Gottes war, und während ich absolut keine Schwierigkeiten hatte, zu bestätigen, dass es keinen Gott gibt außer Gott/Allah, zögerte ich noch immer, irgendeine Entscheidung zu fällen. Ich konnte mir selbst gerne eingestehen, dass ich mit dem islamischen Glauben, wie ich ihn zu dieser Zeit verstand, weit mehr gemeinsam hatte als ich es mit dem traditionellen Christentum der organisierten Kirche hatte. Ich wusste nur zu gut, dass ich von meiner Ausbildung her das Meiste mühelos bestätigen konnte, was der Quran über das Christentum, die Bibel und Jesus, Friede sei auf ihm, zu sagen hatte. Nichtsdestotrotz zögerte ich. Außerdem erklärte ich mein Zögern rational, indem ich mir gegenüber behauptete, dass ich die genauen Einzelheiten des Islams wirklich nicht kannte, und dass meine Bereiche der Übereinstimmung auf allgemeine Auffassungen beschränkt waren. Somit fuhr ich fort zu lesen und dann wieder zu lesen.

Der eigene Identitätssinn, der einem sagt, wer man ist, stellt eine maßgebliche Bestätigung der eigenen Stellung im Kosmos dar. In meiner beruflichen Praxis wurde ich gelegentlich zu Rate gezogen, um gewisse Drogenerkrankungen zu behandeln, die sich vom Rauchen über Alkoholismus bis hin zu hartem Drogenmissbrauch bewegten. Als Spezialist auf meinem Gebiet wusste ich, dass die grundlegende körperliche Abhängigkeit überwunden werden musste, um die anfängliche Abstinenz zu schaffen. Das war der einfache Teil der Behandlung. Wie Mark Twain einmal sagte: „Aufhören zu rauchen ist einfach, ich habe es hunderte von Malen getan.“ Jedoch wusste ich auch, dass der Schlüssel dazu, die Abstinenz über einen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten, die Überwindung der psychologischen Abhängigkeit des Klienten war, welche sich schwer auf dem zugrunde liegenden Identitätssinn des Klienten gründete. Beispielsweise identifizierte sich der Klient damit, ein „Raucher“ oder „Trinker“ zu sein. Das Suchtverhalten war ein wesentlicher Bestandteil des grundlegenden Identitätssinnes des Klienten geworden. Diesen Identitätssinn zu ändern, war für die Aufrechterhaltung der psychotherapeutischen „Heilung“ entscheidend. Das war der schwierige Teil der Behandlung. Den grundlegenden Identitätssinn von jemandem zu ändern, ist die schwierigste Aufgabe. Die Psyche neigt dazu, am Alten und Gewohnten zu kleben, was psychologisch bequemer und sicherer erscheint als das Neue und Ungewohnte.

Auf der beruflichen Ebene hatte ich das oben erläuterte Wissen und nutzte es im täglichen Gebrauch. Dennoch war ich ironischerweise noch nicht bereit, es bei mir selbst und im Bezug auf mein Zögern hinsichtlich meiner religiösen Identität anzuwenden. 43 Jahre lang war meine religiöse Identität eindeutig  „Christ“, wenn ich im Laufe der Jahre auch noch so viele Qualifikationen zu diesem Begriff hinzugefügt hatte. Dieses Etikett der persönlichen Identität aufzugeben, war keine leichte Aufgabe. Es war ein wesentlicher Bestandteil davon, wie ich mein wahres Wesen definierte. Im Nachhinein ist klar, dass mein Zögern dem Zweck diente, mich zu versichern, dass ich meine gewohnte religiöse Identität als Christ behalten konnte, wenn auch als ein Christ, der wie ein Muslim glaubte.

Nun waren die letzten Tage im Dezember angebrochen, und meine Frau und ich füllten unsere Anträge für die ﷻ‬.S.- Pässe aus, so dass eine geplante Reise in den Nahen Osten Wirklichkeit werden konnte. Eine der Fragen hatte mit der Religionszugehörigkeit zu tun. Ich dachte nicht einmal darüber nach und fiel automatisch zurück zum Alten und Gewohnten, als ich „Christ“ ankreuzte. Es war einfach, es war gewohnt und es war bequem.

Jedoch wurde diese Behaglichkeit augenblicklich unterbrochen, als meine Frau mich fragte, wie ich die Frage nach der religiösen Identität auf dem Antragsbogen beantwortet hatte. Ich antwortete umgehend „Christ“ und gluckste hörbar. Nun, einer der Beiträge von Freud zum Verständnis der menschlichen Psyche war seine Erkenntnis, dass Lachen oft eine Befreiung von Anspannung ist. Wie Unrecht Freud in vielen Aspekten seiner Theorie der psychosexuellen Entwicklung auch gehabt haben mag, so waren seine Einsichten  bezüglich des Lachens ziemlich zutreffend. Ich hatte gelacht! Was für eine psychische Anspannung hatte mich dazu gebracht, mich durch das Medium Lachen befreien zu müssen?

Dann fuhr ich hastig damit fort, meiner Frau zu versichern, dass ich ein Christ war und kein Muslim. Als Antwort darauf informierte sie mich höflich, dass sie lediglich frage, ob ich „Christ“ geschrieben hatte oder „Protestant“ oder „Methodist“. Vom Beruf her wusste ich, dass sich eine Person nicht gegen eine Anschuldigung wehrt, die nicht gemacht worden war. (Wenn während einer psychotherapeutischen Sitzung mein Klient herausplatzte „ich bin darüber nicht wütend“, und ich hatte das Thema Wut nicht einmal angeschnitten, dann war klar, dass mein Klient das Bedürfnis verspürte, sich gegen eine Anklage zu wehren, die sein eigenes Unterbewusstsein gemacht hatte. Kurzum, er war wirklich wütend, jedoch nicht bereit dies einzugestehen oder damit umzugehen.) Wenn meine Frau mich nicht  mit „Du bist ein Muslim“ beschuldigt hatte, so musste diese Beschuldigung von meinem eigenen Unterbewusstsein ausgegangen sein, da ich außer ihr die einzige anwesende Person war. Ich war mir dessen bewusst, doch ich zögerte noch immer. Das religiöse Etikett, das meinem Identitätssinn 43 Jahre lang angehaftet hatte, würde sich nicht einfach ablösen lassen.

Seit dieser Frage meiner Frau war etwa ein Monat vergangen. Es war nun Ende Januar 1993. Ich hatte die Bücher der westlichen Gelehrten über den Islam beiseite gelegt, da ich sie alle gründlich gelesen hatte. Die zwei englischen Übersetzungen der Bedeutung des Quran waren zurück im Bücherregal, und ich war nun damit beschäftigt noch eine dritte Übersetzung der Bedeutung des Quran zu lesen. Vielleicht würde ich in dieser Übersetzung eine plötzliche Rechtfertigung finden für [...]

Ich verbrachte die Mittagspause von meiner Praxisarbeit in einem arabischen Restaurant, das ich oft besuchte. Wie üblich setzte ich mich an einen kleinen Tisch und schlug meine dritte Englischübersetzung der Bedeutung des Quran an der Stelle auf, wo ich mit dem Lesen aufgehört hatte. Kurz dachte ich daran, dass ich in meiner Mittagspause ebenso gut etwas anderes lesen könnte. Einige Augenblicke später bemerkte ich, dass Mahmoud neben mir stand und darauf wartete, meine Bestellung aufzunehmen. Er warf einen Blick darauf, was ich las, sagte aber nichts dazu. Nachdem meine Bestellung aufgenommen war, kehrte ich zurück zur Einsamkeit meines Lesens.

Wenige Minuten später erschien Mahmoud’s Frau Iman, eine amerikanische Muslimin, die Hijab (Schleier) und bescheidene Kleidung trug, die ich inzwischen mit Musliminnen verband, und brachte mir meine Bestellung. Sie merkte an, dass ich den Quran las und fragte höflich, ob ich Muslim sei. Die Antwort entwich meiner Zunge noch bevor sie durch irgendeine soziale Etikette oder Höflichkeit hätte abgeändert werden können. „Nein!“ Dieses einzelne Wort wurde eindringlich ausgesprochen und mit mehr als nur einer Andeutung auf Reizbarkeit. Damit zog sich Iman höflich von meinem Tisch zurück.

Was war mit mir los? Ich hatte mich grob und aggressiv verhalten. Was hatte diese Frau getan, um solch ein Verhalten von mir zu verdienen? Das war nicht Ich. In Anbetracht der Erziehung, dich in meiner Kindheit erfahren hatte, gebrauchte ich noch immer die Worte „Herr“ und „Dame“, wenn ich zu Angestellten und Kassierern sprach, die mich in Läden bedienten. Ich konnte versuchen, mein eigenes Lachen als Befreiung von Anspannung zu ignorieren. Doch diese Art unverschämten Verhaltens von mir selbst konnte ich nicht ignorieren. Ich legte meine Lektüre beiseite, und während der ganzen Mahlzeit schmorte ich geistig über das eben Geschehene. Je länger ich schmorte, desto schuldiger fühlte ich mich für mein Benehmen. Ich wusste, dass ich es, wenn Iman mir die Rechnung am Ende der Mahlzeit bringen würde, wiedergutzumachen hätte. Wenn auch nur der Höflichkeit wegen. Darüber hinaus war ich wirklich ziemlich verstört darüber, wie widerstrebend ich auf ihre harmlose Frage reagiert hatte. Was ging in mir vor, dass ich mit so viel Kraft auf eine so einfache und direkte Frage antwortete? Weshalb führte diese eine einfache Frage zu einem so ungewöhnlichen Verhalten meinerseits?

Später, als Iman mit der Rechnung kam, versuchte ich es mit einer Rund-um-Entschuldigung: „Ich fürchte, ich war etwas abrupt mit meiner Antwort auf ihre Frage. Wenn Sie mich fragen, ob ich glaube, dass es nur einen Gott gibt, dann ist meine Antwort Ja. Wenn Sie mich fragen, ob Muhammad ein Prophet dieses Einen Gottes ist, dann ist meine Antwort Ja.“ Sie sagte auf sehr freundliche und unterstützende Art: „Das ist in Ordnung. Manche Leute brauchen etwas länger als andere.“

Vielleicht ist der Leser freundlich genug, die psychologischen Spiele zu bemerken, die ich mit mir selbst spielte, ohne über meine geistigen Turnübungen und mein Verhalten zu sehr in sich hinein zu lachen. Ich wusste sehr wohl, dass ich auf meine eigene Art und Weise, mit meinen eigenen Worten gerade eben die Schahada, das islamische Glaubensbekenntnis, ausgesprochen hatte, das heißt „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.“ Dennoch konnte ich mich, nachdem ich das gesagt und anerkannt hatte, immer noch an meinem alten und gewohnten Etikett religiöser Identität festklammern. Schließlich hatte ich nicht gesagt, dass ich Muslim sei. Ich war einfach ein Christ, wenn auch ein atypischer Christ, der gewillt war, zu sagen, dass es Einen Gott gab, und nicht einen dreieinigen Gott, und der gewillt war, zu sagen, dass Muhammad einer der Propheten war, die von diesem Einen Gott inspiriert waren. Wenn ein Muslim mich als einen Muslim annehmen wollte, so war das seine oder ihre Sache, und sein oder ihr Etikett religiöser Identität. Jedoch war es nicht meines. Ich dachte, dass ich meinen Ausweg aus meiner Krise der religiösen Identität gefunden hatte. Ich war ein Christ, der vorsichtig erklären würde, dass er mit dem islamischen Glaubensbekenntnis einverstanden war, und der gewillt war, dieses zu bezeugen. Nachdem ich nun meine gequälte Erklärung gemacht und die englische Sprache haarklein zergliedert hatte, konnten mir andere das Etikett anhängen, das sie wollten. Es war ihr Etikett, nicht meines.

Es war nun März 1993 und meine Frau und ich genossen einen fünfwöchigen Urlaub im Nahen Osten. Außerdem war auch gerade der islamische Fastenmonat Ramadan, in dem Muslime von Tagesanbruch bis zum Sonnenuntergang fasten. Weil wir so oft mit Familienmitgliedern unserer muslimischen Freunde aus den Staaten zusammen waren oder von ihnen begleitet wurden, hatten meine Frau und ich beschlossen, auch zu fasten, und sei es nur aus allgemeiner Höflichkeit. Zu dieser Zeit hatte ich auch begonnen, mit meinen neuen muslimischen Freunden aus dem Mittleren Osten die fünf täglichen Gebete des Islams zu beten. Schließlich war da nichts in diesen Gebeten, womit ich nicht einverstanden gewesen wäre.

Ich war ein Christ, zumindest sagte ich das. Ich war in eine christliche Familie hineingeboren worden, hatte eine christliche Erziehung erhalten, hatte als Kind jeden Sonntag die Kirche und die Sonntagsschule besucht, hatte ein renommiertes Seminar abgeschlossen, und war ein ordinierter Geistlicher einer großen protestantischen Konfession. Jedoch war ich auch ein Christ, der nicht an einen dreieinigen Gott oder an die Göttlichkeit von Jesus, Friede sei auf ihm, glaubte, der ganz gut wusste, wie die Bibel verfälscht worden war, der das islamische Glaubensbekenntnis in seinen eigenen, sorgfältig zerlegten Worten gesprochen hatte, der während des Monats Ramadan gefastet hatte, der fünf Mal am Tag islamische Gebete sprach, und der vom beispielhaften Verhalten, welches er in der muslimischen Gemeinschaft erlebt hatte, sowohl in Amerika als auch im Nahen Osten, tief beeindruckt war. (Zeit und Platz erlauben mir nicht den Luxus, all die Beispiele persönlicher Moral und Ethik zu dokumentieren, denen ich im Nahen Osten begegnet war.) Wenn ich gefragt wurde, ob ich Muslim sei, konnte ich, und hielt ich auch, einen fünfminütigen Monolog zur Erläuterung des Vorangegangenen und ließ die Frage im Grunde unbeantwortet. Ich spielte intellektuelle Wortspiele und diese gelangen mir recht gut.

Zurück zur Reise in den Nahen Osten: Es war eines Abends spät geworden und ich ging mit einem älteren Freund, der kein Englisch sprach, in einer der wirtschaftlich benachteiligten Gegenden in der Umgebung von Amman (Jordanien) eine gewundene, kleine Straße hinunter. Als wir so spazierten, näherte sich uns ein älterer Mann von der gegenüberliegenden Seite, sagte „AsSalamu aleykum“, was ‚Friede sei mit euch‘ heißt, und reichte uns die Hand. In diesem Augenblick waren wir dort die einzigen drei Menschen. Ich sprach kein arabisch, und weder mein Freund noch der Fremde sprachen Englisch. Der Fremde sah mich an und fragte: „Muslim?“

Ganz genau in diesem Moment war ich voll und ganz in der Falle. Da waren keine intellektuellen Wortspiele möglich, denn ich konnte nur auf Englisch kommunizieren und sie nur auf Arabisch. Es war kein Übersetzer anwesend, um mich aus der Situation zu retten und mir zu erlauben, mich hinter meinem sorgfältig vorbereiteten englischen Monolog zu verstecken. Ich konnte nicht behaupten, dass ich die Frage nicht verstanden hatte, denn es war allzu offensichtlich, dass ich es hatte. Meine Wahl war plötzlich, unvorhergesehen und unerklärlich auf nur zwei mögliche Antworten reduziert: Ich konnte „Na’am“ sagen, das heißt Ja, oder ich konnte „La“ sagen, das heißt Nein. Die Wahl lag bei mir, und ich hatte keine andere. Ich musste wählen, und ich musste jetzt wählen. Es war ganz einfach. Gott Lob antwortete ich „Na’am“.

Mit dem Ausspruch dieses einen Wortes hatte ich nun all die intellektuellen Wortspiele hinter mir. Und mit den hinter mir gelassenen Wortspielen hatte ich auch die psychologischen Spiele bezüglich meiner religiösen Identität hinter mir. Ich war kein etwas atypischer Christ. Ich war Muslim. Gott Lob wurde auch meine 33-jährige Frau etwa zur selben Zeit Muslima.

Nur wenige Monate nach unserer Rückkehr nach Amerika lud uns ein Nachbar in sein Haus ein und sagte, dass er mit uns über unsere Konvertierung zum Islam reden wolle. Er war ein pensionierter methodistischer Geistlicher, mit dem ich in der Vergangenheit mehrere Unterhaltungen gehabt hatte. Obwohl wir gelegentlich oberflächlich über  Themen wie die künstliche Konstruktion der Bibel aus unterschiedlichen, früheren, unabhängigen Quellen gesprochen hatten, hatten wir nie eine tiefgründige Unterhaltung über Religion. Ich wusste nur, dass er offensichtlich eine solide Seminarausbildung erhalten hatte, und dass er jeden Sonntag im lokalen Kirchenchor sang.

Meine anfängliche Reaktion war, „Oh, jetzt geht's los.“ Nichtsdestotrotz ist es eine muslimische Pflicht ein guter Nachbar zu sein, und es ist eine muslimische Pflicht bereit zu sein, mit anderen über den Islam zu reden. Und so nahm ich die Einladung für den folgenden Abend an und verbrachte die meiste (der wachen) Zeit der nächsten 24 Stunden damit, mir zu überlegen, wie ich am besten an diesen Herrn herantreten sollte. Die verabredete Zeit kam, und wir gingen rüber zu unseren Nachbarn. Nach einigen Augenblicken Geplauder fragte er mich schließlich, warum ich mich entschieden hatte Muslim zu werden. Ich hatte auf diese Frage gewartet und hatte meine Antwort sorgfältig vorbereitet. „Wie Sie aus Ihrer Seminarausbildung wissen,  gab es da viele nichtreligiöse Überlegungen, die zu den Entscheidungen im Konzil von Nicea führten und diese formten...“ Er schnitt mir gleich das Wort mit der Aussage ab: „Sie konnten den Polytheismus definitiv nicht mehr ertragen, nicht wahr?“ Er wusste genau, weshalb ich ein Muslim war, und er widersprach meiner Entscheidung nicht! Er entschied für sich selbst, in seinem Alter und mit seinem Platz im Leben „ein atypischer Christ“ zu sein. Wenn Allah will, hat er inzwischen seine Reise vom Kreuz zum Halbmond abgeschlossen.

Als Muslim in Amerika gibt es Opfer, die erbracht werden müssen. Schließlich gibt es Opfer, die Muslime überall erbringen müssen. Jedoch sind diese Opfer in Amerika weitaus spürbarer, besonders unter amerikanischen Konvertierten. Einige dieser Opfer sind voraussagbar und beinhalten einen geänderten Kleidungsstil und die Enthaltung von Alkohol, Schweinefleisch und von Zinserhalt für das eigene Geld. Einige dieser Opfer sind weniger voraussagbar. Zum Beispiel informierte uns eine christliche Familie, dass sie nicht mehr mit uns verkehren könnten, so wie sie mit niemandem verkehren könnten, der nicht „Jesus Christus als seinen persönlichen Retter annimmt.“ Hinzu kam, dass einige meiner Berufskollegen ihr Verhalten mir gegenüber änderten. Ob es nun Zufall war oder nicht, meine Zuweisungen schrumpften, und das Resultat davon war ein Rückgang meines Einkommens von beinahe 30%. Einige dieser weniger voraussagbaren Opfer waren schwer anzunehmen, obwohl die Opfer ein kleiner Preis für das waren, was wir zurückbekamen.

Für diejenigen, die über die Annahme des Islams und die Hingabe des Selbst an Allah – gelobt und Erhaben ist Er – nachdenken: Es kann gut sein, dass der Weg Opfer fordert. Viele dieser Opfer sind leicht vorauszusagen, während andere eher überraschend und unerwartet sind. Man kann die Existenz dieser Opfer nicht verleugnen, und ich beabsichtige nicht, diese Pille für Sie zu versüßen. Trotzdem, seien Sie nicht übermäßig beunruhigt durch diese Opfer. In der abschließenden Beurteilung sind die Opfer weniger wichtig als Sie jetzt denken. Wenn Allah will, werden Sie feststellen, dass diese Opfer eine preiswerte Münze sind, die Sie für die „Ware“, die sie erwerben bezahlen.


                    4. Khadijah, ehemals Sue Watson, ehemalige Pastorin, Missionarin, Professorin - Master in Theologie (USA, Philippinen)

„Was ist mit dir geschehen?“ Dies war üblicherweise die erste Reaktion meiner früheren Klassenkameraden, Freunde oder Pastorenkollegen, wenn sie mich sahen, nachdem ich den Islam angenommen hatte. Ich nehme an, dass ich es ihnen nicht verübeln kann, denn für meine Person war es hochgradig ungewöhnlich, die Religion zu wechseln. Zuvor war ich Professorin, Pastorin, Kirchengründerin und Missionarin. Wenn irgendjemand ein radikaler Fundamentalist war, dann ich.

Ich hatte gerade fünf Monate zuvor mit einem Eliteseminar meinen Universitätsabschluss in Theologie gemacht. Nach dieser Zeit traf ich eine Dame, die in Saudi-Arabien gearbeitet und den Islam angenommen hatte. Natürlich fragte ich sie nach der Behandlung der Frauen im Islam. Ich war schockiert über ihre Antwort – es war nicht das, was ich erwartet hatte – und so fuhr ich fort, ihr andere Fragen bezüglich Allah und Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, zu stellen. Sie schlug mir vor, mich zu einem  Islamischen Zentrum mitzunehmen, wo sie besser befähigt seien, meine Fragen zu beantworten. 

Ich hatte also ausreichend gebetet, und sozusagen Jesus um Schutz vor den dämonischen Geistern gebeten, was notwendig war, wenn man bedenkt, was uns über den Islam beigebracht wurde - nämlich, dass es eine dämonische und satanische Religion sei. Da ich das Evangelium gelehrt hatte, war ich ziemlich schockiert über ihren Zugang dazu, welcher ganz direkt und geradeaus ist.

Keine Einschüchterung, keine Belästigung, keine psychologische Manipulation, keine unterschwellige Beeinflussung. Keiner dieser „Lassen Sie uns eine Quran-Lesung bei Ihnen zu Hause machen“-Sprüche, ganz das Gegenstück zum Bibel-Studium. Ich konnte es nicht glauben! Sie gaben mir ein paar Bücher und teilten mir mit, dass sie bei Fragen meinerseits zur Verfügung stehen, um sie im Büro zu beantworten. In derselben Nacht las ich alle Bücher, die sie mir gegeben hatten. Es war das erste Mal, dass ich je ein Buch über den Islam las, das von einem Muslim geschrieben war. Wir hatten nur Bücher über den Islam gelesen und studiert, die von Christen geschrieben wurden. Am nächsten Tag verbrachte ich drei Stunden im Büro und stellte Fragen. Das ging eine ganze Woche täglich so weiter. Bis dahin hatte ich zwölf Bücher gelesen und verstanden, weshalb Muslime die Menschen sind, die auf der Welt am schwersten zum Christentum zu bekehren sind. Warum? Weil es nichts gibt, was man ihnen anbieten kann!! Es gibt eine Beziehung zu Allah, Vergebung der Sünden, Rettung und Versprechen des ewigen Lebens.

Natürlich war meine erste Frage auf die Gottheit von Allah konzentriert. Wer ist dieser Allah, Den die Muslime anbeten? Uns war als Christen gelehrt worden, dass dies ein anderer Gott sei, ein falscher Gott. Wobei Er tatsächlich der Allwissende, der Allmächtige ist. Der Eine und Einzige, ohne Teilhaber und ohne Seinesgleichen. Es ist interessant zu erfahren, dass es während den ersten dreihundert Jahren der Kirche Bischöfe gab, die wie die Muslime lehrten, dass Jesus, Friede sei auf ihm, ein Prophet war und nicht der Sohn Gottes! Erst nach der Konvertierung von Kaiser Konstantin führte dieser die Dreifaltigkeitslehre ein. Er, ein zum Christentum Konvertierter, der nichts über seine Religion wusste, führte ein heidnisches Konzept ein, das auf babylonische Zeiten zurückgeht. Weil der Platz mir nicht erlaubt, auf Einzelheiten einzugehen, mehr dazu, so Allah will, ein anderes Mal. Doch muss ich darauf hinweisen, dass das Wort Trinität in der Bibel nicht vorkommt, weder in irgendeiner der vielen Übersetzungen noch in den originalen griechischen und hebräischen Sprachen!

Eine meiner weiteren wichtigen Fragen konzentrierte sich auf Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm. Wer war dieser Muhammad? Ich fand heraus, dass Muslime nicht zu ihm beten wie Christen zu Jesus beten. Er ist kein Vermittler und tatsächlich ist es verboten, zu ihm zu beten. Ebenso wie wir am Ende des Gebets den Segen für Abraham erbitten, erbitten wir ihn auch für ihn. Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, war ein Prophet und Gesandter, der endgültige und letzte Prophet. Tatsächlich gibt es bis heute keinen Propheten nach ihm. Seine Botschaft ist für die ganze Menschheit, im Gegensatz zur Botschaft von Jesus und Moses, Friede sei auf ihnen beiden, die mit dem Ausspruch „Höre oh Israel“ zu den Juden gesandt wurden. Doch die Botschaft Allahs ist dieselbe: „Der Herr, euer Gott ist Ein Gott, und ihr sollt keine anderen Götter haben außer mir.“ (Markus 12:29)

Weil das Gebet ein sehr wichtiger Teil meines christlichen Lebens war, war ich sowohl interessiert als auch neugierig zu wissen, was die Muslime beteten. Als Christen waren wir hinsichtlich des Gebetes genauso unwissend wie über andere Aspekte des muslimischen Glaubens. Wir dachten, da es  uns so gelehrt worden war, dass die Muslime sich vor der Ka’ ba (in Mekka) verbeugen und, dass dies ihr Gott und Mittelpunkt dieser falschen Gottheit wäre. Ich war auch schockiert zu erfahren, dass die Art und Weise des Gebets von Gott Selbst vorgeschrieben ist. Die Worte des Gebets sind die der Lobpreisung und Erhebung. Sogar die Vorbereitung zum Gebet (durch die rituelle Waschung) findet nach der Anleitung Allahs statt. Er ist ein Heiliger Gott und es steht uns nicht zu, uns Ihm eigenmächtig auf andere Art zu nähern als in der angemessenen und von Ihm vorgeschriebenen Form, wie Er sie uns mitgeteilt hat.

Am Ende dieser Woche, nachdem ich acht Jahre mit formalem theologischem Studium verbracht hatte, wusste ich kognitiv (vom Kopf her), dass der Islam die Wahrheit ist. Doch ich habe ihn zu dieser Zeit nicht angenommen, weil ich es in meinem Herzen nicht glaubte. Ich fuhr fort zu beten, die Bibel zu lesen und Vorträge am Islamischen Zentrum zu besuchen. Ich erbat und suchte aufrichtig nach Gottes Leitung. Es ist nicht leicht, seine Religion zu wechseln. Ich wollte nicht meine Rettung verlieren, wenn da eine Rettung war. Ich war weiterhin schockiert und verblüfft über das, was ich erfahren hatte. Denn es war nicht das, was mir über den Islam gelehrt worden war. In meinem Masterstudiengang wurde mein Professor als Autorität in der Islamwissenschaft respektiert, und dennoch war das was er vermittelte voll von Missverständnissen. Er und viele Christen meinen es ernst, aber so ernst wie sie es meinen, so falsch liegen sie auch.

Zwei Monate später, nachdem ich wieder einmal gebetet und Gottes Leitung gesucht hatte, spürte ich etwas in mir. Ich setzte mich auf, und es war das erste Mal, dass ich den Namen Allah gebrauchte, und ich sagte: „Allah, ich glaube, dass Du der Eine und Einzige Wahre Gott bist.“ Es war Frieden, der in diesem Augenblick auf mich herabkam. Seit diesem Tag vor vier Jahren bis zum heutigen, habe ich es nie bereut, den Islam angenommen zu haben. Diese Entscheidung kam nicht ohne Prüfung. Da ich zu dieser Zeit an zwei Bibelschulen unterrichtete, verlor ich meine Arbeitsstelle. Von meinen früheren Schulkameraden, Professoren und Pastorenkollegen geächtet, verstoßen von der Familie meines Ehemannes, missverstanden von meinen erwachsenen Kindern und zur Verdächtigen gemacht von meiner eigenen Regierung. Ohne den Glauben, der den Menschen befähigt, sich gegen satanische Kräfte zu erheben, hätte ich all dem nicht standgehalten. Ich bin Allah so sehr dankbar, dass ich Muslima bin. Möge ich als Muslima leben und sterben.

„Gewiss, mein Gebet und meine (Schlacht-)Opfer und mein Leben und mein Tod sind für Allah, Den Herrn aller Welten. Keine Teilhaber hat Er, und dies ist mir befohlen worden, und ich bin der erste der Gottergebenen.“

(Quran 6:162-163)

Schwester Khadijah Watson arbeitet heute als Lehrerin für Frauen in einem der Daua-Zentren (Daua bedeutet u.a. ‚Einladung zum Islam‘) in Jeddah, Saudi-Arabien.


                    5. Ibrahim Khalil Ahmed, ehemals Ibrahim Khalil Philobus, ehemaliger koptischer Priester und Missionar (Ägypten)

Al-Hajj Ibrahim Khalil Ahmed, früher Ibrahim Khalil Philobus, war ein ägyptischer koptischer Priester, der Theologie studiert hatte und ein ausgezeichnetes Diplom der Princeton Universität erhielt. Er studierte Islam, um Lücken darin zu finden und ihn anzugreifen; stattdessen nahm er den Islam gemeinsam mit seinen vier Kindern an, von denen einer nun Professor an der Sorbonne Universität in Paris, Frankreich ist. Auf interessante Art und Weise stellt er sich vor: „Ich wurde am 13. Januar 1919 in Alexandria geboren und wurde in die amerikanischen Missionsschulen geschickt, bis ich dort meinen Abschluss der Mittelschule erhielt. 1942 erhielt ich mein Diplom von der Asiuut-Universität, und dann spezialisierte ich mich auf religiöse Studien, bevor ich die Fakultät für Theologie besuchte. Es war keine leichte Aufgabe dieser Fakultät beizutreten, da kein Student dort aufgenommen wurde, ohne eine spezielle Empfehlung der Kirche vorweisen zu können, und ohne im Anschluss noch zahlreiche schwierige Prüfungen abzulegen. Nachdem ich die vielen Tests bestanden hatte und mich damit als geeignet erwiesen hatte, ein Mann der Religion zu werden, erhielt ich eine Empfehlung der Al-Attareen-Kirche in Alexandria und eine weitere von der Kirchenversammlung Unterägyptens. Dann erhielt ich eine dritte Empfehlung von der Synodus-Kirchenversammlung, die Priester aus dem Sudan und Oberägypten aufnahm.

Die Synodus unterstützte meinen Eintritt an der Theologischen Fakultät 1944 als Internatsstudent. Dort studierte ich unter der Leitung amerikanischer und ägyptischer Lehrer bis zu meinem Abschluss im Jahre 1948.

Ich sollte nach Jerusalem berufen werden, wäre da nicht im selben Jahr der Krieg in Palästina ausgebrochen, weshalb ich dann nach Esna in Oberägypten gesandt wurde. Im selben Jahr schrieb ich mich für meine Doktorarbeit an der amerikanischen Universität in Kairo ein. Sie handelte von der missionarischen Aktivität unter Muslimen. Meine Kenntnis des Islams begann an der Theologischen Fakultät, wo ich den Islam studierte und alle Methoden, wie wir den Glauben der Muslime erschüttern und falsche Auffassungen im Verständnis ihrer eigenen Religion verstärken konnten.

1952 erhielt ich meinen Magister von der Princeton Universität in den USA und wurde als Lehrer an die Theologische Fakultät in Asiuut berufen. Dort lehrte ich den Islam sowie die fatalen Fehlansichten, die von Missionaren und anderen Gegnern verbreitet werden. Während dieser Zeit beschloss ich mein Islamstudium auszudehnen, so dass ich nicht nur die Bücher der Missionare darüber las. Ich hatte so viel Selbstvertrauen, dass ich bestärkt war, den Standpunkt der anderen Seite kennenzulernen. So begann ich Bücher von muslimischen Autoren zu lesen. Ich beschloss auch den Quran zu lesen, um seine Bedeutung zu verstehen. Dies ergab sich aus meiner Liebe zum Wissen und dem Bedürfnis, mehr Beweise gegen den Islam zu finden. Das Ergebnis jedoch, war genau das Gegenteil. Meine Position begann zu wanken, ich begann einen starken inneren Kampf zu spüren, und ich entdeckte die Falschheit all dessen, was ich studiert und den Leuten gepredigt hatte. Doch ich konnte mich mir selbst nicht tapfer stellen, sondern versuchte stattdessen, die interne Krise zu überwinden und weiterzuarbeiten.“

„1954“, fährt Herr Khalil fort, „wurde ich als Generalsekretär der Deutsch-Schweizer Mission nach Assuan gesandt. Dies war nur meine scheinbare Position, denn meine wahre Mission war es in Oberägypten gegen den Islam zu predigen, speziell unter Muslimen. Im Katarakt Hotel in Assuan wurde zu dieser Zeit eine Missionarskonferenz abgehalten, und mir wurde das Wort erteilt. An diesem Tag sprach ich zu viel und zeichnete immer wieder all die gleichen Missverständnisse gegen den Islam nach; und am Ende meiner Rede kehrte die innere Krise zurück, und ich begann meine Position zu revidieren.“

Weiter erzählt Herr Khalil über die Krise: „Ich begann mich zu fragen: Weshalb sollte ich all diese Dinge sagen und tun, wo ich doch mit Sicherheit weiß, dass ich ein Lügner bin und dies nicht die Wahrheit ist? Ich verließ die Konferenz frühzeitig und ging alleine nach Hause. Ich war komplett erschüttert. Als ich durch den öffentlichen Firyal Garden ging, hörte ich durch das Radio einen Quranvers. Dieser lautete: „Sprich: „Es wurde mir offenbart, dass eine Schar der Dschinn zuhörte und dann sagte: »Wahrlich, wir haben einen wunderbaren Quran gehört, der zur Rechtschaffenheit leitet; so haben wir an ihn geglaubt, und wir werden unserem Herrn nie jemanden beigesellen.‹‹“ (Quran, Sura 72, Vers 1-2).

Und dann:

„Und als wir die Rechtleitung hörten, glaubten wir daran. Wer an seinen Herrn glaubt, der befürchtet weder (Lohn)schmälerung noch Beschwerlichkeiten.“ (Quran, Sura 72, Vers 13)

An diesem Abend spürte ich eine tiefe Zufriedenheit, und nachdem ich nach Hause zurückgekehrt war, verbrachte ich die ganze Nacht alleine in meiner Bibliothek mit dem Lesen des Qurans. Meine Frau fragte mich, warum ich das tat, aber ich bat sie nur mich in Ruhe zu lassen. Ich hielt lange Zeit inne, um über den folgenden Vers nachzudenken: „Wenn Wir diesen Quran auf einen Berg hinabsendeten, würdest du ihn wahrlich aus Furcht vor Allah demütig werden und sich spalten sehen.“ (Sura 59, Vers 21). Ähnlich ging es mir bei diesem Vers: „Du wirst ganz gewiss finden, dass diejenigen Menschen, die den Gläubigen am heftigsten Feindschaft zeigen, die Juden und diejenigen sind, die (Allah etwas) beigesellen. Und du wirst ganz gewiss finden, dass diejenigen, die den Gläubigen in Freundschaft am nächsten stehen, die sind, die sagen: „Wir sind Christen“. Dies, weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie sich nicht hochmütig verhalten. Wenn sie hören, was zum Gesandten (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen wegen dessen, was sie (darin) als Wahrheit erkannt haben. Sie sagen: „Unser Herr, wir glauben. Schreibe uns unter den Zeugnis Ablegenden auf. Warum sollten wir nicht an Allah glauben und an das, was von der Wahrheit zu uns gekommen ist, und begehren, dass uns unser Herr zusammen mit dem rechtschaffenen Volk (in den Paradiesgarten) eingehen lasse?“ (Sura 5, Vers 82-84).

Dann führte Herr Khalil einen weiteren Vers aus dem Heiligen Quran an, der lautet:

„Diejenigen, die dem Gesandten, dem schriftunkundigen Propheten folgen, den sie bei sich in der Thora und dem Evangelium aufgeschrieben finden. Er gebietet ihnen das Rechte und verbietet ihnen das Verwerfliche, er erlaubt ihnen die guten Dinge und verbietet ihnen die schlechten, und er nimmt ihnen die Bürde und die Fesseln ab, die auf ihnen lasteten. Diejenigen nun, die an ihn glauben, und ihm beistehen, und ihm helfen, und dem Licht folgen, das mit ihm herabgesandt wurde, das sind diejenigen, denen es wohl ergehen wird. Sag: Oh ihr Menschen, wahrlich ich bin der Gesandte Allahs an euch alle, Dem die Herrschaft der Himmel und Erde gehört. Es gibt keinen Gott außer Ihm, Er macht lebendig und Er lässt sterben. So glaubt an Allah und Seinen Gesandten, den schriftunkundigen Propheten, der an Allah und Seine Worte glaubt, und der Ihm folgt, auf dass ihr rechtgeleitet sein möget!“ (Quran, Sura 7, Vers 157-158).

„In dieser Nacht“, kommt Herr Khalil zum Fazit, „fällte ich meine feste Entscheidung. Am Morgen sprach ich mit meiner Ehefrau, mit der ich drei Söhne und eine Tochter habe. Doch als sie spürte, dass ich den Islam annehmen wollte, weinte sie und erbat Hilfe beim Vorsteher der Mission. Sein Name war Herr Schawitz, er kam aus der Schweiz und war ein sehr listiger Mann. Als er mich nach meiner wahren Haltung fragte, sagte ich ihm offen, was ich wirklich wollte, woraufhin er mir entgegnete: „Betrachten Sie sich als arbeitslos, bis wir herausgefunden haben, was Ihnen widerfahren ist.“ Daraufhin teilte ich ihm mit: „Hiermit trete ich von meiner Arbeit zurück.“ Er versuchte mich davon zu überzeugen, noch abzuwarten, doch ich beharrte darauf. So verbreitete er das Gerücht unter den Leuten, dass ich verrückt geworden sei. Also erlitt ich eine sehr harte Prüfung und Bedrängnis, bis ich Assuan für immer verließ und nach Kairo zurückkehrte.“

Als er nach den Umständen seiner Konvertierung gefragt wurde, erzählte er: „In Kairo wurde ich einem angesehenen Professor vorgestellt, der mir dabei half, die harte Prüfung  zu überwinden, und dies tat er, ohne etwas über meine Geschichte zu wissen. Er behandelte mich wie einen Muslim, denn als solchen hatte ich mich ihm vorgestellt, obwohl ich bis dahin den Islam nicht offiziell angenommen hatte. Das war Dr. Muhammad Abdul Monim Al Jamal, der damalige Unterstaatssekretär des Finanzministeriums. Er war außerordentlich interessiert an islamischen Studien und wollte eine Übersetzung des Heiligen Qurans zur Veröffentlichung in Amerika erstellen lassen. Er bat mich darum, ihm zu helfen, weil ich fließend Englisch spreche, seitdem ich mein Magister von einer amerikanischen Universität erhalten hatte. Er wusste auch, dass ich eine Studie über Quran, Thora und Bibel vorbereitete.

Wir arbeiteten zusammen an dieser vergleichenden Studie und an der Übersetzung des Qurans. Als Dr. Jamal erfuhr, dass ich meine Arbeit in Assuan verlassen hatte und arbeitslos war, half er mir mit einer Arbeit bei der „Standard Stationery Company” in Kairo aus. So kam ich nach kurzer Zeit gut zurecht. Ich erzählte meiner Ehefrau nicht von meiner Absicht, den Islam anzunehmen. So dachte sie, dass ich die ganze Sache vergessen hätte, und dass es nichts als eine vorübergehende Krise gewesen sei, die nicht mehr existierte. Doch mir war sehr wohl bewusst, dass meine offizielle Konvertierung zum Islam lange, komplizierte Maßnahmen erforderte, und es war in der Tat eine Schlacht, die ich einige Zeit aufzuschieben vorzog, bis meine Lage wieder besser war und ich die vergleichende Studie abgeschlossen hatte.

Herr Khalil fährt fort: „1955 schloss ich meine Studie ab und meine materiellen Lebensumstände waren stabil. Ich trat aus der Firma aus und baute ein Schulungsbüro für den Import von Schreibwaren und Schulmaterial auf. Es war ein erfolgreiches Geschäft, in dem ich viel mehr Geld verdiente als ich brauchte. So beschloss ich, meine offizielle Konvertierung zum Islam bekanntzugeben. Am 25. Dezember 1959 sandte ich Dr. Thompson, Vorsteher der amerikanischen Mission in Ägypten, ein Telegramm, das ihn darüber informierte, dass ich den Islam angenommen hatte. Als ich Dr. Jamal meine wahre Geschichte erzählte, war er völlig überrascht. Als ich meine Konvertierung zum Islam bekanntgab, begannen neue Schwierigkeiten. Sieben meiner früheren Kollegen in der Mission hatten ihr Bestes gegeben, mich davon zu überzeugen, meine Erklärung zu widerrufen, doch ich weigerte mich. Sie drohten mir, mich von meiner Frau zu trennen, und ich entgegnete ihnen: „Sie ist frei das zu tun, was sie wünscht.“ Sie drohten, mich zu töten. Doch als sie mich auf meiner Meinung beharrend vorfanden, ließen sie mich in Ruhe und schickten einen meiner alten Freunde zu mir, der auch einer meiner Kollegen in der Mission gewesen war. Er weinte vor mir, so rezitierte ich ihm den folgenden Quranvers: „Und wenn sie sich die Offenbarung anhören, die zum Gesandten herabgesandt wurde, siehst du ihre Augen überfließen von Tränen, wegen dessen, was sie von der Wahrheit erkannt haben. Sie sagen „Unser Herr, wir glauben, so schreibe uns mit den Zeugnis Ablegenden auf. Und was sollte mit uns sein, dass wir nicht an Allah glauben und an das, was von der Wahrheit zu uns gekommen ist, und begehren, dass Unser Herr uns eingehen lasse mit den rechtschaffenen Leuten.“  (Sura 5, Vers 84).

Ich sagte ihm: „Du solltest aus Demut vor Gott weinen, beim Hören des Qurans und an die Wahrheit glauben, die du kennst, aber ablehnst.“ Er stand auf und verließ mich, als er sah, dass es zwecklos war. Meine offizielle Konvertierung zum Islam war im Januar 1960.“

Auf die Frage nach der Haltung seiner Ehefrau und den Kindern antwortete er: „Meine Frau verließ mich zu dieser Zeit und nahm die ganze Einrichtung  mit. Doch alle meine Kinder schlossen sich mir an und nahmen den Islam an. Der Begeistertste unter ihnen ist mein ältester Sohn Isaac, der seinen Namen in Othman änderte, nach ihm mein zweiter Sohn Joseph und mein Sohn Samuel, dessen Name Jamal ist, und meine Tochter Majida, die jetzt Najua heißt. Othman ist jetzt Doktor der Philosophie, arbeitet als Professor an der Sorbonne Universität in Paris und lehrt Orientalistik und Psychologie. Er schreibt auch im „Le Monde“ Magazin. Was meine Frau betrifft, so verließ sie das Haus für sechs Jahre und willigte 1966 ein zurückzukehren, vorausgesetzt, dass sie ihre Religion behalten darf. Ich akzeptierte das, denn im Islam gibt es keinen Zwang im Glauben. Ich sagte zu ihr: „Ich will nicht, dass du mir zuliebe Muslima wirst, sondern nur, wenn du davon überzeugt bist.“ Sie spürt jetzt, dass sie an den Islam glaubt, doch aus Angst vor ihrer Familie kann sie es nicht offen aussprechen. Nichtsdestotrotz behandeln wir sie wie eine muslimische Frau, und sie fastet im Ramadan, weil alle meine Kinder beten und fasten. Meine Tochter Najua ist Studentin an der Fakultät für Handel, Joseph ist Doktor in Pharmakologie, und Jamal ist Ingenieur.

Inzwischen, also von 1961 bis heute, war es mir möglich, eine Anzahl von Büchern über den Islam zu veröffentlichen und über die Methoden der Missionare und der Orientalisten, welche gegen ihn arbeiten. Ich bereite jetzt eine vergleichende Studie über die Frau in den drei monotheistischen Religionen vor, mit dem Ziel, die Stellung der Frauen im Islam klar darzustellen. 1973 habe ich die Hajj vollzogen (die Pilgerfahrt nach Mekka), und außerdem bin ich aktiv im Predigen des Islams. Ich halte Seminare an Universitäten und bei wohltätigen Gesellschaften. Im Jahr 1974 erhielt ich eine Einladung aus dem Sudan, wo ich dann viele Seminare abhielt. Meine Zeit wird vollständig im Dienste des Islams genutzt, und Allah sei Dank, kamen dank meiner Anstrengungen viele Priester und andere Menschen zum Islam.“

Abschließend wurde Her Khalil nach den herausragenden Merkmalen des Islams gefragt, die seine Aufmerksamkeit am meisten erweckt hatten. Darauf antwortet er: „Mein Glaube an den Islam begann durch das Lesen des Quran und der Biografie des Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm. Ich glaubte nicht mehr an die falschen Auffassungen über den Islam, und speziell hat mich das Konzept der Einheit Gottes überzeugt, welche das wichtigste Merkmal des Islams ist. Gott ist nur Einer. Nichts ist Ihm ähnlich. Dieser Glaube macht mich zu einem Diener von Gott allein, und von niemand anderem. Die EINheit Gottes befreit den Menschen von der Knechtschaft unter irgendeinem menschlichen Wesen, und das ist wahre Freiheit.

Des Weiteren mag ich auch sehr den Grundsatz des Vergebens im Islam und die direkte Beziehung zwischen Gott und Seinen Dienern.

„Sag: Oh meine Diener, die ihr gegen euch maßlos gewesen seid, verliert nicht die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Allahs, wahrlich Allah vergibt die Sünden alle, Er ist ja der Allvergebende, Barmherzige. Und wendet euch eurem Herrn reuig zu und seid Ihm ergeben, bevor die Strafe zu euch kommt – dann wird euch nicht geholfen.“ (Quran, Sura 39, Vers 53-54).

Quelle: The Islamic Bulletin, San Francisco, CA 94141-0186


                    6. Raphael Narbaez, ehemaliger Pfarrer der Zeugen Jehovas (USA)

Der 42-Jährige Latino ist ein in Los Angeles ansässiger Komiker und Dozent. In Texas geboren, besuchte er dort im Alter von sechs Jahren sein erstes Treffen der Zeugen Jehovas. Seine erste Bibelpredigt hielt er im Alter von acht Jahren, mit zwanzig führte er bereits seine eigene Gemeinde und wurde für eine Führungsposition unter den 904.000 Zeugen Jehovas in den Vereinigten Staaten ausgewählt. Doch er tauschte seine Bibel gegen den Quran ein, nachdem er einen Besuch in einer lokalen Moschee tapfer durchgestanden hatte.

Am 1. November 1991 nahm er den Islam an und brachte der Muslimischen Gemeinschaft das Organisations- und Redegeschick, das er bei den Zeugen Jehovas entwickelt hatte, bei. Er spricht mit der Eindringlichkeit eines frisch Konvertierten, jedoch einer, der eingewanderte Muslime zum Lachen über sich selbst bringen kann.

Er erzählt seine Geschichte, indem er eine ganze Gruppe von Charakteren mimt:

Ich erinnere mich lebhaft, wie wir alle im Wohnzimmer meiner Eltern saßen und gemeinsam mit einigen anderen Zeugen Jehovas eine Diskussion führten. Sie sagten Dinge wie: „Es ist Armageddon! Die Zeit des Endes! Und Christus kommt! Und ihr wisst, die Hagelkörner werden da draußen sein, so groß wie Autos! Gott wird allerlei Dinge benutzen, um dieses sündhafte System zu zerstören und die Regierungen zu beseitigen! Und die Bibel spricht darüber, dass die Erde sich öffnet! Sie wird ganze Wohnblocks verschlingen!“

Ich bekomme Todesangst! Und dann dreht sich meine Mutter um: „Siehst du, was geschieht, wenn du nicht getauft wirst, und wenn du nicht Gottes Wille befolgst? Die Erde wird dich verschlingen, oder eines dieser großen Hagelkörner wird dich am Kopf treffen [Klonk!], dich umhauen, und du wirst tot sein. Dann werde ich ein anderes Kind bekommen müssen.“

Ich hatte nicht vor, das Risiko einzugehen, von einem dieser großen Hagelkörner getroffen zu werden. So wurde ich getauft. Und natürlich glauben die Zeugen Jehovas nicht einfach an das Besprühen mit Wasser. Sie tauchen dich völlig unter, halten dich dort für eine Sekunde, und holen dich dann wieder hoch.

Dies ereignete sich, als ich im Alter von dreizehn Jahren war, am 7. September 1963, in Pasadena,Texas, am Rose Bowl. Es war eine große internationale Versammlung, 100.000 Leute waren anwesend und wir fuhren den ganzen Weg von Lubbock, Texas dorthin.

Irgendwann begann ich Reden zu halten –  etwa zehn Minuten lange, vor der Kirchengemeinde. Dann empfahl ein Kreisdiener mich weiter, die einstündigen Vorträge zu halten, die an Sonntagen abgehalten wurden, wenn sie die Öffentlichkeit einluden. Normalerweise waren diese Predigten den Ältesten der Kirchengemeinde vorbehalten.

(Mit autoritärer Stimme:) „Sicher ist er jung. Aber er kann das meistern. Er ist ein guter christlicher Junge. Er hat keine Laster, er ist seinen Eltern gehorsam, und er scheint ziemlich gute Bibelkenntnisse zu haben.“

So begann ich im Alter von 16 Jahren einstündige Vorträge vor der ganzen Gemeinde zu halten. Ich wurde zunächst einer Gruppe in Sweetwater, Texas zugeteilt, und dann erhielt ich meine erste Gemeinde in Brownfield, Texas. Im Alter von zwanzig Jahren war ich dann das, was man einen Pioniers`pfarrer´ nannte.

Die Zeugen Jehovas haben ein raffiniertes Trainingsprogramm, und sie haben auch eine Art Quotensystem. Man muss monatlich 10-12 Stunden dem „Tür-zu-Tür-Predigen“ widmen, was wie Verkaufsmanagement funktioniert. Doch IBM hat nichts übrig für diese Kerle.

Als ich Pionierspfarrer wurde, widmete ich meine freie Zeit hauptsächlich dem Tür-zu-Tür-Missionsdienst. Ich musste etwa 100 Stunden pro Monat absolvieren, und sieben Bibel-Stunden halten. Ich begann mit Vorträgen in anderen Kirchengemeinden und erhielt nach und nach viel Verantwortung. Dann wurde ich an einer Schule in Brooklyn, New York zugelassen, eine sehr elitäre Schule, die für die Zeugen Jehovas die Crème-de-la-Crème darstellt, das Allerbeste dieser Zeit. Doch ich ging nicht hin.

Ein paar Dinge machten für mich keinen Sinn mehr. Zum Beispiel das Quoten-System. Es schien, als ob ich jedes Mal, wenn ich eine andere Position der Verantwortung einnehmen wollte, diese weltlichen materiellen Dinge machen musste, um meine Güte unter Beweis zu stellen. Ganz nach dem Motto ‚Wenn du die Quoten diesen Monat erreichst, liebt dich Gott. Wenn du die Quoten im nächsten Monat nicht erreichst, liebt dich Gott nicht.‘ Das  ergab nicht sehr viel Sinn. Einen Monat liebt mich Gott, und einen Monat liebt Er mich nicht?

Die andere Sache war der Tunnelblick. Die Zeugen Jehovas sind die einzigen, die in Gottes neuer Ordnung gerettet werden, niemand sonst, denn sie alle praktizieren falsche Religionen. Na ja, ich dachte Mutter Theresa ist Katholikin, die sind unsere erbitterten Feinde. Aber dann sagte ich, warte mal, Mutter Theresa hat ihr ganzes Leben damit verbracht Dinge zu tun, die Jesus gesagt hat: Für Arme, Kranke, Waisen sorgen. Aber sie wird nicht Gottes Gunst erfahren, weil sie Katholikin ist?

Wir kritisierten die Katholiken, weil sie einen Mann wie den Priester hatten, dem sie beichten mussten. Und wir waren der Ansicht: „Du solltest nicht zu einem Mann gehen müssen, um deine Sünden zu beichten! Deine Sünden hast du gegenüber Gott begangen!“. Und trotzdem wandten wir uns an ein  Gremium von Ältesten, vor dem man seine Schuld bekannte. Sie ließen dich warten und sagten [der Älteste wie ein Telefonist:] „Bleiben Sie eine Minute dran... Was denken Sie, Unser Herr? Nicht?... In Ordnung... Es tut mir leid, wir haben unser Bestes getan, aber Sie sind nicht reuig genug. Ihre Sünde ist zu groß, deshalb verlieren Sie entweder Ihre Gemeinschaft in der Kirche, oder Sie bekommen Bewährung.“

Wenn die Sünde gegen Gott ist, sollte ich mich nicht direkt an Gott wenden und um Erbarmen bitten?

Wahrscheinlich traf ich den Nagel auf den Kopf, als ich bemerkte, dass sie  die Bibel immer seltener lasen. Die Zeugen Jehovas haben Bücher für alles, die von der Watch Tower Bible and Tract Society herausgegeben werden. Die einzigen Leute auf dem ganzen Planeten, die wissen, wie man die Bibelschrift korrekt interpretiert, soll dieses Komitee in Brooklyn sein, welches den Zeugen Jehovas weltweit sagt, wie sie sich zu kleiden haben, wie zu sprechen, was zu sagen, was nicht zu sagen, wie die Schrift anzuwenden, und wie die Zukunft sein wird. Gott hat es ihnen gesagt, und so können sie es uns sagen. Ich schätzte die Bücher. Aber wenn die Bibel das Buch des Wissens ist, und wenn es Gottes Anweisungen sind, na ja, sollten wir unsere Antworten dann nicht aus der Bibel erhalten? Paulus selbst sagte, man solle für sich selbst herausfinden, was ein wahres und annehmbares Wort von Gott ist und solle sich nicht von Menschen berieseln lassen.

Ich begann, mir zu sagen: „Mach dir keine Sorgen darüber, was der Wachturm sagt – lies die Bibel selbst.“

[Im gedehnten Akzent eines alten Südstaatlers:] „Ich denke, wir haben uns einen Abtrünnigen hierher geholt, Richter. Ups. Ich denke, dem Kleinen fehlt was.“

Sogar mein Vater sagte: „Pass lieber auf junger Mann, das sind die Dämonen, die da gerade sprechen. Das sind die Dämonen, die versuchen reinzukommen und Spaltung zu verursachen.“

Ich sagte: „Vater, es sind nicht die Dämonen. Die Leute brauchen diese ganzen anderen Veröffentlichungen nicht zu lesen. Sie können ihre Antworten im Gebet und in der Bibel finden.“

Spirituell fühlte ich mich nicht mehr wohl. Mit dem Wissen, dass ich nicht vorankommen würde, ging ich 1979 – verstimmt und mit einem schlechten Beigeschmack, weil ich mein ganzes Leben lang meine Seele, mein Herz und meinen Verstand in die Kirche eingebracht hatte. Das war das Problem. Ich hatte es nicht in Gott eingebracht. Ich hatte es in eine menschengemachte Organisation eingebracht.

Ich konnte zu keiner anderen Religion wechseln. Als Zeuge Jehovas war ich durch die Schriften geschult worden, um zu zeigen, dass sie alle falsch waren. Dieser Götzendienst ist schlecht. Dreieinigkeit existiert nicht.

Ich war wie ein Mann ohne Religion, aber nicht ein Mann ohne Gott. Doch wo konnte ich hingehen?

1985 beschloss ich, nach Los Angeles zu gehen, an der Johnny Carson Show mitzuwirken und mir einen Namen als großer Komödiant und Schauspieler zu machen. Ich habe immer gespürt, dass ich zu etwas Größerem geboren war. Ob ich das Heilmittel gegen Krebs finden oder Schauspieler werden würde, wusste ich nicht. Ich betete weiterhin, und nach einer Weile wurde es frustrierend.

So ging ich einfach zu einer katholischen Kirche in der Nähe meines Zuhauses und versuchte es. Am Aschermittwoch, so erinnere ich mich, hatte ich dieses Kreuz aus Asche auf meiner Stirn. Ich versuchte alles Mögliche.  Zwei bis drei Monaten ging ich dort hin, und dann konnte ich einfach nicht mehr, Mann! Es war nichts anderes als: Aufstehen. Hinsetzen.

In Ordnung, auch: streck die Zunge raus.

Man bekam viel Training. Ich denke, in der Zeit habe ich etwa fünf Pfund verloren. Aber das war’s dann auch. So war ich nun verlorener denn je.

Doch es ging mir nie durch den Kopf, dass es keinen Schöpfer gibt. Ich habe Seine Telefonnummer, aber die Leitung ist ständig besetzt.

Zwischendurch machte ich kleine Filmaufnahmen. Einen Film mit dem Titel ‚Deadly Intent‘. Eien Telefonwerbung in Chicago. Eine Exxon-Werbung und ein paar Werbungen für Banken. Nebenbei arbeite ich als Handwerker.

Es war Ferienzeit und wir arbeiteten in der Eingangshalle eines Einkaufszentrums und bauten Verkaufsstände auf. An einem dieser Verkaufsstände stand ein Mädchen, an dem wir vorbeigehen mussten. „Guten Morgen, wie geht’s?“ Wenn sie überhaupt antwortete, war es „Hi.“ Sonst nichts.

Schließlich sagte ich: „Fräulein, Sie antworten nie. Ich möchte mich  entschuldigen, wenn ich etwas Falsches gesagt habe.“

Sie antwortete: „Nein. Sehen Sie, ich bin Muslima.“ „Sie sind was?“

„Ich bin Muslima, und wir muslimischen Frauen sprechen nicht mit Männern, wenn es nicht etwas Konkretes zu sagen gibt; ansonsten haben wir nichts  mit Männern zu tun.“ „Ohhh, Muslima.“

Sie sagte: „Ja, wir praktizieren die Religion des Islam.“

„Islam - wie buchstabiert man das?“

„I-s-l-a-m.“

Zu dieser Zeit wusste ich, dass alle Muslime Terroristen waren. Sie hatte nicht mal einen Bart. Wie konnte sie denn Muslim sein?

„Welchen Ursprung hat diese Religion?“

„Nun ja, es gab da einen Propheten.“

„Einen Propheten?“

„Muhammad.“

Ich begann nachzuforschen. Doch ich kam gerade von einer Religion. Ich hatte nicht die Absicht, Muslim zu werden.

Die Ferienzeit war vorbei. Der Verkaufsstand verschwand. Sie war weg.

Ich fuhr fort, zu beten und fragte mich, weshalb meine Gebete nicht erhört wurden.

Im November 1991 holte ich meinen Onkel Rockie aus dem  Krankenhaus nach Hause. Ich begann seine Schubladen zu leeren, um seine Sachen zu packen, und da war eine Gideon-Bibel. Ich dachte: Gott hat meine Gebete erhört: Diese Gideon-Bibel. (Natürlich liegt sie in jedem Zimmer aus.) Das ist ein Zeichen von Gott, dass Er bereit ist, mich zu lehren. Und so stahl ich die Bibel.

Ich ging nach Hause und begann zu beten: O Gott, lehre mich ein Christ zu sein. Lehre mich nicht den Weg der Zeugen Jehovas. Lehre mich nicht den Weg der Katholiken. Lehre mich Deinen Weg. Du würdest diese Bibel nicht so schwer verständlich machen, dass gewöhnliche Leute mit einer ernsthaften Absicht, sie nicht verstehen können.

Ich schaffte den ganzen Weg durch das Neue Testament und begann mit dem Alten Testament. Na ja, vielleicht gibt es da einen Teil in der Bibel über Propheten.

Bing!

Ich sagte mir, warte mal ne Minute, diese muslimische Frau sagte, dass sie einen Propheten haben. Wie kommt es, dass er nicht hier drin steht?

Ich begann nachzudenken: Muslime – über eine Milliarde auf der Welt. Mann, jeder Fünfte auf der Straße könnte theoretisch ein Muslim sein. Und ich dachte: Eine Milliarde Menschen! Komm schon, der Satan hat zwar einiges drauf. Aber nicht sooo viel.

So nahm ich mir vor, ihr Buch, den Quran, zu lesen. Ich würde schon sehen, was für ein Paket an Lügen dieses Ding beinhaltet. Es hat wahrscheinlich eine Anleitung, wie man eine AK-47 auseinandernimmt. So ging ich in einen arabischen Buchladen.

Sie fragten: „Wie kann ich Ihnen helfen?“

Ich sagte: „Ich suche einen Quran.“

„In Ordnung, hier drüben haben wir welche.“

Sie hatten einige sehr schöne Exemplare davon – für dreißig, vierzig Dollar.

„Schauen Sie, ich will ihn nur lesen, ich will keiner werden, in Ordnung?“

„In Ordnung, wir haben da diese kleine Taschenbuchausgabe für fünf Dollar.“

Ich ging nach Hause und begann in meinem Quran zu lesen, von Anfang an, beginnend mit der Al-Fatiha. Und ich konnte meine Augen nicht davon loslösen.

Hey, schau mal, hier ist von einem Noah die Rede. Wir haben Noah auch in unserer Bibel. Hey, es ist von Lot und Abraham die Rede. Ich kann es nicht glauben. Ich habe nie gewusst, dass der Name Satan’s ‚Iblis‘ ist. Hey, was sagt man dazu?

Kennst du das, wenn du dieses Bild auf einem Fernsehkanal bekommst...der Empfang ist schlecht, es ist abgehackt...und dann drückst du diesen Knopf [klick] – ah, richtige Einstellung. Das ist genau das, was mir mit dem Quran geschah.

Ich ging das ganze Buch durch. Dann dachte ich, gut, das habe ich getan, was ist das Nächste, was du tun solltest? Nun, du musst zu ihrem Versammlungsort gehen. Ich sah in den Gelben Seiten nach, und schließlich fand ich es: Islamisches Zentrum von Süd-Kalifornien, in Vermont. Ich rief an und sie sagten: „Kommen Sie am Freitag.“

Jetzt begann ich wirklich nervös zu werden, denn jetzt wusste ich, dass ich Habib und seiner AK-47 würde gegenübertreten müssen.

Ich möchte den Leuten zu verstehen geben, was es für einen amerikanischen Christen bedeutet, sich dem Islam zu nähern. Ich scherze über die AK-47, aber ich weiß nicht, ob diese Kerle Dolche unter ihren Mänteln haben, wissen Sie?!

Dann komme ich an und dort steht wirklich ein zwei Meter großer, 120 Kilo schwerer Bruder mit Bart und allem was dazu gehört vor dem Eingang, und ich stehe da in Ehrfurcht vor ihm.

Ich gehe hin und sage: „Entschuldigen Sie bitte.“

(Arabischer Akzent:) „Geh nach hinten!“

Er dachte, ich sei schon ein Bruder.

„Aber klar, natürlich.“ sage ich unterwürfig.

Ich wusste nicht, warum ich nach hinten ging, aber ich ging.

Ich stehe da, etwas schüchtern, und Leute setzen sich hin, um der Rede zuzuhören. Sie sagen: „Komm schon, setz dich Bruder.“ Und ich gehe zur Seite. Ähm, nein danke, ich bin nur zu Besuch.

Schließlich ist die Rede vorbei. Sie stehen für das Gebet alle in Reihen und  gehen in den Sudjuud (Niederwerfung). Ich war wirklich verblüfft und erstaunt.

Es begann Sinn zu machen, geistig, gedanklich, in meinen Muskeln, meinen Knochen, in meinem Herzen und in meiner Seele.

Und dann ist das Gebet vorbei. Ich denke, hey, wer wird mich schon erkennen? Und so beginne ich mich unter die Brüder zu mischen, als wäre ich einer von Ihnen. Ich gehe in die Moschee hinein und einer der Brüder sagt: „Assalamu alaikum.“

Und ich überlege...sagt er „Salt and bacon“? (Salz und Speck?)

„Assalamu alaikum.“

Da ist ein anderer Kerl, der auch „Salt and bacon“ zu mir gesagt hat.

Ich wusste nicht, was in aller Welt sie zu mir sagten, aber sie lächelten alle.

Bevor einer dieser Kerle bemerken würde, dass ich nicht da sein sollte, und mich zur Folterkammer bringen oder mich köpfen würde, wollte ich so viel sehen, wie ich konnte. So ging ich schließlich zur Bibliothek, und da war ein junger ägyptischer Bruder, sein Name war Omar. Gott hat ihn mir gesandt.

Omar kommt zu mir rüber und sagt: „Entschuldige, bist du das erste Mal hier?“ Er hat einen wirklich starken Akzent.

Ich antworte: „Ja.“

„Oh, sehr schön. Bist du Muslim?“

„Nein, ich lese nur ein bisschen.“

„Oh, du beobachtest? Dies ist dein erster Besuch in einer Moschee?“

„Ja.“

„Komm, lass mich dir sie zeigen.“ Er nimmt mich an die Hand, und ich gehe mit einem anderen Mann – händehaltend. Ich dachte, diese Muslime sind freundlich.

Und so führt er mich herum.

„Zunächst einmal ist da unsere Gebetshalle, und die Schuhe ziehen wir hier aus.“

„Was sind das für Dinger da?“

„Das sind kleine Fächer, in die du deine Schuhe reinstellst .“

„Warum?“

„Nun ja, weil du dich dem Gebetsbereich näherst, und der ist heilig. Dort geht man nicht mit dreckigen Schuhen rein und er wird wirklich sehr sauber gehalten.“

Dann bringt er mich zur Herrentoilette.

„Und hier machen wir Wudu.“

„Voodoo! Von Voodoo habe ich aber nichts gelesen!“

„Nein, nicht Voodoo. Wudu!“

„Na ja, ich hab dieses Zeug mit den Puppen und den Nadeln mal gesehen, aber ich bin noch nicht bereit für diese Art von Verpflichtung.“

Er sagt: „Nein, Wudu ist unsere Gebetswaschung.“

„Warum tut ihr das?“

„Nun ja, wenn du zu Gott betest, musst du sauber sein, und deswegen waschen wir uns.“

So lernte ich all diese Dinge. Er ließ mich gehen und sagte: „Komm wieder.“

Ich kam auch wieder und fragte den Bibliothekar nach einem kleinen Buch über das Gebet, ging nach Hause und übte. Ich spürte, dass Gott es annehmen würde, wenn ich versuchte es richtig zu machen. Ich fuhr einfach damit fort zu lesen und zu lesen, und die Moschee zu besuchen.

Ich hatte mich zu einer Comedy-Tournee im Mittleren Westen verpflichtet. Gut, ich nahm also einen Gebetsteppich mit. Ich wusste, dass ich zu bestimmten Zeiten beten sollte, doch da sind bestimmte Orte, an denen man nicht beten sollte, wovon einer die Toilette ist. Ich suchte die Herrentoilette an einem Touristentreffpunkt auf, rollte danach meinen Teppich aus und begann zu beten.

Ich kehrte zurück und als Ramadan vorbei war, begann ich Anrufe aus verschiedenen Teilen des Landes zu erhalten, um, als ein ehemaliger Geistlicher der Zeugen Jehovas, der den Islam angenommen hatte, Vorträge zu halten. Die Leute entdeckten in mir eine Neuheit.

Zwei Einwanderer unterhalten sich:

„Dieser Kerl ist ein apple pie (d.h. durch und durch amerikanisch), und er fährt einen Chevy-Laster. Er ist ein amerikanischer Junge. Er war ein Zeuge Jehovas.“

„Diese Leute, die am Morgen kommen?“

„Ja, diese.“

„Die uns am Sonntag nie schlafen lassen?“

„Ja, dieser Kerl war einer von ihnen, jetzt ist er einer von uns.“

http://www.newmuslims.tk

Quelle: The Islamic Bulletin, San Francisco, CA 94141-0186


                    7. Abdul-Ahad Omar, Dr. Gary Miller, Mathematiker und christlicher Missionar (Kanada)

Gary Miller zeigt uns, wie wir den wahren Glauben finden können, indem wir Maßstäbe der Wahrheit setzen.

Miller ist Mathematiker und Theologe. Er war zu einem besonderen Zeitpunkt seines Lebens in der christlichen Missionsarbeit aktiv, begann jedoch bald viele Ungereimtheiten in der Bibel zu entdecken. 1978 las er dann erstmals  den Quran und erwartete, dass auch dieser eine Mischung von Wahrheit und Falschheit enthalten würde.

Zu seinem Erstaunen stellte er fest, dass die Botschaft des Quran genau dieselbe war wie die Essenz der Wahrheit, die er aus der Bibel destilliert hatte. Er wurde Muslim und ist seither bei öffentlichen Präsentationen über den Islam, einschließlich Radio- und Fernsehauftritten, dabei. Des Weiteren ist er Autor mehrerer Veröffentlichungen, die islamische Themen behandeln.

Dieser ehemals wichtige christliche Missionar, der sehr aktiv war und sich gut mit dem Inhalt der Bibel auskannte, konvertierte zum Islam und wurde zu einer bedeutenden Person in der islamischen Daua, dem Einladen zum Islam.

Mathematik ist sein bevorzugtes Fachgebiet, und deshalb liegt ihm die Logik. Eines Tages beschloss er, den Quran mit der Absicht zu lesen, irgendwelche Fehler in ihm zu finden, die er nutzen konnte, wenn er Muslime zum Christentum einlud... Er hatte die Vorstellung, der Quran sei einfach ein altes Buch, vor 14 Jahrhunderten geschrieben. Ein Buch, das über die Wüste und sowas sprach... Er war verblüfft von dem, was er stattdessen vorfand. Er entdeckte, dass dieses Buch etwas hatte, was kein anderes Buch dieser Welt enthielt... Er erwartete lediglich einige Geschichten über die harten Zeiten, die der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, erlebt hatte, wie zum Beispiel den Tod seiner Ehefrau Khadija, Allahs Wohlgefallen sie mit ihr, oder den Tod seiner Söhne und Töchter, doch fand er nichts dergleichen... Und was ihn noch mehr verwirrte, war, dass er im Quran ein Kapitel mit dem Titel Maryam (Maria, Allahs Wohlgefallen sei mit ihr) fand, was nicht einmal die Bücher der Christen und auch nicht die Bibel selbst aufweisen können. Er fand weder ein Kapitel, das nach Fatimah (der Tochter des Propheten) benannt ist, noch nach Aischa (der Ehefrau des Propheten), Allahs Wohlgefallen sei mit ihnen beiden. Außerdem fand er heraus, dass der Name Isa (Jesus) im Quran 25 Mal erwähnt wird, während der Name Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihnen beiden, lediglich 4 Mal erwähnt wird. Das verwirrte ihn noch mehr. Er begann den Quran noch einmal gründlich zu lesen, in der Hoffnung einen Fehler zu finden, doch er war schockiert, als er den folgenden, großartigen Vers las:

„Denken sie denn nicht über den Quran nach? Und wenn er von jemand anderem als Allah wäre, würden sie in ihm viel Widerspruch finden.“

(Sura an-Nisa (die Frauen), Vers 82)

Dr. Miller sagt über diesen Vers: „Eines der wohlbekannten wissenschaftlichen Prinzipien ist das Prinzip des Fehlerfindens oder des Fehlersuchens in einer Theorie, bis bewiesen ist, dass die Theorie richtig ist (Falsifikation). Verblüffend ist, dass der Heilige Quran Muslime und Nicht-Muslime dazu auffordert, Fehler in diesem Buch zu finden, und ihnen sagt, dass sie niemals welche finden werden.“ Weiter sagt Dr. Miller über diese Verse: „Kein Autor auf der Welt hat den Mut, ein Buch zu schreiben und zu behaupten, dass es frei von Fehlern ist. Doch im Gegensatz dazu, sagt der Quran, dass er keinen Fehler hat, und er fordert dich dazu auf, zu versuchen einen zu finden. Doch du wirst keinen finden.“

Ein anderer Vers, über den er lange nachdachte, ist Vers 30 in der Sura al Anbiya (Die Propheten):

„Sehen diejenigen, die ungläubig sind, nicht, dass die Himmel und die Erde eine zusammenhängende Masse waren und Wir sie dann getrennt haben? Und wir haben aus Wasser alles Lebendige gemacht. Wollen sie denn nicht glauben?“

Dr. Miller dazu: „Dieser Vers behandelt exakt das Thema der wissenschaftlichen Forschung, die 1973 den Nobelpreis gewann. Dabei geht es eben um die Urknall-Theorie. Gemäß dieser Theorie ist das Universum das Resultat einer großen Explosion, die zur Bildung des Universums mit seinen Himmeln und Planeten führte.“

Dr. Miller sagt: „Jetzt kommen wir zu dem, was am Propheten Mohammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sehr verblüffend war und worüber behauptet wird, der Teufel habe ihm dabei geholfen. Gott sagt:

„Und die Satane sind nicht mit ihm (dem Quran) herabgekommen. Und es ziemt sich nicht für sie, und sie sind nicht fähig dazu. Sie sind vom Hören fürwahr ausgeschlossen.“

(Sura asch-Schu’araa (Die Dichter), Verse 210-212).

„Wenn du nun den Quran rezitierst, so suche Schutz bei Allah vor dem verfluchten Satan.“

(Sura an-Nahl (Die Biene), Vers 98).

Sehen Sie? Kann dies die Art des Teufels sein, ein Buch zu schreiben? Wie kann er ein Buch schreiben, und dir dann sagen, dass du bei Gott vor diesem Teufel Schutz suchen sollst, bevor du dieses Buch liest? Dies sind wunderbare Verse in einem wunderbaren Buch. Und es hat eine logische Antwort für diejenigen, die behaupten, dass es vom Teufel sei.“

Und von den Geschichten, die Dr. Miller erstaunten, war die Geschichte des Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, mit Abu Lahab. Dr. Miller erläutert: „Dieser Mann (Abu Lahab) hasste den Islam so sehr, dass er dem Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, überall hin folgte, um ihn zu erniedrigen. Wenn er den Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, mit Fremden sprechen sah, wartete er, bis er fertig war, und dann fragte er die Leute: „Was hat euch Muhammad gesagt? Wenn er gesagt hat, es ist weiß, dann ist es in Wirklichkeit schwarz, und wenn er gesagt hat, es ist Nacht, dann ist es Tag.“ Er beabsichtigte alles zu verfälschen, was der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte, um die Leute misstrauisch zu machen. Und 10 Jahre vor dem Tod von Abu Lahab wurde dem Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, eine Sura mit dem Namen „al-Masad“ offenbart. Diese Sura spricht darüber, dass Abu Lahab in die Hölle gehen wird oder mit anderen Worten: nicht zum Islam konvertieren wird. Während dieser 10 Jahre hätte Abu Lahab sagen können: „Der Prophet Muhammad sagt, dass ich kein Muslim werde, und dass ich ins Höllenfeuer gehen werde. Aber ich sage euch jetzt, dass ich zum Islam konvertieren und Muslim werden möchte. Was denkt ihr jetzt über Muhammad? Sagt er die Wahrheit oder nicht? Kommt seine Eingebung von Gott?“ Doch Abu Lahab tat dies  nicht, obwohl er dem Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, in allen Belangen ungehorsam war, aber nicht in diesem einen. Mit anderen Worten war es so, dass der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, ihm die Gelegenheit gab, zu beweisen, dass er Unrecht hatte! Doch er tat dies  während der ganzen 10 Jahre nicht! Er konvertierte nicht zum Islam und behauptete nicht einmal Muslim zu sein! Über 10 Jahre lang hatte er die Möglichkeit, den Islam in einer Minute zu zerstören! Aber dies geschah nicht, weil es nicht die Worte Muhammads, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sind, sondern die Worte Gottes, der die Zukunft kennt und wusste, dass Abu Lahab nicht Muslim werden würde.

Wie konnte der Prophet, Allahs Segen und Frieden auf ihm, wissen, dass Abu Lahab durch sein Handeln (nämlich nicht zu konvertieren) die Wahrheit dieser Sura beweisen wird, wenn es nicht eine Eingebung von Allah war? Wie konnte er ganze 10 Jahre von der Wahrheit des Qurans überzeugt sein, wenn er nicht wusste und nicht sicher war, dass es eine Eingebung von Allah war? Dass eine Person eine so riskante Herausforderung annimmt, kann nur eines bedeuten: dass dies die Eingebung von Gott war.“

„Zugrunde gehen sollen die Hände von Abu Lahab, und zugrunde gehen soll er (selbst). Was nützt ihm sein Besitz und das, was er erworben hat? Er wird einem Feuer voller Flammen ausgesetzt sein und auch seine Frau, die Brennholzträgerin. Um ihren Hals ist ein Strick aus Palmfasern.“  

(Sura al-Masad)

Über einen anderen Vers, der ihn ins Staunen versetzte, sagt Dr. Miller: „Eines der Wunder im Quran ist, die Zukunft mit Dingen herauszufordern, die Menschen nicht voraussagen können und bei denen die Falsifikation angewendet werden kann. Wie oben erwähnt, besteht dieser Test darin, nach Fehlern zu suchen, bis die Sache, die getestet wird, erwiesenermaßen richtig ist. Lassen Sie uns beispielsweise einmal sehen, was der Quran zur Beziehung zwischen Muslimen und Juden sagt. Der Quran sagt, dass die Juden die größten Feinde der Muslime sind, und das ist bis heute wahr, da der Hauptfeind der Muslime die Juden sind.“

Er fährt fort: „Dies wird als große Herausforderung betrachtet, da die Juden die Gelegenheit haben, den Islam zu ruinieren, indem sie die Muslime einfach für einige Jahre freundlich behandeln und dann sagen: ‚Seht, wir behandeln  euch wie Freunde, und der Quran sagt, dass wir eure Feinde sind. So muss der Quran doch falsch sein!‛ Doch eben dies ist in den letzten 1400 Jahren nicht geschehen! Und es wird nie geschehen, weil dies die Worte Des Einen sind, der das Verborgene kennt (Gott), und nicht die Worte von Menschen.“

Können Sie sehen wie der Vers, der über die Feindschaft zwischen Muslimen und Juden spricht, eine Herausforderung für den menschlichen Verstand darstellt?

„Du wirst am stärksten unter den Menschen an Feindschaft gegenüber den Gläubigen die Juden und diejenigen finden, die Allah etwas beigesellen, und du wirst am nächsten unter ihnen an Liebe für die Gläubigen diejenigen finden, die sagen „wir sind Christen“, dies ist so, weil unter ihnen Priester und Mönche sind und weil sie nicht hochmütig sind. Und wenn sie hören, was zum Gesandten herabgesandt wurde, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen wegen dessen, was sie als Wahrheit erkannt haben. Sie sagen: „Unser Herr, wir glauben, so schreibe uns unter den Zeugnis Ablegenden auf.“ (Sura al-Maa’ida (Der Tisch),  Verse 82-83).”

Dieser Vers trifft auf Dr. Miller zu, denn er war Christ, als er jedoch die Wahrheit erfuhr, konvertierte er zum Islam und wurde ein Bote der Wahrheit. Möge Allah ihn unterstützen.

Über den einzigartigen Stil des Quran sagt Dr. Miller bewundernd: „Zweifellos ist da etwas Einzigartiges und Erstaunliches im Quran, das es nirgendwo anders gibt, da der Quran dir eine bestimmte Information gibt und dir dann sagt, dass du dies zuvor nicht wusstest. Zum Beispiel:

„Dies gehört zu den Nachrichten vom Verborgenen, das Wir dir (als Offenbarung) eingeben. Und du warst nicht bei ihnen, als sie die Rohre warfen, (um durch das Los zu bestimmen) wer von ihnen Maryam betreuen sollte. Und du warst nicht bei ihnen, als sie miteinander stritten.“ (Sura al-Imran (Die Sippe Imrans), 3:44)

„Diese (Nachrichten) gehören zu den Nachrichten vom Verborgenen, die Wir dir (als Offenbarung) eingeben. Du wusstest sie zuvor nicht, weder du noch dein Volk. Sei nun standhaft. Denn das Ende ist zugunsten der Gottesfürchtigen.“ (Sura Hud, 11:49)

„Dies ist aus den Erzählungen vom Verborgenen, die wir dir eingeben. Und du warst nicht bei ihnen, als sie sich einigten, indem sie Ränke schmiedeten.“ (Sura Yusuf, 12:102)

Kein anderes heiliges Buch verwendet diesen Stil. All die anderen Bücher bestehen aus einer Information, die dir sagt, woher diese Information herkam. Wenn zum Beispiel die Bibel über die Geschichten der alten Nationen spricht, erzählt sie dir, dass ein bestimmter König an einem bestimmten Ort lebte, und ein jener Führer in jener Schlacht kämpfte, und dass eine gewisse Person eine Anzahl Kinder hatte, und deren Namen waren so und so. Aber dieses Buch (die Bibel) sagt dir immer, dass, wenn du mehr wissen willst, du ein gewisses anderes Buch lesen könntest, da die Information von diesem Buch komme.“

Dr. Miller erläutert weiter: „Das ist das Gegenteil des Quran, der dir die Information gibt und dir sagt, dass sie neu ist! Und das Verblüffende ist, dass die Leute von Mekka zu dieser Zeit – der Zeit der Offenbarung der Verse –  diese Verse hörten, deren Inhalt neu für sie war und weder dem Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, noch den Leuten von Mekka oder irgendjemand anderem zu dieser Zeit bekannt waren, und sie trotzdem nie sagten: ‚Wir wissen das, und es ist nicht neu.’ Und sie sagten nicht: ‚Wir wissen, wo Muhammad diese Verse her hat.’ Das geschah nie, denn es waren tatsächlich neue Informationen, die nicht von einem menschlichen Verstand ausgingen, sondern von Allah, Der das Verborgene in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kennt.“


                    8. Muhammad Aman Hobohm - Diplomat, Missionar und Sozialarbeiter (Deutsch-land)

Weshalb nehmen Menschen aus dem Westen den Islam an?

Es gibt verschiedene Gründe dafür: Erstens hat die Wahrheit immer ihre Wirkung. Die grundsätzlichen Lehren des Islams sind so rational verständlich, so natürlich und so anziehend, dass ein ehrlicher nach der Wahrheit suchender Mensch nicht anders kann als von ihnen beeindruckt zu sein.  Betrachten wir zum Beispiel den islamischen Monotheismus – wie er die Würde des Menschen erhebt und wie er uns vom Griff des Aberglaubens befreit! Wie natürlich er zur Gleichheit der Menschen führt, denn alle wurden durch denselben Gott erschaffen, und alle sind Diener desselben Herrn. Insbesondere für die Deutschen ist der Glaube an Gott eine Quelle der Inspiration, eine Quelle furchtlosen Mutes und eine Quelle des Gefühls von Sicherheit.

Außerdem verändert die Vorstellung des Lebens nach dem Tod die Einstellung zum Leben. Das Leben in dieser Welt bleibt nicht mehr das Hauptziel, und ein Großteil der menschlichen Kraft richtet sich darauf, für das Jenseits Vorsorge zu tragen. Der Glaube an den Tag des Gerichts spornt einen Menschen automatisch an, seine schlechten Taten aufzugeben, denn nur gute Taten können seine ewige Rettung sichern, wohingegen die falschen Taten hier, in diesem Leben, nur für eine begrenzte Zeit gedeihen können. Der Glaube, dass niemand den Konsequenzen des Urteils eines gerechten, unparteiischen und allwissenden Herrn entfliehen kann, lässt einen zwei Mal überlegen, bevor man irgend etwas Falsches tut. Und diese innerliche Überprüfung ist sicherlich wirkungsvoller als die effektivste Polizei der Welt.

Eine andere Sache im Islam, die Fremde anzieht, ist sein Schwerpunkt auf Toleranz. Des Weiteren lehren einen die täglichen Gebete Pünktlichkeit, und der Fastenmonat befähigt einen dazu Selbstkontrolle auszuüben, und ohne Zweifel sind Pünktlichkeit und Selbstdisziplin zwei der wichtigsten Eigenschaften eines guten Menschen.

Jetzt kommt die wirkliche Errungenschaft des Islams: Er ist die einzige Lehre, die seiner Anhängerschaft erfolgreich den Geist eingeflößt hat, ethische und moralische Grenzen ohne äußeren Zwang zu befolgen. Denn ein Muslim weiß, dass, wo auch immer er ist, er von Gott beobachtet wird. Dieser Glaube hält ihn fern von Sünde. Da der Mensch natürlicherweise dem Guten zugeneigt ist, bietet ihm der Islam auch Friede im Geist und im Herzen - und dies ist eben das, was der westlichen Gesellschaft heute völlig fehlt.

Ich habe unterschiedliche Lebenskonzepte kennengelernt und gelebt, hatte die Gelegenheit verschiedene Ideologien zu studieren, kam aber zur Schlussfolgerung, dass keine so perfekt ist wie der Islam.

Kommunismus hat genau wie die säkulare Demokratie seine Anziehungskraft. Doch keines dieser Systeme besitzt den echten Schlüssel  eines edlen Lebens. Nur der Islam besitzt ihn, und das ist der Grund, warum  gute Menschen ihn annehmen.

Islam ist nicht theoretisch, er ist praktisch. Islam ist keine halbe Sache, er bedeutet vollkommene Hingabe unter den Willen Gottes. 

Aus „Islam, Our Choice.“


                    9. Erzpriester Viacheslav Polosin (Russland)

Viacheslav Sergeevich Polosin wurde 1956 geboren. 1979 graduierte er an der Philosophischen Fakultät der MGU (Lomonossow-Universität) und 1984 am Moscow Ecclesiastical Seminary. Er wurde zum Priester ordiniert und diente in Gemeinden in der Diözese von Zentralasien und Kaluga. 1990 wurde er zum Rang des Erzpriesters erhoben. Im selben Jahr wurde er zum Volksvertreter der RSFSR (Sowjetrepublik) der Region von Kaluga gewählt und stand dem Obersten Sowjet im Ausschuss für Gewissensfreiheit vor. Während er im Obersten Sowjet arbeitete, graduierte er an der Diplomatischen Akademie des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten und schrieb seine Doktorarbeit zum Thema: „Die russisch-orthodoxe Kirche und der Staat in der UdSSR, 1971-1991.“ 1993 wurde er als Angestellter des Personals der Staatsduma für Beziehungen mit öffentlichen Vereinigungen und religiösen Organisationen tätig. Er war Mitglied der Russischen Christlichen Demokratischen Bewegung und Mitglied des Rates der Christlichen Organisationen. 1991 verließ er die Diözese von Kaluga und ab 1995 amtierte er nicht mehr in Liturgien.

In seinem Interview mit dem Muslim Journal bezeichnete er sich selbst offiziell als Muslim: „Ich betrachte den  Quran als letzte Offenbarung auf Erden, herabgesandt zum Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm. Es gibt keinen Gott außer dem Einen Gott Allah, und Muhammad ist sein Gesandter.“

Viacheslav Polosin ist der Verfasser zahlreicher Lehrbücher über historische, politische, religiöse und philosophische Themen. Im Februar diesen Jahres schrieb er eine weitere Doktorarbeit zum Thema "The dialectics of myth and political myth-making." Seine grundlegenden philosophischen Ideen werden in seinem Buch „Mythen, Religion und der Staat“ (Moskau, 1999) vorgestellt.

In einem Interview mit der Zeitschrift „Musulmane“ sagte Viacheslav Polosin, dass der Islam keine Abzweigung des Christentums ist, sondern eine zweite und großartige Reform des abrahamitischen Monotheismus.

„Abraham glaubte an den Einen Gott und sprach dies öffentlich aus. Er verkündete und bestätigte es für seine Nachfolger und wurde so zum „Vater“ aller Gläubigen. Nachträglich erlitt diese Überlieferung Abweichungen. Es ist bekannt, dass alle Propheten – viele von ihnen werden auch „Retter“ genannt – die Leute für ihr Abweichen zum Heidentum kritisierten. Und der große Prophet Jesus, kritisierte die Leute ebenfalls für ihr Heidentum. Mehr als das, er sprach von sich selbst in Parabeln, als von Gott gesandt, mit einer speziellen Mission. Zuvor sagten diese Leute: „Propheten sind Sünder wie wir.“ Aber Gott sandte einen sündenlosen Engel Gottes – in der Bibel werden Engel „Söhne Gottes“ genannt (Hiob 38:7) – der wirklich ein reiner Prophet war, doch ihm wurde nicht gehorcht. Sie ersannen den Wunsch ihn zu zerstören. Er kritisierte die vorherrschenden Probleme der Zeit und verbreitete die gute Nachricht des Glaubens an den Einen Gott; dies war eine großartige Reform des Judentums.

Der Islam stellt die zweite Reform dar, die das Christentum des sechsten und siebten Jahrhunderts von den heidnischen Ablagerungen reinigte, die in der Zeit entstanden waren als es offiziellen Status im Staat erlangt hatte und als es durch Zwang massenweise Menschen annahmen.

Was am Islam so anziehend ist, ist schlichtweg der Monotheismus in seiner reinen Form, ohne an Gott in einer unwürdigen Weise zu denken. Frei von Widersprüchen, dafür mit logischen Übereinstimmungen, was mir sehr gefällt. Der Ruhmvolle Quran sagt gerade heraus, dass die Wahrheit nicht widersprüchlich ist. Es gibt die Lehre des überirdischen Gottes, des Schöpfers, des Allmächtigen, des Barmherzigen und der ganze Rest sollte im Einklang damit sein.“

Nezavisimaia gazeta-religii, 2. Juni 1999

Quelle: http://stetson.edu/~psteeves/relnews/9906a.html#03


Vom Kleriker zum Muslim

Im Namen Allahs, des Barmherzigsten, des Allerbarmers

„... du wirst ganz gewiss finden, dass diejenigen Menschen, die den Gläubigen am heftigsten Feindschaft zeigen, die Juden und diejenigen sind, die (Allah etwas) beigesellen. Und du wirst ganz gewiss finden, dass diejenigen, die den Gläubigen in Freundschaft am nächsten stehen, die sind, die sagen: „Wir sind Christen.“ Dies, weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie sich nicht hochmütig verhalten. Wenn sie hören, was zum Gesandten (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen wegen dessen, was sie (darin) als Wahrheit erkannt haben. Sie sagen: „Unser Herr, wir glauben. Schreibe uns unter den Zeugnisablegenden auf. Warum sollten wir nicht an Allah glauben und an das, was von der Wahrheit zu uns gekommen ist, und begehren, dass uns unser Herr zusammen mit dem rechtschaffenen Volk (in den Paradiesgarten) eingehen lasse?“