Autor : Ibn Qayyim al-Jauziyyah

Revision und Korrektur: Farouk Abu Anas

Kurzbeschreibung

Dieser Artikel behandelt die Folgen des Begehens von Sünden auf das Herz und die Taten. Dazu zeigt er dem Leser einige Wege, wie man es schafft sich vom Begehen dieser Sünden zu schützen.

Details

Der große Gelehrte Ibn Al-Qayyim Al-Jauziyyah schrieb die folgenden Worte in einer seiner berühmten Abhandlung, namens "Al-Jawaab Al-Kaafi", als Antwort auf einen von einer Privatperson an Ihn verfassten Brief,  die einen Ratschlag auf die Frage wie sie sich von einer großen Sünde befreien kann, suchte. Werfen wir einen allgemeinen Blick auf die Folgen des Begehens von Sünden.

Eins: Die Abwendung von Wissen

Wissen ist ein LICHT, welches Allah in die Herzen wirft, und Ungehorsam (gegenüber Allah) lِöscht dieses LICHT aus. Imaam Al-Schaafi’i sagte: „Ich beklagte mich bei Waki’ über die Schwäche meines Gedächtnisses, also forderte er mich auf den Ungehorsam[1] zu unterbinden und belehrte mich, dass Wissen LICHT ist und dass Allahs LICHT nicht den Ungehorsamen gegeben wird.

Zwei: Die Abwendung von Nahrung

Ebenso wie TAQWAA (Gottesfurcht) Nahrung bringt, so verursacht das Verlassen von TAQWAA Armut. Es gibt nichts, dass in der Lage ist diese Nahrung zu bringen, wie das Verlassen von Ungehorsam.

Drei: Die Abwendung vom Gehorsam gegenüber Allah

Auch wenn es keine andere Strafe für Sünden geben würde, als dass es den Sünder vom Gehorsam gegenüber Allah abwendet, so wäre dies ausreichend.

Vier: Ungehorsam schwächt das Herz und den Köِrper

Das Schwächen des Herzens (durch Ungehorsam) ist eine Sache, die deutlich ist. Ungehorsam schwächt das Herz bis das Leben des Herzens vollkommen beendet ist.

Fünf: Ungehorsam reduziert die Lebensdauer und lِöscht jeden Segen aus

Ebenso wie Rechtschaffenheit die Lebensdauer erhِöht, so wird sie durch

Sünden reduziert.  

Sechs: Ungehorsam sät seine eigenen Samen und hat seinen Ursprung in einem selbst bis man sich von ihm trennt. Und von ihm (Ungehorsam) herauszukommen wird schwer für den Diener.

Sieben: Sünden schwächen den Willen und die Entschlossenheit des Herzens, so dass das Verlangen nach Ungehorsam erstarkt und das Verlangen nach Reue Stück für Stück schwächer wird, bis das Verlangen nach Reue vollkommen aus dem Herzen verschwindet.

Acht: Jede Art von Ungehorsam ist eine Hinterlassenschaft eines Volkes inmitten der Vöِlker, welche Allah, der Mächtige und Majestätische, zerstِörte. Homosexualität ist eine Hinterlassenschaft der Leute von Luut (Allahs Frieden auf ihm). Das Nehmen von mehr als den eigentlichen Anteil und das Geben von weniger, ist ein Erbe der Leute von Shu’ayb (Allahs Frieden auf ihm). Das Suchen von Grِöße und Macht im Land und das Verursachen von Korruption ist die Hinterlassenschaft der Leute des Pharao. Hochmut, Arroganz und Tyrannei sind die Hinterlassenschaft der Leute von Hud (Allahs Frieden auf ihm). Also trägt der Ungehorsame den Umhang dieser (ungehorsamen) Vöِlker, welche die Feinde von Allah subhanahu ua ta'ala waren.

Neun: Ungehorsam, vom Diener ausgehend, ist ein Anlass dafür, um von Allah in Verachtung gelassen zu werden.

Al-Hasan Al-Basri (möge Allah sich seiner erbarmen) sagte: „Sie werden verachtenswert in Allahs Angesicht, daher missachtet sie Allah. Wären Sie ehrenhaft in Allahs Angesicht, dann hätte Allah Sie geschützt.“

Allah, der Erhabene sagt:

﴿ أَلَمْ تَرَ أَنَّ اللَّهَ يَسْجُدُ لَهُ مَنْ فِي السَّمَاوَاتِ وَمَنْ فِي الْأَرْضِ وَالشَّمْسُ وَالْقَمَرُ وَالنُّجُومُ وَالْجِبَالُ وَالشَّجَرُ وَالدَّوَابُّ وَكَثِيرٌ مِنَ النَّاسِ وَكَثِيرٌ حَقَّ عَلَيْهِ الْعَذَابُ وَمَنْ يُهِنِ اللَّهُ فَمَا لَهُ مِنْ مُكْرِمٍ إِنَّ اللَّهَ يَفْعَلُ مَا يَشَاء ُ

Hast du nicht gesehen, dass sich vor Allah anbetend niederwirft, wer in den Himmeln und auf Erden ist - ebenso die Sonne, der Mond und die Sterne, die Berge, die Bäume und die Tiere und viele Menschen? Für viele aber ist die Strafe fällig geworden. Und wer von Allah erniedrigt wird, dem kann keiner Ehre geben. Wahrlich, Allah tut, was Er will.“ [Sura Al-Hajj:18]

Zehn: Die Krankheitsauswirkungen des Sünders erreichen auch diejenigen, die um Ihn sind. (zum Beispiel: Die sich Ihm gesellen und somit auch an Seinen Sünden teilhaben.) Wie es auch bei den Tieren resultiert, wenn sie von einem Leid getroffen werden.

Elf: Der Diener Allahs fährt mit seinen Sünden fort bis diese sehr leicht für Ihn werden und sie Ihm unwesentlich erscheinen und diese Sünde ist eine Sünde der Zerstِrörung. Immer wenn eine Sünde in der Sicht des Dieners unwesentlich erscheint, wird sie im Angesicht Allahs groß!

Ibn Mas’ud (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte: „Gewiss, der Mu’min sieht seine Sünden, als stünde er am Fuße eines Berges, mit Angst erfüllt, dass dieser auf ihn stürzen wird. Während der Sünder seine Sünden wie eine Fliege betrachtet, welche an seiner Nase vorbei fliegt. Also versucht er sie loszuwerden indem er mit seiner Hand herum schwingt.[2]

Zwöِlf: Ungehorsam erntet Erniedrigung und Demut.

Ehre:Alles von ihr liegt in der Abhängigkeit von Allah.

Abdullah Ibn Al-Mubaarak sagte: Ich habe Sünden gesehen, die Herzen töِteten, und Erniedrigung wird bei deren Fortführung (der Sünden) geerntet. Das Verlassen von Sünden belebt das Herz und die Vorbeugung gegenüber der Seele ist besser für dieses (das Herz).

Dreizehn: Ungehorsam verdirbt den Intellekt (bzw. Verstand). Der Intellekt hat Licht, und Ungehorsam lِöscht dieses Licht aus. Wenn das Licht des Intellekts erloschen ist, wird es schwach und mangelhaft. 

Vierzehn: Wenn der Ungehorsam ansteigt, wird das Herz des Gläubigen versiegelt, so dass er einer der Achtlosen wird. Allah, der Erhabene, sagt: Nein, jedoch hat sich das, was sie zu erwerben pflegten, über ihren Herzen angesetzt [Sura Al-Mutaffifin:14] [ungefähre Übersetzung]

Fünfzehn: Sünden bewirken die unterschiedlichsten Arten der Verderbnis, die im Land vorkommen. Verdorbenheit des Wassers, der Luft, der Pflanzen, der Früchte und der Wohnstätten. Allah, der erhabene, sagt: Unheil ist auf dem Festland und auf dem Meer sichtbar geworden um dessentwillen, was die Hände der Menschen gewirkt haben, auf dass Er sie die (Früchte) so mancher ihrer Handlungen kosten lasse, damit sie umkehren.“ [Sura Ar-Rom:41] [ungefähre Übersetzung]

Sechzehn: Das Verschwinden von Schamhaftigkeit, welches ein wesentlicher Bestandteil im Leben eines Herzens ist und auch die Basis allen Gutens. Es ist authentisch vom Gesandten Allahs (Allahs Segen und Heil auf ihm) überliefert, dass er sagte:

„Schamhaftigkeit kann nur Gutes einbringen.[3]"

Nach Muslim sagte er (Allahs Segen und Heil auf ihm):

„Schamhaftigkeit ist durch und durch gut.", oder er sagte: "Jegliche Schamhaftigkeit ist gut." [ungefähre Übersetzung]

Ein Dichter sagte:Und bei Allah, es ist nichts Gutes im Leben oder auf der Welt, wenn der Anstand verschwindet.

Siebzehn: Sünden schwächen und reduzieren die Verherrlichung Allahs, dem Allmächtigen im Herzen des Dieners.

Achtzehn: Sünden sind der Grund dafür, dass Allah Seinen Diener vergisst (also nicht beachtet, denn Allah ist der Allwissende und vergisst niemals etwas). Ihn verlassend und sich selbst überlassend, um sich selbst gegen seine Seele und seinen Schaytaan zu wehren. Und darin liegt die Zerstöِrung, von der keine Erlöِsung zu erhoffen ist.

Neunzehn: Sünden entfernen den Diener vom Reich des Ihsaan (Gutes tun) und er ist nicht in der Lage die Belohnung derer zu erlangen, die gutes tun. Wenn Ihsaan das Herz erfüllt, wird das Herz vor dem Ungehorsam behütet.

Zwanzig: Ungehorsam führt zum Einstellen von Allahs Huld und rechtfertigt Allahs Strafe. Kein Segen hِört auf den Diener zu erreichen, es sein denn in Folge einer Sünde und keine Strafe wird über ihn verhängt, es sei denn in Folge einer Sünde.

Ali (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte: „Keine Prüfung Allahs kommt herab außer sie ist durch eine Sünde fällig geworden, und diese Prüfung kann nicht abgewendet werden außer durch Reue.“

Allah, der Erhabene, sagt: Und was euch an Unglück treffen mag, es erfolgt auf Grund dessen, was eure Hände gewirkt haben. Und Er vergibt vieles.“ [Sura As-Schura:30] [ungefähre Übersetzung]

Und Allah, der Erhabene, sagt auch: Dies (ist so), weil Allah niemals eine Gnade ändern würde, die Er einem Volk gewährt hat, bis sie sich selbst (zum Schlechten) verändern. Und Allah ist Allhِörend, Allwissend.“ [Sura Al-Anfal:53] [ungefähre Übersetzung]

Mِöge Allah uns gnädig sein und uns helfen die Sünden zu verlassen, die die Gründe unserer Probleme sind. Amin

Der Großteil dieses Artikels wurde von Ibn Al-Qayyims „Al- Jawaab Al-Kaafi“ und die „Krankheitsauswirkungen der Sünden“ von Muhammad Saalih Ibn Al-’Utheimin abgeleitet.]



[1] Ungehorsam gegenüber Allah, der durch das begehen von Sünden bewirkt wird.

[2] Al- Bukhary [ungehre Übersetzung]

[3] Al-Bukhari und Muslim

 
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