Der Islam ist…

Autor : Pete Seda

Revision und Korrektur: Farouk Abu Anas

Kurzbeschreibung

In diesem Buch werden die Grundlagen des Islams in einfachen Wort dargestellt und kurz erklärt.

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Details

 Der Islam ist…

بســم الله الرحمن الرحيـم

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

 Vorwort

Der Sinn dieses Werkes ist es, die wahren Lehren des Islam darzustellen. Wir vertreten weder bestimmte Version des Islam noch eine ganz andere Interpretation des Islam. Wir stellen den Islam so dar, wie er ist, ohne Zuckerüberzug; wir erlauben ihm seine guten Eigenschaften selbst darzustellen. Es gibt nur einen Islam und auch nur ein Beispiel, wie er gelebt werden soll, nämlich das des Propheten Muhammad (ﷺ‬)[1]. Unsere Absicht ist es, einen allgemeinen Überblick über die Hauptinhalte des Islam zu vermitteln, so wie er im Qur’an steht und wie ihn der Prophet (ﷺ‬) vorlebte. Wir beabsichtigen auch einige der oft über den Islam gestellten Fragen zu beantworten.

Trotz der Tatsache, dass mehr als ein fünftel der Weltbevölkerung Muslime sind, wird der Islam in den heutigen westlichen Gesellschaftsformen oft falsch verstanden und dargestellt. Wir hoffen, dass dieses Werk den Islam in das Licht stellt, in dem es Muhammad (ﷺ‬) offenbart wurde und dass es jedwede falschen Vorstellungen, die Vorurteile und Hass hervorrufen, zerstreut. Wir schreiben dieses Büchlein in der Hoffnung, dass Menschen aller Glaubens­richtungen sich uns anschließen um diese Welt zu einer Welt der Toleranz und Güte und zu einer Welt des Verständnisses und des Friedens zu machen.


 Was ist Islam?

Das arabische Wort Islam bedeutet wörtlich soviel wie ‚Hingabe’ oder ‚Unterwerfung’. Islam bedeutet in Bezug auf den Glauben absolute und aufrichtige Hingabe gegenüber Gott, so dass man in Frieden und innerer Ruhe leben kann. Frieden (Arabisch: Salam, auf Hebräisch: Schalom) erreicht man, indem man den offenbarten Befehlen Gottes aktiv gehorcht, denn Gott ist der Gerechte und der Friede.[2]

Der Begriff Islam[3] hat eine sehr umfassende Bedeutung. Der Islam ist nicht nach einem Stamm oder einer Person benannt, wie etwa das Judentum nach dem Stamme Judah, das Christentum nach Christus und der Buddhismus nach Buddha benannt wurde. Der Islam ist kein von Menschen gewählter Begriff, er wurde von Gott offenbart. Der Islam ist ein internationaler Glaube, also weder aus dem Osten noch aus dem Westen. Der Islam ist eine vollkommene Lebensweise, die zur vollkommenen Unterwerfung unter Gott hinführt. Jemand, der seinen oder ihren Willen Gott aus freien Stücken[4] unterwirft, nennt man Muslim. Nicht Muhammad (ﷺ‬) war es, der den Islam als erstes zu den Menschen brachte, sondern Adam (u)[5]. Daher kam jeder Prophet und Gesandter um die Menschen zu ermahnen und um die Befehle Allahs klar und richtig zu verstehen. Sie erhielten ihrer Zeit entsprechende Lehren, bis Gott den letzten Propheten, Muhammad (ﷺ‬), auserwählte, damit er das letzte Testament bringe, auf das man sich beziehen soll, den Qur’an.

Allah ist ein arabisches Wort, welches ‚der Eine und Einzige wahrhaft Verehrungswürdige’ bedeutet, der eigentliche Name des Einen, der Himmel und Erde erschaffen hat. Arabischsprechende Juden und Christen bezeichnen Gott auch mit dem Namen Allah. Für einen Muslim ist Allah der höchste und allumfassendste Name für Gott, er bezeichnet den Einen, der im Gottesdienst verehrt wird, den Einen, der alles, was existiert, erschaffen hat.


 Monotheismus

Die Lehre des Monotheismus (der Einheit Gottes, auf Arabisch „tauhîd“) ist das wichtigste Konzept des Islam überhaupt. Der Monotheismus weist auf das erste der Zehn Gebote hin und im Islam baut alles auf der Einzigartigkeit Gottes auf. Der Islam ruft die Menschen dazu auf, von der Verehrung egal welchen Geschöpfes Abstand zu nehmen und zur Verehrung des Einen und Einzig Wahren Gottes zu kommen. Keine Tat der Verehrung oder Hingabe hat auch nur den geringsten Wert, wenn im Konzept des Monotheismus irgendwelche Kompromisse einge­gangen werden.

Weil dies so wichtig ist, muss das Konzept des Monotheismus (göttliche Einheit und Einzigartigkeit) voll und ganz verstanden werden. Vereinfacht kann der Monotheismus unter den drei folgenden Perspektiven betrachtet werden:

  1. Die Einheit Gottes in Seiner Herrschaft (Allmacht)
  2. Die Widmung aller Arten von Gottesdienst dem alleinigen Einzigen Gott
  3. Die Einzigartigkeit und Einheit Gottes in Seinen Namen und Eigenschaften

Diese Übersicht ist bei Weitem nicht die einzige Methode das Thema der Einheit und Einzigartigkeit Gottes darzustellen, doch sie erlaubt es, den Sachverhalt einfach zu analysieren und zu veranschaulichen. (Monotheismus ist der Schlüssel um den Islam zu verstehen, dieses Konzept noch einmal genau durchzugehen ist also zu empfehlen.)

 Die Einheit Gottes in Seiner Herrschaft

Die Einheit Gottes in Seiner Herrschaft bedeutet, dass Gott, der Urheber und Schöpfer von Himmel und Erde, absolute und vollkommene Kontrolle und Herrschaft über das Universum hat. Er allein ist der Schöpfer aller Dinge. Er allein bringt alles, was geschieht, in Gang. Er ist der Einzige, der alle versorgt und über jedes Leben und den Tod bestimmt. Er ist der Mächtige, der Allmächtige, er ist absolut vollkommen und frei von jeglichem Makel. Niemand hat an Seiner Macht Anteil. Niemand kann sich seinem Entschluss widersetzen. Er ist der Eine, der jeden von uns aus einer einzigen Zelle erschaffen hat und uns zu dem machte, was wir jetzt sind. Er ist der Eine, der sowohl über hundert Milliarden Galaxien erschaffen hat, als auch jedes Elektron, jedes Neutron und Quark, welches diese enthalten. Er hält alles, was existiert und auch die Naturgesetze in perfekter Waage. Kein Blatt fällt ohne Seine Erlaubnis von irgendeinem Baum, alles wird genau niedergeschrieben.

Er ist noch viel größer, als wir es uns überhaupt nur vorstellen können. Er ist so mächtig, dass Er zu allem, was erschaffen werden soll, nur „sei“ zu sagen braucht, und es wird sein. Er erschuf alle bekannten und unbekannten Welten, doch er ist kein Teil dieser. Die meisten Glaubensrichtungen erkennen es an, dass der Schöpfer des Universums einer ist und keinen Teilhaber hat. Der Islam beinhaltet auch das Wissen darüber, dass Gott kein Teil Seiner Schöpfung ist und dass keines Seiner Geschöpfe an Seiner Macht Anteil hat.

Im Islam wird es als Polytheismus (Vielgötterei) und Unglaube bezeichnet, wenn man daran glaubt, dass irgendein Geschöpf Gottes an Seiner Macht oder Seinen Eigenschaften Anteil hat. Beispiele solcher falschen Glaubensauffassungen sind etwa wenn jemand meint, dass Wahrsager oder Astrologen im Stande seien, die Zukunft vorauszusagen. Gott, der über alles Bescheid Wissende, sagt, dass nur Er das Wissen über die Zukunft besitzt. Nur der Göttliche kann göttliche Hilfe gewähren. Kein Wesen außer Gott selbst ist dazu in der Lage, göttliche Hilfe oder Rechtleitung zu geben. Der Glaube, dass Glücksbringer und Talismane eine wie auch immer geartete Macht haben ist eine Form von Polytheismus. Diese Denkweisen werden im Islam abgelehnt.


 Die Widmung aller Arten von Gottesdienst allein für den Einen Gott

Nur der Erhabene Gott ist würdig, verehrt zu werden. Diese Botschaft wurde von allen Propheten und Gesandten Gottes verkündet, die in allen Zeiten von Gott entsandt wurden. Dies ist auch der Kern des islamischen Glaubens. Gott teilt uns mit, dass es der Sinn der Erschaffung des Menschen ist, dass Er allein verehrt werden soll. Der Lebenszweck im Islam besteht darin, die Menschen davon abzubringen, die Schöpfung zu verehren und sie dazu zu führen, allein den Schöpfer zu verehren.

Hier unterscheidet sich der Islam von anderen Religionen. Obwohl die meisten Religionen lehren, dass es einen Schöpfer gibt, der alles, was existiert erschaffen hat, sind sie in Bezug auf die Verehrung nur teilweise frei von einigen Formen des Polytheismus (Götzendienerei). Diese Religionen rufen ihre Anhänger entweder dazu auf, andere Wesen neben Gott zu verehren (auch wenn sie diese anderen Götter niedriger einstufen als den Gott, welcher der Schöpfer ist), oder sie verlangen von ihren Anhängern, dass sie Geschöpfe als Mittler zwischen sich und Gott anrufen.

Alle Propheten und Gesandten Gottes von Adam (u) bis Muhammad (ﷺ‬) luden die Menschen zur alleinigen Verehrung Gottes ein, ohne ihm einen Teilhaber oder Vermittler hinzuzufügen. Dies ist der reinste, einfachste und natürlichste Glaube. Der Islam weist die von einigen Kulturanthropologen vertretene Annahme zurück, dass die Religion der frühen Menschheit der Polytheismus war, der sich dann stufenweise zum Monotheismus weiter entwickelte. Die Muslime glauben jedoch genau das Gegenteil, nämlich dass die Kulturen der Menschen in den Zeitabschnitten zwischen den vielen Gesandten Gottes schrittweise dem Polytheismus verfielen. Ja sogar in Zeiten, zu denen Propheten unter ihnen waren, verweigerten viele Leute deren Einladung und übten trotz Warnung den Polytheismus aus. Demzufolge wurden die Gesandten damit beauftragt, die Menschen zum Monotheismus zurückzubringen.

Gott erschuf die Menschen mit einer angeborenen natürlichen Veranlagung Ihn alleine zu verehren. Satan tut jedoch sein Möglichstes um die Menschen vom Monotheismus abzubringen, indem er die Menschen dazu verführt, die Schöpfung zu verehren (also Götzendienerei). Viele Menschen tendieren dazu etwas zu verehren, was sie sehen oder sich vorstellen können, auch wenn sie instinktiv wissen, dass der Schöpfer des Universums weit größer als all ihre Vorstellungen ist. Gott sandte zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte aufeinander folgende Propheten und Gesandte um die Menschen zur Verehrung des Einen und Einzigwahren Gottes zurückzuführen. Durch die Verführung Satans fielen die Menschen jedoch immer wieder zur Verehrung erschaffener Wesen zurück (Götzendienerei und Polytheismus).

Gott erschuf die Menschheit damit sie Ihm alleine dienen. Die schlimmstmögliche Sünde im Islam ist es, irgendetwas oder jemanden neben Gott zu dienen, auch wenn der Verehrende beabsichtigt, näher zu Gott zu kommen, indem er andere Geschöpfe verehrt. Der Sich-allein-Genügende Gott braucht keine Vermittler oder Medien. Er hört all unsere Gebete und weiß über alles, was geschieht vollkommen bescheid.

Andererseits braucht Gott unsere Verehrung nicht, doch Er sagt, dass dies Ihn zufrieden stellt. Er ist absolut unabhängig von allen Dingen. Die ganze Schöpfung ist von Ihm abhängig. Wenn alle Menschen der Erde sich versammeln würden, um Gott allein zu dienen, so würde dies Gott nicht im Geringsten nützen. Es würde Seine majestätische Herrschaft um kein Atom bereichern. Auch im umgekehrten Fall, wenn alle Geschöpfe den Dienst an Gott verweigern würden, dann würde dies Seine Herrschaft nicht im Geringsten mindern. Wenn wir den Gottesdienst verrichten, ziehen unsere Seelen davon Nutzen und wir erfüllen den edlen Sinn, wegen dem wir erschaffen wurden. Gott hat keine Bedürfnisse, Er ist der Ewige und Absolute.

Gottesdienst besteht nicht nur aus traditionellen religiösen Zeremonien oder Handlungen. Das Konzept des Gottesdienstes ist umfassend. Seine Eltern zu respektieren und sich um sie zu kümmern, wie auch ein zerbrochenes Glasstück vom Weg aufzuheben, können Formen von Gottesdienst sein, wenn diese in erster Linie mit der Absicht getan werden, Gott zufrieden zu stellen.

 Die Einzigartigkeit und Einheit Gottes in Bezug auf Seine Namen und Eigenschaften

Die Einzigartigkeit und Einheit Gottes in Bezug auf Seine Namen und Eigenschaften bedeutet, dass weder Gott etwas mit den Eigenschaften der Geschöpfe gemein hat, noch dass sie irgendeine Seiner Eigenschaften teilen. Gott ist in jeder Hinsicht einzigartig. Er kann nicht begrenzt werden, denn Er ist der Schöpfer aller Dinge. Gott der Allerhöchste sagt: „Allah, es gibt nichts Anbetungswürdiges außer Ihm, der Ewiglebendige, der alles aufrecht Erhaltende. Weder Schlummer noch Schlaf erfasst ihn. Ihm gehört alles, was auf Erden und in den Himmeln ist. Wer kann denn bei Ihm Fürsprache einlegen, außer durch Seine Erlaubnis. Er weiß was vor ihnen ist und was hinter ihnen ist. Und sie erlangen nichts von Seinem Wissen, außer dem, was Er will. Sein Schemel umfasst Himmel und Erde und es bereitet ihm keine Mühe, diese beiden zu bewahren. Und er ist der Allerhöchste, der Allgewaltige.“ [Sura 2: 255]

Im Islam ist es verboten, Gott Eigenschaften von Geschöpfen zuzuschreiben. Die einzigen Eigenschaften, mit denen man Gott beschreiben kann, sind diejenigen, mit denen Er Sich selbst im Qur’an offenbart hat, oder diejenigen, die der Prophet (ﷺ‬) benutzte um ihn zu beschreiben. Viele Namen und Eigenschaften Gottes scheinen auch auf menschlicher Ebene ein Gegenstück zu haben, doch dies liegt lediglich an der Versinnbildlichung der menschlichen Sprache. Gottes Eigenschaften sind ebenso wie Er selbst nicht mit irgendeiner unserer Vorstellungen zu vergleichen. Gott hat zum Beispiel allumfassendes Wissen. Menschen haben Wissen, doch Gottes Wissen ist auf keinen Fall mit dem Wissen der Menschen zu vergleichen. Gottes Wissen ist unbeschränkt (Er ist der Allwissende). Es ist weder erlernt noch angeeignet. Gottes Wissen umfasst alles ohne dass er durch Erfahrung hinzulernen oder etwas verlernen würde. Menschliches Wissen ist jedoch erworben und begrenzt. Es ändert sich ständig, ob es nun zu- oder abnimmt und ist dem Vergessen und Irrtum ausgesetzt.

Der Allumfassende Gott besitzt göttlichen Willen. Der Mensch besitzt auch einen eigenen Willen. Doch Gottes Wille setzt sich immer durch. Sein Wille übertrifft wie auch Sein göttliches Wissen alles, was Gott in die Existenz rufen will, sei es nun in der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft. Der menschliche Wille ist jedoch mehr Absicht oder Wunsch. Er kann nur erfüllt werden, wenn Gott will, dass dies geschieht.

Menschliche Eigenschaft kann man Gott nicht zuschreiben. Alle menschlichen Eigenschaften sind beschränkt. Gott besitzt kein Geschlecht, keine Schwäche oder Mängel. Gott steht über der Eigenschaft der Geschlechtlichkeit der Menschen und der Geschöpfe. Wir benutzen hier das Pronomen „Er“ nur deswegen, weil es in den semitischen Sprachen kein geschlechtsneutrales Pronomen gibt und weil dies auch mit dem deutschen Sprachgebrauch übereinstimmt. Wenn im Qur’an das majestätische „Wir“ benutzt wird, um auf Gott hinzuweisen, so ist dies ein Ausdruck des Respekts[6] und deutet in keinster Weise auf Pluralität hin. Gott mit Eigenschaften der Schöpfung zu beschreiben ist eine Art von Polytheismus. Demnach ist es auch eine Form von Polytheismus, wenn man erschaffenen Dingen Eigenschaften zuschreibt, die nur Gott gebühren. Wenn zum Beispiel jemand glaubt, dass irgendjemand außer Gott der Allweise oder der Allmächtige ist, der hat die Sünde des Polytheismus begangen.

„Gesegnet sei der Name deines Herrn, der voller Majestät und Würde ist.“ [Sura 55:78]


 Die Sechs Säulen des Glaubens

Es gibt bestimmte Prinzipien, an die man ohne den geringsten Zweifel glauben muss, um als Muslim zu gelten. Diese Säulen des Glaubens sind folgende:

  1. Der Glaube an Gott
  1. Der Glaube an Seine Engel
  1. Der Glaube an Seine Bücher
  1. Der Glaube an Seine Propheten und Gesandten
  1. Der Glaube an den Tag der Auferstehung
  1. Der Glaube an die göttliche Vorbestimmung

 Der Glaube an Gott

Der Islam betont, dass Gott der Eine ohne Teilhaber ist, der Unabhängige von allem, was existiert und dass er in jeder Hinsicht einzigartig ist. Nur Gott der Allerbarmer hat das Recht, angebetet zu werden.

 Der Glaube an Seine Engel

Die Engel sind Geschöpfe Gottes. Gott der Urheber aller Dinge, erschuf sie aus Licht. Sie sind mächtig und tun stets genau das, was ihnen von Gott befohlen wurde.

Gott hat uns die Namen und Aufgaben einiger Engel offenbart. Ein Muslim muss an die Existenz der Engel glauben. Zu den im Qur’an erwähnten Engeln gehören Gabriel und Michael. Es ist zum Beispiel die Aufgabe Gabriels (u), den Propheten und Gesandten Gottes Offenbarungen zu überbringen.

 Der Glaube an Seine Bücher

Muslime glauben an alle ursprünglichen Schriften, die Gott Seinen Gesandten offenbart hat. Ein Muslim muss an jede von Gott im Qur’an erwähnte Schrift glauben. Gott der Gebende offenbarte sie und sie waren in ihren ursprünglichen Formen das tatsächliche Wort Gottes. Die von Gott im Qur’an erwähnten Schriften sind folgende:

  1. Die Originalrollen, so wie sie Abraham offenbart wurden
  2. Die Originalthora, so wie sie Moses offenbart wurde
  3. Die Originalpsalme, so wie sie David offenbart wurden
  4. Das Originalindschîl (das Testament Jesu), so wie es Jesus offenbart wurde[7]
  5. Der Qur’an, wie er Muhammad offenbart wurde (der immer noch in seiner Originalform erhalten ist)

Muslime sehen die Schriften, die vor dem Qur’an offenbart wurden und welche zurzeit in vielen Versionen und Ausgaben kursieren, nicht als exakte Versionen der offenbarten Originalform an. Laut Qur’an haben die Menschen diese Schriften verfälscht um weltlichen Profit zu erlangen. Diese Verfälschungen geschahen auf verschiedene Art und Weise, wie etwa durch hinzufügen, auslassen oder verändern des Textes in Bezug auf dessen Bedeutung oder Sprache. Diese Verfälschungen wurden mit der Zeit akzeptiert, was dann zurückblieb war eine Mischung aus ursprünglich göttlichem Text mit menschlichen Interpretationen und Fälschungen. Obwohl die Muslime an alle vorherigen offenbarten Bücher glauben, so beurteilen sie letztendlich verschiedene Angelegenheiten durch den Qur’an und die authentischen Überlieferungen des Propheten Muhammad (ﷺ‬) und suchen darin nach Rechtleitung.

 Der Glaube an Seine Propheten und Gesandten

Die Propheten und Gesandten waren Personen, die von Gott Offenbarung erhielten und diese den Menschen weitergaben. Sie wurden zur Menschheit gesandt um die Menschen zum Monotheismus zurückzuführen, um als lebendes und praktisches Beispiel zu dienen, wie man Gott verehren soll und um die Menschen auf den Weg der Rettung zu führen. Keiner der Propheten und Gesandten hat irgendeinen Anteil an Gottes Göttlichkeit. Sie waren lediglich Menschen. Einem Muslim ist es verboten, sie anzubeten oder als Mittler zwischen Gott und sich zu benutzen. Ein Muslim darf sie niemals anrufen, Bittgebete an sie richten und weder durch sie noch von ihnen Gottes Barmherzigkeit oder Vergebung erbitten. Deshalb ist der Begriff „Mohammedaner“ ein Fehler und sollte niemals mit Muslimen in Verbindung gebracht werden. Jeder Prophet und Gesandter hat gelehrt, dass all diese Handlungen Polytheismus sind und dass sich jeder, der sich daran beteiligt, außerhalb des Islam befindet.

Alle Zeiten hindurch sandte Gott, der das Gute Gewährende, die Propheten überall auf der Welt zu den Menschen. Ein Muslim muss an alle Propheten und Gesandten glauben, die von Gott entsandt wurden. Gott erwähnte einige von ihnen im Qur’an. Unter den namentlich erwähnten sind Adam, Noah, Abraham, Moses, Jesus und Muhammad (u).[8]

Alle Propheten und Gesandten Gottes brachten die Lehren des Islam. Alle monotheistischen Menschen, die sich durch die ganze Geschichte hindurch dem Willen Gottes hingaben und Gottes Offenbarung zu den Propheten und Gesandten ihrer Zeit folgten, werden als Muslime angesehen. Die Bezeichnung des abrahamitischen Erbes bezieht sich darauf, dass jemand den monotheistischen Glauben Abrahams annimmt und sich Gott unterwirft und nicht nur in Bezug auf die Abstammung. Als Moses (u) kam und sein Prophetentum verkündete, waren alle, die ihm wirklich in Bezug auf den Monotheismus folgten, Muslime. Genauso war es für jeden Pflicht, ohne Bedingung Jesus zu akzeptieren, als er sein Prophetentum mit klaren Zeichen und Wundern verkündete, wenn er als Muslim gelten wollte. Alle, die Jesus ablehnten, glaubten nicht mehr an den Islam, weil sie ihn verweigerten[9]. Wer sich weigert oder es verabscheut, einen der Gesandten Gottes anzuerkennen, der gilt nicht mehr als Muslim. Muslime sind dazu angehalten, alle Propheten und Gesandten Gottes zu lieben und zu respektieren, welche die Menschheit dazu aufriefen, allein den Schöpfer anzubeten, ohne Ihm irgendeinen Teilhaber zuzuschreiben. Alle Propheten und Gesandten unterwarfen sich vollständig Gott und genau dies ist der Islam.

Die Propheten von Adam (u) bis Muhammad (ﷺ‬) waren Glaubensbrüder. Sie riefen alle die Menschen zur selben Wahrheit auf. Die verschiedenen Gesandten brachten zwar verschiedene Gesetze, die Gott schickte, um die Menschen zu leiten und zu regieren, doch die Grundlage ihrer Lehren war stets dieselbe. Sie riefen die Menschen alle von der Dienerschaft der Geschöpfe zur Dienerschaft des Schöpfers und Allerhöchsten.

Laut Islam hat Muhammad (ﷺ‬) die Bestimmung, Gottes letzter Gesandter und Prophet zu sein[10]. Der Grund hierfür liegt erstens darin, dass Gott Seine Offenbarung an die Menschheit vollendet hat und sie auf perfekte Weise für immer im Qur’an bewahrt hat und zweitens, dass Sein letzter Prophet und Gesandter (ﷺ‬) während seines dreiundzwanzig Jahre währenden Prophetentums ein vorbildhaftes Leben führte, in dem er klare Richtlinien für alle nachfolgenden Generationen aufstellte. Gott sagt im Qur’an, dass kein Prophet noch Gesandter nach ihm kommen wird. Deshalb ist Muhammad (ﷺ‬) als der letzte der Propheten bekannt. Damit ist gemeint, dass das göttliche Gesetz, welches offenbart und in den Lehren des Propheten Muhammad (ﷺ‬) verkörpert wurde, für die gesamte Menschheit bis zum Tage der Auferstehung (dem Jüngsten Gericht) gilt. Um ein Gläubiger zu sein, ist es unabdingbar an Muhammad (ﷺ‬) zu glauben sowie an die Gesetze, die ihm offenbart wurden. Ebenso auch an alle anderen Propheten und Gesandten Gottes, die vor ihm kamen. Muhammad sowie auch die Propheten und Gesandten vor ihm (ﷺ‬) hatten auch die Pflicht, an den Allmächtigen Gott zu glauben, Ihm zu gehorchen und sich Ihm zu unterwerfen. Obwohl Muslime an alle Propheten und Gesandten Gottes glauben, folgen sie den Lehren und Beispielen des letzten Gesandten Muhammad (ﷺ‬) und wetteifern darin, diesen entsprechend zu handeln. Der Glorreiche sagt über Muhammad (ﷺ‬):

„Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Geschöpfe entsandt.“ [Sura: 21:107]


 Der Glaube an den Tag des Jüngsten Gerichts

Muslime müssen ohne irgendeinen Zweifel an den Tag des Gerichts und die körperliche Wiederauferstehung glauben, wenn der Körper von Neuem erschaffen und die Seele endgültig durch Gottes unbeschränkte Macht mit dem Körper vereint wird. So wie Gott, der die Menschheit versammeln wird, uns das erste Mal erschaffen hat, denn Er ist der von Neuem Erschaffende, der uns vom Tode auferwecken wird, um uns vor Sein gerechtes Gericht zu stellen. Nach dem Tage des Jüngsten Gerichtes wird es keinen Tod mehr geben und unser Dasein wird auf ewig bestehen. Der Tag des Jüngsten Gerichts ist dann, wenn jeder einzelne vor dem Schöpfer stehen wird und über seine oder ihre Taten befragt wird. An diesem gewaltigen Tag wird jeder von uns die Ergebnisse selbst seiner kleinsten guten oder schlechten Taten sehen, die wir in diesem Leben begangen haben. An jenem Tag wird es nicht mehr möglich sein zu lügen oder zu leugnen. Die endgültige Belohnung wird das Paradies und die Strafe die Hölle sein. Hölle und Paradies sind reelle Orte, die bereits existieren. Es handelt sich weder um Symbole noch Metaphern.

Gott, der das Gute Anerkennende und Belohnende, beschreibt das Paradies (den himmlischen Garten) als einen wunderschönen Ort der Wonne, der voller erquickender ewiger Gärten mit Flüssen ist, welche diese durchfließen. Im Paradies existieren weder Hitze noch Kälte, weder Krankheiten noch Müdigkeit oder sonstiges Übel. Gott, der Sicherheit Gewährende, wird die Krankheiten der Herzen und Körper der Paradiesbewohner entfernen und alles, was man sich nur wünscht, wird zur Verfügung stehen. Zu denen, die das Paradies betreten werden, wird gesagt: „Dieses Paradies habt ihr wegen Gottes Barmherzigkeit und eurer guten Taten ererbt.“ Die größte Freude im Jenseits wird es sein, dass die Gläubigen Gottes Antlitz, des Allerhöchsten, erblicken können. Allein Muslim zu sein ist noch keine Garantie für das Paradies, solange man noch nicht als Muslim, also im Zustand der alleinigen Unterwerfung gegenüber dem Einen Gott, gestorben ist.

Gott, der alles Berechnende, beschreibt die Hölle als einen ewigen furchtbaren Ort, weit schlimmer als unser Vorstellungsvermögen es ermessen kann, ein Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind. Wenn die Engel der Strafe jemanden in die Hölle werfen, sagen sie:

„Das ist es, was du zu leugnen pflegtest.“ [Sura 83:17]

Wir glauben natürlich auch daran, dass Gott der Allerbarmer und Barmherzigste ist, doch er ist auch streng im Strafen für diejenigen, die dies verdient haben.

Gottes uneingeschränkte Gerechtigkeit ist absolut und vollkommen. Am Tag des Jüngsten Gerichtes werden alle Taten offen dargelegt und jeder wird gerecht behandelt. Wir werden nicht allein unserer Taten wegen das Paradies betreten sondern durch die Barmherzigkeit Gottes.


 Der Glaube an die göttliche Vorbestimmung

Gott weiß alles, was in seiner Schöpfung geschieht, weil Er nicht an die Zeit gebunden ist. Aus der Sicht zeitgebundener Geschöpfe wie wir es sind bedeutet dies, dass Gott, der alles genau Beobachtende, über alles Bescheid weiß, was in der Vergangenheit geschah, alles was gerade geschieht und alles, was einst in der Zukunft geschehen wird. Gott ist der Allwissende und alles, was er will, wird geschehen.

Der ewig Siegreiche Gott hat absolute Macht über Seine Schöpfung. Alles, was innerhalb Seiner Schöpfung existiert und alles, was geschieht, ist ein direktes Ergebnis dessen, was Er erschaffen hat. Nichts geschieht in Seiner Schöpfung außer durch Seine Macht, Seinen Willen und Sein Wissen.

 Der Freie Wille des Menschen

Ein wichtiger Aspekt des Islam ist, dass jeder Mensch den freien Willen hat, zwischen richtig und falsch zu entscheiden. Gott, der alles Gebende, hat der Menschheit durch dieses große Geschenk eine besondere Ehre zuteil werden lassen. Doch ist dies an eine große Verantwortung gekoppelt. Am Tag der Auferstehung werden wir dafür, dass wir dieses Geschenk benutzen durften, zur Rechenschaft gezogen.

Der freie Wille des Menschen widerspricht in keiner Weise der Tatsache, dass Gott, der Allweise, alles weiß, was jemals in der Schöpfung geschehen wird. Manch einer mag nun fragen: „Wenn Gott weiß, dass ich morgen eine Sünde begehen werde, dann ist es doch unvermeidbar, dass ich so handle, denn Gottes Wille ist unfehlbar und was Gott will, wird geschehen.“ Gottes Wissen um die Entscheidung einer Person bedeutet nicht, dass er oder sie gezwungen ist, diese Entscheidung zu treffen.

Der freie Wille des Menschen widerspricht in keinster Weise Gottes absoluter Macht über alles in Seiner Schöpfung. Dies steht weder im Widerspruch zu der Tatsache, dass nichts in der Schöpfung ohne Gottes Willen zustande kommt. Manch einer mag nun sagen: „Dann habe ich ja gar keinen freien Willen. Mein freier Wille ist lediglich eine Einbildung.“ Im Gegenteil, Gott hat in jedem von uns die Fähigkeit erschaffen, Absichten zu formulieren. Gott will, dass wir in der Lage sind, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen. Wenn eine Person eine Entscheidung trifft, schafft Gott mit seinem göttlichen Willen die Taten und Umstände, die der Absicht der Person erlauben, in die Tat umgesetzt zu werden. Es ist Gottes Wille, dass die Menschen einen freien Willen haben. Gott ist nicht immer mit den Entscheidungen der Menschen zufrieden, doch Er will, dass sie dazu in der Lage sind, diese Entscheidungen aus freier Wahl zu treffen. Ein Beispiel hierfür ist der Wille einer Person, eine gute Tat zu verrichten. Die gute Tat mag vielleicht nie geschehen, doch Gott könnte die Person für ihre Entscheidung, eine gute Tat zu verrichten, belohnen. Wenn die gute Tat geschieht, hat Gottes Wille erlaubt, dass sie zu Stande kam und Gott wird beides belohnen, die Tat und die Absicht. Mit anderen Worten: Gott, der Gerechte, kann dich für gute Taten belohnen, die du zwar beabsichtigt, aber nie verrichtet hast. Wie dem auch sei, Er bestraft die Menschen nicht für schlechte Absichten, die nicht in die Tat umgesetzt wurden.

 Es gibt keinen Zwang in der Religion

Aus der Betonung des freien Willens folgt, dass der Islam nur aus freier Wahl angenommen werden kann. Der Sinn des menschlichen Lebens besteht darin, Gott freiwillig zu dienen und zu verehren. Deshalb haben Glaubensangelegenheiten nur dann einen Wert, wenn sie auf der Basis der Entscheidungsfreiheit angenommen wurden. Wenn eine Person gezwungen wurde, eine Religion anzunehmen, so hat er sie nicht angenommen und ist damit auch wertlos. Gott, der Edle, sagt:

„Es gibt keinen Zwang im Glauben. Die Wahrheit ist nun klar vom Irrtum zu unterscheiden: wer das ablehnt, was neben Gott verehrt wird und an Gott glaubt, der hat sich an das festeste Seil geklammert, das niemals reißen wird. Und Gott ist Allhörend und Allwissend.“ [Sura 2:256]


 Die fünf Säulen des Islam

Es gibt fünf vorgeschriebene gottesdienstliche Handlungen, die jeder Muslim erfüllen muss. Diese zu unterlassen ist eine große Sünde. Das Gebäude des Islam steht auf diesen fünf Säulen. Eine Person kann nicht als Muslim bezeichnet werden, wenn er oder sie leugnet, dass irgendeine dieser Taten keine Pflicht ist.

Die fünf Pflichten der Muslime sind wie folgt:

  1. Die Glaubensbezeugung, indem man „bezeugt, dass es nichts Anbetungswürdiges außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist.“ (Schahâdah)

b.      Fünfmal am Tag das Gebet verrichten (Salâh)

c.       Die jährlichen Almosen entrichten (Zakâh)

d.      Während des Monats Ramadan fasten (Saum)

e.       Die Pilgerfahrt nach Mekka verrichten (Hadsch)

 Die Glaubensbezeugung (Schahâdah)

Es ist für jeden Pflicht, der beabsichtigt, den Islam anzunehmen, zu glauben und zu sagen: „Ich bezeuge, dass es nicht Anbetungswürdiges außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist.“ Mit dieser einfachen, doch wichtigen und inhaltsstarken Erklärung wird eine Person als Muslim angesehen. Es gibt keine Initiationsriten (in die Religion einführende Zeremonien) im Islam.

Die in dieser Glaubensbezeugung enthaltenen Prinzipien können durch die Analyse der drei Teile dieses Zeugnisses erklärt werden. Der erste Teil „nichts Anbetungswürdiges…“ ist eine Verneinung des Polytheismus[11]. Es ist eine Verneinung der Existenz irgendeiner anderen wahren Gottheit außer Gott selbst oder irgendeines Wesens, das an irgendeiner der Eigenschaften Gottes teilhat. Der zweite Teil „…außer Allah“ ist eine Bestätigung des Monotheismus. Allah ist der einzige Würdige, verehrt zu werden.

„Muhammad ist der Gesandte Allahs.“ Ist der dritte Teil der Glaubenserklärung. Es ist eine Bestätigung des Prophetentums Muhammads (ﷺ‬) als dem letzten Propheten und Gesandten Gottes.[12] Dies verlangt die bedingungslose Akzeptanz des Qur’an und der sicheren Aussagen und Überlieferungen Muhammads (ﷺ‬).

Dadurch, dass man das Glaubensbekenntnis glaubt und sagt, weist man alle falschen Objekte zurück, die verehrt werden und man nicht davon ablässt, dass Gott der einzige ist, der es würdig ist, angebetet zu werden. Niemand gleicht Gott und Er hat keinen Teilhaber. Gott verspricht, dass wenn jemand einmal aufrichtig und überzeugt sagt: „Ich bezeuge, dass es nichts Anbetungswürdiges außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist.“, alle seine früheren Sünden vergeben werden. Die vorher begangenen guten Taten können von Gott, dem Allvergebenden, belohnt werden.

 Die fünf täglichen Gebete (Salâh)

Es wird von jedem Muslim erwartet, dass er fünf Pflichtgebete am Tag verrichtet. Ein Muslim wendet sich gen Mekkah, wenn er diese Gebete verrichtet, er wendet sich zum ersten Haus, das erbaut wurde, um dem Einen Gott zu dienen. Dieses Haus wird Ka’ba genannt, ein leeres würfelförmiges Gebäude. Doch wir verehren Gott, wenn wir uns Richtung Ka’ba wenden. Wenn man sich Richtung Ka’ba zum Gebet wendet, einigt dies die Betenden in ihrem Gebet an den Einen Gott. Jeder, der die Ka’ba oder irgendeinen anderen erschaffenen Gegenstand anbetet, wird als Götzendiener betrachtet. Genauer gesagt, die Baumaterialien dieses Hauses sind genauso wenig heilig wie alle anderen Baumaterialien.

Diese Gebete werden tags und nachts verrichtet und erinnern den Menschen stets an seine Pflicht und Unterwerfung gegenüber Gott. Sie sind eine Möglichkeit, sich durch Verehrung an Gott zu wenden, zu danken, um Vergebung zu bitten und Ihn um Rechtleitung und Barmherzigkeit zu bitten.

Ein Muslim kann natürlich auch mehr freiwillige Gebete verrichten. Gebete in der allgemeinen Bedeutung des Bittens und Flehens, können praktisch zu jeder Zeit und an jedem Ort verrichtet werden.

 Die jährlichen Almosen entrichten (Zakâh)

Für jeden Muslim, der vermögend genug ist, einen bestimmten Betrag seines Ersparten zusammen­zutragen und nicht auszugeben, ist es eine religiöse Pflicht, jährlich einen Anteil seines oder ihres Vermögens an die Bedürftigen abzugeben. Diese Almosen werden auf Arabisch Zakâh genannt, dies bedeutet wörtlich „Reinigung“. Alle Dinge gehören Gott, dem Allbarmherzigen, das heißt Reichtum ist ein dem Menschen anvertrautes Gut. Diese Almosen abzugeben stellt eine Möglichkeit dar, wie Leute, die finanziell dazu in der Lage sind, ihr ehrbar verdientes Vermögen, das Gott ihnen zur Verfügung gestellt hat, zu reinigen.

Darüber hinaus ist Zakât ein Mittel, Vermögen direkt in der Gesellschaft zu verteilen und Armen und Bedürftigen zu helfen. Die Zakâh (Pflichtabgabe) reinigt auch die Seele des Spenders, mindert den Geiz und stärkt das Mitgefühl und die Großzügigkeit unter den Menschen.

Der normalerweise abzugebende Anteil beträgt zwei ein halb Prozent des angesparten Vermögens eines Jahres. Diese Abgaben werden also nach dem Ersparten und nicht nach dem Einkommen erhoben.

 Das Fasten während des Ramadan (Saum)

Ein Muslim, der körperlich dazu in der Lage ist und die Pubertät erreicht hat, muss während dem Mondmonat Ramadan fasten. Dieser Monat ist wichtig, weil die ersten Offenbarungen des Qur’an an Muhammad (ﷺ‬) während diesem Monat statt gefunden haben. Da ein Jahr des Mondkalenders elf Tage kürzer als ein Sonnenjahr ist, wandert der Monat Ramadan durch alle Jahreszeiten.

So wie die Pflichtabgaben eine Art von Vermögensreinigung darstellen, ist auch das Fasten eine Art Selbstreinigung. Das Fasten beginnt mit der Morgendämmerung und endet mit dem Sonnenunter­gang des jeweiligen Ortes, an dem man sich befindet. Während der Tagesstunden muss der Fastende sich von Essen, Trinken und ehelichem Geschlechtsverkehr[13] fernhalten. Diese Handlungen sind jedoch nach dem Sonnenuntergang bis vor Beginn der nächsten Morgendämmerung erlaubt. Fasten lehrt Selbstkontrolle und Geduld. Fasten ist wie das Gebet eine Methode, mit der man sich Gott in aufrichtigem Gottesdienst zuwendet.

Die zwei Feiertage der Muslime sind Ìd Al-Fitr, welches am Ende des Ramadan gefeiert wird und Ìd Al-Adhâ, welches am Ende der Hajj gefeiert wird.

Das Fasten erinnert uns an das Leben der Bedürftigen und lässt und die einfachen Gaben schätzen, die wir oft als selbstverständlich ansehen, wie ein Glas Wasser zu trinken oder zu Essen, wann wir wollen.

 Die Pilgerfahrt nach Mekka verrichten (Hajj)

Jeder Muslim muss einmal in seinem Leben die Pilgerfahrt zur Ka’ba in Mekka verrichten, wenn er oder sie dazu in der Lage ist und auch die nötigen finanziellen Mittel dafür besitzt. Muslime aus der ganzen Welt kommen zusammen um Gott zu dienen und Ihn allein zufrieden zu stellen. Millionen von Pilgern besuchen jährlich die Ka’ba und verrichten die Hajj.

Die Hajjriten gehen ursprünglich auf den Propheten Abraham (ﷺ‬) zurück und wurden von Muhammad (ﷺ‬) wiederbelebt. Die Pilgerfahrt nach Mekka zwingt die Pilger dazu, die rassebedingten, wirtschaftlichen und sozialen Barrieren, die vielleicht noch an so mancher Gesellschaft haften, abzulegen. Sie lädt jeden Pilger dazu ein, Geduld, Selbstdisziplin und Frömmigkeit zu praktizieren. Die Pilger tragen einfache Kleidung, die alle Klassen- und Kulturmerkmale hinwegfegen. Jede dieser gottesdienstlichen Pflichthandlungen hält die Erinnerung an Gott wach und erinnert alle Muslime daran, dass wir von Gott kommen und zu Gott zurückkehren werden.


 Der Qur’an

Der Qur’an ist die letzte fehlerfreie direkte und vollständige Aufzeichnung der exakten Worte Gottes, welche der Engel Gabriel[14] herabbrachte und sie ins Herz Seines letzten Gesandten Muhammad (ﷺ‬) legte. Viele Gefährten Muhammads (ﷺ‬) lernten den Qur’an auswendig, so kam er zu uns über sehr zahlreiche mündliche (primär) sowie auch schriftliche Überlieferungen (sekundär) über die Jahrhunderte hinweg zu uns.

Die Bücher, die vor dem Qur’an durch Gottes Gesandte und Propheten (ﷺ‬) gebracht wurden, kamen auch von Gott. Durch die Offenbarung des Qur’an wurde Gottes Botschaft bewahrt und klar und deutlich für die Nachwelt hinterlassen. Der Qur’an ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Gott, der Beschützer, hat den Qur’an perfekt bewahrt und dafür garantiert, dass er bis zum Ende der Zeit von Verfälschung verschont wird. Der Qur’an wird als der authentischste religiöse Text aller Religionen auf der Welt[15] angesehen, und dies nicht nur bei Muslimen, sondern auch bei Religionshistorikern. Keines der anderen offenbarten Bücher ist in seiner Originalform und Sprache bis zu uns gelangt. Einige davon, wie etwa die Schriftrollen Abrahams (u) sind überhaupt nicht zu uns gelangt. Mit der Zeit wurden Teile anderer Schriften neu verfasst und andere Teile ersetzt, wodurch deren ursprüngliche Botschaft verzerrt wurde.

Gott hat nicht erlaubt, dass auch der Qur’an diesen Fälschungen ausgesetzt wird, weil er Sein letztes Buch an die gesamte Menschheit bis zum Tage der Auferstehung ist. Kein neuer Prophet oder Gesandter wird mehr entsandt. Wenn Gott den Qur’an nicht beschützt hätte, dann wäre er niemals in seiner ursprünglichen Form zu uns gelangt. Deshalb hat Gott die Bewahrung des Qur’ans nicht den Menschen anvertraut.[16]

Göttliche Bewahrung war für die früheren Schriften nicht so wichtig, weil Gott damit fortfuhr, immer weitere Propheten und Gesandte zu den Menschen zu schicken. Das in diesen älteren Schriften verkörperte Gesetz war noch nicht in seiner endgültigen vollständigen Form. Jesus (u) kam durch Gottes Anordnung mit Gesetzesänderungen, wie etwa, dass einige Dinge erlaubt wurden, die vorher verboten waren, das Grundprinzip des Monotheismus wurde dabei jedoch nicht angetastet.

Eine andere einzigartige Besonderheit des Qur’an ist, dass er in sich selbst ein immer wieder Erstaunen hervorrufendes Wunder ist. Ein Wunder ist ein Phänomen, das sich gegen die natürliche Ordnung der Dinge richtet und klar und deutlich den direkten Eingriff Gottes, des Allmächtigen, veranschaulicht.

Alle Propheten und Gesandten kamen mit Wundern von Gott, welche klar den Wahrheitsgehalt ihrer Behauptung, Propheten zu sein, unter Beweis stellten. Abraham (u) überlebte es ohne einen Schaden davon getragen zu haben, als er in ein loderndes Feuer geworfen wurde. Moses (u) erhob seinen Stab, worauf sich vor ihm durch Gottes Barmherzigkeit das Meer teilte. Jesus (u), der Sohn Marias, berührte Tote und chronisch Kranke und brachte sie durch Gottes Erlaubnis zu Leben und voller Gesundheit zurück. All diese Wunder offenbarten den Anspruch und die Gültigkeit der Propheten und Gesandten, doch diese Wunder konnten nur von den zu jener Zeit lebenden Menschen bezeugt werden.

Auch wenn das Prophetentum Muhammads (ﷺ‬) durch zahlreiche wundersame Vorfälle bezeugt wurde, so ist doch das bei weitem wichtigste der Qur’an. Gott fordert all diejenigen, welche die Echtheit des Qur’ans anzweifeln, dazu auf, nur ein einziges Kapitel hervorzubringen, das einem Kapitel des Qur’ans gleicht. (Hier sollte man darauf hinweisen, dass das kleinste Kapitel des Qur’ans lediglich aus drei kurzen Versen besteht.) Dies wurde nie erreicht, obwohl viele Leute zu allen Zeiten vorhanden waren, die sich sehr gewünscht haben, den Qur’an abzuwerten und den Islam zu beseitigen.

Gottes Herausforderung steht bis zum Tage der Auferstehung. Eines der Wunder des Qur’an ist, dass er der Gipfel literarischer Exzellenz ist. Er ist das sprachlich gesehen beste arabische Werk überhaupt. Er weist einen Stil auf, den kein anderes Werk in arabischer Sprache aufweist, ein Stil, der nicht nachzuahmen ist. Der Qur’an ist für alle Menschen und für uns in seiner lebenden Originalsprache, dem Arabischen, zugänglich. Diese Sprache wird immer noch von Millionen von Menschen überall auf der Welt verwendet. Die Originaltexte vieler anderer Religionen sind mit der Zeit verloren gegangen und wurden ursprünglich in Sprachen geschrieben, die heute nicht mehr gesprochen werden.

Kein einziges Wort im Qur’an stammt von Muhammad (ﷺ‬), es sind allesamt Worte Gottes. Muhammad (ﷺ‬) konnte schließlich weder lesen noch schreiben. Er rezitierte den Qur’an genau so, wie er ihm vom Engel Gabriel (u) offenbart wurde. Seine Gefährten schrieben auf seinen Befehl hin nieder und lernten ihn auswendig. Der Qur’an ist das direkte Wort Gottes. So ist also der Qur’an das einzige Buch, das wir heute besitzen, von dem bekannt ist, dass dessen alleiniger Verfassen Gott ist. Es gibt keine anderen Versionen des Qur’an. Obowhl es viele Übersetzungen der Bedeutung des Qur’an gibt, sind diese bei weitem nicht so bedeutend und schön wie der ursprüngliche arabische Text des Qur’an. Hier ist ein Beispiel aus dem Qur’an, die deutsche Übersetzung der Bedeutung des Kapitel 112:

„Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen“

„Sprich: Er Allah ist Einer; der Unabhängige, von dem alles abhängt; er zeugt nicht und wurde nicht gezeugt; und es gibt nichts, was Ihm gleich käme.“


 Der Prophet Muhammad (ﷺ‬) und seine Sunna

Muhammad (ﷺ‬) wurde im Jahre 570 n. Chr. Aus der ehrenwerten Linie der beiden großen Propheten Gottes Abraham (u) und seines erstgeborenen Sohnes Ismael (u) geboren. Muhammad (ﷺ‬) wuchs mit dem Beinamen „Der Vertrauenswürdige“ heran. Mit vierzig Jahren wurde Muhammad (ﷺ‬) von Gott auserwählt, Sein letzter Prophet und Gesandter zu sein.

Die Sunna bezieht sich auf die Aussagen und Handlungen Muhammads (ﷺ‬) sowie die von ihm stillschweigend geduldeten Handlungen. Die Berichte und Überlieferungen über die Sunna sind als Hadithe bekannt und wurden in wohlbekannten Büchern gesammelt. Die Sunna beruht wie der Qur’an auf der Offenbarung Gottes durch den Propheten Muhammad (ﷺ‬). Doch sie ist nicht wie der Qur’an das direkte Wort Gottes. Die Lehren kamen von Gott (göttliche Offenbarung) und die Worte waren die des Propheten Muhammads (ﷺ‬) (einem Vorbild für die Menschheit). Die Sunna wurde ebenfalls sehr genau bewahrt.

Es ist Pflicht für Muslime, der Sunna des Propheten Muhammad (ﷺ‬) zu folgen. Gott befiehlt im Qur’an  den Gläubigen, dem Gesandten zu gehorchen (Seinem Vertreter). Gott sagt:

„Gehorcht Gott und gehorcht dem Gesandten.“ [Sura 4:59]

Der Sinn des Lebens ist es, Gott zu dienen und Ihm zu gehorchen. Dies wird erreicht, indem man den Lehren und Handlungen des Propheten (ﷺ‬) folgt. Gott sagt:

„Ihr habt sicherlich im Gesandten Allahs ein gutes Vorbild für jeden, dessen Hoffnung auf Allah und dem Jüngsten Tag baut und sich oft an Allah erinnern.“ [Sura 33:21]

Der Prophet (ﷺ‬) zeigte den Muslimen, wie sie alle Aspekte des Gottesdienstes verrichten sollen. Er starb im Alter von 63 Jahren (im Jahre 632 n.Chr.) und wurde in seinem Haus in der Stadt Medina (vorislamisch Yathrib genannt) begraben. Er grüßte seine Gefährten und saß mit ihnen stets mit Grüßen und Ausdrücken des Friedens, was von allen Muslimen verlangt wird. Innerhalb eines Jahrhunderts überbrückte der Islam drei Kontinente: von China quer durch Asien, durch Afrika und bis nach Spanien und damit Europa.


 Die Gefahr der Veränderung der Religion im Islam (Bid’a)

Gott hat den Muslimen befohlen, dass sie sich nicht in Sekten spalten sollen. Veränderungen und Spaltungen in Belangen der Religion und des Gottesdienstes gelten im Islam als Verunreinigung, Fehler und Abweichung. Frühere schändliche Abweichungen vom Monotheismus wie etwa die Schöpfung anzubeten, führten zur Verdammung durch Gott.[17] Der barmherzige Gott hat uns durch Seinen letzten Propheten Muhammad (ﷺ‬) gelehrt, dass Er die Religion des Islam vervollständigt hatte, als Muhammad (ﷺ‬) kurz vor dem Ende seines Lebens war.

Muslime müssen anerkennen, dass jede Veränderung in Belangen des Gottesdienstes strengstens verboten ist. Keine Änderung, die von der Menschheit eingeführt wurde, welche ständig unter dem Einfluss Satans steht, könnte jemals irgendetwas positives hinzufügen und würde nur dazu beitragen, die vollständige und perfekte von Gott geschaffene Religion zu degradieren. Alle Veränderungen im Bereich der Religion führen in die Irre und jeder Irrweg führt ins Höllenfeuer. Die Menschen dürfen keine Abweichung (sei es durch Hinzufügung oder Wegnahme) in Belangen des Gottesdienstes zulassen, auch wenn diese noch so gering ist.[18] Wenn Änderungen erlaubt wären, würden diese Abweichungen durch zukünftige Generationen zu Stande kommen und das Ergebnis wäre dann eine weitere von Menschen gemachte Religion aber nicht der Islam, wie er von Gott, dem Wahrhaftigen, vervollkommnet wurde. Einen Glauben zu konstruieren, indem man eine „Einkaufswagen­zubringer“ benutzt oder irgendeinem religiösen Führer blind folgt, ist inakzeptabel.

Gottes Gesetz zu verändern ist im Islam verboten. Gott verurteilt religiöse Führer, die göttliche Regeln umgestalten. Wer versucht etwas zu verändern, setzt sich mit Gott auf eine Stufe und begeht damit Vielgötterei. Ein Beispiel hierfür wäre es, dass man erlauben würde, dass Unschuldige getötet werden.

Gottes Gesetze sind perfekt und brauchen von niemandem modernisiert zu werden. Gott gewährt uns die Freiheit zu gehorchen oder Ihm gegenüber ungehorsam zu sein indem man Seinen Glauben wählt oder eben seinen eigenen Wünschen nachgeht. Er jedenfalls verbietet uns Seine Religionsgesetze zu verändern.

(Es ist interessant anzumerken, dass der Halbmond nicht das Wahrzeichen des Islam ist, denn der Prophet Muhammad (ﷺ‬) hat es nie verwendet noch erwähnt. Es war ein heidnisches Symbol und eine Erfindung, die durch spätere Generationen als politisches Symbol eingeführt wurde. Leider wurde es von der Allgemeinheit angenommen und als islamisches Symbol missbraucht.)


 Die Geschichte von Adam und Eva

Die Geschichte Adams und Evas wird im Qur’an erzählt. Obwohl sie in vieler Hinsicht dem gleicht, was in den Überbleibseln der vorherigen Schriften zu finden ist, so sind einige wichtige Pfeiler doch verschieden.

Gott tat den Engeln kund, dass Er eine neue Spezies auf die Welt bringen würde. Gott erschuf Adam (u) indem er ihn aus Lehm formte. Er blies Adam (u) die Seele ein, lehrte ihm die Namen aller Dinge und erschuf von derselben Seele seine Frau Eva. Gott erlaubte ihnen, freien Willens im Paradies zu verweilen. Gott sagte den Engeln: „Werft euch nieder vor Adam“ (Sie taten dies als eine Art Respektserweisung, nicht um ihn anzubeten). Satan war unter den Engeln anwesend, aber er war keiner von ihnen. Er war ein Djinn[19], eine Rasse von Geschöpfen, die freien Willen besitzen und die Gott vor Adam (u) aus einer Feuerflamme ohne Rauch erschuf.

Als Gott den Engeln und denen, die bei ihnen waren befahl, sich vor Adam (u) nieder zu werfen, taten dies alle außer Satan, der sich aus Stolz und Arroganz weigerte, indem er behauptete besser zu sein als Adam (u), denn er selbst sei ja aus Feuer erschaffen wohingegen Adam (u) aus Lehm erschaffen wurde. Satan war also in Wirklichkeit der erste Rassist.

Satan fiel vor Gott in Ungnade. Gott, der alles Berechnende, tadelte ihn ob seines Ungehorsams, doch der verfluchte Satan bat Gott, ihm bis zum Tage des Gerichts (der Auferstehung) Aufschub zu gewähren, damit er Adam (u) und seine Nachkommen entwürdigen könne. Satan sagte: „Wahrlich, ich werde sie irreführen und wahrlich ich werde in ihnen eitle Wünsche erwecken.“

Gott garantierte ihm diesen Aufschub als eine Prüfung für die Menschheit. Gott weiß, was Satan nicht weiß. Es ist wichtig anzumerken, dass es Satan niemals möglich sein könnte, gegen Gott einen „Krieg“ zu führen, denn er ist, wie alles andere, ein Geschöpf Gottes. Satan existiert nur durch Gottes Willen, er ist absolut unter Gottes Gewalt. Wenn Gott nicht wollen würde, dass Satan oder seine Helfer existieren würden, dann würde sie nicht einmal für einen Augenblick in der Lage sein weiter zu existieren.

Der Islam gibt Satan keinen Anteil an Gottes Göttlichkeit. Er schreibt ihm keine gottähnlichen oder göttlichen Eigenschaften zu. Der Islam lehnt die Bemerkung ab, dass Satan gegen Gott in den Krieg zog und ein drittel der Paradiesschätze mit sich nahm. Satan ist der selbsterklärte Feind der Menschheit, doch er ist nur ein Geschöpf, das in seiner Existenz vollkommen von Gott abhängig ist.

Obwohl er stolz, verflucht und vor Gott in Ungnade gefallen ist, erfüllt Satan eine sinnvolle Aufgabe. Gott wollte, dass die Menschen die freie Entscheidung zwischen Gut und Böse haben. Er gewährte den Menschen die angeborene Fähigkeit, den Schöpfer zu erkennen und sich Ihm zuzuwenden. Der Mensch wird als von Natur aus gut angesehen, als im Zustand des Islam (Unterwerfung) Geborener. Satan und seine Gefährten befehlen Böses und stellen sich gegen das Gute, sie wollen die Menschheit weg vom Monotheismus, der Rechtschaffenheit und dem Weg Gottes zum Bösen und zur Götzendienerei irreführen, er ist der selbsternannte Feind der Menschheit.

Gott, der Allweise, lädt die Muslime dazu ein, Gutes zu gebieten und Schlechtes zu verbieten. Weil wir unseren freien Willen einsetzen, indem wir den Versuchungen Satans widerstehen, können wir Menschen eine hohe Stufe der Ehre erlangen.

Das nun folgende ist eine Zusammenfassung der Prüfung Adams und Evas im Paradies. Sie genossen vollkommene Freiheit und Glückseligkeit im Paradies. Gott teilte ihnen mit, dass sie die Früchte des Gartens je nach Lust und Belieben essen dürfen. Er verbot ihnen, sich einem Baum zu nähern und warnte sie, wenn sie dies nun täten, dann würden sie zu den Frevlern gehören. Satan kam und führte sie in Versuchung, indem er sagte, dass Gott ihnen lediglich verboten hätte, von diesem Baum zu essen, weil sie dies unsterblich machen würde oder weil sie wie die Engel sein würden. So wurden sie von Satan in Versuchung geführt und aßen vom Baum.

Adam und Eva schämten sich. Sie wandten sich Gott in aufrichtiger Reue zu und Gott, der Allvergebende, Allerbarmer und Barmherzige, vergab ihnen. Der Islam lehnt deutlich die Lehre der Erbsünde, oder die Aussage ab, dass alle Menschen aufgrund Adams Handlung als Sünder geboren werden. Kein Mensch soll jemals die Bürde eines anderen tragen (den Gott ist der Gerechte). Jeder Mensch ist verantwortlich für seine oder ihre eigenen Handlungen und wird als Muslim geboren, rein und frei von Sünden. Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Islam Eva nicht für schuldig erklärt. Beide, Adam wie auch Eva, hatten einen freien Willen. Beide aßen vom Baum. Ihre Sünde und ihr Ungehorsam waren ein gemeinsames Vergehen. Der Islam lehnt den Gedanken ab, dass Frauen aufgrund Evas Sünde niederträchtige Versucherinnen seien oder mit der Bürde der Menstruation und der Geburtsschmerzen verflucht seien.

Gott verbannte Adam und Eva aus dem Paradies und sah vor, dass sie auf Erden hausen sollen. Gott sagte bereits den Engeln vorab, dass Er ein neues Geschöpf auf die Erde setzen werde. Die Erde ist es, wo Gott in seinem zeitunabhängigen Wissen vom Zeitpunkt der Schöpfung an wollte, dass wir uns aufhalten.


 Jesus (u)

Jesus war ein Prophet und Gesandter Gottes. Er rief zur Einheit Gottes auf. Er maßte sich selbst niemals Göttlichkeit an, noch verlangte er jemals, angebetet zu werden.

Er wurde von einer Jungfrau geboren. Dies war eines der vielen Wunder mit denen Gott Jesus (u) bedachte. Jesus (u) wurde ohne Vater geboren. Gott sagt im Qur’an:

„Wahrlich das Gleichnis Jesu ist bei Allah wie das Gleichnis Adams. Er erschuf ihn aus Staub und sagte dann zu ihm: „Sei!“ und er war.“ [Sura 3:59]

Gott erschuf Jesus (u) wie Er auch alles andere existierende erschuf. Jesus (u), Adam und Eva wurden alle auf einzigartige Weise erschaffen: Jesus (u) wurde ohne Vater erschaffen und Adam und Eva ohne Vater und ohne Mutter. Der Rest von uns wurde durch einen Vater und eine Mutter erschaffen. Zu glauben, dass Jesus (u) der gezeugte Sohn Gottes ist, oder dass Gott irgendwelche Verwandte wie Vater, Mutter, Sohn oder Tochter hätte, würde dem Schöpfer eine Eigenschaft der Geschöpfe verleihen.[20] Muslime glauben, dass dies Vielgötterei ist und dass dies im Islam absolut verboten ist. Demnach ist es auch eine große Sünde, einem Geschöpf Eigenschaften des Schöpfers zuzuschreiben, dies steht im Islam in klarem Widerspruch zum Monotheismus. Dieser Glaube widerspricht den Lehren aller Propheten und Gesandten Gottes.[21] Gott steht über jeglichen Eigenschaften der Menschen oder Geschöpfe. Jesus (u) ist der Messias, der Christus, das Wort Gottes, der Gesalbte, der vom Allbarmherzigen Gott als Prophet und Gesandter geschickt wurde.

Gott informiert uns darüber, dass Jesus (u), der Sohn der Maria, nicht tot ist und dass Er Jesus (u) zu Sich nahm. Muslime glauben daran, dass die Rückkehr Jesu (u) ein Zeichen des Jüngsten Tages sein wird. Wenn Jesus (u) zurückkehrt, wird er nicht in der Funktion eines Propheten oder Gesandten kommen, um den Menschen neue Offenbarungen zu bringen. Er wird vielmehr der Anführer der Gläubigen sein und den Antichristen, welcher die Erde mit gewaltigen Versuchungen und Übel heimsuchen wird, vernichten. Jesus (u) wird dem letzten manifestierten Gesetz folgen, das Muhammad (ﷺ‬) offenbart wurde.


 Sünde und Reue

Sünde bedeutet willentlich und wissentlich Gott gegenüber ungehorsam zu sein. Die größte aller Sünden ist Vielgötterei, doch jede absichtliche Verletzung der Befehle Gottes ist eine sündhafte Tat. Gott, der Bewahrer, hat einige Dinge verboten, die dem Einzelnen oder der Gesellschaft Schaden zufügen. Mord, Anschläge, Diebstahl, Bedrohung, Wucher (Fußnote 22), Unzucht, Ehebruch, Hexerei (Fußnote 19), Alkoholkonsum, Schweinefleisch Essen und der Gebrauch von Rauschmitteln sind allesamt Beispiele für sündhafte Handlungen.

Der Islam lehnt die Lehre der Erbsünde ab. Keine Seele soll die Bürde einer anderen tragen, denn dies wäre eine große Ungerechtigkeit und Gott, der Barmherzige, ist der Gerechte. Jeder von uns wird vor Gott, dem Allsehenden, für seine eigenen Taten zur Rechenschaft gezogen. Wenn jedoch eine Person eine andere dazu ermutigt, eine Sünde zu begehen, so haben beide die Strafe verdient. Einer verdient die Bestrafung, weil er die Sünde begangen hat und der andere, weil er dazu ermutigt hat.

Wenn jemand eine Sünde begeht, verdient er Gottes Strafe. Glücklicherweise ist Gott der Allerbarmer und der Oft-Vergebende. Gott handelt aus unbeschränktem Wissen und unbegrenzter Gerechtigkeit. Muslime glauben nicht, dass Jesus (ﷺ‬), der Sohn Marias, für die Sünden der Menschen hatte sterben müssen. Gott, der Barmherzige, vergibt, wem er will. Zu glauben, dass es nötig war, dass Jesus (ﷺ‬) für die Vergebung unserer Sünden hätte leiden und sterben müssen, leugnet Gottes unbeschränkte Macht und Gerechtigkeit. Gott ist unbegrenzt in Seiner Barmherzigkeit.

Gott, der Erhörende, verspricht uns, dass Er uns vergibt, wenn wir uns ihm in aufrichtiger Reue zuwenden. Reue ist eine ernsthafte Angelegenheit. Durch sie kann eine Person durch Gottes Barmherzigkeit gerettet werden. Reue soll man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aufrichtige Reue unterliegt folgenden Bedingungen:

  1. Die Person muss anerkennen und sich bewusst sein, dass er oder sie eine Sünde begangen hat und muss aufrichtig bereuen, dies getan zu haben.
  2. Die Person muss sich aufrichtig zu Gott wenden um Ihn um Vergebung zu bitten
  3. Die Person muss die aufrichtige Absicht haben, die Sünde nicht noch einmal zu begehen.
  4. Wenn die Sünde anderen Schaden zugefügt hat, so muss man alles nur Mögliche versuchen, um diesen Schaden wieder gut zu machen.

Dies bedeutet nicht, dass wenn eine Person später einmal wieder dieser Sünde verfällt, dessen erste Reue ungültig wird. Es wird verlangt, dass man aufrichtig vorhat, nicht noch einmal zu sündigen. Weil wir nicht wissen, was die Zukunft bringt, ist das Tor der Reue stets offen. Gott, der Stets-Vergebende, freut sich, wenn sich die Kinder Adams Ihm zuwenden um Seine unendliche Vergebung zu erbitten. Reue ist eine Art Gottesdienst.

Niemand außer Gott kann Sünden vergeben. Es ist einem Muslim absolut verboten, für eine Sünde göttliche Vergebung zu erflehen, indem man sich irgendjemand anderem zuwendet, denn Muslime glauben, dass dies Vielgötterei ist.


 Die organisatorische Struktur des Islam

Der Islam betont die individuelle Beziehung zu Gott sehr. Der Rahmen dieser Beziehung folgt den Richtlinien, die im Qur’an und der Sunna festgelegt sind. Diese Beziehung bestimmt aber auch die Beziehung des Muslims mit jedem anderen, was Gerechtigkeit, Organisation und soziale Harmonie mit sich bringt.

Allah sagt im Qur’an:

„Wahrlich, der ehrenwerteste unter euch bei Gott ist der frömmste unter euch.“ [Sura 49:13]

Der Weise, Fromme, im Islam Gelehrte und der aufrichtig Praktizierende sind die natürlichen Anführer des Islam.

Der Islam bestimmt nicht, wer ein Gelehrter werden kann. Jeder, der genug Intelligenz besitzt, studiert und entschlossen ist, kann danach streben, ein Gelehrter zu werden, doch nicht jeder wird die Zeit und die Möglichkeiten dazu haben. Alle Menschen sollen danach streben soviel wie möglich zu lernen, wobei man erkennen muss, dass Gott der Eine ist, der Verleiher von Wissen und Verstand.

Die Gelehrten spielen in der muslimischen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Er oder sie widmet dem Islamstudium Jahre. Gelehrte können keine Sünden vergeben, Leute segnen oder das Gesetz Gottes verändern. Sie geben die Informationen, die sie sich angeeignet haben, weiter, wobei sie sich auf Qur’an und Sunna berufen. Durch ihr ehrenhaftes Benehmen motivieren sie andere dazu, sich zu verbessern.

Manche haben das Wort „Kleriker“ benutzt, um einen muslimischen Gelehrten zu beschreiben. Das ist eine Fehlbenennung. Es gibt keinen formellen Klerus, keinen geweihten Stand und keine Hierarchie. Die Beziehung zwischen dem Einzelnen und Gott ist direkt. Niemand außer Gott kann bestimmen, was erlaubt oder eine Sünde ist. Kein Geschöpf kann ein anderes segnen. Jedes Individuum wird direkt vor seinem Herrn und Schöpfer zur Rechenschaft gezogen.

Wer eine Moschee besucht hat, wird vielleicht eine Person gesehen haben, die das Gemeinschaftsgebet leitet. Wenn Muslime zusammen beten, müssen sie einen auswählen, der vorne steht und die anderen im Gebet leitet, so dass alle in Einigkeit und Harmonie beten können. Am besten ist es, denjenigen auszuwählen, der das meiste Wissen im Bezug auf Qur’an und Sunna hat. Diese Person wird Imam genannt, was wörtlich „Vorsteher“ oder „Anführer“ bedeutet.

Freitagmittags gibt es ein besonderes Gemeinschafts­gebet. Alle muslimischen Männer sind verpflichtet, daran teilzunehmen. Für Frauen ist dies empfohlen. Diesem wöchentlichen Gebet geht eine kurze Predigt voraus. Derjenige, der diese Predigt hält, sollte der beste erreichbare Mann sein, der ein tiefes Verständnis der islamischen Lehren besitzt.


 Das Islamische Recht

Das islamische Recht leitet sich vom Qur’an und der Sunna des Propheten Muhammad (ﷺ‬) ab. Die Sunna ist wie der Qur’an durch Offenbarung von Gott eingegeben worden. Das islamische Recht deckt alle Lebensbereiche ab. Es handelt darüber, wie man Gott dient und wie man andere behandelt. Gott befiehlt den Gläubigen, bestimmte Dinge zu tun und befiehlt ihnen, andere zu unterlassen. Gott, der Allwissende, der Gerechte, alleine hat das Recht, einige Dinge zu erlauben und andere Dinge zu verbieten und als Sünde zu definieren. Eine islamische Gesellschaft kann irgendwelche Gesetze für die Regelung des täglichen Lebens (z.B. Verkehrsregeln) erlassen, solange sie nicht gegen das islamische Recht verstoßen. Gott, der Rechtleitende und Leitende, ermutigt zu einigen Dingen, ohne sie jedoch zu befehlen und warnt vor einigen Verhaltensweisen, ohne sie jedoch ausdrücklich zu verbieten. All diese Anordnungen formen zusammen das islamische Recht. Wenn wir hinzufügen, dass es Angelegenheiten gibt, welche das islamische Recht einfach als erlaubt ansieht, können die Ergebnisse in fünf grundlegende Normen unterteilt werden, durch die jede menschliche Handlung eingestuft werden kann:

  1. Pflicht
  2. Erwünscht
  3. Erlaubt
  4. Unerwünscht
  5. Verboten

Das islamische Gesetz ist göttlichen Ursprungs. Der Grund, warum wir diesen Gesetzen gehorchen liegt darin, dass Gott uns befohlen hat, so zu handeln. Wir werden dazu aufgefordert, die Weisheit hinter diesem Gesetz zu verstehen, doch es wird von uns erwartet, dass wir gehorchen, auch wenn wir nicht vollkommen die Gründe dafür verstehen. Verstand ist eine begrenzte Gabe. Zum Beispiel ist es verboten Schweinefleisch zu essen, weil Gott es so vorschreibt. Wir verzichten deshalb darauf, es zu essen und nicht weil wir nun auch durch die Wissenschaft wissen, dass es ihm eigene Krankheiten birgt und das ungesündeste Fleisch ist. Sogar wenn Wissenschaftler dazu in der Lage wären, Schweine zu züchten, die frei von Krankheiten wären und das nahrhafteste Essen wären, so würde es immer noch verboten sein, Schweinefleisch zu essen. (Trotzdem ist es erlaubt, Schweinefleisch zu essen, wenn man damit sein Leben retten kann, wenn man keine andere Wahl hat. In diesem Fall wäre es auch keine Sünde dies zu tun.)

Die Quellen des islamischen Rechts sind der Qur’an und die Sunna. Gott bezeichnet es als Vielgötterei, einem religiösen Führer zu erlauben, Gottes Befehle zu verändern, indem man erlaubt, was Gott verboten hat oder indem man verbietet, was Gott erlaubt hat.[22] Nur Gott bestimmt in dieser Welt, was gut ist und was eine Sünde ist. Im Jenseits hat nur Gott die Macht und Weisheit, diejenigen zu belohnen, die Gutes verrichtet haben und diejenigen zu bestrafen, die Schlechtes getan haben.


 Die islamische Kleiderordnung

Der Islam fördert Bescheidenheit und strebt danach Unsitten und Unmoralisches in der Gesellschaft zu minimieren. Eine der Methoden hierfür ist es, bescheidene Kleidung vorzuschreiben. Der Islam legt Normen für die Moral der Männer und Frauen fest.

In den meisten westlichen Ländern gibt es Gesetze, die bestimmen, was moralisch ist. Dies bezieht sich in der Regel darauf, dass Männer ihre Genitalien und Frauen ihre Genitalien und Brüste bedecken müssen. Wenn diese Mindestregelung nicht festgelegt wird, kann eine Person umso weniger für die Erregung öffentlichen Ärgernisses verurteilt werden. Der Grund für den erwähnten Unterschied zwischen Männern und Frauen in Bezug auf die Kleidung ist der unterschiedliche Körperbau.

Der Islam schreibt eine konservativere Mindest­kleiderordnung für Männer und Frauen vor. Im Islam wird sowohl von den Männern als auch von den Frauen erwartet, dass sie sich schlicht, gemäßigt und anständig kleiden. Ein Man muss immer mit lockerer und nicht anhaftender Kleidung von seinen Knien bis zum Bauchnabel bedeckt sein. Das ist das absolute Minimum, das bei der Bedeckung verlangt wird. Er darf zum Beispiel niemals in der Öffentlichkeit eine kurze Badehose tragen. Wenn eine muslimische Frau das Haus verlässt, muss sie wenigstens ihr Haar und ihren Körper mit lockerer und nicht anhaftender Kleidung bedecken und damit die Einzelheiten ihres Körpers vor der Öffentlichkeit verbergen. Manche ziehen es auch vor, das Gesicht und die Hände zu bedecken. Die Weisheit hinter dieser Kleidervorschrift ist es, sexuelle Belästigung und Abwertung für Männer und Frauen in der Gesellschaft so weit wie möglich zu verringern. Diese Kleidervorschrift einzuhalten ist eine Art von Gottesdienst. Der Islam verbietet sexuelle Signale und körperliche Reize außerhalb der Ehe. In der intimen Sphäre zwischen den Ehepartnern hingegen sind sexuelle Signale und körperliche Reize für Männer und Frauen im Islam erwünscht.

Einige westliche Forscher gehen davon aus, dass die Kopfbedeckung der Frau den Sinn hat, dem Mann ihre Unterlegenheit zu zeigen. Weiter entfernt von der Wahrheit kann es kaum noch sein. Im Islam verlangt eine Frau, die sich so kleidet Respekt und durch ihre Bescheidenheit lehnt sie sexuelle Sklaverei ab. Die Botschaft, die eine Frau vermittelt, wenn sie in der Gesellschaft islamische Kleidung trägt, ist „Respektiere mich als das, was ich bin. Ich bin kein Sexobjekt.“

Der Islam lehrt nicht nur die Folgen vom Verfall zu Unmoral bei Individuen, sondern auch in der Gesellschaft, die es Frauen und Männern erlaubt, sich frei zu vermengen, sich selbst zur Schau zu stellen und darin zu konkurrieren oder sich gegenseitig durch sexuelle Attraktion zu reizen. Die Folgen sind deutlich und können nicht ignoriert werden. Die Frauen zu Sexobjekten zum Vergnügen der Männer zu machen, ist keine Befreiung. In Wirklichkeit ist es eine menschenunwürdige Form der Unterdrückung, die der Islam ablehnt. Die Befreiung der muslimischen Frau liegt darin, dass sie aufgrund ihres Charakters und nicht wegen ihres körperlichen Erscheinungsbildes anerkannt wird. Aus islamischer Sicht sind die „befreiten“ westlichen Frauen, die sich oft Sorgen über ihr Aussehen, ihre Figur und Jugendlichkeit machen müssen, um anderen zu gefallen, in eine Form von Sklaverei geraten sind.


 Die Frau im Islam

Frauen und Männer sind vor Gott gleichwertig. Beide werden vor Gott zur Rechenschaft gezogen. Sie erhalten im Jenseits für ihren Glauben und ihre guten Taten die gleiche Belohnung.

Die Heirat ist sehr erstrebenswert und ist sowohl ein gesetzlicher Vertrag als auch ein heiliger Bund. Der Islam sieht jede Frau, sei sie nun verheiratet oder nicht, als Einzelperson mit den jeweiligen spezifischen Rechten an. Sie hat dasselbe Recht, Besitz zu erwerben, Reichtum anzuhäufen und auszugeben, wie es auch der Mann hat. Ihr Vermögen wird nach Heirat oder Scheidung nicht dem des Mannes zugerechnet. Eine Frau hat das Recht auszusuchen, wen sie heiraten will und wenn sie verheiratet ist, ändert sich aus Respekt gegenüber ihrer Abstammung ihr Nachname nicht. Eine Frau kann die Scheidung verlangen, wenn die Ehe nicht gut verläuft.

In Bezug auf die Wirtschaft sind Mann und Frau jeweils eine unabhängige juristische Person. Männer und Frauen haben das Recht ihren eigenen Privatbesitz zu erwerben, Geschäfte zu tätigen und von anderen zu erben. Beide haben das gleiche Recht auf Bildung und auf gewinnbringende Arbeit, solange die islamischen Regeln nicht verletzt werden.

Nach Wissen zu streben ist für Männer und Frauen Pflicht. Der Wissenszweig, der am meisten betont wird, ist das religiöse Wissen. Es wird aber auch verlangt, dass  in einer Gesellschaft zum Wohle der Öffentlichkeit Berufe für beide Geschlechter offen stehen. Die Gesellschaft braucht zum Beispiel Ärzte, Lehrer, Berater, Sozialarbeiter und viele andere wichtige Berufe. Wenn es einen Mangel an qualifiziertem Personal gibt, kann es für Männer und Frauen Pflicht werden, in diesen Bereichen Erfahrung zu sammeln um den Bedürfnisse der muslimischen Gemeinschaft gerecht zu werden. In dieser Situation müssen die Richtlinien des Islam jedoch aufrechterhalten werden.

Frauen werden dazu aufgefordert, sich islamisches Wissen anzueignen und im Rahmen des Islam ihrer akademischen Laufbahn nachzugehen und danach zu streben, ihre intellektuelle Neugier zu sättigen. Jemanden an der Bildung zu hindern widerspricht den Lehren des Islam.

Ein Mann ist verantwortlich dafür, seine Familie zu versorgen und zu beschützen und sie mit den Grundbedürfnissen wie Essen, Kleidung und Unterkunft für seine Frau, Kinder und (wenn nötig) anderen weiblichen Familienmitgliedern zu versorgen. Frauen sind hierfür in erster Linie nicht verantwortlich, auch wenn sie verheiratet sind. Der Prophet Muhammad (ﷺ‬) sagte, dass der beste unter den Gläubigen derjenige ist, der sich am besten gegenüber seiner Frau benimmt.


 Männlicher Chauvinismus und die muslimische Welt

Viele Menschen nehmen den Islam als eine chauvinistische Religion wahr, die Frauen diskriminiert. Sie erwähnen dann die Situation der Frauen in einigen „muslimischen“ Ländern, um dies zu beweisen.[23] Ihr Fehler besteht darin, dass sie nicht zwischen der Kultur der Leute und den wahren Lehren der Religion unterscheiden, welcher diese angehören. Es ist entsetzlich, dass heute in vielen Kulturen überall auf der Welt immer noch die Unterdrückung der Frau existiert. Frauen in vielen Dritte-Weltländern leben unter furchtbaren Bedingungen. Sie werden von Männern beherrscht und ihnen werden grundlegende Menschenrechte verweigert. Dies betrifft nicht nur die muslimischen Länder allein, es trifft auch nicht auf alle muslimischen Länder zu. Der Islam verurteilt diese Unterdrückung. Es ist eine tragische Ungerechtigkeit, diese kulturell bedingten Handlungen auf den religiösen Glauben zu übertragen, wenn die Lehren der Religion nicht zu solchen Praktiken aufrufen. Die Lehren des Islam verbieten die Unterdrückung der Frau und betonen ganz deutlich, dass Männer und Frauen gleichwertig angesehen werden müssen.

Leider wurden die unterdrückerischen Praktiken gegen Frauen, die in manchen Teilen der Erde existieren fälschlicherweise von einigen Leuten mit dem Islam in Verbindung gebracht. Eine dieser Praktiken ist der alte heidnische Brauch der genitalen Verstümmlung von Frauen, welche manchmal auch fälschlicherweise als Frauenbeschneidung bezeichnet wird, welche aus dem Niltal und den umliegenden Regionen stammt und dort immer noch teilweise praktiziert wird. Sie wird von einigen ethnischen Gruppen mit einer Vielzahl von Religionen in weiten Teilen Afrikas praktiziert, vor allem in Nordostafrika. Viele Frauen in Afrika sind Opfer dieses furchtbaren, diskriminierenden und barbarischen Brauches.

Die Verstümmelung der weiblichen Genitalien ist eine Erniedrigung und im Islam strikt verboten. Leider haben einige ethnische Gruppen damit fortgefahren, sogar nachdem sie den Islam annahmen, obwohl der Islam dies verbietet. Sie behaupteten auch noch, dies sei ein Teil des Islam. Heute lehnen diese Leute diese grausame Praxis ab, weil sie den Islam immer besser verstehen. In Kenia zum Beispiel sind eine der Gruppen, welche die Verstümmlung der weiblichen Genitalien nicht vollziehen, die Muslime.

Die Beschneidung der Männer ist jedoch ganz klar dem Islam zuzuordnen und wurde auch tatsächlich von den Propheten und Gesandten Gottes gelehrt, unter diesen auch Abraham (u). Man darf also nicht die Verstümmelung der weiblichen Geschlechtsorgane mit der empfohlenen Beschneidung der Männer verwechseln.

Eine andere furchtbare Praxis sind „Ehrenmorde“, wenn ein Mann einen weiblichen Verwandten in seiner Familie tötet, weil er sich durch ihr Verhalten erniedrigt und befleckt fühlt. Dieses Verhalten wird, wenn auch sehr selten, von einigen Bevölkerungsgruppen des indischen Subkontinents, des mittleren Ostens und anderer Regionen praktiziert. Im Islam wird dies als Mord bezeichnet. Es ist einem Menschen nicht erlaubt irgendjemanden aus Gründen der „Ehre“ zu töten. Dies ist auch in keinster Weise eine Eigenheit von Muslimen oder islamischen Ländern, es stellt eine Verletzung des islamischen Rechtes dar. Rassismus, Sexismus und alle Formen von Bigotterie oder Vorurteilen sind im Islam verboten.

Leider wird Zwangsheirat in vielen traditionellen Gesellschaften praktiziert. Sie ist eine ebenfalls im Islam verbotene Handlung. Manche Väter haben ihre Töchter zur Zeit des Propheten Muhammads (ﷺ‬) zur Ehe gezwungen. Wenn diese Frauen sich darüber beim Propheten (ﷺ‬) beschwerten, erklärte er deren Ehen für ungültig oder stellte es ihnen offen, ob sie die Ehe beenden, auch wenn sie bereits vollzogen wurde, wodurch der deutliche Präzidenzfall für das islamische Recht gegeben wurde, welches die Entscheidungs­freiheit in der Ehe sieht und damit dieser Praxis ein Ende bereitete. Leider gibt es heute die Zwangsehe immer noch in vielen Teilen der Welt, darunter auch in einigen „islamischen“ Ländern. Auch wenn diese Handlung in fast allen Ländern illegal ist, wissen viele Frauen in traditionellen Gesellschaften entweder nicht, wie sie dies anzeigen können oder sie trauen sich nicht.

All diese Praktiken sind gegen das islamische Recht und es ist die Verantwortung eines jeden Muslims, diese aus seiner Gesellschaft zu verbannen. Ja, der Islam ist gegenüber kulturellen Verschiedenheiten tolerant und meint nicht, die Lebensweise anderer Leute ausradieren zu müssen, er zwingt die Menschen auch nicht dazu, ihre kulturelle Identität aufzugeben, wenn sie den Islam annehmen. Wenn jedoch die kulturellen Handlungen eines Volkes den Gesetzen des Islam widersprechen oder Menschen dadurch ihrer gottgegebenen unveräußerlichen Rechten und ihrer Entscheidungsfreiheit beraubt werden, wird es zur religiösen Pflicht, jene Praktiken abzuschaffen.


 Wissenschaft und Technologie

Eine der charakteristischen Eigenschaften des Islam ist seine vollkommene Harmonie mit den Wissenschaften. Ein Muslim sieht einen Konflikt zwischen wissenschaftlichen Tatsachen und der Religion als unmöglich an. Die Religion kommt von Gott, dem Ersten und dem Letzten, und ebenso das Universum, das Er alleine erschaffen hat. Es ist also unmöglich, dass das eine dem anderen widerspricht.

Ein Muslim geht davon aus, dass es für alles in Gottes Schöpfung eine natürliche Erklärung gibt, von der Konstellation der Sterne und Galaxien zum Ursprung und Unterschied verschiedener Arten. Ein Muslim darf sich niemals auf Wunder berufen, um Naturphänomene zu erklären. Ein Muslim glaubt, dass Wunder Begebenheiten sind, bei denen Gott aus einem bestimmten Grund Seine eigenen Naturgesetze außer Kraft setzt, wie etwa um einem Seiner Propheten zu helfen oder ein Gebet zu erhören. Wundererklärungen dürfen nicht in Betracht gezogen werden, um etwas in der Natur zu erklären oder um das nicht vorhandene Wissen um eine wissenschaftliche Angelegenheit zu verdecken.

Es hat noch nie eine wissenschaftliche Tatsache oder eine erwiesene wissenschaftliche Theorie gegeben, die den Lehren des Islam widersprach. Was auch immer die Wissenschaft entdeckt, es steigert nur unser Wissen über Gottes wunderbare Schöpfung. Deswegen fördert der Islam aktiv wissenschaftlichen Eifer und weil der Qur’an uns auch befiehlt, Gottes Zeichen in der Natur zu erforschen. In Wahrheit enthält der Qur’an viele erstaunliche wissenschaftliche Informationen, die erst kürzlich mithilfe heutiger moderner technischer Errungenschaften voll verstanden werden konnten.

Der Islam erlaubt es uns auch, die Früchte der menschlichen Erfindungsgabe zu genießen. Wir werden ermutigt danach zu streben, die Welt zu verbessern. Der Islam heißt technologischen Fortschritt willkommen. Technologie kann gut oder schlecht verwendet werden. Doch sie selbst ist neutral. Es ist unsere Verantwortung, das Wissen, mit dem Gott uns gesegnet hat, für die Verbesserung der gesamten Menschheit einzusetzen.

In den frühen Tagen des Islam, als die Menschen sich an seine Glaubensinhalte und Lehren hielten, blühten die Wissenschaft, Kultur, der Handel und die Technologie auf. Gelehrte der islamischen Welt erforschten und entwickelten die Gebiete der Mathematik, Chemie, Physik, Medizin, Astronomie, Architektur, Kunst, Literatur, Geographie, Geschichte und vieles mehr weiter. Muslimische Wissenschaftler entwickelten den magnetischen Kompass, das Astrolabium und die Pendeluhr um nur ein paar zu nennen. Viele anspruchsvolle Systeme wie etwa die Algebra, die arabischen Zahlen (welche dieselben wie die sind, die wir momentan benutzen) und das endgültige Konzept der Null (wichtig für die Weiterentwicklung der Mathematik) wurden im mittelalterlichen Europa durch muslimische Gelehrte eingeführt. Die Lehren des Islam vermittelten dieses wissenschaftliche Verständnis, welches schließlich die europäische Renaissance einleitete und antrieb. Erst nachdem sich die Menschen von den ursprünglichen islamischen Lehren und Glaubensinhalten entfernten, begannen die Fortschritte und wissenschaftlichen Errungenschaften der muslimischen Welt zu verfallen und in Vergessenheit zu geraten.


 Zusammenfassung

Der Islam ist… eine Religion der Gerechtigkeit, des Friedens, der Barmherzigkeit und der Vergebung, ein Glaube, der oft falsch verstanden wird. Islam bedeutet, seinen Willen Gott zu unterwerfen. Der Islam ist die Lebensweise für jeden, der es akzeptiert, dass es nur einen Gott gibt und dass niemand außer Ihm es wert ist, verehrt zu werden. Diese Welt ist vergänglich und nichts weiter als eine Prüfung für die Menschheit, danach werden wir alle sterben und zu Gott, dem alles Nehmenden, zurückkehren. Das Leben im Jenseits ist ewig. Gott entsandte Propheten für die Rechtleitung der Kinder Adams (u): Abraham (u), Moses (u), Jesus (u) und Muhammad (ﷺ‬), allesamt Propheten des Islam. Gott wählte Muhammad (ﷺ‬) als Seinen letzten Propheten und Gesandten aus und ehrte ihn mit dem Privileg, durch ihn den Qur’an zu offenbaren. Der Qur’an ist das direkte unveränderliche Wort Gottes, nicht das Wort Muhammads (ﷺ‬), der ein Analphabet war. Gott hat den Qur’an mit seinen Lehren für die gesamte Menschheit vorgesehen.

Die fünf grundlegenden gottesdienstlichen Handlungen für Muslime sind folgende:

1.       Zu „bezeugen, dass es nichts Anbetungswürdiges außer Allah gibt und dass Muhammad Sein Gesandter ist.“

2.       Die fünf täglichen Gebete zu verrichten.

3.       Die jährlichen Almosen zu entrichten.

4.       Während dem Ramadan zu fasten.

5.       Die Pilgerfahrt nach Mekka zu verrichten.

Gott legte fest, dass es keinen Zwang im Glauben gibt. Menschenrechte und Entscheidungsfreiheit sind heilig. Frauen spielen im Islam eine wichtige Rolle. Sie sind gleichberechtigt und sollen vom Mann respektiert werden.

Gott erwähnt im Qur’an, dass er den Islam als Religion für die gesamte Menschheit vervollkommnet hat, um Seine Güte gegenüber uns zu vervollständigen. Gott hat  für uns das Licht des Islam als eine Richtschnur dafür ausersehen, dass die Menschheit zu Ihm zurückkehrt.


 Nachwort des Verfassers

Die Wissenschaftler haben uns erklärt, dass der Weltraum über 120 Milliarden Galaxien enthält. Wir wissen, dass wir alle von Gott dem Allgütigen aus einer einzigen Zelle erschaffen wurden. Wenn ich darüber nachdenke, kann ich nur noch staunen und meine unglaubliche Unwürde gegenüber dem Licht von Gottes wunderbarem Glanz eingestehen. Satan hat geschworen, die Menschen zu verführen, uns in Missverständnisse, Feindseligkeit, Hass und Krieg zu stürzen. Um für meinen Teil gegen Satan zu stehen, sind meine Beweggründe meinen Herrn zufrieden zu stellen indem ich Friede durch Verständnis fördere.

Das Leben ist kurz und wertvoll. Es ist verhängnisvoll es zu verschwenden indem man vergänglichem materiellem Gewinn nachgeht und dabei den wahren Sinn der Schöpfung ignoriert: Allein Gott zu verehren. Viele Leute verbringen ihr wertvolles Leben damit, vergänglichen materiellen Reichtum anzuhäufen. Durch den Islam lädt Gott uns zu dem ein, was ewig und für immer da ist. Am Tag des Gerichts werden wir für das, was wir gewusst haben zur Rechenschaft gezogen und auch dafür, wie wir dieses Wissen angewendet haben. Wir werden über unseren Gottesdienst befragt werden. Jetzt haben wir noch Zeit dafür uns auf die Antwort vorzubereiten.

Dieses Buch beruht auf den Unterrichten, die ich in den letzten zwei Jahrzehnten über den Islam gegeben habe. Dies wäre ohne Gottes Barmherzigkeit und anschließend durch die Hilfe und den Beistand meiner Brüder und Schwestern nicht möglich gewesen. Ich danke Ihnen, liebe Leser, für Ihre Zeit und Ihr Interesse daran, den Islam zu verstehen, den Glauben von einem Fünftel der Weltbevölkerung. Wir heißen auch Ihre Fragen und auch Ihre Kommentare und Reaktionen willkommen, um diese fortlaufende Arbeit besser einschätzen zu können. Ich lade Sie ein, einen Teil oder auch den ganzen Inhalt weiter zu verbreiten. Ich bitte Sie nur darum, dass Sie nicht zusammenhangslos zitieren.

Bitte verzeihen Sie mir, falls ich in diesem Werk irgendjemanden verletzt haben sollte. Wegen meiner Begeisterung für den Islam drücke ich meine Überzeugung stark aus. Ich schätze die individuelle Entscheidungsfreiheit und respektiere Andersartigkeit. Verstehen und Gerechtigkeit sind der Weg zum Frieden. Und weil der Islam im Westen oft als eine Religion närrischer Fanatiker dargestellt wird, die darauf aus sind, die Welt mit Gewalt zu missionieren, denke ich, dass es essentiell ist, meinen Glauben in klarer und eindeutiger Sprache zu vermitteln um Missverständnisse zu vermeiden.

Möge Gott uns alle mit Rechtleitung segnen. Alles Gute in diesem Werk ist durch Gottes Barmherzigkeit gekommen und sollte ich etwas schlechtes gesagt haben, so ist dies wegen meiner Nachlässigkeit. Gott der Gesegnete und der Liebende, ist perfekt.

„Oh Allhörender, beschütze uns vor allem Übel und führe uns zur Wahrheit.“

Friede sei mit denen, die der aufrichtigen Rechtleitung folgen.



[1] Dies bedeutet: „Möge Allah ihn ehren und ihn bewahren“, im Islam ist es üblich, dieses Bittgebet für jeden Propheten und Gesandten Gottes aufzusagen. Gottes Vertretern Respekt zu erweisen, bedeutet Gott Respekt zu erweisen.

[2] Die fett abgebildeten Wörter im Text weisen entweder auf einen Qur’anvers oder auf einen Namen oder eine Eigenschaft Gottes hin.

[3] Einige Muslime sehen es nicht gern, wenn der Islam als „Religion“ bezeichnet wird, denn der Islam ist kein institutionalisierter Glaube. Im Arabischen wird der Islam als „Dîn“, eine „Lebensweise“, bezeichnet. Genauso bezeichneten auch die Urchristen ihren Glauben als „den Weg“.

[4] Aus freien Stücken bedeutet mehr als nur „nicht gezwungen“. Es bedeutet, dass man sich Gott ohne Hintergedanken oder Vorbehalte und aufrichtig mit ganzen Herzen unterwirft.

[5] Das Zeichen (u) bedeutet: „Möge Allah ihn vor allem Übel bewahren“ Die Respektbezeugung der Muslime, welche der islamischen Überlieferung folgen, bezieht sich auf alle Propheten und Gesandten Allahs, ja sogar auf die Engel Allahs, wenn sie erwähnt werden.

[6] Anm. d. Übers: Wie auch im Deutschen der Plural als Höflichkeitsform verwendet wird: „Sie“, „Ihr“.

[7] Die heutigen verschiedenen Testamente der Bibel wurden nach der Zeit Jesu von anderen Autoren verfasst. Das Indschîl, das im Qur’an erwähnt wird, bezieht sich nur auf die Offenbarungen, die durch Jesus, den Sohn der Maria gebracht wurden.

[8] Die Propheten, die im Qur’an erwähnt werden sind folgende: Abraham, Enoch (Idris), Noah, Hud, Salih, Abraham, Lot, Ismael, Isaak, Jakob, Yusuf, Schu’aib, Hiob, Moses, Aaron, Hesekiel, David, Salomon, Elias, Alyasa’, Jonas, Zacharias, Johannes „der Täufer“, Jesus und Muhammad (Mögen Allahs Friede auf ihnen allen sein).

[9] Gott offenbarte Muhammad (ﷺ‬), „Er gab euch dasselbe an Religion vor, was er auch schon Noah vorgab, dem Wir offenbarten, und auch das, was Wir Abraham, Moses und Jesus offenbarten: Nämlich, dass ihr aufrichtig in der Religion seid und euch darin nicht uneins seid. Den Polytheisten erscheint das, wozu du sie aufrufst schwer. Gott erwählt sich diejenigen, die Er will und führt zu Sich, wer sich (Ihm) zuwendet.“ [Sura 42: 13]

[10] Einige Muslime berufen sich auf die folgenden Bibelverse als Prophezeiung für den Propheten Muhammad (ﷺ‬): [Deut. 18:15, 18:18; Joh. 1:19 – 21, 14:16, 14:17, 15:26, 16:7 – 8, 16:12 – 13]

[11] Diese Verneinung bedeutet, dass nichts anbetungs- und verehrungswürdig ist, außer Allah, dass nichts göttlich ist außer Allah, dass niemand einen Anteil an den Eigenschaften Gottes hat und dass niemand der Schöpfer und Versorger der Schöpfung sein kann außer Gott, dem niemand gleich ist und der keinen Teilhaber hat.

[12] Manch einer mag nun fragen: „Wenn der Islam lehrt, dass alle Propheten und Gesandten gleich sind, warum bestätigt dann das Glaubensbekenntnis nur das Prophetentum Muhammads ohne dass die anderen Propheten erwähnt werden?“ Man muss verstehen, dass jeder, der das Prophetentum Muhammads (ﷺ‬) bestätigt, auch alle anderen Propheten und Gesandten Gottes akzeptiert, die vor ihm kamen. Wenn jemand zum Beispiel bezeugen müsste, dass „Es nichts Anbetungswürdiges außer Gott gibt und dass Moses der Gesandte Gottes ist“, so folgt daraus nicht, dass diese Person die Propheten und Gesandten nach Moses (u) akzeptiert, wie etwa Jesus (u) oder Muhammad (ﷺ‬).

[13] Der Islam verlangt Keuschheit und verbietet jegliche Art von vor- oder außerehelichen Beziehungen.

[14] Im Islam wird gelehrt, dass „der heilige Geist“ der Engel Gabriel ist, der niemals verehrt werden darf (Der Glaube an die Dreieinigkeit widerspricht ganz deutlich dem festen Prinzip des islamischen Glaubens: dem Monotheismus.)

[15] Siehe Joseph van Ess, „Muhammad und der Qur’an: Prophezeiung und Offenbarung“ in Das Christentum und die Weltreligionen: Wege zum Dialog mit dem Islam, Hinduismus und dem Buddhismus, herausgegeben= von Hans Kung (Garden City, New York: Doubleday & Co., 1986); und Michael Sells, Annäherung an den Qur’an: die frühen Offenbarungen (Ashland, OR: White Cloud Press, 1999).

[16] Der Qur’an besteht aus 114 Kapiteln und ist ein einzelnes Buch, nicht etwa wie die vielen im Umlauf befindlichen Versionen der Bibel. Die Protestanten zählen zu ihrer Bibel 66 Bücher und die Katholiken 72 Kapitel. Es gibt in anderen Versionen sogar noch mehr Bücher.

[17] Wie dem auch sei, Veränderungen in anderen Bereichen, wie etwa der Wissenschaft und Technologie, welche dazu da sind, den Lebensstandard zu verbessern, werden sehr gefördert.

[18] Der Islam lehrt, dass eine gottesdienstliche Handlung zwei Bedingungen erfüllen muss, damit sie von Gott angenommen wird: Die Absicht muss in erster Linie sein, Gott zufrieden zu stellen und die Handlung muss der Sunna des Propheten Muhammad (ﷺ‬) entsprechend verrichtet werden.

[19] Die Djinn wurden vor Adam erschaffen, sie besitzen einen freien Willen. Ungehorsame Djinn sind Dämonen. Sie leben hier mit uns in einer Form, in der sie uns sehen können, wir sie aber nicht, außer wenn sie sich sichtbar machen wollen. Hexerei, die im Islam verboten ist, wird durch sie vollbracht.

[20] Im antiken Nicea (welches in der heutigen Türkei lag und etwa 1100 km NNW von Jerusalem in der Nähe der Hauptstadt Ostroms lag) wurde das erste Konzil von Nicea einberufen, 325 Jahre nach der Geburt Jesu (u). Auf diesem Konzil wurde von der Mehrheit der Teilnehmer beschlossen, dass Jesus eher göttlich ist, als dass er Gottes Prophet und Gesandter ist. Das Konzept der Dreieinigkeit wurde aufgestellt indem  erklärt wurde, dass Jesus (u) Gott gleich zu setzen sei. Dies steht in direktem Widerspruch zu den abrahamitischen Lehren des Monotheismus, zu welchen Jesus (u) die Menschen selbst aufrief und von dem er überzeugt war.

[21] Obwohl Christen und Juden einige der monotheistischen Prinzipien des ursprünglichen abrahamitischen Glaubens verletzen, bezeichnet der Islam sie als „Leute der Schrift“. Sie werden so bezeichnet, weil sie von Gott offenbarte Gesetze und Schriften empfangen hatten und einige Seiner Propheten anerkennen.

[22] Zinsen für Darlehen zu verlangen oder Ehebruch waren ursprünglich im Judentum, Christentum und dem Islam verboten. Doch die Christen Europas haben ab dem Mittelalter stufenweise diese Verbote verändert. Heute haben sogar „islamische“ Länder diese heftigen Verletzungen von Gottes Gesetz erlaubt.

[23] Leider bedeutet es nicht unbedingt, dass ein „islamisches“ Land eine islamische Regierung hat oder dass die Leute dort dem islamischen Recht (Schari’a) folgen.

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