Muslim und Christ im Dialog

Autor :

Revision und Korrektur: Farouk Abu Anas

Kurzbeschreibung

Dieses Buch ist das Ergebnis vieler sachlicher Dialoge,die der Autor mit Christen, über die Unregelmäßigkeiten in ihrem Glauben führte.

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Details

 Muslim und Christ im Dialog

Hinweis: Bitte fühlen Sie sich frei, alle in diesem Buch angegebenen Bibelstellen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Bedenken Sie dabei jedoch, verschiedene Bibelversionen zu verwenden. Denn teilweise gibt es je nach Bibelversion beträchtliche Unterschiede in den einzelnen Versen oder sie sind sogar gar nicht vorhanden. An dieser Stelle sei auf die Internetseite http://www.bibleserver.com/ hingewiesen, welche ein sehr nützliches Hilfsmittel für den Vergleich verschiedener Versionen darstellt.

Im Folgenden wurde versucht sich an die „Einheitsübersetzung“ zu halten, in Einzelfällen wurde auf andere Versionen zurückgegriffen, die, nach Meinung des Übersetzers, den Inhalt besser wiedergeben.

Einzelne Passagen des Buches können sich in den verschiedenen Kapiteln wiederholen. Dies hängt damit zusammen, dass es sich nicht um einen geschlossenen Dialog handelt. Zugleich verdeutlicht die Wiederholung auch die Wichtigkeit der jeweiligen Passagen.


 Anmerkung des Autors

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen.

Dieses Büchlein ist das Ergebnis meiner Gespräche mit christlichen Geistlichen und Laien. Der Meinungsaustausch fand mit ihnen auf einer freundlichen und angenehmen Basis statt. Er war sehr konstruktiv und dabei wurde nie beabsichtigt die religiösen Gefühle des jeweiligen Gegenüber zu verletzen. Diese Abhandlung mag einerseits provokativ wirken, ist aber zugleich eine Herausforderung an das Christentum. Es ist unabdingbar für jeden, der nach der Wahrheit sucht und für jeden, der vergleichende Religionswissenschaften studiert.

H.M. Baagil, M.D.

Januar 1984


 Einleitung

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen.

Ich danke Allah, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, das Manuskript von „Muslim und Christ im Dialog“ zu lesen und, dass ich darum gebeten wurde eine Einleitung zu diesem bemerkenswerten Büchlein zu verfassen, das einem die Augen öffnen kann. Jeder, der Interesse am Vergleich von Religionen hat, wird darin auf einige Überraschungen stoßen, die das in Frage stellen, was für manch einen die absolute Wahrheit darstellt.

Diese Arbeit von Dr. Hasan M. Baagil stellt das Ergebnis seiner akribisch geführten Studien dar, welche er hier klar und präzise vorstellt. Nach seinem vierjährigen Studium des Christentums und der Bibel hat Dr. Baagil, ein engagierter Muslim, gelernt, dass die Christen sich in vielen grundlegenden Glaubensangelegenheiten unterscheiden, dass die Lehre der Kirche der Bibel immer wieder widerspricht und, dass die Bibel sich sogar selbst widerspricht! Den Anstoß für diesen „muslimisch-christlichen Dialog“ gaben seine Unterhaltungen mit christlichen Geistlichen und Laien während dieser Zeit des Studiums.

Der Leser wird verblüfft sein festzustellen, dass Jesus in der Bibel niemals behauptet hat Gott zu sein, dass er nicht am Kreuz gestorben ist, und dass (laut Bibel) auch viele andere Propheten und sogar Nicht-Gläubige dieselben Wunder wie Jesus vollbracht haben sollen. Jesus hat sogar das Kommen des Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihnen beiden, vorausgesagt. Diese und zahlreiche weitere Informationen werden äußerst genau durch entsprechende Bibelstellen belegt. Es war nicht die Absicht Dr. Baagils die Christen mit diesem Buch zu verhöhnen und sicherlich auch nicht Jesus und seine Lehren zu beleidigen, denn Allah verbietet derartiges Handeln. Vielmehr war seine Absicht aufzuzeigen, wie falsche Vorwürfe, Verdrehungen und eindeutige Lügen gegen Allah und Seine Propheten sowohl Spott als auch Beleidigung darstellen.

„Muslim und Christ im Dialog“ verdeutlicht auch die islamische Sichtweise und zeigt wie der Qur'an, der dem Propheten Muhammad etwa 600 Jahre nach Jesus, Allahs Segen und Frieden seien mit ihnen beiden, offenbart wurde, die Fehler korrigiert, die sich (bewusst oder unbewusst) in die von Jesus gebrachte Lehre eingeschlichen haben. Diese Broschüre wird sowohl für Muslime als auch für Christen eine Bereicherung sein, gerade auch im Hinblick auf den interreligiösen Dialog. So Gott will, wird es für Muslime ein Hilfsmittel bei der Einladung von Christen zum Islam sein und im Gegenzug werden Christen sich bewusster darüber werden, was die Bibel und Jesus wirklich lehren. Natürlich hat man als Muslim die Hoffnung, dass Nichtmuslime aufgrund dessen die Wahrheit annehmen und bezeugen werden, dass es nur den einen wahren Gott gibt und, dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist.

Möge Allah Dr. Baagil für seine Mühen belohnen, Klarheit in diese Verwirrungen zu bringen. Möge Allahs Frieden mit uns allen sein.

Muhammad A. Nubee


 Der erste Kontakt zwischen einem Christen und einem Muslim

 C:         Christ

 M:        Muslim

C: Warum gab es in den vergangenen zehn Jahren so viele Dialoge zwischen Christen und Muslimen bezüglich ihres Glaubens?

M: Ich denke, weil unsere Religionen einiges gemeinsam haben. Wir glauben an den einen Schöpfer, der zahlreiche Propheten sandte, und an Jesus als Messias und als das Wort Gottes, das von den Juden abgelehnt wurde und wird.

In unserem heiligen Qur'an lesen wir in Sure 3, Vers 45: „Damals sprachen die Engel: ›O Maria, siehe, Allah verkündet dir ein Wort von Ihm; sein Name ist der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen im Diesseits und im Jenseits, und einer von denen, die (Allah) nahestehen.‹“

Dialoge wurden überall in Europa, Kanada, den USA und auch Australien geführt. Sogar der Vatikan hat sich beteiligt: Es fanden Diskussionen zwischen Theologen des Vatikans und ägyptischen muslimischen Gelehrten statt.[1] Eine weitere Diskussionsreihe fand ebenfalls in Rom zwischen Theologen des Vatikans und islamischen Gelehrten aus Saudi-Arabien statt. Außerdem wurden Muslime oft in Kirchen eingeladen, um den Islam vorzustellen.

C: Warum aber, wenn das Christentum 2000 Jahre und der Islam über 1400 Jahre alt sind, wurden solche Dialoge nicht schon vor Jahrhunderten geführt?

M: Immer wieder wurden derartige Gespräche geführt. Aber gerade im Hinblick auf die letzten drei bis vier Jahrhunderte wurden einerseits viele asiatische und afrikanische Länder, die von Muslimen beherrscht wurden, von Staaten wie Großbritannien, Frankreich, Holland, Belgien, Spanien und Portugal kolonisiert, wodurch diese Debatten kaum stattfanden. Eine große Zahl christlicher Missionare und religiöser Kolonialherren versuchten mit allen Mitteln so viele Muslime wie möglich zum Christentum zu bringen. Sei es, indem sie sie medizinisch versorgten, ihnen Kleider gaben, oder Essen und Arbeit für die Armen. Trotzdem konvertierten nur wenige. Andererseits wanderten nach dem Zweiten Weltkrieg viele Muslime aus Asien und Afrika als Arbeiter und Fachleute, später zunehmend auch für Studienzwecke, in den Westen aus. Dadurch entstand zwar wieder ein engerer Kontakt zu Christen, es dauerte jedoch noch eine Weile bis sie sich aktiv an Diskussionen und der Einladung zum Islam beteiligten.

C: Siehst du noch andere Gründe, aus denen heutzutage wieder mehr Dialogveranstaltungen, sogar von den jeweiligen Missionarsgesellschaften organisiert, stattfinden?

M: Ich denke, dass Mitglieder beider Religionen zunehmend einsehen, dass es immens wichtig ist, sich und die wahren Lehren der Religion kennenzulernen und Vorurteile abzubauen.

Außerdem fühlen wir Muslime uns den Christen näher als anderen Nichtmuslimen, oder wie der Qur'an in Sure 5, Vers 82 beschreibt:

(…) Du wirst ganz gewiss finden, dass diejenigen, die den Gläubigen in Freundschaft am nächsten stehen, die sind, die sagen: »Wir sind Christen.« Dies, weil es unter ihnen Priester und Mönche (d.h. Menschen, die sich ganz dem Gottesdienst hingeben) gibt, und weil sie sich nicht hochmütig verhalten.“

Einige christliche Konfessionen machen momentan enorme Fortschritte, denn sie erkennen zum ersten Mal in der Geschichte an, dass Muhammad ein Nachkomme Ismaels und dessen zweiten Sohnes Kedar ist. Das Davis Dictionary of the Bible (1980), welches vom Ausschuss christlicher Erziehung der presbyterianischen Kirche in den USA finanziell unterstützt wird, schreibt zu dem Eintrag ‚Kedar‘:(...) Ein Stamm, der von Ismael abstammt (Genesis 25:13) (...). Muhammad kam schließlich aus ihnen hervor.“ Die International Standard Bible Encyclopedia zitiert Folgendes von A.S. Fulton:(...) von den ismaelitischen Stämmen muss Kedar einer der wichtigsten gewesen sein, und folglich wurde dieser Name später für alle wilden Wüstenstämme verwendet. Muslimische Ahnenforscher zeichnen die Abstammung Muhammads über Kedar bis zu Ismael nach.“

In Smith´s Bible Dictionary ist dazu Folgendes zu lesen: „Kedar (schwarz). Zweiter Sohn von Ismael (Genesis 25:13). (...) Muhammads Abstammung geht über den berühmten Stamm der Quraisch, der bei Kedar entspringt und bis zu Abraham zurückführt. Die Araber im Hijaz werden Bani Harb (Volk des Krieges) genannt und sind seit jeher als von Ismael abstammend bekannt. Palgrave sagt, ihre Sprache ist noch immer so rein bzw. unverfälscht wie zu jener Zeit, als der Qur'an geschrieben wurde (610 n. Chr.), also seit mehr als 1200 Jahren unverändert. Dies stellt einen ausgezeichneten Beweis für die Dauerhaftigkeit östlicher Institutionen dar.“

Der größte Gewinn für den Westen war nicht die Arbeitskraft, die die Muslime mitbrachten, sondern der Islam, der hier immer mehr Fuß fasst. Es wurden viele Moscheen und islamische Zentren gebaut und viele Menschen sind zum Islam zurückgekehrt. Ich bevorzuge das Wort „zurückgekehrt“ und nicht „übergetreten“, weil jeder Mensch als Gottergebener (arab.: Muslim) geboren wird. Das heißt, Muslim sein ist die Veranlagung eines jeden Individuums. Die Eltern oder die Gemeinschaft bringen es dann zum Judentum, Christentum, einem anderen Glauben oder dem Atheismus.

Ein weiterer Grund für den regen Dialog in jüngster Zeit ist die Tatsache, dass die Zahl der zum Islam Konvertierten unglaublich schnell zugenommen hat; gerade in westlichen Ländern wie den USA oder Deutschland.

C: Wenn alle drei Religionen, Judentum, Christentum und Islam behaupten von ein und demselben Schöpfer zu stammen, warum unterscheiden sie sich dann?

M: Alle Propheten, von Adam bis Muhammad, wurden mit derselben Botschaft gesandt: Ergebt euch dem Willen Allahs! Auf arabisch heißt diese Ergebung oder Unterwerfung „Islam“. Islam bedeutet auch Frieden – Frieden zwischen dem Schöpfer und Seinen Geschöpfen. Anders als die Bezeichnungen Judentum und Christentum, stammt die Bezeichnung Islam von Allah selbst, wie in Sure 5, Vers 3 zu lesen ist:

„Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden.“

Weder die Bezeichnung Judentum noch Christentum ist in der Bibel oder einem Bibellexikon zu finden. Kein israelitischer Prophet verwendete die Bezeichnung Judentum und Jesus behauptete nie, dass er das Christentum gegründet hätte oder, dass er selbst Christ wäre. Das Wort Christ ist im Neuen Testament ganze dreimal zu finden. Zum ersten Mal wurde es durch Heiden und Juden in Antiochia um 43 n. Chr., also lange nachdem Jesus diese Erde verlassen hatte, verwendet. Lies dazu in der Apostelgeschichte 11:26: „In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen.” Später dann sagte König Agrippa II. zu Paulus in der Apostelgeschichte 26:28: „Darauf sagte Agrippa zu Paulus: ›Fast überredest du mich dazu, mich als Christ auszugeben.‹“

Die Bezeichnung Christ wurde erst von Feinden und dann von Freunden genutzt. Letztlich verwendete Petrus diese Bezeichnung, um den Gläubigen Mut zuzusprechen: „Wenn er aber leidet, weil er Christ ist, dann soll er sich nicht schämen.“ (Erster Brief des Petrus 4:16)

Der erste Muslim war nicht Muhammad, sondern Adam, möge Allah ihnen Frieden geben. Der Islam ist folglich eine Lebensweise für die gesamte Menschheit. In Sure 3, Vers 83 und 84 steht: „Verlangen sie etwa eine andere als Allahs Religion? Ihm ergibt sich, was in den Himmeln und auf der Erde ist, gehorsam oder wider Willen, und zu Ihm kehren sie zurück. Sprich: ›Wir glauben an Allah und an das, was auf uns herabgesandt worden ist, und was herabgesandt worden ist auf Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und die Stämme (Israels), und was Moses und Jesus und den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist; wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen, und Ihm sind wir ergeben.‹“

C: Wie kommst du darauf, dass Abraham Muslim war? Es ist doch bekannt, dass er Jude war.

M: Jude? Wer hat dir das erzählt?

C: So wird es uns beigebracht, also muss es auch durch die Bibel bestätigt werden können.

M: Kannst du mir zeigen, an welcher Stelle in der Bibel steht, dass er ein Jude war?

C: Ja, es steht in Genesis 11:31: „Terach nahm seinen Sohn Abraham, seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abraham, und sie wanderten gemeinsam nach „Ur in Chaldäa“ aus, um in das Land Kanaan zu ziehen. Als sie aber nach Haran kamen, siedelten sie sich dort an.“

M: Abraham wurde also in Ur in Chaldäa geboren und konnte aus diesem Grund kein Jude sein. Erstens weil Chaldäa in Mesopotamien liegt, welches heute Teil des Iraks ist. Er könnte eher als Semit bezeichnet werden. Zweitens entstand die Bezeichnung Jude nach Judas, dem Urenkel von Abraham. Lies nun weiter in Genesis 12:4-5.

C: „Da zog Abraham weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot. Abraham war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog. Abraham nahm seine Frau Sara mit, seinen Neffen Lot und all ihre Habe, die sie erworben hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in Haran gewonnen hatten. Sie wanderten nach Kanaan aus und kamen dort an.”

M: Abraham wanderte im Alter von 75 Jahren nach Kanaan aus, und die Bibel sagt deutlich, dass er dort ein Fremder war. In Genesis 17:8 steht: „Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu Eigen, und ich will ihnen Gott sein.” Und jetzt lies bitte Genesis 14:13.

C: „Ein Flüchtling kam und berichtete es dem Hebräer Abraham.“

M: Wie kommt ihr dazu Abraham einen Juden zu nennen, wenn die Bibel selbst ihn einen Hebräer nennt, was so viel heißt wie „ein Mann von der anderen Seite des Euphrats“? Es bedeutet auch „zu Eber gehörend“, welcher ein Nachfahre von Sham ist. Lies jetzt einmal Genesis 32:29, um zu erfahren, was mit dem Namen Jakobs geschah, nachdem er, laut Bibel, mit einem Engel gerungen hatte.

C: „Da sprach der Mann: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern Israel (Gottesstreiter); denn mit Gott und Menschen hast du gestritten und hast gewonnen.”

M: Abraham war also Hebräer und die Nachkommen Jakobs waren die aus zwölf Stämmen bestehenden Israeliten. Judas wurde mit der Bezeichnung „Jude“ belegt, so dass ursprünglich nur die Nachkommen von Judas Juden genannt wurden.

Um festzustellen, wer Moses wirklich war, lies nun Exodus 6: 16-20.

C: „Das sind die Namen der Söhne Levis nach ihrer Geschlechterfolge: Gerschon, Kehat und Merari. (...) Die Söhne Kehats: Amram, Jizhar, Hebron und Usiël. (...) Amram nahm seine Tante Jochebed zur Frau. Sie gebar ihm Aaron und Mose.“

M: Moses war also kein Jude, denn er war kein Nachfahre von Judas, sondern ein Levite. Moses war der Überbringer der Gesetze (die Thora sind die Gesetze) zu den Juden (den Nachkommen Israels).

C: Wie kommt es, dass du das erklären kannst?

M: Wir nutzen den Qur'an als Grundlage. Man kann die Bibel erklären und die jüdischen und christlichen Missstände im Lichte des Qur'ans korrigieren. Es ist das letzte offenbarte Buch und es wurde nie verändert oder manipuliert. Allah, der Allmächtige, hat uns das in Sure 2, Vers 2, zugesichert:

„Dies ist das Buch, an dem es keinen Anlass zum Zweifel gibt, (es ist) eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen.“

Und auch in der Sure 15, Vers 9:

„Wahrlich, Wir Selbst haben diese Ermahnung herabgesandt, und sicherlich werden Wir ihr Hüter sein.“

Dieser Vers ist eine Herausforderung für die Menschheit. Es ist eindeutig belegt, dass inzwischen über 1400 Jahre vergangen sind und noch kein einziges Wort im Qur'an verändert wurde, obwohl Ungläubige ihr Bestes gegeben haben, um ihn zu verändern. Allerdings sind ihre Versuche kläglich gescheitert. Allah behütet dieses Buch, genau wie Er es gesagt hat.

Im Gegensatz dazu wurden alle anderen heiligen Bücher (Thora, Psalmen, Evangelium, etc.) verfälscht, indem etwas hinzugefügt, weggenommen oder verändert wurde.

C: Welche Beweise hast du, dass die Bibel nachträglich überarbeitet wurde und der Qur'an immer noch im Original vorhanden ist?

M: Die erste Bibel in englischer Sprache wurde im Jahre 1538 in England gedruckt. Im Jahr 1560 wurde die erste überarbeitete Bibel auf Englisch gedruckt und in Verse unterteilt. Unter Henry VIII. wurde die Bibel erneut überarbeitet. Genauso unter Königin Elisabeth und ein weiteres Mal unter König James am Hampton Court (Palace) im Jahr 1611. Seitdem wurde sie vielen weiteren Überarbeitungen unterzogen, wie man im Vorwort der Bibel lesen kann. Vorsichtig geschätzt wurde sie seit 1538 zwanzig Mal überarbeitet. Die letzten umfangreicheren Überarbeitungen wurden in den Jahren 1952 und 1971 vorgenommen.[2] Daraus kann man zweifellos schließen, dass die Bibel so vielen Veränderungen unterzogen wurde, dass man sie kaum als das Wort Gottes bezeichnen könnte. Zahlreiche Bibelforscher stimmen dieser Einschätzung zu. Was den Qur'an angeht, so sind bist heute zwei Originale erhalten, die vor über 1400 Jahren geschrieben wurden und heute immer noch unversehrt und vollständig vorhanden sind. Eines ist im Topkapi Museum in Istanbul in der Türkei zu sehen und das andere in Taschkent, in Usbekistan. Die UNESCO hat die Echtheit der Dokumente bestätigt und eine entsprechende schriftliche Proklamation verfasst, die neben den beiden Exemplaren zu sehen ist.

C: Was ist im Qur'an über Abraham und Moses zu finden, was von der Bibel hergeleitet werden kann?

M: In der Sure 3, Vers 65 steht:

„O Volk der Schrift, warum streitet ihr über Abraham, wo die Thora und das Evangelium doch erst (später) nach ihm herabgesandt worden sind? Habt ihr denn keinen Verstand?“

Und in der gleichen Sure, in Vers 67, lesen wir:

„Abraham war weder Jude noch Christ; vielmehr war er lauteren Glaubens, ein Muslim, und keiner von denen, die (Allah) Gefährten beigesellen.”

Und in Sure 2, Vers 140:

„Oder wollt ihr etwa sagen, dass Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und die Stämme (Israels) Juden oder Christen waren?“ Sprich: „Wisst ihr es besser oder Allah?“ Und wer ist ungerechter als derjenige, der ein Zeugnis verbirgt, das er von Allah erhalten hat! Und Allah ist dessen nicht achtlos, was ihr tut.“

Natürlich waren sie weder Juden noch Christen, da die Bezeichnung „Jude“ erst nach Judas entstand und der Name „Christ“ erst nach Jesus.

C: Es ist ungewohnt den Namen Allah zu hören. Warum sagst du nicht Gott, wenn du deutsch sprichst?

M: Das ist eine gute Frage. Der Name Allah mag sich für Nichtmuslime fremd anhören, aber tatsächlich ist es so, dass dieser Name von allen Propheten, von Adam bis Muhammad, möge Allah sie alle segnen und ehren, verwendet wurde. Es ist eine Verschmelzung aus den beiden arabischen Worten Al und Ilah – der Name bedeutet also „der Gott“. Wenn man das I weglässt, heißt es Allah. Je nach grammatikalischer Stellung im Satz kann das Wort die Form Allaha haben, was dem hebräischen Wort für Schöpfer, Eloha, sehr ähnlich ist. Wenn die Juden Elohim sagen, benutzen sie den Pluralis Majestatis oder den Plural des Respekts (in mehreren Sprachen gibt es zwei Plurale: den Plural des Respekts und den der Anzahl). Noch ähnlicher ist Allaha dem aramäischen Wort für Gott, wie es Jesus verwendete: Allaha![3] Während sich Allah für Nichtmuslime fremd anhört, hörte es sich für die Propheten nicht fremd an, da sie ja im Prinzip alle den Islam verkündeten, also die völlige Hingabe unter den Willen Allahs.

Das Wort Allah stellt den Eigennamen für das höchste Wesen dar. Es hat weder Plural noch Genus, d.h. so etwas wie Allahs oder die männliche bzw. weibliche Form von Allah gibt es nicht. Im Gegensatz dazu gibt es ja die Wörter Götter und Göttinnen. Außerdem ist es verwirrend das Wort Gott oder Schöpfer zu verwenden, da immer noch sehr viele Christen Jesus für den Gott und Schöpfer halten. Nicht nur der Name Allah ist für die Nichtmuslime fremd, sondern auch die Art und Weise wie die Muslime Allah anbeten. Sie machen eine rituelle Waschung, verbeugen sich, knien und werfen sich nieder. Die modernen Christen haben die rituelle Waschung (das Waschen des Gesichts, der Arme, der Füße und das Befeuchten der Haare) vor der Anbetung bereits aus eigenen Stücken aufgegeben, doch für die Muslime stellt es nach wie vor eine Pflicht dar. Wie man aus der folgenden Bibelpassage schließen kann, vollzogen auch die Propheten diese Waschung: „Darin wuschen Mose, Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße. Wenn sie in das Offenbarungszelt eintraten oder sich dem Altar näherten, wuschen sie sich, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.” (Exodus 40: 31 – 32) Obwohl Paulus die Lehren von Jesus, der Friede sei mit ihm, verfälscht hat, war er in Bezug auf die Waschung noch gläubig, wie man in der Apostelgeschichte 21:26 lesen kann: „Paulus war mit ihrer Bitte einverstanden, unterzog sich am folgenden Tag mit den vier Männern der Reinigungszeremonie und ging zum Tempel.“

Viel Verwirrung gibt es ja auch im Zusammenhang mit der Kleidung der muslimischen Frau; interessanterweise ist aber im ersten Brief an die Korinther 11:5,6 Folgendes zu lesen: „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet und dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dann in keiner Weise von einer Geschorenen. Wenn eine Frau kein Kopftuch trägt, soll sie sich doch gleich die Haare abschneiden lassen. Ist es aber für eine Frau eine Schande, sich die Haare abschneiden oder sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich auch verhüllen.“ Muslimische Frauen beten mit Kopfbedeckung. Nun urteile selbst: Ist es besser für eine Frau unbedeckt oder bedeckt zu Gott zu beten?

Das Gebet der Muslime beinhaltet die Verbeugung, das Niederknien sowie die Niederwerfung. Ebenso beten Muslime meist ohne Schuhe, wie es auch viele frühere Propheten taten. Vergleiche mit Vers 95:6 aus den Psalmen: „Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserem Schöpfer!“ Oder Josua 5:14: „Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde nieder und betete (...).“ Im ersten Buch der Könige 18:42: „(...) ging Elia auf den Gipfel des Karmel und beugte sich zur Erde und hielt sein Haupt zwischen seine Knie.“ Oder in den Numeri 20:6: „Mose und Aaron verließen die Versammlung, gingen zum Eingang des Offenbarungszeltes und warfen sich auf ihr Gesicht nieder. Da erschien ihnen die Herrlichkeit des Herrn.“ Genauso in Genesis 17:3: „Abraham fiel auf sein Gesicht nieder; Gott redete mit ihm und sprach (...).“ Eine weitere nennenswerte Stelle ist die Apostelgeschichte 7:33, wo beschrieben wird, dass Jesus in den Garten Getsemane ging, um Gott dort um die Befreiung vor den Stricken der jüdischen Ärzte und Pharisäer zu bitten und dann „fiel er auf sein Gesicht nieder und betete zu Gott.“

Ein Christ wird schockiert sein zu hören, dass die Pilgerfahrt, auch Hadsch genannt, wie sie die Muslime heutzutage noch vollziehen, indem sie unter anderem die vom Propheten Abraham und seinem Sohn Ismael in Mekka erbaute Kaaba umkreisen, von vielen Propheten – sogar israelitischen – vollzogen wurde.

C: Ich habe noch nie von der Pilgerfahrt oder dem heiligen Stein in der Bibel gelesen.

M: Obwohl sie an mehreren Stellen eindeutig erwähnt werden?

1.      Jakob hatte auf seinem Weg nach Paddan-Aram (einem Gebiet in Mesopotamien) eine Vision und baute am darauffolgenden Tag ein Steinmal, welches er Beth-El (das Haus Gottes, auf Arabisch „Beit-ullah“) nannte (Genesis 28:18-19).

2.      Jahre später wurde demselben Propheten, Jakob, von Gott befohlen zum Beth-El zu gehen. Bevor er sich dorthin begab, ließ er alle Götzen und Götterbilder entfernen (Genesis 35:1-4,14,15). Jahrhunderte später ließ der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, alle 360 Götzen, die sich beim heiligen Stein (in der Kaaba) in Mekka befanden, zerstören.

3.      Ein weiteres Steinmal wurde von Jakob und seinem Schwiegervater Laban gemeinsam errichtet. „Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn als Steinmal auf. Jakob sagte zu seinen Brüdern: ›Tragt Steine zusammen!‹ Da holten sie Steine und legten einen Steinhügel an. Dort auf dem Steinhügel aßen sie. Laban nannte ihn Jegar-Sahaduta und Jakob nannte ihn Gal-Ed. ›Dieser Steinhügel‹, sagte Laban, ›soll heute Zeuge sein zwischen mir und dir.‹ Darum gab er ihm den Namen Gal-Ed (Zeugenhügel) und Mizpa, weil er sagte: ›Der Herr sei Späher zwischen mir und dir, wenn wir voneinander nichts mehr wissen.‹“ (Genesis 31:45-49)

4.      Jephthah und Ammon führten Krieg gegeneinander. Jephthah schwor Gott bei Mizpa, dass er seine eigene Tochter opfern werde, falls er den Krieg gewänne. Er gewann und verbrannte seine Tochter bei lebendigem Leibe für seinen Herrn (Das Buch der Richter, 11:29-39).

5.      400 000 Schwertkämpfer von elf Stämmen Israels schworen Gott in Mizpa, die Stämme Benjamins auszurotten (Das Buch der Richter 20 und 21).

6.      Die Nachkommen Israels unter Samuel schworen in Mizpa, dass sie ihre Götzen zerstören würden, wenn sie gegen die Philister gewännen (Das erste Buch Samuel 7).

7.      Alle Stämme Israels versammelten sich in Mizpa als Saul zum König von Israel ernannt wurde (Das erste Buch Samuel 10).

8.      Es ist offensichtlich, dass es heute keine Mizpa (also solche Steinhügel) mehr auf der Welt gibt, außer des ältesten, der von Abraham und seinem Sohn Ismael in der heiligen Stadt Mekka errichtet wurde. Und Muhammad, möge Allah ihn und alle Propheten ehren und segnen, stammt von Ismael ab. Die Muslime sind die wahren Anhänger aller Propheten. Gerne kann ich dir mehr über die Muslime, den Islam und Muhammad berichten als auch darüber, was man zu ihnen in der Bibel findet. Das macht jedoch nur Sinn, wenn du ernsthaft nach der Wahrheit suchst.

C: Ich bin von meinem christlichen Glauben überzeugt, doch du hast mich angespornt mehr über den Islam erfahren zu wollen. Ich möchte so viele Informationen wie möglich über den Islam erhalten, um sie dann mit dem Christentum zu vergleichen. Ich möchte keinen blinden, dogmatischen Glauben haben, sondern etwas, woran ich mit Sicherheit und Überzeugung glauben kann.

M: Beeinflusst dich diese Einstellung in deiner religiösen Praxis?

C: Ja, ich gehe nicht mehr so regelmäßig wie früher in die Kirche und ich habe eine Übersetzung des Qur'ans und auch Bücher, die von Muslimen geschrieben wurden, gelesen. Bei Unklarheiten habe ich verschiedene Muslime gefragt, doch die Antworten haben mich nicht ganz zufrieden gestellt. Wahrscheinlich kannten sie sich selbst nicht so gut mit dem Islam aus. Aber es scheint mir so, als hättest du mehr Wissen und womöglich kannst du mir weiterhelfen. Ich brauche ein Glaubenssystem auf das ich mich verlassen kann und das mir inneren Frieden gibt. Außerdem muss es logisch und wissenschaftlich haltbar sein. Ich möchte auf keinen Fall blind an eine Religion glauben, sei es nun der Islam oder das Christentum.

M: Du hast völlig recht! Das sehe ich ganz genauso. Doch ich möchte nur Informationen weitergeben und mit demjenigen einen Dialog führen, der auch Interesse daran hat und mehr über den Islam erfahren möchte.

C: Doch ich habe die Freiheit jeden Glauben zu wählen und niemand kann mich daran hindern.

M: Das stimmt. Es ist deine Wahl - „Es gibt keinen Zwang im Glauben.“ (Qur'an 2:256)

C: Warum laden die Muslime dann andere Menschen zum Islam ein?

M: So wie die Christen die Juden ersuchen Jesus als den Messias zu akzeptieren, ersuchen wir Muslime die Christen, die Juden und die gesamte Menschheit Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, als den letzten und endgültigen Gesandten zu akzeptieren; und auch weil der Prophet Muhammad, möge Allah ihn ehren und segnen, sagte: „Überbringt meine Botschaft und wenn es nur anhand eines Qur'anverses ist.“

Außerdem steht in Jesaja 21:13: „Dies ist die Last für Arabien“, was bedeuten soll, dass es die Verantwortung der muslimischen Araber (und inzwischen aller Muslime) ist, die Lehren des Islams zu verbreiten. Jesaja erwähnte das, nachdem er in einem Traumbild einen Wagen mit Eseln und einen mit Kamelen gesehen hatte. „Und sieht er einen Zug von Wagen mit Rossen, einen Zug von Eseln und Kamelen, so soll er darauf Acht geben mit allem Eifer.” (Jesaja 21:7) Es stellte sich heraus, dass der Wagen mit den Eseln Jesus, der Friede sei mit ihm, gehörte, der Jerusalem betrat (Johannes 12:14 und Matthäus 21:5). Jetzt stellt sich die Frage: Wem gehörte der Wagen mit den Kamelen? Die Kirche schweigt zu dieser Frage. Doch die Antwort ist klar: Es kann niemand anderes sein als Muhammad, der nach Jesus kam. Kamele sind das Haupttransportmittel in Arabien. Wenn diese Auslegung nicht akzeptiert wird, dann ist die Prophezeiung seit über 2000 Jahren unerfüllt geblieben.

C: Diese Erklärung motiviert mich dazu, die Bibel genauer zu überprüfen. Ich würde mich gerne weiter mit dir austauschen.

M: Ja, durchaus gerne. Denn nur durch den Dialog kann man ein akzeptables Ergebnis erreichen. Diese Welt ist nur ein vorübergehender Wohnsitz. Unser wirkliches Ziel ist das immerwährende Jenseits. Der Tod kommt gewiss, und keiner von uns möchte im Jenseits bereuen müssen, nicht jeden erdenklichen Schritt getan zu haben, um die Wahrheit zu finden. Du weißt, dass die Menschen heutzutage immer materialistischer und sekulärer werden. Die Menschen planen ihr Leben für Jahre im Voraus, realisieren dabei aber nicht , dass uns der Tod zu jeder Zeit ereilen kann. Lass uns zusammenkommen, wann immer du möchtest und die Meinungsunterschiede ganz frei diskutieren, ohne Vorurteile. Fühl´ dich frei, alles anzusprechen und zu fragen, wo Erklärungsbedarf besteht. Der Islam basiert auf Logik und Vernunft, du brauchst ihn also nicht ohne Hinterfragung zu akzeptieren. Selbst die Bibel sagt: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1. Thessalonicher 5:21).

C: Vielen Dank, dass du mich ermutigst Fragen zu stellen. Wenn ich unseren Pfarrer bestimmte Dinge frage, auf die er keine Antwort hat, dann sagt er: „Das ist ein Geheimnis, an das wir glauben und das wir akzeptieren müssen.“ Ich denke, damit will er den Fragen lediglich ausweichen. Du hast gerade den „Zug mit Kamelen“ erwähnt und daraus geschlossen, dass dies für das Kommen Muhammads stand. Wurde sein Kommen in der Bibel vorausgesagt?

M: Natürlich!

C: Im Alten oder im Neuen Testament?

M: In beiden. Aber du wirst ihn in der Bibel nicht erkennen, solange du nicht an die Einheit Gottes glaubst. Ich meine, solange du noch an die Dreifaltigkeit glaubst, an die Göttlichkeit von Jesus, an die Göttlichkeit seiner Sohnschaft, an die Erbsünde und an die Büße. Die Menschen haben all diese Lehren erfunden. Jesus hat vorausgesagt, dass die Leute ihn zwecklos anbeten und an von Menschen gemachte Lehren glauben würden. „Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.“ (Matthäus 15:9). Gilt das etwa nicht für die Kirche, dass sie von Kardinälen und Päpsten erfundene Lehren verbreitet? Sicherlich! Denn, wenn man die Bibel so liest wie sie ist, dann wird man erkennen, dass diese, vor über 2000 Jahren, von Jesus getroffene Aussage wahr ist.

C: Ein interessanter Punkt, doch du wirst mir mehr Beweise geben müssen.

 Die heilige Bibel

M: In Ordnung. Bist du dir sicher, dass die Bibel Gottes Wort ist?

C: Ja, ich bin mir sicher, dass es Gottes Wort ist.

M: Dann lies bitte was Lukas über seine Aufzeichnungen in den Versen 1, 2 und 3 sagt.

C: „Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben.“

M: Denke genau nach. Lukas sagt, er ist kein Augenzeuge gewesen. Das Wissen, welches er bekam, hatte er von Augenzeugen und nicht durch göttliche Inspiration. Wie kann die Bibel Gottes Wort durch Hörensagen sein?

C: Vielleicht ist nur dieser Teil nicht Gottes Wort.

M: Die Geschichte lehrt uns, dass die Bibel über die Jahre Änderungen erfahren hat. Wie bereits vorher erwähnt, wurde die Bibel im Zeitraum von 1538 bis in die 1970er Jahre Dutzenden von Änderungen unterzogen und es gibt Dutzende von Bibelversionen. Auch du weißt, dass es nicht verschiedene Versionen von Gottes Wort geben kann. Die letzten großen Änderungen, die die Standard Version der Bibel durchlaufen hat, fanden in den Jahren 1952 und 1971 statt.[4] Bei der New American Standard Bible sowie der New World Übersetzung der Heiligen Schrift wurden, im Vergleich zur King James Version, einige Verse ausgelassen. Vor einigen Jahren wollten christliche Theologen die Bibel geschlechterunspezifisch machen! Und manche christliche Theologen behaupten: „Die Bibel ist menschlich und göttlich zugleich.“ Jedoch ist das ein offensichtlicher Widerspruch, denn beides zusammen ist nicht möglich. Die oben erwähnten Tatsachen beweisen deutlich, dass die Bibel menschlich, und nicht göttlich, ist. Bedeutet heilig für dich auch frei von Fehlern?

C: Ja. Doch was für eine Art von Fehlern meinst du?

M: Ein Beispiel: in Genesis lesen wir, dass die Pflanzenwelt vor der Sonne erschaffen wurde. Das ist unwissenschaftlich, denn Pflanzen können nicht ohne Sonne wachsen. Ein anderes Beispiel: Stell dir vor, es gibt einen Vers, der besagt, dass eine bestimmte Person im Alter von 50 Jahren verstorben sei und einen anderen Vers, der besagt, dass dieselbe Person im Alter von 60 Jahren verstorben sei. Können beide Aussagen richtig sein?

C: Auf keinen Fall! Nur eine von beiden Aussagen kann richtig sein. Oder beide sind falsch.

M: Richtig. Wenn also ein angeblich heiliges Buch widersprüchliche Verse beinhaltet, betrachtest du es dann immer noch als heilig?

C: Nein, natürlich nicht, denn eine heilige Schrift ist die Offenbarung von Gott, und es ist unmöglich, dass sie Fehler oder Widersprüche enthält. Gott ist perfekt!

M: Sie ist also nicht heilig.

C: Richtig, die Heiligkeit verschwindet.

M: Einverstanden. Du könntest dieser Schrift also nicht 100%ig vertrauen. Was könnten die Gründe für die Fehler und Widersprüche sein?

C: Ein Fehler in der Niederschrift, absichtliche Änderungen der Schreiber, Auslassungen, Hinzufügungen.

M: Wenn ich dir widersprüchliche Verse in der Bibel zeige, würdest du sie dann noch als heilig betrachten?

C: Ich glaube nicht, dass die Bibel nicht heilig ist, weil ich keine widersprüchlichen Verse darin sehe.

M: Doch es gibt viele widersprüchliche Verse darin.

C: Im Neuen oder im Alten Testament?

M: In beiden. Hier sind ein paar wenige davon. Aber ich möchte dich daran erinnern, dass du  zwischen dem Neuen und dem Alten Testament nicht unterscheiden darfst, denn Jesus hat wieder und wieder erklärt, dass er nicht gekommen ist, um das Gesetz zu ändern. Ansonsten müsste die Kirche das Alte Testament völlig ausschließen, wenn die heutigen Christen nicht mehr daran glauben wollen. Hier sind einige Widersprüche:

- „David nahm von ihm siebzehnhundert Wagenkämpfer und zwanzigtausend Fußsoldaten gefangen; er ließ alle Wagenpferde lähmen und behielt nur hundert (für sich) zurück.“ (Zweites Buch Samuel 8:4)

- „David erbeutete von ihm tausend Wagen und nahm siebentausend Wagenkämpfer und zwanzigtausend Fußsoldaten gefangen; er ließ alle Wagenpferde lähmen und behielt nur hundert von ihnen für sich zurück.“ (Das erste Buch der Chronik 18:4)

Waren es nun siebzehnhundert oder siebentausend Wagenkämpfer? Was ist richtig?

- „Doch sie mussten vor den Israeliten fliehen. David vernichtete siebenhundert aramäische Kriegswagen und tötete vierzigtausend Reiter. Auch Schobach, den Oberbefehlshaber des Heeres, schlug er nieder, sodass er an Ort und Stelle starb.“ (Zweites Buch Samuel 10:18)

Im Vergleich dazu:

- Doch sie mussten vor den Israeliten fliehen. David vernichtete siebentausend aramäische Kriegswagen und tötete vierzigtausend Mann von ihren Fußtruppen. Auch Schobach, den Oberbefehlshaber des Heeres, tötete er.“ (Das erste Buch der Chronik 19:18)

Waren es nun siebenhundert Kriegswagen oder siebentausend? Waren es vierzigtausend Reiter oder Fußtruppen?

- „Er war zweiundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte ein Jahr in Jerusalem. Seine Mutter hieß Atalja; sie war eine Enkelin Omris, des Königs von Israel.“ (Das zweite Buch der Könige 8:26)

- „Ahasja war zweiundvierzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte ein Jahr in Jerusalem. Seine Mutter hieß Atalja; sie war eine Enkelin Omris.“ (Das zweite Buch der Chronik 22:2)

War er nun zweiundvierzig oder zweiundzwanzig Jahre alt?

- „Jojachin war achtzehn Jahre alt, als er König wurde, und regierte drei Monate in Jerusalem. Seine Mutter hieß Nehuschta und war eine Tochter Elnatans aus Jerusalem.“ (Das zweite Buch der Könige 24:8)

- „Jojachin war acht Jahre alt, als er König wurde. Er regierte drei Monate und zehn Tage in Jerusalem und tat, was dem Herrn missfiel.“ (Das zweite Buch der Chronik 36:9)

War er nun acht Jahre alt oder achtzehn? Regierte er drei Monate lang oder drei Monate und zehn Tage?

- „Das sind die Namen der Helden Davids: Jischbaal, der Hachmoniter, das Haupt der Drei; er schwang seine Streitaxt über achthundert Männer und erschlug sie alle auf einmal.“ (Zweites Buch Samuel 23:8)

- „Das ist das Verzeichnis der Helden Davids: Jaschobam, der Sohn Hachmonis, war das Haupt der Drei; er schwang seine Lanze über dreihundert Männer und erschlug sie alle auf einmal.“ (Das erste Buch der Chronik 11:11)

Lassen wir seinen Namen und seine Abstammung beiseite. Aber hatte er nun eine Streitaxt oder eine Lanze. Tötete er achthundert oder dreihundert Männer?

- „Der Zorn des Herrn entbrannte noch einmal gegen Israel und er reizte David gegen das Volk auf und sagte: Geh, zähl Israel und Juda!“ (Zweites Buch Samuel 24:1)

- „Der Satan trat gegen Israel auf und reizte David, Israel zu zählen.“ (Das erste Buch der Chronik 21:1)

Wer provozierte David nun? War es der Herr oder der Satan? Ein schwerwiegender und schockierender Fehler!

- „Michal aber, die Tochter Sauls, bekam bis zu ihrem Tod kein Kind.“ (Das zweite Buch Samuel 6:23)

- „Der König nahm Armoni und Mefi-Boschet, die beiden Söhne, die Rizpa, die Tochter Ajas, dem Saul geboren hatte, und die fünf Söhne, die Michal, die Tochter Sauls, dem Adriël, dem Sohn Barsillais aus Mehola, geboren hatte.“ (Das zweite Buch Samuel 21:8)

Hatte Michal, die Tochter von Saul, nun kein Kind oder fünf Kinder?

C: Ich habe all diese Widersprüche nie wahrgenommen. Gibt es noch mehr?

M: Ja, es gibt noch Dutzende andere Stellen. Aber reicht das Genannte nicht aus, um die Heiligkeit abzuerkennen? Lies doch mal Genesis 6:3: „Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit hundertzwanzig Jahre betragen.” Wie alt war Noah als er starb?

C: Ich kann mich nicht erinnern.

M: Er war älter als 120 Jahre, wie in Genesis 9:29 zu lesen ist.

C: „Die gesamte Lebenszeit Noahs betrug neunhundertfünfzig Jahre, dann starb er.”

M: Seltsam, oder?!

Noch etwas anderes: das Christentum besagt, dass Gott den Mensch nach seinem Abbild erschaffen habe. So steht es in Genesis 1:26: „Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich.”

Das widerspricht allerdings Jesaja 40:18 und 25: „Mit wem wollt ihr Gott vergleichen und welches Bild an seine Stelle setzen? (...) Mit wem wollt ihr mich vergleichen? Wem sollte ich ähnlich sein? spricht der Heilige.“ Oder lies in den Psalmen 89:7 nach: „Denn wer über den Wolken ist wie der Herr, wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?“ Und in Jeremiah 10:6 und 7 steht: „Niemand, Herr, ist wie du: Groß bist du und groß an Kraft ist dein Name. Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Ja, das steht dir zu. Denn unter allen Weisen der Völker und in jedem ihrer Reiche ist keiner wie du.”

C: Aber das ist doch alles aus der Thora!

M: Wieder unterscheidest du zwischen Altem und Neuem Testament. Es ist doch Teil der Bibel, an die die Christen glauben. Jesus sagte doch deutlich, dass er nicht gekommen sei, um das Gesetz (die Thora) zu zerstören, sondern, um es aufrecht zu erhalten. Jesus hat sich strikt an das Gesetz Moses´ gehalten und du machst Unterscheidungen, indem du sagst, das ist das Neue und das ist das Alte Testament. Auf diese Weise spielt man mit seinem Glauben – und davor sollte man sich doch in Acht nehmen. Aber lass uns weiter zum Neuen Testament gehen. Hier sind einige Beispiele von Aussagen Jesus´:

- Johannes 5:37: „Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen.“

- Johannes 14:9: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“

- Johannes 5:31: „Wenn ich über mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig.”

- Johannes 8:14: „Jesus erwiderte ihnen: Auch wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis gültig.”

- Matthäus 21:2: „Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr.”

- Markus 11:2: „Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her!”

Ein weiteres Beispiel ist, dass Josef im Matthäusevangelium (1:16) als Sohn Jakobs beschrieben wird, im Lukasevangelium (3:23) allerdings als Sohn Elis.

Dies sind nur einige wenige Widersprüche im Neuen Testament. Wenn wir gemeinsam über die Glaubenslehre der Dreifaltigkeit, der Göttlichkeit Jesus´, der göttlichen 'Sohnheit' Jesus´, die Erbsünde und die Sühne sprechen werden, wirst du viele weitere Widersprüche sehen; ganz zu schweigen von all den üblen Vorwürfen und schlimmen Lügen gegenüber vielen biblischen Propheten. Ihnen wird vorgeworfen falsche Götter angebetet zu haben, Inzest, Vergewaltigung oder Ehebruch begangen zu haben. Ich bitte Allah um Vergebung dafür, diese Dinge überhaupt zu erwähnen.

C: Wo in der Bibel findest du das?

M: Über Noah wird gesagt, er sei so betrunken gewesen, dass er sich vor seinen erwachsenen Söhnen nackt ausgezogen habe: „Da nahmen Sem und Jafet einen Überwurf; den legten sich beide auf die Schultern, gingen rückwärts und bedeckten die Blöße ihres Vaters. Sie hatten ihr Gesicht abgewandt und konnten die Blöße des Vaters nicht sehen. Als Noah aus seinem Rausch erwachte und erfuhr, was ihm sein zweiter Sohn angetan hatte (...).” (Genesis 9:23-24)

Und Salomon wird nicht nur vorgeworfen ein riesiges Harem gehabt zu haben, sondern auch falsche Götter angebetet zu haben: „Der Herr aber wurde zornig über Salomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm verboten hatte, fremden Göttern zu dienen. Doch Salomo hielt sich nicht an das, was der Herr von ihm verlangt hatte.“ (Das erste Buch der Könige 11: 9-10)

Aaron, der als Prophet seinen Bruder Moses zum Pharao begleitete, wird beschuldigt das goldene Kalb für die Israeliten gestaltet zu haben: „Er nahm sie von ihnen entgegen, zeichnete mit einem Griffel eine Skizze und goss danach ein Kalb. Da sagten sie: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten herausgeführt haben.“ (Exodus 32:4)

Des Weiteren wird dem Propheten Lot Inzest mit seinen beiden Töchtern nachgesagt: „Beide Töchter Lots wurden von ihrem Vater schwanger.“ (Genesis 19:36)

Außerdem liest man über einen Propheten, der mit zwei Schwestern gleichzeitig verheiratet war, was verboten ist: „Jakob ging darauf ein. Er verbrachte mit Lea die Brautwoche, dann gab ihm Laban seine Tochter Rahel zur Frau.“ (Genesis 29:28)

Wieder ein anderer Prophet wird des Ehebruchs beschuldigt: „David schickte jemanden hin und erkundigte sich nach ihr. Man sagte ihm: ›Das ist Batseba, die Tochter Ammiëls, die Frau des Hetiters Urija.‹ Darauf schickte David Boten zu ihr und ließ sie holen; sie kam zu ihm, und er schlief mit ihr - sie hatte sich gerade von ihrer Unreinheit gereinigt. Dann kehrte sie in ihr Haus zurück.” (Das zweite Buch Samuel 11:3-4)

Hier ergibt sich eine zentrale Frage: Wie kann David im Stammbaum Jesus´ akzeptiert sein, wenn dieser  mit einer Person beginnt, die Ehebruch begangen hatte? Ist das nicht ein Widerspruch zu dem, was im Deuteronomium 23:2 geschrieben steht? „In die Versammlung des Herrn darf kein Bastard aufgenommen werden; auch in der zehnten Generation dürfen seine Nachkommen nicht in die Versammlung des Herrn aufgenommen werden.”

Eine andere abstoßende Geschichte ist die Massenunzucht von Absalom. Von ihr wird im zweiten Buch Samuel 16:22 berichtet: „Man errichtete für Absalom ein Zelt auf dem Dach, und Absalom ging vor den Augen ganz Israels zu den Nebenfrauen seines Vaters.“ Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgend jemand auf der Welt imstande dazu wäre, so etwas zu tun – auf einem Dach vor den Augen aller Leute!

Ein weiterer Bericht über Inzest ist der von Juda mit seiner Schwiegertochter Tamar. Juda war auf dem Weg nach Timnath, um seine Schafe zu scheren, als er Tamar sah, die er wegen ihrer Gesichtsbedeckung für eine Hure hielt: „Da fragte er: ›Was für ein Pfand soll ich dir dalassen?‹ ›Deinen Siegelring mit der Schnur und den Stab in deiner Hand‹, antwortete sie. Er gab sie ihr. Dann ging er zu ihr und sie wurde von ihm schwanger.” (Genesis 38:18)

Der Qur'an, und somit auch alle Muslime, lehnen diese Lügen strikt ab!

Obwohl Juden und Muslime zum Teil verfeindet sind, würde niemals ein Muslim auf die Idee kommen über irgendeinen israelitischen Propheten – ganz gleich ob Juda, David, Jesus oder ein anderer, Allahs Wohlgefallen auf ihnen allen – ein Buch zu verfassen, in dem er ihn der Vergewaltigung, Unzucht, Inzest oder sonstiger Dinge beschuldigen würde. Allerdings sind diese schrecklichen Dinge alle in eurer Bibel vorhanden und die Christen akzeptieren das blind und glauben daran. Ich suche Zuflucht bei Allah davor!

Muslime lieben, ehren und respektieren alle Propheten Gottes, auch die jüdischen. Dies zu tun, stellt sogar ein Glaubensgrundsatz der Muslime dar. Wir würden niemals schlecht über sie sprechen oder schreiben. Jeder Muslim, der derartige Anschuldigungen für wahr hält, wird dadurch ein Ungläubiger. Nun stell dir selbst eine wichtige Frage:

Wenn Allah Propheten geschickt hat, damit sie der Menschheit den richtigen Weg zeigen, glaubst du, dass Er sich in der Auswahl geirrt hat? Glaubst du, Er hat die falschen Menschen ausgesucht?

C: Nein, sicherlich hat er nicht die Falschen gewählt. Aber glaubt ihr nicht auch an die Bibel?

M: Wir Muslime glauben an alle heiligen Schriften – jedoch in ihrer Originalform. Jesus, der Friede sei mit ihm, sprach aramäisch und nicht deutsch, englisch, lateinisch oder griechisch. Das muss ganz klar gesagt werden. Wo ist denn die Originalbibel auf aramäisch? Sie existiert nicht mehr! Gott hat zu jedem Volk einen Gesandten geschickt, damit er die Leute zum Einen warnt und ihnen zum Anderen frohe Botschaft gibt. Manchen von ihnen hat Er auch eine Schrift gegeben, als Rechtleitung für deren Völker. Einige Beispiele dafür sind die Thora, die er Moses gab, die Psalmen, die David erhielt, oder das Evangelium, das Er Jesus gab. In der Bibel ist an mehreren Stellen zu lesen, dass Jesus zu seinen Jüngern sagte: „Geht nicht den Weg der Heiden“, d.h., geht nicht zu den Nichtjuden.

Als Teil seines Planes sandte Allah Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, als letzten und endgültigen Gesandten mit der letzten Offenbarung, dem heiligen Qur'an, als Rechtleitung für die ganze Menschheit – unabhängig von Nationalität und für alle Zeiten.

Von all den genannten Schriften ist nur noch der Qur'an in seiner Urfassung vorhanden.

Jesus sagt in Matthäus 15:24 selbst, dass er nur zu Israel gesandt wurde: „Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.” Oder in Matthäus 1:21: „Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ Das sind die Juden. Außerdem sagte Jesus, dass er nicht gekommen sei, um das Gesetz zu ändern, sondern um es auszuführen: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ (Matthäus 5:17)

C: Aber im Markusevangelium 16:15 sagt Jesus: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“

M: Das widerspricht dem, was in Matthäus 15:24 und 1:21 steht. Sehr wichtig zu beachten: In vielen Bibelversionen ist diese Stelle (genauer: Markus 16:9-20) entfernt worden bzw. nicht vorhanden. Die New American Standard Bible hat diesen Teil eingeklammert und mit folgendem Kommentar versehen: „Einige der ältesten Manuskripte lassen Verse 9-20 aus.“ In der New World Translation der heiligen Schriften, die von den Zeugen Jehovas verwendet wird, wird eingeräumt, dass einige der ältesten Manuskripte nach Markus 16:8 einen kurzen und anderen Rückschluss folgen lassen; wieder andere lassen es vollständig weg. Die Revised Standard Version druckt folgende Fußnote ab: „Einige der ältesten Instanzen schließen Markus mit Vers 8 ab.“[5] Das heißt auch, dass die Wiederauferstehung, wie sie in Markus 16:9 beschrieben ist, nicht wahr ist.

C: Aber Jesus sagt im Matthäusevangelium 28:19: „Darum geht hin und macht alle Völker zu Jüngern.“

M: „Alle Völker“ muss wohl als alle zwölf Stämme Israels interpretiert werden, sonst widerspricht dies Matthäus 15:24 und 1:21. In der New American Standard Bible und der New World Translation ist nicht „alle Völker“ der Welt übersetzt worden, sondern „all die Völker“[6], was soviel heißt wie „die zwölf Stämme Israels“. Wie authentisch hältst du die Bibel nun?

C: Inzwischen habe ich meine Zweifel bekommen.

M: Ich bin mir sicher, dass du von der Echtheit des Islams überzeugt sein wirst, sobald wir unsere Meinungsverschiedenheiten im Detail erörtert haben. Ich bitte dich darum, so viele Fragen zu stellen wie du möchtest. Das ist die einzige Möglichkeit, wie du noch bestehende Zweifel ausräumen und auf deinem Weg der Wahrheitssuche zum Ziel gelangen kannst.

C: Weißt du, es ist eine willkommene Veränderung für mich, dass du mich ermutigst Fragen zu stellen. Viele unserer Theologen raten den Menschen davon ab. Doch ich bin der Meinung, es ist mein Recht zu fragen, um die Wahrheit zu erfahren.

M: Natürlich ist es das Recht eines jeden zu fragen. Es ist schade, dass viele einfache Christen wie du ihren Geistlichen keine Fragen zu der Glaubenslehre, die die Kirche vertritt, stellen. Unsere Scheichs und Imame ermutigen uns dazu, da es ein Grundrecht eines jeden Menschen ist. Es ist die einzige Möglichkeit Zweifel zu beseitigen. Die erhaltenen Antworten müssen deswegen auch deinen Intellekt ansprechen, sie müssen logisch und vernünftig sein und sie müssen Sinn machen, sonst bist du am Ende der Verlierer. Übrigens werden in vielen Moscheen auf der ganzen Welt regelmäßig Fragestunden abgehalten, nur damit die einfachen Leute Antworten auf ihre Fragen erhalten.

 Die Glaubenslehre der Dreifaltigkeit

M: Glaubst du noch an die Trinität?

C: Aber ja, im ersten Brief des Johannes 5:7 und 8 steht: „Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins; und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.“

M: Oh, das ist in der King James Version von 1611 zu finden und stellt den stärksten Beweis für die Trinitätslehre dar. Aber der Teil „der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins;“ ist in der Revised Standard Version von 1952 und 1971, ebenso wie in vielen anderen Bibeln herausgenommen worden, denn er beruht laut den Bibelgelehrten der Kirche auf einem groben Fehler, der durch den Missbrauch des griechischen Textes entstanden ist.[7]

C: Wirklich? Das war mir nicht bewusst. Ich bin schockiert!

M: Ja. Dies kannst du in den verschiedenen Versionen nachlesen; z.B. in der New American Standard Bible oder in der Neuen Welt Übersetzung der Heiligen Schrift. Ich kann nachvollziehen, dass du nicht wusstest, dass dieser wichtige Teil aus der Bibel gestrichen wurde. Aber wie ist es möglich, dass so eine große Zahl Geistlicher und Prediger nichts davon weiß? Und falls sie es doch wissen, wie kann es dann sein, dass sie ihre Gemeinde nicht darüber unterrichten?

Die Trinitätslehre ist nicht biblischen Ursprungs. Das Wort Trinität steht nicht einmal in der Bibel oder in Bibellexika. Es wurde nie von Jesus, der Friede sei mit ihm, gelehrt und nicht einmal erwähnt. Es gibt keinerlei Basis oder Beweis aus der Bibel, der die Trinität stützen würde.

C: Aber in Matthäus 28:19 steht doch immer noch: „(...) tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Dieser Teil wurde ja wohl noch nicht entfernt. Ist er denn kein Beweis für die Trinität?

M: Nein. Ein kleines Beispiel: Wenn du drei Leute erwähnst, die zusammen an einem Tisch essen, heißt das automatisch, dass sie eine einzige Person sind? Sicherlich nicht!

Die Ausarbeitung der Trinität durch Athanasius, einem ägyptischen Bischof aus Alexandria, wurde im Jahr 325 durch das Konzil von Nicaea akzeptiert – also etwa 300 Jahre nachdem Jesus emporgehoben wurde; und zweifellos war dies nicht die einzige Veränderung, die im Christentum vorgenommen wurde.

C: Kannst du ein paar Beispiele für weitere Veränderungen nennen?

M: Aber ja. Dies noch am Rande: Einer der Gründe, weshalb die Dreifaltigkeit eingeführt wurde, ist sicherlich, dass die damaligen Heiden das Prinzip von Gott, Sohn und Nebengöttern von ihren eigenen Kulten her kannten und es ihnen somit leichter fiel das Christentum anzunehmen. Hier einige Götter und deren Söhne der jeweiligen Nationen, die somit auch Einfluss auf das Christentum hatten:

Griechen: Apollo, Dionysios

Römer: Herkules

Syrer: Adonis, Attis

Perser: Mithra

Ägypter: Isis, Osiris, Horus

Babylonier: Baal, Astarte

Die Aufzählung zeigt, dass diese Nationen die genannten Gottheiten und Götzen anbeteten, und als Paulus beschloss Jesus zum Sohn Gottes zu machen, war es für diese Völker annehmbar, daran zu glauben.

Eine weitere Veränderung stellt die Verlegung des Sabbat dar, den Jesus am Samstag abhielt, dieser jedoch auf den Sonntag verlegt wurde. Oder der 25. Dezember, welcher der Geburtstag des Sonnengottes Mithra ist und dann zum Geburtstag Jesus´ gemacht wurde. Eine andere Sache ist das Verwenden des Weihnachtsbaums. Die Bibel hat das Schmücken von Weihnachtsbäumen in Jeremia 10:2-5 klar prophezeit und verboten: „So spricht der Herr: Gewöhnt euch nicht an den Weg der Völker, erschreckt nicht vor den Zeichen des Himmels, wenn auch die Völker vor ihnen erschrecken. Denn die Gebräuche der Völker sind leerer Wahn. Ihre Götzen sind nur Holz, das man im Wald schlägt, ein Werk aus der Hand des Schnitzers, mit dem Messer verfertigt. Er verziert es mit Silber und Gold, mit Nagel und Hammer macht er es fest, sodass es nicht wackelt. Sie sind wie Vogelscheuchen im Gurkenfeld. Sie können nicht reden; man muss sie tragen, weil sie nicht gehen können. Fürchtet euch nicht vor ihnen; denn sie können weder Schaden zufügen noch Gutes bewirken.“

Trotzdem machen die Christen seit Jahrhunderten genau das und weder die Kirche allgemein noch die Geistlichen haben dagegen etwas unternommen. Es ist ein Übel, weil es eindeutig eine religiöse Erneuerung ist und gegen die Lehren der Bibel verstößt.

Außerdem wurde der julianische Kalender der Römer als christliche Zeitrechnung eingeführt, das Essen von Schweinefleisch wird toleriert, obwohl Jesus nie Schwein aß und die Beschneidung wurde von Paulus aufgehoben: „Hört, was ich, Paulus, euch sage: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts nützen.” (Galaterbrief 5:2) Allerdings stellt die Beschneidung einen Vertrag zwischen Gott und dem Propheten Abraham und seinen Nachkommen dar. Abraham, seine Söhne und alle männlichen Mitglieder seines Haushaltes wurden von Gott zur Beschneidung aufgefordert. Da das Christentum weit vom Weg Jesus´, Allahs Wohlgefallen auf ihm, abgekommen war, sandte Allah den Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ehren, damit dieser die ursprüngliche Lehre wiederbelebt.

Sag mir eines: Wer ist bedeutender, Abraham oder Paulus?

C: Abraham natürlich. Er war ein Gesandter Gottes und Paulus war nur ein Jünger.

M: Richtig. Jesus sagte: „Der Jünger kann nicht bedeutender sein als sein Meister.“ Wie du sicher weißt, wurde Jesus im Alter von acht Tagen beschnitten, und dann kommt Paulus und abrogiert dieses Gesetz. Jeder, der mit einem gesunden Menschenverstand gesegnet ist, erkennt, dass es verpflichtend ist, sich beschneiden zu lassen und nicht Paulus zu folgen. Jesus sagt in der Bibel, dass ein Mann, der unbeschnitten ist, wie ein Hund ist!

Um nochmal zur grundlegendsten Veränderung im Christentum zurück zu kommen: Der heilige Qur'an enthält eine Warnung in Sure 5, Vers 73 und 74:

„Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: ›Allah ist der Dritte von dreien‹; und es ist kein Gott da außer einem Einzigen Gott. Und wenn sie nicht von dem, was sie sagen, Abstand nehmen, wahrlich, so wird diejenigen unter ihnen, die ungläubig bleiben, eine schmerzliche Strafe ereilen. Wollen sie sich denn nicht reumütig Allah wieder zuwenden und Ihn um Verzeihung bitten? Und Allah ist Allverzeihend, Barmherzig.“

Glaubst du immer noch an die Dreifaltigkeit, die zu keiner Zeit von Jesus gelehrt wurde?

C: Mit dieser Antwort gibst du mir wirklich ganz schön zu bedenken. Aber, kein Zweifel, Jesus und Gott sind eins. So steht es im Johannesevangelium 14:11: „Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist. (...).“

M: Dann lies mal Johannes 17:21.

C: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“

M: Es heißt ganz deutlich, dass Jesus und Gott eins sind, aber genauso sind die Jünger eins mit Jesus und Gott. Wenn also Jesus Gott sein soll, weil er in Gott ist, warum sind dann die Jünger, die auch in Gott sind, nicht Gott? Wenn Gott, Jesus und der Heilige Geist eine Einheit in der Trinität bilden würden, dann müssten sie gemeinsam mit den Jüngern eine göttliche Einheit von fünfzehn bilden. Wenn man sich den Zusammenhang anschaut, in dem dieser Vers steht, dann stellt man fest, dass Gott, Jesus und die Jünger in ihrer Absicht eins sind: Die Rettung der Menschheit vor dem Dunkel des Unglaubens, des Götzendienstes und der Versklavung unter Menschen. Nehmen wir mal an, ich wäre ein Arzt, genau wie mein Vater und mein Großvater. Dann sage ich: „Wir sind alle eins.“ Jeder, der das im Zusammenhang liest, wird verstehen, dass es bedeutet: „Wir haben alle einen Beruf.“ Nicht, wir sind eine einzige Schöpfung. Jeder führt sein eigenes Dasein, deshalb sind wir drei unterschiedliche Personen.

C: Aber auch laut Johannes 14:9 ist Jesus Gott: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“

M: Du musst auch hier wieder auf den Zusammenhang achten. Was steht in den Versen davor und danach? „Philippus sagte zu ihm: ›Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.‹ Jesus antwortete ihm: ›Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?‹“ (Johannes 14:8-9)

Jesus erklärt Philippus: Glaube an Gott, indem du seine Schöpfung bewunderst. Die Sonne, den Mond, dich selbst und all die wunderbaren Sachen, die Gott erschaffen hat; und so auch Jesus, der von Gott geschaffen wurde. Jesus sagt laut Johannes 4:24: „Gott ist Geist (...).“ Und in Johannes 5:38: „Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen.“ Wie sollen sie Gott gesehen haben, vor allem wenn Gott ein Geist ist? Sie haben Jesus gesehen und nicht Gott. Paulus sagt laut erstem Brief an Timotheus 6:15-16: „Der König der Könige und der Herr der Herren, der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag:

Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.“

Was man also mit seinen Augen sehen kann, kann niemals Gott sein.

C: Aber der Apostel Thomas sagte: „Mein Gott und mein Herr!“

M: Wieder musst du den Kontext in Betracht ziehen. Das ist ein Ausruf – aus Überraschung und Schreck. Stell dir vor, während wir hier reden ruft mich jemand an und teilt mir mit, dass meine Mutter einen Unfall hatte. Wenn ich jetzt schreie: „Mein Gott!“ bedeutet das, ich nenne dich Gott? Natürlich nicht. Es war ein Aufschrei. Wenn du den Zusammenhang liest, in dem Thomas das sagte, dann wirst du feststellen, dass es ein Ausruf war. Die Leute sagen doch andauernd „Mein Gott“, wenn sie irgendetwas Überraschendes erfahren.

C: Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, das, was uns von Kindheit an beigebracht wurde, abzulehnen.

M: Vielleicht können die folgenden Fragen dir ein besseres Verständnis von der Dreifaltigkeit geben. Was ist der Heilige Geist?

C: Der Heilige Geist ist Gott. Uns wird beigebracht, dass der Vater Gott ist, der Sohn Gott ist und der Heilige Geist Gott ist. Wir dürfen nicht drei Götter sagen, sondern ein Gott.

M: Lies nun Matthäus 1:18.

C: „Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heim holte, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist.”

M: Und jetzt vergleiche das mit Lukas 1:26 und 27.

C: „Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.”

M: Im Bezug auf die wundersame Geburt von Jesus erwähnt Matthäus den heiligen Geist und Lukas den Engel Gabriel. Wer ist dann der heilige Geist?

C: Der heilige Geist ist dann Gabriel.

M: Ganz genau. Glaubst du immer noch an die Dreifaltigkeit?

C: Dann ist Gott Gott, der heilige Geist ist Gabriel und Jesus ist....

M: Mach weiter, sprich es aus! Jesus, der Sohn der Maria, ist ein Prophet und Gesandter Gottes!

C: Wie kann es sein, dass du das auflöst, was die Kirche ein Mysterium nennt?

M: Wir benutzen den Qur'an als Grundlage, um die von Menschen vorgenommenen Veränderungen in den zuvor offenbarten Büchern zu korrigieren.

Wenn du jetzt Gott als einen anerkennst, den heiligen Geist als den Engel Gabriel und Jesus, den Sohn Marias, als Prophet, warum gehst du dann nicht einen Schritt weiter und akzeptierst Muhammad als den letzten Propheten? Sprich einfach das Glaubensbekenntnis zuerst in deiner Muttersprache und dann auf arabisch, um den Islam als Wahrheit anzunehmen.

C: Sprich es mir erst mal vor, damit ich es verstehen kann.

M: Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt, der der Anbetung würdig ist außer Allah und ich bezeuge, dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist.

Asch-hadu an laa ilaaha illa Allah ua asch-hadu anna muhammadan abduhu ua rasuuluh.

C: Warte einen Moment! Was ist mit meinen verstorbenen Vorfahren? Sie waren alle Christen.

M: Abraham, Allahs Wohlgefallen auf ihm, hat seine Eltern und Großeltern verlassen, nachdem ihm die Wahrheit deutlich wurde. Er war damals ungefähr 13 Jahre alt, wie du weißt.

Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Vielleicht ist die Wahrheit nicht so deutlich zu deinen Vorfahren gekommen, wie jetzt zu dir. Im heiligen Qur'an lesen wir in Sure 17, Vers 15:

„Wer den rechten Weg befolgt, der befolgt ihn nur zu seinem eigenen Heil; und wer irregeht, der geht allein zu seinem eigenen Schaden irre. Und keine lasttragende Seele soll die Last einer anderen tragen. Und Wir bestrafen nie, ohne zuvor einen Gesandten geschickt zu haben.”

Die Wahrheit hat dich erreicht und es liegt nun an dir, sie anzunehmen oder sie abzulehnen. Es ist deine Entscheidung.

C: Könntest du mir erklären, warum im Qur'an „Wir“ für Allah steht, wie du im Vers gerade selbst gesagt hast? Ich weiß ja, dass Muslime glauben, dass Gott nur einer ist.

M: Das ist eine sehr gute Frage. Wie ich zuvor erwähnt habe, gibt es in der arabischen und der hebräischen Sprache zwei Plurale. Einer ist der Plural der Anzahl und der andere des Respekts. Dieses „Wir“ ist ein „wir“ des Respekts und der Majestät. Zum Beispiel sagt doch die Queen, wenn sie etwas bekannt gibt: „Wir haben beschlossen, Folgendes zu verkünden.“ Sie sagt nicht: „Ich habe dies und jenes beschlossen.“ Das ist der majestätische Plural. Und in der gleichen grammatikalischen Form spricht Allah, wenn Er „Wir“ sagt anstatt „Ich“. Es gibt nur ein paar wenige Ausnahmen, wenn Allah eine schlimme Warnung ausspricht, bei denen Er „Ich“ sagt. Verstehst du?

C: Ja, das leuchtet ein. Aber ist es nicht möglich beides anzuerkennen? Das Christentum und den Islam?

M: „Es gibt keinen Zwang im Glauben.“ Du kannst glauben, was du willst. Aber wenn du beide Religionen kombinierst, dann hast du dich nicht Allah ergeben. Du bist dann immer noch ein Ungläubiger, wie Allah in Sure 4, Vers 150 - 152 sagt:

„Wahrlich, diejenigen, die nicht an Allah und Seine Gesandten glauben und eine Trennung zwischen Allah und Seinen Gesandten machen und sagen: ›Wir glauben an die einen und verwerfen die anderen‹ und einen Zwischenweg einschlagen möchten, diese sind die Ungläubigen im wahren Sinne, und bereitet haben Wir den Ungläubigen eine schmähliche Strafe. Diejenigen aber, die an Allah und an Seine Gesandten glauben und zwischen ihnen keinen Unterschied machen, sind es, denen Er ihren Lohn geben wird; und Allah ist Allvergebend, Barmherzig.“

C: Ist es nicht besser, wenn ich vorerst noch nicht das Glaubensbekenntnis ausspreche, damit ich in diesem Sinne noch nicht verantwortlich bin?

M: Das liegt an dir. Sobald du allerdings die Pubertät erreicht hast und geistig gesund bist, bist du auch verantwortlich – ganz gleich, ob du die Schahada ausgesprochen hast oder nicht. Allah hat diese Welt aus einem bestimmten Grund erschaffen, Er hat dir die Intelligenz gegeben, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden, und Er hat zahlreiche Propheten als Warner entsandt. Wir wurden dazu erschaffen Ihn alleine anzubeten. Dies ist der Grund unserer Erschaffung und unsere Bestimmung.

„Unser Herr, Du hast dieses nicht umsonst erschaffen. Gepriesen seist Du, darum hüte uns vor der Strafe des Feuers.“ (3:191)

„Haben Wir ihm nicht zwei Augen gemacht, und eine Zunge und zwei Lippen? Und ihm die beiden Wege gezeigt (richtig und falsch)?“ (90:8-10)

„Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen.“ (51:56)

„Wahrlich, Wir machten alles, was auf der Erde ist, zu einem Schmuck für sie, um sie (die Menschen) zu prüfen, wer unter ihnen die besten Taten begeht.“ (18:7)

 Die Glaubenslehre der Göttlichkeit Jesu Christi

M: Glaubst du, dass Jesus Gott ist?

C: Ja, denn im Johannesevangelium 1:1 steht: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“

M: Wir sind uns darüber einig, dass eine heilige Schrift keine Widersprüche enthalten kann. Wenn es zwei widersprüchliche Verse gibt, dann kann nur einer richtig sein und der andere ist falsch. Alternativ sind beide falsch, aber beide können nicht richtig sein. Erinnerst du dich daran?

C: Ja, daran erinnere ich mich.

M: Wenn Jesus, laut Johannes 1:1, Gott ist, wie viele Götter muss es dann mindestens geben?

C: Mindestens zwei.

M: Das steht aber im Widerspruch mit vielen Stellen in der Bibel. Im Deuteronomium 4:39 steht zum Beispiel: „So sollst du nun heute wissen und zu Herzen nehmen, dass der Herr Gott ist, oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner.“ Oder auch im Deuteronomium 6:4: „Höre Israel, der Herr unser Gott, der Herr ist einer.“ Ein weiteres Beispiel ist Jesaja 43:10-11: „Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt und einseht, dass ich es bin; vor mir ist kein Gott gebildet worden, und nach mir wird es keinen geben. Ich, ich bin der Herr, und außer mir gibt es keinen Retter.“ Oder schau in Jesaja 45:18: „Denn so spricht der Herr, der den Himmel erschuf, er ist der Gott, der die Erde geformt und gemacht hat - er ist es, der sie erhält, er hat sie nicht als Wüste geschaffen, er hat sie zum Wohnen gemacht: Ich bin der Herr und sonst niemand.“ Dieses letzte Beispiel reicht aus, um zu sagen, dass Gott alleine der Schöpfer ist, Jesus hat nicht einmal an der Schöpfung teilgenommen. Andere aufschlussreiche Bibelstellen sind: Deuteronomium 4:35, Exodus 8:10, zweites Buch Samuel 7:22, erstes Buch der Könige 8:23, erstes Buch der Chroniken 17:20, Psalmen 86:8, 89:6 und 113:5, das Buch Hosea 13:4 und das Buch Sacharja 14:9.

C: Aber das ist alles aus dem Alten Testament. Wie sieht es mit dem Neuen Testament aus?

M: Du musst vorsichtig damit sein, das Alte Testament zurückzuweisen. Es ist Teil eurer heiligen Bibel. Aber lies was Jesus im Markusevangelium 12:10 sagt: „Jesus antwortete: Das erste (aller Gebote) ist: Höre Israel, der Herr unser Gott, ist der einzige Herr.“ Oder im ersten Korintherbrief 8:4: „(...) so wissen wir, dass es keine Götzen gibt in der Welt und keinen Gott außer dem einen.“ Sehr deutlich ist auch Vers 5:2 im ersten Brief an Timotheus: „Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus.“ Die biblische Formulierung lautet der Mensch Christus Jesus. Jetzt kannst du entweder sagen, dass Johannes 1:1 richtig ist und all die anderen Verse falsch, oder genau andersrum.

C: Schwer zu beurteilen.

M: Lass es uns aus der qur'anischen Perspektive betrachten und schauen, ob es mit dem, was Jesus gesagt hat, übereinstimmt. Jesus wird mehrere Male im Qur'an als ein „Wort Allahs“ bezeichnet. In Sure 3, Vers 45: „Damals sprachen die Engel: ›O Maria, siehe, Allah verkündet dir ein Wort von Ihm; sein Name ist der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen im Diesseits und im Jenseits, und einer von denen, die (Allah) nahestehen.‹“ Das heißt, im Qur'an wird Jesus als ein Wort Allahs bezeichnet, also ein Wort, das Allah gehört, genau wie im ersten Korintherbrief 3:23: „ihr aber gehört Christus und Christus gehört Gott.“ Dementsprechend müsste es in Johannes 1:1 heißen: „Und das Wort war von Gott.“ Es kann sich hier um einen Übersetzungsfehler vom Aramäischen ins Griechische handeln. Im Griechischen bedeutet Theos „Gott“, aber Theou heißt „Gottes“ (von Gott).[8] Der Unterschied in der Schreibweise ist minimal, in der Bedeutung jedoch entscheidend, Denn es ändert die ganze Bedeutung.

C: Warum wird Jesus in beiden Schriften das Wort Gottes genannt?

M: Die Erschaffung Jesus´ in Marias Gebärmutter fand ohne das Zutun von Sperma statt. Er wurde ausschließlich durch den Befehl „Sei!“ erschaffen, wie in Sure 3, Vers 47, steht: „Sie sagte: ›Mein Herr, soll mir ein Sohn (geboren) werden, wo mich doch kein Mann berührte?‹ Er sprach: ›Allah schafft, was Er will; wenn Er etwas beschlossen hat, spricht Er nur zu ihm: »Sei!« und es ist.‹“

C: Aber Jesus ist Gott, weil er mit dem Heiligen Geist „angefüllt“ ist.

M: Warum sind dann andere, die auch mit dem Heiligen Geist „angefüllt“ sind, in deinen Augen nicht göttlich?

C: Wer denn zum Beispiel?

M: In der Apostelgeschichte 11:24: „Denn er (Barnabas) war ein trefflicher Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und von Glauben. So wurde für den Herrn eine beträchtliche Zahl hinzugewonnen.“ Oder in der Apostelgeschichte 5:32: „Zeugen dieser Ereignisse sind wir und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen.“

Weitere Beispiele sind in der Apostelgeschichte 6:5, im zweiten Brief Petrus 1:21, im zweiten Brief an Timotheus 1:14, dem ersten Korintherbrief 2:16 und Lukas 1:41 zu finden.

C: Aber Jesus wurde doch vom Heiligen Geist erfüllt, als er noch im Bauch seiner Mutter war.

M: Das Gleiche gilt auch für Johannes den Täufer: „Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. Große Freude wird dich erfüllen und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein.“ (Lukas 1:13-15)

C: Aber Jesus hat Wunder vollbracht. Er machte 5000 Menschen mit nur fünf Laib Brot und zwei Fischen satt.

M: Elischa und Elija haben dasselbe Wunder vollbracht. Elischa versorgte hunderte von Menschen mit nur zwanzig Laib Brot und einem Beutel Korn. „Nun setzte er es ihnen vor; und sie aßen und ließen noch übrig, wie der Herr gesagt hatte.“ (Zweites Buch der Könige 4:44). Und er sorgte auch für die wundersame Zunahme des Öls einer Witwe, zu der er dann sagte: „Geh, verkauf das Öl und bezahle deine Schuld! Von dem, was übrig bleibt, magst du mit deinen Söhnen leben.“ (Zweites Buch der Könige 4:7). Oder auch im ersten Buch der Könige 17:16: „Der Mehltopf wurde nicht leer und der Ölkrug versiegte nicht, wie der Herr durch Elija versprochen hatte.“

C: Aber Jesus konnte Lepra heilen.

M: Elischa hat Namaan, der an Lepra erkrankt war, geraten sich im Jordan zu waschen: „So ging er also zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter, wie ihm der Gottesmann befohlen hatte. Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes und er war rein.“ (Zweites Buch der Könige 5:14)

C: Jesus hat auch Blinde geheilt.

M: Auch das hat Elischa gemacht: „Dann betete Elischa: ›Herr, öffne ihm die Augen, damit er sieht.‹ Und der Herr öffnete dem Diener die Augen. Er sah den Berg rings um Elischa voll von feurigen Pferden und Wagen.“ (Zweites Buch der Könige 6:17). Und im selben Kapitel, Vers 20: „Als sie dort angekommen waren, betete Elischa: ›Herr, öffne ihnen die Augen, damit sie sehen.‹  Der Herr öffnete ihnen die Augen und sie sahen, dass sie mitten in Samaria waren.“ Elischa hat sogar Erblinden lassen: „Als dann die Aramäer anrückten, betete Elischa zum Herrn und rief: ›Schlag doch diese Leute mit Verblendung!‹ Und der Herr schlug sie auf das Wort Elischas hin mit Verblendung.“ (Zweites Buch der Könige 6:18)

C: Jesus konnte Tote auferstehen lassen.

M: Vergleiche das mit Elija im ersten Buch der Könige 17:22: „Der Herr erhörte das Gebet Elijas. Das Leben kehrte in den Knaben zurück und er lebte wieder auf.“ Oder mit Elischa im zweiten Buch der Könige 4:34: „Dann trat er an das Bett und warf sich über das Kind; er legte seinen Mund auf dessen Mund, seine Augen auf dessen Augen, seine Hände auf dessen Hände. Als er sich so über das Kind hinstreckte, kam Wärme in dessen Leib.“, d.h., es wurde wieder lebendig.

Sogar die sterblichen Überreste Elischas reichten aus, um einen Toten nur durch Berühren wieder lebendig zu machen: „Als man einmal einen Toten begrub und eine dieser Scharen erblickte, warf man den Toten in das Grab Elischas und floh. Sobald aber der Tote die Gebeine Elischas berührte, wurde er wieder lebendig und richtete sich auf.“ (Zweites Buch der Könige 13:21)

C: Aber Jesus konnte auch auf dem Wasser laufen.

M: Moses hat seine Arme über das Meer ausgestreckt, wie in Exodus 14:22 zu lesen ist: „Mose streckte seine Hand über das Meer aus und der Herr trieb die ganze Nacht das Meer durch einen starken Ostwind fort. Er ließ das Meer austrocknen und das Wasser spaltete sich.“ Ach, ganz nebenbei, der Stock von Moses, Allahs Frieden sei mit ihm, ist im Topkapi Museum in Istanbul zu sehen, falls du ihn mal sehen möchtest.

C: Wirklich? Ich wusste gar nicht, dass der Stock überhaupt noch existiert. Vielleicht werde ich eines Tages in die Türkei reisen und ihn mir anschauen. Danke für die Information. Aber zurück zum Thema: Jesus konnte Teufel austreiben.

M: Jesus selbst hat gesagt, dass andere Leute das auch können. In Matthäus 12:27 und Lukas 11:19 steht: „Wenn ich die Dämonen durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.“

Auch die Jünger konnten das: „Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ›Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?‹“ (Matthäus 7:22)

Nun folgt eine Warnung an all diejenigen, die sagen, sie würden Wunder im Namen Jesus´ vollbringen. Denn Jesus selbst wird zu ihnen sagen: „Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“ (Matthäus 7:23) Hier sagt Jesus nicht zu den Muslimen, Hindus oder Juden, dass sie  ihm fern bleiben sollen, sondern zu den „Christen“, die erklären sie würden Jesus folgen und die Leute anschwindeln, indem sie behaupten in seinem Namen Wunder zu vollbringen. Der Qur'an beschreibt das Gespräch, das diesbezüglich zwischen Allah und Jesus am Tag der Auferstehung stattfinden wird und geht auch auf die fälschliche Behauptung ein, Jesus wäre Gott (Sure 5, Verse 116-119).

Laut Jesus´ Prophezeiung im Matthäusevangelium 24:24 werden sogar falsche Propheten Wunder vollbringen: „Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten irrezuführen.“

C: Aber Elija und Elischa haben die Wunder nur vollbracht, weil sie Gott darum gebeten haben.

M: Jesus hat die Wunder auch vollbracht, indem er Gott anflehte, wie er selbst in Johannes 5:30 sagte: „Von mir selbst aus kann ich nichts tun (...).” Und in Lukas 11:20: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.“ Jesus betete immer zu Gott, bevor er ein Wunder vollbrachte. Lies es in der Bibel nach und prüfe selbst, ob es stimmt oder nicht.

Alle Wunder, die Jesus vollbrachte , wurden auch von anderen Propheten, Jüngern und sogar Ungläubigen vollbracht. Andererseits konnte Jesus nichts bewirken, wenn Unglaube im Spiel war: „Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte. ” (Markus 6:5-6).

C: Aber Jesus ist drei Tage nach seinem Tod wiederauferstanden.

M: Lass uns später über die Kreuzigung sprechen, denn darüber gibt es sehr viele Kontroversen. Vorerst möchte ich nur sagen, dass Paulus, der Jesus niemals lebendig gesehen hatte, diese Aussage machte: „Denk daran, dass Jesus Christus, der Nachkomme Davids, von den Toten auferstanden ist; so lautet mein Evangelium.” (Zweiter Brief des Timotheus 2:8). Die Botschaft der Auferstehung in Markus 16:9-20 wurde auch aus vielen Bibeln entfernt. In einigen Bibeln, in denen die Stelle nicht entfernt wurde, wird sie nur in einer Fußnote mit Kommentar erwähnt. Schau doch mal in die Revised Standard Version, die New American Standard Bible, oder die New World Translation der heiligen Schriften der Zeugen Jehovas.[9] Das beweist, dass dieser Teil eine Erweiterung darstellt, die  in den ältesten Manuskripten niemals vorhanden war. Lass mich dir eine Frage stellen: „Hat Jesus jemals behauptet Gott zu sein, indem er sagte: „Ich bin euer Gott, betet mich an!“

C: Nein, aber er ist Gott.

M: Aber hat er das jemals behauptet?

C: Nein.

M: Eben. Vielmehr hat er sogar gesagt, dass die Menschen ihn nutzloser Weise anbeten werden und an Dinge glauben werden, die nicht von Gott sind, sondern von den Menschen. Matthäus 15:9:

„Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.“ All die Glaubenslehren des modernen Christentums sind von Menschen gemacht: Die Dreifaltigkeit, die Gottessohnschaft Jesus´, die Göttlichkeit Jesus´, die Erbsünde und auch die Buße. Anhand von Jesus´ Aussagen, die im Neuen Testament nachzulesen sind, kann man zweifellos erkennen, dass er niemals Göttlichkeit oder die Einheit mit Gott beanspruchte:(...) dass ich nichts von mir selbst tue.“ (Johannes 8:28); „Der Vater ist größer als ich.“ (Johannes 14:28); „Der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.“ (Markus 12:29); „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Markus 15:34); „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lukas 23:46)

Oder Markus 13:32: „Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“ Jesus wurde Prophet genannt, Lehrer von Gott, sein Diener, Messias – und später, als Gott ihn zu Sich emporhob, wurde er zum Sohn Gottes gemacht, und von Paulus und anderen sogar zu Gott selbst.

Für uns Muslime ist es völlig unverständlich, wie die Christen genau das Gegenteil von dem, was klar in der Bibel steht, glauben können. Es muss wohl daran liegen, dass sie die Bibel nicht lesen und es deshalb einfach nicht wissen.

Lass uns jetzt unseren Intellekt und unseren Verstand benutzen, um folgende Fragen zu beantworten:

1.      Gott ist unsterblich. Ist es möglich, dass er von einer sterblichen Frau geboren wurde, die selbst schon gestorben ist?

2.      Jesus schlief für gewöhnlich, wobei Gott niemals schläft. In den Psalmen 121:4: „Nein, der Hüter Israels / schläft und schlummert nicht.“ Im Qur'an, in Sure 2, Vers 255: „Ihn überkommt weder Schlummer noch Schlaf.“ Gott ist allmächtig, wie soll es dann möglich sein, dass er bespuckt oder angeblich gekreuzigt wird?

3.      Wie könnte Jesus Gott sein, wo er doch selbst Gott angebetet hat, wie ein Normalsterblicher? Lukas 5:16: „Doch er zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten.“

4.      In Lukas 4:2 steht: „(...) und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt.“ Im Brief des Jakobus 1:13 liest man allerdings: „Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen(...).“ Wie kann Jesus dann Gott sein?

Wir können das Ganze weiter rationalisieren und hinterfragen: Da du an die Dreifaltigkeit glaubst, stellt sich die Frage, sind alle drei (also auch Gott) am Kreuz gestorben, als die mutmaßliche Kreuzigung stattfand? Die Thora, die Bibel und der Qur'an erwähnen immer und immer wieder, dass Gott ewig lebt und unsterblich ist. Außerdem, warum müssen dann Gott, der Heilige Geist und Jesus nach dem Tod in die Hölle? Wenn Gott gestorben ist, wer hatte dann die ganze Zeit das Universum unter Kontrolle?

Du wirst einsehen, dass all diese Fragen nur zu unlogischen Schlussfolgerungen führen können, denn wir alle wissen, dass Gott unsterblich ist und weder Sich selbst, noch Jesus oder den heiligen Geist in die Hölle werfen würde! Er ist barmherzig und gerecht. Sogar hier auf der Erde versucht man keine Unschuldigen ins Gefängnis zu werfen oder sie zu töten. Wie kann es dann sein, dass Gott Sich selbst, Jesus und dem heiligen Geist gegenüber ungerecht ist, wo alle unschuldig sind?

Es macht keinen Sinn und ist unlogisch an die Dreieinigkeit Gottes zu glauben.

C: Ich bin ganz deiner Meinung, dass Unschuldige nicht bestraft werden sollten und ich verstehe diese Lehre der Kirche nicht. Aber immer, wenn ich meinen Pfarrer darüber befrage, sagt er: „Hinterfrage das nicht, glaube einfach daran und sieh es als Mysterium.“

M: Blindes Befolgen ist naiv und zerstörerisch! Mir ist auch aufgefallen, dass es neu eingeführte Dinge unter den modernen Christen gibt. Sie tragen Kreuze um den Hals und hängen Kreuze in ihre Autos. Es scheint, als würden sie jetzt auch das Kreuz anbeten. Aber die Bibel weist das zurück, indem sie davor warnt jegliche Art von Götzenbild anzubeten. Und zweifellos ist das Kreuz eine Art Götze. Hinzu kommt, dass niemand beweisen kann, ob Jesus, Allahs Wohlgefallen auf ihm, auch nur annähernd so aussah wie all die Abbildungen und Figuren von ihm. Vergiss nicht, dass der Fotoapparat ungefähr 1800 Jahre später, nachdem Jesus diese Erde verlassen hatte, erfunden wurde.

C: Was das Zurschaustellen und Tragen von Kreuzen angeht, stimme ich zu, dass es Götzen sind und von der Bibel verboten wurde. Weder trage ich Kreuze noch hänge ich sie in mein Auto, weil ich glaube, dass dies nicht durch die Bibel gerechtfertigt werden kann. Was die Abbildungen von Jesus angeht, dazu habe ich keine Antwort parat, allerdings hast du mir damit zu denken gegeben.

M: Widerspricht das nicht der Bibel selbst, in der steht, dass man alles beweisen muss? „Prüft alles und behaltet das Gute!”, heißt es im ersten Brief an die Thessalonicher. Kann es denn gut sein, dass Kreuz anzubeten? Niemand, der bei Verstand ist, will etwas anbeten, was einer von ihm geliebten Person geschadet hat. Würdest du jemals eine Pistole oder ein Messer anbeten, durch das dein Kind,  dein Vater, deine Mutter oder eine andere geliebte Person umgebracht wurde?

C: Niemals!

M: Wie können diejenigen, die sich als Anhänger Christi sehen und behaupten ihn zu lieben das Kreuz anbeten, an dem er so gelitten haben soll?

Die Muslime glauben sowieso nicht daran, dass er am Kreuz starb. Der Qur'an beschreibt ganz klar, dass Jesus weder gekreuzigt noch getötet wurde, vielmehr wurde er lebendig emporgehoben und wird vor dem Ende der Welt auf die Erde zurückkehren.

C: Das ist alles verwirrend.

M: Im ersten Brief an die Korinther 14:33 steht: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens.“ Tatsache ist, dass von Menschen gemachte Glaubenslehren zu Verwirrung führen. Die Lehren der Kirche widersprechen den Lehren Jesus, Allahs Friede sei mit ihm, und das ist der Grund für dieses Durcheinander. Wenn die aufrichtigen Anhänger Jesus', die ihn wirklich lieben, die Bibel im Zusammenhang lesen und den Qur'an studieren, dann werden sie ganz sicher zu dem Schluss kommen, dass Gott einer ist und keine Partner hat; und dass Jesus, der Sohn der Maria, ein Gesandter Gottes ist.

 Die kirchliche Glaubenslehre der göttlichen Sohnschaft Jesus´

M: Ist Jesus der Sohn Gottes?

C: Ja, denn in Matthäus 3:17 lesen wir, dass Gott sagte, als Johannes Jesus taufte: „Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: ›Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.‹“

M: Du solltest das Wort „Sohn“ aber nicht wörtlich nehmen, denn viele Propheten werden in der Bibel „Sohn Gottes“ oder „Kinder Gottes“ genannt. Lies dazu mal Exodus 4:22.

C: „Und du sollst zu ihm sagen: ›So spricht der Herr: Israel ist mein erstgeborener Sohn.‹“

M: Hier wird deutlich gesagt, dass Jakob (Israel) Gottes erster Sohn ist. Lies jetzt im zweiten Buch Samuel 7:13-14 und im ersten Buch der Chronik 22:10.

C: „Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich. Ich will sein Vater sein und er soll mein Sohn sein. (...)

M: Noch verwirrender wird es wenn du Jeremia 31:9 liest: „(...) denn ich bin Israels Vater und Ephraim ist mein erstgeborener Sohn.“ Gerade haben wir ja noch in Exodus 4:22 gelesen, dass Israel Gottes erstgeborener Sohn sei. Wer ist es denn nun? Israel oder Ephraim?

Auch einfache Menschen können Kinder Gottes sein. So steht es im Deuteronomium 14:1.

C: „Ihr seid Kinder des Herrn, eures Gottes.“

M: Wie im Römerbrief 8:29 zu lesen, können einfache Menschen sogar Erstgeborene sein.

C: „Denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei.“

M: Wenn alle erstgeborene Söhne sind, was ist denn dann Jesus?

C: Er ist Gottes einziger gezeugter Sohn. (?)

M: Doch lange bevor Jesus geboren wurde, sagte Gott zu David (Psalme 2:7): „Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. Er sprach zu mir: ›Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt.‹“ David, der vor Jesus war, ist also laut der Bibel Gottes, von ihm gezeugter, Sohn. Du siehst also, die Formulierung „Sohn Gottes“ ist nicht wörtlich zu verstehen, sondern metaphorisch. Die Bibel verdeutlicht, jeder der Gottes Gebote befolgt, wird von Gott geliebt und ist somit Sohn Gottes oder von den Kindern Gottes. Jesus sagte ja auch, dass Gott nicht nur sein Vater ist, sondern auch euer Vater, wie in Matthäus 5:45 und 48 nachzulesen ist.

C: „(...) damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel“ und „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“

M: Wie du siehst werden die Menschen an vielen Bibelstellen als „erstgeborener“, „gezeugter Sohn“, „Söhne Gottes“ und „Kinder Gottes“ bezeichnet, was die Liebe, Zuneigung und Nähe zu Gott beschreibt und nicht ausschließlich für Jesus gilt. Man findet Söhne und Töchter Gottes. Im zweiten Brief an die Korinther 6:18 zum Beispiel: „Dann will ich euch aufnehmen und euer Vater sein und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Herrscher über die ganze Schöpfung.“

Im Lichte all dieser Bibelstellen gibt es absolut keine Begründung dafür, warum Jesus der einzige Sohn Gottes, im wörtlichen Sinne oder auf besondere Art und Weise, sein sollte.

C: Aber er hatte keinen Vater, deswegen ist er der Sohn Gottes.

M: Warum betrachtest du dann Adam, der ohne Mutter und ohne Vater geboren wurde, nicht als  diesen einzigartigen Sohn Gottes? Denn auch Adam wird in Lukas 3:38 als Sohn Gottes bezeichnet: „Kenan war der Sohn von Enosch. Enosch war der Sohn von Set. Set war der Sohn von Adam. Adam war der Sohn Gottes.“ Du wirst feststellen, dass, wer auch immer Gottes Vorschriften einhält, als Sohn Gottes bezeichnet wird, da er ein gehorsamer Diener Gottes ist. Nun lies bitte Hebräer 7:3.

C: „Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit.“ Wer ist hier gemeint?

M: Die Antwort findest du im ersten Vers des Kapitels: „Dieser Melchisedek aber war König von Salem, Priester Gottes des Höchsten.“ Laut Bibel ist er noch außergewöhnlicher als Jesus und Adam. Warum nimmt man nicht lieber ihn als Sohn Gottes oder Gott?

C: Wie bezeichnet ihr Muslime denn Jesus?

M: Wir Muslime nennen ihn „Jesus, den Sohn der Maria.“ Allahs Wohlgefallen auf ihnen beiden.

C: Darüber kann man wirklich nicht streiten.

M: Richtig! Niemand kann das verleugnen, weil es eine Tatsache ist. Jesus nannte sich selbst so und wollte nicht Sohn Gottes genannt werden. So steht es in Lukas 4:41.

C: „Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: ›Du bist der Sohn Gottes!‹ Da fuhr er sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Messias war.“

M: Siehst du? Er rügte sie für das, was sie sagten, weil es eine Lüge war. Wenn es die Wahrheit gewesen wäre, hätte er sie sicher nicht dafür getadelt. Gott hat Jesus als Gesandten für das Volk Israels auserwählt, wie man in der Bibel an diversen Stellen nachlesen kann.

Es ist eindeutig, dass er nicht einmal von seinen Jüngern Sohn Gottes genannt werden wollte. Das ist in Lukas 9:20 und 21 zu lesen.

C: „Er aber sprach zu ihnen: ›Wer, sagt ihr aber, dass ich sei?‹ Da antwortete Petrus und sprach: ›Du bist der Christus Gottes!‹ Er aber gebot ihnen, dass sie das niemandem sagen sollten.“

M: Wieder wies Jesus die Aussage zurück, diesmal von den Jüngern, da sie nicht wahr ist. Ein Prophet würde es nie zulassen, dass eine Lüge verbreitet wird.

Jesus, der Messias, ein Prophet, wurde von einem Lehrer zu Gottes Sohn erhöht und letztlich zu Gott selbst. In Johannes 3:2 und 6:14 ist der tatsächliche Rang Jesus´ erwähnt: „Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: ›Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.‹“ Nachdem die Leute gesehen hatten, was Jesus, der Friede sei mit ihm, für Zeichen mit sich gebracht hatte, sagten sie: „Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll.“

Jesus wird auch in Johannes 7:40, Matthäus 21:11, Lukas 7:16 und 24:19 als Prophet bezeichnet. Wenn man nun Vers 9:20 aus der Apostelgeschichte liest, dann erfährt man auch, wer damit angefangen hat, diese falsche Doktrin über den „Sohn Gottes“ zu verbreiten.

C: „Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, dass dieser Gottes Sohn sei.“

M: Aus diesem und den vorangehenden Versen wird deutlich, dass Petrus damit begann. Jesus hatte niemals Derartiges gepredigt. Es lässt sich daraus auch schließen, dass die frühesten Christen noch in Synagogen beteten. Als das Christentum aber später von der ursprünglichen Lehre Jesus´ abwich, wurden Paulus, Barnabas und die Nichtjuden aus den Synagogen vertrieben, und es wurde ihnen Blasphemie und Verunreinigung der Lehre vorgeworfen. Hierzu kann man auch die Apostelgeschichte 13:50, 17:18 und 21:28 lesen. Da Paulus sich der Blasphemie schuldig gemacht hatte, wurden sie aus den Synagogen vertrieben und bauten fortan nur noch Kirchen.

Ich denke mehr Beweise sind nicht notwendig, um eindeutig klarzustellen, dass Jesus ein Prophet war und weder der Sohn Gottes noch Gott selbst.


 Wurde Jesus gekreuzigt?

M: Im heiligen Qur'an steht in Sure 4, Vers 157, dass Jesus nicht gekreuzigt wurde:

(...) und wegen ihrer Rede: ›Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, getötet‹, während sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur vorgetäuscht; und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber; sie haben keine Kenntnis davon, sondern folgen nur einer Vermutung; und sie haben ihn nicht mit Gewissheit getötet.“

Glaubst du trotzdem, dass er gekreuzigt wurde?

C: Ja, als Christ glaubt man daran, dass Jesus gekreuzigt wurde und dann wiederauferstanden ist.

M: Laut Bibel hat niemand den Moment miterlebt, in dem Jesus wieder auferweckt wurde. Das Grab, in welches Jesus gelegt worden sein soll, wurde leer aufgefunden und daraus wurde der Schluss gezogen, dass er wiederauferstanden sei. Denn die Jünger und andere Zeugen sahen ihn nach der angeblichen Kreuzigung noch lebendig. Könnte es nicht so sein, wie der Qur'an es sagt, dass er gar nicht gekreuzigt wurde?

C: Gibt es irgendeinen Beweis dafür?

M: Lass uns einen Blick auf die Stellen in der Bibel werfen, die diesen Standpunkt unterstützen. Hat bei dir die Aussage Jesus´ mehr Gewicht oder das, was die Jünger, Apostel und andere Zeugen vom Hörensagen berichten?

C: Natürlich hat die Aussage Jesus´ mehr Gewicht.

M: Das stimmt auch mit der Aussage von Jesus in Matthäus 10:24 überein: „Der Jünger steht nicht über dem Meister und der Knecht nicht über seinem Herrn.“

C: Aber Jesus hat doch selbst gesagt, er würde von den Toten auferstehen: „Er sagte zu ihnen: ›So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen.‹“ (Lukas 24:46).

M: Leid wird in der Bibel oft übertrieben als „Sterben“ bezeichnet. Paulus sagte zum Beispiel: „So wahr ihr, liebe Brüder, mein Ruhm seid, den ich in Christus Jesus, unserm Herrn, habe: Ich sterbe täglich.“ (Erster Korintherbrief 15:31)

Hier sind einige Beweise aus der Bibel, die dafür sprechen, dass Jesus nicht gekreuzigt wurde:

1.      Am Kreuz flehte Jesus Gott um Hilfe an: „Um die neunte Stunde rief Jesus laut: ›Eli, Eli, lema sabachtani?‹“, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Matthäus 27:46) In Lukas 22:42 dagegen steht: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.“ Dieser Kelch ist der Kelch des Todes.

2.      Laut Lukas, dem Brief an die Hebräer und dem Brief des Jakobus wurde Jesus´ Gebet, nicht am Kreuz zu sterben, von Gott erhört. Wie kann es dann sein, dass er trotzdem am Kreuz starb? „Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.“ (Lukas 22:43) „Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.“ (Hebräer 5:7) Das heißt doch, dass ein Engel ihm versicherte, dass Gott ihn nicht sterben lassen würde. Wenn das Wort „erhört“ in der Bibel verwendet wird, dann bedeutet es, die Gebete wurden angenommen. Jesus´ Gebete wurden erhört, was bedeutet, sie wurden von Gott, der ihn vor dem Tod rettete, angenommen.

„Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ (Jakobus 5:16) „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? Oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete?“ (Matthäus 7:7-10) Hier ergibt sich eine Frage: Wenn Gott die Gebete eines rechtschaffenen Dieners auf jeden Fall annimmt und erhört, dann müssen die Gebete von Jesus doch auch erhört worden sein, einschließlich dem, nicht am Kreuz zu sterben? Er war doch ein von Gott Auserwählter?! Wie könnte es sein, dass sein Gebet nicht angenommen wird und er am Kreuz sterben muss, obwohl er um Rettung gefleht hat und darüber informiert wurde, dass sein Gebet erhört wird? Das macht doch keinen Sinn. Schau dir das Gleichnis an, das Jesus hier erwähnt. Wenn ein Sohn seinen Vater um Brot bittet, würde er ihm dann einen Stein geben? Sicherlich nicht! Dann ist es doch nicht logisch zu glauben, dass Gott sein Gebet um Errettung nicht erhört hat, und gleichzeitig davon überzeugt zu sein, dass Jesus unschuldig war und seine Gebete akzeptiert wurden.

3.      Seine Beine wurden von den römischen Soldaten nicht gebrochen: „Da kamen die Soldaten und brachen dem Ersten die Beine und auch dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht.“ (Johannes 19:32-33) Kann man sich auf die Aussage dieser Soldaten verlassen, die ihn für tot erklärt haben?

C: Ich weiß es nicht.

M: Ist es nicht wahrscheinlicher, dass sie Jesus retten wollten, weil er unschuldig war? Selbst Pilatus sagte, er wolle nicht das Blut eines Unschuldigen an seinen Händen kleben haben, und dann nahm er eine Schüssel mit Wasser und wusch seine Hände vor den Augen der Juden symbolisch von dem Blut „dieses unschuldigen Mannes“ rein.

4.      Wenn Jesus am Kreuz gestorben wäre, dann hätte sein Blut gerinnen müssen und es hätte kein Blut aus seinem Körper fließen können, nachdem er gestochen worden war. Das wird jeder Mediziner bestätigen. Im Johannesevangelium 19:34 steht aber deutlich, dass Blut und Wasser aus seinem Körper flossen. „(…) sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus.“ Vom medizinischen und wissenschaftlichen Aspekt her muss er also, laut Johannes, am Leben gewesen sein.

5.      Als die Pharisäer Jesus baten, ihnen ein Zeichen als Beweis dafür, dass er wirklich ein Gesandter Gottes ist, zu zeigen, sagte er: „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.“ (Matthäus 12:40) Vernachlässigen wir im Moment die zeitliche Dimension, die nicht drei Tage und drei Nächte betrug, sondern einen Tag und zwei Nächte (von Freitag Nacht bis Samstag Nacht) und konzentrieren uns auf den entscheidenden Punkt von Jesus´ Aussage: Wie Jona! Jona war am Leben, als er im Bauch des Fisches war und genauso war auch Jesus am Leben.

Stimmst du mir zu, wenn ich sage, dass Jona am Leben war, als er aus dem Bauch des Wales ausgespuckt wurde?

C: Ja, so steht es in der Bibel.

M: Dann hat Jesus seine Prophezeiung also wahr gemacht, während er am Leben war. Jesus hat sogar selbst gesagt, dass er nicht am Kreuz gestorben ist. Früh am Sonntag morgen ist Maria Magdalena zum Grab Jesus´ gegangen, welches sie leer vorfand. Sie sah dort jemanden stehen, der aussah wie ein Gärtner, den sie aber bald als Jesus identifizierte. Sie wollte ihn anfassen, er aber entgegnete ihr: „Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.” Vielleicht wollte er nicht angefasst werden, da seine frischen Wunden ihm noch weh taten. „Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater“ heißt, dass er noch nicht tot war, sondern immer noch am Leben. Nach der vermeintlichen Kreuzigung dachten die Jünger, Jesus wäre nicht wie vorher in seinem Körper, sondern vergeistigt, denn wieder auferweckte Körper sind vergeistigt.

C: Einen Augenblick. Wie kommst du darauf, dass wieder auferweckte Körper vergeistigt sind?

M: Jesus sagt in der Bibel selbst, dass sie Engeln ähnlich sind.

C: Und wo in der Bibel steht das?

M: In Lukas 20:34-36: „Und Jesus sprach zu ihnen: ›Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten; welche aber gewürdigt werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder heiraten noch sich heiraten lassen. Denn sie können hinfort auch nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind.‹“

Dann überzeugte Jesus die Jünger davon, dass er immer noch dieselbe Person war, indem er sie seine Hände und Füße berühren ließ. Als sie ihm immer noch nicht glaubten, bat er um etwas zu essen, damit er ihnen zeigen könne, dass er immer noch esse, wie jeder normale Mensch: „Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: ›Friede sei mit euch!‹ [Genau dies ist noch heute der Gruß der Muslime] Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: ›Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe.‹ Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße. Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: ›Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor.‹ Und er nahm's und aß vor ihnen.“ (Lukas 24:36-41)

Nur lebendige Menschen nehmen Nahrung zu sich, nicht aber tote oder wiederauferstandene, wie Jesus laut Lukas sagte.

Wenn du immer noch glaubst, er wäre am Kreuz gestorben, dann muss er, laut Deuteronomium 13:6, ein falscher Prophet gewesen sein und von Gott verflucht: „Ein solcher Prophet oder Traumseher aber soll mit dem Tod bestraft werden.“[10] Und in Kapitel 21 geht es weiter: „Wenn jemand eine Sünde getan hat, die des Todes würdig ist, und wird getötet und man hängt ihn an ein Holz, so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn am selben Tage begraben - denn ein Aufgehängter ist verflucht bei Gott - auf dass du dein Land nicht unrein machst, das dir der Herr, dein Gott, zum Erbe gibt.“ (Deuteronomium 21:22-23)

Im Grunde genommen bedeutet der Glaube an den Kreuztod, Jesus´ Prophetentum in Verruf zu bringen. Die Juden beharrten darauf, dass sie Jesus am Kreuz getötet hätten und sahen daher sein Prophetentum als falsch an.

Die Christen haben es Paulus zu verdanken, dass die Kirche ihnen die Lehre des Kreuztodes aufgedrängt hat und sie behauptet ja auch, er wäre für die Sündenvergebung nötig; folglich muss sie auch die Verfluchung Jesus´ akzeptieren. Allerdings sagte Jesus bekanntermaßen: „Der Sohn soll nicht für den Vater büßen und der Vater nicht für den Sohn.“ (Hesekiel 18:20) Und genauso: „Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.“ (Matthäus 15:9)

Diese Kirchendoktrin der Kreuzigung widerspricht der biblischen Lehre, die in Hosea 6:6 zu finden ist: „Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.“ Die Doktrin widerspricht sogar Jesus´ eigener Lehre: „Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.“ (Matthäus 9:13) Und in Matthäus 12:7 sagte er auch: „Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt.“ Siehst du? Jesus sagte zweimal, dass er Barmherzigkeit von Gott will.

Aber die Doktrin der Kirche verurteilt Jesus, einen schuldlosen Propheten, zum Tod eines Verfluchten aufgrund der Worte von Paulus – und das ohne jeglichen Beweis. Aber sicherlich glauben die Christen, dass Jesus unschuldig war, oder nicht? Wir müssen unseren Verstand einsetzen, und bedenke die Worte von Jesus, Allahs Wohlgefallen auf ihm.

C: Natürlich war Jesus unschuldig, doch warum sollte uns die Kirche dazu zwingen an die Auferstehung zu glauben?

M: Es war Paulus, der die Auferstehung lehrte:(...) Und einige von ihnen sprachen: ›Was will dieser Schwätzer sagen?‹ Andere aber: ›Es sieht so aus, als wolle er fremde Götter verkündigen.‹ Er hatte ihnen nämlich das Evangelium von Jesus und von der Auferstehung verkündigt.“ (Apostelgeschichte 17:18) Paulus, der Jesus ja weder getroffen noch gesehen hatte, gab auch zu, dass die Auferstehung sein Evangelium ist: „Denk daran, dass Jesus Christus, der Nachkomme Davids, von den Toten auferstanden ist; so lautet mein Evangelium.“ (2. Timotheus 2:8)

Er war auch der erste, der Jesus zum Sohn Gottes erklärte: „Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, dass dieser Gottes Sohn sei.“ (Apostelgeschichte 9:20)

Lies dir diese Worte genau durch. Sie nannten Paulus einen Schwätzer, jemanden, der Unsinn spricht und meinten er wolle fremde Götter verkünden. Die Juden beteten nur einen Gott an, deswegen nannten sie Paulus einen Schwätzer und warfen ihn aus den Synagogen, in denen er das Konzept vom „Sohn Gottes“ verkündete, denn sie wussten, dass dies Gotteslästerung ist. Die Trinität ist also nicht die Lehre von Jesus, sondern von Paulus. Die sogenannten Christen sind Anhänger Paulus´ und nicht Jesus´.

C: Aber in Markus 16:19 steht, dass Jesus zum Himmel emporgehoben wurde und zur rechten Gottes sitzt. „Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er emporgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.“

M: Wie ich schon während der Diskussion über die Bibel erklärt habe, sind die Verse 9-20 von Markus 16 aus vielen Bibelversionen nachträglich heraus­genommen worden. Schau dir zum Beispiel die Anmerkungen in der Revised Standard Version, der New American Standard Bible, oder der New World Translation der heiligen Schriften der Zeugen Jehovas an.[11] Wenn du trotzdem glaubst, dass Jesus göttlich ist, weil er in den Himmel emporgehoben wurde, warum glaubst du es dann von anderen Propheten nicht, die auch in den Himmel emporgehoben wurden?

C: Mir sind keine bekannt. Wer soll das gewesen sein?

M: Elija, wie im zweiten Brief an die Könige 2:11 und 12 zu lesen ist: „(...) Elija fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor. Elischa sah es (…). Als er ihn nicht mehr sah, fasste er sein Gewand und riss es mitten entzwei.” Ebenso hat Gott Henoch emporgehoben: „Henoch war seinen Weg mit Gott gegangen, dann war er nicht mehr da; denn Gott hatte ihn aufgenommen.“ (Genesis 5:24) Dies wird auch in Hebräer 11:5 gesagt: „Aufgrund des Glaubens wurde Henoch entrückt und musste nicht sterben; er wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; vor der Entrückung erhielt er das Zeugnis, dass er Gott gefiel.“

C: Es scheint mir langsam so, als würde in der Bibel wirklich etwas anderes stehen, als die Kirche es uns heutzutage lehrt. Ich bin mir aber nicht ganz sicher warum sie das tut. Außerdem gibt es noch einige Fragen, die ich gerne mit dir diskutieren würde.

M: Nur zu, lass uns darüber sprechen!

 Die Glaubenslehre der Sühne und der Erbsünde

C: Wenn nicht Jesus die Sündenvergebung durch den Kreuztod gelehrt hat, wessen Lehre ist es dann?

M: Die Doktrin der Sündenvergebung wurde von der Kirche im Jahr 325, lange nachdem Jesus die Erde verlassen hatte, beim Konzil von Nicea beschlossen. Allerdings widerspricht sie der Bibel direkt, wie sich anhand von Deuteronomium 24:16 erkennen lässt: „Väter sollen nicht für ihre Söhne und Söhne nicht für ihre Väter mit dem Tod bestraft werden. Jeder soll nur für sein eigenes Verbrechen mit dem Tod bestraft werden.” Genauso in Jeremia 31:30: „Nein, jeder stirbt nur für seine eigene Schuld.” Oder Hesekiel 18:20: „Nur wer sündigt, soll sterben. Ein Sohn soll nicht die Schuld seines Vaters tragen und ein Vater nicht die Schuld seines Sohnes. Die Gerechtigkeit kommt nur dem Gerechten zugute und die Schuld lastet nur auf dem Schuldigen.”

Adam und Eva waren also für ihre Sünde selbst verantwortlich. Der Qur'an sagt, sie beide haben die Sünde bereut und Allah hat ihnen vergeben.

C: Aber die genannten Bibelstellen stehen im Alten Testament.

M: Die ganze Zeit willst du zwischen Altem und Neuem Testament unterscheiden, obwohl Jesus immer und immer wieder gesagt hat, dass er gekommen ist, um das Gesetz zu erfüllen und, dass kein Buchstabe der Thora, wie sie Moses offenbart wurde, geändert werden darf. Es ist ein Glaubensartikel der Christen an das Neue und das Alte Testament zu glauben, also solltest du vorsichtig mit dem sein, was du ablehnst. Aber lies doch mal was Jesus in Matthäus 7:1 und 2 sagt.

C: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.“

M: Und jetzt 3:8 aus dem ersten Korintherbrief.

C: „Wer pflanzt und wer begießt: Beide arbeiten am gleichen Werk, jeder aber erhält seinen besonderen Lohn, je nach der Mühe, die er aufgewendet hat.” Aber die Kirche lehrt uns doch an die Erbsünde zu glauben!

M: Genau das ist es ja! Es ist die Doktrin der Kirche und nicht die von Jesus. Erlaube mir dir vorzulesen was Major Francis Yeats-Brown in seinem Buch „The Lives of a Bengal Lancer“[12] bezüglich der Erbsünde schreibt: „Kein heidnischer Stamm hatte je eine Idee, die ähnlich grotesk war wie die, dass der Mensch mit einem angeborenen Makel auf die Welt kommt, für den er nichts kann, für den er aber Buße tun muss. Und das dann auch noch der Schöpfer aller Dinge seinen einzigen „Sohn“ opfern muss, um diesen mysteriösen Fluch zu neutralisieren.“ Er fährt fort, indem er sagt, dass er aufgrund dieser Vorstellung kein Christ sein möchte. Dieser Mann hat seinen Gott gegebenen Intellekt genutzt und den deutlichen Fehler der Lehre erkannt, der unschuldigen Menschen von der Kirche aufgedrängt wird.

Bitte lies Matthäus 19:14 als Beweis dafür, dass jedes Kind sündenfrei geboren wird.

C: „Doch Jesus sagte: ›Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich.‹“

M: Das heißt, dass jedes Kind ohne Sünde geboren wird und dass sie alle zum Himmelreich gehören. Weißt du, dass es Paulus war, der das mosaische Gesetz abgeschafft hat? Lies mal 13:38-39 von der Apostelgeschichte.

C: „Ihr sollt also wissen, meine Brüder: Durch diesen wird euch die Vergebung der Sünden verkündet, und in allem, worin euch das Gesetz des Mose nicht gerecht machen konnte, wird jeder, der glaubt, durch ihn gerecht gemacht.“

M: Jetzt will ich dich Folgendes fragen: Stell dir vor, ein enger Freund oder Verwandter von dir hat jemanden ermordet. Würdest du es zulassen, dass dein unschuldiger Sohn an seiner statt ermordet wird und wolltest du für ihn Buße tun? Ich meine, macht das für dich als intelligenter Mensch Sinn?

C: Das würde ich nie zulassen. Wie denn auch, wenn mein Sohn überhaupt nichts getan hat?

M: Eben. Kannst du dir dann vorstellen, dass ein Mensch, der gegen alles, was durch die zehn Gebote verboten wurde, verstößt und stattdessen nur seinen Begierden folgt, ins Paradies kommt, nur weil er sagt „Jesus ist für meine Sünden gestorben“ - und glaubst du Gott akzeptiert das?

C: Auf keinen Fall!

M: Richtig. Wie kann dann jemand so naiv sein und glauben, dass Gott jedem, der Sein Gesetz bricht, das Paradies zur Belohnung gibt? Ich meine, schließlich müssen wir uns hier in dieser Welt sogar für ein Laib Brot anstrengen, um satt zu werden und die Kirche lehrt uns, dass Jesus für die Sünden aller Christen gestorben sei, und dass sie alle ins Paradies kommen werden; für immer und ewig an den schönsten aller Orte, und das durch ein Leben in Wollust...wie können die Leute das blind akzeptieren?

Um das (Irrwitzige) noch deutlicher zu machen: Jedem Mörder, Vergewaltiger, Dieb oder Pädophilen, der in diesem Leben davon gekommen ist, wird vergeben und er darf ohne Bestrafung an diesen wunderbaren Ort; und dem unschuldigen Jesus werden alle Sünden aufgeladen? Wenn das wahr ist, warum bestrafen die christlichen Länder dieser Welt dann die christlichen Kriminellen für ihre Vergehen? Wenn Gott nach eurer Glaubenslehre alle Sünden einschließlich Vergewaltigung, Mord, usw. vergibt, die gläubigen Christen aber gleichzeitig ihre Glaubensbrüder in dieser vergänglichen Welt bestrafen - zeigt das nicht, dass da etwas an dieser Lehre falsch ist? Jeder normale Mensch sagt, dass es richtig ist Verbrechen zu bestrafen und gute Taten zu belohnen. Gott ist gerecht und fair. Aber die Gesetze der Menschen können niemals Gottes Gesetz überflüssig machen. Oder bist du der Meinung, dass die menschlichen Gesetze besser sind als Gottes Gesetz?

C: Einen Augenblick. Du hast gerade ziemlich viel auf einmal gesagt. Natürlich ist Gottes Gesetz perfekt.

Weißt du, ich habe mir über die von dir erwähnten Punkte in der Vergangenheit schon viele Gedanken gemacht und genau diese Fragen meinem Pfarrer gestellt. Er meinte, ich sollte nicht in Frage stellen, sondern glauben. Da wurde mir klar, dass ich mich bei anderen Religionen nach Antworten umschauen musste. Aus diesem Grund lese ich auch den Qur'an und andere islamische Bücher und führe diese Unterhaltung mit dir.

M: Lass mich dir eine Frage stellen. Warum glaubst du an die Auferstehung, wenn Paulus, der Jesus nie gesehen hatte , zugibt, dass dies sein Evangelium ist?

C: Wo steht das?

M: Im zweiten Brief an Timotheus 2:8: „Denk daran, dass Jesus Christus, der Nachkomme Davids, von den Toten auferstanden ist; so lautet mein Evangelium.“

C: Aber daran müssen wir glauben. Da geht es um die Sündenvergebung.

M: Laut der kirchlichen Doktrin geht es um Sündenvergebung, doch die erwähnten Argumente haben gezeigt, dass dies falsch ist.

Der Islam hingegen, ist logisch und verständlich, er ist die reine Lehre der Propheten Allahs und weder durch Aberglauben noch durch heidnische Ansichten befleckt.

C: Das ist der Glaube, nach dem ich suche.

M: Meinst du nicht, dass es an der Zeit ist das Glaubensbekenntnis auszusprechen?

C: Doch, ich denke ich bin bereit die Wahrheit des Islam zu akzeptieren, deswegen sollte ich es wohl aussprechen. Aber bitte hilf mir, es auf Arabisch auszusprechen. Ich bezeuge, dass niemand angebetet werden darf außer Allah und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist. Asch-hadu an laa ilaaha illa Allah ua asch-hadu anna muhammadan abduhuu ua rasuuluh!

M: Alhamdulillah! (Alles Lob gebührt Allah!) Du bist jetzt zum Islam übergetreten und selbst Muslim. Jetzt liegt es an dir, die wichtigsten Dinge und Pflichten zu lernen und sie zu praktizieren. Jeder Imam oder Scheich wird erfreut darüber sein, sie dir beibringen zu dürfen. Sie sind alle sehr leicht und praktisch.

Anmerkung: Der Rest des Dialogs wird mit dem eben zum Islam übergetretenen Herrn und dem Muslim weitergeführt: M und NM (neuer Muslim).

NM: Sag mal, steht etwas über den Propheten Muhammad in der Bibel? Wurde er dort angekündigt?

M: Sogar ganz deutlich. Aber bevor wir darüber sprechen, würde ich dir einleitend gerne etwas aus dem Qur'an vorlesen. Es handelt sich um die Verse 157 und 158 aus Sure 7:

„Dies sind jene, die dem Gesandten, dem Propheten folgen, der des Lesens und Schreibens unkundig ist; dort in der Thora und im Evangelium werden sie über ihn (geschrieben) finden: er gebietet ihnen das Gute und verbietet ihnen das Böse, und er erlaubt ihnen die guten Dinge und verwehrt ihnen die schlechten, und er nimmt ihnen ihre Last hinweg und die Fesseln, die auf ihnen lagen. Diejenigen also, die an ihn glauben und ihn stärken und ihm helfen und dem Licht folgen, das mit ihm herabgesandt wurde, die sollen erfolgreich sein. Sprich: ›O ihr Menschen, ich bin für euch alle ein Gesandter Allahs, Dessen das Königreich der Himmel und der Erde ist. Es ist kein Gott außer Ihm. Er macht lebendig und lässt sterben. Darum glaubt an Allah und an Seinen Gesandten, den Propheten, der des Lesens und Schreibens unkundig ist, der an Allah und an Seine Worte glaubt; und folgt ihm, auf dass ihr rechtgeleitet werden möget.‹“

 Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, in der Bibel

 Ismael und Isaak wurden beide gesegnet

M: Warum haben Ismael und seine Mutter Hagar Sarah verlassen?

NM: Laut dem Alten Testament hat Sarah nach der Entwöhnung Isaaks gesehen, wie Ismael sich über ihren Sohn lustig macht und deswegen wollte sie nicht, dass Ismael gemeinsamer Erbe mit Isaak wird. So steht es in Genesis 21:8-10: „Das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Als Isaak entwöhnt wurde, veranstaltete Abraham ein großes Festmahl. Eines Tages beobachtete Sarah, wie der Sohn, den die Ägypterin Hagar Abraham geboren hatte, Mutwillen trieb (sich über Isaak lustig machte).[13] Da sagte sie zu Abraham: ›Verstoß diese Magd und ihren Sohn! Denn der Sohn dieser Magd soll nicht zusammen mit meinem Sohn Isaak Erbe sein.‹“

M: Später wirst du sehen, dass der Teil, in dem es um das ‚Mutwillen treiben‛ geht, nachträglich eingefügt worden ist.

Isaak war ungefähr zwei Jahre alt, als er entwöhnt wurde. Ismael muss zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt gewesen sein, denn Abraham war, laut Genesis 16:15-16, 86 Jahre alt, als Hagar Ismael gebar und 100 Jahre als Sarah Isaak zur Welt brachte. „Hagar ging wieder zurück. Sie bekam einen Sohn, und Abraham nannte ihn Ismael. Abraham war zu der Zeit 86 Jahre alt.” Und in Genesis 21:4-5: „Als Isaak acht Tage alt war, beschnitt Abraham ihn, so wie Gott es ihm aufgetragen hatte. Er war zur Zeit der Geburt 100 Jahre alt.”

Im Widerspruch zu Genesis 21:14-21, wo Ismael als Baby dargestellt wird, das auf den Schultern seiner Mutter sitzt und Knabe und Kind genannt wird, steht Folgendes in Genesis 21:8-10 als beide Sarah verlassen: „Am Morgen stand Abraham auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser, übergab beides Hagar, legte es ihr auf die Schulter, übergab ihr das Kind und entließ sie. (...) Gott hörte den Knaben schreien. (…) Steh auf, nimm den Knaben und halt ihn fest an deiner Hand; denn zu einem großen Volk will ich ihn machen.“ Das ist die Beschreibung eines kleinen Kindes und nicht eines Teenagers. Das muss heißen, dass Hagar und Ismael Sarah lange vor der Geburt Isaaks verlassen haben. Aber wie konnte Ismael mit Isaak Mutwillen treiben, wenn er noch gar nicht auf der Welt war und Ismael als Kind an einen anderen Ort gebracht worden war? Jetzt erkennst du, dass es eine Erweiterung sein muss.

NM: Ja, da hast du  recht. Ich habe diese Geschichte schon gelesen, mir aber nie viele Gedanken über das Alter gemacht und auch nicht über die Abreise Ismaels. Aber bitte sprich weiter.

M: Als Muslime glauben wir, dass Abraham Ismael und Hagar nach Mekka begleitet und dort eine neue Siedlung gegründet hat (die in Genesis 21:21 Paran genannt wird), aufgrund einer Anweisung Gottes, die Teil von Gottes Plan ist. Hagar lief auf der Suche nach Wasser sieben Mal zwischen den zwei Hügeln Safa und Marua hin und her. Dies ist der Ursprung der Pilgerrituale, die Millionen von Muslimen in Mekka vollziehen. Die Quelle, die in Genesis 21:19 erwähnt wird, ist noch heute vorhanden und hat schon immer all die Pilger, die in den vergangenen Jahrhunderten kamen, mit Wasser versorgt. Diese Quelle heißt Zamzam.

Später haben Abraham und Ismael gemeinsam die heilige Ka'ba in Mekka erbaut. Die Stelle, an der Abraham dort im Allgemeinen betete, heißt „Maqaam Ibrahim“, also der Standort Abrahams. In den Tagen der Pilgerfahrt gedenken die Muslime in Mekka und auf der ganzen Welt Abrahams und Ismaels Opfer, indem sie Rinder, Kamele, Ziegen oder Schafe opfern.

NM: Aber die Bibel besagt, dass Isaak geopfert werden sollte.

M: Der Qur'an sagt, dass Gott Abraham befahl seinen einzigen Sohn Ismael zu opfern. Und an dem Tag, an dem die Verpflichtung erfüllt werden sollte, wurden Abraham, Ismael und alle Mitglieder des Haushalts beschnitten; Isaak war zu dieser Zeit noch nicht geboren. „Abraham war neunundneunzig Jahre alt, als er am Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde, und sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als er am Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde. Am selben Tag wurden Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten. Auch alle Männer seines Hauses, die im Haus Geborenen und die um Geld von Fremden Erworbenen, wurden mit ihm beschnitten.” (Genesis 17:24-27) Ein Jahr später wurde Isaak geboren und beschnitten, als er acht Tage alt war: „Als sein Sohn Isaak acht Tage alt war, beschnitt ihn Abraham, wie Gott ihm befohlen hatte. Abraham war hundert Jahre alt, als sein Sohn Isaak zur Welt kam.” (Genesis 21:4-5)

Als die Verpflichtung besiegelt wurde (d.h. die Beschneidung und Opfergabe) war Abraham 99 Jahre alt und Ismael 13. Isaak wurde ein Jahr später geboren, als Abraham 100 Jahre alt war. Die Nachfahren Ismaels, der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, und alle Muslime, glauben bis heute an die Verpflichtung der Beschneidung.

Auf der ganzen Welt vereinen die Muslime in ihren Gebeten jeden Tag ihr Bittgebet für Muhammad und seine Nachfahren mit dem Bittgebet für Abraham und seine Nachfahren,  Allahs Segen und Frieden seien mit ihnen allen.

NM: Aber in Genesis 22 steht deutlich, dass Isaak geopfert werden sollte.

M: Ich weiß, doch du wirst feststellen, dass es hier einen Widerspruch gibt. Es heißt an dieser Stelle „(...) deinen einzigen Sohn Isaak“. Sollte es nicht heißen „(...) deinen einzigen Sohn Ismael“, wenn Ismael schon 13 Jahre alt war und Isaak noch nicht einmal geboren? Mit „Deinen einzigen Sohn“ kann nur Ismael gemeint sein. Wenn Abraham zu dieser Zeit zwei Söhne gehabt hätte, dann wäre nicht das Wort „einziger“ verwendet worden. Aus purem Chauvinismus wurde Ismael in Genesis 22 überall zu Isaak, doch Gott hat das Wort „einziger“ bewahrt, um zu zeigen, wer es wirklich war. Jeder, der den Text liest und sich mit dem Alter von Abraham, Ismael und Isaak beschäftigt, wird feststellen, dass hier eine Änderung eingefügt wurde.

Die Worte „[ich werde] deine Nachkommen zahlreich machen” in Genesis 22:17 wurden bereits zuvor in Genesis 16:10 für Ismael verwendet. Warum sollte nicht das ganze Kapitel Genesis 22 für Ismael zutreffend sein? „Ich mache ihn zu einem großen Volk“ wurde zweimal über Ismael gesagt (in Genesis 17:20 und 21:18) und nicht über Isaak.

NM: Die Juden und Christen behaupten aber, dass Isaak Ismael überlegen gewesen sei.

M: Sie sagen das, doch die Bibel sagt etwas anderes: „Da erging das Wort des Herrn an ihn [Abraham]: ›Nicht er [Eliezer von Damaskus] wird dich beerben, sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein.‹“ (Genesis 15:4) Das heißt, Ismael war auch ein Erbe.

In Genesis 16:10: „Der Engel des Herrn sprach zu ihr [Hagar]: ›Deine Nachkommen will ich so zahlreich machen, dass man sie nicht zählen kann.‹“

In Genesis 17:20: „Auch was Ismael angeht, erhöre ich dich. Ja, ich segne ihn, ich lasse ihn fruchtbar und sehr zahlreich werden. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich mache ihn zu einem großen Volk.“

In Genesis 21:13: „Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem großen Volk machen, weil auch er dein Nachkomme ist.“

In Genesis 21:18: „Steh auf, nimm den Knaben und halt ihn fest an deiner Hand; denn zu einem großen Volk will ich ihn machen.“

Das sind einige klare Textstellen, und am Rande sei erwähnt: Jeder kann heutzutage sehen, dass die Zahl der Araber die Zahl der Juden um Millionen übersteigt. Das weist deutlich auf die Erfüllung der Prophezeiung hin, Ismael „zu einem großen Volk“ zu machen. Die Juden sind etwa 20 Millionen und die Araber weit über 200 Millionen.

NM: Da hast du recht, darüber habe ich nie nachgedacht.

M: In Deuteronomium 21:15-17 steht noch mehr über das Recht des Erstgeborenen: „Wenn ein Mann zwei Frauen hat, eine, die er liebt, und eine, die er nicht liebt, und wenn beide ihm Söhne gebären, die geliebte wie die ungeliebte, und der erstgeborene Sohn von der ungeliebten stammt, dann darf er, wenn er sein Erbe unter seine Söhne verteilt, den Sohn der geliebten Frau nicht als Erstgeborenen behandeln und damit gegen das Recht des wirklichen Erstgeborenen, des Sohnes der ungeliebten Frau, verstoßen. Vielmehr soll er den Erstgeborenen, den Sohn der Ungeliebten, anerkennen, indem er ihm von allem, was er besitzt, den doppelten Anteil gibt. Ihn hat er zuerst gezeugt, er besitzt das Erstgeborenenrecht.” Der Islam streitet die Segnungen gegenüber Isaak und seinen Nachkommen nicht ab, aber der verheißene Sohn ist Ismael, aus dessen Linie später der Prophet Muhammad, das Siegel der Propheten, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, hervorging.

NM: Doch die Christen und Juden sagen auch, dass Ismael ein unehelicher Sohn war.

M: Und wieder ist es nur das, was sie sagen, aber nicht das, was die Bibel sagt. Wie könnte ein großartiger Prophet wie Abraham eine unrechtmäßige Frau haben und einen außerehelichen Sohn? Lies Genesis 16:3: „Sarah, Abrahams Frau, nahm also die Ägypterin Hagar, ihre Magd, - zehn Jahre nachdem sich Abraham in Kanaan niedergelassen hatte - und gab sie ihrem Mann Abraham zur Frau.“ Sie gab Hagar Abraham zur Frau! Das heißt, sie war ganz klar und deutlich seine Ehefrau, ihre Ehe war rechtmäßig. Wie könnte ihr Nachkomme dann unrechtmäßig gewesen sein? Ist eine Ehe zwischen zwei Fremden, einem Chaldäer und einer Ägypterin, nicht rechtmäßiger als eine Ehe zwischen Halbgeschwistern? „Übrigens ist sie wirklich meine Schwester, eine Tochter meines Vaters, nur nicht eine Tochter meiner Mutter; so konnte sie meine Frau werden.“ (Genesis 20:12)

Hinzu kommt, dass der Name Ismael von Allah selbst gewählt wurde: „Weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr [Hagar]: ›Du bist schwanger, du wirst einen Sohn gebären und ihn Ismael (Gott hört) nennen; denn der Herr hat auf dich gehört in deinem Leid.‹“ Und wo steht eigentlich in der Bibel, dass Ismael ein unehelicher Sohn gewesen sei?

NM: Nirgends.

M: Richtig. Lange bevor Ismael und Isaak geboren wurden, hat Allah eine Abmachung mit Abraham getroffen: „An diesem Tag schloss der Herr mit Abraham folgenden Bund: ›Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Grenzbach Ägyptens bis zum großen Strom Euphrat.‹“ (Genesis 15:18) Lag der größte Teil von Arabien nicht zwischen Nil und Euphrat, wo später auch die Nachfahren Ismaels, die Araber, sich niederließen?

NM: Meinst du, dass Isaak und seinen Nachkommen kein Land versprochen wurde?

M: Die Muslime streiten nicht ab, dass Isaak auch gesegnet wurde. So steht es in Genesis 17:8: „Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu Eigen und ich will ihnen Gott sein.“ Hier ist Isaak gemeint. Hast du jedoch die unterschiedliche Wortwahl bemerkt? In Kanaan wird Abraham als Fremder bezeichnet, aber in dem Land zwischen Nil und Euphrat nicht, denn als Chaldäer war er mehr Araber als Jude.

NM: Aber laut Genesis 17:21 wurde der Bund mit Isaak geschlossen. „Meinen Bund aber schließe ich mit Isaak, den dir Sarah im nächsten Jahr um diese Zeit gebären wird.“

M: Und wo in der Bibel steht, dass Gott keinen Bund mit Ismael schließen würde? Nirgends!

 Die Kriterien des Propheten laut Jeremia

M: In Jeremia 28:9 steht: „Der Prophet aber, der Frieden weissagt, der wird am Eintreffen seines Wortes erkannt als ein Prophet, den der Herr in Wahrheit gesandt hat!“

Das Wort Islam bedeutet ‚Unterwerfung unter den Willen Allahs‛ und es steht auch für Ruhe und Frieden – Frieden zwischen dem Schöpfer und Seinen Geschöpfen. Diese Prophezeiung von Jeremia kann nicht auf Jesus zutreffen, da dieser selbst gesagt hat, dass er nicht gekommen ist, um Frieden zu bringen: „Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung. Denn von nun an wird es so sein: Wenn fünf Menschen im gleichen Haus leben, wird Zwietracht herrschen: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.” (Lukas 12:51-53; siehe auch Matthäus 10:34-36)

Als der Prophet Muhammad kam, brachte er den Frieden mit sich. Denn er beseitigte alle Vorurteile, ganz gleich, ob es in Bezug auf Hautfarbe, Rasse oder Kaste sei. Der Qur'an sagt: „Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget.“ (Sure 49, Vers 13)

Die von den Nichtmuslimen geschriebene Geschichte zeigt die Harmonie, die der Islam den Menschen für über 800 Jahre gebracht hat.

 Bis der Schilo kommt

M: Jakob gab seinen Kindern folgende Botschaft mit auf den Weg, bevor er starb: „Darauf rief Jakob seine Söhne und sprach: ›Versammelt euch, dann sage ich euch an, was euch begegnet in künftigen Tagen.‹“ (Genesis 49:1) „Es wird das Zepter nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der Schilo kommt, und ihm werden die Völker gehorsam sein.“ (Genesis 49:10)

Schilo ist auch der Name einer Stadt, doch die richtige Bedeutung des Wortes ist Frieden und Ruhe, das heißt Islam. In diesem Zusammenhang kann es sich auf keinen Fall um die Stadt handeln. Falls es sich auf eine Person bezieht, könnte es eine Verfälschung von Shaluah (Elohim) sein, was soviel wie Gesandter Allahs bedeutet.

Das Zepter, das israelitische Prophetentum in der Linie Isaaks, würde also dann aufhören, wenn Schilo kommt. Das stimmt auch mit Sure 2, Vers 133 überein: „Wart ihr etwa Zeugen, als Jakob im Sterben lag? Als er zu seinen Söhnen sagte: ›Wem werdet ihr dienen, wenn ich weg bin?‹ Da sagten sie: ›Wir dienen deinem Gott, dem Gott deiner Väter Abraham, Ismael und Isaak, dem Einzigen Gott, und Ihm sind wir ergeben.‹“

Die Verschiebung des Prophetentums, hin zu einer anderen Nation, wird schon in Jeremia 31:36 angekündigt: „Nur, wenn jemals diese Ordnungen vor meinen Augen ins Wanken gerieten (Spruch des Herrn), dann hörten auch Israels Nachkommen auf, für alle Zeit vor meinen Augen ein Volk zu sein.“ Auch Jesus hat es laut Matthäus 21:43 vorausgesagt: „Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.” Und dieses Volk sind die Araber, wie zuvor zu lesen ist „die Last für Arabien“. All das passt perfekt zum Islam und dem Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm. Man muss dafür nicht viel Phantasie besitzen, die Wahrheit ist so klar wie das Tageslicht.

NM: Wirklich erstaunlich. Die Dinge werden mir klarer, je genauer wir all die Prophezeiungen hinterleuchten. Ich sollte froh sein, dich getroffen zu haben, denn du verstehst den Islam und das Christentum.

M: Der Grund, aus dem du zum Islam rechtgeleitet worden bist, ist der, dass du auf der Suche nach der Wahrheit warst. Allah leitet diejenigen recht, die aufrichtig nach der Wahrheit suchen. Er sagt im Qur'an in Sure 10, Vers 100: „Niemandem steht es zu zu glauben, es sei denn mit Allahs Erlaubnis. Und Er lässt (Seinen) Zorn auf jene herab, die ihre Vernunft (dazu) nicht gebrauchen wollen.“

 Bakka ist Mekka

M: Die heilige Ka'ba, die von Abraham und Ismael gebaut wurde, ist in Mekka und wird im Qur'an in Sure 48, Vers 24 erwähnt. Ein anderer Name für Mekka (arab.: Makka) ist Bakka, abhängig vom Dialekt des jeweiligen Stammes. Der Name Bakka wird auch in Sure 3, Vers 96 erwähnt:

„Wahrlich, das erste Haus, das für die Menschen gegründet wurde, ist das in Bakka - ein gesegnetes und eine Leitung für die Welten.”

Erstaunlicherweise wurde das Wort Bakka schon vom Propheten David, Allahs Wohlgefallen auf ihm, erwähnt, wie in den Psalmen 84:6 zu lesen ist: „Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln! Wenn sie durch das Tal von Bakka ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen bedeckt es mit Segen.”[14] Die hier genannte Quelle ist, wie zuvor erwähnt, die wohlbekannte Quelle Zamzam, die heute noch in Mekka nahe der Ka'ba vorhanden ist.

 Das Haus meiner Herrlichkeit[15]

1.      Jesaja 60:1 „Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.” Im Vergleich dazu Qur'an, Sure 74, Vers 1-3: „O du Bedeckter (Muhammad)! Erhebe dich und warne und verherrliche deinen Herrn.“

2.      „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ Die Berufung des Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, fand zu einer Zeit spiritueller Finsternis statt, in der die Menschen die, von Abraham und allen anderen Propheten Allahs, gelehrte Einheit Gottes vergessen hatten.

3.      „Heidenvölker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz.“ Jesus hatte gesagt: „Folgt nicht dem Weg der Heiden (Nichtjuden).“ Hier sind es die Heiden, die zum letzten Propheten kommen. Wie du erkennen kannst, bezieht sich diese Textstelle nicht auf Jesus, sondern vielmehr auf den letzten Propheten Muhammad, dessen Anhänger von überall auf der Welt herkommen, also auch Nichtjuden bzw. Heiden sind.

4.      „Blick auf und schau umher: Sie alle versammeln sich und kommen zu dir.“ Innerhalb von 23 Jahren wurde die ganze arabische Halbinsel vereint und hatte den Islam angenommen.

5.      „(...) der Reichtum des Meeres wird dir zugewandt, die Schätze der Heidenvölker werden zu dir kommen.“ Innerhalb von weniger als einem Jahrhundert hat sich der Islam weit über die arabische Halbinsel hinaus in andere Länder ausgebreitet – von den spanischen Pyrenäen bis nach China. Heutzutage gibt es in allen Ländern der Welt Muslime!

6.      „Zahllose Kamele bedecken dein Land, Dromedare aus Midian und Efa. Alle kommen von Saba, bringen Weihrauch und Gold und verkünden die ruhmreichen Taten des Herrn.“

7.      „Alle Schafe von Kedar scharen sich bei dir, die Widder von Nebajot stehen in deinem Dienst. Als willkommene Opfer steigen sie auf meinen Altar; so verherrliche ich das Haus meiner Herrlichkeit.” Die Stämme von Kedar (Arabien) wurden vereint. „Das Haus meiner Herrlichkeit“ ist Allahs Haus in Mekka und nicht die Geburtskirche, wie christliche Kommentatoren vermuten. „Haus“ wird hier im Singular verwendet, da es nur ein Haus gibt, dass die Muslime einmal in ihrem Leben besuchen müssen und das ist das Haus in Mekka, die Ka'ba. Die Christen haben dahingegen keine ähnliche Vorschrift, den Vatikan oder irgendeine Kirche einmal im Leben zu besuchen, denn die gab es vor Jesus noch gar nicht. Das Haus Allahs gab es schon zur Zeit von Moses, David, Jesus und Muhammad, da es von den Propheten Abraham und Ismael erbaut wurde, Allahs Segen und Frieden seien mit ihnen allen. Es ist eine Tatsache, dass die Dörfer von Kedar (heute in Saudi-Arabien) das einzige Land sind, das von jeglichem Einfluss des Christentums unberührt geblieben ist.

8.      „Deine Tore bleiben immer geöffnet, sie werden bei Tag und bei Nacht nicht geschlossen, damit man den Reichtum der Heidenvölker zu dir hineintragen kann; auch ihre Könige führt man herbei.“ Es ist auch eine Tatsache, dass die Moschee um die Ka'ba herum in Mekka Tag und Nacht geöffnet ist, seitdem der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, vor 1400 Jahren die Götzen daraus hat entfernen lassen. Sowohl Führer als auch einfache Leute kamen und kommen dorthin zur Pilgerfahrt.

Anhand der eben genannten Punkte lässt sich erkennen, dass alle Prophezeiungen perfekt auf den Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, zutreffen. Man braucht sich nicht sonderlich anzustrengen, um die Wahrheit der erwähnten Prophezeiungen zu sehen – lass uns nun weiterlesen.

 Ein Zug von Eseln und ein Zug von Kamelen

Die Vision von Jesaja über die zwei Reiter in Jesaja 21:7: „Sieht er Wagen und Pferdegespanne, einen Zug von Eseln, einen Zug von Kamelen, soll er darauf achten, genau darauf achten.“

Wer war der Reiter auf dem Esel? Jedes Kind, dass in die Sonntagsschule geht, wird ihn kennen. Es war Jesus: „Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf - wie es in der Schrift heißt.“ (Johannes 12:14) Wer ist dann der angekündigte Reiter auf dem Kamel? Bibelleser haben diesen mächtigen Propheten übersehen. Es ist der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm. Wenn es sich nicht auf ihn beziehen sollte, dann muss die Prophezeiung noch erfüllt werden. Deshalb hat Jesaja im gleichen Kapitel „die Last für Arabien“ (21:13) erwähnt, die die Verantwortung der arabischen Muslime, und inzwischen aller Muslime weltweit, meint, die Botschaft des Islam bekannt zu machen und zu verbreiten.

Im nächsten Vers, Jesaja 21:14, heißt es: „Bringt den Durstigen Wasser, ihr Bewohner der Gegend von Tema! Kommt den Fliehenden entgegen mit Brot!“ Tema ist wohl Medina[16], die Stadt, in die der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und seine Gefährten, Allahs Wohlgefallen auf ihnen, flohen, als die Quraischiten in Mekka sie töten wollten. Die Bewohner von Medina versorgten sie mit Nahrung und gaben ihnen Unterkunft, wie in den Überlieferungen des Propheten festgehalten wurde.

In Jesaja 21:15 ist zu lesen: „Denn sie sind vor den Schwertern geflohen, vor dem gezückten Schwert, vor dem gespannten Bogen, vor dem schweren Kampf.” Dies war der Zeitpunkt, als der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, und seine Gefährten verfolgt wurden und Mekka in Richtung Medina verließen. In Jesaja 21:16: „Denn so hat der Herr zu mir gesagt: Noch ein Jahr - ein Söldnerjahr -, dann ist es mit der ganzen Macht Kedars zu Ende.“ Genau im zweiten Jahr nach der Auswanderung wurden die Götzendiener in der Schlacht von Badr besiegt (313 schlecht ausgerüstete Muslime unter der Führung des Propheten besiegten über 1000 stark ausgerüstete Araber aus Mekka.). Jesaja 21 schließt mit dem 17. Vers: „Von den Bogenschützen in Kedar bleiben nur wenige übrig. Der Herr, der Gott Israels, hat gesprochen.“ Kedar ist der zweite Sohn von Ismael (vgl. Genesis 25:13), von dem der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, abstammt. Anfangs haben die Nachfahren Kedars den Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, und seine Gefährten bekämpft. Mit der Zeit nahmen allerdings immer mehr von ihnen den Islam an und so verringerte sich die Zahl der Nachfahren Kedars, die sich widersetzten, stark. In manchen Bibelversen wird Kedar gleichbedeutend mit den Arabern verwendet, wie zum Beispiel in Hesekiel 27:21: „Arabien und alle Fürsten von Kedar (...).“

 Ein Prophet wie Moses

Gott spricht in Deuteronomium 18:18 zu Moses: „Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm auftrage.“ Diese Bibelstelle ist in vielerlei Hinsicht interessant:

1.      Die Brüder der Israeliten (die Nachfahren Abrahams über Isaak) sind die Ismaeliten (die Nachfahren Abrahams über Ismael); Jesus ist hier ausgeschlossen, da er ein Israelit war. Es hätte sonst „einen Propheten von euch“ heißen müssen.

2.      Muhammad ist in vielerlei Hinsicht wie Moses. Wenn dies nicht anerkannt wird, dann muss das biblische Versprechen noch erfüllt werden. Die untenstehende Tabelle[17] spricht für sich selbst.

Im Folgenden werden einige wichtige Eigenschaften von Moses, Jesus und Mohammad nebeneinander gestellt, die die Identität des Propheten klären, der nach Moses kommen sollte:

Eigenschaft

Moses

Muhammad

Jesus

Geburt

gewöhnlich

gewöhnlich

ungewöhnlich

Familienleben

verheiratet und Kinder

verheiratet und Kinder

ledig und kinderlos

Tod

gewöhnlich

gewöhnlich

emporgehoben

Laufbahn

Prophet und Staatsmann

Prophet und Staatsmann

Prophet

gezwungene Auswanderung im Erwachsenenalter

nach Madian

nach Medina

keine

Zusammenstöße mit Feinden

Verfolgung

Verfolgung und Schlachten gegen Feinde

keine vergleichbaren Zusammenstöße

Ergebnis der Zusammenstöße

moralische und körperliche Siege

moralische und körperliche Siege

moralische Siege

Niederschrift der Offenbarung

während seines Lebens (Thora)

während seines Lebens (Qur'an)

hat keiner Niederschrift zugestimmt

Akzeptanz der Führungsrolle

zuerst abgelehnt und später von seinem Volk anerkannt

zuerst abgelehnt und später von seinem Volk und weltweit anerkannt

Die Juden, sein eigenes Volk, haben ihn abgelehnt und tun dies bis heute

Wesen seiner Lehre

spirituell und rechtlich

spirituell und rechtlich

vor allem spirituell

 „Ich will ihm meine Worte in den Mund legen.” Genauso geschah es dann auch. Der Qur'an wurde Stück für Stück über den Engel Gabriel offenbart, und die Worte wurden dem Propheten in den Mund gelegt. Der Prophet gab die Offenbarung dann an die Gefährten weiter, und die Schreiber unter ihnen hielten die Offenbarung schriftlich fest. Nachdem sie sie aufgeschrieben hatten, wurde die Offenbarung dem Propheten zur Überprüfung vorgelesen.

„Einen Mann aber, der nicht auf meine Worte hört, die der Prophet in meinem Namen verkünden wird, ziehe ich selbst zur Rechenschaft.“ (Deuteronomium 18:19) Im Qur'an beginnen 113 der 114 Kapitel mit dem Satz „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“ und die Muslime beginnen Handlungen in ihrem Alltag im Allgemeinen mit den Worten „Im Namen Allahs.“

Gottes Name ist Allah und dieser Name ist unabhängig von Geschlecht (sowie Gott / Göttin) und Numerus (Gott / Götter). Die Christen beginnen dahingegen mit den Worten „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Im oben genannten Vers steht, dass der, der nicht auf die Worte hört, zur Rechenschaft gezogen wird. Dies stimmt mit den folgenden Qur'anversen überein: „Wahrlich, die Religion bei Allah ist der Islam. (...) Doch wer Allahs Zeichen verleugnet – siehe Allah ist schnell im Abrechnen.“ (3:19) „Und wer eine andere Religion als den Islam begehrt: nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.“ (3:85)

 Mein Diener, Gesandter und Auserwählter

Eine weitere Prophezeiung, die sich auf den Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, bezieht, findet sich in Jesaja 42:

1. „Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.“ An anderer Stelle wird er auch „Bote/Gesandter“ genannt. Ohne Zweifel waren alle Propheten Diener, Gesandte und von Allah Auserwählte. Doch kein Prophet wird so ausdrücklich mit diesen Ehrentiteln bezeichnet wie der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm. Auf Arabisch lauten sie: „Abduhuu ua rasuuluhuu al mustafaa“ - Sein Diener und Gesandter, der Auserwählte. Das Glaubensbekenntnis einer Person, die den Islam annimmt, lautet wie folgt: „Ich bezeuge, dass niemand angebetet werden darf außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist.“ Eben dieser Satz wird fünfmal täglich von den Minaretten der Moscheen aus wiederholt, um die Menschen zum Gebet zu rufen, weitere fünf Mal unmittelbar vor dem Beginn der Gebete, sogar während der Gebete spricht jeder Muslim diesen Satz. Mit anderen Worten, jeder Muslim auf der Welt spricht diesen Satz Dutzende Male pro Tag aus.

Der verbreitetste Titel des Propheten Muhammad ist „rasuulullah“, der Gesandte Allahs.

2. „Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen.“ Dies beschreibt die vorbildliche Verhaltensweise und den Anstand des Propheten.

3. „Ja, er bringt wirklich das Recht.“ Er wies die Juden zurecht, weil sie Gott zu einem Gott nur für die Juden gemacht hatten, wie sie es heute auch noch tun. Und er wies die Christen zurecht, weil sie Gott zu drei gemacht und weil sie Jesus zum Sohn Gottes erhoben hatten.

4. „Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.“ Man ziehe den Vergleich zu Jesus, Allahs Wohlgefallen auf ihm, der nicht über seine Feinde siegte und von seinen eigenen Leuten, den Juden, abgewiesen wurde.

5. „Ich, der Herr, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand und behüte dich und mache dich zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden.” „und behüte dich“ bedeutet, kein anderer Prophet wird nach ihm kommen. In kurzer Zeit wurden viele Heiden und Juden in Medina zum Islam geleitet. Die Aussagen des Propheten (Hadithe) sind bis heute als separate Quelle neben dem Qur'an erhalten.

6. „blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.“ Ein Teil des Verses („blinde Augen“, „im Dunkel sitzen“) deutet auf das heidnische Leben in Sklaverei zu Götzen und Menschen hin. Der zweite Teil („aus ihrer Haft zu befreien“) deutet darauf hin, dass die Sklaverei zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte durch den Propheten des Islam abgeschafft wurde.

7. „Ich bin der Herr, das ist mein Name; und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen!“ Der Prophet des Islam, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, zerstörte 360 Götzenbilder, die sich in der Ka'ba befanden, als er Mekka eroberte und dabei floss kein Tropfen Blut. Der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, ist auch deswegen ein besonderer Prophet, weil er das „Siegel der Propheten“ ist und seine Lehre bis heute unverändert erhalten ist. Dies trifft für das Judentum und das Christentum nicht zu!

8. „Singt dem Herrn ein neues Lied, verkündet seinen Ruhm bis ans Ende der Erde!” Ein neues Lied, da es weder hebräisch noch aramäisch ist, sondern arabisch. Die Lobpreisung Gottes wird fünfmal täglich von den Minaretten tausender Moscheen auf der ganzen Welt gerufen, also bis ans Ende der Welt.

9. „Die Wüste und ihre Städte sollen sich freuen, die Dörfer, die Kedar bewohnt. Es sollen singen, die in Felsen wohnen, und rufen von den Höhen der Berge!“ Jedes Jahr rufen oder singen die Pilger vom Berg Arafat, der in der Nähe von Mekka ist, folgenden Satz: „Hier bin ich zu deinen Diensten oh Allah. Hier bin ich. Du hast keinen Partner. Hier bin ich. Alles Lob gebührt Dir und alle Gnaden sind von Dir und alle Herrschaft ist Dein. Du hast keinen Partner.“ Jesaja kann sich unmöglich auf einen israelitischen Propheten beziehen, da Kedar der zweite Sohn von Ismael war. (Vgl. Genesis 25:13)

10. „Sie sollen die Herrlichkeit des Herrn verkünden, seinen Ruhm auf den Inseln verbreiten.” In der Tat hat sich der Islam selbst auf Inseln wie Indonesien und in der Karibik verbreitet.

11. „Und sich an seinen Feinden als überlegener Sieger erweisen.” In einem Zeitraum von nur 23 Jahren wurde mit dem Erscheinen des Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, der Islam auf der Erde etabliert.

 Bist du der Prophet?

Die Juden sandten Priester und Leviten zu Johannes dem Täufer, um zu erfragen, wer er war:

„Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus, Priester und Leviten mit der Frage zu ihm sandten: ›Wer bist du?‹, bekannte er und leugnete nicht: ›Ich bin nicht der Messias.‹ Sie fragten ihn: ›Wer bist du dann? Bist du Elija?‹ Und er sagte: ›Ich bin es nicht.‹ Sie fragten: ›Bist du der Prophet?‹ Er antwortete: ›Nein.‹“

Es wurden damals also drei Personen erwartet – der Messias, Elija und der Prophet. Die ersten zwei Fragen sind inzwischen geklärt. Es bleibt nur die entscheidende dritte Frage: „Bist du der Prophet?“ Wer ist dieser lang ersehnte Prophet, der nach dem Kommen von Johannes und Jesus erwartet wurde und so bekannt war, dass man seinen Namen nicht einmal erwähnen brauchte? War er der Prophet, der wie Moses sein sollte (Deuteronomium 18:18)? Die Antwort ist offensichtlich. Es kann nur Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, gemeint sein. All die erwähnten Prophezeiungen passen genau zu Muhammad. Nichts bleibt in diesen Prophezeiungen unklar.

 Der, der nach mir kommt, ist stärker als ich

„Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ (Matthäus 3:11)

Wenn diese Anspielung von Johannes dem Täufer sich auf Jesus beziehen würde, dann wäre er wohl kaum zurück in den Wald gegangen, um dort zu leben, sondern er hätte sich an Jesus gehalten und wäre einer seiner Jünger geworden. Diese Aussage muss sich also auf einen anderen großen Propheten beziehen. Derjenige, der nach Johannes dem Täufer kommen sollte, kann schon deswegen nicht Jesus gewesen sein, weil sie Zeitgenossen waren. Es muss sich bei dem Hinweis von Johannes dem Täufer wohl wiederum um Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, handeln.

 Der Kleinste im Himmelreich

Jesus wird in Matthäus 11:11 mit diesen Worten zitiert: „Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.” Glaubst du, dass Johannes der Täufer größer war als Adam, Noah, Abraham, Moses, David und viele andere Propheten? Wie viele Heiden hatte Johannes zum richtigen Glauben geführt und wie viele Anhänger hatte er? Was waren seine größten Erfolge? Allerdings ist das in diesem Zusammenhang nicht der wichtigste Punkt. Vielmehr stellt sich die Frage: Wer ist der Kleinste im Himmelreich, der größer ist als Johannes? Jesus ist es sicher nicht, denn das Himmelreich auf Erden war noch nicht gegründet und er hatte auch nie behauptet, der Kleinste, also jüngste oder letzte Prophet zu sein. Das Himmelreich besteht aus Gott, dem Überlegenen, und allen Propheten. Der kleinste bzw. letzte Prophet ist Muhammad, der letzte und endgültige Prophet.

Die aufrichtigen Anhänger Jesus´ sollten wenigstens den Qur'an lesen, damit sie danach ehrlich entscheiden können, ob sie der Botschaft folgen möchten oder ob sie sie ablehnen.

 Selig sind die Friedensstifter

In seiner Bergpredigt sagte Jesus laut Matthäus unter anderem: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.” (Matthäus 5:9) Islam heißt ‚Ergebung unter den Willen Allahs‛ und auch ‚Frieden‛; Frieden zwischen Gott und dem Menschen. Jesus konnte nicht seine Mission als Friedensstifter meinen, da er nicht als solcher kam: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein.“ (Matthäus 10:34-36; siehe auch Lukas 12:49-53)

Das Himmelreich ist die Etablierung des Islam auf Erden, wobei Islam der Name ist, den Allah selbst für seine Religion gewählt hat. Der Qur'an hält dies in einer der letzten Offenbarungen fest, die dem Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, während seiner Abschiedspilgerfahrt mitgeteilt wurde: „Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gnade an euch vollendet und euch den Islam zum Glauben erwählt (...).” (5:3)

 Der Tröster

„Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit.“ (Johannes 14:16)

Wir kennen das aramäische Wort nicht, das Jesus für „Tröster“ verwendete. Andere Übersetzungen lauten „Fürsprecher“, „Beistand“ oder „Helfer“ und im Griechischen heißt es „parakletos“. Die Kirche und die Geistlichen haben verschiedene Erklärungen für diesen Tröster; es könnte der heilige Geist sein, das Wort und Ähnliches.

In Sure 61, Vers 6 des heiligen Qur'ans lesen wir, dass Jesus ausdrücklich den Namen Ahmad genannt hat: „Und da sagte Jesus, der Sohn der Maria: „O ihr Kinder Israels, ich bin Allahs Gesandter an euch, der Bestätiger dessen, was von der Thora vor mir gewesen ist, und Bringer der frohen Botschaft eines Gesandten, der nach mir kommen wird. Sein Name wird Ahmad[18] sein.“

Wie auch immer die Erklärung für den „Tröster“ lautet, wir können festhalten, dass mit der Mission von Jesus die Arbeit nicht endgültig abgeschlossen war und, dass jemand anderes kommen würde, um die Mission zu beenden. Lass uns deswegen im Lichte der Bibel prüfen, ob der Tröster mit dem Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden auf ihm und auf allen Propheten, übereinstimmen könnte.

1.      „Einen andern Tröster“ - viele Tröster bzw. Propheten waren schon gekommen und ein weiterer sollte erst noch kommen.

2.      „Dass er bei euch sei in Ewigkeit“ - das heißt, nach ihm bräuchte keiner mehr kommen, da er das Siegel der Propheten sein würde. Die Lehre, also der Qur'an, bleibt für immer und wird weiterhin in der Form, in der er vor über 1400 Jahren offenbart wurde, ohne Veränderungen und Manipulation, vorhanden sein.

3.      „Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde (...).“ (Johannes 16:8) Alle anderen Propheten wie Abraham, Moses, David und Salomon, Allahs Wohlgefallen auf ihnen allen, rügten ihre Völker für die Sünden, aber nicht die ganze Welt, wie es die Aufgabe des Propheten Muhammad war. Er befreite nicht nur innerhalb von 23 Jahren die arabische Halbinsel vom Götzendienst, sondern er schickte auch Boten zu Heraklios, den Führern Roms und Persiens, zum Najashi, dem König von Äthiopien und zu Muqauqis, dem Herrscher Ägyptens. Abschriften der Briefe an diese Führer befinden sich noch heute im Topkapi Museum in Istanbul.

Er rügte die Christen, weil sie die Einheit Gottes in die Dreifaltigkeit verdrehten, Jesus zum Sohn Gottes oder zu Gott selbst erhöht hatten. Er verurteilte die Juden und Christen dafür, dass sie ihre heiligen Schriften verändert hatten, er stellte klar, dass Ismael der Erstgeborene war, und wusch die Propheten von den Vorwürfen der Vergewaltigung, des Inzests, des Ehebruchs und des Götzendiensts rein.

4.      „Der Geist der Wahrheit.” Seit seiner Kindheit wurde der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, Al Amiin genannt, was so viel heißt wie „der Ehrliche“ oder „der Wahrheitsliebende“. In Johannes 16:13 ist zu lesen: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten (...).”

5.      Johannes 16:13 fährt fort: „Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört (...).“ Der heilige Qur'an ist das Wort Gottes. Der Engel Gabriel überbrachte es dem Propheten Muhammad, der es sich wiederum einprägte und seinen Gefährten mitteilte, die es auswendig lernten oder schriftlich festhielten. Kein einziges Wort im Qur'an stammt vom Propheten oder seinen Gefährten selbst. Deren Aussagen sind separat festgehalten worden, die Aussagen und Lehren des Propheten nennt man Hadithe. Vergleiche das mit Deuteronomium 18:18: „Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm auftrage.“ Dies stimmt mit den Versen 2-4 der Sure 53 im Qur'an überein: „Euer Gefährte ist weder verwirrt, noch befindet er sich im Unrecht, noch spricht er aus Begierde. Vielmehr ist es eine Offenbarung, die ihm eingegeben wird.“

6.      „(...) und euch verkünden, was kommen wird.“ (Johannes 16:13) Alle Prophezeiungen des Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, die eintreffen sollten, sind schon eingetroffen.

7.      „Er wird mich verherrlichen.“ Es ist eine Tatsache, dass der Qur'an und der Prophet Muhammad Jesus mehr ehren als die Bibel und die Christen selbst.

Der anschließende Abschnitt verdeutlicht, dass der Glaube an den Kreuztod sein Prophetentum in Verruf bringt.

In Deuteronomium 13:5 steht: „Der Prophet oder Traumseher aber soll mit dem Tod bestraft werden.“ Außerdem wird er dadurch als von Gott verflucht abgestempelt: „Wenn jemand eine Sünde getan hat, die des Todes würdig ist, und wird getötet und man hängt ihn an ein Holz, so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn am selben Tage begraben - denn ein Aufgehängter ist verflucht bei Gott (...).” (Deuteronomium 21:22-23)

Laut Matthäus 27:46 soll Jesus auch gesagt haben: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Dabei würde doch selbst ein Gläubiger, der kein Prophet ist, dem Todeskampf mutig in die Augen schauen, wenn er wüsste, dass er dadurch das höchste Ansehen bei Gott erlangt. Aus dieser Perspektive erscheint der letzte Vers wie eine Beleidigung gegenüber Jesus; als hätte dieser einen schwachen Glauben!

Ein weiteres Beispiel für die falsche Berichterstattung über Jesus ist folgender Vers: „Jesus erwiderte ihr [seiner Mutter]: ›Was willst du von mir, Frau? (...).‹“ (Johannes 2:4) Wir Muslime glauben nicht, dass Jesus seine Mutter jemals mit „Frau“ angesprochen hat. Vielmehr hat er sie geehrt und sich ihr gegenüber vorbildlich verhalten. Jesus würde niemals auf diese Art und Weise mit seiner geliebten Mutter sprechen. Diese Verse wurden in jedem Fall verändert oder hinzugefügt.

Als kurzer Verweis seien hier die Verse 30 – 33 aus Sure 19 erwähnt, die diese Ansicht verdeutlichen: „Er (Jesus) sagte: ›Ich bin ein Diener Allahs; Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und Er gab mir Seinen Segen, wo ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Zakah, solange ich lebe; und ehrerbietig gegen meine Mutter (zu sein); Er hat mich nicht gewalttätig und unselig gemacht. Und Friede war über mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und (Friede wird über mir sein) an dem Tage, wenn ich sterben werde, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde.‹“

 Offenbarung zum Propheten Muhammad

Das Erste, was Allah dem Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, über den Engel Gabriel offenbarte, war das Wort „Iqra“ (Sure 96, Vers 1), was „Lies“ auf Arabisch bedeutet. Da der Prophet weder lesen noch schreiben konnte, antwortete er: „Ich kann nicht lesen!“ Diese erste Offenbarung wurde schon in Jesaja 29:12 angekündigt: „Und man gibt das Buch einem, der nicht lesen kann, indem man sagt: Lies das!, so spricht er: Ich kann nicht lesen!“ Und genauso hat es sich ereignet!

Die Offenbarungen sind im Qur'an nicht in chronologischer Reihenfolge aufgeführt. Das heißt, das zuerst Offenbarte steht nicht am Anfang und die letzte Offenbarung nicht auf der letzten Seite. Dass die Offenbarungen Stück für Stück, wie von Allah angeordnet, und nicht auf einmal kommen würden, ist auch in Jesaja (28:10-11) festgehalten: „Weil sie sagen: ›Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift; Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig‹, so wird auch Er zu diesem Volk durch stammelnde Lippen und durch eine fremde Sprache reden.” Sieh dir an, wie exakt diese Prophezeiungen zum Propheten Muhammad, Allahs Segen und Frieden seien mit ihm, passen. Der Qur'an wurde innerhalb von 23 Jahren offenbart und zwar Vorschrift für Vorschrift, wie in Jesaja angekündigt. Die „fremde Sprache“ steht für das Arabische, nicht wie zuvor hebräisch oder aramäisch, das Jesus sprach.

Man braucht sich nicht großartig anzustrengen, um diese Prophezeiungen zu verstehen. Gott macht es einfach, den richtigen Glauben und seine Botschaft zu verstehen. Es ist die Kirche, die die Leute durch ihre Interpretationen und Lehren verwirrt.

Weltweit nutzen die Muslime eine Sprache, das Arabische, um zu Gott zu beten, sich gegenseitig zu grüßen, wie auch bei der Pilgerfahrt usw. Auch diese Einheit der Sprache wurde schon angekündigt: „Dann werde ich die Lippen der Völker verwandeln in reine Lippen, damit alle den Namen des Herrn anrufen und ihm einmütig dienen.“ (Zefanja 3:9) Schau dir an, wie alles passt. Der Name Gottes ist Allah, ein reines Wort, das nicht verändert werden kann und Gläubige jeder Nation, seien sie deutscher, bosnischer, chinesischer, indischer, amerikanischer, türkischer oder anderer Herkunft, rufen Allah auf Arabisch an. Ja, die Wahrheit ist auf Arabisch gekommen, aber manche warten immer noch darauf, dass der Prophet Jesus, Allahs Wohlgefallen auf ihm, bei seiner Rückkehr den Leuten beibringt, Allah in einer anderen Sprache anzubeten.

Wir Muslime glauben daran, dass der Prophet Jesus sich bei seiner Rückkehr den Muslimen in den Moscheen anschließt, um Allah anzubeten. Er ist Muslim, beschnitten, isst kein Schweinefleisch, er trinkt keinen Alkohol, und betet, nachdem er sich gereinigt hat, indem er steht, sich beugt und niederwirft, wie er es im Garten von Gethsemane tat und wie es die Muslime in ihren Moscheen und Häusern tun!



[1]    Zum Beispiel in den 1970er Jahren in Rom und Kairo.

[2] Die Beispiele stammen aus dem englischen Sprachraum, da dieses Buch aus dem Englischen übersetzt wurde.

[3] siehe z.B. Encyclopedia Britannica (1980) unter Allah und Elohim.

[4] Es handelt sich wiederum um die englische Bibelversion. Ähnliches gilt aber genauso für deutsche Bibelversionen.

[5] Vgl. unter den deutschen Bibelversionen z.B. die Gute Nachricht Bibel oder die revidierte Fassung der Lutherübersetzung von 1984, in denen entsprechende Kommentare zu lesen sind.

[6] Englisch: “all nations” und “all the nations”.

[7] Vgl. hierzu die deutsche Bibelübersetzung Schlachter 2000 in welcher die besagte Stelle vorhanden ist und hingegen u.a. die Gute Nachricht Bibel, die Einheitsübersetzung oder auch die Lutherbibel von 1984, in denen die Stelle nicht zu finden ist.

[8] Zur Kontrolle genügt ein Blick in ein griechisches Wörterbuch oder die griechische Bibel.

[9] Vgl. die deutschen Bibeln Neues Leben, die Lutherbibel von 1984, die Rev. Elberfelder, oder auch die Gute Nachricht Bibel.

[10] Zum besseren Verständnis sollten auch die ersten fünf Verse gelesen werden.

[11] Vgl. die deutschen Bibeln Neues Leben, die Lutherbibel von 1984, die Rev. Elberfelder, oder auch die Gute Nachricht Bibel.

[12] Der gleichnamige amerikanische Film trägt den deutschen Titel „Bengali”.

[13] Aus Gründen der Deutlichkeit sind hier die Formulierungen aus der „Einheitsübersetzung” und der „Neues Leben” verwendet.

[14] In verschiedenen Bibelübersetzungen ist das hebräische Wort “Baka” in einer Fußnote nachzulesen, so zum Beispiel in „Hoffnung für alle”, „Schlachter 2000”, „Neues Leben” oder auch in der „Rev. Elberfelder”.

[15] Die folgenden Bibelstellen sind aus Jesaja 60. Im Folgenden wird eine muslimische Interpretation des Kapitels vorgestellt.

[16] Man ist sich einig darüber, dass es eine Oasenstadt auf der arabischen Halbinsel ist, wobei es auch Kommentatoren gibt, die sie nördlich von Medina lokalisieren.

[17]  aus Al-Ittihad, Januar-März 1982, Seite 41.

[18] Dies ist ein Name des Propheten Muhammad, was „der Hochgelobte” bedeutet.

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